Nina Steigerwald - Freiarbeit Pferd mit Clicker

Clickertraining mit dem Pferd: Einstieg in die Freiarbeit

Entdecke ganz neue Seiten an deinem Pferd und vertiefe eure Beziehung mithilfe des Clickertraining. Die
wichtigsten Grundlagen zum Clickertraining erfährst du hier. Du kannst es nutzen, um eine wichtige Grundlage für spätere gemeinsame Freiarbeit zu schaffen. Und ganz ehrlich: Was gibt es Schöneres, als wenn dein Pferd frei neben dir herläuft und schon auf deine feinsten Signale reagiert?

Inhalt

  1. Der Einstieg ins Clickertraining
  2. Die Kehrtvolte als Einstieg in die Freiarbeit
  3. Wie wird geclickert, damit sich das Pferd umdreht?
  4. Das ist wichtig, bevor du mit dem Clickertraining beginnst
  5. Übung zum Nachmachen: Clickertraining für die Kehrtvolte
  6. Tipps, damit es beim Clickertraining auch wirklich gelingt

Der Einstieg ins Clickertraining

Es gibt die unterschiedlichsten Methoden, um mit deinem Pferd die Freiarbeit zu erlernen. Eine davon ist das Clickertraining, und dem hat sich unsere Trainerin Nina Steigerwald verschrieben. Zudem ist sie Expertin für Agility mit dem Pferd. Eine kleine Berühmtheit ist ihr Pony Amadeus auf facebook geworden, denn wie rasant Amadeus auf Fingerzeig einen ganzen Agility-Parcours absolviert, das haben sich auf unserer Facebook-Seite mehr als dreieinhalb Millionen Menschen angeguckt. Dieser Filmschnipsel ist ein Stück aus dem wehorse Kurs Agility für Pferde, der auch hier auf wehorse in voller Länge zu sehen ist. Das was Amadeus da macht, ist absolutes Fortgeschrittenen-Niveau. Das Schöne am Agility- wie am Clickertraining: Der Einstieg ist leicht, und ein paar Minuten Zweisamkeit mit dem Pferd reichen oft, um so ein schönes Element mit ins Training aufzunehmen.

Die Kehrtvolte als Einstieg in die Freiarbeit mit Pferd

So etwas wie die freie Kehrtvolte zum Beispiel: Das Pferd folgt dem Menschen beim Richtungswechsel ohne Führstrick oder -seil. Das ist eine wichtige Übung später im Agility-Parcours, wenn das Pferd von Hindernis zu Hindernis gehen soll. Eine gute Sache, um mit Clickertraining in die Freiarbeit zu starten, vor allem auch, weil keine besonderen Hindernisse gebraucht werden, man kann einfach loslegen. Wer eine Pylone in zwei Metern Entfernung zur Ecke aufstellt, erleichtert die Übung allerdings dem Pferd. Übrigens empfiehlt Nina Steigerwald, ziemlich flott zur Freiarbeit überzugehen beim Clickertraining: „Freies Folgen finde ich viel eleganter, gerade weil Anfänger mit Strick, Clicker und Futter schnell zu viel in der Hand haben und dann nicht mehr zeitlich ganz genau reagieren können.“

Wie wird geclickert, damit sich das Pferd umdreht? 

Hier zeigt Nina Steigerwald, wie die freie Kehrtvolte geübt wird. Siggi, das Pferd mit dem Nina Steigerwald die Übung zeigt, hat sie hier gerade gelernt. Deshalb ist alles noch schön langsam, und nicht so rasant, wie es später mal im Agility-Spieleparcours aussehen soll. Aber: gut, um selbst zu lernen und das daheim nachzumachen!

Das ist wichtig, bevor du mit dem Clickertraining beginnst

1. Die Umgebung

Übe auf einem eingezäunten Bereich ohne andere Menschen, die reiten oder gerade etwas mit ihrem Pferd erarbeiten. Wenn dein Pferd nämlich beim Clickertraining wegläuft, sollte das nicht weiter dramatisch sein.

2. Manierliches Fressen

Zur Vorbereitung auf das Clickertraining sollte dein Pferd gelernt haben, nicht nach Futter zu betteln und den Menschen nicht zu bedrängen. Dafür hat Nina Steigerwald eine erste vorbereitende Übung. Nämlich: Clickern und Füttern auf der Uhr. In ihrem Kurs auf wehorse erklärt sie diese Höflichkeitsübung. Zusätzlich findest du ein PDF mit einer genauen Anleitung zu der Übung um zusätzlichen Kursmaterial. Mit Mehl oder Kalk zeichnet sie einen Kreis in Voltengröße auf den Boden, der wiederum in Viertel eingeteilt wird. Das Pferd wird auf den Mittelpunkt geparkt und belohnt, wenn es unbewegt stehen bleibt, ohne dem Menschen und dessen Futterhand zu folgen. Die Futterhand des Menschen liegt dabei locker in der Bauchtasche und hat den belohnenden Hafer schon parat. Hält das Pferd Kopf und Hals gerade, ohne sich in Richtung Futter und Mensch zu orientieren, erhält es einen Click und Futter. Folgt das Pferd der Futterhand, gibt es keinen Click. Bewegt sich das Pferd auf den Menschen zu, wird es eine Runde geführt, bevor die Übung von neuem startet. Klappt dies, dann erhöht Nina Steigerwald die Anforderungen und verändert ihre Position auf der Uhr, das Pferd soll weiter unbewegt stehen und nicht nach dem Futter Ausschau halten.

3. Frei folgen

Außerdem sollte dein Pferd dir frei an der Bande entlang folgen. Das lernen Pferde sehr schnell im Clickertraining. Es gibt Clicks und Futter für das Laufen neben dem Menschen. Wichtig ist der Abstand: Das Pferd sollte so neben dem Menschen her laufen, dass Mensch und Pferd sich auch im Trab und Galopp nicht berühren würden. Drängelt das Pferd, hilft Übung in einer Gasse. Der Mensch bleibt außerhalb, die Begrenzung sorgt für den korrekten Abstand. Nina Steigerwald verwendet als Begrenzung eine Kette, die an Sticks befestigt ist. „Im Laufe des Trainings reduziert man dann die Gasse, denn sie sofort wegzunehmen, das klappt nicht gut“, sagt Nina Steigerwald. Also wird die Kette tiefer gehängt, dann kommen die Sticks weg, die Kette liegt nur noch auf dem Boden, schließlich wird auch die Kette weggeräumt.

Übung zum Nachmachen: Clickertraining für die Kehrtvolte

Startklar für dein erstes Clickertraining? Dann mal los: Gehe zunächst auf Halshöhe deines Pferdes. Kurz vor der Wendung wechselst du deine Führposition in Richtung Kopfhöhe des Pferdes. Merke dir die folgenden Aspekte, und schau dir am besten auch noch mal das Video oben dazu an – es sind die wichtigsten Elemente, damit die freie Kehrtvolte gelingt. 

Illustration Kehrtvolte im Clickertraining lernen
  • Führe dein Pferd an der Bande entlang
  • In der Ecke gehst du im 45 Grad Winkel rückwärts und schaust dabei weiterhin dein Pferd an
  • Sobald das Pferd einen Schritt in deine Richtung macht, also seine Bahn verlässt, gibt es einen Click und Futter
  • Durch das Rückwärtsgehen verstärkst du die Idee deines Pferdes, tatsächlich in die Kurve zu gehen
  • Im Moment des Drehens wechselst du die Futterhand und wendest deine andere Schulter deinem Pferd zu
  • Den nächsten Click gibt es, wenn dein Pferd wieder auf dem Hufschlag ist
  • Trick bei der Drehung: Du bleibst bleibt innen!
wehorse Kurs zum Clickertraining mit dem Pferd

Tipps, damit es beim Clickertraining auch wirklich gelingt: 

  1. Stets nur ein Kriterium clickern! Wer sich dafür entscheidet, eine Sache zu belohnen und das zu trainieren, der clickert auch nur, wenn dieses richtig gemacht wurde. Egal, was das Pferd ansonsten noch anbietet in diesem Moment!
  2. Kleine Schritte bestärken. Kontinuierliches Bestärken motiviert sehr.
  3. Erst auf einer Hand üben, bis es wirklich sicher funktioniert, dann erst die andere Hand trainieren. Auf der hohlen Seite beginnen, auf der es dem Pferd leichter fällt, in die Biegung zu gehen

Zuletzt: Geize nicht mit dem Lob und dem Click!

Wer Erfolg haben möchte, der belohnt gezielt aber doch sehr häufig jeden Trainingsschritt, um bei Erfolg schnell zum nächsten Schritt übergehen zu können„Wenn ich zuverlässiges, promptes Verhalten haben möchte, dann erreiche ich das durch kontinuierliches Bestärken“, sagt Nina Steigerwald. „Mal zu belohnen und mal nicht, damit erreiche ich höchstens, dass das Pferd immer wieder mal probiert, aber ich erreiche keine zuverlässige Reaktion.“

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Wenn du noch mehr zum Thema Clickern und Clickertraining erfahren möchtest, dann schau auf wehorse in Nina Steigerwalds Kurs vorbei. Clickertraining kann dir und deinem Pferd in vielen Situationen weiterhelfen. Wenn dein Pferd zum Beispiel dazu neigt, schnell nervös zu werden oder Angst zu bekommen, kannst du es mit bestimmten Übungen gezielt auf solche Momente vorbereiten. Eine Beispielübung zur Vorbereitung eines Pferdes auf die lauten Raketengeräusche an Silvester findest du in diesem Blogartikel.

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