#mehrbrittasbrauchtdiewelt

Endlich war es soweit - ich durfte bei Britta Schöffmann reiten. Seit vielen Monaten freute ich mich auf diesen Termin und bangte seit Weihnachten, dass es am Lehrgangstermin doch bitte nicht schneien sollte, damit wir heile die Hängerfahrt überstehen.

Natürlich schneite es einige Tage vorher und die ganze Region freute sich über das seltene „Winterwonderland“. Außer ich! Glücklicherweise taute der Schnee auf den Straßen dann doch noch pünktlich und wir konnten uns auf den Weg machen.

Einige Tage vorher schaute ich mir nochmal die Videos von Britta Schöffmann bei wehorse an, um mich vorzubereiten und ein wenig ihre Art zu erschnuppern. 

Ich habe das Glück, dass ich schon bei sehr vielen, sehr guten Trainern reiten durfte und ich picke mir gerne von jedem das raus, was am besten zu meiner persönlichen Linie passt und entwickle so meinen ganz eigenen Stil. 

Aber zurück zum Lehrgang - er war richtig, richtig gut! Hier meine persönlichen Highlights:

Am ersten Tag sollte ich, wenn mein Pferd von außen abgelenkt wird, nach innen (über-)stellen, ohne Verbindung am äußeren Zügel. Dadurch lief mein Pferd über die Schulter (weg) und direkt auf die problematische Stelle zu.

Das funktionierte echt gut und ich konnte entspannter reiten, ohne mich z.B. in der Zuschauerecke zu sehr anzuspannen. Einfach nach innen Stellen, außen loslassen, weiter atmen und schon waren wir geschmeidig vorbeigekommen.

Später erinnerte ich mich an diese Hilfestellung, da Britta diese auch schon in einem wehorse-Video demonstriert hatte und zwar genau hier. 

Nach einigen Schritt-Trab-Übergängen übten wir das Halten aus dem Trab und das prompte Anreiten daraus im Trab. Mein erster Übergang war, ganz typisch für mich, sehr zaghaft und somit leicht auslaufend. Ganz mutig stellte sich Britta uns in den Weg und zack, wir standen.

Also ich hätte mich das bei einem fremden Pferd nicht getraut aber es funktionierte prima. Durch diese optische (und auch psychologische) Grenze standen wir dann immer wie eine Eins.

Auch eine prima Hilfestellung war das Reiten auf gedachten Linien. Zunächst auf einer Volte um Britta herum, später versuchte ich auch bei weiteren Hufschlagfiguren mir immer die Linie auf den Boden zu "malen". Durch diese Fokussierung ritt ich ruhiger, präziser und konnte mein Pferd besser mit den Hilfen einrahmen.

Meinem Pferd gefiel diese Übung sehr und es dankte es mir mit einem ruhigeren Takt und besserer Rückentätigkeit. Das Einsitzen im Trab wurde deutlich leichter.

 

Am zweiten Lehrgangstag spazierten mein Pferd und ich bereits mit Muskelkater in die Halle. Daher waren dann beide etwas weniger geschmeidig unterwegs und das äußerte sich bei meinem Pferd mit übermäßigem Tempo. In solchen Momenten setzt mein "Ziehreflex" ein und zwar vor allem im flotten Galopptempo.

Unterbewusst versuche ich dann mit den Händen zu bremsen. Britta riet hierbei, mir vorzustellen, dass ich Vögel in meinen Händen hätte. Diese bildliche Vorstellung kennen die fleißigen wehorse-Gucker natürlich schon! Während der verschiedenen Galoppphasen sollte ich in kurzen Reprisen annehmen, also sagen: "bleib hier", wieder nachgeben und den Galoppsprung herauslassen.

Die sauberen Übergänge zum Halten verfeinerten wir noch am zweiten Tag. Britta erinnerte sich: "Früher gab es eine Lektion, die hieß 5 Sekunden Unbeweglichkeit". Also hieß es für mich halten, tief durchatmen, antraben. Auch das führte insgesamt zu mehr Ruhe.

Die letzte aber auch für mich schwierigste Aufgabe war das Einleiten der Diagonale im Trab und sobald wir uns vom Hufschlag lösten, Schulterherein einleiten. Das sollten wir natürlich nicht die ganze lange Seite durchhalten, denn "nicht mal im Grand Prix wird Schulterherein 60 Meter lang geritten". Ein paar wenige Tritte gelang es uns auch ganz gut. Ich habe das als eine Art Hausaufgabe mitgenommen und hoffe, dass ich Britta (vielleicht) einmal wiedersehe und (hoffentlich) einen Fortschritt zeigen kann.

Das Fazit von Britta zu unserem Lehrgang: "Du hast ein total fein gerittenes Pferd und trau dir mehr zu". Was für ein tolles Kompliment! Und ja, ich sollte mir wirklich mehr zutrauen!

Brittas Unterricht ist insgesamt sehr präzise, bodenständig, pferdegerecht, kompetent und sie ist mit einem so tiefen Wissen ausgestattet, wie es wahrscheinlich nur sehr wenige Pferdemenschen haben. Danke Britta, für diesen unglaublich guten Unterricht und danke an wehorse für diese einmalige Gelegenheit!!