#wehorsewednesday | Zurück zum Schrittreiten

Schritt ist nur was für Anfänger? Schrittreiten muss man nur junge Pferde zu Beginn der Ausbildung? Der Schritt ist nur zum Aufwärmen da? Auf alle drei Fragen gibt es ein deutliches, großgeschriebenes NEIN! Bei vielen Reitern hat der Schritt an Bedeutung verloren und das eher aus Unwissenheit oder Unbedachtheit als aus Überzeugung. Erfahre in diesem Beitrag, warum wir den Schritt wieder mehr wertschätzen sollten, wie ein richtiger Schritt aussieht und wie du an deinem Schrittreiten bewusst arbeiten kannst. Das kann zu einer richtig guten neuen Herausforderung werden, die eine Menge Spaß bringt. Das Glaubst du nicht? Dann lies unbedingt weiter.

Warum der Schritt die wichtigste Gangart ist

Die Wohlfühlgangart des Pferdes

Im Schritt werden beinahe alle Mängel sehr gut sichtbar und der Schritt spiegelt die Qualität deines eigenen Reitens wider. Probleme im Takt und in der Losgelassenheit deines Pferdes lassen sich im Schritt nur schwer verdecken. Fehlende Nickbewegung und ein weggedrückter Rücken sind zum Beispiel starke Anzeichen dafür, dass dein Pferd nicht losgelassen genug schreitet. Der Schritt ist aber nicht nur eine gute Überprüfung deiner Reitqualität:

Wenn es nicht gerade verfolgt oder zum schnellen Fortbewegen gezwungen wird, verbringt das Pferd in der freien Natur seine meiste Zeit im Schritt, um auf Nahrungssuche zu gehen. Der Schritt ist seine Wohlfühlgangart und schont auf lange Sicht seine Knochen und Gelenke am ehesten. Dieses Wissen kannst du für deine gesunderhaltende und pferdegerechte Ausbildung nutzen.

Überprüfe: Nimmt der Schritt in deinem Training ausreichend Raum ein?

Schreiten statt schlurfen

Jetzt mal Hand auf’s Herz: Gehörst du zu den Reitern, die Schritt vor allem am hingegebenen Zügel reiten? Zum Aufwärmen, als Pause zwischendurch oder bei einem gemütlichen Ausritt? Es ist nichts dagegen einzuwenden, den Schritt in solchen Situationen zu nutzen. Für ein gesundes Aufwärmen ist er sogar unumgänglich, denn nur bei mindestens zehn Minuten Schritt vor der Arbeit kann sich Gelenkflüssigkeit bilden, die das Pferd vor Verletzungen und Gelenkschäden bewahrt.

Die Wahrheit ist allerdings: Viele von uns Reitern „reiten“ zu wenig Schritt – Schritt im Allgemeinen und Schritt in Anlehnung im Speziellen. Der Schritt wird häufig eben nicht mehr geritten, sondern nur noch gesessen. Die Pferde schlurfen vor sich hin, während die Reiter dem Schritt keine Aufmerksamkeit schenken, manchmal sogar nebenbei telefonieren oder sich unterhalten. Das Pferd verlagert sein Gewicht auf die Vorhand und vernachlässigt die Hinterhandaktivität – kein Wunder, dass geglaubt wird, der Schritt sei zu vernachlässigen, wenn er ausschließlich in dieser Art und Weise geritten wird!

wehorse-Trainerin Anja Beran erklärt dir in ihrem renommierten Vortrag „Blickschulung – pferdegerechte Ausbildung erkennen“ ab Minute 39:45 sehr detailliert, wie Schritt auszusehen hat und warum dem Schritt viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird. Hier kommst du direkt zum Video. 

Hinweis: Über den Link kommst du zu einem Probe-Ausschnitt, falls du noch nicht bei wehorse angemeldet bist. Um das vollständige Video zu sehen, kannst du dich hier ganz schnell und einfach anmelden.

„Was im Schritt nicht geht, wird im Trab schlecht gehen und im Galopp gar nicht.“

Ein häufig wiederholtes Zitat von Anja Beran, das verdeutlicht, wie wichtig der Schritt für deine gesamte Reiterei ist. Eine Ausbildung – egal ob die eines Pferdes oder die eines Menschen – sollte immer von leichten zu schwierigen Lektionen führen. Warum Seitengänge, Volten, Zirkel, Schlangenlinien und Ähnliches im Trab und Galopp reiten, aber nicht im Schritt?

Ohne Schwebephase und langsamer als im Trab oder Galopp hast du mehr Zeit, die Lektionen penibel zu überprüfen und genau richtig auszuführen, um den bestmöglichen Trainingseffekt zu erzielen. Dein Pferd lernt die Bewegungsabläufe kennen und kann sie im Trab und Galopp nur korrekt ausführen, wenn sie zuvor im Schritt einwandfrei geklappt haben.

Der Schritt gibt dir auch die Möglichkeit, ganz präzise an deiner Hilfengebung und der Kommunikation mit deinem Pferd zu arbeiten. Ihr habt mehr Zeit, Hilfen zu geben und zu verstehen. Das sollte man sich zu Nutze machen!

Muskelaufbau im Schritt

Du denkst, im Schritt baut dein Pferd keine Muskeln auf? Weit gefehlt! Ein Muskel wird trainiert, indem er sich immer wieder zusammenzieht und entspannt. Das heißt, nur wenn dein Pferd ein Bein immer wieder anhebt und senkt, baut es schon Muskelmasse auf – dazu brauchst du nicht die Schwebephasen oder die Geschwindigkeit des Trabs oder Galopps! Mit den richtigen Schritt-Lektionen kannst du dein Pferd wunderbar auf spätere Lektionen vorbereiten und seine Hinterhand kräftigen. In diesem Video mit Anja Beran und Manuel Jorge de Oliveira kannst du genau das ab Minute 02:06 beobachten.

Schritt muss man reiten

Warum wird so wenig Schritt geritten?

Der Schritt ist eine absolut unterschätzte Gangart, die mit am schwersten zu Reiten ist. Im Schritt läuft das Pferd im Viertakt und hat deshalb keine Schwebephase, um sich auszubalancieren. Es nutzt vermehrt den Hals, um ins Gleichgewicht zu kommen – es entsteht die bekannte Nickbewegung.

Mit Reiter auf dem Rücken kann sich das Pferd dabei nur wohlfühlen, wenn es nicht durch die Reiterhand gestört wird. Wenn z.B. die Nickbewegung nicht zugelassen oder der Schritt zu früh durch Zügel und Hand begrenzt wird, ist das für das Pferd sehr unangenehm und es kann zu einem stockenden oder passartigen Schritt kommen.

Viele Reiter wissen nicht, wie man richtig Schritt reitet. Manche haben sich nie richtig damit beschäftigt, andere haben Angst, etwas kaputt zu machen und lassen es lieber sein bzw. lassen die Zügel lieber ganz lang. Es ist zwar der richtige Gedanke, das Pferd mit der Hand nicht stören zu wollen, ein „Schlurfen“ auf der Vorhand am langen Zügel ist allerdings nicht die Lösung des Problems.

Wie Major a.D. Paul Stecken es immer so schön sagte: „Schritt muss man reiten.“ Er erklärt in diesem Video ab Minute 05:15, wie ein richtiges „Schreiten“ aussehen muss und du kannst Ingrid Klimke auf Dresden Mann bei einem sehr guten Schritt beobachten. Hier kommst du direkt zum Video. 

Hinweis: Über den Link kommst du zu einem Probe-Ausschnitt, falls du noch nicht bei wehorse angemeldet bist. Um das vollständige Video zu sehen, kannst du dich hier ganz schnell und einfach anmelden.

Den Schritt von Anfang an richtig erarbeiten

Besonders bei einem jungen Pferd muss darauf geachtet werden, es zunächst völlig frei schreiten zu lassen, ohne es zu sehr zu begrenzen. Der richtig gerittene Schritt sollte allerdings von Beginn an eine zentrale Rolle in der Jungpferdeausbildung spielen. Anja Beran zeigt in diesem Video mit Araber-Hengst Malakil, wie du einen gleichmäßigen und regulierbaren Schritt erarbeitest und bewahrst. Hier kommst du direkt zum Video. 

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Woran erkenne ich einen guten Schritt?

Das Hintergrundwissen aus der Pferdebeurteilung

Ob dein Pferd einen guten Schritt hat, kannst du relativ leicht an verschiedenen Kriterien erkennen. Erst mal sollte dein Pferd fleißig vorwärts gehen, ohne zu eilen. Der Hinterhuf sollte möglichst in den Abdruck des Vorderhufes treten und eine deutliche V-Phase erkennen lassen. Man nennt sie V-Phase, da Vorder- und Hinterbein dabei den Buchstaben „V“ erkennen lassen. Ein guter Schritt beinhaltet einen klaren Viertakt und zeigt keine passartigen Hufabfolgen. Das Pferd soll sich dabei raumgreifend bewegen – das geht nur, wenn es Last auf die Hinterhand aufnimmt.

Solch ein Schritt stellt einige Anforderungen an dich als Reiter, denn ein gutes Schrittreiten muss bewusst erlernt und später durch die richtigen Hilfen unterstützt werden. In diesem Video von wehorse-Trainer Martin Plewa wird dir gleich zu Beginn verdeutlicht, wie der richtige Schritt bei einem Pferd beurteilt wird. Du kannst einen guten und klaren 4-Takt sehen in 8 Phasen, sowie eine deutliche Nickbewegung nach vorwärts-abwärts. Hier kommst du direkt zum Video. 

Hinweis: Über den Link kommst du zu einem Probe-Ausschnitt, falls du noch nicht bei wehorse angemeldet bist. Um das vollständige Video zu sehen, kannst du dich hier ganz schnell und einfach anmelden.

Reflexion deines Schritts

Der erste Schritt ist, einen guten und richtigen Schritt bei anderen Pferden und Reitern zu erkennen. Beobachte viele Pferde auf der Weide und unter dem Sattel und achte auf die oben beschriebenen Kriterien. Siehst du einen klaren Viertakt? Eine V-Phase? Eine Nickbewegung?

Im zweiten Schritt geht es um deinen eigenen Schritt. Du kannst ihn im Spiegel beobachten, Du kannst dich filmen lassen und es hinterher analysieren. Besonders wichtig ist natürlich auch die Beurteilung eines erfahrenen Reitlehrers. Frage deinen Reitlehrer oder deine Reitlehrerin doch einmal, ob ihr den Fokus mal auf den Schritt legen könnt. Eine Reitstunde kann auch sehr erfolgreich und lehrreich sein, wenn man nicht so und so lange getrabt oder galoppiert ist!

Zwei mögliche Ausgangsszenarien:

Erstens, du stellst fest, dass dein Schrittreiten schon sehr gut ist, lernst aber vielleicht noch neue Übungen für deine Schrittarbeit kennen, die dich in deinem ganzen Reiten weiterbringen.

Zweitens, du erkennst Fehler in deinem Schrittreiten, an denen du ab sofort arbeiten kannst. Je nach Grad der Fehler kann es ein langer Weg zu einem sauberen und gesunden Schritt sein – der lohnt sich dann aber! Also keine Angst vor dem Ergebnis deiner Schrittanalyse, es kann nur besser werden!

Typische Fehler beim Schrittreiten

Häufig sieht man Reiter, die im Schritt zu viel oder zu wenig reiten. Wie viel richtig ist? Es reicht definitiv nicht aus, sich auf das Pferd zu setzen und sich tragen zu lassen.

Ein zu aktiver Schenkel im falschen Moment

Wichtig sind die entsprechenden Schenkelhilfen im richtigen Moment. Häufig wird zu stark oder gleichzeitig mit beiden Schenkelhilfen getrieben. Es sollte, wenn getrieben wird, abwechselnd getrieben werden und zwar mit dem rechten Schenkel, wenn das rechte Hinterbein abfußt und andersherum. Wann das Bein deines Pferd abfußt, erkennst du gut daran, wenn der Bauch gegen deinen Schenkel drückt.

Merke: Es ist allerdings wichtig, nicht die ganze Zeit aktiv zu treiben, sondern viel mehr den Schenkel anzulegen und erst, sollte dein Pferd nicht mehr fleißig schreiten, die aktiv treibende Hilfe einzusetzen und dein Pferd zu animieren, mit dem Hinterfuß noch weiter unter den Schwerpunkt zu treten.

Falsche Schenkelhilfen können mehrere Konsequenzen haben. Dein Pferd versteht zum Beispiel deine Hilfe nicht, wenn sie im falschen Moment kommt, das kann zu Frustration führen und dazu, dass es die Schenkelhilfe komplett ignoriert und triebig wird. Andere Pferde macht es im Gegenteil eher nervös, wenn die ganze Zeit getrieben oder mit beiden Beinen gedrückt oder geklemmt wird. Sie verspannen sich, machen den Rücken fest und hören auf, zu schreiten. Die Nickbewegung des Schritts wird dabei nicht erhalten.

Die Lerntheorie des Pferdes und die detaillierten Zusammenhänge, die dahinter stecken, erklärt Dr. Britta Schöffmann dir in diesem Video.

Hinweis: Über den Link kommst du zu einem Probe-Ausschnitt, falls du noch nicht bei wehorse angemeldet bist. Um das vollständige Video zu sehen, kannst du dich hier ganz schnell und einfach anmelden.

Die unfeine Hand

Ebenso wichtig ist die Leichtigkeit deiner Hände. Deine Arme und Hände sollten die Nickbewegung des Pferdes unbedingt zulassen und mitgehen. Besonders wenn dein Pferd einen sehr raumgreifenden Schritt hat, kann das ein relativ langes Stück sein, das du mitgehen musst. Das heißt natürlich nicht, dass du die Zügel bei jeder Nickbewegung komplett durchhängen lässt. Es gilt, eine flexible und feine Hand zu entwickeln, die sich in die Bewegung des Pferdes hineinfühlt und mit weicher Verbindung zum Pferdemaul mitgeht.

Tipp: Wenn du in einer sicheren Umgebung reitest, kannst du im Schritt auch einmal die Augen zumachen und dich ganz und gar auf die Schrittbewegung deines Pferdes konzentrieren. Erfühle, wie weit deine Hand nach vorne gehen muss, damit eine weiche Verbindung zum Pferdemaul erhalten bleibt. Fühle, ob dein Pferd flüssig schreitet oder ob es stockt oder einen ungleichmäßigen Rhythmus hat.

Die Konsequenz einer unfeinen Hand im Schritt ist ein verspanntes Pferd, das unangenehme Impulse im Maul erhält, sich eventuell hinter dem Zügel verkriecht, um dem Druck zu entgehen. Der Fluss des Schritts wird gestört und es kann zum passartigen Schritt kommen. Dabei geht der Viertakt verloren und das Pferd setzt jeweils das linke Vorderbein und Hinterbein kurz nacheinander auf, sowie das rechte Vorderbein und Hinterbein nach einer kurzen Pause. Es kommt selten zum vollständigen Pass, bei dem das Pferd das linke Vorder- und Hinterbein gleichzeitig aufsetzt und dann das rechte Vorder- und Hinterbein ebenfalls zur gleichen Zeit.

Die Korrektur eines passartigen Schritts ist möglich, braucht aber Zeit und einen Profi. Scheue dich also nicht davor, dir Hilfe zu holen, wenn du bei deinem Pferd einen passartigen Schritt bemerkst! Welche Übungen helfen können, erklärt dir Olympiasiegerin Ingrid Klimke in dieser Videobotschaft.

Das schiebende Becken

Auch eine schiebende Hilfe, also wenn du das Becken aktiv nach vorne und hinten schiebst und zum Treiben verwendest, führt nicht zu dem Erfolg eines schneller gehenden Pferdes, sondern zu einem verspannten Pferd, das nicht mehr unter den Schwerpunkt tritt.

Das Missverständnis: Der Reiter soll durchaus mit der Bewegung des Pferdes im Sattel mitgehen. Mitgehen heißt aber nicht, diese Bewegung noch verstärken und nach vorne schieben zu wollen.

Probiere es im Schritt einfach einmal aus: Was passiert, wenn du überhaupt nicht mitgehst? Spürst du das Stocken? Die Irritation deines Pferdes? Die Mittelstufe, das eigentliche, flüssige Mitgehen fühlt sich so an, als ließest du dich einfach von der Bewegung deines Pferdes mitnehmen. Du kannst dir dabei vorstellen, dass du mit deinem Becken eine leichte liegende Acht im Sattel schreibst. Dann kannst du die Bewegung verstärken und anfangen, zu schieben. Merkst du, dass diese Bewegung eigentlich viel zu doll ist und dein Pferd stört?

In diesem Video mit Anja Beran erklärt sie dir das geschmeidige Mitgehen ab Minute 00:35. Hier kommst du direkt zum Video.

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Schritt-Training mit dem eigenen Pferd

Mehr als nur im Schritt durch die Bahn „trotten“

Du weißt jetzt, wie wichtig der Schritt in der Ausbildung deines Pferdes ist. Wie trainierst du ihn jetzt, ohne endlose Runden im Schritt in der Bahn zu drehen? Kein Problem, da gibt es unglaublich viele Möglichkeiten!

In diesem Video mit wehorse-Trainer Philippe Karl kannst du lernen, wie du die Abkau- und Biegeübungen der Schule der Légèreté in deine Schrittarbeit unter dem Sattel integrieren kannst. Philippe Karl demonstriert nicht nur, wie die korrekte Dehnungshaltung aussieht, er zeigt auch variable Herangehensweisen bei Pferden unterschiedlicher Rassen, Gebäude und Vorerfahrungen. Ein Vollblüter von der Rennbahn muss beispielsweise erst einmal lernen, sich nicht auf die Hand zu lehnen. Ein Dressurpferd, das im Hals immer eingerollt wurde, wird hingegen an das Öffnen des Genicks herangeführt. Hier geht’s direkt zum Video.

Seitengänge im Schritt - die Allzweck-Waffe

Eine hervorragende Möglichkeit, dein Pferd im Schritt zu arbeiten, zu kräftigen, zu gymnastizieren und auf weitere Lektionen vorzubereiten, sind Seitengänge. Du kannst sie im Schritt wunderbar im wahrsten Sinne des Wortes "Schritt für Schritt" erlernen und in den verschiedensten Abfolgen miteinander kombinieren. 

In diesem Video zeigt Anja Beran dir ab Minute 07:10, wie du mit Schenkelweichen, Schulterherein, Travers und Co. an der Geraderichtung deines Pferdes arbeiten kannst - vor allem die Übung im Schritt ist dabei entscheidend!

Im Video "Philippe Karl & High Noon Teil 10: Nach 7 Jahren Ausbildung - Lösende Arbeit" zeigt der französische Reitmeister dir ab Minute 10:30 eine beispielhafte lösende Arbeit mit zahlreichen Übungen und Seitengängen im Schritt. 

Überlege: Kannst du das Aufwärmen mit deinem Pferd vielleicht noch effektiver und abwechslungsreicher gestalten - vor allem in der Schrittphase? 

Zusatzwissen: Auch Tempi-Wechsel im Schritt kannst du gut in dein Training integrieren, sie sind allerdings etwas für ein gut ausgebildetes Pferd. Versuche häufiger, dein Pferd einmal im versammelten Schritt zu reiten oder im starken Schritt - natürlich mit der richtigen Hilfengebung und ohne es zu stören (siehe oben). Wenn dein Pferd noch nicht so weit ist, eignen sich Schritt-Halten-Übergänge gut, um es dazu zu animieren, vermehrt Last mit der Hinterhand aufzunehmen. Sie sogen außerdem für Ruhe, was gerade bei eher hektischen oder aufgeregten Pferden sehr hilfreich sein kann.

Mit Cavaletti den Schritt verbessern

Besonders die Cavaletti-Arbeit kann helfen, einen fleißigen und losgelassenen Schritt zu erreichen. Ingrid Klimke erklärt in diesem Video, welche Materialien dafür besonders geeignet sind, wie Gefahrenquellen vermieden werden und wie die Schrittarbeit mit Cavaletti gestaltet werden kann. Hier kommst du direkt zum Video.

Hinweis: Über den Link kommst du zu einem Probe-Ausschnitt, falls du noch nicht bei wehorse angemeldet bist. Um das vollständige Video zu sehen, kannst du dich hier ganz schnell und einfach anmelden.

Schritt-Training im Gelände

Der Schritt im Gelände muss kein einfaches Dahingehen bleiben. Baue doch mal einige Seitengänge im Gelände ein, lass dein Pferd über Baumstämme treten und achte auf die korrekte Anlehnung. Nur weil du im Gelände bist, heißt das nicht, dass du dein Pferd plötzlich im Maul stören darfst oder dass die Zügel im Schritt die ganze Zeit lang sein müssen! Die unterschiedlichen Bodenverhältnisse fördern zusätzlich die Konzentration, Koordination und Geschicklichkeit deines Pferdes. 

Fazit: Schritt-Training ist zu wertvoll, um es auszulassen

Erstens: Reite wieder mehr Schritt! Das Schritt-Training ist die Basis für dein gesamtes Reiten.

Zweitens: Starte Lektionen im Trab und Galopp erst, wenn sie im Schritt einwandfrei und mit Leichtigkeit funktionieren. Wenn du zum Beispiel merkst, dass das Schulterherein im Trab nicht korrekt funktioniert, übe es noch einmal im Schritt.

Drittens: Schenke dem Schrittreiten die Aufmerksamkeit, die es verdient. Lenke dich nicht ab durch telefonieren, quatschen oder gar rauchen - fokussiere dich auch im Schritt ganz auf dein Pferd und fühle nach, ob deine Hilfen wirklich die richtigen sind.

Du wirst merken: Schrittreiten kann unheimlich viel Spaß machen und auch in einer Trainingseinheit, die nur aus Schritt-Lektionen besteht, kannst du eine Menge Erfolge feiern. Ganz viel Freude beim Ausprobieren!

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