Wie mich das Camarguepferd im Rhein überzeugte

Camarguepferd im Fluss Rhein stehend mit Reiter

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Ich fand Camarguepferde immer nett anzuschauen. Mehr nicht wirklich. Klar, die Camargue habe ich da bei dem Stichwort vor Augen, Flamingos, Sümpfe, Schimmel. – Ende -. Irgendso ein Klischeebild eben, Poster aus der Wendy kombiniert mit einem Urlaub in der Kindheit. Aber es gab bisher keinen Moment, wo ich dachte: Was für ein Pferd, so ein Camargue.

Bis ich Leo traf.

Eigenschaften der Rasse Camarguepferd

Ich traf Leo, eigentlich Caleo, erst mal im Internet. So richtig kennengelernt habe ich ihn aber dann auf einem sehr verrückten Ausflug in eine deutsche Großstadt am Rhein. Leo ist einfach der Tollste: Er steht still wie eine Statue, wenn er soll. Er setzt keinen Fuß irgendwo hin, wo er das nicht soll. Das klingt jetzt so leblos, das ist er nicht. Weder ferngesteuert noch automatisiert, er ist sehr charmant und freundlich. Außer vielleicht, wenn ihn unsere Ponystute nervt. Dann guckt er wie ein Onkel, der keinen Bock auf das junge Gemüse hat. Leo deckt einen erwachsenen Menschen ab, reiterlich, und hat dennoch eine praktische Größe. Er ist kurz und kräftig und mit diesem Körperbau sollte es ihm leicht fallen, Dressuraufgaben zu bewältigen oder eben auch einen Trail oder Rinderarbeit zu machen. 

Sicher wie ein Therapiepferd, schön wie ein Spanier

Er ist so unfassbar gelassen, dass ihm Autos dicht neben ihm, LKWs, Fahrräder, Straßenbahnlinien nichts ausmachen. Schiffe auf dem Rhein zum Beispiel findet er auch egal. Er trägt auch ein Kind sicher durch auf Supermarktplätzen herum (ja, wir haben da auf diesem Ausflug ungewöhnliche Dinge gemacht, aus einem ungewöhnlichen Grund). Leo lässt sich einhändig von einem Kind reiten. Er steht wie eine Eins, ohne mit dem Ohr zu zucken. Oder er galoppiert durch Großstädte – wenn er denn soll und darf.

Gut erzogene Pferde mit klarem Kopf

Klar, das deutet auf eine gute Kinderstube hin. Gut erzogen ist dieses Camarguepferd sicherlich. Es ist diese Kombination aus klarem Kopf und guter Erziehung, die an Leo besticht. Er ist aber auch, wenn man all diese Hintergründe berücksichtigt, wirklich eine Ausnahmeerscheinung. Ich kenne  viele Therapiepferde, viele gute Kinder- und Schulpferde. Der hier, dieser Leo, der hat mir in den paar Stunden gemeinsam in der Stadt gezeigt, dass er da zur aller-allerfeinsten Kategorie gehört. Obwohl er ja gar kein Therapiepferd ist! Er ist ein Familienpferd auf dem Capitelshof, einer von mehreren Camargue-Wallachen. Er wird dressurmäßig gefördert und in der Working Equitation ebenso. Also ein echtes Spaßpferd mit diesem Extra, unfassbar gelassen zu sein. 

Darf man zum Camarguepferd Pony sagen?

Was das für ein verrückter Ausflug war, das habe ich drüben bei www.alifewithhorses.de genauer beschrieben. Wir hatten also Zeit, uns in einer relativ extremen Situation kennenzulernen, das Camarguepferd und ich. Den Abschluss unseres Ausfluges gab’s im Rhein, dabei ist dieses Bild da oben entstanden. Das war, bevor sein Reiter Philipp sich überlegte, doch mal auf dem Pony zu stehen im Wasser (darf man bei den Camargues überhaupt Pony sagen? Oder sind sie dann tödlich beleidigt wie die Islandpferdereiter?). Ging natürlich auch. Leo ist der Obercoolste. Seit diesem Samstag in der Stadt bin ich ein Leofan. Und vielleicht auch ein Camarguefan.

P.S.: Das mit dem Rhein war noch die einfachste Sache an diesem Ausflug.

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