3 Ingrid-Tipps für einen besseren Trab

Trab verbessern mit Ingrid Klimke

Der Trab ist die Gangart, die man durch gutes Reiten am meisten verbessern kann.

Weit und gut ausgebildeten Pferden sieht man gerne bei ihrem erhabenen, raumgreifenden und aufgerichteten Trab zu – und das gilt nicht nur für das talentierte Grand-Prix-Pferd. Auch das Pony von nebenan kann in seinem Rahmen der Möglichkeiten losgelassen, schwungvoll, raumgreifend und kadenziert traben. Viele Reiter hätten gerne diesen Trab, wissen aber nicht, wie sie dorthin kommen.

Wie bei fast allem sind auch hier die Grundlagen entscheidend.

Wird die Dehnungshaltung im Trab schon nicht korrekt geritten oder macht sich das Pferd im Rücken fest, braucht man gar nicht erst versuchen, einen schönen, kraftvollen und gesunden versammelten Trab zu reiten. Dieser Beitrag erinnert dich daran, welche Voraussetzungen du für einen ausdrucksstarken Trab brauchst und gibt dir drei Tipps von Olympiasiegerin Ingrid Klimke für dein Training zu Hause an die Hand.

Wie sieht ein guter Trab aus?

Um selbst einen guten Trab zu reiten und ihn verbessern zu können, muss dir erst einmal voll und ganz bewusst sein, wie ein guter Trab aussehen sollte. Grundlegende Kriterien sind der schwingende Rücken des Pferdes, die vermehrte Hinterhandaktivität sowie der gleichmäßige und sichere Zweitakt.

Eine gute Überprüfung, ob dein Pferd für die Entwicklung von mehr Ausdruck im Trab bereit ist, ist die Analyse der Dehnungshaltung. Dein Pferd sollte sich dabei mit aktiv unter den Schwerpunkt fußendem Hinterbein über einen schwingenden Rücken sanft an deine Reiterhand herandehnen – verwechsle das nicht mit einem Auf-den-Zügel-legen, du solltest nicht mehrere Kilos in der Hand haben!

Eine gute Methode der Beurteilung des aktuellen Trabs ist, sich filmen zu lassen und die Aufnahmen hinterher kritisch und ehrlich zu analysieren. In diesem Video zeigt dir Martin Plewa ab Minute 05:45 anhand mehrerer Beispielpferde wie ein richtiger und ein falscher Trab aussehen und welche Fehler jeweils zu sehen sind. Hier geht’s direkt zum Video.

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3 Trab-Tipps von Ingrid Klimke

Wie verbessert man jetzt aber konkret seinen Trab im täglichen Training? Wer könnte das besser beantworten als Olympiasiegerin Ingrid Klimke? Sie reitet sowohl Grand-Prix-Pferde mit einem unheimlich großen Trabvermögen, als auch manche Vielseitigkeitspferde, die von Natur aus nicht als „Trabwunder“ gelten können, sondern sich während der Ausbildung erst in die richtige Richtung entwickeln. Folgende Übungen nutzt sie regelmäßig in der Trabarbeit:

1. Die Trabarbeit abwechslungsreich gestalten und die Lastaufnahme verbessern

Ein guter Trab kommt nicht vom reinen Trabreiten. Runde um Runde auf dem Zirkel oder in der ganzen Bahn werden deinen Trab nicht verbessern – Abwechslung ist gefragt! Denn wie verbessert sich ein Trab? Indem man die Rücken- und Hinterhandmuskeln des Pferdes trainiert, indem man die Durchlässigkeit fördert und auf mehr Versammlung hinarbeitet.

Denke immer daran, dass alle Lektionen eine Funktion haben.

Wir reiten sie nicht nur, um auf dem Turnier zu glänzen, sondern sie trainieren und gymnastizieren das Pferd gezielt in unterschiedlichen Bereichen. Nutze zum Beispiel die Schlangenlinien durch die ganze Bahn mit Schritt-Übergängen an jedem Wechselpunkt. Mache dein Pferd mit der doppelten Schlangenlinie geschmeidiger in den Rippenpartien und fördere das vermehrte Untertreten mit der Hinterhand.

In diesem Video zeigt Ingrid dir, wie sie diese Übungen mit einem Vielseitigkeitspferd umsetzt. Schau dir unbedingt einmal hintereinander den Trab ganz am Anfang des Videos und ganz am Ende des Videos an – du wirst einen Unterschied bemerken! Natürlich verbessert sich der Trab nicht innerhalb einer Trainingseinheit von 0 auf 100 aber wenn du dranbleibst und konsequent weiter daran arbeitest, wirst du in ein paar Wochen einen deutlichen Unterschied erreichen. Hier geht’s direkt zum Video.

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In diesem Frag-Ingrid-Beitrag erklärt dir Ingrid noch einmal ganz genau, wie du es schaffen kannst, im Trab mehr Versammlung und Ausdruck zu erreichen. Vor allem, wenn die Versammlung bei dir im Galopp besser funktioniert, rät sie, damit zu beginnen und anschließend zur Trabarbeit überzugehen. Alle ihre Tipps zu dieser Frage findest auf einem Blick hier im Beitrag.

Die Kadenz mit Cavaletti-Training fördern

Eine weitere, sehr effektive Möglichkeit, die Kadenz, das heißt das raumgreifende, federnde Abfußen, im Trab zu verbessern, ist die Cavaletti-Arbeit. Das Pferd muss zum Beispiel über vier Trab-Cavaletti intensiver abfußen, die Hinterbeine mehr anheben und kann diesen Ausdruck in den Trab nach den Cavaletti mitnehmen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Pferd Schritt für Schritt an die Cavaletti-Arbeit gewöhnt wurde und losgelassen darüber trabt.

Nur bei einem losgelassenen, richtigen Trab über einen schwingenden Rücken kannst du den Ausdruck reell verbessern.

In diesem Video findest du alles, was du für dieses Training brauchst. Zunächst zeigt Ingrid dir, wie du dein Pferd an die Cavaletti im Trab gewöhnst und mit welchem Schwierigkeitsgrad du beginnen kannst. Du steigerst dich immer von geraden auf gebogene Linien. Ab Minute 14:43 siehst du Übungen für die Verbesserung des versammelten Trabes. Das ist auch für das fortgeschrittene Pferd eine Herausforderung. Schau dir die richtige Hilfengebung und Dosis ab – du siehst im Video wie gut sich die Kadenz des Hengstes Franziskus mithilfe der Cavaletti verbessert. Hier geht’s direkt zum Video.

Auf die Geraderichtung und das „Zünden“ am Schenkel konzentrieren

Drittens ist es immer wichtig, auf die Geraderichtung des Pferdes zu achten und sicherzustellen, dass es am Schenkel „zündet“, das heißt prompt auf die treibende Hilfe reagiert. Genau wie wir Rechtshänder oder Linkshänder sind, haben die meisten Pferde eine natürliche Schiefe. Diese auszugleichen trägt maßgeblich dazu bei, dass sich das Pferd im versammelten Trab richtig ausbalancieren und Last auf die Hinterhand aufnehmen kann.

Seitengänge wie das Schulterherein und die Traversale auf beiden Händen sind Übungen, die dieses Ziel gut unterstützen – vorausgesetzt natürlich immer, dass das Pferd losgelassen und über einen schwingenden Rücken vertrauensvoll an die Hand des Reiters herantritt, also nicht gegen den Zügel geht, sich nicht dahinter verkriecht oder im Rücken festmacht.

Das Zünden am Schenkel ist eine weitere Voraussetzung für einen ausdrucksvollen Trab.

Wenn du dein Pferd bei jedem Schritt mit dem Sporen treiben musst oder gar das Gefühl hast, du musst es voranschieben, solltest du dringend daran arbeiten. Dein Pferd sollte ohne ständige Schenkelhilfen fleißig vorwärtstraben – wie willst du ihm sonst in bestimmten Situationen vermitteln, dass er in diesem Moment noch fleißiger werden oder das Hinterbein aktivieren soll? Überprüfe unbedingt, ob dein Pferd auf deine Schenkelhilfe abgestumpft ist und sei dabei unbedingt ehrlich mit dir selbst!

In diesem Video zeigt dir Ingrid Klimke mit der Stute Soma Bay wie sie an diesen beiden Voraussetzungen arbeitet – Schenkelsensibilität und Geraderichtung. Schau dir an, wie sie mit der Stute aus dem „Ponytrab“ einen versammelten, erhabeneren Trab macht. Hier geht’s direkt zum Video.

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