Dressurreiten: Harmonie zwischen Pferd und Reiter

Dressur bzw. Dressurreiten ist jedem, der schon Mal in Kontakt mit dem Reiten gekommen ist, ein Begriff. Es geht beim Dressurreiten darum, das Pferd mit Hilfe von verschiedenen Übungen zu gymnastizieren und seine Haltung beim Reiten zu verbessern. Doch warum ist Dressurreiten eine reitweisen-übergreifende Grundlage in der Pferdeausbildung? Wie geht man bei der Ausbildung vor? Wieso reitet man eigentlich Lektionen und wie geht es richtig? Wie kann ich durch das Dressurreiten die Gänge meines Pferdes verbessern? Gibt es nur das eine Dressurreiten und was heißt eigentlich klassische Dressur? Dieser Beitrag gibt dir einen Überblick über das theoretische Grundwissen und in unseren Lernvideos kannst du dich detailreich in den verschiedensten Bereichen weiterbilden. Zum Beispiel kannst du deinen Blick dafür schulen, wie ein Pferd korrekt über den Rücken geritten wird.

Dressureiten ist die Basis für die gesamte Reiterei

Das Pferd war sehr lange nur ein Nutztier für den Menschen. Es diente es früh als Nahrungsquelle und wurde später im Krieg als Transportmittel oder Waffe eingesetzt. Für das Militär brauchte man aber nicht einfach nur ein Pferd, das einen Soldaten trägt. Das Pferd musste wendig sein, agil und vor allem perfekt an den Hilfen stehen - auch in extremen Situationen. Die Ausbildung solcher Pferde war sowohl langwierig als auch teuer. Darum beschäftigte man sich schon früh damit, wie man solche Pferde am besten und effizientesten ausbilden kann und die langfristige Gesunderhaltung bekam einen hohen Stellenwert. So entwickelte sich das Dressurreiten. Ein wichtiger Aspekt, der heute oft vergessen wird: Die Anforderungen eines Kriegspferdes erreichte man durch Lektionen, die alle einen bestimmten Zweck hatten. Die Lektionen sind nach den Grundsätzen der klassischen Dressur also nicht das Ziel, sondern das Mittel. Sie sind FÜR das Pferd da, für seine Gymnastizierung, seine Ausbildung und seine Gesunderhaltung.

Wie dieser Weg zu bestreiten ist, wurde in diversen Schriften von den alten Meistern zusammengetragen und ausformuliert. Es gibt nicht das eine Standardwerk, was auch erklärt, warum es verschiedene Wege in der klassischen Dressurreiterei gibt. Heute wird die klassische Reiterei von verschiedenen namenhaften Ausbildern verbreitet und um neue, dem Wohle des Pferdes dienliche, Erkenntnisse ergänzt. Das Fundament wird jedoch nicht verändert.

Die beliebtesten wehorse Lernvideos zum Thema Dressurreiten

Just Paul Folge 14: Galopparbeit

Grundausbildung des jungen Pferdes: Durchlässigkeit fördern

Schwung entwickeln und verbessern

Dressur im Detail Teil 3: Durchlässigkeit & ganze Paraden verbessern

Dressurreiten in Klasse A und L Teil 1: Die Grundgangarten

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Die Ausbildungsskala - Takt Folge 2: Über ruhigen und verbesserten Takt zu mehr Ausdruck

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Blickschulung - pferdegerechte Ausbildung erkennen

Mit Schwung an die Sache – mehr Ausdruck ist der Lohn!

Grundlage: die Skala der Ausbildung

Jeder Reiter sollte sein Pferd dressurmäßig grundlegend ausbilden, um eine ausreichende Gymnastizierung des Pferdes zu erreichen. Dafür muss er die dressurmäßigen Grundübungen kennen, die Zusammenhänge verstehen und sich regelmäßig hinterfragen und weiterbilden. Die Skala der Ausbildung bezeichnet eine Zusammenstellung der Grundeigenschaften des gerittenen Pferdes. Sie besteht aus: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung. Das übergeordnete Ziel ist die Steigerung der Durchlässigkeit. Jedes Pferd kann die Skala der Ausbildung erklimmen. Es kann alle verschiedenen Dressurlektionen im Rahmen seiner natürlich gegebenen Möglichkeiten erlernen.

Die Skala der Ausbildung: sechs Punkte

  • Takt Gleichmaß aller Schritte, Tritte und Sprünge
  • Losgelassenheit lockeres An- und Entspannen der Muskulatur, bei innerer Gelassenheit
  • Anlehnung stete, weich federnde Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul
  • Schwung Übertragung des energischen Impulses aus der Hinterhand über den schwingenden Rücken auf die Gesamt-Vorwärts-Bewegung
  • Geraderichten gleichmäßiges Gymnastizieren beider Körperhälften zum Ausgleichen der natürlichen Schiefe
  • Versammlung leichtfüßiges Ausbalancieren auf kleinerer Grundfläche mit energisch herangeschlossenen Hinterbeinen in selbst getragener Haltung

Jedes Reitpferd durchläuft die Skala der Ausbildung in drei Phasen: die Gewöhnungsphase, die Entwicklung der Schubkraft und die Entwicklung der Tragkraft. Diese Phase sind nicht strickt nacheinander abzuarbeiten, sondern überschneiden sich. Die Ausbildungsskala sollte nicht als fest abgegrenzte chronologische Folge verstanden werden sondern als Ganzes. Die einzelnen Punkte sind vielmehr ineinander übergreifen und voneinander abhängig.

Die wehorse-Trainer für Dressurreiten

Ingrid Klimke

Uta Gräf

FN - Deutsche Reiterliche Vereinigung

Alizée Froment

Andreas Hausberger

Karin Hess-Müller

Martin Plewa

Anja Beran

Jessica von Bredow-Werndl

Dr. Reiner Klimke

Kathrin Roida

Rudolf Zeilinger

Richard Hinrichs

Sibylle Wiemer

Philippe Karl

Paul Stecken

Warwick McLean

Olaf Müller

Klaus Krzisch

Kurd Albrecht von Ziegner

Michael Putz

Pedro Torres

Fritz Stahlecker

Stefan Schneider

Dressurreiten: Richtig reiten reicht

Um das Pferd bestmöglich gymnastizieren zu können, solltest du nicht nur die Ausbildungskala vor Augen haben und wissen was die verschiedenen Lektionen bezwecken. Der korrekte Sitz und eine klare, sowie logische Hilfengebung sind unverzichtbar für das Dressurreiten. Deshalb solltest du deinen Sitz immer wieder analysieren und mit Übungen gezielt an den eigenen Schwächen arbeiten. So kannst du dein Dressurreiten langfristig verbessern. Dabei helfen kann dir zum Beispiel unsere wehorse-Serie: „Die Körpersprache des Reiters“. In fünf Teilen gibt sie dir einen wichtigen Überblick über die zentralen Elemente des Reitersitzes und zeigt dir, wie du deinen Sitz verbessern kannst.

Grundgangarten verbessern

Durch das Dressurreiten kann man die Grundgangarten des Pferdes verbessern. Der Trab ist dabei die Gangart, die man durch gutes Dressurreiten am meisten verbessern kann. Doch wie funktioniert das? Weit und gut ausgebildeten Pferden sieht man gerne bei ihrem erhabenen, raumgreifenden und aufgerichteten Trab zu. Viele Reiter hätten gerne diesen Trab, wissen aber nicht, wie sie dorthin kommen. Wie bei fast allem sind auch hier die Grundlagen entscheidend. Wird die Dehnungshaltung im Trab schon nicht korrekt geritten oder macht sich das Pferd im Rücken fest, braucht man gar nicht erst versuchen, einen schönen, kraftvollen und gesunden versammelten Trab zu reiten. Ein guter Trab kommt nicht vom reinen Trabreiten. Runde um Runde auf dem Zirkel oder in der ganzen Bahn werden deinen Trab nicht verbessern – Abwechslung ist gefragt! Denn wie verbessert sich ein Trab? Indem man die Rücken- und Hinterhandmuskeln des Pferdes trainiert, indem man die Durchlässigkeit fördert und auf mehr Versammlung hinarbeitet. Abwechlungsreiches Dressurreiten hilf dir dabei. Die Olympiasiegerin und wehorse-Trainerin Ingrid Klimke hat drei Tipps für einen besseren Trab für dich parat.  

Lektionen reiten

Beim Dressurreiten haben Lektionen eine wichtige Rolle in der Ausbildung und Gymnastizierung des Pferdes. Sie bauen vom Schwierigkeitsgrad aufeinander auf und helfen dem Pferd in der Dressurausbildung dabei, sich immer besser auszubalancieren und sein Gleichgewicht zu finden. Denn die natürliche Schiefe des Pferdes sowie das Gewicht und Eingreifen des Reiters führen dazu, dass das Pferd in seinem natürlichen Gleichgewicht gestört wird. Dies wird deutlich, wenn Pferde zum Beispiel auf einer Hand eher zum ‚Rennen’ tendieren oder sich schwer tun, mit der Hinterhand gleichmäßig unter den Schwerpunkt zu treten. Einen Überblick und den Nutzen verschiedener Lektionen erklären dir die Dressurausbilder Olaf Müller und Falk Stankus in ihrer Videoreihe über Dressurlektionen

Dressurturniere reiten

Wie in anderen olympischen Reitsport-Disziplinen gibt es im Dressurreiten Prüfungen ab E-Niveau bis zu der schwersten Klasse S. Hierbei werden Lektionen in einer festgelegten Reihenfolge geritten und die Ausführung wird in Prozent bzw. Wertnoten von 0 bis 10 bewertet. Aber Dressurreiten ist mehr als das Absolvieren und Präsentieren von Lektionen und Figuren. Das höchste Ziel ist, dass Pferd und Reiter scheinbar zu einem Lebewesen verschmelzen und sich wie ein eingespieltes Tanzpaar über das Viereck bewegen. Wie du mit deinem Pferd zu mehr Leichtigkeit in allen Leistungsklassen im Dressurreiten kommst, zeigen dir unsere wehorse-Trainerinnen Jessica von Bredow-Werndl und Uta Gräf, die selbst erfolgreich auf Grand Prix Niveau reiten.