10 Punkte: Das ist gut & das ist schlecht am CHIO Aachen

Turnierplatz Eingang CHIO Aachen Springstadion.

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Was ich am CHIO Aachen mag und was nicht! Da gibt es so einiges zu sagen, schließlich komme ich aus Aachen und begleite das Turnier seit vielen Jahren als Fachjournalistin. Hier sind erst mal die 10 Punkte, die ich sehr am CHIO Aachen mag.  

  1. Der Soerser Sonntag. Das bedeutet: Alle Besucher kommen umsonst rein und es gibt viele regionale Schaubilder zu sehen. Es ist das Wochenende vor der offiziellen Eröffnungsfeier. Die Voltigierprüfungen sind schon gelaufen und an dem Wochenende ist alles noch entspannt, bevor die wichtigen Prüfungen für die Reiter losgehen. Es ist ein Volksfest auf dem heiligen Rasen, sozusagen. In diesem Jahr war das Therapeutische Reiten sehr groß vertreten - finde ich super!
  2. Der Abschied der Nationen. Das bedeutet: Letzter Sonntag des Turniers, alle Reiter und Nationen drehen eine Ehrenrunde im Schritt durch das Springstadion. Dazu zücken die Zuschauer weiße Taschentücher. Die meisten Reiter bekommen irgendwelche braven Gäule aus der Region dafür ausgeliehen. Dazu gibt es Fahnenträger, also Reiter, die vorweg mit einer Fahne der jeweiligen Nation reiten. Das sind meist Leute aus der Aachener Umgebung mit ihrem Pferd. Das Taschentüchermeer ist einfach wunderschön, auch nach Jahren noch, immer wieder neu!
  3. Aachen ist zwar ein Regenloch, aber irgendwie war es in den letzten Jahren immer so, dass die Flutlichtdressur bei super Sommerwetter im Dressurstadion zu sehen war. Sitzt man gut, dann sieht man den rosaroten Abendhimmel noch über dem Stadion – wunderschön und wirklich athmosphärisch!
  4. Wenn ich einen Lichtblick brauche, weil ich vieles an der aktuellen Reitsportszene nicht auf einem guten Weg sehe, dann gehe ich zu den Buschis. Will ich reell gerittene Pferde sehen: Dann gehe ich zu den Buschis. Will ich kein Küsschen-Rechts-Links, sondern Bodenständigkeit spüren: Dann gehe ich zu den Buschis. Will ich einen Spaziergang machen: Dann gehe ich zu den Buschis. Was tun die gut!
  5. Ich bin Aachenerin, meine ganze Familie kommt daher. Aachener sind Rheinländer, also herb, laut, herzlich. Nicht wahnsinnig stilsicher. Bisschen polternd, aber das Herz am rechten Fleck. Genau das spürt man auf dem Turnier. Die Aachener Mentalität. Fühlt sich sehr nach zuhause an. Übrigens: Wie das Wunderpferd Halla, HGW und meine Familie miteinander verwoben sind, das habe ich übrigens mal hier aufgeschrieben.
  6. Was niemand am Bildschirm sieht: Wie bodenständig eben die Aachener und ihr Turnier sind. Vor dem CHIO-Gelände stehen die Leute mit Rucksäcken an Bushaltestellen zu hauf. Sie warten da auf ihren Bus, der sie nach Hause bringt. Sie haben Proviant dabei, sie haben Hüte gegen die Sonne dabei, sie haben bequeme Schuhe an, damit sie den Tag durchhalten. Das ist wahres Fantum.
  7. Spannend finde ich immer die zweite-Liga-Pferde: Da kann man dann den ein oder anderen Deckhengst, den man sonst nicht so oft zu Gesicht bekommt, mal in Ruhe beobachten. Oder sieht eine Stute oder einen Wallach, von dem man Jahre später erst im großen Stil was hört.
  8. Neue Reiter: Im vergangenen Jahr hat mir die Reiterei eines Marokkaners besonders gefallen. Wer bitte hat so jemanden auf dem Schirm? Gibt’s nur vor Ort. Er hat keinen Blumentopf abbekommen, verdient hätte er jedoch einen. War nämlich korrekt, reel, fair.
  9. Bestechlich durch Süßigkeiten: Hier gibt es Cornetto-Eis an jeder Ecke. Und Lindt-Schokolade im Pressezentrum (Lindt produziert in Aachen und sponsort hier wohl). Sehr gut.
  10. Bestechlich durch schöne Dinge Teil II: Aachen ist ein Shopping-Paradies. Normalerweise nicht, muss man fairer Weise sagen. Da können andere Städte mehr. Aber schon während des CHIOs in den dort aufgebauten Ladengassen. Handtaschen, Stiefel, Shirts, Gürtel, einfach alles.

Die 10 Punkte, die ich am CHIO Aachen nicht mag, habe ich Euch drüben auf www.alifewithhorses.de aufgeschrieben. Da geht's um Qualitätsverlust, Konsum, Kutschen und Duckmäusertum.