Vielseitigkeit:
so beginnst du das Reiten im Gelände

Dressur, Gelände, Springen. Drei Disziplinen, die fast alle Anforderungen in der Reiterei berühren und Pferd und Reiter vielseitig herausfordern. Für sie braucht es nicht nur Eleganz und Ausdruck, sondern auch Kraft und Ausdauer, Geschicklichkeit und Mut. Nicht umsonst wird das Vielseitigkeitsreiten auch als Krone der Reiterei bezeichnet. Die Sportart Vielseitigkeit gibt es aber nicht nur, um Spannung und Nervenkitzel zu garantieren. Die universelle Ausbildung, die für die Vielseitigkeit notwendig ist, bringt Abwechslung ins Training und fördert verschiedene Fähigkeiten bei Pferd und Reiter. Das Vielseitigkeitsreiten eignet sich aus diesem Grund auch für den ambitionierten Freizeitreiter.

Warum ist Geländetraining gut für dein Pferd?

Das vielseitige Training bringt durchaus Vorteile für dein Pferd mit sich. Kannst du mit deinem Pferd im Gelände durch ein Wasserhindernis galoppieren? Dann wirst du auch keine Probleme damit haben, auf einem mit Pfützen übersäten Dressurviereck eine Dressuraufgabe zu laufen. Wie du das Gelände für dein Training nutzen kannst, auch wenn du keine hohen Sprünge anreiten willst, zeigen dir unsere wehorse-Trainer. Das wohl beste Beispiel ist Olympiasiegerin Ingrid Klimke. Sie ist bekannt für eine vielseitige Ausbildung ihrer Pferde. Auch der Dressurspezialist wird im Gelände trainiert, um die unterschiedlichen Bodenverhältnisse kennen zu lernen und in einem ruhigen Tempo konzentriert und gerade bergauf und bergab zu laufen. Hierbei werden die Muskeln und die Ausdauer nochmal anders trainiert als im Viereck. Wie du beginnen kannst dein Pferd in der Vielseitigkeit zu trainieren, zum Beispiel am Berg, erklärt dir Ingrid in ihrem Video „Grundausbildung des jungen Pferdes: Training am Berg“. Wenn du dein gewöhnliches Dressurtraining gerne an den Hang verlagern willst, sind auch die Videos von Reitmeister Kurd Albrecht von Ziegner etwas für dich. Er erklärt in seinen Videos genau den Effekt vom Hangbahn-Training auf die Bauch- und Rückenmuskulatur. Neben den positiven Auswirkungen dieser Vielseitigkeit im Training auf die Muskulatur deines Pferdes, ist es nicht nur für dich ein Genuss durch die Natur zu streifen und der Reithalle zu entfliehen.

Die beliebtesten wehorse Lernvideos zum Thema Vielseitigkeit

Grundausbildung des jungen Pferdes: Training am Berg

Gewöhnung an erste Geländesprünge

Grundkurs Springen Teil 1: Die Grundlagen des Springsitzes & vorbereitende Dressurarbeit

Dressurtraining auf der Hangbahn

Ingrid Klimke arbeitet mit Reitschülerin Marie an der Dressuraufgabe einer CIC** Prüfung

Dressurtraining mit jungem Vielseitigkeitspferd - Verbesserung des Trabs

Fit wie Hoy Teil 4: Übungen für einen ausbalancierten leichten Sitz

Chris Bartle's Geländetraining - der sichere Sitz

Geländetraining mit 5-jährigen Pferden

Ingrid Klimke Live presented by SAP auf der EQUITANA 2017 Teil 1: Geländetraining

Vielseitigkeit: Anfänge im Militär

Wie so vieles in der Reiterei, hat auch das Vielseitigkeitsreiten seine Anfänge im Militär – daher stammt auch der frühere Name „Military“. Es wurden damals vielseitige Pferde gebraucht und ausgebildet. Die Pferde sollten gehorsam und rittig sein, ausdauernd und mutig. Sie sollten die unterschiedlichsten Hindernisse, wie man sie beim Vielseitigkeitsreiten vor allem im Gelände antrifft, problemlos überwinden können. Nur die besten wurden für die Zucht ausgewählt.

1912 wurde das Vielseitigkeitsreiten erstmals bei den Olympischen Spielen ausgetragen, damals noch in etwas anderer Form. Es gab neben der Dressur und dem Parcour ein Hindernisrennen und einem Rennen über eine viertel Meile. Ab 1920 durften auch nicht-militärische Reiter teilnehmen. Die einzelnen Prüfungen in der Vielseitigkeit wurden über die Jahre immer wieder variiert und an Sicherheitsstandards angepasst, bis es zu der heutigen Dreiteilung kam.

Wie in anderen Reitsport-Disziplinen gibt es in der Vielseitigkeit Prüfungen ab E-Niveau bis zu den schwersten Klassen bei den Olympischen Spielen. Klein anfangen ist also durchaus möglich.  Und auch wenn du keine turniersportlichen Ambitionen hast, kann das vielseitige Training einen positiven Einfluss auf dein Pferd und auf dein Reiten haben.

Die wehorse-Trainer für Vielseitigkeit

Christopher Bartle

Malin Hansen-Hotopp

Bettina Hoy

Ingrid Klimke

Kurd Albrecht von Ziegner

Die drei Disziplinen der Vielseitigkeit

Beim Vielseitigkeitsreiten wird es nicht eintönig im alltäglichen Training. Alle drei Disziplinen müssen an anderen Orten und in einem anderen Umfeld trainiert werden. Da es beim Vielseitigkeitsreiten im Gelände wichtig ist, dass das Pferd ausdauernd ist und lange galoppieren kann, steht auch Galopptraining auf dem Plan. Dies kann oft auch im heimischen Wald oder auf langen Feldwegen geübt werden. Wann bist du das letzte Mal mit deinem Feld eine lange Strecke galoppiert? Wie die Bloggerin und ambitionierte Vielseitigkeitsreiterin Juliane Barth die Traingspläne ihrer Pferde gestaltet und was sie am Vielseitigkeitsreiten schätzt, kann du im Podcast nachhören.

Dressur

Die Dressur in der Vielseitigkeit ist natürlich anders als die der Dressur-Spezialisten. Die Lektionen sind nicht ganz so komplex, das Anforderungsniveau nicht ganz so hoch wie bei den reinen Dressurreitern. In diesem Video kannst du dir anschauen, wie Ingrid Klimke mit Reitschülerin Marie an der Dressuraufgabe einer CIC**-Prüfung auf M-Niveau arbeitet und bekommst einen guten Eindruck eines Dressurtrainings in der Vielseitigkeit.

Natürlich gilt auch für ein Vielseitigkeit in der Dressur die Kriterien nach der Ausbildungsskala (Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung, Versammlung). Im Video „Dressurtraining mit jungem Vielseitigkeitspferd – Verbesserung des Trabs“ zeigt Ingrid Klimke dir wichtige Grundlagen.

Gelände

Der Geländeparcours verlangt beim Vielseitigkeitsreiten beiden – Pferd und Reiter – eine Menge ab. Es ist das Herzstück jeder Vielseitgkeit und die wohl anspruchvollste Disziplin. Das Pferd braucht Ausdauer, Kraft, Mut und Geschicklichkeit. Es geht nicht nur darum, sicher mit unterschiedlichen Bodenverhältnissen und Umgebungen umgehen zu können. Das Pferd muss sich auch trauen über immer neue und komplizierte Hindernisse zu springen, wie Tiefsprünge, Wasserhindernisse und schmale Sprünge. Wie du dein Pferd Schritt für Schritt an solche Geländehindernisse heranführst, erklärt dir Ingrid Klimke zum Beispiel in diesem Lernvideo:  Ingrid – Gewöhnung an erste Geländesprünge.

Drei Tipps haben wir auch für dich:

  • Reite immer mit Ruhe
  • Suche dir für neue Hindernisse ein Führpferd
  • Trainiere dein Pferd in kleinen Schritten

Springen

Das Springreiten ist die letzte Teildisziplin des Vielseitigkeitreitens. Anders als im Geländeparcours fällt hier jede Stange bei der kleinsten Berührung – das erfordert höchste Vorsicht und Geschicklichkeit. Genau wie in der Dressur ist das Leistungsniveau hier etwas niedriger als beim reinen Springsport, die Sprünge sind beispielsweise nicht ganz so hoch und nicht so breit.

Wie du am besten startest, wenn du dem Springen noch skeptisch gegenüberstehst, erfährst du in unseren Serien „Grundkurs Springen“ mit Eva Deimel und „Springreiten – Ausbildung für Pferd und Reiter“ von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN). Während Eva Deimel dir deine Angst nimmt und dir praktische Übungen zum direkten Nachreiten an die Hand gibt, versorgt dich die FN-Serie mit allen notwendigen Hintergrundinformationen – sozusagen ein Leitfaden für das Springreiten.

Sitz und Sicherheit in der Vielseitigkeit

Bei aller Spannung, allem Nervenkitzel und aller Begeisterung bleibt die Vielseitigkeit trotzdem ein nicht ungefährlicher Sport. Über die Jahrzehnte hinweg gab es immer wieder Stürze, teilweise auch mit schwerwiegenden oder sogar tödlichen Folgen. Die Sicherheitsstandards wurden im Laufe der Jahre immer wieder angepasst. „Den stärksten Wandel erfuhr die Disziplin Anfang 2000. Die Entwicklung führte weg vom Ausdauersport mit Schwerpunkt Gelände hin zu einem echten Mehrkampf aus den drei nahezu gleichwertigen Teilprüfungen Dressur, Springen und Geländeritt. Die Strecken wurden verkürzt, das Regelwerk und die Qualifikationskriterien verschärft, die Ausrüstung von Reiter und Pferd verbessert.“ (Quelle: Deutsche Reiterliche Vereinigung)

Drei Faktoren bestimmen nach Olympiareiter Christopher Bartle Erfolg wie Sicherheit: Das Pferd, der Reiter und die Beziehung zwischen Pferd und Reiter. Dabei ist der Reiter dafür verantwortlich, das Pferd so von Sprung zu Sprung im Gelände zu bringen, dass das Pferd optimal den Sprung überwinden kann. Jeder von beiden hat also seine eigenen Verantwortlichkeiten. Der Sitz des Reiters ist dabei ebenso zentral, um diesen Sport sicher auszuüben. Man kann also den Gefahren beim Vielseitigkeitsreiten aktiv vorbeugen, denn ein sicherer und ausbalancierter Sitz kann so manche Stürze verhindern. In unserem Video „Chris Bartle’s Geländetraining – Der sichere Sitz“ zeigt dir der Profi-Trainer mit Analysen von Beispielszenen aus Training und Profisport gängige Fehlerquellen bei Sitz und Gleichgewicht. Er erklärt dir den Weg zum erfolgreichen Vielseitigkeitsreiten.

Wie du mit praktischen Fitnessübungen direkt im Stall für einen sichereren und besseren Sitz trainieren kannst, zeigt dir Vielseitigkeitsstar Bettina Hoy in diesen Videos. Einige Übungen helfen dir insbesondere beim Entwickeln des korrekten Sicherheitssitzes – schau rein und fang direkt an, es kann nur besser werden!