Ein Satz von Anja Beran, der für jeden in 2019 gelten sollte

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Der Jahreswechsel steht an. Auf einmal wird die halbe Reiterwelt sentimental, teilt Rückblicke und es werden eifrig Pläne geschmiedet, was im nächsten Jahr anders laufen soll. Kaum aus dem Weihnachtstaumel entlassen, ist der Ehrgeiz an allen Ecken und Enden zu spüren. Zwei Sachen sind mir diesbezüglich in den vergangenen Tagen besonders aufgefallen. Das Schöne daran ist: Es gibt eine Lösung, die sogar in einem Satz zu formulieren ist. Anja Beran hat mir diesen mal in einem Interview gesagt. Aber erst mal zu den Beispielen. Ihr kennt sowas garantiert auch aus Eurem Umfeld. 

Beispiel 1: Ungeduld mit sich und dem Pferd führt zu Frust.

Ein Beispiel aus dem Reiterleben um mich herum. Es geht um eine Reiterin mit großen Ambitionen, bestem Ansinnen und etwas eingerosteter Praxiserfahrung. Die sehr unzufrieden ist gerade mit sich und ihrem Pferd. Es klappt nicht so, wie sie möchte und das macht sie ungeduldig.

Alles soll in einer Stunde besser werden. Das ist der Anspruch. Tut es das nicht, wird der ganze Weg samt Ausbilder in Frage gestellt. Folge: Sie schlägt Wege ein, die gar nicht die ihren sind, eigentlich. Führt zu Frust, klar.

Beispiel 2: Enthusiasmus lässt unrealistische Ziele entstehen.

Jahresrückblicke gibt es gerade überall. Persönliche über Reiter und Pferde auf Instagram oder Facebook zum Beispiel, größer angedachte in fast jedem Medium. Gepaart mit Zielen. Jeder formuliert eine Bestandsaufnahme. Dazu kommt das das gehypte „Dankbar sein“. Man soll darüber nachdenken und formulieren, für was man sich dankbar schätzen soll. An sich ja ein guter Ansatz, der idealerweise zu mehr Zufriedenheit führt. Nur wird das so übersteigert, dass diese Forderung nach Dankbarkeit immer häufiger - so nehme ich es jedenfalls wahr - unecht und flach daherkommt. Wie ein Zitat auf einem billigen Abreißkalender, wie ein hingekritzelter Spruch auf einer öffentlichen Toilette. Außerdem werden neue Pläne formuliert, neue Vorhaben und Ziele. Überall herrscht viel Enthusiasmus. Nur - wie lange hält der an? Wie schnell ist die Enttäuschung da, wenn die vielen Vorhaben dann doch nicht eingelöst werden? Wie viele der formulierten Ziele und Lebensänderung sind schlichtweg total unrealistisch?

Die Antwort für beide Fälle: Denke in Jahren.

Was mir zu beiden Fällen in den Kopf schießt, ist eine Antwort, die mir Anja Beran mal gab. Ich weiß gar nicht mehr, auf welche Frage. Und ich weiß auch nicht, wie das Ende des Satzes lautete, es ging auf jeden Fall um die Ausbildung eines Pferdes und den erklärenden Halbsatz: „Ich denke in Jahren.“

Genau das ist es, was beide geschilderten Episoden so gut brauchen könnten. Langfristiges Denken. Das nimmt 1. den Sofort-Druck raus, 2. erlaubt es, langfristige, steinige, aber richtige Wege zu gehen und zu überstehen, 3. kommt es dem Pferd in seiner Natur entgegen, 4. lässt es Misserfolge nicht so schnell aufkommen, denn das Langzeit-Ziel bleibt: Es gibt einfach Höhen, es gibt Tiefen auf dem Weg dorthin.

Betterhorsesport für 2019

Ich würde mir auch im Sinne von #betterhorsesport wünschen, dass dieses Denken in Jahren äußerst populär wird. Mit allen Zwischenschritten, kurz– und langfristigen Zielen. Dass das große Ganze einfach das Wichtigste im Kopf ist und bleibt.

In diesem Sinne: Kommt gut ins Neue Jahr!

P.S.: Was glaubst Du, waren die 10 am häufigsten gelesenen Texte auf meinem Blog in 2018? Ich habe sie hier auf www.alifewithhorses.de verlinkt. Es ist ein wilder Mix aus Fakten (Gendefekt, Reitturnier in Aachen, Trainer verurteilt) und Praxistests (der Gurtvergleich) sowie etwas Humor (Welche Männer Pferdefrauen so haben).