Besser reiten: Wer Dich pusht und wer Dich bremst

Pferd gezäumt auf Trense

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Genauso wichtig wie ausgesprochene Worte ist der Subtext in Deinem Reitumfeld: Wer glaubt an Dich und lässt Dich das spüren? Das erleichtert Reitfortschritte!

Der Subtext, der mitschwingt

Letztens hat mich ein Termin erst mal ziemlich geschockt. Ein Sattler war da, ich sollte vorreiten. Den Sattler habe ich nicht selbst bestellt, immerhin, aber dennoch waren wir beide in der Situation, dass er gucken und ich reiten sollte. Ich fand, dass seine Sättel nicht passen. Er fand, dass ich reiterlich so gut wie alles falsch mache. War ein Träumchen, dieser Termin.

 Das Fiese an dieser Sache war der Subtext, den mir dieser Mensch rüberbrachte. Das begann schon beim Anmerken, dass mein Gebiss nicht gut sei, ging weiter mit Sitz-, Ausbildungs- und Trainingskritik. Dass ich fand, dass Sattel Eins nach vorn rutschte, war ihm egal („Tut der nicht.“). Dass ich fand, dass Sattel Zwei dem Pferd nicht richtig passt, war ihm ebenso egal (liegt am Reiten, nicht am Sattel). Mega.

Das Gegenteil von motivierendem Reitunterricht

Ich hab mich ziemlich über diesen Termin geärgert. Als der Ärger weg war, habe ich etwas sehr Schönes festgestellt: Ich hab’ so etwas normalerweise nicht mehr in meinem Leben. Ich habe keine Menschen mehr in meinem Reitumfeld, die mir im Subtext sagen: „Das hat eh’ keinen Sinn hier.“ Denn so etwas hilft null Komma null dabei, besser zu werden. So etwas demotiviert nur und bringt einen keinen Schritt weiter. Solch ein Subtext ist Gift. 

Negative Gedanken beim Reiten abstellen

Auch das Gegenteil stimmt: Nichts stärkt Dich so sehr, wie eine Lernatmosphäre, in der Du Dich nur noch auf den Weg konzentrieren musst. Weil Dein Gehirn sich nicht mit Sorgen abmühen muss. Denn die fressen Energie. Ich meine sorgenvolle Gedanken beim Reiten wie:

„Kann ich das? Ich kann das bestimmt nicht!“

„Boah, und jetzt gucken die wieder und lästern!“

„Jetzt klappt’s bestimmt wieder nicht!“

So etwas behindert nur. Deshalb braucht man keinen negativen Subtext von außen. Niemanden, der einem das Gefühl gibt, dass es eh nicht funktioniert.

Es darf kein Aber geben.

Voraussetzung: Ein Trainer, der an Dich glaubt

Nur, wenn Du Dir sicher bist, dass der Mensch, der da am Boden steht, Trainer oder Reitfreundin oder wer auch immer, Dir Dinge zutraut und sicher ist, dass Du das schaffen wirst, dann ist eine gute Arbeitsatmosphäre da. Wenn der Trainer weiß, wie er Euch führt und Dir das Gefühl gibt: 'Ihr werdet schon ankommen!' Egal, wie lang der Weg ist. Dann ist alles andere ein Spaziergang! Ein Spaziergang, der dennoch Schweiß kosten mag, aber bestenfalls keine Tränen! Das ist doch so wichtig. Wir reiten schließlich aus Freude am Pferd, und nicht, um uns gegenseitig fertig zu machen.

Wann Kritik beim Reiten okay ist

Ich meine damit nicht, dass man keine Kritik mehr hören kann oder möchte. Natürlich braucht man jemanden, der sagt, wo es hapert und wie es besser funktionieren könnte. Aber: Ich entscheide, wer mir sagen darf „This is shit!“ (Hallo, S.!)  Das darf derjenige nur, weil ich weiß, dass derjenige mir grundsätzlich positiv gegenüber eingestellt ist und mich wirklich weiterbringen möchte. Dann ziehe ich mir das rein und arbeite an mir. Dann kann der mich zur Weißglut bringen mit seiner Kritik (Hallo E.!) und dennoch mache ich jedes Mal wieder mit und will mich genau damit wieder beschäftigen. Wenn die Grundeinstellung stimmt, dann ja.

Die beste Lernatmosphäre überhaupt

Wer einfach nur im Subtext rüberbringt, dass er eh nicht dran glaubt – der darf daheim bleiben. Und das gilt für jede Lebenslage, nicht nur für das Reiten.  Dass ich so derbe wie mit dem Satteltermin noch mal an etwas so Simples erinnert werden musste, hängt damit zusammen, dass ich mir mein Reitumfeld so gebaut habe, dass Unterricht nur noch auf konstruktive Art stattfindet. Ich bin es gar nicht mehr anders gewohnt! Wie das aussieht, bei unseren Kursen zum Beispiel, kannst Du drüben auf dem Blog lesen. Mag sein, dass sich das liest wie ein Kuschelkurs – es ist aber die allerbeste Lernatmosphäre überhaupt!

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