4 Regeln für den Aufbau der Muskulatur Deines Pferdes

Hindernis in Reithalle und Reiterin

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Wetten, Du hast Dir diese Frage auch schon hundertmal gestellt? Sie lautet: "Wie muskelt mein Pferd besser auf?" Wer reiten will, möchte das auf einem Pferd mit gut ausgebildeter Muskulatur tun, denn wir alle wissen: Nur so bleibt das Pferd gesund. Es gibt ein paar Fakten, die Du dafür unbedingt kennen solltest.

  1. Die Mischung macht es! Du brauchst eine gute Abfolge von Trainingstagen, die zwischen Trainingsreiz, lockerem Training bzw. Pausen abwechseln. Weder die direkte Folge von Trainingsreizen, noch zu viele Pausen- oder lockere Tage führen dazu, dass die Muskelzellen wachsen.
  2. Die Technik macht es! Schwerster Punkt: Nur physiologisch sinnvolle Bewegung bringt Muskelwachstum an den Stellen, die wir uns wünschen. Da gibt es leider keine Abkürzung, es gilt der Satz von Paul Stecken: "Richtig reiten reicht". Das mag schwer sein, ist aber nicht schlimm: Reiten ist eben lebenslanges Lernen. Auf dem Weg sammelst Du viel Wissen und Dein Pferd profitiert direkt davon.
  3. Den Kopf des Pferdes mitnehmen, es mental miteinbeziehen! Das körperlich sinnvollste Training ist nicht viel wert, wenn Dein Pferd mental nicht bei Dir ist. Achte auf seine Signale, auch kleine, die Unwohlsein oder Stress zeigen! Die haben einen Grund.
  4. Im Hinterkopf behalten: Es geht nie nur um Muskelaufbau, sondern auch um Sehnen, Bändern und Faszien.

Was ist ein Trainingsreiz?

Kein Muskelwachstum ohne Trainingsreiz. Einen Trainingsreiz setzen bedeutet, dass man bis zur oder leicht über die Leistungsgrenze geht. Damit ist natürlich nicht gemeint, dass Du Dein Pferd bis kurz vor die Erschöpfung galoppieren lässt! Sondern eben in den Bereich gehst, der deutlich anstrengend ist. Das machen Hobbyreiter tendenziell zu wenig! Auf der Seite namens "Wanderreiten und mehr" , die gibt es auf Instagram, las ich letztens: „Ein typischer Freizeitreiter von vor 20 Jahren hat sein Pony geschnappt und ist stundenlang im Gelände verschwunden. Ja, Stunden. Plural. In dem Freizeitreiterstall, in dem ich unterwegs bin, machen die meisten Leute mindestens drei Mal die Woche Bodenarbeit (was körperlich fürs Pferd null anstrengend ist) und wenn sie einen ‚Ausritt’ machen, dann sind sie nach 45 Minuten zurück.“ Die Autorin machte das als eine der Ursachen für viele Wohlstandskrankheiten bei Freizeitpferden aus, die es früher viel weniger gegeben hat. Eine scharfe Beobachtung, die ich für durchaus richtig halte. Die meisten Leute, die ihr Pferd freizeitmäßig reiten, tun tendenziell eher zu wenig als zu viel.

Fehlerquelle 1: Zu wenig intensiv üben

Kenne ich, geht mir selbst oft genug so – zwischen Beruf, Kind und allen möglichen Verpflichtungen ist es nicht einfach, einen vernünftigen Trainingsplan einzuhalten. Selbst wenn man lieber viel reiten würde, als am Boden etwas zu machen, ist das manchmal die schnellste Lösung. Bin ich nicht stolz drauf, ist aber Realität. Das Bild zum Text heute habe ich genau deshalb auch ausgesucht. Es zeigt das Aufwärmen bei einer unserer Springstunden. Diese Springstunden helfen mir zum Beispiel enorm dabei, nicht in der Wohlfühlzone herumzudümpeln, sondern wirklich sportlicher zu reiten. Auch wenn wir da vom Springen her nur klein und gymnastisch unterwegs sind, macht es einen Unterschied! Im normalen Training galoppiere ich nie so viel wie beim Springen.

Fehlerquelle 2: Zu intensiv und häufig das Gleiche üben

Klar gibt es auch genau das andere Extrem: Reiter, die viel zu lange täglich auf dem Pferd hocken und jeden Tag stupide dasselbe üben in der gleichen Intensität. „Die Reiter wundern sich dann, dass die Pferde immer müder, immer zäher werden “, erklärt Dressurausbilderin Claudia Butry. „Sie wundern sich, dass die Muskulatur immer weniger wird, obwohl sie so viel trainieren.“ Wer zu viel tut, erzielt keinen Muskelzuwachs, sondern die Leistung vermindert sich durch dieses Übertraining. Was das mit der mentalen Zufriedenheit Deines Pferdes anstellt, ist noch mal ne ganz andere Frage, dazu später mehr (aus berufenem Munde von Uta Gräf). Den zweiten Teil dieses Textes findest Du auf meinem Blog www.alifewithhorses.de direkt! Hier geht’s weiter, Du liest dort, wie die Mischung aus Trainingsreiz und Pause abgestimmt werden sollte, welche Rolle Proteine spielen und warum die 48-Stunden-Regel insbesondere für Reha-Pferde im Aufbau und nach Turnieren wichtig ist.