Reiten lernen für Erwachsene - Es ist nie zu spät!

Für das Reiten lernen ist es nie zu spät. Auch Erwachsene können ebenso wie Kinder das einzigartige Zusammenspiel zwischen Mensch und Partner Pferd erfahren und erlernen. Am Anfang stehen die Grundlagen im Umgang mit dem Pferd. Diese zu erlernen, schafft Verständnis gegenüber dem Partner Pferd und dient der Sicherheit von Pferd und Reiter. Neben der Pflege des Pferdes und der benötigten Ausrüstung sind vor allem die Sprache und das Verhalten des Pferdes wichtig. Kann der Reiter sein Pferd sicher vom Boden aus leiten und verstehen, geht es in den Sattel.

Die Anfänge

Bevor der Reiter auf den Rücken des Pferdes steigt, wird er zunächst mit den wichtigsten Grundlagen im Umgang mit dem Pferd vertraut gemacht. Thematisiert werden hierbei sowohl die Pflege und Nutzung der Ausrüstung als auch der generelle Umgang mit dem Pferd. Der Reiter lernt dabei, das Pferd zu putzen, zu halftern, zu trensen und zu satteln. Für die ersten Reitstunden sind Longenstunden ein guter Einstieg. Hierbei läuft das Pferd an der Longe, einer langen Führleine, auf dem Zirkel um den Reitlehrer herum. Es wird zunächst in der langsamsten Gangart, dem Schritt, begonnen. Der Reitlehrer hat durch die Verbindung der Longe die Kontrolle über das Pferd und kann den Reitanfänger optimal unterstützen und vor allem die notwendige Sicherheit vermitteln. Der Reitanfänger kann sich so erstmal nur auf seinen Sitz und seine Balance konzentrieren. Anschließend kann Schritt für Schritt das freie Reiten ohne Longe entwickelt werden. Besonders für Reitanfänger ist die Wahl des richtigen Pferdes von Bedeutung. Hier sind besonders ein gutmütiger und geduldiger Charakter gefragt.

Wie schnell lernt man Reiten?

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Je nach Körpergefühl, Talent aber auch Fleiß lernen Anfänger das Reiten unterschiedlich schnell. Bei den einen geht das schneller, die anderen benötigen etwas mehr Zeit. So ist es beispielsweise auch schwierig zu sagen, nach wie vielen Reitstunden ohne Longe geritten werden kann. Der Reiter sollte erst lernen, den Bewegungen des Pferdekörpers zu folgen und sich nicht an den Zügeln festzuhalten. Wenn der Reiter soweit ist, dass er seine Hände unabhängig vom restlichen Körper koordinieren kann, dann ist es ein guter Zeitpunkt um mit Einzel- oder Gruppenreitstunden fortzufahren. Die Tatsache ist, dass Reiten ein Sport ist, bei dem man niemals auslernt. Selbst Profireiter lernen mit jedem Pferd und mit jeder neuen Herausforderung noch dazu.

Zu alt zum Reiten lernen?

Anders als in einigen anderen Sportarten kann man auch im hohen Alter noch problemlos reiten, sofern es der eigene Gesundheitszustand zulässt. Mit fünfzig gehören auch erfolgreiche Turnierreiter noch nicht zum alten Eisen. Der älteste Olympionike war der japanische Dressurreiter Hiroshi Hoketsu 2012. Aber auch wenn man keine sportlichen Ambitionen hat, zum Reiten lernen ist es nie zu spät. Für Späteinsteiger ist die häufigste Herausforderung, bereits entwickelte Sorgen und Ängste über Bord zu werfen. Die Sorglosigkeit, mit der sich Kinder auf einen Pferderücken schwingen, ist bei Späteinsteigern oft nicht mehr in der Form vorhanden. Wenn man jedoch nicht gerade panische Angst vor Pferden hat, ist es mit einem guten Reitlehrer und einem erfahrenen Pferd zumeist keine Hürde die ersten Unsicherheiten zu überwinden und das Reiten zu erlernen.

Die richtige Ausrüstung

Da Pferde Lebewesen mit einem eigenen Kopf und einem natürlichen Fluchtinstinkt sind, sollte die Sicherheit im Pferdesport nie außer Acht gelassen werden. Deshalb Reiten auch die meisten Reiter in spezieller Reitkleidung. Die folgenden Ausrüstungsgegenstände geben einen guten Überblick, welche Anschaffungen zum Reiten lernen ratsam sind.

  1. Reithelm: Sollte immer dabei sein Wenn man mit dem Reiten beginnt, braucht man unbedingt einen passenden Reithelm. Oft kann man sich einen Helm auch in der Reitschule leihen. Ohne eine Reitkappe ist der Kopf bei einem Sturz ungeschützt und es können lebensgefährliche Verletzungen entstehen. Dahergehört ein Helm zur Grundausstattung jeden Reiters. Am besten eignet sich hier ein richtiger Reithelm und kein Fahrradhelm. Sie besitzen eine 3-Punkt-Befestigung oder eine 4-Punkt-Befestigung. Diese gewährleistet größtmögliche Sicherheit in der Bewegung. Auch müssen Reithelme strenge Testverfahren durchlaufen: Man erkennt diese an den Kennzeichnungen CE (Europäische Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung) und TÜV/GS (Regelmäßige TÜV-Überwachung der Herstellerproduktion). Ein gut sitzender Helm verrutscht nicht, auch wenn man den Kopf ruckartig bewegt. Er sollte aber auch nicht drücken, denn dann ist er zu klein und bietet keinen guten Schutz beim Reiten. Nach einem Sturz oder wenn der Reithelm auf den harten Boden fällt ist Vorsicht geboten. Es kann hierbei zu kleinen Haarrissen kommen, die die Schutzwirkung beeinträchtigen und gegebenenfalls von außen nicht sichtbar sind. Der Helm sollte in einem solchen Fall vorsichtshalber ausgetauscht werden.
  2. Passendes Schuhwerk: Es muss kein teurer Reitstiefel sein Reitstiefel, Reitschuhe oder Stiefeletten sind dafür gemacht, dass der Reiter beim Reiten nicht im Steigbügel stecken bleibt. Durch die glatte Sohle kann der Füß schnell aus dem Bügel gezogen werden. Der Hacken verhindert, dass der Fuß durch den Bügel durchrutscht und nicht mehr loskommt, wenn man herunterfällt. Für die ersten Reitstunden reicht erstmal ein fester Schuh, der über den Knöchel geht und einen Hacken hat. Das feste Schuhwerk schützt auch beim Führen des Pferdes gut vor den Pferdehufen, sollte das Pferd einmal erschrecken und zur Seite ausweichen. Im Reitsportladen gibt es eine riesige Auswahl an Reitschuhen und Stiefeln. Die verschiedenen Reitstiefel bieten unterschiedliche Vorteile, wenn man regelmäßig im Sattel sitzt.
  3. Reithose: Für mehr Grip im Sattel Reithosen gibt es in die vielfältigsten Ausführungen: Von Jeans, bis zu Reithosen mit Besatz oder Regenreithosen bietet der Markt eine große Auswahl. Hier kann man sich nach seinen Wünschen selbst verwirklichen. Der Besatz bzw. Grip bei klassischen Hosen sorgt für mehr Haftung zwischen Gesäß und Satteloberfläche.
  4. Reithandschuhe: Kann, muss aber nicht Reithandschuhe müssen nicht zwingend zur ersten Reitstunde angeschafft werden. Handschuhe sind dazu da, die Hände des Reiters vor Nässe und Kälte zu schützen. Zusätzlich vereinfachen sie das Halten der Zügel und schützen vor Blasen. Ob man sie gerne nutzt oder lieber ohne reitet, das ist jedem selbst überlassen.
  5. Sicherheitswesten: Maximaler Schutz Sicherheitswesten und Rückenprotektoren wurden dazu entwickelt, den Oberkörper des Reiters bei einem Unfall zu schützen. Sie wurden ursprünglich für das Springreiten und das Vielseitigkeitsreiten entwickelt, da hier durch das Überwinden der Hindernisse und die Geschwindigkeit ein höheres Verletzungsrisiko besteht. Immer mehr Reiter tragen aber auch abseits dieser Risiken eine Weste. Sie fühlen sich durch das Tragen einer Sicherheitsweste sicherer und können so lockerer reiten.

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