#Interview Achaz von Buchwaldt – 60 Jahre Springsport: Die Bilanz eines Reitmeisters
25 Jahre Mitglied des Bundeskaders, rund 40 Nationenpreiseinsätze für Deutschland und bis heute einer der gefragtesten Springreittrainer Deutschlands: Achaz von Buchwaldt hat den Springsport über Jahrzehnte geprägt. Im Podcast spricht er mit Christian Kroeber über seinen Weg vom jungen Reiter aus Schleswig-Holstein bis an die Spitze des internationalen Springsports.
Im Gespräch blickt Achaz von Buchwaldt auf seine Zeit am DOKR, prägende Begegnungen und seine Philosophie im Springreiten zurück. Er spricht darüber, was gute Reiter wirklich auszeichnet, teilt seine Sicht auf Vertrauen, Gefühl und Konstanz im Training – und erklärt, warum für ihn bis heute gilt: Oft ist weniger mehr.
Podcast Transkript
Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.
[SPEAKER 1]
[00:00:00-00:00:05]
Heute zu Gast Springreitlegende und Reitmeister Achatz von Buchwald.
[SPEAKER 2]
[00:00:07-00:00:36]
Aber was beim Reiten, Springreiten, ganz, ganz wichtig ist, ist, wie bringe ich mein Pferd zum Sprung hin? Wie ermögliche ich es meinem Pferd am besten und am leichtesten den Sprung zu überwinden? Das heißt also, ich muss immer richtig hinreiten zum Sprung. Wenn ich mal so und mal so und mal so reite, dann bekommt das Pferd kein Selbstvertrauen und dann geht das meistens auch nicht gut.
[SPEAKER 3]
[00:00:37-00:00:54]
Herzlich willkommen zum WeHors Podcast. Heute mit Christian Kröber. WeHors ist deine Lernplattform, auf der du täglich Inspirationen, Trainingstipps und das Wissen der besten Trainer bekommst, um gemeinsam mit deinem Pferd jeden Tag besser zu werden.
[SPEAKER 1]
[00:00:55-00:02:02]
Seit vielen Jahren sitze ich auf den Richtertürmen dieser Republik, wenn ich als Moderator im Einsatz bin und dabei beobachte ich sehr gerne Reiterinnen und Reiter, wie sie beispielsweise den Parcours für einen großen Preis abgehen. Dabei sehe ich häufig auch unseren heutigen Gast Arad von Buchwald. Er ist auf vielen großen Turnieren zu finden und ist dabei immer stets gut gelaunt unterwegs, denn er ist bis heute einer der gefragtesten Springreittrainer Deutschlands. Zu seiner aktiven Zeit war er beachtliche 25 Jahre lang ununterbrochen Mitglied des Bundeskaders und dann in der Karriere danach als Springreittrainer, unter anderem dänischer Nationalcoach und Trainer vieler Nationenpreisreiter. Inzwischen hat er lediglich noch einen Schützling unter seinen Fittichen und er lebt im Ruhestand in der Freien und Hansestadt Hamburg. Ich habe ihn besucht, lediglich wenige Kilometer von unserem WeHaus Büro entfernt das Ganze und herausgekommen ist dieses Gespräch. Viel Spaß! Hallo Achatz, schön, dass du da bist bei uns im Podcast.
[SPEAKER 2]
[00:02:02-00:02:03]
Ja, ich freue mich sehr.
[SPEAKER 1]
[00:02:04-00:02:18]
Wir sind hier bei dir zu Hause in Hamburg-Blankenese-Falkenstein auf der Anlage, wo du lange gewirkt hast. Wie sieht dein Alltag inzwischen aus? Wie verbringst du deinen Tag?
[SPEAKER 2]
[00:02:19-00:02:43]
Ja, eine sehr gute Frage, denn ich habe mich bisher immer sportlich betätigt. Und seit ich inzwischen ja nun 80 geworden bin, leider, aber das ist ja nicht zu ändern, fange ich morgens als erstes tatsächlich an und fahre mit dem Fahrrad. Und zwar kein Elektrofahrrad, sondern...
[SPEAKER 1]
[00:02:44-00:02:44]
Ohne Motor.
[SPEAKER 2]
[00:02:45-00:03:38]
Ja, genau, ohne Motor. Und unsere Straße heißt ja In de Bergen, also in den Bergen. Und die gibt es hier auch ein bisschen. Das sind zwar keine Berge, das sind eher kleine Hügel. Da trainiere ich jetzt jeden Morgen mit dem Fahrrad. Und jetzt meine ich, dass es mir gut tut. Und das mache ich auch komischerweise vor dem Frühstück. Also als erstes wird das Fahrrad bestiegen und dann geht es los, so ungefähr. Kommt drauf an, wie gut ich drauf bin, ob ich nur 5 Kilometer oder auch mal 8 oder 10 Kilometer mache. Aber meistens so 5, 6 Kilometer, die mache ich dann schon.
[SPEAKER 1]
[00:03:38-00:03:42]
Das ist dein morgendliches Ritual. Also jeden Morgen wie ein Uhrwerk Fahrrad fahren.
[SPEAKER 2]
[00:03:43-00:04:02]
Ja, das ist so. Es sei denn natürlich, ich habe irgendwelche Termine oder so. Aber wenn die Termine etwas später sind, dann fange ich eben früher an, mit dem Fahrrad zu fahren. Also ich meine, dass es gut für mich ist und deswegen bleibe ich auch erstmal dabei.
[SPEAKER 1]
[00:04:03-00:04:19]
Wenn man dich auf Veranstaltungen sieht und wir treffen uns häufiger mal auf Events und man dich auch aus der Ferne beobachtet, sieht man immer einen Menschen, der unglaublich agil ist und immer positiv eingestellt. Das ist mein Bild von dir immer von außen. Ist das, was dich ausmacht?
[SPEAKER 2]
[00:04:20-00:04:51]
Ja, ich bin eher positiv, ich bin eher Optimist, aber oftmals, meine Frau Elisabeth, die sagt auch mal, Könntest auch mal weniger kritisch sein, aber grundsätzlich schon versuche ich sehr optimistisch zu sein und auch das nach außen hin zu zeigen. Ich finde es nicht so gut, wenn man so muffelig durch die Gegend läuft. Das ist nicht so meine Art.
[SPEAKER 1]
[00:04:52-00:05:09]
Du bist geboren am Ende des Zweiten Weltkriegs in Grömitz an der Ostsee und bist da auch anfänglich ländlich geritten. Wie war deine Verbindung zum Reitsport? Es gibt ja in eurer Familie eine sehr, sehr tiefe Verbindung zum Pferdesport.
[SPEAKER 2]
[00:05:09-00:06:56]
Ja, zumindest Grömitz hatte auch eine kleine Geschichte. Ich sollte eigentlich geboren werden in Kiel, weil meine Eltern dort auch in der Nähe lebten. Aber wegen irgendwelcher Bombenangriffe, die auf Kiel geplant waren, musste meine Mutter ausweichen nach Grömitz. Deswegen mein Geburtsort Grömitz. Wo ich übrigens oft gefragt werde, wieso Grönitz, wie kommst du da hin? Also es ist dadurch entstanden, durch diese Kriegswirren, die es damals halt gab. Und ja, wie bin ich dann zum Reiben gekommen? Eigentlich... Eher durch meine Familie natürlich, die die alle ritten und immer Pferde hatten. Und auch letztendlich durch die Kriegswirren war es ja so, dass meine Eltern, durch meine Mutter, kamen wir nach Mecklenburg. Und dort mussten wir dann fliehen und sind dann wieder, wo wir auch eigentlich herstammen, aus Schleswig-Holstein, dort sind wir dann auch wieder gelandet. Und mein Vater war Verwalter auf einem großen Gut. Und natürlich musste ich einen Pony haben, musste reiten, selbstverständlich. Und ich hatte damals auch als Kind ein Vorbild, das war mein Onkel Magnus aus Helmsdorf, der zu der Zeit international ritt und auch sehr bekannt war.
[SPEAKER 1]
[00:06:56-00:06:59]
Der ja sogar dann 1958 den großen Preis von Aachen gewann.
[SPEAKER 2]
[00:07:00-00:07:13]
Ja, das war wirklich sein allergrößter Erfolg. Und immerhin, großer Preis von Aachen, das ist schon was Besonderes. Das war eine wirklich große Leistung.
[SPEAKER 1]
[00:07:14-00:07:19]
Du hast aber dann erst einen anderen Weg eingeschlagen. Du hast eine kaufmännische Lehre gemacht in Baden-Württemberg.
[SPEAKER 2]
[00:07:21-00:08:29]
Ja, obwohl ich da schon geritten, vorher schon geritten bin und als Junge auch schon S-Springen geritten. und gewonnen haben, hat meine Mutter darauf bestanden, dass ich auch was Vernünftiges lernen muss. Und dann kam ich also nach Württemberg, um da eine Lehre zu machen als Textilkaufmann. Und zwar entstand das auch nur durch Verbindung meiner Eltern. Und dort habe ich natürlich weniger in der Firma gearbeitet, sondern habe mehr Pferde geritten, die mir überall angeboten wurden. Und bis heute hin habe ich auch noch eine sehr, sehr gute Verbindung nach Württemberg und viele Leute kennen mich auch noch aus dieser Zeit. Das ist ganz erstaunlich, manchmal wundere ich mich drüber. Aber es freut mich dann immer wieder, so Leute zu treffen, die positiv auf diese Zeit zurückgesehen haben, wie ich dort geritten bin.
[SPEAKER 1]
[00:08:30-00:08:42]
Wenn man jetzt quasi auf der Zeitschiene weitergeht, die kaufmännische Lehre, du bist dann aber zurück nach Schleswig-Holstein gegangen und dann ging ja für dich deine reiterliche Karriere zumindest erst richtig los.
[SPEAKER 2]
[00:08:42-00:09:18]
Ja, ich bin direkt aus Württemberg damals, als ich die Lehre beendet habe, bin ich zum Deutschen Olympiadekomitee nach Warendorf gegangen. Und durch den damaligen Equipe-Chef der deutschen Mannschaft, das war Gustav, Forte, den hatte ich kennengelernt in Württemberg. Und der hat zu mir gesagt, du musst nach Warendorf und da kannst du was lernen und da musst du hin, dann wird auch mal was aus dir.
[SPEAKER 1]
[00:09:19-00:09:29]
Aber das ist ja schon ein besonderer Schritt dann nach Warendorf, was ja damals das Epizentrum war, heute das Epizentrum ist. Dadurch war für dich ganz klar, okay, es wird der Profiweg.
[SPEAKER 2]
[00:09:31-00:10:30]
Ja, das war für mich eigentlich auch schon klar, dass ich, ich wollte unbedingt Profi und ich wollte auch... Ganz nach oben und ich war, wie man wohl auch sein muss, man muss, ich sage immer, positiv verrückt sein, um wirklich da oben hinzukommen. Man muss alles zurückstellen und ich hatte auch sogenannte Scheuklappen und guckte nur nach vorne und da wollte ich hin. Und in Warendorf kam ich dann in die Lehre oder sozusagen zu Hans-Günther Winkler und das war eine harte Zeit. Aber ich glaube, ich habe da ganz viel gelernt, obwohl ich damals schon eine schwere Zeit hatte. Es war nicht so ganz einfach.
[SPEAKER 1]
[00:10:30-00:10:31]
Inwiefern nicht einfach?
[SPEAKER 2]
[00:10:32-00:11:26]
Ja, Winkler war ja jemand, der, wie soll ich es ausdrücken, unbedingt jemanden ganz vorne sehen wollte, aber das musste einfach so kommen. Also es war nicht so, dass der gesagt hat, du machst jetzt dies und dann jenes und dann gehen wir dahin und es hatte nicht so den richtigen Plan. Und da konnte ich auch nicht so gut mit fertig werden, wie viele andere Reiter, die dort geritten sind, die kamen damit auch nicht zurecht. Aber letztendlich, als ich dann dort nicht mehr war und im Rückblick, habe ich dann doch dort sehr viel gelernt.
[SPEAKER 1]
[00:11:27-00:11:44]
Was hat Hans-Günther Winkler damals ausgemacht? Also du hast jetzt einmal beschrieben, wie ist der Weg zum Erfolg, aber trotz alledem war er damals ja schon der erfolgreichste Springreiter. Was hat ihn ausgemacht? Ich meine, bis heute werden ja Trophäen vergeben, wo HGW draufsteht.
[SPEAKER 2]
[00:11:44-00:13:21]
Ja, das ist alles so ein bisschen, ja man kann das zwiespältig sehen. Also Hans-Günter Winkler, der hat nur auf Olympische Spiele und auf Championate hingearbeitet. Der hat nicht versucht, irgendwelche S-Springen zu gewinnen, auf irgendwelchen großen Turnieren auch. Ja gut, wenn es der große Preis war, dann vielleicht. Aber er war kein Reiter, der gesagt hat, ich muss jetzt hier im Jahr mal 10 oder 15 S-Springen gewinnen, so wie das seine Kollegen alle gemacht haben. Er hat eben nur sich darauf konzentriert, Olympische Spiele, Championate. Und diejenigen, die bei ihm geritten hatten, die... Ja, die fielen so ein bisschen natürlich hinten runter, weil er eben nur sein Ziel vor Augen hatte. Und das hat ihn eigentlich, weil er sich auch sehr, sehr gut verkaufen konnte, weil er damals schon mit den Medien sehr gut umgehen konnte, hat er es auch so weit gebracht. Das war auch noch ein ganz wichtiger Punkt. Besonders natürlich 1956, als er da mit Haller diese zweite Runde im Nationenpreis da ritt. Das ging in die Geschichte ein und das hat ihn seine ganze Laufbahn mit begleitet. Und das war so der Anfang seiner großen olympischen Laufbahn.
[SPEAKER 1]
[00:13:22-00:13:36]
Und das war ja auch damals die Zeit, alles war im Aufbau. Die Medien wie Bild sind natürlich darauf auch auf. gesprungen, Pferdesport und Springsport war noch viel mehr im Fokus damals und er war so diese Gallionsfigur dessen.
[SPEAKER 2]
[00:13:37-00:14:02]
Ja, er und Fritz Hiedemann. Und der ganze Reitsport, besonders der Springsport, hatte einen ganz anderen Status als heute. Das war damals nach dem Krieg, das waren die Helden damals. Es gab noch nicht so viele Sportarten, wo es so viele großartige Sportler gab. Es gab sie natürlich, selbstverständlich.
[SPEAKER 1]
[00:14:02-00:14:04]
54 Wunder von Bären, Fußball beispielsweise.
[SPEAKER 2]
[00:14:04-00:15:05]
Ja, natürlich. Und auf Olympischen Spielen. Und ich erinnere mich noch, ich glaube, das war ein Boxer, das war damals Kottes, hieß der, der damals die Goldmedaille gewonnen hat, war was ganz Besonderes. Und vieles andere mehr. Auch die Maifahrt zum Beispiel, das war zwar ein bisschen später, aber als 16-Jähriger die Goldmedaille gewonnen hat, das war natürlich außergewöhnlich. Aber das war besonders in den 50er und 60er Jahren, wo der Reitsport... Einen unglaublich hohen Stellenwert hatte. Das sieht man auch daran, dass zum Beispiel Sportler des Jahres wurde, Hans-Günter Winkler wurde, Fritz Hiedemann und so, das wäre ja heute undenkbar, dass ein Springreiter Sportler des Jahres wird. Daran sieht man schon, wie sich dieser Sport auch verändert hat.
[SPEAKER 1]
[00:15:06-00:15:20]
Du warst dann drei Jahre bis 1970 am DOKR in Warendorf und hast aber auch zu der Zeit Vielseitigkeit geritten. Denn du bist dann auch Europameister der ländlichen Vielseitigkeitsreiter geworden.
[SPEAKER 2]
[00:15:22-00:17:31]
Ja, das stimmt. Und das hat auch großen Spaß gebracht. Weil erstens hatte ich ein wunderbares Pferd dafür, der war richtig gut. Und ich als Springreiter habe damals mit dem Pferd fast jede Dressur gewonnen in der Einzelprüfung der Vielseitigkeit. Weil der ging so unglaublich gut Dressur und war auch nebenher ein sehr, sehr gutes Springpferd. Und der war übrigens auch für 1972, war dieses Pferd Athlet, hieß der, der war auch vorgesehen für die Olympischen Spiele, aber leider ist der dann an einem Sehnenschaden gescheitert. Und zwar damals gehörte ja die Rennbahn auch noch zu einer Teilprüfung der Vielseitigkeit. Und das war für viele Pferde schwierig, weil das war natürlich eine Riesenbelastung. Und das war zwar ein Halbblüter, der Athlet, aber er war... Kein leichtes Pferd. Er war schon eher für einen Halbblüter etwas schwerer. Aber er war ein außergewöhnliches Pferd, der im Gelände super ging. Da ist nie was passiert und im Springen ging er sowieso null. Und in der Dressur war er auch gut. Also es war schon ein tolles Pferd. Und auch nachdem er die Verletzung damals auskuriert hatte, war nachher auch in S-Springen siegreich. Aber was so gut war für mich, dieses Fundament der Reiterei, das richtig zu lernen, das hat mir die Vielseitigkeit beigebracht. Sich mit dem Pferd zu beschäftigen, ganz lange mit dem Pferd am Tag zusammen zu sein. Dann natürlich die dressurmäßige Ausbildung, das Management, dass man nicht zu viel machen darf, man mit den Kräften haushalten muss und all diese Dinge, die habe ich da gelernt und ich bin sehr dankbar, dass ich das damals auch machen konnte.
[SPEAKER 1]
[00:17:32-00:17:52]
Du warst dann in der Folge 25 Jahre lang ununterbrochen Mitglied im Bundeskader im Springreiten und hast, wenn ich das richtig recherchiert habe, 40 Nationenpreiseinsätze für Deutschland gefeiert. Also du warst dann nach über eine sehr, sehr lange Periode ja absolute deutsche Spitze und damit ja mittelbar auch Weltspitze.
[SPEAKER 2]
[00:17:54-00:20:02]
Ja, zur Weltspitze habe ich es leider nie gebracht. Und zwar deshalb, das ist... auch mit ein Grund, weil ich immer selbstständig war. Und um überleben zu können, musste ich also meine Top-Pferde immer verkaufen. Und ich bin immer wieder neu angefangen. Also ich habe x-mal war ich ganz oben und dann, ich denke nur an mein Pferd Wendy in den 80er Jahren. Eine Stute, die ich auch selbst ausgebildet hatte. Und die hatte ich so weit gebracht, erstmal hat sie Derby gewonnen und dann war sie in der Mannschaft in Hickstead, Bronzemedaille gewonnen und ein sehr, sehr gutes Pferd, 1,62 Meter groß. Nicht die Größe, die man heute meistens auf den Turnierplätzen sieht, obwohl kleine Pferde, wenn die genug Übersetzung haben, das alles auch können und vor allen Dingen Herz genug haben, Leistungsbereitschaft, dann ist das alles möglich. Ja, und diese Stute ging dann Europameisterschaften und war dann auch so ein bisschen im Gespräch. Und ja, was passierte, wie es immer passieren musste, wurde natürlich verkauft. Und so fing ich eigentlich immer wieder von vorne an. Aber ich habe mich immer so... Ein bisschen in der Spitze gehalten, aber ich war nie ganz vorne, sodass man sagen könnte, Ja, das ist ein Weltklasse-Reiter, der macht das. Aber das habe ich eigentlich nie geschafft. Paul Schockemühle, der hatte immer so einen guten Spruch, auch zu der Zeit. Der sagte nämlich immer, wenn man gut gewesen ist und einen Springen gewonnen hatte, dann sagt er, meine Güte, du kannst reiten. So aus Spaß. Und ich habe dann immer gesagt, ja, aber leider gibt es noch so viele andere, die es viel besser können.
[SPEAKER 1]
[00:20:04-00:20:37]
Aber ist das nicht auch eine Definitionsfrage, wie man Weltklasse sieht? Weil klar, wenn man das jetzt misst an wie viele große Preise gewonnen, Championsmedaillen und so weiter, aber es ist ja auch schon eine herausragende Leistung, immer wieder mit unterschiedlichen Pferden. Dahin vorzustoßen und so lange Bundeskader zu sein, ist durch die Frage, wenn man sagt, wir addieren jetzt nur die Champions-Medaillen, dann ist das natürlich so, aber jetzt aus reiterlicher Sicht ist das ja vielleicht sogar die größere Herausforderung, so viele Pferde dahin zu bringen.
[SPEAKER 2]
[00:20:37-00:22:18]
Ja, das ist eben auch das Problem, dass man dann nicht ganz nach vorne kommt, weil wenn man in relativ kurzer Zeit immer wieder die Pferde wechseln muss, wird man nie ganz nach oben kommen oder gleichmäßig oben bleiben, weil der Wechsel ist zu groß. Man muss schon ein richtiges Paar sein. und mit diesem Paar auch immer wieder dabei sein bei vielen Nationenpreisen, bei Championaten und die anderen Pferde nebenher, die kann man sich dann langsam aufbauen. Dann ist die Chance groß, so war es früher, heute ist es noch wieder ein bisschen anders, aber so war es früher, so war die Chance groß, auch dabei zu bleiben. Und noch ein ganz großer Punkt, wenn man immer wieder mit neuen Pferden anfängt, muss man ja unglaublich viele Niederlagen einstecken, weil die Pferde noch nicht so weit sind und weil es nicht geht. Und übrigens, man muss in diesem Sport immer mehr Niederlagen, viel mehr Niederlagen einstecken, als dass man irgendwie ganz vorne immer dabei ist. Das ist auch als Reiter so wichtig, dass man aus diesen Niederlagen lernt und besonders auch, dass man immer wieder dann sich hochrappelt aus den Niederlagen und wieder den Go bekommt, nach vorne zu schauen und zu sagen, Jetzt geht es weiter und nicht aufzugeben.
[SPEAKER 1]
[00:22:19-00:22:48]
Das ist ja auch das Besondere an unserem Sport, dass es auch, glaube ich, anders als jetzt irgendwelche Ballsportarten, Fußball, Basketball, was auch immer, Im Breiten die Anzahl der Niederlagen, das sind ja keine Niederlagen auf dem Papier, wo man, es gibt ja nicht Gewinner und Verlierer in dem Sinne, wie man es jetzt aus anderen Sportarten kennt, aber die gefühlten Niederlagen können sich sehr, sehr lange aufaddieren, bis es einen Moment gibt, wo es Klick macht und dann funktioniert es. Ist das auch das Besondere irgendwo?
[SPEAKER 2]
[00:22:48-00:23:59]
Ja, das kann so gehen oder es kann auch so gehen. Es kann so gehen, wie du beschrieben hast, dass es dann irgendwann Klick sagt und dann geht es aufwärts. Es kann aber auch sein, dass man dann noch tiefer in ein Loch fällt und irgendwie dann so ziemlich ganz weg ist. Man muss sich einfach auch in diesem Sport, das gehört einfach auch dazu. Also früher noch viel mehr als heute, weil heute die Pferde gleichmäßiger und besser sind und die Reiter, die Top-Reiter auch immer wieder diese Pferde zur Verfügung haben. Aber wenn man eben diese Pferde nicht hat, das zieht einen immer wieder runter. Und dann macht man eben auch oftmals, und das ist bei mir, das erinnere ich ganz deutlich, nicht das beste Bild sehr häufig. Dann reitet man halt nicht so gut, weil aus vielen Gründen immer wieder neue Pferde, immer wieder andere Situationen. Und wenn das dann öfter passiert, dann heißt es, ja, ja, das ist nicht gut genug sowieso. Das kann schnell passieren.
[SPEAKER 1]
[00:24:00-00:24:29]
Du bist dann in der Folge ein sehr gefragter Trainer auch geworden. Bis heute werden wir eben hier schon bei Kaffee und Kuchen ein bisschen geplaudert. Wenn du jetzt könntest, könntest du ja auch jetzt noch sehr, sehr viele Reiter betreuen. Hast du in deiner Karriere... Pios Schwitzer, warst dänischer Nationaltrainer, betreust hier inzwischen aus der Nähe Hamburg Simon Heinecke, der gerade zwei in seinem deutschen Springderby in Hamburg war. Was macht einen guten Trainer aus?
[SPEAKER 2]
[00:24:30-00:24:31]
Ja, und Lars Nieberg.
[SPEAKER 1]
[00:24:32-00:24:33]
Und Lars Nieberg.
[SPEAKER 2]
[00:24:33-00:25:00]
Ja, Lars Nieberg war eigentlich mein erster Reiter, der mit mir in den Topsport gekommen ist. Und bei Lars konnte man sehen, ich habe ihn gesehen auf einem Lehrgang. In Niedersachsen und da stach er heraus zu allen anderen Reitern. Dann hat man sofort gesehen, wow, der kann das und der wird mal was.
[SPEAKER 1]
[00:25:01-00:25:11]
Ist das dann Stil gewesen? Ist das dann Einfühlungsvermögen? Ist das Gesamtpaket, Ausstrahlung? Wie unterscheidest du den normalen vom herausstechenden?
[SPEAKER 2]
[00:25:11-00:26:51]
Ja, das ist schon das Gesamtpaket. Aber was beim Reiten, Springreiten ganz, ganz wichtig ist, ist... Wie bringe ich mein Pferd zum Sprung hin? Wie ermögliche ich es meinem Pferd am besten und am leichtesten den Sprung zu überwinden? Das heißt also... Ich muss immer richtig hinreiten zum Sprung. Wenn ich mal so und mal so und mal so reite, dann bekommt das Pferd kein Selbstvertrauen und dann geht das meistens auch nicht gut. Also das heißt, man muss ein unglaublich gutes, früher haben wir immer gesagt, Auge haben. Also man muss ein Gefühl für die Distanz haben. Man muss das Pferd richtig hinbringen zum Sprung, dass er die Möglichkeit hat, das am besten zu überwinden. Und das ist wirklich eines der wichtigsten Dinge. Gerade auch für die Pferde, wenn man das kann und wenn man das auch macht und das nicht übertreibt, das gehört ja alles dazu, dass man vernünftig bleibt und den Einsatz richtig macht und so weiter. Dann bekommt das Pferd Selbstvertrauen und wenn der Herz, denn das Pferd Herz und Leistungsbereitschaft hat, dann kommt es oft vor, dass das Pferd auch über sich hinaus wächst. Auch manchmal Pferde, wo man sagt, ja, die haben ja vielleicht nicht genug Vermögen, die können nicht genug. Aber durch diese gute Reiterei und das Vertrauen, was man dem Pferd gibt, wächst er, das Pferd, in das Vermögen hinein.
[SPEAKER 1]
[00:26:52-00:26:56]
Kann man das lernen, das, was du gerade von Lars Nieberg damals beschrieben hast? Oder ist es Talent?
[SPEAKER 2]
[00:26:59-00:30:42]
Naja, man... Man kann sehr, sehr viel lernen, aber erstmal muss schon dieses Talent, das sollte schon da sein. Und wenn man dann fleißig ist und trotzdem hart an sich arbeitet, dann wird man richtig gut. Lernen kann man sehr, sehr viel, wenn man hervorragende Pferde auch hat. Von einem klasse Pferd, den man länger zur Verfügung hat und der einem auch mal über schwierige Zeiten hinweg hilft, da kann man unglaublich viel lernen. Aber dieses Gefühl und auch das Eingehen auf das Pferd, das ist, glaube ich, schwer zu lernen. Wenn ich jetzt mal einen Reiter nenne, wo man das sofort sieht, das ist der Marlon Sanotelli, der Brasilianer. Wenn man den reiten sieht, dann sieht man dieses unglaubliche Gefühl. Und nicht nur das, die Übersicht, die Ruhe, keine Hektik und was man auch sieht bei diesen Klasse Reitern ist dieses Gleichmaß. Das ist für das Pferd so wichtig, nicht mal schnell vor und zurück und so. Das ist ganz schlecht. das zu viel Kraft und das Pferd konzentriert sich nur auf den Reiter und nicht mehr auf den Sprung. Deswegen ist es so wichtig, diese Ruhe, die man ausstrahlt. Aber das kann man nur, wenn man dieses unglaublich gute Gefühl für die Distanz hat. Sonst kann man das nicht. Und ein gutes Beispiel ist ja jetzt auch aus der heutigen Zeit, ist ein Richard Vogel. Der hat so ein unglaublich gutes Auge zum Sprung hinzureiten, dass er auf diesem Weg zum Sprung hin, weil der Weg ja so lang ist und er es schon sieht, da kann er noch so viel ausgleichen, auch wenn es ganze Kleinigkeiten sind. Und das macht ihn eben zu einem super Reiter. Und was ganz wichtig ist, das ist auch so meine Philosophie, Der Zug nach vorne muss da sein. Wenn das nicht der Fall ist, das heißt also zu viel Kontrolle und immer wieder zurück und dann wieder vor und so, damit kommt man heute nicht mehr weiter, obwohl das immer noch wieder gemacht wird. Da hat mal ein Engländer zu mir gesagt, das werde ich nie vergessen, der hat nämlich gesagt, das war unheimlich gut, er hat gesagt, if you have too much control, you are not fast enough. Und genau so ist es. Wenn man zu viel Kontrolle hat, hat man so ein bisschen, auch wenn es nur ein bisschen ist, die Handbremse im Kopf, um die Kontrolle hinzukriegen. Und das nimmt dann natürlich... Sehr viel, vor allen Dingen nimmt es Kraft dem Pferd. Das Pferd kann die meiste Kraft entwickeln aus dem Vorwärts heraus, aber dieses Vorwärts muss kontrolliert sein. Aber erstmal muss das Vorwärts da sein, nicht umgekehrt. Und wenn das alles stimmt, dann ist man richtig gut.
[SPEAKER 1]
[00:30:43-00:30:49]
Deine Rolle als Trainer ist ja, das Ganze zu begleiten. Ist das eine Rolle, die dir schon immer leicht gefallen ist?
[SPEAKER 2]
[00:30:50-00:31:34]
Ja gut, man lernt immer dazu. Also manchmal denkt man dann auch, oh je, jetzt... Hast du mal dies falsch gemacht oder jenes auch falsch gemacht, aber grundsätzlich schon versuche ich immer wieder und auch heute in meinem, Entschuldigung, bei meinem hohen Alter, versuche ich immer wieder noch dazu zu lernen und ich tue es auch. Ich lerne immer wieder dazu. Also ich kann auf jedes Turnier gehen und irgendwas sehe ich oder fällt mir auf, wo ich sage, wow. Das ist aber richtig gut. Da musst du dich mal mit beschäftigen.
[SPEAKER 1]
[00:31:35-00:31:48]
Guckst du dann beim Abreiten zu? Guckst du dir dann bestimmte Prüfungen an? Oder guckst du dir bestimmte Reiter an, die du schon immer mal sehen wolltest? Und guckst du auf Technik oder auf Vorbereitung? Was sind diese Momente des Lernens?
[SPEAKER 2]
[00:31:48-00:32:35]
Ja, ich mache das alles, was du gerade gesagt hast, aber besonders natürlich, wenn ich Reiter sehe, von denen ich meine, dass sie richtig gut sind. Da gucke ich natürlich schon mal eher hin. Wie machen die das und wie bereiten die ihr Pferd vor? Da gucke ich auf dem Abreiteplatz genau hin. Bei mir ist es immer ein Weg vom Abreiteplatz zum Springplatz, zum Abreiteplatz, zum Springplatz. Da kann ich am meisten lernen. Nicht nur von den Top-Reitern, da allerdings am meisten, aber manchmal natürlich auch von Reitern, wo ich sage, also so würde ich es nicht machen.
[SPEAKER 1]
[00:32:36-00:32:39]
Was sind Dinge aus deiner Sicht, die man dann nicht machen sollte?
[SPEAKER 2]
[00:32:39-00:33:48]
Ja, zum Beispiel, wenn man auf dem Abreideplatz, ganz simpel, wenn man da viel zu viel springt. Das gibt ja viele Leute, die springen zu viel und zu hoch. Und mein Spruch ist dann immer, oft ist weniger mehr. Und das gilt unbedingt für den Abreideplatz, denn das Pferd soll ja nicht... nicht auf dem Abreideplatz das Letzte geben, sondern im Parcours. Aber wenn man das schon auf dem Abreideplatz dem Pferd abverlangt, dann wird es im Parcours nichts. Das Pferd geht den Parcours und macht auch alles, aber der macht dann auch irgendwo einen Fehler, wo man gar nicht dran gedacht hat, oder zwei. Weil er nicht mehr die letzte Kraft hat und vor allen Dingen die letzte Motivation. Ich sage immer, halt dein Pferd bei Laune. Und das ist auf dem Abreiteplatz so wichtig. Halt ihn bei Laune. Wenn du das da nicht tust, dann wird es drinnen nicht mehr geben. Und das sind alles so eher Kleinigkeiten, die sich simpel anhören, aber die sind ganz, ganz wichtig.
[SPEAKER 1]
[00:33:49-00:34:14]
Aber kann man eigentlich auf dem Turnier als Trainer noch großartig einwirken oder ist eigentlich die Basis das, was man in der Woche vorher, in der Zeit vorher zu Hause gemacht hat? Weil, wie du sagst, man versucht warm zu werden, man versucht... Langsam Richtung Maximum zu kommen auf dem Abreiteplatz, nicht das Maximum abzufragen, dann geht es in den Kurs, dann gilt es. Ist ja eigentlich auch viel auf Autopilot.
[SPEAKER 2]
[00:34:15-00:37:01]
Also es ist so, auf jeden Fall kann man dem Pferd auf dem Abreiteplatz nichts mehr beibringen. Man muss die Hausaufgaben zu Hause machen. Und auf dem Abreideplatz heißt es eigentlich, das Pferd so vorzuziehen. bereiten, wie ich eben schon sagte, dass er motiviert ist, dass er gut bei Laune ist, dass man auch mit einem guten Gefühl in den Parcours gehen kann. Und das sehe ich so häufig, dass irgendwelche Trainer oder die dabei sind, irgendwelchen Leuten zu helfen, die wollen noch Reitunterricht auf dem Abreiteplatz geben. Das geht nicht. Lohnt nicht mehr. Das lohnt nicht und vor allen Dingen der Reiter, der kann es gar nicht aufnehmen. Der ist so beschäftigt auch mit seinem Parcours und das muss er auch, er muss den Parcours im Kopf haben. Ich habe zum Beispiel immer, wenn ich auf dem Abreiteplatz fahre und man kann da ja nicht dauernd springen, sowieso sollte man auch nicht, man sollte immer wieder Schrittpausen einlegen. So, und dann in diesen Schrittpausen habe ich den Parcours im Kopf schon immer geritten. Also ganz genau, da muss ich das so, da muss ich so und so viel galoppt, da muss ich ein bisschen verkürzen, da muss ich dies oder jenes machen. Und das sage ich auch immer meinen Schülern, das ist wichtig. Nicht, wenn ich vorher, was heute auch so viel gemacht wird, wenn der Trainer geht zum Parcours und dann nochmal redet er mit seinem Schüler und sagt, da musst du das machen, da musst du das, da musst du das, das, das, das. Müsste eigentlich vorher schon passieren. Also ich bin nicht ein Freund davon, aber das sieht man ganz, ganz häufig, das machen auch viele. Vielleicht hilft es auch vielen, aber besser ist, wenn man das vorher in den Schrittphasen, die man auf dem Abreiteplatz sowieso machen muss, dass man da den Parcours durchgeht. Und da kann man vielleicht als Trainer dann nochmal sagen, ja, du weißt ja, da machen wir das und da machen wir einen weniger, einen Galoppsprung oder da einen mehr oder so. Das kann man aber so direkt davor dann nochmal. Da kann der Reiter das nicht voll aufnehmen. Der ist so fokussiert auf den Parcours, dass er das nicht alles... Aber das ist meine Meinung. Andere sehen das ganz anders. Die meinen, man muss bis zum Schluss immer noch mal sagen, wie jede Distanz geritten wird und so weiter. Das muss vorher passieren.
[SPEAKER 1]
[00:37:02-00:37:39]
Wir hatten hier vor ein paar Wochen Frank Slosak zu Gast und der, ähnlich wie du, auch ein sehr arrivierter Trainer ist, der aber auch gar nicht so viel trainiert und das auch sehr, sehr limitiert hält, also externe Reiter. Und da ging es auch darum, was kann man denn von anderen Trainern auch in anderen Sportarten vielleicht lernen? Und wie kann man sich auch weiterbilden außerhalb des Reitsports? Guckst du außerhalb des Reitsports? Reit, Sport, wie Trainer andere Situationen auflösen, die natürlich dann ganz originär sind in der jeweiligen Sportart oder bist du rein auf den Pferdesport fokussiert?
[SPEAKER 2]
[00:37:39-00:39:11]
Ich gucke natürlich auch auf andere Trainer, weil ich bin grundsätzlich am Sport sehr interessiert. Aber ableiten irgendwelche besonderen Dinge, das ist eher selten, weil ich nicht genug Einblick habe. Wenn ich das von einem Trainer, dann müsste ich den gut kennen, dann müsste ich mit ihm drüber sprechen und so. Und den Einblick habe ich eigentlich nicht. Und insofern ist das eher weniger. Aber was gut ist zum Beispiel, dieser Spruch, den ich da gerade gesagt habe mit der Kontrolle, wenn man zu viel hat, dass man dann nicht schnell genug ist. Das hat mir zum Beispiel ein Trainer gesagt für die Formel 1, Rennfahrer. Der hat das gesagt zu mir und dann habe ich gedacht, wow, das passt auch zu uns, das ist wichtig. Wenn ich sowas mal höre oder auch lese, dann schreibe ich mir sowieso sofort auf, wenn da ein Trainer, egal woher, wenn der einen wirklich guten Spruch loslässt, wo ich wirklich Sinn drin sehe und der auch auf uns, unseren Sport zurückzuführen ist oder wo ich damit was anfangen kann, schreibe ich mir das sofort auf und habe diese Sprüche alle.
[SPEAKER 1]
[00:39:13-00:39:16]
Es gibt hier eine große Klappe, wo ganz viele Sprüche drinstehen.
[SPEAKER 2]
[00:39:16-00:40:09]
Ja, so eine kleine Klappe habe ich da. Oder das ist jetzt keine Klappe mehr, das ist mein Handy. Da habe ich eine ganze Seite, glaube ich, oder mehrere Seiten, wo Sprüche draufstehen, die nicht nur hauptsächlich auch auf das Training, aber auch andere Sprüche, die fürs Leben wichtig sind. Da gibt es so viele und man überliest das immer und so, aber wenn ich das mal sehe, dann sage ich, nein, das muss ich mir jetzt aufschreiben, das ist wichtig. Und das finde ich ganz gut und ab und zu, wenn ich mal nichts zu tun habe oder so, dann lese ich meine hundert oder noch mehr Sprüche, lese ich mir dann nochmal durch. Und siehe da, manchmal sage ich, ja stimmt, da muss ich nochmal nachhaken, das ist wichtig.
[SPEAKER 1]
[00:40:12-00:40:27]
Wer ist, ich weiß gar nicht, ob du das überhaupt sagen kannst, aber wer war der beste Reiter, den du jemals trainiert hast? Kann man das nach menschlichem Ermessen sagen? Oder ist jeder so individuell, dass man eigentlich gar nicht... Da einen Strich drunter ziehen kann.
[SPEAKER 2]
[00:40:28-00:41:06]
Ja, das würde ich schon sagen. Dass das Lars Nieberg war. Wenn man alles zusammennimmt, der war ein super Talent, der war sehr fleißig, das ist ein Pferdemann, der was von Pferden versteht, der vernünftig ist. Man muss ja auch, wenn man im Sport was werden will, Genügt es nicht nur super zu reiten, man muss auch eine Persönlichkeit sein. Und das kam, weil du jetzt sagst, den ich trainiert habe, dann kam das alles zusammen auch bei Lars. Das hat er hervorragend gemacht.
[SPEAKER 1]
[00:41:07-00:41:27]
Wenn du auf den... Reitsport und jetzt hier im besonderen Fall den Springsport von heute schaust, also 2026. Wir nehmen jetzt hier im Juni auf, wenige Wochen vor den Weltmeisterschaften in Aachen. Und das vergleichst du zu deiner aktiven Zeit. Was sind die größten Unterschiede für dich?
[SPEAKER 2]
[00:41:28-00:41:33]
Ja, die Unterschiede sind gar nicht so groß. Also du meinst auch die Auswahl der Reiter.
[SPEAKER 1]
[00:41:34-00:41:41]
Ja, in der Gänze. Also wenn du dich an deine aktive Zeit zurückerinnerst und das jetzt vergleichst mit dem, wie der Springsport heute ist.
[SPEAKER 2]
[00:41:42-00:42:23]
Ja, der Springsport hat sich unglaublich verändert. Das weiß ja auch jeder, dass das nicht mehr zu vergleichen ist. Aber eins ist gleich geblieben. Vor einer Weltmeisterschaft ist jeder Parcours, der für einen Reiter, der dafür in Frage kommt, ist eine Qualifikationsrunde. Jeder Parcours. Und das hat sich nicht geändert. Das war früher genauso. Und eins hat sich auch nicht geändert. Am Schluss bleiben nicht mehr so viele übrig. Auch wenn man jetzt, sage ich mal, in der Longlist acht Reiter hat oder so. Man muss froh sein, wenn fünf übrig bleiben.
[SPEAKER 1]
[00:42:23-00:43:01]
Wenn du jetzt mal ein bisschen breiter gefasst auf den Springsport aber schaust, wie schätzt du gerade die Lage des Springsports ein? Es wird immer viel. Ich möchte gar nicht jetzt in diese ganzen tiefen Diskussionen um Tierschutz einsteigen. Das ist nochmal ein Thema für sich. Aber der Sport an sich, der sich unglaublich globalisiert hat, der... Wir haben 103 5-Sterne-Große Preise innerhalb der letzten 12 Monate gehabt, also eine enorme Beschleunigung im Preisgeld, eine enorme Internationalisierung, die auf allen Erdteilen stattfindet. Wie schaust du auf den Springsport, auf diesen Springsport?
[SPEAKER 2]
[00:43:02-00:45:02]
Ein bisschen gemischte Gefühle, weil auf der einen Seite ist es natürlich toll, dass wir diese vielen Turniere haben und dass es überhaupt möglich ist, dass so viele Reiter so viele Pferde haben, dass die da erfolgreich teilnehmen können. Das ist unglaublich. Und dass es da auch so viel Geld gibt, das ist ja alles gut und schön, aber unser Mittelstand im... Springsport, der leidet natürlich sehr darunter. Und zwar, weil es keine, oder es gibt keine guten Turniere mehr auf, ich sage jetzt mal in Anführungsstrichen, auf ländlicher Ebene. Wenn ich da mal einen Namen nennen kann, hier aus Norddeutschland, zum Beispiel waren Turniere wie Dobrook, Elmlohe und solche Turniere, das waren tolle Turniere, da waren alle guten Reiter, da war guter Sport, da war richtig was los. Die haben heute darum zu kämpfen, genug Reiter für ihre S-Springen zu bekommen. Und das macht mir eigentlich Sorge, dass dieser Mittelblock, dass der so in Schwierigkeiten geraten ist. Und auch noch, dass eine Stufe darunter es auch noch Probleme gibt, denn es ist alles so teuer geworden. Dass sich viele Leute, die sich sonst ein Pferd leisten konnten, die können das heute nicht mehr. Das ist zu viel. Viele haben sich damals schon das so vom Mund abgespart und dann ging das gerade noch, aber heute können das viele nicht mehr. Und diese Entwicklung ist ja nicht nur heute so, die schreitet fort und das wird nicht besser. Und das macht mir ein bisschen Sorge.
[SPEAKER 1]
[00:45:03-00:45:17]
Was würdest du jemandem raten, der jetzt heutzutage mit Pferden sein Geld verdienen will? Der sagt, ich möchte einen Weg einschlagen, den du gegangen bist, Profireiter zu werden, auch mal auf diesen Turnieren zu reiten. Was würdest du einer Person raten?
[SPEAKER 2]
[00:45:17-00:46:28]
Ja, das kommt darauf an, wie talentiert er ist, wie er aufgestellt ist im Umgang mit Menschen, wie er als Unternehmer reagiert. Und was für ein Talent er ist und wie viel Ahnung er von Pferden hat. Pferde auszusuchen, das ist ja, wer das heute professionell macht, der lebt ja nicht vom Reitunterricht geben oder vom Pferde in Pension nehmen oder so. Der lebt davon, ab und zu mal ein richtig teures Pferd zu verkaufen. So, und wenn er alle diese fünf Dinge, die ich da gerade aufgezählt habe, wenn er das kann, ja, dann hat er auch Erfolg, dann wird das gehen. Aber das sind ganz, ganz, ganz wenige, die das schaffen. Und man, Fleiß gehört ja ohne Ende dazu auch noch. Und wie ich schon sagte, das Unternehmertum ist sehr, sehr wichtig. Da muss man schon darauf achten, dass man über die Runden kommt.
[SPEAKER 1]
[00:46:28-00:46:45]
Aber das hat sich ja eigentlich... nicht verändert gegenüber der Zeit, wo du dann in den Sport reingewachsen bist. Es ist nur, die Vorzeichen haben sich verändert, das Umfeld hat sich verändert und es ist viel globalisierter geworden. Aber im Kern, das, was es braucht, diese Fertigkeiten, um durchzudringen nach ganz oben, die sind ja eigentlich auch gleich geblieben.
[SPEAKER 2]
[00:46:46-00:47:49]
Ja, die sind gleich geblieben, nur wenn man ganz nach oben durchdringt, wenn man das schafft. Dann kann man natürlich sehr, sehr viel mehr Geld verdienen als früher. Viel mehr, weil man auf einer Bühne dann sich befindet, wo auch die Leute sind, die das nötige Kleingeld haben und die auch bereit sind, ein richtig teures Pferd zu kaufen. Und insofern, ich habe schon oft gedacht, schade, ich wäre gerne auf dieser Bühne gewesen, aber leider haben sich die Zeiten verändert. Denn heute, wenn man da wirklich clever ist und ein Pferdemann ist, also sich auskennt mit Pferden, um Pferde zu entdecken und Pferde zu entwickeln, Also wer das kann, der hat heute ganz große Chancen. Aber wie gesagt, ganz selten, wenn all diese Dinge zusammenkommen.
[SPEAKER 1]
[00:47:49-00:48:07]
Würdest du sowas machen, wie ein Richard Vogel das macht? Reitet in Aachen, nächste Woche in den USA. Woche drauf am Persischen Golf. Das ist ja... eigentlich das, diese Zeit so auszunutzen. Wenn du jetzt in der heutigen Zeit noch aktiv wärst, würdest du es genauso machen?
[SPEAKER 2]
[00:48:07-00:49:12]
Wenn ich so gut reiten könnte wie der, ja. Der ist ja ein, ich sage jetzt vielleicht ein bisschen übertrieben, aber so ein Reiter, das ist ein Jahrhunderttalent. Also das gibt es, also ich habe in meiner ganzen Laufbahn, und die ist ja auch schon sehr, sehr lang, ich habe noch nie einen Reiter gesehen, der das so kann wie der. Also das ist schon unglaublich. Da wird ja auch viel erzählt und so, aber da ist auch viel Neid dabei und so. Der hat diese ganzen Dinge, die ich da aufgezählt habe. Das hat der. Der ist fleißig, der hat dieses wahnsinnige Talent, der kann mit Leuten umgehen. Da kommt alles zusammen. Und wenn er dann auch noch so schlau ist und seine Pferde so gut einsetzt im Management, das ist ja nicht so, dass er nun jedes Pferd dreimal hintereinander auf irgendeinem großen Turnier reitet.
[SPEAKER 1]
[00:49:12-00:49:13]
Ganz selektiv.
[SPEAKER 2]
[00:49:15-00:49:26]
Der managt seine Pferde, seinen Stall, alles zusammen richtig gut. Und alles zusammen macht auch diesen Erfolg aus.
[SPEAKER 1]
[00:49:26-00:49:30]
Top-Favorit auf eine Einzelmedaille in Aachen. Klar, oder?
[SPEAKER 2]
[00:49:31-00:49:31]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:49:32-00:49:33]
Wenn nichts schief geht.
[SPEAKER 2]
[00:49:33-00:50:25]
Ja, gut. Man weiß es nie, wie mit Pferden, weil man mit einem Tier zu tun hat und so. Und auch in La Bolle, jetzt hatte ich gedacht, dass der United Touch da gut im ersten Umlauf, dass er da Fehler macht. Aber ich hatte gedacht, großen Preis, den gewinnt er. Weil er vorher auch schon mal einen Fehler hier oder da gemacht hat. Das Pferd war aufmerksam. Aber gut, da hat er einen Pechfehler am letzten Sprung bekommen. Ja, das passiert. Und das ist ja auch gut so, wenn nicht nur immer einer gewinnt. Aber er ist einer der Größten. Es gibt ja so fünf Reiter in der Welt, die sind... Mega, sagt man ja heute.
[SPEAKER 1]
[00:50:26-00:50:29]
Wer ist noch mega? Also Richie Vogel, wer ist noch mega?
[SPEAKER 2]
[00:50:30-00:50:39]
Zum Beispiel Steve Gatter ist mega. Scott Brash ist mega. Dann haben wir den McLean Ward.
[SPEAKER 1]
[00:50:40-00:50:41]
Einen haben wir noch.
[SPEAKER 2]
[00:50:41-00:50:46]
Ja, es gibt wahrscheinlich sogar noch mehr. Der Ben Mayer ist auch mega.
[SPEAKER 1]
[00:50:46-00:50:48]
Genau, das wäre jetzt mein nächster gewesen.
[SPEAKER 2]
[00:50:48-00:52:12]
Und es gibt noch viel mehr wahrscheinlich. Aber das sind so... Diejenigen, die sind... Achso, einen, der da unbedingt dazugehört, ist für mich auch der Daniel Deuser und Christian Allmann und solche Leute, die im Augenblick nicht die Pferde haben. Aber das sind auch solche, die da unbedingt dazugehören. Also deswegen, mega heißt nicht nur fünf, das sind einige mehr. Und besonders auch die, die im Augenblick nicht so beritten sind. Aber das ist auch die Kunst von dem Vogel, dass der immer wieder Pferde findet, die gut genug sind, um... Ganz vorne mitzumischen. Und man darf ja auch nicht vergessen, so ein Pferd, den er hat, diesen Schimmel, das ist ein Casal Clarimo, den Claudio heißt er. Das Pferd kenne ich schon viele Jahre, geht der im Sport. Und er hat aber dieses Pferd über Jahre entwickelt und das ist unglaublich, wie der geht. Unglaublich, wie der das gemacht hat. Also solche Dinge, da ziehe ich den Hut davor.
[SPEAKER 1]
[00:52:12-00:52:31]
Also Richie, falls du das hörst, wir drücken dir Daumen, hol den Pott nach Hause. Lieber Achatz, am Ende eines jeden WeHouse-Podcasts gibt es die vier klassischen WeHouse-Fragen, die jetzt auch auf dich warten. Und Frage Nummer eins, da bin ich besonders gespannt, weil du schon eben gesagt hast, du hast ein dickes Buch davon. Hast du? Ein Motto, nach dem du lebst?
[SPEAKER 2]
[00:52:32-00:52:36]
Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.
[SPEAKER 1]
[00:52:37-00:52:48]
Sehr gut. Dann Frage 2. Gibt es einen Menschen, der dich im Hinblick auf die Pferde besonders geprägt hat?
[SPEAKER 2]
[00:52:49-00:53:30]
Schwierige Frage. Weil ich immer leider, ich kann Ihnen nur sagen, ich war ja immer so ein Eintänzer. Ich habe ja immer so ziemlich viel allein entschieden und gemacht und so. Aber geprägt haben mich immer die Leute, die mit sehr viel Gefühl geritten sind. Also auch damals schon, leider habe ich das zu spät erkannt, wie die Amerikaner damals mit Steinkraus und Chapeau und wie die alle hießen und Morris und so, wie die im großen Sport ritten. Da hätte mir damals schon Licht aufgehen müssen.
[SPEAKER 1]
[00:53:30-00:53:32]
Auch viel nach vorne.
[SPEAKER 2]
[00:53:32-00:55:55]
Genau, weil die hatten so schon damals genau die richtige Mischung zwischen der Kontrolle und dem Zug nach vorne, genau wie ich es mir vorstelle. Und es gab damals auch einen Reiter und den habe ich leider auch damals unterschätzt, das war Peter Schmitz. Mit seiner Monodie und am Seller mit diesen Pferden. Der ritt fantastisch. Also sehr amerikanisch und aber trotzdem mit der nötigen Kontrolle. Also viele Einflüsse am Ende. Und mit diesem wunderbaren Gefühl und dem Gleichmaß und all diese Dinge. Und ich ärgere mich heute immer wieder, dass ich da nicht schon erkannt habe, dass das der Weg ist. Und nicht dieses, wie wir das gelernt haben, Kontrolle rückwärts nochmal und dann los. Das war nicht so gut und die haben das damals schon nicht gemacht. Die haben diesen Gleichmaß schon drin gehabt. Und witzigerweise habe ich das eigentlich erst gelernt durch ein Pferd. Ich hatte ein Pferd, der hieß Pims, ein irisches Pferd. Und der war insofern typisch irisch, weil er sich nicht gefallen ließ, zu sehr ihn dressurmäßig zu unterwerfen. Der wollte seine gewissen Freiheiten haben. Und ich hatte kein anderes Pferd und habe immer gedacht, ah, das kriegst du nicht hin und das wird nichts und so. Und dann hat meine Frau Elisabeth gesagt, du versuchst ja viel zu viel. Lass ihn doch mal mehr Freiheit, lass ihn doch mehr seinen eigenen Willen auch und mach einen guten Kompromiss. Genau das war es. Und da habe ich das erste Mal überhaupt gelernt, dass es einen anderen Weg gibt und einen besseren Weg. Und es ist so witzig, dass mir das kein Reitlehrer oder sonst wer beibringen konnte. Nein, dieses Pferd hat es mir beigebracht. Und das war ein Schlüsselerlebnis für mich.
[SPEAKER 1]
[00:55:56-00:56:02]
Dann Frage Nummer drei. Wenn du Reitern eine Sache im Umgang mit ihren Pferden auf den Weg geben könntest, was wäre es?
[SPEAKER 2]
[00:56:03-00:56:07]
Ja, ich habe es vorhin schon mal gesagt. Oft ist weniger mehr.
[SPEAKER 1]
[00:56:09-00:56:09]
Punkt.
[SPEAKER 2]
[00:56:10-00:56:10]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:56:10-00:56:13]
Und dann vervollständige diesen Satz, Pferde sind für mich.
[SPEAKER 2]
[00:56:14-00:56:14]
Mein Leben.
[SPEAKER 1]
[00:56:18-00:56:27]
Lieber Achatz, vielen Dank für deine Zeit. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Danke, dass du dir die Zeit auch genommen hast. Und vielen Dank für die Einladung hierher und weiterhin alles Gute.
[SPEAKER 2]
[00:56:27-00:56:31]
Dankeschön. Mir hat es auch großen Spaß gemacht. War sehr schön.
[SPEAKER 1]
[00:56:34-00:56:54]
Das war die aktuelle Folge. Vielen Dank an Olivia Herrmann für die Produktion und an Nicola Schweiger für die Vorbereitung dieser Folge. Wenn ihr Feedback habt, schickt uns das gerne, zum Beispiel über die Spotify-Kommentare, E-Mail, Instagram, TikTok, whatever. Wir lesen wirklich alles und nehmen es uns zu Herzen. Bis zum nächsten Mal beim Wiers Podcast.

























