In 4 Schritten zum Auswärtstraining

Fuß im Steigbügel

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Die Saison beginnt! Wenn Euch die Fahrt und das Reiten woanders nicht mehr stresst, macht Auswärtstraining erst so richtig Spaß. Für viele bedeutet der Frühling: Turnierstarts, Ausritte woanders, Kurse auswärts, Ausflüge mit dem Pferd oder sogar einen Urlaub mit Pferd. Andere träumen nur von so etwas und bleiben lieber daheim. Viele davon aus solchen Sorgen: Wie reagiert mein Pferd woanders? Was kann auf einer Anhängerfahrt so alles passieren?

Auswärtstraining gehört zur Grundausbildung 

Das ist schade, denn ein Training auswärts gehört zur Grundausbildung eigentlich dazu! Wenn Du aus der Angst-Spirale heraus möchtest und mit Deinem Pferd in 2019 etwas jenseits Deiner Stallpforten erleben möchtest, kommen hier ein paar super Tipps.

1. Anhängertraining für Dein Pferd

Falls Dein Pferd kein Vollprofi in Sachen Anhängerfahren ist: Bevor Du fährst, kalkuliere genug Zeit ein, um das Verladen und Anhängerfahren zu üben! Denke in Wochen und nicht in Tagen. Nicht, weil es so lange dauern muss, bis es funktioniert. Muss es nicht. Sondern, damit das Pferdeanhänger-Fahren schon mal kein Grund zur Aufregung ist, sondern für Euch ganz normal geworden ist. Je nachdem, wie gut Du selbst mit dem Thema vertraut bist, übe selbst oder hole Dir professionelle Unterstützung. Ein guter Verladetrainer arbeitet mit System, Ruhe und ohne Gewalt.

2. Anhängertraining für Dich selbst

Der erste Schritt zum Ausflug lautet Anhängerfahren. Das meint nicht nur, dass Du Zeit in ein Verladetraining mit Deinem Pferd investieren solltest. Sondern auch, Dich selbst fit zu machen im Anhängerfahren, falls genau das Dir Sorgen bereitet. Ich habe mit 18 Jahren Anhänger fahren lernen müssen, da mein Pferd im Flegelalter war und ich zum Trainer musste. Mein Vater, der mich sonst immer gefahren hatte, lag im Krankenhaus. Also der Sprung ins kalte Wasser (damals gab es noch keinen Anhängerführerschein). Ich erinnere mich noch gut an die lange Autoschlange hinter mir auf der Landstraße! Ich kroch, aber ich kam an. Das war learning by doing. Das war okay, aber es geht sicherlich leichter anders. Empfehlen kann ich ein Anhänger-Fahrtraining. Tatsächlich kann ich erst hervorragend Rückwärtsfahren, seit ich mal bei solch einem Anhänger-Fahrtraining teilgenommen habe. Der ADAC bietet so etwas zum Beispiel an. Auf einem Übungsplatz lernt man zum Beispiel auch, Vollbremsungen vor einer Wasserwand zu machen. Das braucht Überwindung, mit Hänger hinten dran voll auf die Bremse zu drücken! Aber es hilft, enorm, um sicherer zu fahren.

3. Den richtigen Ort aussuchen

Vielleicht möchtest Du bei einem besonderen Trainer reiten oder endlich mal ein Turnier nennen. Mach das. Aber suche Dir als erste Auswärtserfahrung etwas aus, was nicht so wichtig ist für Dich. Aufregung wirst Du genug haben. Stattdessen achte darauf, dass der Ort möglichst ideal ist: Dass Du da Ruhe hast, die Unterbringung für's Pferd gut ist, die Halle nicht rappelvoll. Als unser Pony Chamonix neu bei uns war, habe ich mir einen Zirkuskurs als erste Auswärtsetappe ausgesucht. Ich bin ehrlich gesagt gar nicht sooo scharf darauf, dass das Pony Zirkuslektionen kann. Aber ich dachte: Das ist eine sehr gute erste Erfahrung auswärts. Weil ich wusste, dass das dort ein netter Hof ist, eine gute Unterbringung. Bei den Kursinhalten war ich mir sicher, dass wir da keine negativen Überraschungen erleben würden. Eine gute Bekannte von mir, deren Trainerwahl ich vertrauen kann, organisierte den Kurs. Hat alles so geklappt, wie ich mir das vorgestellt habe. Das Ziel und der Ort kann für Dich natürlich etwas ganz anderes sein: Vielleicht möchtest Du zu einer Bekannten fahren, mit der Du ausreiten gehst. Oder der sichere Hafen ist für Dich eine Vereinshalle in der Nachbarschaft, in der vormittags nicht viel los ist.

4. Wie es so richtig schön wird

„So richtig schön ist es an einem Stall erst, wenn man dazu gehört“, habe ich mal irgendwo gelesen. Mit dem Auswärtstraining ist es genauso. Wenn das selbstverständlich für Dich geworden ist, macht es Spaß. Und das wird es nur durch Übung und Routine. Also los! Viel Freude dabei! Unsere größte Tour bisher war übrigens zwei Urlaube am Strand mit dem Pony.  P.S.: Wenn Du wissen willst, wer hinter dem Blog und dem Artikel hier steckt, dann schau mal nach, ich habe gerade erst die Beschreibung über mich auf dem Blog aktualisiert.
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