Ein Drehtag mit Ingrid Klimke und Eva Deimel: Alles im Takt, alle auf Zack!

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Gastbeitrag von wehorse-Nutzerin Stefanie Moser

Kaum bin ich angekommen, bin ich mittendrin: "Wollt ihr 'nen Kaffee? Wo ist Tom? Wir haben jetzt zügig die Handarbeit beendet, damit wir pünktlich drehen können! Die Cavaletti sind noch nicht aufgebaut!" Puh! Sich die Videos zu Hause einfach nur anzusehen, ist entspannter. Schon jetzt merke ich, wie viel Arbeit hinter so einem Lehrfilm stecken muss.

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Hier ticken die Uhren anders, das merke ich schnell! Im heimischen Stall geht es ruhiger zu. Klar, es ist ja auch mein Hobby, meine Freizeit, denke ich mir, während ich fasziniert das Treiben um mich herum wahrnehme. Ohne Fleiß kein Preis. Als Profi ist man gut organisiert und durchgetaktet. Als Spitzenprofi erst recht. Es wird nicht gehetzt, aber es wird auch keine Zeit verschenkt. Zeit mit Ingrid Klimke ist begehrt, sie ist knapp. Ein kostbares Gut sozusagen.

Premiere: Ingrid sitzt nicht im Sattel!

Das erste Pferd wird bereits draußen im Schritt warmgeritten, damit wir auf die Minute starten können. Die Pferde, die im Anschluss dran sind, stehen schon blitzeblank in ihren Boxen bereit. Quasi alle in den Startblöcken. Zügig bauen wir Schritt- und Trabcavaletti draußen auf dem Außenviereck auf und der Dreh der ersten Dressureinheit beginnt. Achtung Premiere: Heute ist Ingrid Klimke am Boden. Sie reitet nicht, sie unterrichtet!

Die Reiterin des Apfelschimmels ist konzentriert und lauscht fleißig den Anweisungen von Ingrid Klimke. Immer wieder geht es über die Cavaletti. Erst in Dehnungshaltung, dann in Arbeitshaltung und später am ganz langen Zügel. Das Team von wehorse filmt, was bei der Arbeit mit den Cavaletti zu beachten ist, wofür sie eingesetzt werden und warum man sie unbedingt benutzen sollte. Und genau das sieht man auch im Verlauf dieser Einheit: Die Bewegungen des Pferdes werden geschmeidiger, raumgreifender und die Rückenaktivität verbessert sich. Die Reiterin strahlt und das zu Recht – gut geritten!

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Dem Wetter trotzen

Das Wetter ist unselig und die meisten Reiter sind in der Halle, ein einzelner Reiter ist auf der Galoppbahn, welche um die Wiesen herumführt. Ein paar Pferde grasen friedlich auf der Weide.

Die zweite Dressureinheit beginnt. Der blonde Zopf wippt rhythmisch im Takt des Trabes auf der Jacke. Tap, tap, tap. Wie der Sekundenzeiger meiner Uhr. Rundum Stille. Es regnet jetzt ganz leicht, aber das stört nicht. Es wird trotzdem auf dem Außenviereck geritten.

"Denk an Schritt, bevor du angaloppierst", ertönt die Stimme von Ingrid Klimke, der wir gespannt lauschen. Der sportliche Schwarze kennt die Aufgabe bereits auswendig und möchte schon vor C angaloppieren. Denn das ist sein Element, der Galopp, und zwar am liebsten draußen im Gelände. Ein Vielseitigkeitspferd, wie man es sich wünscht. Aber heute ist alles anders. Der Rappe übt die Dressuraufgabe statt die Geländesprünge. Die Dame auf dem Pferd ist wieder nicht Ingrid Klimke, die sonst für wehorse im Sattel sitzt, sondern ihre Tochter Greta.

Und gleich werden auch noch auf dem Dressurplatz die Sprünge aufgestellt, nicht auf dem Springplatz. Aber dazu später mehr.

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Am Ende jeder Einheit: Zügel lang!

Jetzt erst mal zur dritten und letzten Dressureinheit mit Thyra, der Auszubildenden von Ingrid Klimke aus dem zweiten Lehrjahr. Sie erklärt euch schon bald in den neuen Videos, wofür halben Paraden verwendet werden und was eine ganze Parade ist. Sie sitzt voller Harmonie und Leichtigkeit auf dem Pferd. Es ist toll, ihr zu zusehen. Beide – Reiterin und Pferd – sehen zufrieden aus, das Pferd scheint ganz fein zu reagieren und setzt die Reiterhilfen prompt um. Zum Abschluss wird leichtgetrabt und die Zügel werden bis zur Schnalle verlängert. Ganz typisch Ingrid Klimke.

Jede Einheit hat ihr eigenes Thema. So wie ihr das aus unseren Lehrvideos kennt! Schritt- und Trabcavalettis, Aufgabenreiten, ganze und halbe Paraden.

Springen auf dem Dressurplatz

Fertig, zumindest die Dressur. Jetzt folgt noch das Springtraining mit Eva Deimel. Da der Regen in den letzten Tagen dem Boden vom Springplatz nicht gut getan hat, disponieren wir spontan um und holen die Sprünge rüber zum Dressurplatz. Das tolle daran? Wieder packen alle mit an! Wirklich jeder vom Azubi bis zur Chefin. Vom Neben- bis zum Hauptdarsteller. Alle sind auf Zack und voll dabei. Dazwischen wuseln die Hunde. Sie flitzen nochmal flott über den Platz und freuen sich über das Getummel.

Jetzt wird es richtig kniffelig! Eine Springreihe soll genutzt werden, um den Reitersitz zu schulen. Hierbei werden die Arme während der gesamten Reihe abwechselnd zur Seite gestreckt oder hinter den Kopf genommen. Mal rechts, mal links. Klingt erst mal nicht so schwierig, aber das 60er Viereck ist schnell zu Ende und ein hochmotiviertes Pferd muss man direkt nach dem letzten Sprung wieder gut an den Hilfen haben, um das Viereck nicht unfreiwillig zu verlassen.

Diese Übung ist also auch was für den Reiterkopf, der seine Konzentration innerhalb von Sekunden umstellen muss. Erst ist der Sitz im Fokus, der Weg ist durch die Sprungreihe vorgegeben. Ist die Reihe zu Ende, muss man (im wahrsten Sinne des Wortes) die Kurve kriegen. Eine klasse Übung!

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Toller Zusammenhalt

Die letzte Übung ist abgeschlossen und wir fangen mit dem Abbau an. Pferd und Reiterin machen sich auf den Weg zum Stall und kaum haben sie das Viereck verlassen, hören wir: "Ich bin sofort wieder da und helfe!" 

Einige Sekunden später kommt Ingrid Klimke nochmal vorbeigefahren, um schnell neue Drehtermine abzustimmen. Sie hat es eilig, denn zu Hause möchte sie noch Zeit mit ihrer Familie verbringen. Ein kurzes Telefonat ihrerseits, um sicherzustellen, dass für die Termine auch alle verfügbar sind. "Ach komm, während ich telefoniere, hab ich schon ein Cavaletti weggeräumt!" Schon läuft sie los und schnappt sich einarmig ein Cavaletti.

Ich schaue ihr schmunzelnd hinterher. Wie sympathisch, denke ich mir, packe meine Kamera ein und schnappe mir eine Stange...