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#Interview mit Stammgast Volker Raulf: WM in Aachen & was den Pferdesport 2026 wirklich bewegt

Der Pferdesport steht vor einem der größten Momente seit 20 Jahren: Im August finden die Weltmeisterschaften in Aachen statt – und die Vorfreude ist riesig. In dieser Folge ist Stammgast Volker Raulf zurück. Als Auktionator und Moderator ist er einer der renommiertesten Pferdesportexperten Deutschlands.
Gemeinsam mit Christian blickt er auf ein außergewöhnliches Wochenende beim TSCHIO Aachen zurück, ordnet Richard Vogels Aufstieg zum Publikumsliebling ein und spricht darüber, was die anstehenden Weltmeisterschaften im August für den deutschen Pferdesport bedeuten.
Außerdem nehmen die beiden eine aktuelle Studie von Riders Deal unter die Lupe: Warum verliert der Turniersport an Zuspruch? Wem vertrauen Pferdebesitzerinnen wirklich, wenn sie Fragen haben? Was gibt das Pferd, was kein Mensch ersetzen kann? Christian und Volker diskutieren, was die Studie über den Zustand und die Zukunft der Pferdewelt verrät.

Podcast Transkript

Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.

[SPEAKER 1]
[00:00:00-00:00:05]
Nach langer Zeit mal wieder eine Stammgastfolge mit Volker Rauf.

[SPEAKER 2]
[00:00:08-00:00:37]
Jeder weiß, es ist keiner noch so guter, noch Olympiasieger, noch sonst wer in der Lage, ein Pferd über 1,30 Meter zu reiten, wenn das Pferd das nicht will. Die Pferde galoppieren los, die Pferde haben das gelernt, die Pferde wollen das, die Pferde sind Sportler, die sind mitmachende Sportler, die sind Teil der Mannschaft und nichts anderes. Gegen den Willen eines Pferdes, gegen den Willen von United Touch kann United Touch kein M-Springen gewinnen, kein L-Springen gewinnen.

[SPEAKER 3]
[00:00:39-00:00:56]
Herzlich willkommen zum WeHorse Podcast. Heute mit Christian Kröber. WeHorse ist deine Lernplattform, auf der du täglich Inspirationen, Trainingstipps und das Wissen der besten Trainer bekommst, um gemeinsam mit deinem Pferd jeden Tag besser zu werden.

[SPEAKER 1]
[00:00:58-00:01:43]
Busy times ahead im deutschen Pferdesport. In diesem Jahr finden die Weltmeisterschaften in Aachen statt. Dazu kommt, dass sich die Pferdewelt stetig verändert und das Ganze wollen wir heute ein wenig einordnen. Mein Freund und Stammgast Volker Rauf ist heute wieder zu Gast. Er ist Auktionator, Moderator, Pferdesachverständiger und einer der bedeutendsten Experten des Pferdesports in Deutschland. Gemeinsam unternehmen wir eine Reise, werfen einen Blick auf die bevorstehenden Weltmeisterschaften, haben eine aktuelle Studie dabei von den Kollegen von Riders Deals zur Verortung. des Pferdesports in der Gesellschaft aktuell und einiges mehr. Ich würde sagen, keine große Vorrede. Wir steigen ein. Viel Spaß. Nach langer Zeit, Volker, bist du endlich wieder bei uns im Podcast. Hi Volker.

[SPEAKER 2]
[00:01:43-00:01:50]
Hallo Christian. Ja, ich habe leider so wenig Zeit, aber jetzt so nach Aachen geht das ja. Da müssen wir uns mal ein bisschen zurücklehnen.

[SPEAKER 1]
[00:01:51-00:02:06]
Ja, ich saß am Samstagabend hier bei uns auf dem Sofa, habe so durch die Programme geschaltet und bin natürlich beim WDR hängen geblieben. Und da habe ich dich gesehen zur besten Sendezeit 2015 vor 40.000 Menschen bei Pferd und Symphonie.

[SPEAKER 2]
[00:02:07-00:02:40]
Ja, und das hat richtig Spaß gemacht. Das war eigentlich eine geile Situation. Ich kenne ja so ein bisschen das Infield in Aachen. Ich mache ja in Aachen beim CDO auch diesen Kindertag und, und, und. Dann haben wir eine Tribüne voll, dann sitzen da 4.000, 5.000 Kinder und schreien wie wahnsinnig und haben irren Spaß, wenn wir den Kindern Reitsport ein bisschen näher bringen wollen. Aber wenn es mal rundherum voll ist und dann auch noch ein Sinfonieorchester dabei ist und dann der Dirigent auch noch sein Abschiedskonzert in Aachen gibt, das ist schon eine echte Herausforderung gewesen.

[SPEAKER 1]
[00:02:41-00:02:47]
Also es ist ja so, im Rahmen des CAO Aachen, in diesem Jahr ja so eine Kleinversion, weil die Weltmeisterschaften da sind.

[SPEAKER 2]
[00:02:47-00:03:00]
Das war das CIO. So wie der Aachener es ausspricht, der geht ja nicht zum CAO, der geht ja zu seinem CIO. Und deshalb ist das geschrieben, T.S. Davor. Das ist ein Schockall. Das war der Moment. Und zum Schio.

[SPEAKER 1]
[00:03:01-00:03:04]
Das ist eine kleine Hommage an Aachen.

[SPEAKER 2]
[00:03:04-00:03:05]
Genau so.

[SPEAKER 1]
[00:03:06-00:03:18]
Und im Fernsehen hatten die alle Probleme, das irgendwie aufzuschreiben. Also der WDR schreibt ja da immer oben rechts in der Ecke, was das gerade ist. Und dann haben die klein TS und dann groß CAIO. Da dachten die auch, die wissen auch nicht, was sie machen sollen.

[SPEAKER 2]
[00:03:19-00:03:25]
Ist doch egal. Aber egal. Die Aachener wussten genau, was es war. Und die anderen haben alle gefragt. Und so kriegten sie alle eine schlaue Antwort.

[SPEAKER 1]
[00:03:26-00:03:45]
So, und da war an dem Wochenende jetzt nur Springsport. Da ist ja der große Preis von Aachen, der von Rolex präsentiert wird. Und das ist quasi jetzt im Vorfeld der WM stattgefunden. Aber Samstagabend war Pferd und Symphonie. Das moderiert ihr seit vielen Jahren schon. Und das ist sonst aber im kleinen Stadion und dieses Jahr im großen Stadion.

[SPEAKER 2]
[00:03:45-00:04:47]
Naja, das kleine Stadion ist größer wie manches große Stadion, was wir sonst in Deutschland haben. Im Aachener Dressurstadion passen ja auch mal locker 6000 Leute rein. Da machen wir zweimal Pferd und Symphonie. Dann sind es ja auch schon wieder 12.000 Zuschauer, die wir da glücklich machen. Wo wir eigentlich tolle Musik, Ohrwürmer, im wahrsten Sinne des Wortes Ohrwürmer, mit schönen Bildern, mit schöner Reiterei, mit emotionalen Bildern, ja wollen wir die Gäste dort ein bisschen verwöhnen. Und das fand dieses Jahr im großen Stadion statt, weil wir haben ja schon im großen Stadion das Ressort-Fleck liegen. Aber es ist ja nicht nur das Ressort-Fleck, die Sandfläche dort war mal eben 75 Meter. 32 Meter, also richtig, richtig groß. Und darüber hat Frank Rotenberger keinen Parcours gebaut. Das heißt, Frank Rotenberger hat immer rundherum gebaut. Und in der Mitte hatten wir die große Dressurfläche. Und da haben wir gesagt, dann machen wir mal Pferd und Sinfonie ganz woanders.

[SPEAKER 1]
[00:04:48-00:04:52]
Aber ist ja schon auch weit weg für die Leute. Also wenn du auf der Tribüne sitzt, das sind schon ein paar hundert Meter.

[SPEAKER 2]
[00:04:53-00:05:37]
Ist weit weg für die Leute, ja. Ist weit weg für die Leute. Aber ich glaube, als es dann dämmerig wurde, dunkel wurde mit den ganzen Lichteffekten und, und, und. Das war schon eine echte Gänsehautstimmung. Ich habe ganz viele Menschen gehört, die waren begeistert. Ich habe auch einige gehört, die haben gesagt, ich konnte nicht richtig sehen. Aber das Ganze drum und dran, das war ja so rattenscharf, das war so toll. Das hat richtig Spaß gemacht. Beim nächsten Mal kaufe ich mir einfach nur andere Karten. Aber wir wissen ja noch gar nicht, ob wir beim nächsten Mal wieder ins große Stadion gehen. Ich finde dieses Heimelige vom Dressurstadion natürlich auch unheimlich klasse. Da ist es alles ganz komprimiert. Da sitzt man ganz nah dran. Und dort haben wir auch 70 mal 30, aber dann nicht noch den riesen Rasen drumherum.

[SPEAKER 1]
[00:05:37-00:05:42]
Ich habe überall nur gelesen, das erste und einzige Mal. Das erste und einzige Mal. Das stand eigentlich überall.

[SPEAKER 2]
[00:05:43-00:06:05]
So ist es kommuniziert worden. Ich wünschte mir eigentlich, dass das eine tolle Ausnahme war. Es war ein ganz spannendes Erlebnis. Es ist fürs Publikum in Aachen so die... Dieses ganz nah dran sitzen ist, glaube ich, nochmal spannender, ist, glaube ich, nochmal großartiger.

[SPEAKER 1]
[00:06:06-00:06:18]
Jetzt sportlich an dem Wochenende, Richie Vogel gewinnt großen Preis von Aachen, da liegen sie natürlich alle in den Armen, Publikumsliebling da, wenn man so die Bilder auch auf Social Media gesehen hat, der ist ja der absolute Megastar in Aachen.

[SPEAKER 2]
[00:06:19-00:08:13]
Er ist der Megastar in Aachen und er lebt das auch. Er lebt das auch im wahrsten Sinne des Wortes. Er geht in jedes Interview. Er hat spontan gesagt, ich mache bei Pferd und Symphonie mit. Er ist ja mit Luciana Denis zusammen, hat er ja eine Verfolgungsjagd gemacht. Wir hatten ja Boyd Exel, wir hatten De Grieg aus Belgien, wir hatten Bram Chardon und Anna Sandmann da. Die ganzen Top-Vier-Spinnerfahrer. Die Top-Vier-Spinnerfahrer, im Prinzip die Besten der Welt. Der eine ist Weltranglisten-Erste, der andere hat gerade letzte Woche Windsor gewonnen, der andere hat elfmal, dreizehnmal Aachen gewonnen und Bram Chardon hat fünfmal Nationenpreis in Aachen gewonnen. Sohn von Eisbrand Chardon, der nicht weniger oder besonders erfolgreich ist. Und die haben ja nachmittags noch eine tolle Geschichte gemacht bei Jump& Drive. Die wollten unbedingt dabei sein und dann haben wir das mit ihnen noch verbunden. Und das war natürlich einfach klasse gewesen. Informationen am Rande. Sonst haben wir ja immer die Vielseitigkeitsreiter beim Jump& Drive dabei. Und diesmal hatten wir ganz junge Reiterinnen, ganz junge Reiterinnen. Eine davon war Ava Ferch, die am Ende mit Anna Sandmann zusammen gewonnen hat. Und da wollte Richie Vogel, war dann auch dabei. Also Richie Vogel war nicht das ganze Wochenende fokussiert auf den großen Preis. Ich habe ein Interview mitbekommen mit Ludger Bärbaum, der dann so sagte, ja. Man muss sich dann schon am Ende auf den Sport, auf den großen Preis konzentrieren. Ob dann jedes Interview das Richtige ist, weiß ich auch nicht. Das ist so ein bisschen die Art von Ludger Bärbaum, das verstehe ich ja auch, der total sportfokussiert ist. Aber Ritchie Vogel kann total sportfokussiert sein und eben auch noch. Tja, die Sympathiekate spielen. Und das hat er in Aachen an diesem Wochenende, das muss man neidlos anerkennen, großartig gemacht.

[SPEAKER 1]
[00:08:13-00:08:29]
Ritchie Vogel ist die klare Nummer eins des deutschen Pferdesports. Wenn man jetzt ganz von außen drauf schaut und nicht nur in Disziplin denkt, ist vielleicht Isabel Wert noch ein bisschen davor, auch so in der öffentlichen Darstellung. Aber ansonsten ist Ritchie Vogel die klare Nummer eins.

[SPEAKER 2]
[00:08:29-00:08:47]
Ich glaube, im Moment ist das so. Ich glaube, im Moment ist das so. Und ich wünsche mir, dass dieser Spannungsbogen auch super gehalten werden kann bis zur Weltmeisterschaft. Dann ist das schon, dann wird das schon ein Spektakel. Und dann wird auch eine große Last auf seinen Schultern liegen.

[SPEAKER 1]
[00:08:47-00:09:03]
Er besetzt ja damit eigentlich auch eine Lücke, die es bei den Springrechern gibt, insbesondere in Deutschland, vielleicht aber auch international, weil es gibt ja niemanden, der auch Bock drauf hat. Wie du sagst, viele sind sehr schockiert. Sport fokussiert, die sind jedes Wochenende woanders. Ist der Richie Vogel auch?

[SPEAKER 2]
[00:09:03-00:09:20]
Müssen sie ja auch. Müssen sie ja auch. Aber Richie Vogel beherrscht eben die Klaviatur des Gesamten. Also erfolgreicher Sportler zu sein und sympathisch zu sein, ist ja schon immer noch ein ganz klein bisschen mehr, als nur erfolgreicher Sportler zu sein.

[SPEAKER 1]
[00:09:20-00:10:23]
Genau, und die anderen, die sind so auf den Sport fokussiert, aber sagen nicht unbedingt, du, ich will jetzt das letzte Interview noch machen oder ich mache so einen Jump and Drive mit. Alleine da, viele Veranstalter kriegen da ja gar keine Starter. Oder auch bei so einem Abend mitzureiten über Pferd und Symphonie. Das macht natürlich auch was und das schafft eine Verbindung zu Publikum. Und ich weiß gar nicht, wer davor eigentlich das so besetzt hat wie Richie Vogel. Der war ja bei uns übrigens auch im Podcast vor zweieinhalb Jahren. Und dann saßen wir danach so zusammen und da habe ich ihm auch gesagt, ich glaube, es besteht derzeit im Springsport eine Lücke, wenn du nahbar auf die Leute zugehst, dann wirst du der Publikumsliebling überall. Weil ich hatte den in dem Jahr in Mannheim gesehen, da hat er den großen Preis von Mannheim gewonnen. Und danach ist er vor dieser großen Tribüne in Mannheim bei der Ehrenrunde im Galopp ganz außen und hat die Leute so abgeklatscht. Und dann ist der Runde nach Runde, das hat der in Aachen ja genauso gemacht. Und das schafft so geile Bilder, die es sonst ja ganz selten gibt.

[SPEAKER 2]
[00:10:23-00:11:00]
Ich musste Richie Vogel in der Siegerherungsrunde auf die zweite Runde schicken und stand leider genau da. wo die Fotografen dieses Motiv aufnehmen wollten, wo er dann an der Mercedes-Benz-Tribüne entlang die Leute abklatschte. Aber ich musste ihm noch den Hinweis geben, auf die zweite Runde zu gehen. Also der Sieger reitet dann alleine ja nochmal eine Runde in der Siegerehrung und die Zweit- und Nächstplatzierten reiten raus. Ja, da habe ich aber ein richtiges Rennen mitgemacht mit den Fotografen. Also die wollten natürlich alle genau dieses Foto haben. vermeintlich, und davon bin ich überzeugt, und so verkauft er sich auch, super sympathischen Spitzensportler.

[SPEAKER 1]
[00:11:00-00:11:08]
Aber wie du sagst, jetzt bei der WM, die Latte liegt ganz oben. Sieger im großen Preis von Aachen, amtierender Einzel-Europameister. Das muss doch erstmal handeln.

[SPEAKER 2]
[00:11:09-00:11:35]
Ja, das musste er erstmal handeln. Aber so wie der dieses Wochenende gehandelt hat, auch mit der Last der zusätzlichen 500.000 Euro beim zweiten Sieg im Rolex Grand Prix in Folge, das ist schon ganz, ganz großes Kino. Und das hat er. So cool, so souverän runtergespielt. Also das war schon, das war für mich großes Kino.

[SPEAKER 1]
[00:11:35-00:11:41]
War das letztes Jahr, wo er eigentlich schon gefühlt den großen Preis gewonnen hat und den letzten um hatte? Das war letztes Jahr.

[SPEAKER 2]
[00:11:42-00:11:57]
War das letztes oder vorletztes Jahr? Am letzten Sprung hat er sich so gefreut und dann hat er das Pferd. Hinten noch eben die Stange mitgenommen und dann war es Fehler, dann war es eben doch kein Sieg. Der Sieg war ja jetzt in Genf gewesen. Nein, stimmt nicht, in den Zertungen Bosch. Der hat in Zertungen Bosch gestorben.

[SPEAKER 1]
[00:11:57-00:12:04]
Sertung Bosch, dann jetzt Aachen. Dann kommt Calgary, Bruce Meadows und dann kommt CHI Genf.

[SPEAKER 2]
[00:12:04-00:12:06]
Dann kommt es ja hierher. Genau so ist es.

[SPEAKER 1]
[00:12:06-00:12:11]
Das sind die vier Events. Und wenn du die gewinnst, das ist der Rolex Grand Slam.

[SPEAKER 2]
[00:12:11-00:12:28]
Das, was er bis jetzt erreicht hat, und er ist ja auch noch ein junger Kerl, das, was er bis jetzt erreicht hat, ist ja schon großartig. Tja, was noch kommt, werden wir sehen. Wir werden es sehen. Ich drücke ihm die Daumen. Er hat meine Sympathie. Er macht es ja nett.

[SPEAKER 1]
[00:12:29-00:13:21]
Jetzt ist das Ganze ja auch der Prolog ein bisschen für die Weltmeisterschaften, die im August stattfinden. Wenn man sich jetzt mal die Weltmeisterschaften, ich habe mir das im Vorfeld mal angeguckt, vor 20 Jahren gab es die letzten Weltmeisterschaften, damals hießen sie Weltreiter-Spiele in Aachen. Und das war ja auch ein riesen wirtschaftlicher Faktor. Über 30 Millionen Euro wurde am Gelände in Aachen investiert. Irgendwie die Stadt Aachen hat den Bahnhof saniert. Dieser Vorplatz, wo auch das Alemannia-Stadion da ist, wurde ja gebaut und so weiter. Und jetzt 20 Jahre später kommen die Weltmeisterschaften zurück. Jetzt wird nicht so viel gebaut, aber trotzdem ist das ja sowohl wirtschaftlich, atmosphärisch, inhaltlich ein Riesenevent, das vor dem Pferdesport liegt. Wie guckst du auf diese anstehenden Weltmeisterschaften?

[SPEAKER 2]
[00:13:22-00:15:16]
Naja, es wird nicht so viel gebaut, ist relativ. Es sind zwei Stallgebäude abgerissen worden in Aachen auf dem Gelände. Es ist ein Riesenstallgebäude entstanden mit an die 250 Boxen, glaube ich. Mit einem Zentralgebäude, wo für die Grooms extra eine Recreation Area, so nenne ich sie mal, geschaffen wird und, und, und, und, und. Alles hochmodern, alles top. Die Boxenbände sind wegzuklappen, die Boxen sind riesig groß. Das hat am Freitagabend für die Equipe-Chefs und die Teilnehmer schon mal so eine Grillbegehung gegeben, so will ich das mal nennen. Man hat sich mal getroffen in den neuen Stallungen. Das ist Tierwohl, was da gebaut wurde. Da ist sehr bewusst darauf geachtet worden, echte, echte Verbesserungen für die Pferde zu schaffen. Das ist das eine. Das andere ist, überall in Aachen hast du jetzt auf den Wegen für sehbehinderte Menschen so Leitwege. Das Kopfsteinpflaster ist an der einen oder anderen Stelle glatt gemacht worden, damit keiner stolpert über diese Köpfe des Kopfsteinpflasters. Also es ist, was Inklusion angeht, ist da unendlich viel gemacht worden, unendlich viel gemacht worden und wird auch noch gemacht bis zur Weltmeisterschaft. Und eben Tierwohl, Stichwort Stallneubau, ein Riesenstall vorne an der Ecke. Wenn man drauf zukommt aufs Aachener Gelände, sieht man das gleich, ein Riesending gebaut worden, toll und nur pro Pferd. Da gibt es nichts anderes. Das Thema heißt Pro. Pferd in Aachen. Spitzensport ist ja auch nur möglich, wenn wir Pferde haben, denen es gut geht, die top fokussiert sein können, die einfach auch, wenn sie nicht im Springparcours sind, auf der Wohlfühlwiese in Aachen untergebracht sind.

[SPEAKER 1]
[00:15:16-00:15:50]
Ja, und am Ende ist das ja eine der Hauptdinge, die sich verändert haben im Vergleich zu 2006. Da war ja auch die Euphorie von der Fußball-Weltmeisterschaft auch noch da. Da war ja das ganze Land eigentlich in so einem Sporttaumel und das große Sommermärchen wurde ja eigentlich nur verlängert in Aachen. Das ist jetzt ja anders, weil wir sind im vierten Jahr der Rezession in Deutschland. Also die Stimmung ist eine ganz andere. Und dieses Thema Tierwohl ist ja auch an einem ganz anderen Punkt in der Agenda. Und wahrscheinlich steht Aachen ja so stark wie noch nie ein Event in der Geschichte im Mittelpunkt dieser ganzen Geschichte.

[SPEAKER 2]
[00:15:50-00:17:13]
Oh ja, oh ja, und das merkt man auch und ich glaube, auch die Reiter haben es verstanden. Also mir ist aufgefallen und ich finde das wirklich auch klasse und man kann es ja auch mit diesem Zeigen wunderbar in Szene setzen. 90 Prozent der Reiter sind in den Springprüfungen wirklich am langen Zügel mit einem relaxten Pferd reingeritten. Und nach dem letzten Sprung haben sie geklopft und sind genauso am langen Zügel rausgeritten. Mir ist das noch nie so aufgefallen wie in diesem Jahr. Ich glaube, die Reiter haben es auch verstanden. Und die Reiter kriegen, glaube ich, auch zum Sportler. zum Mitsportler fährt, kriegen die auch neben der ganzen Anspannung, fehlerfrei reiten zu müssen und reiten zu wollen, wenn man vorne dabei sein will, kriegen die auch jetzt das Gefühl, Mensch, man muss auch mal fünf gerade sein lassen. Wir müssen auch mal mit Relax draus reiten. Wir müssen einfach auch mal... Ruhe reinbringen in die ganze Geschichte. Und das wurde aus meiner Sicht toll von unglaublich vielen Reitern gezeigt. Und das wird ja nicht in Aachen gezeigt. So reiten die dann ja auch, wenn sie ihre Pferde trainieren. Die haben genauso Relaxphasen und, und, und, und, und. Das ist einfach jetzt so. Da hat sich echt viel geändert. Der Blick ist ein anderer geworden, glaube ich. Und das ist gut so.

[SPEAKER 1]
[00:17:14-00:17:40]
Ja, und am Ende wirst du auch nicht anders drum zukommen. Also ich habe mir das auf Social Media wieder angeschaut, was da rund um so ein Event wie in Aachen los ist. Ich glaube inzwischen, da ist auch ein Anteil an Bots dran, die das kommentieren. Also es sind nicht nur echte Menschen. In einer Schnelligkeit kommen ja da sofort Kommentare gegen Pferdesport. Da sind legitime Dinge dabei, nicht falsch verstehen, aber da sind auch inzwischen manche Dinge dabei, wo du denkst, das ist alles auch ein bisschen verquer.

[SPEAKER 2]
[00:17:40-00:19:20]
Das ist alles ein bisschen verquert und wir haben natürlich als Pferdeleute ein gravierendes Problem. Es wird, glaube ich, langsam besser. Wir müssen einfach vor die Welle kommen. Wir sind immer hinter der Welle. Wir werden beschimpft, beschuldigt und alles ist schlimm. Und wir Pferdeleute, dass man überhaupt ein Tier in der Öffentlichkeit zeigt und mit dem Tier irgendetwas... Macht, ob das unsere Freundin Anne Krüger-Degener ist, mit ihren Pferden und ihren Hunden und ihren Schafen. Die wird genauso beschimpft, habe ich jetzt gelesen in den sozialen Medien, wie eine Peru, wie unser Gast aus Frankreich, die ohne Zaumzeug reinkommt, im Sattel sitzt, zwei Pferde dabei hat und einfach mit ihren Pferden wie ein unsichtbarer Handspiel, Tanz und Spaß und Freude hat. Und selbst da steht dann drunter, wie kann man ein Pferd so in die Öffentlichkeit zwingen? Ja, dann muss ich einfach sagen, dann schreib doch, was du schreiben willst, dann ist es eben so. Aber wir müssen... Es vorleben. Wir müssen leben, wie wir mit unseren Pferden umgehen. Wir müssen leben, wie wir ein Pferd zum Sport hin entwickeln. Und jeder weiß, du weißt es und alle anderen wissen es auch, die sich damit beschäftigen. Es ist keiner noch so guter, noch Olympiasieger, noch sonst wer in der Lage, ein Pferd über 1,30 Meter zu reiten, wenn das Pferd das nicht will. Die Pferde galoppieren los, die Pferde haben das gelernt, die Pferde wollen das, die Pferde sind Sportler, die sind mitmachende Sportler, die sind Teil der Mannschaft und nichts anderes. Gegen den Willen eines Pferdes, gegen den Willen von United Touch, kann United Touch kein M-Springen gewinnen. Kein L-Springen gewinnen.

[SPEAKER 4]
[00:19:20-00:19:22]
Ich würde sagen, gar kein Springen gewinnen.

[SPEAKER 2]
[00:19:22-00:21:23]
Weil der Goethe würde dann gar nicht in so einen Platz reinlaufen. Die haben nämlich auch Wiedererkennungswerte. Oh, so einen Springplatz schon wieder will ich gar nicht. Der wird ja gar nicht rein. einlaufen, wenn das nicht wollte. Also, hundertprozentig. Das erzählt mir keiner. Und ich glaube, ich habe es heute Morgen gelesen, ich weiß nicht, ob ich es richtig wiedergeben kann, es wird ja von vielen die Natur dermaßen romantisiert, so wie in so einem Disney-Film, wie in so einer heilen Welt, Filmchen, alles ist schön, alles ist süß und so müsste das sein. Das ist ja alles Quatsch. Wir müssen in der Realität sein. Denkt doch mal an den Wald Timmy, was um den Wald Timmy alles gemacht wurde. Wenn so ein Tier nicht mehr leben will und sterben will, ja meine Güte, wir Menschen können uns doch nicht dazu erheben und zu sagen, du musst weiterleben. Was soll das denn? Also ich finde es ganz schrecklich, was wir in Tiere hineininterpretieren. Das nächste Beispiel ist, jetzt haben wir Hochsommer. Es kommt aber demnächst Herbst und dann kommt der Winter. Und wenn im Herbst irgendwann der Erste friert und sich eine dickere Jacke anzieht, dann muss das arme Tier, was gerade ein Winterfell entwickelt hat, muss eine Decke tragen. Und dass es dann sich nicht mehr richtig wohl fühlt, weil es einfach noch eine dicke, warme Decke auf sein jetzt wachsendes Winterfell kriegt. Katastrophe. Aber dieses Mensch-Empfinden in ein Tier hineininterpretieren und das zum absoluten Faktum zu erheben und zu sagen, es kann ja nur so sein, weil ich es mir gar nicht anders vorstellen kann. Das ist eine Katastrophe und das lassen wir bei uns ergehen. Wir als Gesellschaft. Der Pferdeleute lassen das über uns ergehen und lassen uns das von Menschen erklären und beibringen, wo ich jetzt nicht immer weiß, ob die wirklich da alles so genau wissen. Sie glauben alles sehr genau, aber... Wissen und Vermuten und Glauben sind ja doch wirklich zwei ganz unterschiedliche Paar Schuhe.

[SPEAKER 1]
[00:21:24-00:21:51]
Bei Wald-Timmy war es ja sogar so, das hat so viel Aufmerksamkeit erzeugt. Und die Bild-Zeitung hat da ja einen, jetzt wenn man nur rein so aus Mediensicht drauf schaut, einen fantastischen Job gemacht. Die haben ja so einen Live-Ticker eingerichtet und dann wirklich alle fünf Minuten gab es irgendein Update, einen Livestream als irgendeinen Wahlexperte auf 50 Meter mit dem Boot rangefahren ist, wurde das gezeigt. Und das ist ja schon zum Geschäftsmodell geworden.

[SPEAKER 2]
[00:21:51-00:21:51]
Ja, klar.

[SPEAKER 1]
[00:21:53-00:22:34]
Das A, Medien, aber es gibt zum Beispiel eine Seite, da konntest du den Timmy Live Tracker dir anschauen. Ich glaube, der hieß sogar Timmy Tracker oder so. Da konntest du dann, als er dann weggefahren wurde, genau die Position des Schiffs lokalisieren. Und es war am Ende mega schlau gemacht, aber es haben halt Leute auch extrem viel Geld dran verdient. Und das ist halt nicht, viele glauben immer, dass es dann, und das ist dasselbe im Pferdesport auch, die Extreme haben auch häufig klare Interessen. Und das ist nicht so, dass es alle immer nur... Ja, logisch. Ja, logisch. Weil wir alle so lieb sind und alle so toll sind. Genau. So ist es ja gar nicht.

[SPEAKER 2]
[00:22:35-00:22:36]
Genau so ist es.

[SPEAKER 1]
[00:22:37-00:22:49]
Gut, aber um mal einen Strich unter Aachen jetzt zu machen, wird das denn genau so eine Bedeutung haben wie 2006? Also glaubst du, das ist auch so das größte Fest des Pferdesports der kommenden 20 Jahre?

[SPEAKER 2]
[00:22:49-00:23:58]
Ich kann das, glaube ich, an zwei unterschiedlichen Ebenen beschreiben. Die Mitarbeiter in Aachen, in Aachen ist ja inzwischen wirklich ein ganz, ganz junges Team, die dort verantwortlich sind für Abläufe, für den Sport und so weiter und so fort. Wirklich ein tolles, tolles, junges Team. Für die war das Warmlaufen. Die waren Sonntagabend alle glücklich, dass es so gelaufen ist und sowas von fokussiert auf die Weltmeisterschaft und freuen sich auf die Weltmeisterschaft. Und genau dasselbe hörte ich eigentlich über das ganze Wochenende, wenn man im Zuschauerbereich war. Ich meine, ich bin ja schon viele Jahre in Aachen dabei. Man kennt ja auch viele Menschen und alle sagten, boah, wenn das jetzt zur Weltmeisterschaft auch so toll wird und hoffentlich auch mit dem Wetter so gut wird, das wird großartig. Ich habe schon Karten, ich habe dafür schon, ich habe dafür schon. Also so wie ich gehört habe, soll die Dressur, Kür soll ausverkauft sein Samstagabend, das finale Springreiten soll ausverkauft sein. Ich glaube, wir werden am Geländetag in der Vielseitigkeit eine komplett volle Sörs erleben. Also das wird großartig. Ja, ich glaube, die Leute sind alle total positiv angespannt.

[SPEAKER 1]
[00:23:58-00:25:48]
Da drücken wir die Daumen. ... Wunderbar wird. Also so von außen betrachtet würde ich sagen, es ist alles vorbereitet und gerichtet, dass es fantastisch wird. Werbung. Wir sprachen ja über die anstehenden Weltmeisterschaften in Aachen im August diesen Jahres. Und aus sportlicher Sicht ist einer der Meilensteine auf dem Weg dorthin das Longin-Balve-Optimum. Die deutschen Meisterschaften im Springreiten, Dressurreiten und inzwischen auch in der Paradrissur. Das Ganze findet im malerischen Sauerland statt, in Balve und beginnt schon am kommenden Mittwoch. Der Donnerstag, der Tag drauf, ist unter anderem Jahr in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg ein Feiertag und somit eine großartige Gelegenheit, dort mal vorbeizuschauen. Neben den sportlichen Medaillenentscheidungen gibt es ein ausgiebiges Ausstellungsgelände, am Samstagabend eine legendäre Abendshow und einiges mehr. Infos und Karten findet ihr unter www.balve-optimum.de. Ich werde auch alle Tage da sein, unter anderem ein paar Podcasts aufnehmen. Vom 3. Bis zum 7. Juni das Longin Balve Optimum. Viel Spaß! Werbung Ende. Volker, ich habe eine Studie noch mitgebracht, über die wir auch noch ein bisschen sprechen wollen. Hier bei uns intern habe ich die wirklich jedem auf den Tisch gelegt und gesagt, die muss gelesen werden. Die Kollegen von Riders Deal, auch hier Freunde unseres Hauses, viele Grüße an dieser Stelle, haben eine Studie überschrieben mit, was die deutschsprachige Pferdewelt 2026 wird. bewegt, eine umfassende Bestandsanalyse gemacht mit 3500 Studienteilnehmern. Und da sind ein paar spannende Sachen drin, da würde mich interessieren, wie du das Ganze siehst. Volker, ich gehe mal auf einige Hauptpunkte ein hier zu der Studie und wir können da mal gemeinsam durchgehen. Wir knüpfen einfach an das Thema Turniersport erstmal an.

[SPEAKER 2]
[00:25:48-00:25:48]
Ja.

[SPEAKER 1]
[00:25:48-00:26:16]
Hier unter den Studienteilnehmern sagen 71 Prozent, sie fahren nicht mehr aufs Turnier. Grund Nummer eins, zu viel Aufwand. Grund Nummer zwei, Stress fürs Pferd. Das sind die beiden Hauptdinger. Würde ich sagen, jetzt wenn man das so sieht auf einer Folie, 71 Prozent ist schon krass. Man sagt ja immer, Turniersport steht sehr unter Druck. 71 Prozent der Reiter sagen, sie wollen nicht mehr aufs Turnier gehen. Finde ich schon eine Hausnummer.

[SPEAKER 2]
[00:26:16-00:28:40]
Also ich glaube, der sportambitionierte Reiter, der Reiter, der eigentlich... Den Reitsport auch als permanente Ausbildung von Mensch und Tier sieht, also als einen Prozess, als einen lebenslangen Prozess. Ich glaube, der sieht das anders. Man muss das aus meiner Sicht vielleicht auch ein bisschen interpretieren. Es gibt viele Menschen, die sagen, das ist alles ganz schön teuer. Sodass die letzte Möglichkeit, ganz vorne dabei zu sein, habe ich auch nicht. Dann kann ich doch besser im Gelände reiten, dann kann ich doch besser andere Wege gehen. Ich glaube, das ist am Ende das Ergebnis. Also wenn jetzt 71 Prozent... im Turniersport weggebrochen wären tatsächlich, wären ja höchstwahrscheinlich die Zahlen bei der FN im Jahresbericht schön geredet. Das glaube ich jetzt nicht unbedingt. Was ich glaube ist und was ich auch sehe, ist, dass kleine ländliche Turniere, die wir kennen hier im Rheinland, da war Pfingsten da und da und da und da gab es Turniere. Das gibt es nicht. Das gibt es nicht. Und ich habe Turnierveranstalter in Aachen getroffen. Da habe ich nämlich gesagt, ihr habt ja kein Turnier dies Wochenende. Nee, nee, wir machen jetzt schon zwei Jahre kein Turnier mehr. Wir haben ja nur einen Grasboden. Die Leute wollen auf Sand reiten. Wir haben keine richtige Möglichkeit mit dem Abreiteplatz. Das wollen die nicht. Und wenn dann keine Verköstigung ist, also nicht genug da sind und wir können keinen Umsatz mit Gastronomie machen, dann machen wir lieber kein Turnier. Also das ist auf beiden Seiten so ein bisschen so. Und ich glaube, da entwickelt sich so ein Abwärtstrend, der auch so ein bisschen so da herbeigeredet wird. Ich auf der anderen Seite jetzt vermehrt sehe, dass es genau die Veranstalter wieder zu anderen Zeiten unbedingt ein oder zwei WBO-Turniere machen. Das sind dann Turniere mit viel, viel geringeren Kosten, aber unbedingt notwendig, um die Jugend an den Reitsport zu kriegen, um die Einsteiger wieder an den Sport zu kriegen. Ich glaube, dass mit der Turnierkrise 71 Prozent, da wird... Die Kartoffel deutlich heißer gegessen, als sie wirklich ist, ist mein Bauchgefühl. Die Umfrage sagt was anderes. Mein Bauchgefühl ist, es gibt weniger Turnier. Ja, das stimmt. Es sind auch mehrere, die sagen, nee, ich will das nicht mehr, aber ich sehe die nicht bei 71 Prozent.

[SPEAKER 1]
[00:28:41-00:29:04]
Am Ende musst du ja auch von der Wirtschaftlichkeit gucken. Wenn du sagst, ich richte ein Turnier aus, um die Leute wieder mehr ans Reiten zu binden, hat das ja auch eine betriebswirtschaftliche Komponente, weil ich möchte, dass Reiten bei den Leuten weiter aktuell ist, dass sie weiter die Stahlmiete bezahlen und Spaß an der Sache haben. Deswegen vielleicht ist das ja auch eine ganz gute Bereinigung, die da stattfindet, dass man einfach sagt, man... Man stellt das auf andere Füße.

[SPEAKER 2]
[00:29:04-00:30:40]
Das wollte ich gerade sagen, weil diese WBO-Turniere werden auf einmal von professionellen Reitbetrieben organisiert. Also nicht von dem Reiterverein oder in Verbindung mit dem Reiterverein. Da ist dann nicht mehr der Reiterverein der Ausrichtende, sondern da sind ja die Reitschulen selbst daran interessiert, um dadurch auch Nachwuchs zu generieren. Das ist natürlich auch ein Riesenproblem mit den Vereinen. Viele Vereine haben sich toll, toll, toll weiterentwickelt, aber einige Vereine haben es auch vergessen. Da gibt es dann natürlich auch den 70-jährigen oder 72-jährigen Vereinsvorstand, der sagt, ja, das stimmt, wir müssen da ganz viel ändern, aber ich bin doch noch drei Jahre Vorsitzender, da wollen wir jetzt mal nichts ändern und danach könnt ihr Jungen das ja machen. Und da ist natürlich viel Stillstand draußen im Land. Und da hat man dann auch Respekt vor den Alten. Den will man auch die letzten drei Jahre nicht versagen. Aber das schadet natürlich letztendlich der gesamten Szene. In Bayern nebenbei ist ja jetzt gerade ein richtiger Generationenwechsel vollzogen worden beim Bayerischen Pferdezuchtverband. Also langjährige Präsiden sind nicht wiedergewählt worden. Erfahrene Menschen jenseits der 70 und dort gibt es jetzt einen 49-jährigen Bayerischen Zuchtverbandsvorsitzenden. Finde ich großartig mit einer ganz jungen Mannschaft und ich wünsche denen, dass die das richtig auf die Reihe kriegen. Jetzt haben sie alle Möglichkeiten. Es einfach pfiffig zu machen.

[SPEAKER 1]
[00:30:41-00:30:44]
Wobei jetzt 49 auch nicht ganz blutjung ist.

[SPEAKER 2]
[00:30:44-00:31:25]
Naja gut, aber wenn du gerade mal Verbandspräsident bist für ein Bundesland wie Bayern, das ist ja schon ziemlich groß, dann musst du ja schon mal erstmal dein berufliches Umfeld gut sortiert haben, bevor du dann dir auch noch so ein Ehrenamt des Präsidenten des Bayerischen Pferdezuchtverbandes antust. Da geht es dann ja auch noch um die Kaltblüter, um die Haflinger, die ja eine ganz, ganz starke Truppe sind in Bayern und dann noch der Warmblutbereich. Und das dann noch in ganz vielen unterschiedlichen Landesverbänden in Bayern. Bayern ist ja schon eine Spezialkonstellation. Eigentlich steht Bayern für totales Beharren. Und hier haben sie mal einen richtigen Schnitt gemacht. Also es ist nicht alles negativ. Ich finde es großartig, dass das möglich ist. Und das ist eben alles möglich in der Demokratie.

[SPEAKER 1]
[00:31:25-00:32:08]
Wenn wir jetzt mal weitergehen, das finde ich auch spannend. Wem wird vertraut? Das war auch eine Frage, also wem Stallbesitzerinnen und Stallbesitzer vertrauen. Und da war die Frage konkret, wenn du eine Frage zu deinem Pferd hast, was machst du zuerst oder besser gesagt, wen fragst du zuerst? Die meisten sagen Tierarzt oder Trainer. Stallkollegen ist an drei und an letzter Stelle Instagram und YouTube. Deckt sich, würde ich sagen, nicht mit dem, wenn du jetzt einen Schnitt über die Bevölkerung machst und fragst, wenn du eine generelle Frage hast, wo gehst du hin? Klar, da gibt es nicht einen Tierarzt und einen Trainer. Aber da würde, glaube ich, Social Media und Google deutlich höher stehen. Ist auch was sehr Reitsportspezifisches.

[SPEAKER 2]
[00:32:08-00:34:10]
Da würde Google und Chat, GPT und KI würde da ganz weit vorne stehen. Selbst wenn ich überlege, wie könnte ich meine Spargelcremesuppe, die ich gestern gemacht habe, noch ein bisschen besser machen, dann gucke ich mal eben schnell in sozialen Medien, weil da gibt es Rezepte, die sind von 40.000 Menschen getestet worden vorher. Und wenn da fünf Sterne dran sind, dann weiß ich, das kann ich ganz schnell nachmachen, das wird garantiert schmecken. Also das stimmt. Mich wundert, dass der Tierarzt so weit vorne ist und nicht der Trainer vorne ist, weil eigentlich bin ich doch als Reiter der Sportler. Ich habe mein Pferd, das ist auch ein Sportler. Und um das zu spiegeln, ob das richtig ist, ob das gut ist, ob das alles passt, was ich mache, ob sich das auf dem richtigen Weg entwickelt, bin ich doch eigentlich mit meinem Trainer. Beim Trainer inkludiere ich jetzt auch mal, wenn sie aus dem Reitsport kommen. Vater, Mutter, die ja auch oft bei den Jüngeren die Trainerfunktion übernehmen oder übernommen haben, dann eigentlich erst am zweiten oder dritten Schritt den Tierarzt. Was aber wiederum vielleicht einen Hinweis darauf gibt, dass viele Informationen, die in den sozialen Medien geschrieben werden, wo immer alle wissen, ganz genau wissen, wie das alles geht mit dem Pferd und wie man was machen muss, vielleicht doch nicht so stimmt. Die fragen dann doch alle eigentlich auch erst den Tierarzt. Das ist interessant. Also ich käme gar nicht auf die Idee, zuerst den Tierarzt zu fragen. Zuerst würde ich mal versuchen, selbst zu ergründen. Wenn es ein medizinisches Problem ist bei der reiterlichen Entwicklung, käme ich gar nicht auf die Idee, den Tierarzt zu fragen. Und wenn wir das Gefühl haben, das Pferd ist ein bisschen verspannt oder, oder, oder, rufen wir nicht den Tierarzt, sondern fragen den, der so tolle Finger hat, dass der als Physio uns dabei helfen kann. Also der Tierarzt wäre bei mir eigentlich erst an dritter Stelle. Bei mir jetzt persönlich. Und der Trainer und die Stallkollegen in einem guten Stallumfeld, ja, die Stallkollegen an erster und zweiter Stelle. Das Buch, das wird natürlich immer weniger. Google ersetzt offensichtlich das Fachbuch.

[SPEAKER 1]
[00:34:10-00:34:19]
Ja, und es werden jetzt auch viele Fachbuchverlage eingestellt. Also der wahrscheinlich größte Verlag, Cosmos, stellt die Pferdebücher ein.

[SPEAKER 2]
[00:34:19-00:34:25]
Interessant, sehr interessant, sehr, sehr interessant, sehr schade, aber es wird nicht genug gelesen.

[SPEAKER 1]
[00:34:26-00:34:28]
Ja, es ist, glaube ich, auch eine generelle Entwicklung.

[SPEAKER 2]
[00:34:28-00:34:39]
Ich meine, Bücher produziert man. damit sie gedruckt werden, damit sie verkauft werden. Und wenn sie nicht genug verkauft werden, dann ist es unglaublich schade. Unglaublich schön.

[SPEAKER 1]
[00:34:39-00:34:52]
Dann, wenn man schaut, und das ist wahrscheinlich nochmal eine Ebene tiefer, was gibt dir das Pferd, was dir sonst keiner geben kann? Das fand ich auch spannend. 41% nennen Ruhe als Top-Antwort.

[SPEAKER 2]
[00:34:52-00:34:54]
Ja, das kann ich nachvollziehen.

[SPEAKER 1]
[00:34:54-00:34:55]
Das finde ich auch, macht absolut Sinn.

[SPEAKER 2]
[00:34:56-00:35:29]
Das macht absolut Sinn. Das fängt bei uns morgens an, wenn du morgens in den Stall gehst und die Pferde fütterst. Das ist in der Futterzeit immer so eine angespannte Ruhe, Aufregung, Freude. Also ich subsumiere in diesem Begriff jetzt mehreres, aber es hat trotzdem was mit Ruhe zu tun. Und ich gehe in den Stall rein, ich mache grundsätzlich die Boxentür auf, weil ich zum Trog laufen muss, gehe dann dahin, klopfe das Pferd, das Pferd antwortet mir irgendwie. Das ist schon morgens was. Das ist schon so wie in einer gut funktionierenden Familie. Das kann ich sehr gut nachvollziehen.

[SPEAKER 1]
[00:35:29-00:36:18]
Und das ist, das versuche ich auch immer den Menschen, die bei uns hier bei WeHouse arbeiten, die nichts mit Pferden zu tun haben, zum Beispiel unsere Softwareentwickler, denen immer zu sagen, dass man Reiten nicht als Sport sehen sollte. Also es ist nicht ein Sport wie Fußball oder Tennis, sondern man muss es eher als Lifestyle, Lebenseinstellung, Way of Life sehen, als Hobby. Und das unterstreicht das ganz gut, weil Ruhe... Das erwartest du vielleicht auch von deinem Ehepartner oder von deinem Umfeld. Die weiteren Antworten sind ja ähnlich. Liebe und Vertrauen, Auszeit vom Alltag, Glück und Freude, sogar Therapie und Mental Health wird hier genannt. Bedingungslose Akzeptanz, das sind ja Dinge, ich glaube, wenn du jetzt einen Fußballer fragst, Glück und Freude bestimmt, aber da wird kaum bedingungslose Akzeptanz und Liebe und Vertrauen vorkommen.

[SPEAKER 2]
[00:36:18-00:37:15]
Bedingungslose Akzeptanz kann auch ziemlich fehlinterpretiert werden. Ich habe gerade im ersten Moment gestockt und dann glaube ich im Umfeld dieses Antwortskatalogs die richtige Interpretation für mich gefunden. Aber Erdung oder Liebe und Vertrauen oder Auszeit vom Alltag und Erdung ist ja eigentlich auch ein bisschen dasselbe. Der Spiegel, das Pferd spiegelt den Menschen, müsste eigentlich viel weiter oben stehen. Aber ich glaube, das wird gar nicht so wahrgenommen, als dass das Pferd dich permanent spiegelt. Das Pferd spiegelt dich morgens schon beim Füttern. Das Pferd spiegelt dich, wenn du das Pferd aus der Box nimmst. Ob du angespannt aus dem Büro kommst oder ob du total relaxed von der Couch kommst, das Pferd spiegelt dich. Wenn du das Pferd aus der Box nimmst zum Putzen und beim Reiten ist das noch viel, viel, viel extremer. Ich sehe den Pferden eigentlich ganz, ganz oft an, wie der Mensch gerade drauf ist, der da oben drauf sitzt. Das sieht man dem Pferd an.

[SPEAKER 1]
[00:37:15-00:38:25]
Ich war vor ein paar Wochen in den USA und da habe ich mit einem Startup aus der Pferdewelt auch gesprochen. Da ging es so um, wie entwickelt sich der Reitsport, werden in der Zukunft mehr oder weniger Menschen reiten. Und wir sagen ja in Deutschland häufig, naja, werden jetzt mehr Menschen. Wahrscheinlich bleibt es irgendwie gleich und schafft sich ein Mensch nochmal ein weiteres Pferd an, auch eher ein Fragezeichen. Und die Amis, insbesondere wenn sie so aus dem Tech-Bereich kommen, sagen, wir werden durch KI eine so große technologische Welle bekommen, dass Menschen wieder das Gefühl haben wollen, sich mit Lebewesen oder mit echten Dingen zu verbinden. Und ich glaube, das spielt ja hier total auch rein. Das zeigt das ja. Menschen jetzt schon sagen, Ruhe, Liebe, Vertrauen, das sind für mich wichtige Dinge. Die werde ich auch in der Zukunft vielleicht noch als wichtiger erachten, wenn ich eigentlich... Sehr viel mit KI zu tun habe. Und das werden wir alle. Also jeder Bereich wird extrem von KI durchdrungen werden. Und das ist ja eigentlich ein positives Bild, was der Pferdesport auch leisten kann. Ich finde es eigentlich, könnte man sagen, ist es ein Signal, Pferdesport wird sogar wachsen.

[SPEAKER 2]
[00:38:25-00:40:00]
Ich habe gerade jetzt am letzten Wochenende in Aachen, habe ich das ein paar Mal gehört, in ganz, ganz unterschiedlichen Gesprächen, in ganz unterschiedlichen Zusammensetzungen von Gesprächsgruppen, habe ich gehört, dass die Menschen, weil sie vielleicht auch oft, sie nutzen alles schon KI, aber ich glaube, die wenigsten verstehen ja KI. Ich glaube, das Problem ist, jeder will so schnell wie möglich jetzt KI nutzen können, um auch mitreden zu können. Das ist ja ein ganz normaler Vorgang. Aber ich kriegte dann in Aachen mit, boah, wie... Toll, das hier, alles so, real life, das ist alles fassbar. Der Mensch sehnt sich meiner Meinung nach nach echter Realität, nach Anfassen, nach Spüren, nach Fühlen. Das ist total wichtig, weil dieser Punkt KI ist... Glaube ich, notwendig. Da kommt jetzt unheimlich viel auf uns zu, aber wir müssen alle noch gemeinsam unendlich viel damit lernen, umgehen lernen. Und deshalb sehnt sich der Mensch, glaube ich, im Moment schon gerade wieder, und das ist ja ganz früh in dieser KI-Phase, dass das jetzt schon der Fall ist, total wieder nach dieser Beziehung, nach diesem realen Leben, nach diesem Angucken und eben nicht der animierte Film oder das animierte hier oder das animierte da oder dass dein Handy dir sagt, was du gerade gesagt hast, dazu habe ich jetzt auch gleich ein Angebot von XY für dich, kauf es schnell, weil morgen gibt es es nicht mehr. Nein, das Reale, die Leute sind heiß darauf, das merke ich, das merke ich total.

[SPEAKER 1]
[00:40:00-00:40:35]
IRL or AI? In real life oder KI? Das sind, glaube ich, die beiden Zustände. Entweder du machst irgendwas mit KI oder du bist im realen Leben. Das ändert auch massiv viel mit den ganzen Social Media und so weiter. Da sieht man ja auch Rückgänge übrigens inzwischen. Also anders als noch vor einigen Jahren, wo du immer gesagt hast, Leute werden mehr posten, werden sich mehr damit beschäftigen, siehst du jetzt gerade auch in den jungen Altersgruppen, dass es wieder am sinken ist, weil diese Überforderung zu stark ist. Deswegen entweder im echten Leben oder irgendwas mit KI. Dazwischen gibt es kaum noch was.

[SPEAKER 2]
[00:40:35-00:41:01]
Gibt es kaum noch was und KI kommt und KI wird immer mehr und wird immer präsenter. Das ist alles gar keine Frage. Und deshalb ist dieses IAL so wichtig, so notwendig. Und da sind wir alle gefragt, du auch als Moderator auf vielen Pferdesportveranstaltungen, den Menschen auch eben genau das zu geben. Aber eben nicht romantisiert, sondern als echtes Leben. Das ist wichtig.

[SPEAKER 1]
[00:41:01-00:41:05]
So, haben wir noch irgendwas, Volker, hier in dieser Studie? Finden wir noch irgendwas Spannendes?

[SPEAKER 2]
[00:41:05-00:42:13]
Was nervt im Reitsport? Neid und Missgunst. Ja, das nervt überall. Der eine ist erfolgreich und der andere ist unerfolgreich. Das weiß man vorher. Ob die Tierwohldiskussion nervt mit 3,3 Prozent, das weiß ich nicht. Ich finde es ja in Ordnung, wenn wir fachlich, sachlich, sauber uns mit dem Tierwohl auseinandersetzen, so wie sich Aachen auch im Rahmen des Neubaus mit den Stallungen damit auseinandergesetzt hat und gesagt hat, das machen wir jetzt so, dass die Pferde, wenn die in den anderthalb Wochen hier sind, dass es den Pferden an nichts fehlt. Ich meine, das ist doch absolut positiv und wir müssen uns halt nicht jagen lassen von Menschen, die für sich einen Anspruch nehmen, ich bin Tierrechtler und ein Tier führt man nicht vor. Der Meinung kann man sein, das ist in Ordnung, aber ich habe diese Meinung nicht und nehme auch für mich das Recht in Anspruch. Anspruch, diese Meinung eben nicht zu haben. Aber deshalb bin ich nicht besser oder schlechter als ein anderer. Nur ich glaube, Meinungen sind eben genau das, was sie sind. Meinungen. Und das muss nicht immer auch gleichzeitig wissend sein.

[SPEAKER 1]
[00:42:13-00:42:54]
Ich glaube, damit können wir einen Strich unter die Studie machen. Und Volker, sind wir gespannt natürlich, was jetzt der Impact der Weltmeisterschaften dann real sein wird. Neben dem, was natürlich in Aachen passiert. Ich glaube, wenn ich mit Leuten auch aus der Industrie spreche, mit großen Marken, viele erhoffen sich so einen Impuls. In manchen Bereichen schon die Stimmung schlecht ist. Das liegt gar nicht per se am Pferdesport, weil die Stimmung allgemein ja eher negativ ist. Die Leute gucken eher nach unten als nach oben, eher so rein in die Klippe anstatt hoch an den Berg. Und ich glaube, viele hoffen sich so von den Weltmeisterschaften den Impuls der Positivität. Und ich glaube, vielleicht erleben wir das auch.

[SPEAKER 2]
[00:42:55-00:44:55]
Ja, vielleicht erleben wir das auch. Und ich glaube, aber so ein bisschen sind wir, ich will ja nicht immer sagen wir Deutschen, aber so ein bisschen ist ja so unsere Gesellschaft auch so eingestellt, dieses immer erst mal gucken, wo das Problem ist und auch zu überlegen, wer ist schuld daran. Es sind natürlich immer die anderen und alles ist schrecklich. Wenn ich alleine denke, wir hatten in Aachen jetzt in diesem Pferd und Symphonie ein Schaubild einer Truppe, einer Reitschule aus den Niederlanden. Das waren kleine Kinder, die waren, ich glaube, so zwischen acht und zehn. 10, 11 Jahre alt, die ritten alle auf Shetland-Ponys, die machten 8 Kinderfahrschule vom Sattel, also 8 Kinder mit 64 Shetty-Beinen. Und da weiß ich von dieser Reitschule, Herr Zeskam, die haben 400 Kinder die Woche, 77 Reitschulponys, haben zwei große Reithallen, die sind immer voll, die haben Warteliste. Das ist die These, wie es in Holland geht. In Deutschland sagt dir jeder, ich muss den Schulbetrieb abschaffen. Die Kinder müssen ja jetzt bis nachmittags in die Schule. In Holland gehen die, glaube ich, noch eine Stunde oder anderthalb Stunden länger in die Schule wie in Deutschland. Der Tag ist noch anders getaktet in Holland bei den Schulkindern. Jetzt müssen die Kinder nachmittags in die Schule. Da kann man ja keinen Reitsport mehr machen, dann schaffe ich die Schulpferde ab. Also dieses immer das Negative sehen, zu versuchen, daraus was Gutes zu machen. Das ist einfach das, was uns total oft abgeht. Und meine Güte, wir müssen das alles mal wieder ein bisschen, bisschen positiver sehen und auch mal versuchen, kreativ zu sein und Lösungen zu schaffen und uns nicht immer nur daran zu ergötzen, was alles schlecht ist. Wir müssen Lösungen schaffen, wir müssen es besser machen und wir müssen die Jungen ans Pferd kriegen. Und wenn ich gucke, wie viele Menschen begeistert da in Aachen jetzt, 100.000 Menschen am Wochenende in Aachen waren, meine Güte, die wollen doch alle. Wir müssen sie aber auch abholen, wir müssen sie mitnehmen und wir müssen denen zeigen, wie toll es mit dem Pferd ist.

[SPEAKER 1]
[00:44:55-00:45:43]
100 Prozent. Ich glaube, da kann ich nur zu 1000 Prozent unterschreiben. Und man sieht ja, An dem Beispiel in Holland, wenn du willst, geht das auch. Und wenn du willst, mich fragen häufig Leute, was soll ich machen, wenn ich mit meiner Bereiterlehre durch bin? Sag ich, geh in eine deutsche Großstadt, mach eine Reitschule auf mit einem Top-Service, die sich in die Lebensrealität der Leute einbettet. Und das heißt nun mal, die Kinder gehen so lange in die Schule, wie sie in die Schule gehen. Das kannst du jetzt kritisieren und sagen, das ist alles scheiße. Aber es ist ja nun mal so. So ist die Gesellschaft. Ich meine, wir haben hier auch zwei kleine Kinder, die werden auch länger zur Schule gehen als ich noch. Also länger im Sinne von am Tag länger. Das ist nun mal so und du musst dich einfach mit den Gegebenheiten anpassen und da das Beste draus machen. Und auch wirtschaftlich denken und sagen, wie kann da auch ein neues Geschäftsmodell draus werden? Wie kann das denn für alle auch Spaß machen?

[SPEAKER 2]
[00:45:44-00:46:39]
Eben. Und es kann nicht das Ziel eines Bereiters sein oder einer, der die Meisterprüfung gemacht hat, einen Sponsor zu finden, der ihm ein Pferd finanziert, damit er auch mal ein internationales Turnier reiten kann. Das ist genau der falsche Ansatz. Ein Installateur, ein Automechaniker, ein Anstreicher, was weiß ich nicht, die lernen doch diesen Beruf und machen die Meisterprüfung, um das auch weiterzugeben, um dieses Handwerk, um dieses Wissen, um dieses Handwerk weiterzugeben an Lehrlinge. Und nichts anderes ist die Aufgabe von Pferdewirtschaftsmeistern. Sie sind eigentlich, das ist das, was man früher Reitlehrer nannte. Von denen nennt sich ja heute keiner mehr Reitlehrer, die sind eigentlich mit Pferdewirtschaftsmeister. Ja, mir fehlt der Sponsor, ich muss noch ein großes Turnier leiten. Zurück, ausbilden, tolle Schulpferde haben, guten Service bieten und dann geht das, dann funktioniert das.

[SPEAKER 1]
[00:46:39-00:47:12]
Gut, man muss fairerweise sagen, viele haben natürlich Probleme mit den Kosten. Das wird dann immer vorgeschoben und gesagt, aufgrund der neuen Kostenstruktur kann ich nicht mehr so wirtschaften wie früher. Aber dann musst du halt die Preise anpassen. Das siehst du ja in allen Bereichen. Die Preise werden angepasst. Jetzt ist gerade ein bisschen eine schwierige Situation, weil auch die Löhne nicht so steigen, um da mitzuhalten. Aber das wird sich in ein, zwei Jahren, wenn auch das Wirtschaftswachstum wieder anspringt, auch lösen können. Und es muss einfach das kosten, was es wert ist, aber was es auch kosten muss, dass du unterm Strich was stehen hast.

[SPEAKER 2]
[00:47:13-00:47:58]
Ja, selbstverständlich. Und du sagst das gerade sehr richtig. In ein, zwei Jahren wird die Wirtschaft wieder anspringen. Das wird mit Sicherheit so sein. Da sind wir alle von überzeugt. Wir werden dann hoffentlich Nachkriegsjahre haben. Dann werden wir Aufbauzeiten haben, Aufbaujahre haben. Und auch die westeuropäische Wirtschaft wird daran partizipieren. Da bin ich ganz, ganz fest von überzeugt. Aber ich muss doch jetzt vorbereitet sein. Ich kann dann doch nicht warten, bis es erstmal sechs erfolgreiche Modelle gibt, wie man mit Pferden auch toll Geld verdienen kann, sondern ich muss jetzt mein Konzept entwickeln und ich muss dann am Start sein, wenn die Wirtschaft wieder das Geld über hat dafür. Das ist doch eigentlich das Wichtige, auch so ein bisschen in die Zukunft gucken und so ein bisschen positiv in die Zukunft gucken und nicht immer nur zu denken, was alles schrecklich ist.

[SPEAKER 1]
[00:47:58-00:48:11]
Das ist ein gutes Schlusswort, lieber. Volker, ich glaube, wir haben hier unsere kleine Pferdesportwelt mal wieder einmal umrundet. Und positiv in die Zukunft gucken, das ist, glaube ich, für uns alle gut. Und sollte uns doch Mut machen, auch für die Zukunft.

[SPEAKER 2]
[00:48:11-00:48:18]
Glaube ich auch. Ich bin fast davon überzeugt. Und weißt du was? Ich wünsche dir jetzt noch ein paar schöne, sonnige Tage. Es bleibt ja tolles Wetter, ne?

[SPEAKER 1]
[00:48:19-00:48:25]
Es bleibt tolles Wetter. Wir sehen uns bestimmt in den nächsten Tagen irgendwo, Volker. Danke, dass du wieder am Start warst und bis bald. Weiterhin als Gute. Ciao.

[SPEAKER 2]
[00:48:25-00:48:26]
Ciao. Tschüss.

[SPEAKER 1]
[00:48:30-00:48:54]
Das war die aktuelle Folge des WeHouse Podcasts. Falls du Feedback hast, lass gerne einen Kommentar da auf Spotify, auf Social Media. Schick uns eine E-Mail podcast at wehouse.com. Wir lesen wirklich alles und arbeiten gemeinsam mit dir und euch, den Podcast immer weiter zu verbessern. Diese Folge wurde dieses Mal produziert von Pia Reiter und wir hören uns das nächste Mal beim WeHouse Podcast.

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