Welche Muskeln für einen guten Rücken beim Pferd sorgen

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Wetten, diese beiden Ziele sind auch Deine? Erstens: Über den Rücken soll das Pferd gehen. Zweitens: Der Rücken soll schön bemuskelt sein. Genau das sind zwei Ziele von so vielen Reitern. Nur was formt eigentlich genau die Muskulatur des Pferderückens?  Ein spannendes Thema (und übrigens eins, zu dem es einige gute wehorse-Filme gibt!  Doch Achtung, es gibt da einiges zu beachten, ich verrate hier schon mal so viel: Wenn Du Dir ein gesundes, tragfähiges Reitpferd wünschst, solltest Du nicht nur an die Rückenmuskeln denken. 

Rücken aufbauen - nur wie?

Ich habe dieser Tage ein neu erschienenes Buch in die Finger bekommen, das ganz hervorragend erklärt, welche Muskeln das Pferd einsetzt, um Reiter tragen zu können und zugleich dabei gesund zu bleiben. Es heißt „Einmal überbaut, immer überbaut?“ und erklärt den Pferdekörper sehr praxisnah. Welche Muskulatur das Pferd braucht, um uns zu tragen, ist eigentlich genau die zentrale Frage für Reiter. Denn nur passend bemuskelt trägt uns der Pferdekörper unbeschadet.

Der Trapezmuskel - er ist ziemlich überschätzt

Doch welche Muskeln des Pferderückens kennen Reiter? Wetten, die Hälfte denkt zuerst an den Trapezmuskel? Nicht falsch, aber völlig überschätzt.

In diesem Buch steht zum Beispiel auch, dass der Trapezmuskel ein flächiger, dünner Muskel ist. Doch er ist auch beim hervorragend trainierten Pferd nicht viel breiter im Querschnitt, als ein bis zwei Finger. Der Trapezmuskel ist ein dünner, flächiger Muskel, der direkt unter dem Hautmuskel des Pferdes liegt. Er verläuft im ersten Stück vom Hals kommend seitlich zum Schulterblatt und reicht mit seinem zweiten Teil von dem Schulterblatt bis zu den Brustwirbeldornfortsätzen.

Schulterfreiheit hat ihre Grenzen

Damit nimmt er mehrere Handbreit der Sattellagenfläche ein und es ist folglich schlicht Unsinn, einen Sattel zu suchen, der diesen Muskel nicht berührt. Seine Aufgabe ist es übrigens, das Schulterblatt fein zu justieren und auch mit zu führen.

Welche Muskeln sich zurückbilden, wenn etwas drückt oder falsch trainiert wird

Es ist es auch nicht vor allem der Trapezmuskel, der bei unpassenden Sätteln atrophiert! Er ist natürlich auch beteiligt, jedoch sind andere Muskelgruppen in der Masse viel stärker beteiligt. Welche das sind, ist allerdings ein kleines bisschen komplizierter, als einfach zu sagen „Der Trapez!“ Also, es sind davon betroffen: Anteile vom Latissimus, dem breiten Rückenmuskel, dem Serratus Dorsalis, dem Spinalis, das ist der Dornfortsatzmuskel der zum Beispiel auch den Widerrist prägt und Anteile vom Longissimus Dorsi und dem Iliocostalis in der untersten Muskelschicht– es sind einige Muskeln, die unter dem Trapezmuskel verlaufen! Bisschen verwirrend, oder? Also, ganz langsam: Der Longissimus Dorsi ist der längste Muskel im Körper des Pferdes. Er reicht vom Atlasflügel hinter dem Kopf bis zu den Darmbeinflügeln an der Kruppe, er ist auch in der Illustration hier auf der Seite zu sehen.

Diese Muskeln müssen beim Reitpferd besonders beachtet werden

Zwei Muskeln, die Reiter gern befühlen und begutachten, aber häufig nicht benennen können, sind der Musculus Spinalis und der Musculus Serratus. Je kräftiger diese ausgebildet sind, desto kräftiger erscheint der Widerrist. Wenn Reiter feststellen, dass die Region, in die der knöcherne Teil des Widerrists eingebettet ist, an Muskelmasse gewonnen hat, dann waren diese beiden Muskeln im Spiel. Der Musculus Spinalis verläuft auf der Wirbelsäule beidseits seitlich der langen Dornfortsätze und gehört zu den tiefen Muskelschichten des Pferdes.

Merken: Musculus Serratus

Der Musculus Serratus ist ein riesengroßer Muskel, der an der ersten bis neunten Rippe sowie vom dritten bis siebten Halswirbel entspringt. Er ist innen am oberen Teil des Schulterblattes befestigt. Der Musculus Serratus ist der wichtigste Rumpfträgermuskel, das bedeutet, dass er die Verbindung zwischen Schulter und Rumpf schafft. Das Pferd hat nämlich, und das ist eine Besonderheit, ein frei tragendes Schulterblatt, das ausschließlich mit Muskeln befestigt ist und nicht durch ein Schlüsselbein – wie bei uns Menschen zum Beispiel – gehalten wird. Es gibt beim Pferd also keine knöcherne Verbindung zwischen den vorderen Gliedmaßen und dem Rumpf.

Gegen Trageerschöpfung

Genau deshalb ist es ganz wichtig für Reitpferde, dass diese Muskeln gut auftrainiert werden. Ist das nicht der Fall, dann besteht die Gefahr, dass Reitpferde den Rumpf nicht gut tragen können, vorhandlastig laufen und irgendwann von der „Trageerschöpfung“ gesprochen wird. Das möchte wohl jeder Reiter vermeiden.

Buchtipp

Wenn Dich das Thema interessiert, ist das Buch „Einmal überbaut, immer überbaut?“ bestimmt auch etwas für Dich. Auf meinem Blog kannst Du drei Mal dieses super spannende Buch gewinnen! Und da steht zum Beispiel auch drin, welche Art von Trabarbeit Dein Pferd optimal darauf vorbereitet, verschleißarm den Reiter zu tragen.

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