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#Wissen mit Katharina von Frankenberg | Pferdegestütztes Coaching: Was man von Pferden über sich selbst lernen kann

Pferdegestütztes Coaching hat nichts mit perfektem Pferdeumgang oder Reiten zu tun – sondern mit Selbstreflexion, Klarheit und persönlicher Entwicklung. In dieser Wissensfolge spricht Sonja Kriegel mit Katharina von Frankenberg über die Frage, warum Pferde uns oft mehr über uns selbst zeigen, als wir erwarten.

Katharina erklärt, was Coaching eigentlich ist, wie sich pferdegestütztes Coaching von Therapie und Beratung unterscheidet und warum Pferde dabei als Co-Coaches wirken können. Anhand konkreter Coaching-Beispiele erklärt sie, wie Menschen durch die Arbeit mit Pferden neue Erkenntnisse über sich selbst gewinnen und diese in ihren Alltag, ihren Beruf und den Umgang mit ihrem Pferd übertragen können.

Eine inspirierende Wissensfolge über die Verbindung zwischen Mensch und Pferd – und darüber, wie Pferde uns dabei helfen können, uns selbst besser zu verstehen.

Kontakt: https://www.integratedleadership.de/coaching-mit-pferden https://www.coworking-hoheselbufer.de/

Podcast Transkript

Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.

[SPEAKER 1]
[00:00:00-00:00:07]
Heute zu Gast für eine neue Wissensfolge Katharina von Frankenberg. Unser Thema ist pferdegestütztes Coaching.

[SPEAKER 2]
[00:00:09-00:00:32]
Pferdegestütztes Coaching hat nichts mit Reiten zu tun und auch nicht der Perfektion im Pferdeumgang, sondern mit ganz viel Neugier und Offenheit. Das Verhalten der Pferde zu beobachten und verschiedene Dinge vielleicht auszuprobieren, auch neue Umgangsweisen oder eigene Verhaltensweisen vielleicht mal auszuprobieren und dann wiederum neugierig und offen zu beobachten, was das Pferd so bietet.

[SPEAKER 1]
[00:00:33-00:02:23]
Herzlich willkommen beim WeHorse Podcast. Heute mit mir, Sonja Kriegel. WeHorse ist deine Lernplattform, auf der du täglich Inspirationen, Trainingstipps und das Wissen der besten Trainer bekommst, um gemeinsam mit deinem Pferd jeden Tag besser zu werden. Wir tauchen mit der heutigen Wissensfolge mal in einen ganz anderen Bereich der Pferdewelt ein, und zwar in das pferdegestützte Coaching. Bei dieser Art von Coaching geht es darum, mit Hilfe von Pferden an Themen zu arbeiten, die einem bei sich selber im Alltag auffallen und die man gerne verändern möchte. Das können Ängste sein, das können Verhaltensweisen bei einem selber sein, dass man vielleicht heftiger auf andere Menschen manchmal reagiert, als man gerne würde. Das können Themen aus dem Job sein, dass man vielleicht bestimmte Ziele anders erreichen möchte oder unzufrieden ist. Es können auch Themen in der Stallgemeinschaft sein, dass es Konflikte gibt oder in der Familie oder auch Kommunikationsthemen mit dem eigenen Pferd oder bei beim Reiten, also ein ganz vielseitiges Spektrum mit vielen Möglichkeiten. Ich spreche dazu mit Katharina von Frankenberg. Sie bietet pferdegestütztes Coaching bei sich zu Hause auf ihrem Hof in Schleswig-Holstein an. Sie ist selbst Pferdemensch durch und durch seit ihrer Kindheit und bringt über 20 Jahre Erfahrung aus der Wirtschaft mit im Bereich Personal- und Führungskräfteentwicklung. Sie hat viele Beispiele und eine Übung zum Nachmachen im Gepäck und gibt einen guten Eindruck davon, was pferdegestütztes Coaching bringen kann und wie man dadurch vielleicht nochmal eine ganz neue Perspektive auf sich selbst und auf sein Pferd bekommen kann. Bevor wir jetzt mit der Folge starten, hat mein Kollege Christian noch eine Ankündigung für euch, für ein ganz besonderes Podcast-Special, das ihr bald hier bei uns im WeHoss-Podcast findet. Es ist mal was ganz anderes und ich glaube, es wird großartig. Danach starten wir dann direkt in die heutige Folge mit Katharina von Frankenberg.

[SPEAKER 3]
[00:02:24-00:02:47]
In wenigen Tagen beginnt das größte Sporteereignis in Deutschland in diesem Jahr, die Weltmeisterschaften in Aachen, die nach 20 Jahren in die Aachener Sörs zurückkehren. Auch das werden wir begleiten hier bei uns mit dem Wios Podcast. Wir haben ein Special zusammen mit Equipages am Start an den wichtigen Wegmarken der Weltmeisterschaften. Zusammen dann mit meinem Co-Host Jan Tönnies. Hallo Jan.

[SPEAKER 4]
[00:02:47-00:02:48]
Ja, hallo Christian.

[SPEAKER 3]
[00:02:48-00:02:51]
Mit welchen Gefühlen, mit welcher Erwartung wirst du in wenigen Tagen nach Aachen reisen?

[SPEAKER 4]
[00:02:51-00:02:52]
Sommermärchen.

[SPEAKER 3]
[00:02:52-00:03:06]
Wir werden das Ganze an den wichtigen Meilensteinen durch die insgesamt ja zwei Wochen, wo das Ganze stattfindet, begleiten, analysieren. auch kommentieren und werden das Ganze einordnen. Was erwartest du insbesondere vom deutschen Team?

[SPEAKER 4]
[00:03:06-00:03:35]
Also schon einiges an Medaillen. Traum-Szenario, fangen wir mit der Vielseitigkeit an. Wenn Michi Jung das schafft, Weltmeister zu werden. Ressort, das wird schon spannender, glaube ich. Da gibt es viele andere Nationen. Das finde ich gut. Das macht es ein bisschen spicier. Springen, alles oder nichts. Und natürlich Ritchie forever. Wenn Ritchie, ich meine, der kann in Aachen gewinnen, hat er dieses Jahr gezeigt. Der kann überall gewinnen, der kann schnell sein. Vielleicht ist er dann die Nummer 1 der Welt, also Richard Vogel. Weltmeister wäre auch cool.

[SPEAKER 3]
[00:03:36-00:03:47]
Ich freue mich darauf, das mit dir zu machen. Das WeHors Equipages WM Special hier auf dem WeHors Podcast Channel. Und ja, gute Anreise nach Aachen, lieber Jan. Und wir hören uns.

[SPEAKER 4]
[00:03:47-00:03:48]
Ist klar. Danke dir.

[SPEAKER 1]
[00:03:49-00:04:00]
Herzlich willkommen, liebe Katharina. Schön, dass du heute bei uns im Podcast bist. Ich freue mich sehr auf das Gespräch. Wir sprechen heute über pferdegestütztes Coaching. Und ja, schön, dass du da bist.

[SPEAKER 2]
[00:04:00-00:04:06]
Sonja, ich freue mich riesig, dass wir auch über das Thema sprechen. Herzensthema von mir. Ich freue mich sehr auf unser Gespräch.

[SPEAKER 1]
[00:04:06-00:04:44]
Ja, du sagst gerade schon Herzensthema. Ich bin auch so ein bisschen in dem Thema drin. Jetzt haben wir aber, glaube ich, auch viele Hörerinnen so aus der Pferdewelt. Vielleicht machen manche von euch Coaching, haben das irgendwie schon mal mitbekommen. Manche kennen vielleicht noch Mentaltraining, dass man sich irgendwie zum Beispiel auf ein Turnier vorbereitet oder so. Aber manche haben ja vielleicht auch noch gar keine Berührungspunkte mit Coaching und auch Pferdegestützes. Im Coaching. Also vielleicht fangen wir einfach mal damit an. Was ist denn eigentlich Coaching? Also vielleicht ist es jetzt ein sehr großes Thema, aber vielleicht kannst du es einmal so zusammenfassen. Was kann man sich unter Coaching so allgemein eigentlich vorstellen?

[SPEAKER 2]
[00:04:44-00:05:18]
Ja, gerne. Es ist in der Tat ein großes Thema und ich versuche auch ein bisschen vielleicht zu erläutern, was es nicht ist. Aber beginnen wir mal, was es ist. Also Coaching ist eine Begleitung von Menschen, eigene Lösungen zu finden, den eigenen Weg klarer zu sehen, Ziele zu erreichen und vielleicht auch gewisse Herausforderungen, die man meistern möchte, da eine Unterstützung zu bekommen, das zu meistern. Und indem man erarbeitet oder ein Stück reflektiert, was ist es, was ich möchte, was sind gerade die Schwierigkeiten und da tiefer einsteigt.

[SPEAKER 1]
[00:05:18-00:05:53]
Ja, das klingt ja schon mal gut. Also das wäre, ich mache das ja immer gerne an Beispielen fest, wenn man jetzt so allgemein Coaching, das jetzt gar nicht im Pferdebereich, sage ich mal, wenn man jetzt im Alltag irgendwie merkt, ich habe immer so ein wiederkehrendes Problem oder irgendwie ich habe vielleicht Ängste oder irgendwas regt mich immer besonders auf und dann meckere ich plötzlich jemanden an und wollte das gar nicht oder so solche Themen sind das ja, wo ich dann irgendwie merke, da ist irgendwas und ich kriege es selber nicht gelöst, oder? Kann man es so beschreiben?

[SPEAKER 2]
[00:05:53-00:07:04]
Absolut. Wie du schon sagst, ich bin unglücklich mit einer gewissen Situation, mit meinen... Themen kommen nicht an, ich bin unglücklich über meine Chefin oder was es auch immer ist. Und dann erläutern oder gehen wir in dieses Thema weiter rein. Ich höre intensiv zu oder die Coaches hören intensiv zu und fragen. Und durch die Fragen wird das Thema nochmal weiter von verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Und man bekommt dann auch durch gewisse Fragen dann vielleicht eine andere Perspektive und andere Zusammenhänge werden einem klarer. Verhaltensweisen werden beleuchtet, die kann man beobachten, die eigenen Verhaltensweisen insbesondere auch. Und über die Möglichkeit, sich selber zu beobachten, hat man dann die Möglichkeit, selber zu entscheiden, wie man im nächsten Schritt reagiert. Muss man wirklich immer auf die Palme gehen und sich aufregen? Oder kann ich nicht vielleicht auch anders reagieren und gibt diese Situation mir vielleicht eine Information oder das Verhalten der anderen Person eine Information, die ich nutzen kann, um für mich wieder neue Entscheidungen zu treffen und klarer meinen eigenen Weg zu gehen und mich vielleicht auch ein Stück weit abzugrenzen und bei mir zu bleiben.

[SPEAKER 1]
[00:07:04-00:07:38]
Ja, das hast du schön erklärt. Ja, ich selber kenne ja auch Coaching, finde das immer sehr, sehr wirkungsvoll und Wahnsinn, was man damit auch so bei sich verändern kann. Und wie du schon sagtest, oft fängt es dann ja auch an, überhaupt erstmal zu realisieren, warum man sich eigentlich über das und das aufregt oder warum man da eine Angst hat oder so. Und das hilft einem dann ja quasi weiter, das vielleicht zu bewältigen oder anders, wie du sagst. Zu sehen und damit zu arbeiten. Ja, und jetzt kommen wir vielleicht mal kurz zum pferdegestützten Coaching.

[SPEAKER 2]
[00:07:39-00:07:44]
Genau, vielleicht, bevor wir da einmal noch ganz kurz einsteigen, ich wollte es ja noch abgrenzen, was es nicht ist.

[SPEAKER 1]
[00:07:44-00:07:45]
Oh ja, sehr gut.

[SPEAKER 2]
[00:07:45-00:09:04]
Das hatte ich ja gerade noch nicht abgegrenzt, und zwar Abgrenzung vielleicht einmal zur Beratung und auch zur Therapie. Viele kennen natürlich auch das, auch gerade dann kommen wir gleich dazu, mit pferdegestützter Arbeit im Rahmen der Therapie. Es ist keine Therapie, es ist keine Behandlung von einer Diagnose oder einer Krankheit und einer Heilung sozusagen. Es gibt keine Heilungsversprechen, keine Heilung, aber es kann trotzdem gearbeitet werden mit jemandem, der eine Diagnose hat. Es geht aber dann darum, damit umzugehen mit der Diagnose, also nicht die Heilung zu erreichen, sondern den Umgang damit, bis eine Heilung eintritt, vielleicht oder die man parallel sozusagen bearbeitet. Beratung ist es nicht, weil die Lösungen nicht vorgeschlagen werden. In der Beratung kriegt man klassischerweise Ideen sozusagen präsentiert von außen sozusagen, was gibt es noch für einen Lösungsraum. Aber dieser Lösungsraum soll gerade nicht vorgeschlagen werden, sondern selber erarbeitet werden, dass man die Lösung hat, man häufig in sich und die müssen entdeckt werden. Die können entdeckt werden und dann ist es eine viel wirksamere Lösung, wenn sie denn von mir selber kommt, weil ich dafür ganz dahinter stehe, dafür verantwortlich bin und das wirklich auch mein Lösungsraum ist, mein ganz eigener persönlicher Weg. Die Menschen sind alle verschieden und jeder hat seinen eigenen. eigenen Weg und den zu finden, fühlt sich am besten an und ist am wirkungsvollsten.

[SPEAKER 1]
[00:09:04-00:09:32]
Ja, das stimmt. Kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Ja, und vielleicht auch für jeden, für alle von euch, die gerade zuhören, ja auch spannend, das mal auszuprobieren. Ich finde immer, man hat eigentlich nichts zu verlieren beim Coaching. Man lernt eigentlich nur mehr über sich selber und bekommt vielleicht interessante Erkenntnisse. Und beim pferdegestützten Coaching lässt man sich quasi dabei von Pferden helfen. Ist das richtig?

[SPEAKER 2]
[00:09:32-00:10:43]
Ja, die Pferde übernehmen einen Teil der Coaching-Aufgabe, sind Co-Coaches sozusagen. Und sie halten gemeinsam mit dem Coach den Raum, beziehungsweise Raum halten. Das ist so ein Begriff im Coaching, dass man einen geschützten Raum hat, wo man sich diesem einen Thema so richtig widmet, einmal so tief eintaucht. Und man quasi ganz in dem Moment ist. Und diesen Moment halten, das können die Pferde extrem gut. Also sie teilen mit uns den Raum. Wir fühlen nicht, dass jemand Fremdes da drin ist, sondern das gehört dann mit dazu. Und die Pferde können sehr, sehr gut zuhören. Sie merken, was in der Person passiert, sowohl im Verhalten als auch in den Emotionen. Das nehmen sie mit auf. Und sie stellen durchaus auch Fragen, indem sie ein Verhalten, eine Reaktion zeigen. Und damit kann man sich als Coach und als Coachee sozusagen fragen, warum hat er sich gerade so verhalten? Was ist das gerade für eine Antwort oder eine Frage, die ich bekomme? Das heißt, da kommt man in eine Kommunikation und eine Reflexion, die dann wiederum ganz viele Analogien zum täglichen Leben hat und man einen neuen Lösungsraum entwickelt mit den Pferden.

[SPEAKER 1]
[00:10:43-00:11:25]
Ja, das klingt schon mal sehr spannend. Vor allem ja auch jetzt für uns Pferdemenschen, die hier ja hauptsächlich zuhören, ist es ja sehr spannend, Pferde vielleicht auch mal aus einer anderen Perspektive zu nutzen. Also wir kennen sie ja vor allem als unsere Freizeitpartner, Reitpartner. Ja, also was würdest du sagen, also du hast ja gerade schon so ein bisschen gesagt, warum sind Pferde gerade dafür so gut geeignet? Wenn du magst, kannst du da auch nochmal mehr drauf eingehen. Und auch, ja, wie ändert sich das vielleicht, wenn man im Coaching, im pferdegestützten Coaching, die Pferde mal so ein bisschen aus einer anderen Perspektive sieht? Weil man kann das ja, glaube ich, egal, ob man Pferdeerfahrung hat oder nicht, kann man das machen.

[SPEAKER 2]
[00:11:26-00:13:17]
Genau, das ist für Pferdemenschen und für Nicht-Pferdemenschen geeignet. Das haben wir bisher auch noch nicht gesagt, das ist ja vom Boden aus, das ist nicht reitend, man sitzt nicht auf dem Pferd, sondern es ist vom Boden aus. Und vielleicht zu der Frage, warum Pferde so geeignet sind. Pferde sind im ersten Moment Herdentiere. Sie sind soziale Wesen, die den Kontakt suchen und schätzen, die Interaktion suchen, wirklich zusammen sein wollen mit anderen Lebewesen, egal ob Pferd oder Mensch. Das heißt erstmal kontaktsuchend. Aber sie sind im zweiten Moment auch Fluchttiere und haben ganz, ganz... sensible Antennen und Sinne. Und wenn etwas für sie nicht klar ist, dann bedeutet das eine gewisse Unsicherheit. Und sie können fliehen oder fluchtartige Reaktionen zeigen. Und dieses Element, das können wir sehr, sehr gut nutzen. Weil ich ja vorhin schon gesagt hatte, Klarheit ist häufig ein Thema, was wir uns erarbeiten wollen oder was im Coaching ein Thema ist. Und die Pferde können uns hervorragend spiegeln, wann etwas klar ist und wann etwas auch nicht klar ist. Und dann können wir ausprobieren, kreativ werden, Lösungen zu finden und das mit den Pferden entsprechend üben und ausprobieren in einer Interaktion und Kommunikation. Die Pferde sind ja sanfte Riesen. Viele von den Pferdemenschen werden das jetzt nachvollziehen können. Es sind ja einfach ganz tolle Tiere, ganz sanfte Tiere, aber trotzdem mit wahnsinnig viel Power. Sie sind groß, es sind 600 Kilo, 700 Kilo und können dabei sanft sein. Und wenn man dann eine schöne Reaktion von ihnen bekommt, ist es eine Belohnung pur. Und damit ist auch ein Coaching-Erfolg sozusagen, geht direkt in die Emotionen und verankert sich im Körper.

[SPEAKER 1]
[00:13:17-00:13:48]
Ja, das stimmt. Das kennen wir, glaube ich, alle auch ein bisschen von der Bodenarbeit oder so. Oder auch vom Reiten, wenn dann eine Hilfe ankommt. War das jetzt klar oder nicht? Trotzdem ist es ja noch ein Unterschied. Da kannst du jetzt ja vielleicht nochmal was zu sagen. Da geht es eben nicht darum, es ist kein Bodenarbeitstraining oder kein, wie kommen jetzt meine Hilfen an, sondern ja eher das Pferd als Spiegel zu sehen. Das ist ja besonders jetzt für die Pferdemenschen interessant, diese Brille zu wechseln.

[SPEAKER 2]
[00:13:48-00:14:48]
Absolut. Und es geht tatsächlich nicht um die Perfektion im Pferdeumgang. Es ist komplett egal, wie man das Pferd führt, ob von links, von rechts oder wie auch immer. Das ist also wirklich absolut keine Perfektion im Pferdeumgang, sondern es geht um die Reaktion des Pferdes und den Spiegel, wie du gerade schon sagtest, der Spiegel des Verhaltens. Wie kommt mein Verhalten bei dem Pferd gegenüber oder bei dem Gegenüber in diesem Fall das Pferd an? Wie klar bin ich? Wie sehr kann ich meine Meinung äußern oder meinen Wunsch, also mein Ziel umsetzen? Wie klar ist mir mein Ziel und wie fokussiert bin ich auf das Ziel? Und in diesen verschiedenen Übungen kann das Pferd exakt spiegeln, ob eine Fokussierung auf ein Ziel vorhanden ist oder auch nicht und uns vielleicht irgendwelche Glaubenssätze, Automatismen, Überzeugungen davon abhalten, ein Ziel konsequent zu verfolgen.

[SPEAKER 1]
[00:14:48-00:15:31]
Ja, sehr spannend. Ja, wir gehen auch gleich nochmal unbedingt näher darauf ein, wie denn so ein pferdegestütztes Coaching jetzt abläuft. Ich glaube, das ist sehr spannend, dass man sich das einmal wirklich vorstellen kann, was macht. Man da genau und wie ist dann eben diese Abgrenzung zum, ich stelle jetzt eine Bodenarbeitsfrage und gucke, ne, so. Aber ich würde auch gerne nochmal kurz zu dir kommen, Katharina, weil es ist ja spannend, wie du überhaupt auf die Idee gekommen bist, das anzubieten, das zu machen. Du kommst ja ursprünglich aus der Wirtschaftswelt, habe ich im Intro auch schon kurz gesagt, bist aber auch Pferdemensch durch und durch. Warum pferdegestütztes Coaching? Wie war da so dein Weg? Vielleicht kannst du das nochmal kurz erzählen.

[SPEAKER 2]
[00:15:31-00:18:44]
Ja, mein Weg zu den Pferden hat schon in der Kindheit begonnen. Ich bin schon mit einem Pony aufgewachsen, mit dem ich durch den Wald getollt bin und viele Ausritte und Erkundungen in Bächen und Wäldern gemacht habe. Heimlich auch, ich glaube, meine Eltern wussten das gar nicht, heimlich die Geländeritte der großen Pferde gesprungen bin mit meinem kleinen Pony, auch aufgesetzt bin auf dem Sprung. Heutzutage würde man sich die Haare raufen. Aber wirklich, genau, eine innige Beziehung zu meinem Pony damals, dann auch Umstieg aufs Pferd und mit Pony und Pferd ein bisschen Turnier geritten. Dann aber leider tatsächlich das Pferd, die Pferde ein Stück weit an die Seite gelegt, einfach aufgrund Ausbildungsstudium. Ich bin in eine Karriere hinein gerutscht, die mir viel Spaß gemacht hat, aber wenig Raum für anderes gelassen hat und bin vor 10, 11 Jahren wieder zu den Pferden zurückgekehrt mit dem ersten eigenen. Und fährt wieder und seitdem immer tiefer wieder in die Pferdewelt eingetaucht. Und die letzten fünf Jahre, würde ich sagen, habe ich intensiv einfach gemerkt, Mensch, wie sehr ich doch Pferdemensch bin und habe insbesondere auch durch den Zugang zum pferdegestützten Coaching nochmal einen anderen Blick auf die Pferde und ganz viel intensiveren Blick auf die Pferde bekommen. Und das ergab sich damals so, dass ich eine Coaching-Ausbildung gemacht habe auf der Basis der Systemik. Das ist sozusagen den Menschen im System betrachten, finde ich extrem spannend, um zu verstehen, warum uns manchmal gewisse Situationen, schwer fallen, schwierig werden und so weiter. Einfach das System drumherum, um uns auch mit zu betrachten und Transparenz zu bekommen. Und da sind viele Interventionen und Übungen tatsächlich auch verbunden mit einer Körpererfahrung sozusagen, mit einem Embodiment, nennt man es. Und dann hat sich bei mir etwas verknüpft. Es kam über Nacht sozusagen die Idee, diesen Erfahrungsspektrum, dieses erlebnisorientierte Coaching tatsächlich mit Pferden zu verstärken oder zu verbinden. Und da die Erfahrung noch intensiver zu machen, habe das dann selber durchlaufen, habe gemerkt, was für eine Kraft da drin liegt und wie wirksam die Pferde dort tatsächlich sind. Und genau, hat mich auf den Weg gemacht. auch die Weiterbildung und Fortbildung noch hinzuzunehmen und biete das seitdem an und merke, dass sowohl im Einzel- als auch im Teamcoaching eine unglaubliche Wirksamkeit von den Pferden ausgeht. Es ist auch ein anderes Format, ein anderes Erlebnisformat, was manch einer, der den Büroalltag intensiv acht Stunden plus erlebt, tagtäglich, jede Woche, dann einfach etwas anderes noch bietet, die Natur mit hinzunimmt, die uns auch unglaublich viel bietet und viele Informationen bereithält. Für Kreativität ermöglicht, wenn man sich da ein bisschen zurückbesinnt auf die Natur. Genau, das ist einfach sehr, sehr erfüllend, das mit einzubinden in den Berufsalltag.

[SPEAKER 1]
[00:18:44-00:19:24]
Ja, das glaube ich. Ich meine, jeder, der ein Pferd hat oder reitet oder am Stall ist, kennt ja dieses Gefühl. Kann ich mir auch sehr gut vorstellen, das mit Coaching zu verbinden, dass das ja nochmal eine ganz andere Wirkung hat. Dann würde ich sagen, gehen wir doch jetzt mal rein in die Details, quasi wie kann man sich es wirklich vorstellen? Wir können ja mal anfangen, wie läuft so ein Coaching ab? Also ich merke vielleicht, ich habe irgendein Thema im Job oder in meinem Alltag, was ich gerne bearbeiten möchte und das mal ausprobieren möchte mit der Hilfe der Pferde. Wie läuft das so ab vom Anfang bis Ende quasi?

[SPEAKER 2]
[00:19:24-00:21:10]
Genau, du würdest auf mich zukommen mit deinem Thema und wir würden einmal das Thema... und Anliegen herausarbeiten, was das genau ist. Wir würden einmal schauen, bieten sich die Pferde dazu an oder auch erstmal ein Format ohne Pferde. Aber häufig, wenn es eine Sequenz ist, wird sich an einer Stelle auch dann zeigen, okay, hier ist die Unterstützung der Pferde ganz hilfreich. Dann treffen wir uns hier draußen auf unserem Pferdehof am Reitplatz sozusagen, neben dem Reitplatz. Und genau, kommen erstmal hier in der Natur an. Du als Pferdemensch kennst es, da brauchen wir dann nicht lange, um anzukommen, sondern du kennst sozusagen, wie es aussieht mit Pferdeweiden, Paddocks und Reitplatz. Andere, die nicht so viel Erfahrung haben, müssen sich dann vielleicht auch erstmal kurz finden in dem Setting. Und dann überlege ich oder schlage ich vor, welche Übungen zu dem Anliegen passen. Und das kann sein, dass wir gemeinsam aufs Paddock gehen, dort eine Übung mit der Herde machen. Es kann sein, dass wir ein Pferd aus der Herde nehmen, auf den Reitplatz nehmen, dort eine Übung machen oder ein Roundpen. Die Größe und den Ort sozusagen, der hängt immer vom Anliegen ab, vom Pferd ab. Häufig frage ich auch, welches Pferd sagt dir zu? Welche Größe vom Pferd sagt dir zu? Wir können ein kleines Shetty nehmen von einem Meter, was durchaus immer wieder eine Herausforderung ist, weil es sehr, sehr frech und dominant ist. Oder aber auch ein großes, ein 75 großes, ein mittelgroßes, je nach. Anliegen, je nach Affinität, bietet sich das ein oder andere an. Und interessanterweise weiß jeder, der kommt, nach kurzer Zeit, was er möchte und ausprobieren möchte.

[SPEAKER 1]
[00:21:11-00:21:22]
Ja, spannend. Und dann arbeitet man quasi daran, macht verschiedene Übungen und reflektiert wahrscheinlich zwischendurch auch immer wieder, was jetzt da passiert oder was man für Erkenntnisse hat, was man beobachtet.

[SPEAKER 2]
[00:21:22-00:22:38]
Genau, genau. Häufig ist es tatsächlich so, dass wir im Vorgespräch oder vorher, bevor wir zu den Pferden gehen, das Thema nochmal am Reißen. Manchmal lässt man das Thema dann auch wirklich an der Seite liegen und geht erstmal einfach nur in die Pferdeinteraktion und guckt, was passiert da eigentlich gerade. Das heißt, man bearbeitet nicht immer unmittelbar das Thema am Pferd, sondern man ist in der Interaktion mit dem Pferd und später sozusagen kommen die Analogien wieder, weil man an dem Pferd etwas ausprobiert hat, wo einem eine Parallele auffällt zu einer Situation in der Familie, im Beruf, im Freundeskreis, in der Stallgemeinschaft, was es auch immer ist, welches Thema einem auch gerade irgendwie umtreibt. Und so, dass man das im Grunde genommen, es arbeitet im Hinterkopf weiter. Selbst wenn wir sozusagen nicht aktiv das Thema, das wäre dann eine Aufstellungsarbeit, wenn wir aktiv sozusagen da das Thema mit dem Pferd besprechen, das kann man auch machen, aber häufig ist es im Hinterkopf und man arbeitet sozusagen mit dem Pferd an einer Interaktion, Kommunikation, Verbindungsaufbau, Vertrauensaufbau, was sagt mit dem Pferd. Das Pferd gerade, was spiegelt das? Wie klar bin ich eigentlich? Aber vielleicht machen wir da tatsächlich sonst mal ein Beispiel, dass es greifbarer wird.

[SPEAKER 1]
[00:22:38-00:22:49]
Wollte ich auch gerade fragen. Genau, super. Also wenn du vielleicht ein Beispiel hast, dann kann man sich, glaube ich, besser vorstellen, was man da wirklich genau macht und in welchen Fällen einem das was bringt. So, ja, gerne.

[SPEAKER 2]
[00:22:49-00:23:35]
Genau, also ich kann mir vielleicht ein Beispiel nehmen. Es kam jemand auf mich zu. Ich sagte, ich habe die Lust an meinem Job verloren. Irgendwie ist es so schwierig mit meinen Klienten. Die machen mir das wirklich gerade sehr madig und ich überlege, ob ich meinen Job wechsle. Und dann haben wir angefangen, ein Stück weit über sie und ihren Raum sozusagen erstmal uns Gedanken zu machen, was ist eigentlich ihr Raum, wie viel Raum braucht sie, hat sie, was ist da drin und was ist auch außerhalb und dass sie ein Gespür dafür bekommt sozusagen, wer ist sie eigentlich und was ist ihre Aufgabe. Und dann sind wir zu den Pferden gegangen und haben erstmal gelernt oder nochmal geübt und ausprobiert, wie halte ich meinen Raum, wie grenze ich mich auch ab.

[SPEAKER 1]
[00:23:36-00:23:47]
Kannst du das nochmal kurz erklären mit dem Raum? Weil ich glaube, das ist für viele nicht so ein Begriff quasi. Also sie ist, wenn du sagst Klientin, ist sie ja jemand wahrscheinlich selbstständig und hat Kunden und arbeitet mit denen zusammen.

[SPEAKER 2]
[00:23:47-00:23:47]
Genau.

[SPEAKER 1]
[00:23:47-00:23:56]
Und hatte immer das Gefühl, irgendwie ist es keine schöne Zusammenarbeit und sie hat sich unwohl gefühlt und so. Inwiefern, was meinst du da mit dem Raum quasi?

[SPEAKER 2]
[00:23:56-00:24:54]
Ja, und die Klienten von ihr haben sehr viel gefordert. Und sie hatte Schwierigkeiten, das abzugrenzen und wollte natürlich als Dienstleistung möglichst viel erfüllen und eine möglichst gute Stimmung haben. Und hat das sozusagen in dem Moment nicht klar genug sozusagen abgegrenzt. Vermutlich erst mal eine Hypothese, das gilt es dann zu verproben. Wir arbeiten also im Coaching viel mit Hypothesen und zu sagen, die es dann einmal zu verproben gibt. Und es war aber nachher auch die Abgrenzung. Wir sind damit erstmal gestartet, sozusagen klarzumachen, was ist ihr Job, was ist auch nicht ihr Job. Welche Forderungen sind vielleicht auch gar nicht so sehr von ihr zu erfüllen, sondern sind woanders zu erfüllen, sind nur aus schlechter Laune oder Frust vielleicht auch von dem Klienten an sie gerichtet und gar nicht, weil sie eine schlechte Dienstleistung erbracht hat, sondern es waren eigentlich Themen des Klienten, die übergeschwappt sind auf sie.

[SPEAKER 1]
[00:24:54-00:24:55]
Ah, verstehe.

[SPEAKER 2]
[00:24:55-00:25:17]
Da im Grunde genommen erstmal eine gewisse Klarheit um Sortierung sozusagen hinzukommen. Und dann ging es aber noch ein Stück weiter. Also das haben wir dann sozusagen mit den Pferden im Grunde genommen ein Stück weit nachgestellt. Also sie sozusagen musste sich einfach gegenüber den Pferden auch abgrenzen. Wenn die kamen, sozusagen musste sie lernen, einfach zu sagen, nein, das ist jetzt mein Raum, der ist von mir und du bleibst jetzt mal draußen.

[SPEAKER 1]
[00:25:17-00:25:28]
Also ihr standet quasi auf einem Paddock und die Herde mit euch und dann kann ja einfach vielleicht Pferd aus Neugierde oder warum auch immer kommen. Und dann ist so ein bisschen die Frage, wie gehe ich damit um, oder?

[SPEAKER 2]
[00:25:28-00:26:51]
Ja, genau, genau. Und wie klar bin ich und zu welchem Zeitpunkt sage ich auch eigentlich Stopp und wie mache ich das auch? Wie werde ich eigentlich vielleicht auch ein Stück weit größer oder klar und sage halt Stopp? Nein, das ist jetzt hier, ich setze aktiv eine Grenze. Ich lasse mich nicht von dir verschieben, sondern ich bleibe stehen und ich bleibe präsent und ich habe meinen Raum und auch meine Aufgaben. Und ich bin für dich da, aber für die Themen, die wir vereinbart haben. Und dann sind wir im Grunde genommen noch ein Stück weiter sozusagen gegangen und haben gesagt, wie trete ich jetzt eigentlich nochmal aktiver für meine Themen ein. Ja, also mache nicht nur sozusagen eine Verteidigung, sondern sage auch, nee, das ist jetzt mein Thema und wie stehe ich eigentlich dafür ein? Wie kann ich für mich stärker einstehen? Und das haben wir dann in einer weiteren Übung sozusagen mit dem Pferd, mit einem Pferd sozusagen uns ausgeguckt und da sozusagen haben wir das ausprobiert und es hat am Anfang nicht funktioniert. Und das sind die wertvollen Lernmomente eigentlich, weil wir dann gemeinsam reflektieren, warum hat es jetzt eigentlich gerade nicht funktioniert? Was habe ich gemacht? Was hat es mit mir gemacht? Und warum hat es eigentlich gerade nicht so funktioniert? Und da kommen ganz viele ablenkende Gedanken, die einen davon abhalten, fokussiert das Ziel zu erreichen. Und das Ziel war ja für sich einzustehen, den eigenen Platz sozusagen einzunehmen.

[SPEAKER 1]
[00:26:53-00:27:07]
Wie kann man sich das dann in der Übung vorstellen mit dem Pferd oder auch auf der Herde quasi? Also geht es dann viel um? Ausstrahlung, um Energie oder also, ne, guck, wie kann man sich so diese Übung vorstellen, dass man dann halt feststellt, es funktioniert nicht.

[SPEAKER 2]
[00:27:08-00:29:06]
Ja, genau. Also wenn es nicht funktioniert, ist man häufig nicht präsent und nicht zielfokussiert. Sondern man ist in Gedanken, was sagt jetzt das Pferd dazu? Das mag mich bestimmt hinterher nicht mehr, wenn ich irgendwie da es bewegen möchte. Aber nicht, dass es gleich auf mich zukommt. Oder wie auch immer. Es sind ganz, ganz viele ablenkende Gedanken, die eigentlich nur antizipieren, was sozusagen der andere, das Gegenüber eigentlich dagegen haben könnte. Jetzt können wir hier vielleicht an dem Punkt nochmal sagen, das Pferd hat keinen präferenten Kortex, das ist also unterschiedlich zu uns. Die verarbeiten die Informationen nicht, indem sie beurteilen und analysieren. Sie können uns nicht sagen, das finde ich jetzt gerade doof, was du sagst, sondern sie merken nur, was ich gerade mache und wie sie darauf reagieren können und wollen in ihrem Herdentier- und Fluchttierverhalten, aber nicht in einer Interpretation oder einer Analyse des Gegenüber. Also die Beurteilung sozusagen findet da nicht statt. Es ist ein recht neutrales Verhalten sozusagen, nur eine Reaktion oder Aktion. Und das ist ein Thema, was wir dann wieder sozusagen in der Reflexion, man geht also raus, Raus aus der Übung, betrachten dann, was ist gerade passiert, was habe ich gemacht und aha, das, was ich gemacht habe, scheint nicht zum Ziel zu führen, also muss ich meine Aktion, mein Verhalten ändern. Entscheide mich, also der Coach entscheidet sich selber, sein Verhalten zu verändern und probiert es nochmal. Und wenn es, je klarer es dann wird und zielgerichteter und klarer aufs Ziel abgestellt ist, Ziel wirklich bewusst ist und wirklich im Blick ist und ablenkende Gedanken, dann funktioniert es wie von Geisterhand.

[SPEAKER 1]
[00:29:06-00:29:35]
Okay, ja, spannend. Also das heißt, ich glaube, es ist immer noch nicht ganz klar, was die Übung ist. Also nur damit man einmal versteht, was heißt es, wenn es nicht funktioniert. Also zum Beispiel die Aufgabe ist, wenn ein Pferd kommt, einfach mit meiner Ausstrahlung, mit meiner Energie zu sagen, stopp, komm nicht mir zu nah oder so. Und dann würde das Pferd doch an mich rankommen mit der Nase oder so. Dann hätte ja quasi meine Ausstrahlung oder Energie in dem Moment, wäre nicht angekommen, richtig?

[SPEAKER 2]
[00:29:35-00:29:47]
Ja, genau. Das ist sozusagen das Abgrenzen einmal. Ich war jetzt quasi schon gedanklich einen Schritt weiter, wo ich im Grunde genommen das Pferd dann wieder aktiv bewege, sozusagen aktiv wegschicke. Und das mache ich in der Tat mit Präsenz und Energie.

[SPEAKER 1]
[00:29:47-00:29:48]
Ah, okay.

[SPEAKER 2]
[00:29:48-00:30:29]
Also das heißt, durch die Zielgerichtetheit und Fokussierung sozusagen werde ich präsenter. Muss mich möglicherweise ein bisschen mehr aufrichten, muss klarer, mal in den Bewegungen werden, weil wir sind ja in einer nonverbalen Welt mit den Pferden. Das heißt, die Körpersprache muss entsprechendes ausstrahlen. Man kann die Stimme dazunehmen, weil sie auch natürlich ein Signal und Energie transportiert. Die Worte an sich werden nicht verstanden, aber natürlich in Summe Präsenz und Energie werden verstanden. Und wenn die zielgerichtet ist, kann das Pferd gar nicht anders. Das ist dem klar, was gerade passiert, nimmt es wahr und weicht und ist auch nicht böse.

[SPEAKER 1]
[00:30:29-00:31:11]
Ja, sehr spannend. Ja, ich glaube, das ist auch für uns Pferdemenschen tatsächlich spannend, weil man es so aus dem Alltag ja oft kennt. Dann führt man das Pferd und irgendwie kommt es mit oder es geht hin, wo man will. Aber wenn man dann wirklich mal guckt, das nur mit Energie und Präsenz zu machen, ist es, glaube ich, nochmal was ganz anderes. Du hast uns ja nachher auch noch eine Beispielübung mitgebracht, da können wir dann auch nochmal drüber sprechen. Jetzt, um nochmal zu diesem Beispiel zurückzukommen, um so ein bisschen den Bogen zu schließen. Also für sie war das dann so, dass sie dann dadurch Erkenntnisse hatte, dass vielleicht das nicht so klar ankommt, wenn sie Grenzen kommuniziert oder dass sie auch für sich einstehen darf oder so und konnte das dann in ihren Alltag übertragen, richtig?

[SPEAKER 2]
[00:31:12-00:32:27]
Absolut. Also nach dieser zweiten Übung sozusagen, wo sie dann wirklich nach einem zweiten oder dritten Anlauf sozusagen merkte, wie schaffe ich es sozusagen für mich einzustehen, war sie in einer aufrechten Haltung und einem ganz anderen Gesichtsausdruck, der schon viel mehr Klarheit beinhaltete, wo sie nicht mehr abgelenkt war auf die Gedanken des Gegen. über, sondern ganz bei sich war und kam also mit einer ganz anderen Präsenz und Klarheit aus dieser Übung heraus und schilderte mir dann später auch, als wir uns dann nach zwei Wochen, man lässt es ja immer erstmal sozusagen wirken, transportiert es, nimmt es mit in diesem Fall beruflichen Kontext, Und zwei Wochen später schilderte sie mir auch, ja, sie kann mit einer ganz anderen Klarheit gegenüber den Klienten auftreten, weiß, was ihre Themen sind, kann in einer guten Kommunikation sozusagen die Grenzen setzen, ohne Unmut auszulösen. Und der Unmut kam auch nicht auf. Je klarer sie wurde, desto besser hat der Klient auch verstanden, was... Wie die Aufgabenteilung zwischen den beiden war, wofür sie zuständig war oder nicht. Und so dass eine hervorragende berufliche Erfüllung wieder sozusagen die Folge war, wo sie ganz zufrieden und glücklich weiter in ihrem Job nachgehen konnte.

[SPEAKER 1]
[00:32:28-00:32:48]
Wow, ja, das ist natürlich dann ein Rieseneffekt. Also da sieht man mal, was das bewirken kann. Wahnsinn, ja. Also finde ich auch so spannend, dass es dann eben eher so ein Thema war und gar nicht an dem Job lag. Also hätte ja auch sein können, in ihrem nächsten Job wäre ihr das vielleicht wieder begegnet. Also deswegen, ja, super spannend. Danke dir für das Beispiel.

[SPEAKER 2]
[00:32:48-00:32:58]
Und es schlummert aber schon in ihr. Es war einfach nur verschütt gegangen. Diese Klarheit war durchaus bei ihr da. Sie musste nur durch den eigenen Weg einmal wieder hervorgeholt werden.

[SPEAKER 1]
[00:32:58-00:33:30]
Ja, sehr spannend. Hilfe der Pferde. Ja, cool. Jetzt ist ja eine spannende Frage, fragt man sich vielleicht jetzt auch für alle Pferdemenschen, die zuhören. Du hast ja gesagt, man trifft sich dann bei dir auf dem Hof und du hast ja Pferde, mit denen du das dann machst. Könnte ich das denn auch mit meinem eigenen Pferd machen, dass man irgendwie denkt, ach, vielleicht verbindet, vertieft sich dann noch die Beziehung oder ist ja besonders schön, das mit dem eigenen Pferd zu machen? Oder würdest du sagen, eignet sich eigentlich gar nicht so gut und warum?

[SPEAKER 2]
[00:33:31-00:35:35]
Da gibt es keine ganz klare Ja- oder Nein-Antwort. Also im ersten Moment würde man vielleicht erstmal sagen, vielleicht die ersten Schritte wäre gut mit fremden Pferden zu machen, um nicht in die gewohnten Verhaltenshaus zu kommen. Das eigene Pferd weiß natürlich sehr, sehr schnell, was man möchte, weil es einfach antrainiert ist. Und dementsprechend ist es hilfreich, vielleicht diese erste Blickschulung, weil es geht ja so ein bisschen um einen neugierigen Blick auf die Reaktion des Pferdes zu haben. Wie reagiert das jetzt eigentlich gerade auf mich? Kommt mein Verhalten an, wie ich es eigentlich möchte? Oder kommt es auch nicht an? Und diese erste sozusagen Blickschulung, das zu beobachten, die Reaktion des Pferdes zu beobachten, ist vielleicht ganz gut mit fremden Pferden. Man kann es dann mit einem eigenen Pferd sicherlich auch gut fortführen und auch meine Pferde trainieren mich jeden Tag sozusagen. Das ist wirklich immer wieder spannend, wie du gerade schon geschildert hast. Das Führen ist immer ein hervorragendes Spiegel. Wenn man vielleicht doch mal selber eine Nachricht gerade am Handy da nochmal schnell schicken möchte, schwupp, geht das Pferd nicht mehr sauber neben einem, weil der Fokus nicht da ist. Oder beim Putzen. Wenn man das Pferd angebunden hat, nachdem man es von der Weide geholt hat, um es fertig zu machen, man selber ist noch in der Alltagshektik, man wundert sich, warum das Pferd nicht ruhig steht. Auch da kann man natürlich sich erstmal den Spiegel und sagen, erkennen, das Pferd ist vielleicht noch nicht ruhig, weil ich selber innerlich auch noch nicht ruhig bin. Und da kann man auch schon ausprobieren, selber bewusster zu atmen, sich bewusst zu sein, wie geht es mir jetzt eigentlich gerade? In welchem inneren Stadium bin ich jetzt eigentlich gerade? Bin ich noch aufgewühlt? Bin ich gedanklich vielleicht noch bei den Themen im Büro oder was mich gerade beschäftigt hat? Und kann ich vielleicht durch tiefes Atmen, kann auch geführte Meditation machen, das hilft auch total neben dem Pferd sozusagen und dann fährt das Pferd sehr viel ruhiger und da ist sozusagen schon der erste Spiegel vorhanden.

[SPEAKER 1]
[00:35:36-00:36:02]
Ja, vielleicht können wir da nochmal mehr reingehen, weil da geht es ja sehr viel darum bei diesem Coaching, dieses Spiegeln, dass ich mich reflektieren kann, dass ich etwas erkenne, weil das Pferd so und so reagiert. Ja, woran merkst du in so einem Coaching, dass das Pferd gerade was über den Menschen quasi erzählt oder ihn halt so spiegelt, dass du siehst, da ist... irgendwie ein Thema oder da erkennt man was.

[SPEAKER 2]
[00:36:02-00:36:52]
Ja, das ist in der Tat, wenn das Pferd ein Verhalten zeigt, was durch keinen anderen externen Einfluss ausgelöst ist, ist das eine. Und das zweite ist tatsächlich, Coaching besteht auch viel in einem Verbindungsaufbau. Und auch selbst wenn das Pferd vielleicht nicht neben oder offensichtlich in Verbindung mit einem Menschen ist, sieht man doch das Ohr, was sich bewegt, die Ausrichtung des Körpers, die sich bewegt. Oder aber auch, und es sind ja Pferdemenschen, die zuhören, wenn man bei einer Übung, die wir nachher nochmal besprechen wollen, wenn der Schweif schief steht. Auch das sind Kleinigkeiten, wo sozusagen Reaktionen des Pferdes zu sehen sind, die mit der Situation, in der es sich gerade mit dem Menschen befindet, ausgelöst werden.

[SPEAKER 1]
[00:36:52-00:37:07]
Ja, spannend. Jetzt schließen wir nochmal den Bogen zu der Frage mit dem eigenen Pferd. Das ist ja dann interessant. Hat das dann Auswirkungen darauf, wenn mein Pferd mich halt schon besser kennt? Also kann das das so ein bisschen verschwimmen lassen oder funktioniert das trotzdem?

[SPEAKER 2]
[00:37:08-00:37:51]
Also ich würde sagen, da... Da kommt es auf die Übung des Betrachters an und desjenigen, der es macht. Ich glaube schon, dass man viel erreichen kann, aber man muss sehr, sehr aufpassen, nicht in eine Perfektion des Pferdeumgangs abzurutschen. Also in ein Lohnlohn. Rutschieren oder in ein Trainieren des Pferdes oder ich möchte jetzt, dass das Pferd sich so und so verhält. Nein, es geht genau nicht darum, dem Pferd zu sagen, wie es sich verhält, sondern das Verhalten des Pferdes zu beobachten und dieses eigene Verhalten zu verändern, um dann zu sehen, wie sich dann in der Folge davon das Verhalten des Pferdes wieder verändert.

[SPEAKER 1]
[00:37:52-00:38:08]
Ja, okay, da kann ich mir auch vorstellen, dass es vielleicht auch dann hilfreich sein kann, ein fremdes Pferd zu haben, so unvoreingenommen, was man noch gar nicht kennt, weil man dann natürlich weniger im Kopf vielleicht auch abgelenkt ist und denkt, ah, jetzt macht mein Pferd das oder jetzt macht es das, sondern sich mehr darauf konzentriert.

[SPEAKER 2]
[00:38:08-00:38:09]
Genau.

[SPEAKER 1]
[00:38:09-00:38:22]
Spannend. Hast du da nochmal ein Beispiel? Ich nehme ja immer gerne Beispiele mit diesem Spiegeln. Das Pferd spiegelt mein Verhalten, meine Energie, einfach so aus dem Coaching-Alltag.

[SPEAKER 2]
[00:38:23-00:41:10]
Ja, ein Beispiel kommt mir gerade. Also da war eine Dame, kam zu mir, bei der ging es im beruflichen Kontext darum, ob ihr Job bestehen bleibt oder nicht. Und sie kam irgendwie mit dem Thema, sie ist ungeduldig. Wie kann sie mit Ungeduld umgehen? Und dann dachte ich, na gut, dann nehme ich das Pferd, das hier am ehesten die Ungeduld aufdeckt. Und gebe die beiden einfach mal in den Reitplatz und lasse sie sozusagen mal gucken, was passiert, wenn sie ungeduldig ist und das andere Pferd Ungeduld nicht verträgt. Die Pferde haben aber ihren eigenen Coaching-Weg. Und das Pferd zeigt sich als geduldig pur. Also pure Geduld. Wirklich komplett das Gegenteil von dem, was ich als Hypothese sozusagen in den Raum geworfen hatte. Und dann zeigte sich aber, die wanderten über den Reitplatz zusammen, hatten eine Verbindung aufgebaut. Aber es war ohne Ziel. Die sind einfach nur rumgelaufen. Also das war sozusagen irgendwo, dann kommt man als Coach sozusagen wieder als Begleiter und fragt, mit welchem Ziel macht ihr das gerade? Wohin soll es denn jetzt gehen? Das war nun genau das offene Thema. Ich habe gesagt, okay, dann haben wir da einen Reißsack. Dann geht doch mal an dem Reißsack vorbei. Und um sozusagen ein gewisses Ziel da rein zu bekommen. Und dann hat sie das Pferd auch in der Tat relativ da gut mit hinbekommen, weil die beiden haben sich prächtig verstanden. Aber kurz vorher hat sie den Fokus verloren. Und hatte nicht die Geduld sozusagen, das dann in das Ziel zu bringen und er ist ausgebrochen oder also weggegangen. Die Verbindung war weg und sie erkannte, dass in ihrem beruflichen Kontext oder ihrer Ungeduld eigentlich eine gewisse Passivität steckt. Und sie im Grunde genommen dann direkt in dem Moment wusste, was sie als nächstes tun muss, um beruflich, voranzukommen, beziehungsweise diese Ungeduld sozusagen in eine Aktion zu verändern. Ja, es nicht sozusagen passiv zu erleiden, sondern nicht passiv zu bleiben, sondern aktiv ihr Leben in die Hand zu nehmen und auch ihr berufliches Leben in die Hand zu nehmen und welche Gespräche sie dafür führen musste. Oder wollte, nicht musste, sondern wollte. Das heißt, sie hat sozusagen gemerkt, ich will nicht passiv bleiben, ich will mich nicht hier reaktiv irgendwie in Geduld üben müssen. Nein, ich habe ein Ziel, ich will das anpacken und ich gehe da hin und ich weiß, mit welchen Gesprächen ich das anpacke.

[SPEAKER 1]
[00:41:10-00:41:27]
Ja, spannend. Also, dass sie quasi gar nicht wartet bis zu diesem Punkt, wo das Pferd dann ausbrach, weil sie den Fokus verloren hat und sich dann aufregt und sagt, oh, wieso gedauert das hier so lange und er macht es nicht, sondern dass sie quasi vorher den Fokus behält und dann klappt es schneller. Spannend.

[SPEAKER 2]
[00:41:27-00:41:53]
Ja, genau. Ja, und wir wollen ja in unserem Leben eigentlich aktiv gestalten. Ja, und wir wollen nicht reaktiv rumgeschubst werden und sagen, dass über uns entschieden wird und dann eigentlich aktives Gestalten in unserem Leben häufig erreichen und wirksam werden. Und da braucht es dann einfach die nächsten Schritte, die einem dann manchmal bewusster werden.

[SPEAKER 1]
[00:41:53-00:42:20]
Spannend. Ja, das fand ich jetzt auch ein ganz schönes Beispiel, um nochmal deutlich zu machen, dass das auch egal, ob Pferdemensch oder nicht Pferdemensch, auch für... für erfahrene Pferdemenschen wertvoll sein kann, so ein Coaching mal zu machen, weil es dann ja eben genau nicht darum geht, wie desensibilisiere ich ihn jetzt und gewöhne ihn an diesen Reißsack, sondern wirklich eher zu beobachten, was ist jetzt passiert und welche Aktien hatte ich da drin, so ungefähr. Also schönes Beispiel.

[SPEAKER 2]
[00:42:20-00:42:20]
Ja.

[SPEAKER 1]
[00:42:21-00:42:54]
Und dass vielleicht ja auch dann eben verschiedene Pferde unterschiedliches Feedback geben, dass sie vielleicht vorher noch gar nicht so ein Pferd hatte, was dann überhaupt so reagiert. Ja, spannend. Vielen Dank dir auf jeden Fall. Ich finde, die Beispiele sind immer super hilfreich. Du hast ja auch noch eine Übung für uns alle mitgebracht, die auch jeder mal zu Hause bei sich ausprobieren kann, oder? Dann in dem Fall mit dem eigenen Pferd oder irgendein Pferd, was einem zur Verfügung steht. Worum geht es da?

[SPEAKER 2]
[00:42:54-00:47:59]
Ja, genau, genau. Genau, auch da geht es darum, sich selber zu reflektieren und das in verschiedenen Ausprägungen, aber so wie man es selber sozusagen für sich braucht. Also Vorschlag wäre, ein Pferd auszusuchen und auf einen, also ich finde ja meinen halben Reitplatz sozusagen zu nehmen, ganz gut. Also ich litze dann den Reitplatz quasi in der Mitte einmal ab, sodass ich einen halben Reitplatz habe, der ungefähr dann 20 mal 20 ist, finde ich ein bisschen besser bei Großpferden als ein Roundpen, weil die Pferde einfach Fluchttiere sind und wenn es dann doch irgendwie mal zu einer ordentlichen Kräfteexplosion sozusagen kommt, dass alle in Sicherheit sind. Genau, dann braucht man das Pferd ohne Halfter, ohne Strick, freilaufend auf diesem halben Reitplatz und idealerweise selber einen Bodenarbeitsstick einfach in der Hand. Und dann geht es darum, das Pferd zu bewegen. Und im Grunde genommen sind das mehrere Stufen, die man da durchlaufen kann, um das Pferd sozusagen in Gang zu bringen. Vielleicht eine kurze Anmerkung noch vorab. Sicherheit geht natürlich immer vor. Also das heißt, wenn man sich unsicher ist, sollte man sich auch hier lieber eine professionelle Begleitung einmal suchen, das zusammen durchzuführen. Wenn man selber sehr sicher im Pferdeumgang ist, kann man es auch selber ausprobieren. Wichtig immer festes Schuhwerk bei jeder Übung, das ist sozusagen die Hauptvoraussetzung für pferdegestütztes Arbeiten. Genau, also man hat das Pferd in diesem halben Reitplatz und die erste Aufgabe ist, das Pferd zu bewegen, also erstmal in Gang zu bringen. Für die meisten Pferdemenschen kein Problem, weil sie wissen, wie sie ein Pferd in Gang kriegen. Es geht aber schon irgendwie auch darum, das Tempo zu bestimmen. Also im ersten Moment die Richtung zu bestimmen und im zweiten Moment das Tempo zu bestimmen. Das heißt, wenn ich möchte, dass es rechtsrum geht, dann muss es auch exakt sozusagen, wenn ich sage rechtsrum, auch rechtsrum gehen. Und wenn ich sage Schritt, dann soll es auch Schritt gehen. Und wenn ich sage Trab, dann sollte es auch Trab gehen. Und auch die dritte Ebene ist sozusagen das Tempo zu halten. Und jetzt kann ich anfangen, mich zu bewegen, zu beobachten. Was heißt das eigentlich? Wo bin ich eigentlich gerade? Bin ich relativ nah am Pferd und muss das relativ stark mittreiben und bin nur ein, zwei, drei, vier Meter sozusagen entfernt? Oder stehe ich in der Mitte vom Kreis? Und was braucht es, um vielleicht von dem äußeren Mitbewegen mit in die Mitte zu gehen? Wie viel arbeite ich selber eigentlich mit? Wie anstrengend ist das eigentlich für mich, das Ding am Laufen zu halten, in diesem Fall so das Pferd am Laufen zu halten, übertragene Weise das Ding am Laufen zu halten? Ja, und kommt eigentlich meine Energie auch rüber? Wie viel Stick brauche ich? Wie wenig Stick brauche ich? Wie präsent bin ich eigentlich und wie stark oder wie sehr kommt meine Energie rüber? Oder kommt sie auch zu stark rüber? Explodiert das Pferd und ist eigentlich viel zu schnell und ich will es gar nicht so schnell. Also wirklich sozusagen die Fragen, das Pferd fragt mich, kannst du mich bewegen, kannst du mir die Richtung vorgeben und kannst du das Tempo halten? Und bei jeder Frage kann ich mich dann wieder fragen, was mache ich dafür gerade, wie geht es mir dabei und was nehme ich eigentlich daraus mit? Wie leicht fällt mir das, wie schwer fällt mir das, wenn es mir schwerer fällt? Wie kann ich das hinbekommen, dass es mir leichter fällt? Jetzt werden viele Menschen, viele Menschen sagen, das ist einfach, das kann ich. Yeah. Jetzt kommt aber dann die eine noch vielleicht gesteigerte Anforderung. Das fährt auch wieder durch. Jetzt gibt es Pferde, die ein bisschen triebig sind, die parieren von alleine durch. Dann hat man nicht viel gemacht. Dann ist die Frage, was kann ich eigentlich hier, was ist mein Beitrag? Dann gibt es aber auch sensible Pferde und die eignen sich für diese Übung dann wiederum besonders. Die spüren ganz genau, in welcher Verfassung der Mensch in der Mitte ist. Und wenn man selber unruhig ist, weil noch im hektischen Alltag gestresst innerlich nicht zur Ruhe gekommen, dann laufen diese Pferde wie Durazellhasen um einen herum. Und ich habe da auch gerade ein Beispiel vor Augen sozusagen, wo eine Pferdedame sozusagen, Genau diese Übung ausprobiert hat, erst mit einem Friesen, der sich leicht im Tempo reduzieren lassen konnte, weil er durchaus ein gemütlicheres Pferd ist, dann aber auch mit einem sensiblen Pferd parallel, also danach anschließend, und das Pferd ist nicht durchpariert. Spiegelnd. Welche innere Unruhe sie noch bei sich hat. Sie musste de facto, das kennen wir auch vom Longieren, quasi mit einem Stick oder mit einer externen Hilfe den Weg ein Stück weit abschneiden. Also vorne ist ja die Bremse, wissen die Pferde Menschen, hinten Gas, vorne Bremse, dann den Weg abschneiden, dann pariert das Pferd auch durch. Aber das Ziel ist es eigentlich, durch die Energie und durch die sozusagen innere Ruhe dem Pferd zu signalisieren, Du kannst eine Stufe langsamer gehen. Wir können jetzt wieder einen Schritt gehen. Und das funktioniert aber nur, wenn wir innerlich ruhig sind und selber die Energie reduzieren können.

[SPEAKER 1]
[00:48:00-00:48:34]
Ja, sehr spannend. Vielen Dank dir für diese Übung. Ja, probiert es alle mal aus, wenn ihr die Möglichkeit habt. Ich glaube, es kann sehr, sehr spannend sein. Das ist vielleicht noch wichtig zu sagen, was du gerade sagtest. Ich glaube, als Pferdemensch tendiert man dann schnell dazu, ah ja gut, ich treibe jetzt hier mit der Gerte oder mit dem Stick und jetzt begrenze ich das und so. Also das Ziel ist wirklich, das über die Energie zu machen, den Fokus, die Ausstrahlung und nicht sofort mit dem Stick zu wedeln oder sogar, also das Pferd auch nicht zu berühren.

[SPEAKER 2]
[00:48:35-00:48:57]
Das ist ganz wichtig, Pferde dürfen nicht mit dem Stick berührt werden. Und wie du sagst, es ist wirklich die Körperenergie, es ist auch die aufrechte Haltung. Es ist, weil jeder darf sich selber dann einmal, steht man mit gehängenden Schultern in der Mitte oder ist man aufrecht und hat den Solarplexus aufgerichtet und richtet damit sozusagen die Energie aus, fährt. Und das auszuprobieren, da ist das Pferd total offen, da das zu spiegeln und auszuprobieren und zu üben.

[SPEAKER 1]
[00:48:58-00:49:33]
Ja, weil das fand ich auch sehr spannend. Ich durfte es ja einmal mit dir auch ausprobieren, diese Übung. Und weil man es so gewohnt ist als Pferdemensch, eben sofort, wie gesagt, mit dem Hilfsmittel zumindest irgendwie einmal zu wedeln oder so. Und so treibe ich jetzt. Einmal zu erfahren, wie das eigentlich ist, wenn ich wie ein Pferd eben auch in der Herde nur durch meine Energie ein Pferd losschicken möchte zum Beispiel. Da kommt natürlich sehr darauf an, wie sensibel ist das Pferd oder ist es eher ein triebiges Pferd, wie du gerade sagtest. Aber das ist, glaube ich, also kann ich sehr empfehlen, das mal. auszuprobieren, dass das nämlich dann gar nicht so einfach ist, wie man vielleicht denkt.

[SPEAKER 2]
[00:49:33-00:50:02]
Genau, und die triebigen Pferde, ich glaube, wenn es das eigene ist und man die Kommunikation richtig vertieft, dann reagiert das Pferd auch auf die Energie. Das heißt, das ist eigentlich auch bei dem triebigen Pferd dann die nächste, also wirklich die herausfordernde Ausbaustufe, das auch mit der Energie zu dirigieren, weil das ist sogar dann schwieriger sozusagen, da wirklich hoch und runter zu fahren und das zu spielen. Das zeugt dann nachher von wirklicher Verbindung und konsequenter Kommunikation.

[SPEAKER 1]
[00:50:03-00:50:35]
Ja, sehr spannend. Vielen Dank dir für diese kleine Übung. Jetzt würde mich noch einmal kurz interessieren, wir haben jetzt ja so ein paar Beispiele gehabt und auch viel über Einzelpersonen gesprochen, dass ich quasi alleine zu dir komme. Du machst das ja auch mit Gruppen, also mit Firmen oder kann vielleicht auch eine Steilgemeinschaft sein oder Freunde, Familie, also kann ja jede Gruppe eigentlich sein. Ja. Wie kann man sich das dann vorstellen? Also was sind da so die Ziele vielleicht, die Fragestellungen und wie arbeitet man dann mit den Pferden?

[SPEAKER 2]
[00:50:35-00:52:19]
Genau, viele kommen mit dem Wunsch, an der Kommunikation zu arbeiten oder auch tiefere Beziehungen. Wenn sich beispielsweise ein Team aus einem Unternehmen neu gefunden hat, also neu zusammengesetzt ist und im täglichen vertrauensvoll zusammenarbeiten möchte, weil das einfach für den wirtschaftlichen Erfolg unerlässlich ist, dann kommen sie hierher und Genau, dann arbeiten wir im Grunde genommen an diesem Vertrauensaufbau, auch an dem Verbindungsaufbau, gehen häufig vom Einzelnen zum Wir, zum Gemeinsamen, also um sozusagen das aufzubauen, weil jeder muss auch sich klar sein, auch den eigenen Beitrag ins Team darüber klar sein, um dann gemeinschaftlich wirklich vieles und Großes bewegen zu können. Und das baut sich so ein Stück weit auf und nicht selten endet das sozusagen in einer Gruppenaufgabe, wo, wenn wir jetzt wieder ganz praktisch sozusagen werden, wo dann auf dem Reitplatz beispielsweise ein Parcours aufgebaut ist und wir ein Pferd dazu nehmen und das Team dieses Pferd durch den Parcours dirigieren muss, ohne es anzufassen. Auch das Pferd hat wieder keinen Halfter und keinen Strick. Es darf nicht geführt werden, sondern es soll rein über die Energie der einzelnen Personen dirigiert werden und im Zusammenspiel insbesondere der verschiedenen Personen. Wenn wir jetzt zum Beispiel fünf Personen, die fünf Personen müssen sich klar werden, wer hat welche Rolle, wer macht was und dann müssen diese fünf gemeinschaftlich über ihre Präsenz und ihre Energie das Pferd, das Paket durch den Parcours steuern.

[SPEAKER 1]
[00:52:19-00:52:34]
Oh ja, spannend. Das kann ich mir vorstellen, dass das manchmal vielleicht erstmal in Chaos ausartet, besonders vielleicht bei Menschen, die noch gar nichts mit Pferden gemacht haben, vielleicht aber auch bei Pferdemenschen. Also geht es dann sehr viel um, wer macht was wie und wir arbeiten alle zusammen.

[SPEAKER 2]
[00:52:35-00:53:20]
Genau. Und die Nicht-Pferde-Menschen haben natürlich den Vorteil, dass sie vorher schon über diese vorbereitenden Übungen schon in Pferdekontakt gekommen sind und schon ein gewisses Grundrüstzeug bekommen haben. Wie verhalte ich mich beim Pferd? Wie treibe ich ein Pferd? Wie baue ich Präsenz auf? Und wie bin ich sicher? Weil die Sicherheit ist natürlich immer im Vordergrund. Und dafür sorge ich auch dann in den Fällen immer eine Begleitung dabei, eine ganz tolle Mitarbeiterin, die die Pferde hervorragend kennt und das sicher begleitet. Und genau, sodass einfach dieses Handwerkszeug bewusst ist und dann kommt diese Aufgabe sozusagen, ist wirklich zielgerichtet, das Pferd wie von Geisterhand zu bewegen, gemeinschaftlich.

[SPEAKER 1]
[00:53:21-00:53:33]
Ja, sehr spannend. Und da zieht man dann auch wieder Beobachtungen raus. Wer hat sich wie verhalten? Warum hat es vielleicht überhaupt nicht funktioniert? Warum hat es sehr gut funktioniert? Wer hatte welche Rolle? Kann ich mir so vorstellen?

[SPEAKER 2]
[00:53:33-00:55:37]
Am Anfang ist klassischerweise, bewegt sich das Pferd erstmal gar nicht, sondern grast am Rand. Also weil Pferde sind natürlich erstmal von dem Gras am Rand am meisten angezogen und dann braucht es erstmal eine gewisse Kraft und Energie sozusagen, das Pferd vom Gras zu trennen. Und da kommen dann die einzelnen Rollen ins Spiel und in der Tat, manch einer bringt die treibende Kraft sozusagen rein, der andere bringt die Direktiv. Lebenskraft und so, dass sozusagen jeder da seine Rolle wie im normalen Team auch hat. Und wenn eine Rolle, also häufig ist es dann so, dass sie anfangen, das Pferd bewegen zu können. Ja, also gemeinschaftlich gehen sie dann den Weg. Und dann hat aber irgendwer aus dem Team eine Idee oder denkt, ich bin hier gar nicht mehr gebraucht. Ich werde hier nicht gebraucht. Ich kann mich mal zurückfallen lassen. Es ist jetzt, ich bin hier nicht mehr wichtig, aber prompt bricht das Pferd aus, weil das Pferd genau weiß, da ist jetzt eine Lücke, da kommt keine Energie mehr, dann brauche ich auch nicht mehr mitzumachen. Dementsprechend merken im Rahmen dieser Übung tatsächlich jedes Teammitglied merkt, wie wichtig die eigene Rolle ist. Wenn man vielleicht auch eine Führungskraft vorne sieht, die denkt, ach, hinten passiert gar nichts, ich werde da gar nicht gebraucht und so weiter. Oder ich mache die Arbeit alleine, so herum, Entschuldigung, hinten macht keiner was. Und dann, wenn die Hinteren aber aufhören zu treiben oder was zu machen, ist der Funger da vorne, weil hinten die treibende Kraft fehlt. Andersherum, wenn hinten getrieben wird und vorne die Führungskraft sagt, ach, ihr könnt das ja alleine, ihr braucht mich nicht, dann schwupp, bricht das Pferd wieder aus, weil es nämlich seinen eigenen Weg geht, weil ihm die Führung fehlt. So hat jede Rolle da wirklich eine Aufgabe. Und immer wenn eine Rolle wegfällt, bricht das Kartenhaus in sich zusammen. Dementsprechend merken sie, wie wichtig jeder von ihnen ist und können das dann. dann in der Tat in der Reflexion anschließend übertragen in die täglichen Aufgaben und die Erfahrung, die sie im täglichen dann im Büro haben.

[SPEAKER 1]
[00:55:37-00:55:45]
Ja, cool. Ja, da kann man sich auch nochmal ganz gut vorstellen, was man dann im Team für den Alltag daraus mitnehmen kann.

[SPEAKER 2]
[00:55:46-00:55:46]
Ja.

[SPEAKER 1]
[00:55:47-00:56:18]
Schön, ja. Vielleicht abschließend noch so ein paar allgemeine Fragen. Die Beispiele, die wir jetzt so hatten, das klang ja schon immer so, dass man auch mit einer Session schon echt tiefgreifende Erkenntnisse haben kann, sage ich mal. Also wie jetzt bei dem einen Beispiel, wo sie dann plötzlich ihren Job wieder mochte und es war wirklich eine Riesensache. Ist das meistens so, dass quasi eine Stunde oder eine Session schon so reicht oder kann man sich es eher als Prozess vorstellen?

[SPEAKER 2]
[00:56:18-00:57:07]
Nein, das ist tatsächlich die Ausnahme, dass eine Session schon absolut die Lösung bringt. Da war die Lösung schon kurz unter der Oberfläche und musste nur noch herausgeholt werden. In der Tat ist es meist ein längerer Prozess, Teil entweder einer Sequenz oder eines längeren Veränderungsprozesses, weil wir haben Verhaltensmuster, in die wir immer wieder zurückfallen. Und wir müssen erst mal lernen zu beobachten und uns wahrzunehmen, die Entscheidung neu zu treffen, auszuprobieren. Die Sessions sind ein sehr starker Impuls. Es braucht eine ganze Weile hinterher sozusagen, oder es braucht nicht, sondern man profitiert davon eine ganze Weile sozusagen, dass das weiterarbeitet. und weiter ins tägliche sozusagen übergeht, aber es ist nur ein Schritt in einer Sequenz eines Prozesses.

[SPEAKER 1]
[00:57:08-00:57:31]
Okay. Und wie ist das jetzt, wenn, das betrifft jetzt die meisten Pferdemenschen wahrscheinlich nicht, aber wenn jetzt jemand Angst hätte vor Pferden, wie gehst du damit um? Also ist es dann so, dass man sagt, okay, dann ist das nicht geeignet, Pferdegstützescoaching oder nutzt man dann auch vielleicht das Coaching, um diese Angst auch zu bearbeiten sozusagen? Wie kann ich mir das vorstellen? Hattest du das schon mal?

[SPEAKER 2]
[00:57:31-00:59:06]
Also ich hatte noch keine individuelle Session mit Angst, wo jemand kam, um die Angst zu bearbeiten. Aber fast in jeder Gruppe sind Menschen mit Pferdeangst oder sehr großem Pferderespekt dabei. Und wir gehen langsam sozusagen an die Pferde ran. Das heißt, es wird ein sicherer Raum aufgebaut und sie können langsam sozusagen Schritte machen, um eine Zuversicht oder um eine Sicherheit zu bekommen. Und wenn wir im Paddock arbeiten, dann ist eine zweite Person an der Seite und sorgt für Sicherheit. Und meine Erfahrung bisher war aber, die Menschen mit Pferdeangst haben unglaubliche Fortschritte über den Tag gemacht. Und bisher haben, ich würde sagen, alle am Ende des Tages die Pferde hinterher gestreichelt, mit Möhren gefüttert, wenn sozusagen die Abschlusssession ist, immer Äpfel und Möhren füttern und Streicheleinheiten verteilen. Das heißt, Sie haben sich getraut, Pferde zu führen, Pferde anzufassen und sind über sich hinausgewachsen und nehmen diese Stärke und diese Zuversicht auch tatsächlich in den beruflichen Alltag mit, so große Herausforderungen meistern zu können, um Hilfe zu bekommen. Bitten zu können, das habe ich auch schon als Feedback bekommen, hinter großes Dank sozusagen, dass die Person um Hilfe bitten durfte und die Hilfe bekommen hat. Auch das ist im beruflichen Alltag häufig eine Lösung, sich Hilfe zu nehmen oder auch annehmen zu können, darum zu fragen. Auch diese Elemente werden mit in den Alltag mitgenommen.

[SPEAKER 1]
[00:59:06-00:59:20]
Schön, ja. Vielen Dank. Und zu den Pferden selbst, also hast du da bestimmte Kriterien, die ein Pferd erfüllen muss, damit es ein Coaching-Pferd sozusagen sein kann? Also wie wählst du die Pferde aus, die du für das Coaching nutzt?

[SPEAKER 2]
[00:59:20-01:00:24]
Ja, also die Pferde sollten gut sozialisiert sein. Idealerweise tatsächlich meines Erachtens in einer Herde, wo sie ein gutes Sozialverhalten einfach im täglichen... Üben und es kann natürlich auch Pferde in kleiner Herdenhaltung, müssen nicht wie bei uns jetzt zehn Pferde sozusagen in der Herde sein, sondern es können auch zweier, dreier kleine Herden sein. Das Wichtige ist, dass das Pferd sauber in einer Sozialkommunikation ist und man die Reaktion des Pferdes gut einschätzen kann, weil Sicherheit an erster Stelle ist. Muss man die Reaktion gut einschätzen können. Und ansonsten arbeitet man wirklich mit der Situation, wie sie sich gerade ergibt. Man muss immer sozusagen auf alles, gefasst sein, auch das ist eine Information. Jedes Verhalten vom Pferd ist eine Information und wir müssen dann mit entsprechender Sicherheit und Abstand beginnen zu arbeiten. Und man kann schon auf die Entfernung arbeiten. Das muss nicht sozusagen mit Berührung sein, sondern auch durchaus auf Entfernung. Das Wichtige ist, die Verhaltensweisen sind Informationen. Die Informationen brauchen wir, um Entscheidungen treffen zu können und lernen daraus ganz viel.

[SPEAKER 1]
[01:00:24-01:00:33]
Ja, spannend. Also es ist nicht so, dass man irgendwie einen bestimmten Pferdetyp hat, sondern man will eigentlich gerade auch unterschiedliche Typen oder unterschiedliche Rassen oder Charaktere.

[SPEAKER 2]
[01:00:34-01:00:55]
Da fällt mir gerade wieder spontan ein Beispiel ein. Ich hatte mit einer Gruppe von Schulleiterinnen gearbeitet. Und die eine Schulleiterin hatte ganz klar das B-Präferenz für das Shetland-Pony. Und sie sagte, nee, die Großen, also das mussten, sie hatte versucht, mit dem großen Pferd zu arbeiten, hat es sofort wieder abgeben müssen. Das geht gar nicht. Nein, ich muss mit dem Shetty arbeiten. Und dann stellt sie sich raus, dass sie eine Grundschullehrerin gewesen ist.

[SPEAKER 1]
[01:00:56-01:01:17]
Ach, wie spannend. Witzig. Ja, und war das dann für sie quasi die Herausforderung, dass sie das gemeistert hat, dass sie dann doch auch mit einem großen Pferd gearbeitet hat? Oder war das dann eher so, dass man sagt, okay, nee, das ist ihr Komfortbereich, sage ich mal, und dann nehmen wir auch lieber das Shetty, um ihre Themen quasi zu bearbeiten?

[SPEAKER 2]
[01:01:18-01:01:22]
Ja, für sie selber war es eine Bestätigung dessen, dass sie in der Grundschule richtig angesiedelt ist.

[SPEAKER 1]
[01:01:22-01:01:29]
Aha, okay, ja, spannend, weil das ist ja auch interessant, was man dann daraus mitnimmt oder was die Erkenntnis ist.

[SPEAKER 2]
[01:01:30-01:01:53]
Und wie ich vorhin schon kurz sagte, die Shettys sind ja durchaus, die haben ja einen starken Kopf, die sind nicht, oder starke Meinung, die sind nicht unbedingt leichter zu führen, sondern eher eine Herausforderung. Man muss sie anders ansprechen und anders mit Themen und auch mit einer ganz besonderen Klarheit den Rahmen abstecken. Genau, also da waren viele übertragbare Erkenntnisse.

[SPEAKER 1]
[01:01:54-01:02:15]
Spannend, ja cool. Ja, dann würde ich sagen zum Abschluss, hast du vielleicht noch irgendwas, wenn du jetzt so an unsere Hörerinnen, die ja größtenteils Pferdemenschen sind, was sollen sie aus dieser Folge mitnehmen? Vielleicht auch schon für den nächsten Stallbesuch, hast du da noch irgendwas so ein bisschen zusammenfassend, was du gerne mitgeben magst?

[SPEAKER 2]
[01:02:15-01:03:24]
Ja, vielleicht kann man sagen, also Pferdegestützescoaching hat nichts mit Reiten zu tun und auch nicht der Perfektion im Pferdeumgang, sondern mit ganz viel Neugier und Offenheit. Das Verhalten der Pferde zu beobachten und verschiedene Dinge vielleicht auszuprobieren, auch neue Umgangsweisen oder eigene Verhaltensweisen vielleicht mal auszuprobieren und dann wiederum neugierig und offen zu beobachten, was das Pferd so bietet. Und man kann es auch übertragen in den Sattel. Also auch dadurch, wenn man die Hilfengabe angesprochen hat. Es ist so, dass jede unserer Hilfengabe eine Reaktion mit sich bringt. Und wenn wir das sozusagen mal den Blickwinkel verändern und nicht sagen, wir... stimmen, was das Pferd macht, sondern wir beobachten, wie meine Hilfe oder meine Reaktion dort ankommt. Das ermöglicht noch einen ganz anderen Entwicklungsspielraum auch fürs Pferd, weil das Pferd durchaus auch, wenn wir mit einer anderen Präsenz mit dem Pferd umgehen, hat das Pferd auch eine andere Möglichkeit, Präsenz zu zeigen und anders mitzumachen.

[SPEAKER 1]
[01:03:24-01:03:47]
Das finde ich auch einen ganz spannenden Punkt. Da habe ich vorhin schon drüber nachgedacht, als wir dieses Beispiel hatten, dass es ja eben nicht darum geht, das Pferd soll jetzt das machen und ich gebe die Hilfe, aber das ist ja trotzdem, da schließt sich das dann wieder, dass es trotzdem eben die Erkenntnisse, die ich dann im Coaching habe, mir ja auch fürs Reiten eben was bringen können, weil eigentlich für alle Themen irgendwie im Leben. Das finde ich auch einen super Punkt zum Abschluss. Ja, vielen Dank dir.

[SPEAKER 2]
[01:03:48-01:04:03]
Und die Pferde schätzen tatsächlich dieses Pferdegestützte Coaching immer sehr, weil sie gesehen werden. Und dementsprechend geben sie mir immer eine ganz positive Rückmeldung, sind immer gut drauf am nächsten Tag, weil sie viel gesehen wurden und wenn wir das in den Sattel übertragen, werden sie auch gesehen.

[SPEAKER 1]
[01:04:03-01:04:35]
Auch sehr spannend. Ja, cool. Ach, Katharina, vielen Dank für diesen Einblick in mal ein ganz anderes Pferde. Verbundenes Thema. Ich fand es sehr spannend und vielleicht hat ja einer von euch oder mehrere von euch da draußen auch Lust, das mal auszuprobieren. Wenn man jetzt wirklich sagt, Katharina, boah, ich wollte es schon immer mal ausprobieren oder ich würde es jetzt gern mal ausprobieren, finde das spannend. Wie kann man denn mit dir jetzt zusammenarbeiten, wie kann man dich erreichen, wie könnte man zum Beispiel einfach mal so eine Coaching-Session buchen?

[SPEAKER 2]
[01:04:36-01:05:02]
Also die meisten Informationen, Kontaktdaten sind auf der Internetseite www.integratedleadership.de. Es ist gar kein Problem, ein Erstgespräch unverbindlich einfach zu vereinbaren, einfach mal gemeinsam kurz die Köpfe zusammenzustecken, was wäre spannend, was könnte man mal machen. Und genau, also idealerweise einfach unter www.integratedleadership.de mal kurz nachschauen, Kontaktdaten heraussuchen und mich kontaktieren.

[SPEAKER 1]
[01:05:02-01:05:32]
Ja, cool. Wir tun das auch nochmal in die Shownotes. Dann könnt ihr euch das da direkt raussuchen und mal anschauen. Und ja, falls ihr das dann mal ausprobiert, wünsche ich euch natürlich ganz viel Spaß und dir sowieso, Katharina. Vielen Dank, dass du heute da warst für all die Infos und Einblicke. Und ja, ich wünsche dir natürlich für die Zukunft noch ganz viele spannende und erkenntnisreiche Coachings mit deinen Coaches und Pferden. Vielen Dank, dass du da warst.

[SPEAKER 2]
[01:05:32-01:05:35]
Ganz herzlichen Dank, Sonja. Hat viel Spaß gemacht. Danke dir.

[SPEAKER 1]
[01:05:35-01:05:53]
Bis bald. Tschüss. Diese Folge wurde produziert von Olivia Herrmann. Ich hoffe, ihr hattet eine gute Zeit beim Anhören. Schickt uns wie immer sehr gerne euer Feedback über den Kanal eurer Wahl. Wir lesen alles und wissen das sehr zu schätzen. Bis zum nächsten Mal beim Rehorse Podcast.

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