Reiten für Kinder - aller Anfang macht Spaß!

Reiten zu lernen, ist der Traum vieler Kinder. Dass zum Reiten beispielsweise auch die Pflege und Fütterung des Partners Pferd gehört, lernen Kinder am besten von Anfang an. In ihren ersten Reitstunden erfahren Reitanfänger daher wie man ein Pferd richtig anbindet und putzt und werden mit der Ausrüstung vertraut gemacht. All diese Grundlagen lassen sich auch mit kreativen Spielen vermitteln. So lernen Kinder spielerisch und kindgerecht, die Verantwortung für ein Lebewesen zu tragen. Wenn es dann das erste Mal auf den Pferderücken geht, eignet sich besonders das Voltigieren. Hier lernen Kinder mit Spiel und Spaß den Bewegungen des Pferdes zu folgen.

Spielerisch Reiten lernen

Reiten ist eine sehr koordinative Sportart und schult den Gleichgewichtssinn und die Konzentrationsfähigkeit. Reiter lernen, die Körperteile separat voneinander zu bewegen, da das Zusammenspiel von Händen, Rumpf und Beinen diffizil und elementar ist. Kleine Kinder können oft noch nicht die komplexen Bewegungsmuster ausführen, weil sich diese Fähigkeiten erst später entwickeln. Deshalb ist es wichtig, sie individuell zu fördern und auf jedes Kind angemessen einzugehen. Die Kinder sollten spielerisch an die neuen, mit den Jahren steigenden Herausforderungen herangeführt werden. Hilfreich kann es sein das Kind durch Rollenspiele an das Reiten heranzuführen. Wenn Kinder sich vorstellen, sie seien Bob der Baumeister zum besipiel beim Hufe-Auskratrzen, kann das spielerisch die Motivation und den Spaß fördern. Grundlegend sollten Kinder insbesondere durch gute Pädagogik an das Leben mit dem Pferd herangeführt werden.

Ab wann dürfen Kinder reiten?

Grundsätzlich gibt es nicht das eine richtige Alter, um Reiten zu lernen. Wichtig ist, den Reitunterricht der Kinder so zu gestalten, dass sie nicht überfordert werden. Das gilt sowohl für den Körper als auch für die Psyche. Dabei wird darauf geachtet, dass die vom Pferd auf das Kind übertragene Bewegung den noch empfindlichen Kinderkörper nicht überlastet. Schon Zweijährige können beim Mutter-Kind-Reiten erste Erlebnisse auf dem Pferderücken sammeln. Tatsächlich sitzen diese Kinder aber nur fünf bis zehn Minuten in einer Einheit auf dem Pferd. Später darf es deutlich länger sein. Dann erlernen die Kinder an der Longe sowie im Gruppenunterricht das eigenständige Reiten.

Man sollte aber immer den individuellen Entwicklungsstand eines Kindes beachten. Manche Vierjährige sind körperlich schon zwei Jahre weiter, wohingegen manch ein Sechsjähriger körperlich eher auf dem Stand eines Dreijährigen ist.

Kinderreiten im Gelände

Für viele Kinder ist es der große Traum mit dem Pony auszureiten und das Gelände zu erkunden. Dabei nicht nur im Schritt und Trab, sondern vor allem abwechslungsreich und erfrischend im Galopp. Dafür sollten die Kinder allerdings bereits sicher und souverän im Sattel sitzen, bevor sie ohne zusätzliche Führperson, die das Pferd am Kopf hält, ins Gelände reiten können. Sie sollten dabei jedoch vor allem am Anfang weiterhin von Erwachsenen begleitet werden. Denn im Gelände begegnen Pferd und Reiter vielerlei neue Herausforderungen. Dazu gehören Laub, Äste wie auch Pfützen oder Bachläufe. Erst wenn das Kind das unbedingt notwendige Vertrauen und die Sicherheit fühlt, sollte es sich größeren Herausforderungen stellen. Es sollte deshalb mit den verschiedenen grundlegenden Hilfengebungen, vertraut sein und das Pferd problemlos steuern können. Darüberhinaus sollten den Kindern die wichtigsten Regeln des Straßenverkehrs vermittelt werden, falls im Gelände Straßen überquert werden müssen oder gar Autos entgegen kommen sollten.

Die richtige Ausrüstung

Da Pferde Lebewesen mit einem eigenen Kopf und einem natürlichen Fluchtinstinkt sind, sollte die Sicherheit im Pferdesport nie außer Acht gelassen werden. Deshalb Reiten auch die meisten Reiter in spezieller Reitkleidung. Die folgenden Ausrüstungsgegenstände geben einen guten Überblick, welche Anschaffungen zum Reiten lernen ratsam sind.

  1. Reithelm: Sollte immer dabei sein Wenn man mit dem Reiten beginnt, braucht man unbedingt einen passenden Reithelm. Oft kann man sich einen Helm auch in der Reitschule leihen. Ohne eine Reitkappe ist der Kopf bei einem Sturz ungeschützt und es können lebensgefährliche Verletzungen entstehen. Dahergehört ein Helm zur Grundausstattung jeden Reiters. Am besten eignet sich hier ein richtiger Reithelm und kein Fahrradhelm. Sie besitzen eine 3-Punkt-Befestigung oder eine 4-Punkt-Befestigung. Diese gewährleistet größtmögliche Sicherheit in der Bewegung. Auch müssen Reithelme strenge Testverfahren durchlaufen: Man erkennt diese an den Kennzeichnungen CE (Europäische Richtlinie für persönliche Schutzausrüstung) und TÜV/GS (Regelmäßige TÜV-Überwachung der Herstellerproduktion). Ein gut sitzender Helm verrutscht nicht, auch wenn man den Kopf ruckartig bewegt. Er sollte aber auch nicht drücken, denn dann ist er zu klein und bietet keinen guten Schutz beim Reiten. Nach einem Sturz oder wenn der Reithelm auf den harten Boden fällt ist Vorsicht geboten. Es kann hierbei zu kleinen Haarrissen kommen, die die Schutzwirkung beeinträchtigen und gegebenenfalls von außen nicht sichtbar sind. Der Helm sollte in einem solchen Fall vorsichtshalber ausgetauscht werden. Eltern sollten dies besonders beachten, um ihre Kinder bestmöglich zu schützen.
  2. Passendes Schuhwerk: Es muss kein teurer Reitstiefel sein Reitstiefel, Reitschuhe oder Stiefeletten sind dafür gemacht, dass der Reiter beim Reiten nicht im Steigbügel stecken bleibt. Durch die glatte Sohle kann der Füß schnell aus dem Bügel gezogen werden. Der Hacken verhindert, dass der Fuß durch den Bügel durchrutscht und nicht mehr loskommt, wenn man herunterfällt. Für die ersten Reitstunden reicht erstmal ein fester Schuh, der über den Knöchel geht und einen Hacken hat. Das feste Schuhwerk schützt auch beim Führen des Pferdes gut vor den Pferdehufen, sollte das Pferd einmal erschrecken und zur Seite ausweichen. Im Reitsportladen gibt es eine riesige Auswahl an Reitschuhen und Stiefeln. Die verschiedenen Reitstiefel bieten unterschiedliche Vorteile, wenn man regelmäßig im Sattel sitzt. Insbesondere für Kinder bieten sich anfangs Gummireitstiefel an, die den notwendigen Halt geben.
  3. Reithose: Für mehr Grip im Sattel Reithosen gibt es in die vielfältigsten Ausführungen: Von Jeans, bis zu Reithosen mit Besatz oder Regenreithosen bietet der Markt eine große Auswahl. Hier kann man sich nach seinen Wünschen selbst verwirklichen. Der Besatz bzw. Grip bei klassischen Hosen sorgt für mehr Haftung zwischen Gesäß und Satteloberfläche. Für die ersten Kinderreitstunden können in der Regel auch normale Hosen genutzt werden. Sie sollten jedoch nicht an den Kinien scheuern.
  4. Reithandschuhe: Kann, muss aber nicht Reithandschuhe müssen nicht zwingend zur ersten Reitstunde angeschafft werden. Handschuhe sind dazu da, die Hände des Reiters vor Nässe und Kälte zu schützen. Zusätzlich vereinfachen sie das Halten der Zügel und schützen vor Blasen. Ob man sie gerne nutzt oder lieber ohne reitet, das ist jedem selbst überlassen.
  5. Sicherheitswesten: Maximaler Schutz Sicherheitswesten und Rückenprotektoren wurden dazu entwickelt, den Oberkörper des Reiters bei einem Unfall zu schützen. Sie wurden ursprünglich für das Springreiten und das Vielseitigkeitsreiten entwickelt, da hier durch das Überwinden der Hindernisse und die Geschwindigkeit ein höheres Verletzungsrisiko besteht. Immer mehr Reiter tragen aber auch abseits dieser Risiken eine Weste. Sie fühlen sich durch das Tragen einer Sicherheitsweste sicherer und können so lockerer reiten. Vor allem für Kinder ist die Schutzweste eine zu empfehlende Möglichkeit den noch nicht vollends entwickelten Körper zu schützen.

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