#wehorsewednesday | Working Equitation

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#wehorsewednesday: Working Equitation – so verbesserst du mit der traditionellen Arbeitsreitweise dein Reittraining

Working Equitation - die in Südeuropa entstandene, traditionelle Arbeitsreitweise scheint in aller Munde zu sein und das nicht nur bei spezialisierten Working Equitation-Reitern, sondern auch bei Dressur-, Western- oder Freizeitreitern. Längst ist sie keine reine Arbeitsreitweise und auch keine allein für sich stehende Sportdisziplin mehr - sie kann auch als abwechslungsreiche Trainingsalternative dienen, dessen Ergebnisse sich sehen lassen können.

Dir ist noch nicht ganz klar, wie das gehen soll? Was dir das für deine Reiterei bringt? Wie du einen Zugang findest? Ob dein Pferd das überhaupt kann? Ob man nicht total komplizierte Geräte dafür benötigt? Macht nichts, wir bringen für dich ein wenig Licht ins Dunkel.

Eins ist sicher: Working Equitation kann für Reiter-Pferd-Paare jeder Disziplin einen positiven Effekt auf ihre Kommunikation und die Motivation haben. Für den Einstieg gibt dir unser Blogbeitrag "Working Equitation - 10 Fakten" einen guten Überblick.

Zurück zur Einbindung von Working Equitation in dein Training:


Wer kann Working Equitation reiten?

Working Equitation kann für viele Reiter eine spannende Möglichkeit sein, das eigene Training abwechslungsreicher zu gestalten und das Pferd vor neue Herausforderungen zu stellen. Im Zentrum stehen neben den Aufgaben, die gelöst werden müssen, vor allem die Harmonie zwischen Reiter und Pferd und die Freude, die beide beim Erledigen der Aufgaben empfinden.

Working Equitation ist für alle Pferde geeignet, da das Gangwerk eher eine untergeordnete Rolle spielt. Die Einstellung des Pferdes hingegen, also wie viel Spaß das Pferd an den gestellten Herausforderungen hat, kann über die zu erreichenden Leistungen in einem Turnier entscheiden. Working Equitation ist gerade deshalb eine Reitsportdisziplin, die offen für alle Pferderassen ist.

Was müssen du und dein Pferd für Working Equitation können?

Die aus den alten Arbeitsreitweisen Südeuropas entstandene Working Equitation setzt sich aus vier Teildisziplinen zusammen:

  • Die Dressur ist die Basis für alle anderen Teilprüfungen und wird in 5 Leistungsklassen unterteilt. Die schwereren Klassen werden nur im Schritt und Galopp geritten. In der schweren Klasse (WS) werden Lektionen bis Grand-Prix gefordert.
  • Der Stiltrail beinhaltet 10-15 Hindernisse, wie z.B. Parallel-Slalom, Gatter oder Tor, Brücke, Tonnen zum Umrunden, Sidepass, Gasse oder Glockengasse, die in einer bestimmten Reihenfolge absolviert werden müssen. Bewertet werden die korrekte Ausführung und der „Stil“, in dem geritten wird. Je entspannter und lockerer Pferd und Reiter wirken, desto besser fällt die Bewertung aus.
  • Im Speedtrail soll Geschwindigkeit mit Geschicklichkeit verbunden werden. Es wird der gleiche oder ein ähnlicher Parcours wie beim Stiltrail geritten. Dieses Mal aber auf Zeit, jeder Fehler ergibt Strafsekunden. Doch auch in dieser Teildisziplin wird von den Teams „stilvolles“ Reiten erwartet.
  • Die Rinderarbeit ist der Ursprung der Working Equitation und häufig die publikumswirksamste Disziplin. Der Reiter muss ein Rind von der Herde separieren und in einen abgesperrten Bereich treiben. Pferd und Reiter müssen ein weiteres Mal beweisen, wie sicher und harmonisch ihre Kommunikation funktioniert. Am Ende zählt jedoch die Zeit, die gebraucht wird, um das Rind von der Herde zu trennen.
In den fortgeschrittenen Levels wird grundsätzlich einhändig auf Kandare geritten, die Einsteigerlevels können beidhändig auf Kandare mit Unterlegtrense oder Trense geritten werden. Um die verschiedenen Teildisziplinen erfolgreich absolvieren zu können, benötigt man ein rittiges und williges Pferd, das über eine solide Grundausbildung verfügen sollte. Da Schwächen in einer Disziplin durch Stärken in einer anderen ausgeglichen werden können, werden bei der Working Equitation keine Spezialisten, sondern Allrounder benötigt.

Natürlich musst du aber nicht all das mit deinem Pferd können, um mit der Working Equitation zu beginnen oder Elemente davon in dein alltägliches Training aufzunehmen. Beginne zum Beispiel mit einigen wenigen Hindernissen und nicht gleich mit der Rinderarbeit oder einem ganzen Parcours einhändig auf Kandare.

In deinem Dressurtraining können kleine Working Equitation-Parcours zum Beispiel einfach eine willkommene neue Herausforderung für dich und dein Pferd oder auch eine Überprüfung deiner feinen Hilfengebung und der Kommunikation mit deinem Pferd darstellen.

Übrigens: Auch bekannte Dressurausbilder, wie zum Beispiel wehorse-Trainerin Anja Beran, reiten hin und wieder mit einigen ihrer Pferde durch einen Working Equitation-Parcours. Es kann den Spaß an der Arbeit fördern und eine ganz neue Motivation beim Pferd erkennen lassen. Manchen Pferden sieht man förmlich an, wie viel Freude es ihnen macht und mit wie viel Eifer sie bei der Sache - und damit auch beim Reiter - sind, um die Aufgaben zu lösen. Probiere es doch einmal mit deinem Pferd aus, vielleicht ist es auch etwas für euch und du entdeckst ganz neue Seiten an deinem Pferd?!



Was benötigst du für Working Equitation in deinem Trainingsalltag?
Du brauchst gar nicht sofort einen eigenen Trail. Du kannst dir fast alle Hindernisse auf dem eigenen Platz nachbauen. Einen Pferch kannst du dir ganz einfach aus Pylonen kreieren. Mit Cavaletti-Stangen kannst du sehr viele in der Working Equitation geforderte Hindernisse imitieren z.B. dir eine Gasse bauen oder sie für den Sidepass überqueren. Für den Slalom ist es überhaupt nicht notwendig, um eine Tonne oder Stange zu reiten. Für den Anfang reicht auch ein Futtereimer, ein Futtersack oder eine Aufstiegshilfe, um die herumgeritten werden kann.


Jetzt aber los?
Dann haben wir hier noch eine besonders gute Inspirationsquelle für dich - unsere besten Videoempfehlungen, mit denen du gleich loslegen kannst:

In unserer wehorse-Serie „Working Equitation mit Pedro Torres Teil 1-5“ zeigt dir der Welt- und Europameister, wie du Working Equitation erlernen kannst. Von der Dressur als Grundlage über eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Trailparcours bis hin zur Rinderarbeit, erklärt er dir im Detail alle Teildisziplinen und seine Trainingsphilosphie. Eine klare Vorstellung davon, was man im Training erreichen möchte und eine eindeutige und für das Pferd verständliche Hilfengebung führen zu der Leichtigkeit und dem Ausdruck, den man bei diesem Pferd-Reiter-Paar beobachten kann. Die Videos von Teil 1 bis 5 findest du hier:

Working Equitation mit Pedro Torres Teil 1: Dressurmäßige Arbeit & Trainingsphilosophie

Working Equitation mit Pedro Torres Teil 2: Den Trail-Parcours Schritt für Schritt erarbeiten

Working Equitation mit Pedro Torres Teil 3: Galopparbeit im Slalom

Working Equitation mit Pedro Torres Teil 4: Stiltrail & Masterclass

Working Equitation mit Pedro Torres Teil 5: Rinderarbeit & Speedtrail

Das einhändige Reiten ist in den schwereren Klassen der Working Equitation Pflicht, stellt aber hohe Anforderungen an die Kommunikation zwischen Reiter und Pferd, da es eine enorme Präzision und Feinheit der Hilfen erfordert. Wenn du das einhändige Reiten üben möchtest, können wir dir unsere wehorse-Videos "Einhändig reiten mit Uta Gräf: Voraussetzungen & Unterschiede der Hilfengebung" und "Einhändig reiten mit Uta Gräf: Dressur und Working Equitation - das eigene Reiten auf dem Prüfstand" mit Stefan Schneider und Uta Gräf empfehlen. Beide trainieren ihre Pferde regelmäßig einhändig. Du kannst lernen, inwiefern sich die Hilfengebung im Vergleich zum Beidhändigreiten unterscheidet und wie viel ein Grand-Prix-Pferd und ein Working Equitation-Pferd gemeinsam haben.

Hier geht’s zu den Videos:

Einhändig reiten mit Uta Gräf: Voraussetzungen & Unterschiede der Hilfengebung

Einhändig reiten mit Uta Gräf: Dressur und Working Equitation - das eigene Reiten auf dem Prüfstand

Wir wünschen dir und deinem Pferd viel Spaß und Erfolg bei den neuen Herausforderungen!