#Wissen mit Michaela Kronenberger: Das Mindset der Champions
In dieser Folge spricht Christian Kröber mit der Pferdewirtschaftsmeisterin und Buchautorin Michaela Kronenberger über das Mindset der erfolgreichsten Reiterinnen und Reiter. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, welche mentalen Eigenschaften Champions auszeichnen, wie sie mit Druck, Rückschlägen und Selbstzweifeln umgehen und warum Selbstreflexion oft wichtiger ist als Selbstkritik.
Michaela berichtet von den Erkenntnissen aus ihren Interviews mit zahlreichen Spitzenathleten des Reitsports und zeigt, dass es kein allgemeingültiges Erfolgsrezept gibt. Stattdessen wird deutlich, wie individuell mentale Stärke entsteht – und welche Strategien jeder Reiter für seinen eigenen Weg übernehmen kann. Außerdem sprechen die beiden über den Einfluss von Emotionen auf das Pferd, die Bedeutung der Reiter-Pferd-Beziehung sowie die Rolle von Trainern auf dem Weg zu nachhaltigem Erfolg.
Eine inspirierende Folge für alle, die nicht nur ihre reiterlichen Fähigkeiten, sondern auch ihre mentale Stärke weiterentwickeln möchten.
Buch: https://motorbuch-versand.de/mueller_rueschlikon/42353-mindset-wie-ein-champion
Podcast Transkript
Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.
[SPEAKER 1]
[00:00:00-00:00:10]
Heute zu Gast die Pferdewirtschaftsmeisterin und Buchautorin Michaela Kronenberger über das, was Topreiter wirklich ausmacht.
[SPEAKER 2]
[00:00:12-00:00:44]
Sie sagen, okay, ich habe heute mein Bestes gegeben, das war im Vergleich des Bestens der anderen nicht gut genug, noch nicht gut genug. Also zergehe ich nicht an Selbstkritik, sondern begehe Selbstreflexion. Ich reflektiere technisch, was ich nächstes Mal neu umsetze und verharre nicht die ganze Zeit darauf, was der Fehler war, sondern mein Mindset geht in die Richtung, ich schaue mir die Lösung an. Ich bin lösungsorientiert und das setze ich um.
[SPEAKER 3]
[00:00:45-00:01:02]
Herzlich willkommen zum WeHorse Podcast. Heute mit Christian Kröber. WeHouse ist deine Lernplattform, auf der du täglich Inspirationen, Trainingstipps und das Wissen der besten Trainer bekommst, um gemeinsam mit deinem Pferd jeden Tag besser zu werden.
[SPEAKER 1]
[00:01:03-00:02:36]
Was ist es, was herausragende Reiter von Normalsterblichen unterscheidet? Wie können besonders gute Leistungen entstehen und was haben diese Reiterinnen und Reiter auch untereinander gemeinsam? Dieser Frage ist Michaela Kronberger in ihrem Buch nachgegangen und heute spreche ich mit ihr genau über dieses Mindset der Champions. Was macht es aus? Wie kann jeder von diesem Mindset lernen? Und wie kann er sich auch im Hinblick auf sein eigenes, ganz persönliches Ziel verbessern? Ein Hinweis, bevor wir starten in den Podcast noch in eigener Sache vorweg. Über Monate haben wir an einem neuen Feature für WeHors gearbeitet. Seit einigen Tagen ist es nun live. WeHors Training. Ein Trainingskalender, Planungs- und Dokumentationstool, mit dem wir euch helfen, besser zu werden. Ihr erhaltet alle fünf Aktivitäten von uns aufbereitete Berichte mit konkreten Handlungsempfehlungen, Reflexionsfragen und auch direkten Vorschlägen, was ihr denn verbessern könnt. Ein wirklich brandneues Feature, das aus sehr viel von eurem Feedback heraus entstanden ist und wir können nur alle einladen, es zu verwenden. Als WeHors-Nutzer findet ihr es in unserer iOS- und Android-App. Einfach downloaden, einloggen, dann seht ihr es direkt und direkt loslegen mit dem brandneuen WeHors-Trainings-Feature. Viel Spaß damit, jetzt der Podcast mit Michaela. Auf geht's! Hallo Michaela.
[SPEAKER 2]
[00:02:37-00:02:37]
Hi Christian.
[SPEAKER 1]
[00:02:38-00:03:00]
Schön, dass du bei uns im Podcast bist. Wir wollen heute über dich sprechen und vor allen Dingen auch, was dich so in der Thematik, mit der du dich in den letzten Monaten und Jahren sehr viel beschäftigt hast, nämlich dem Mindset der Champions. Mal in deinen Worten, um direkt mal ganz konkret einzusteigen. Was ist das Mindset der Champions?
[SPEAKER 2]
[00:03:01-00:03:42]
Der Weg, die Geschichte, die Persönlichkeit, die Psyche hinter einem Champion, hinter einem Star, hinter jemandem, der schon unfassbar viel Erfolge nach Hause geritten hat oder im Leben gemeistert hat und dessen Geschichte es einfach wert ist, erzählt zu werden, weil er durch Struggle geht, durch emotionale Achterbahnen, durch Gedankenchaos, durch sämtliche Herausforderungen, die auf diesem Weg mit verbunden sind und dieses Mindset dahinter. Das ist unfassbar spannend.
[SPEAKER 1]
[00:03:42-00:04:09]
Du hast im Rahmen deines Buches sehr viele Top-Reiter interviewt und genau dieser Frage bist du ja nachgegangen, was ist denn das Mindset der Champions und was macht jeden dieser Top-Reiter besonders, bevor wir später auch reingehen, was jetzt einzelne Top-Reiter besonders macht. Was macht so ein... ein Champion-Mindset oder dieser Blick auf die Dinge aus? Was hast du beobachtet?
[SPEAKER 2]
[00:04:10-00:05:30]
Ich habe gedacht, es gibt das Champion-Mindset. Und ich wollte unbedingt herausfinden, was ist genau dieser Plan A, den wir alle umsetzen könnten und dann würden wir alle Champions werden. Und wichtig dabei ist einfach die Erkenntnis, es geht nicht um die Reihtechnik, sondern es geht wirklich um... Wie gehe ich mit mir selber um, wenn ich Bestleistung abliefern möchte? Also es gibt Menschen, die zerbrechen an Druck und es gibt andere Menschen, die wachsen da über sich hinaus. Aber gibt es einen Plan, den ich umsetzen müsste, dann würde ich der nächste Olympiasieger werden? Und der Frage bin ich nachgegangen und das hat mich halt einfach interessiert. Kann man, so wie es die Reitlehre ja vorgibt, einen Plan A umsetzen? Und die Pferde erzählen uns ja genau das Gegenteil, dass wir viele Pläne brauchen und auch durchaus mal von den Plänen abweichen müssen, ganz individuell, weil das Pferd unikart ist und nicht uniform. Und das war das unfassbar Spannende, was dann das Ergebnis war. Ich kann es noch nicht vorwegnehmen, denn es ist so unfassbar spannend. Ich hatte 20 Stars im Interview. Und nicht eine Antwort war dieselbe.
[SPEAKER 1]
[00:05:30-00:06:41]
Gibt es denn erstmal grundsätzlich... Mentale Eigenschaften, wir sprechen jetzt ja auch viel, Mindset ist ja am Ende Mentalität. Natürlich, wir reden leider noch, was bedeutet Talent, aber was sind denn die Eigenschaften, die man erstmal grundsätzlich mitbringen will für Erfolg? Man kann ja Erfolg auch unterschiedlich definieren, also hier im Podcast. Wenn ich mich jetzt mal an die letzten fünf Podcast-Folgen zurückerinnere, da war eine Charlotte Maria Schürmann, die hat beispielsweise ihre erste Medaille gewonnen auf deutschen Meisterschaften, die ist sehr erfolgsorientiert. Die formuliert ganz klar, er will das und das Ziel erreichen. Es gibt andere Topstars, ich erinnere mich gut an den Steve Gerdah, der vor vielen, vielen Jahren bei uns im Podcast war, der da und sagt hat, naja, am Ende ist das, ist Erfolg ja nur das, ist nur ein Ausdruck dessen von dem, was ich zu Hause fühle und erreiche und die Arbeit mit dem Pferd ist viel wichtiger als die goldene Schleife und der große Pokal. Was sind denn die, erstmal so die Eigenschaften, die... jemanden, der erfolgreich ist, von jemandem, der weniger erfolgreich ist, unterscheidet.
[SPEAKER 2]
[00:06:41-00:07:30]
Erstmal die Definition für Erfolg ist für jeden was anderes und das ist schon spannend zu sehen. Vielleicht hilft dieser Ansatz, Erfolg ist das Bewusstsein über sich selbst und dann zieht man automatisch den Erfolg im Außen an. Wenn ich die Bewusstheit und das Bewusstsein über mich, über meine inneren Vorgänge habe, dann kann ich die erst erkennen, aufarbeiten und dann kann ich einem Ziel zustimmen, deren Bedingungen ich 100% gerne erfüllen muss. Das bedeutet, ich brauche als inneren Erfolg zuerst erstmal die Erkenntnis, welche Möglichkeiten und welche Beschränkungen habe ich, nicht nur auf das Pferdematerial bezogen, sondern auch auf meine eigene innere Performance, die ich als Botschaft...
[SPEAKER 1]
[00:07:30-00:07:41]
Aufs Leben doch am Ende, oder? Wenn ich einmal einhaken darf, ist eigentlich ja auch viel weiter gefasst, geht ja gar nicht jetzt... Das ist ja fast Lebensweisheit ein bisschen, oder? Nicht nur Reitsport-spezifisches Können, oder?
[SPEAKER 2]
[00:07:42-00:08:18]
Es ist genau das, wofür ich mich entscheide, wie ich halt durch den Reitsport gehen möchte, durchs Leben gehen möchte. Exakt. Möchte ich Opfer der Umstände bleiben? Möchte ich misserfolgsorientiert sein oder möchte ich Erschaffer sein, Erschaffer meines Glücks und auf diesem Streben nach Glück auch das Glücklichsein entwickeln? Und das lässt sich adaptieren auf das Pferd, aber das Pferd ist ja in der besonderen Fähigkeit, genau das zu spiegeln an uns.
[SPEAKER 1]
[00:08:19-00:08:30]
Und es ist ja dieser Zweiklang aus Reiter und Pferd macht ja auch als Sport selber Reitsport einzigartig, was ja noch eine weitere Komplexitätsstufe ist, die ich einziehe.
[SPEAKER 2]
[00:08:30-00:09:04]
Sehr. Da geht es auch um Pferdepsychologie. Und um bahnbrechende Studien zur Emotionsforschung, welche Emotionen kann das Pferd riechen, wie kann ich mich da selber besser aufstellen, was passiert biochemisch in mir. Die Gehirnforschung ist da auch mittlerweile so krass fortgeschritten, dass wir uns viel, viel intensiver mit diesen... Urfähigkeiten, die in uns sind, nochmal vertraut machen dürfen. Das geht dann so eher in die Richtung emotionale Stärke.
[SPEAKER 1]
[00:09:05-00:09:23]
Vielleicht, weil du das gerade genannt hast, lass uns mal tiefer reingehen in das Thema, was kann das Pferd eigentlich spüren? Da hast du gerade gesagt, das Pferd kann ja auch in gewisser Weise das riechen. Vielleicht bringen wir uns mal da auf Stand, was ist gerade so der Stand auch der Forschung? Was kann das Pferd wirklich merken von mir?
[SPEAKER 2]
[00:09:23-00:10:06]
Es gibt bahnbrechende Studien über zum Beispiel den Geruchssinn. Wir als Menschen, wir sind Sehwesen. Wir sind sehr stark visuell orientiert. Und unser Gehirn verarbeitet auch 65 Prozent der Informationen über das visuelle System. Und beim Pferd ist es genau andersrum. Das Pferd ist ein Hörwesen und ein Geruchswesen. Und es muss die Chance bekommen, das, was es hört, mit dem Geruch als belanglos zu empfinden. Es gibt zwei verschiedene verifizierte Studien, die sagen, das Pferd kann zwei Kilometer weit riechen. Die anderen sagen, es kann schon vier Kilometer weit riechen. Warum noch nicht? Das ist nicht erforscht, weil unsere Messgeräte noch nicht so weit gehen.
[SPEAKER 1]
[00:10:06-00:10:10]
Vier Kilometer weit, das ist ja unglaublich weit.
[SPEAKER 2]
[00:10:10-00:11:37]
Ja, und wir denken immer, es glotzt, es guckt sich fest, es ist guckig, wie auch immer wir diese Worte finden. Dabei gibt es noch zusätzlich eine Gehirnverschachtelung, dass der Zugang, wenn das Pferd auf der rechten Hand reitet, eben nicht in die verarbeitende visuelle Gehirnhälfte kommt, beziehungsweise das fürs Pferd wirklich ein eklatanter Unterschied ist, ob es jetzt linke Hand herum an... Dem Schreckgespenst vorbeigeht oder eben rechte Hand. Dazu kommt auch noch, dass es Studien gibt, dass sowohl das Pferd die Cortisolausschüttung, also unsere Stresshormone, riechen kann und zusätzlich noch entscheidet, von welchem Menschen es das stärker störend empfindet, also sein eigenes autonomes Stresssystem nach oben schießt, Fight, Flight, Freeze oder Fawn. Und das sind Erkenntnisse. Dass erstmal das Pferd auch Cortisol riechen kann, dann, dass die HRV-Rate sich koppelt, das heißt die Herzratenvariabilität, wenn ich Stress empfinde oder wenn das Pferd Stress empfindet, dass das sofort adaptiert werden kann. Und je regulierter ich dann selber bin, umso mehr habe ich dann... Biophysisch und biopsychisch Einfluss auf das Gehen und auf auf das Stresssystem des Pferdes.
[SPEAKER 1]
[00:11:38-00:11:50]
Wenn du sagst, Pferde machen schon eine Entscheidung, wen sie besser riechen können, dann muss man ja eigentlich, bevor man jetzt ein neues Pferd zum Beispiel bekommt, erstmal prüfen, können wir uns eigentlich riechen?
[SPEAKER 2]
[00:11:51-00:13:29]
Ja, korrekt. Es ist... Es ist, wir sagen immer, das Pferd hat uns gefunden oder wir haben das Pferd gefunden. Letztendlich ist die wichtige Unterscheidung, findet uns das Pferd für eine Beziehung? Es bezieht sich auf uns, weil es uns selber konditioniert. Wir können ja ebenfalls konditioniert werden, indem das Pferd freudig wird, weil es genau weiß, es kriegt dann eine Möhre, ein Leckerchen. Es bekommt eine Belohnung. Im Grunde freuen wir uns, weil das Pferd uns anwirrt. Das Pferd hat aber unser Gehirn konditioniert. Das ist, was mit uns macht. Die Gedankenwolken gehen alle weg. Das Pferd hat uns angewirrt. Auf einmal haben wir gute Laune. Es geht uns gut. Wenn es mal nicht wird, ist natürlich der Tag wieder versaut. Und wenn man dahinter jetzt einmal weiter schaut, dass diese Fähigkeit vom Pferd zu sagen, ich will eine Bindung, eine Verbindung mit dem Menschen, dann ist das eine Fähigkeit, die der Mensch nicht beeinflussen kann. Und das ist über diese Beziehung hinausgehend die Entscheidung des Pferdes, sich co-regulieren. auf den Menschen einzulassen und den Menschen zu übergeben, Reiten ist belanglos, ich bin sicher mit dir und du als Reiter bist für mich sicher. Und das ist dann diese Art der Entscheidung, die das Pferd treffen kann, um zu sagen, wenn ich mit dir bin, Dann korregulierst du mich. Und das ist wahnsinnig spannend, dieses Forschungsgebiet.
[SPEAKER 1]
[00:13:30-00:14:04]
Und wenn man jetzt erstmal breit gesprochen gar nicht auf diese Champions geschaut, aber Leute, von denen man sagt, die können reiten oder die haben ein gutes Gefühl für Pferde. Es geht ja gar nicht immer nur um Reiten. Es gibt ja auch genügend Leute, die machen Bodenarbeit, die ein gutes Gefühl für Pferde haben. Ist das dann Talent? Ein Talent, was sie eigentlich... Inherent gar nicht wissen, dass sie es haben, weil es ja keine Fertigkeit, die ich jetzt irgendwie sehen kann, wie jonglieren oder irgendwas anderes. Oder ist das eigentlich nur, dass das Pferd entscheidet, ich lasse mich auf dich ein, egal ob du Talent hast oder nicht?
[SPEAKER 2]
[00:14:05-00:16:42]
Talent ist garantiert nicht, dass du emotional unreife Dinge tust. Also wir kommen alle nicht aus dem Geburtskanal geschlüpft und dann kommt eine Fee mit einem Zauberstab und die sagt, du hast Talent, du hast weniger Talent, du hast gar kein Talent. Sondern fürs Gehirn ist es einfach die Förderung in einem speziellen Bereich, wo wir viel Anerkennung und viel Lob bekommen haben, wo das fürs Gehirn biochemisch ein Anreiz da war. sich ins Zeug zu legen, sich daraus groß zu machen, zu entwickeln, noch mehr Lob und Anerkennung zu bekommen und daraufhin dann gut zu werden. Und der Reitsport zeigt uns ja ganz deutlich, wir können unfassbar gute, in der Bewertungskategorie, gute Reiter sein. Und das Pferd... Muss nicht überragend sein, während unfassbar, sagen wir, semi-optimal reitende Reiter auf unfassbar guten Pferden ebenfalls erfolgreich sein können. Diese Kombination aus das Pferd kann viel Leistung abfangen und auch der Reiter kann viel Leistung reinreiten, ist das eine, was über diese Fähigkeit des Gehirns, zur Entwicklung, die Entwicklung von Verwicklungen, die wir in der Kindheit mitgekriegt haben oder von unseren Reitlehrern mitgekriegt haben. Das führt jetzt nochmal ein bisschen weiter. Wir haben Zeit, Michaela, wir haben Zeit. Also Talent ist... Ist dieses harte Training an mir selbst, dass ich am Ende so an mir optimiert habe, genau diese Vorstellung von mir zu erfüllen, wie ich gerne sein möchte im Reiten. Und dann akzeptiere ich auch Beschränkungen und kann meine Stärken noch stärker machen und muss die Beschränkungen nicht bekämpfen, weil wir gewinnen nicht mit den Beschränkungen, sondern Wir gewinnen mit den Stärken. Und das ist eine Art von Talent. Eine Art von Talent ist zu sagen, ich bringe das mit und ich hadere nicht an mir. Ich scheitere nicht an mir selber. Ich mache mich selber nicht fertig für meine eigenen Erwartungen, die nicht eintreten. Sondern Talent ist, wenn ich das, was ich habe, für mich nutze und das Pferd das auch noch gut findet. Also ich in eine Symbiose komme und nicht über die Fähigkeiten eines Pferdes hinaus trainiere oder eben meine eigenen Fähigkeiten.
[SPEAKER 1]
[00:16:42-00:18:06]
Wir haben eine kleine Anekdote hier bei uns von WeHorse, die eigentlich genau da einzahlt. Wir haben vor wenigen Tagen mit dem Team ein pferdebasiertes Coaching gemacht. Mit dem gesamten Team. Und da gibt es jetzt, das waren so knapp 15, 20 Leute sind wir insgesamt, mit allen Praktikanten und Werkstudenten und so. Und da gibt es einen Kern der Hardcore-Pferdeleute. Und dann gibt es einen Teil der Leute, die gar nichts mit Pferden zu tun haben, weil sie mit Pferden nichts zu tun haben, außer jetzt beruflich bei uns in der Firma. Aber die sind keine Pferdeexperten, die haben in ihrem Leben vielleicht zwei, dreimal ein Pferd angefasst. Und da hat man auch gesehen, dass die Leute, die... auf ein Pferd zugegangen sind mit einer guten Haltung und sich auch nicht abbringen lassen haben von einem Moment, wo das Pferd irgendwie nicht reagiert hat oder nicht das gemacht hat, was es machen sollte. Das ist ja genau dieses Mindset, dass man nicht sagt, okay, es ist mir angeboren, ob ich mit dem Pferd umgehen kann oder nicht, sondern ich... Bin adaptiv in der Situation, stelle mich immer wieder darauf ein und versuche das Beste daraus zu machen. Das wäre jetzt meine Lesart von dem, was du gerade beschrieben hast.
[SPEAKER 2]
[00:18:06-00:19:35]
Dieses Coaching, pferdegestützte Coaching, finde ich auch hochspannend. Da lernt man auch viel über sich selbst und über eigene Führungsqualitäten. Der gemeinsame Nenner ist, es gibt Gruppen, die führen über Willen. Und es gibt Gruppen, die führen erstmal über Gefühl. Und auch hier, wenn wir Pferde erfahren sind, weil wir wissen, wie sich ein Pferd verhält, können wir allein aus dem Lernverhalten heraus, auch unser eigenes Lernverhalten heraus, mehr Einfluss auf das Pferd haben. Also je mehr wir über das Pferd wissen, umso besser können wir mit dem Pferd umgehen. Und der entscheidende Hinweis ist aber, das Pferd wird aber entscheiden, für wen es sich vom Herzen mehr öffnet. Für den mit mehr Wille und mehr Straightness oder für den, der vielleicht mehr Gefühl, mehr... Sensitivity und mehr Rückfragen, mache ich das jetzt richtig, ohne in die Unsicherheit zu kommen, sondern nur in die Reflexion, dann würde das Pferd auf jeden Fall den wählen, der definitiv mit mehr Gefühl an die Sache rangeht und dem Pferd die Möglichkeit gibt, selber sich in seiner Personality zu entwickeln. Ich sage gerne, Wir müssen dem Pferd lehren, wie es selber lernt, sich selbst zu lehren, selbstbewusst in der Menschenwelt mit uns umzugehen.
[SPEAKER 1]
[00:19:36-00:19:45]
Und mit diesen ganzen Fragen bist du dann zu den namhaften Reitern gegangen? Vielleicht kannst du uns mal durch so ein paar Namen durchführen, mit wem du ein Interview hattest.
[SPEAKER 2]
[00:19:45-00:24:28]
Es waren nicht nur Bereiter, es waren auch ganz normale Reiter, die hoch erfolgreich im Sport sind. Es sind Olympiasieger bei aus den Disziplinen Ressortspringen, Vielseitigkeit. Das ist Christian Kukuk, Jesse Werndl, Michael Jung. Wir haben von den Voltigierern Weltmeister und World Cup Sieger dabei. Das sind die Brusevitz Brüder, Vic und Tommy Brusevitz. Wir haben Charlotte Schürmann dabei, wir haben sie gerade schon genannt. Wir haben aufstrebende Stars wie Raphael Netz, der sicher jetzt im World Cup angekommen ist. Wir haben Moritz Treffinger dabei, amtierender Europameister. Und auch er ist ja mittlerweile im Weltcup. World Cup angekommen und hat eine wahnsinnig spannende Geschichte durchgemacht in der Entwicklung seines Mindsets. Es sind auch Longe-Führer dabei, um einmal auch die Perspektive von Gesa Bührig, die hoch erfolgreich an der Longe Volte Gira zu Stars macht und auch ein Auge dafür hat. Die Talente, wenn wir jetzt in einem sportlichen Sinne von Talente reden, Körperbeherrschung, Akrobatik, was im Voltigieren durchaus wichtig ist, dann hat sie die Fähigkeit, genau diese an die Spitze zu bringen. Sie hat Serien-Siegerin Katrin Meyer hervorgebracht. Sie hat jetzt einen jungen Aufstrebenden und sie kennt sich damit aus, wenn das Entscheidende, was da an der Longe passiert, auf sie zurückzuführen ist, dass der Turner, der Voltigierer oben auf dem Pferd sein Programm nicht mehr abliefern kann. Was das mit einem unfassbaren Mindset zusammenhängt, sich selbst im Griff zu haben, um dann das Pferd im Griff zu haben, um dann dem Sportler die beste Plattform der Performance zu geben. Wir haben Arne Heers, ebenfalls aus dem Voltigieren, auch hoch dekoriert, amtierender Weltmeister. Und er spricht zum Beispiel über das, über das kaum jemand sprechen möchte, und zwar das Thema Angst, Versagensangst. Und wir haben Situationen, wie gehen wir eigentlich unter Geschwistern miteinander um? Zum Beispiel Lucy und Lana Pinot-Baumgürtel. Was macht uns eigentlich aus in der Stärke, dass wir Geschwister sind? Und wie kommen wir damit zurecht, wenn der eine schon... Rekorde an Erfolgen erritten hat und jemand, der noch aufstrebend ist und gerade amtierend da dreifacher Europameister geworden ist. Dasselbe lässt sich auch beziehen auf Reiter wie Rose Ortley und Greta Busacker, deren Mutter schon Olympia geritten hat. Was ist damit gekoppelt? Wie kann man sich dann aufstellen, um eine eigene Persönlichkeit zu werden, um vielleicht aus hohen Ansprüchen herauszukommen, um selber... Für sich loszugehen. Wir haben aus der Vielseitigkeit noch Calvin Böckmann dabei, der Reservist bei den Olympischen Spielen war. Auch hier zusammen aus der Perspektive auch von Paula de Boer, die hinzugekommen ist, weil sie in drei Sparten unterwegs ist. Also auch hier nochmal die Erkenntnis, was muss ich mitbringen, wenn ich wirklich in drei Sparten bis an der Spitze mit los will. Und aus Calvins Sicht dieser... Auch dieser Doppelweg, weil er... ja zusätzlich auch hocherfolgreich im Springen unterwegs ist und das auch bis zur Europameisterschaft. Zusätzlich noch bei der Bundeswehr, beim DOKR. Also was müssen solche Menschen mit solchen Ausnahmesituationen, die sich bewusst entschieden haben, ihr Leben mit den Pferden zu verbringen, mit unterschiedlichen Zielsetzungen, was müssen die mitbringen, um ihren eigenen Fußabdruck im Reitsport zu hinterlegen? Plus noch eine wahnsinnig spannende Persönlichkeit, Helen Erbe. Die für mich der Aufmacher des ersten Kapitels war, weil sie eine Psyche mitbringt, die so inspirierend ist, dass es sich auf jeden Fall lohnt, mit diesem Kapitel anzufangen. Auch hier möchte ich nicht zu viel verraten, aber diese Frau ist unfassbar inspirierend.
[SPEAKER 1]
[00:24:28-00:24:36]
Wenn du jetzt auf diese Interviews und auf diese Sportler schaust, gab es für dich Erkenntnisse, die dich am meisten überrascht haben?
[SPEAKER 2]
[00:24:36-00:25:56]
Ja, dass keine Antwort sich wiederholt hat. Wir hatten das Setting, sie durften aus einer Überraschungsbox Fragen, Zettel ziehen, sodass wir selber nicht wussten, wie sich das Interview gestaltete und durften natürlich auch Fragen canceln. Mein erstes Erstaunen war, keine hat eine Frage weggelegt. Sie sind wirklich, egal wie tief diese Frage gegangen ist, die Stars waren bereit. dass ich in den Kopf schauen durfte. Sie haben mir so einen Mut gemacht, dieses Projekt zu platzieren und zu sagen, wir möchten, dass unsere Psyche hinter dem Star sein erkannt wird. Und die... Die Fragen haben sich also erstens nicht wiederholt und zweitens auch die Antworten nie, weil jeder hat im Laufe seines Erfolgs den Weg zu sich selber finden müssen. Und wie er das gefunden hat, ist so bunt, wie das Reiten bunt sein darf. Es ist so unfassbar wertvoll, dass wirklich jeder aus jeder Sportart für sich sogar cross-übergreifend mitnehmen kann, um an sich selber zu wachsen und auch mal über sich hinaus zu wachsen oder sich vielleicht auch mal zusammenzureißen und einen Arschtritt zu geben.
[SPEAKER 1]
[00:25:56-00:26:28]
Was sind, wenn du drauf schaust, Dinge, die jetzt der Otto-Normal-Pferdemensch mitnehmen kann? Also das sind natürlich Persönlichkeiten, die du interviewt hast, die sind auf dem absoluten Profi-Top-Niveau, haben viele tolle Pferde zur Verfügung, sind auf tollen Turnieren. Aber was kann man jetzt als Reiter, der nicht in der Situation ist, was kann man daraus lernen? Was kann man von diesen Stars und Champions lernen?
[SPEAKER 2]
[00:26:28-00:28:25]
Der Umgang mit Druck, der Umgang mit dem eigenen Druck, den von... von außen, von dem Umfeld, wie man Bestleistung tatsächlich wiederholbar macht. Die Themen, was, wenn ich unfassbare Angst habe, Fehler zu machen, zu scheitern, mich zu blamieren, wenn ich nur daran denke, was denken die anderen und diese Themen haben auch die Stars. Die haben diese menschliche Komponente und die müssen dem entgegentreten. Auch Versagensängste, die wirklich in dieses Blackout führen, in diese unfassbare Frage nach der Schuld, inwieweit werde ich meinem Pferd noch gerecht, wie bringe ich... Meine sportlichen Ziele mit den individuellen Zielen meines Tieres zusammen und die Fragestellungen, die sich halt daraus ergeben. Scheitere ich an mir selbst, weil ich im Grunde nicht an mich glaube? Mich von anderen abhängig mache. Und das passiert im Reitsport ja sehr, sehr, sehr schnell, sich von der Meinung des Trainers abhängig zu machen, statt sie auch mal zu hinterfragen und zu sagen, tut mir das gerade gut, was er mir sagt, oder ist es eher hemmend und blockierend. Und damit muss... Muss auch der Star zurechtkommen. Auch dieser Druck, der auf Social Media Media entsteht und gerade wenn man auch im Team reitet, auf einmal ist man Teamreiter, am nächsten Tag ist man Einzelreiter. Wahnsinnig vielfältige Fragestellungen, Gedankenchaos, Luftanhaltesyndrom. Wir können da jetzt unfassbar viel weiter sammeln.
[SPEAKER 1]
[00:28:25-00:29:17]
Nehmen wir mal das konkrete Beispiel mit, tut der Reitlehrer mir gut? Ist das das, was ich jetzt quasi in dem Moment brauche? Das ist ja teilweise gar nicht einfach einschätzbar, weil auf der einen Seite könnte man sagen, ja, vielleicht ist es ein fachliches Thema des Reitlehrers, vielleicht sieht er die falschen Dinge und ich komme deswegen nicht weiter im Hinblick auf mein Ziel, was immer das Ziel auch sein mag. Oder ich unterliege einer Fehleinschätzung und sage, der sagt nicht das Richtige mir. Ich glaube, dass es so ist. Es ist aber nicht so. Es ist fachlich, inhaltlich richtig. Und ich mache mir sozusagen einen Tatbestand auf, wo ich mich selber aus der Situation dadurch rauslasse und eine Ausrede finde, warum ich eben nicht weiter auf mein Ziel einzahle. Wie navigiere ich sowas?
[SPEAKER 2]
[00:29:17-00:29:38]
Das sind spannende Sichtweisen. Ich möchte da auf eine besonders eingehen und zwar diese unbewusste Ebene, die schnell zwischen Trainer und Schüler passieren. Wenn ich einen Trainer habe, der auditiv unterwegs ist, Und ich aber visuell unterwegs bin, finde ich schon mal nicht mit ihm.
[SPEAKER 1]
[00:29:38-00:29:42]
Auditiv heißt, erklär das bitte einmal. Auditiv, nur dass alle Leute das verstehen.
[SPEAKER 2]
[00:29:42-00:32:22]
Auditiv, das heißt, er wendet vorwiegend über Hören. Korrekturen an, wie wir sie ja im Reitsport kennen. Wenn ich aber der Lerntyp bin, der es eben durch Fühlen oder durch das selber machen, selber erfassen, selber umsetzen, dann brauche ich nicht eine Dauerbeschallung, eine Dauerberieselung. Dann komme ich mit dem Trainer schon nicht überein und über lange Frist ist eine Unzufriedenheit zu spüren. Dann dieses Unterbewusste, wenn der Trainer selber gar nicht glaubt, dass ich es schaffe, dann sendet er so eine Mangelenergie aus, die ein Teil in mir auffängt und mich daran hindert, die beste Version meiner selbst zu formen und mit Special-Situationen umzugehen, wo ich vielleicht auch mal mentale Unterstützung von ihm brauche. Wenn wir dann einen Trainer haben, der eher polemisch... sarkastisch, narzisstisch oder nur schreiend unterwegs ist oder sich selber gerne mit seinem Ego bestätigt, finde ich da auch nicht den Weg, der für mich und mein Leben in der Entscheidung, das möchte ich jetzt machen, Das andere ist sicherlich diese technische Frage, schafft mein Pferd meine Ziele und ist mein Trainer der Richtige, mich technisch dahin zu begleiten. Es muss nicht unbedingt immer die Frage sein, die sich viele stellen, warum hat der jetzt gewonnen, der kann das doch gar nicht. Wo hat der sein Selbstbewusstsein oder Selbstvertrauen her? Der reitet da rum und müsste doch eigentlich nochmal an die Longe. Das kennen wir alle. Es geht eher um die Frage, wie kann die Fähigkeit eines Trainers einen Reiter empowern? Über sich hinaus zu wachsen und dann auf einmal an Fähigkeit zu kommen, die keiner erwartet hätte. Im Pferdebereich sehen wir das ja. Im Pferdebereich sehen wir, dass auf einmal Pferde sich entwickeln, entfalten. Da reden wir von, wir haben den Zeit gelassen, die mussten sich erst öffnen, die waren ganz speziell. Ja, der Moment ist aber eingetreten. Und ich sehe es auch so, das geht auch bei Menschen. Wir brauchen halt nur dann das Pendant, das so stark an uns glaubt, uns mitreißt und uns dazu empowert, nichts infrage zu stellen. Im Rahmen des Möglichen, dass es dem Pferd noch gut tut.
[SPEAKER 1]
[00:32:22-00:32:41]
Welche Rolle spielen die Trainer dabei? Also wir haben ja jetzt so besprochen, wie man mit dem Trainer quasi interagiert. Aber Trainer sind ja am Ende inzwischen, ich glaube auch gar nicht inzwischen, das ist eigentlich schon immer so. So gewesen, es wurde damals nur nie so artikuliert, aber natürlich auch Psychologen. Welchen Stellenwert haben die?
[SPEAKER 2]
[00:32:41-00:34:30]
Der Trainer muss den Reiter so gut machen, dass er gehen kann und zwar zu jedem anderen Trainer, aber nicht gehen will. Und in der Praxis erleben wir ganz häufig, dass Trainer den Reiter abhängig machen, aufgrund von persönlichen oder wirtschaftlichen Interessen. Und der Reiter... Eben gebunden wird, in welchen Konstellationen auch immer. Machtspiele, emotionale Erpressung. Und es geht aber darum, dass der Trainer sich über seinen Stellenwert so weit bewusst ist, dass sein Ziel sein muss, ich mache dich stark, ich mache dich groß, ich bringe dich heraus, soweit es in meinem Rahmen möglich ist. Und dann könntest du gehen, du könntest in den Sport, du könntest in die Welt, du könntest den Reitsport revolutionieren. Aber freiwillig würdest du bei mir bleiben. Und das sehen wir auch in erfolgreichen Konstellationen, die über Jahre miteinander zusammengearbeitet haben, sich zusammengerauft haben, eine gemeinsame Sprache gefunden haben und verstanden haben, dass neben dem Ego, also Ego aus, Und dass die Psyche dahinter wichtig ist, mitgenommen zu werden. Was brauche ich in der Rolle des Sportlers, um Bestleistung zu zeigen? Ich nicht jemanden, der mich dominiert, sondern je nach meiner Konstellation jemanden, der mich ermutigt, motiviert oder mal eine Ansage macht oder sich komplett rausnimmt. Weg geht. Wichtig ist ein Netzwerk, dass man tatsächlich sagt, ich baue mir ein Netzwerk auf von Unterstützern, mache mich nicht mehr abhängig von nur einer Meinung.
[SPEAKER 1]
[00:34:31-00:34:34]
Was sind für dich Outstanding-Reiter-Trainer-Kombinationen?
[SPEAKER 2]
[00:34:35-00:35:50]
Die ohne Schreien zurechtkommen, die darüber reden können, in Stresssituationen auch mal... Drüber zu sein, ohne dieses Aggressionspotenzial an den Tag zu legen und wo eine Respekt-Ebene da ist, die nicht in Hierarchien wiederzufinden sind. Ich beschreibe gerne, ich bin okay und du bist okay. Wenn wir aber im Trainersetting sind und die beiden haben es nicht geschafft, in der Regel ist ja der Trainer immer okay und der Reiter ist immer nicht okay. Der muss ja erst okay trainiert werden. Und die Reiter haben ganz häufig das Empfinden, sie seien immer noch nicht okay, gehen nicht für sich los, starten noch nicht, trauen sich Dinge nicht, gehen lieber spazieren mit dem Pferd, statt fürs Gehirn aus dessen Perspektive zu sagen, ich muss es erstmal selber lernen, um es wieder abrufen zu können, machen die dann ein Rü... Rückzieher, weil sie selber das Gefühl bekommen haben, ich bin nicht okay, so wie ich als Reiter bin. Also die Schnittmenge muss sein, dieses Learning. Wir gehen beide in der eigenen Stellung und Wertschätzung daran, du bist okay und ich bin auch okay.
[SPEAKER 1]
[00:35:50-00:36:05]
Wer fällt dir da ganz konkret ein? Also wo sagst du von außen betrachtet oder vielleicht ja mit dem Wissen, das du jetzt hast, auch in Teilen von innen? Wo befindet sich eine solche Kombinatorik unter Pferdreiter? Sorry, nicht Pferdreiter, sondern Trainerreiter.
[SPEAKER 2]
[00:36:06-00:37:29]
Ich möchte, glaube ich, gar nicht so speziell jetzt auf ein Beispiel raus. Ich möchte vielleicht in einem anderen Bereich ein Beispiel nennen. Bei den Geschwistern Baumgürtel haben wir die Trainersituation und wir haben die Geschwister-Situation. Würden die jetzt mit einem und demselben Trainer reiten, wäre noch mehr Vergleichsdruck, den die beiden nicht haben. Und würden sie sich selber auch noch untereinander vergleichen, käme noch mehr, ich bin nicht okay und du bist ja viel erfolgreicher. Und die Kunst ist jetzt daran, für sich zu sagen, ich brauche... Um ebenfalls Triple-Europameister zu werden, die und die Umstände, dass ich das Ziel erreiche. Und nicht diesen Vergleich, du hast es. so erreicht, jetzt muss ich das unbedingt auch haben und jetzt nehme ich da einen Trainer, der vielleicht gar nicht für mich passt und jetzt mache ich es genauso wie du und passt auch nicht für mich. Und das ist vielleicht eher das, was wir erstreben sollten, uns frei zu machen, so zu sein wie jemand oder den Trainer zu haben wie jemand, wenn wir selber noch gar nicht klar sind, was wir brauchen, um performen zu können.
[SPEAKER 1]
[00:37:29-00:38:20]
Wir haben ja jetzt darüber gesprochen, immer über diesen positiven Blick darauf. Also was braucht es, dass es funktioniert? Wie verhalten sich die, bei denen es top funktioniert? Aber nun wissen wir auch, Reiten ist ein unglaublich komplexer Sport. In einem viel größeren Komplexitätsgrad als viele andere Sportarten. Einfach aufgrund der Tatsache, dass es zwei Lebewesen sind. Und viele kennen auch die Situation, dass es eben nicht klappt, dass es richtig blockadeartig auch wird. Wie komme ich denn da wieder raus? Was sagen da deine Schützlinge, die du interviewt hast? Dieser Misserfolg, der ja auch Teil des Reitsports ist. Der Reitsport ist ja einer der wenigen Sportarten, wo man auch wirklich über Jahre Misserfolg hat. Und dann gibt es den Durchbruch und dann bin ich auf der Sonnenseite.
[SPEAKER 2]
[00:38:20-00:40:23]
Wir müssen grundsätzlich uns die Frage stellen, warum uns dieser Misserfolg fertig macht, niederschmeißt, am Boden zerstört. Und dann finden wir sehr, sehr, sehr schnell Themen wie Sch... Ich schäme mich, ich habe Angst vor der Blamage, was sagen die anderen? Dann Hauptgrund Nummer zwei ist die Angst, eine Enttäuschung zu sein, jemanden zu enttäuschen. Und da kommt man sehr, sehr schlecht raus. Das ist diese sogenannte Negativspirale. Und ich sehe nur noch Dinge, die mich im Rahmen der Selbstkritik schlecht machen, runter machen. Ich fühle mich immer noch nicht als guter Reiter und habe Angst, als schlechter Reiter ertappt zu werden. Und wenn ich Misserfolg habe, dann ist das der Beweis dafür, dass ich schlecht bin. Und da wieder rauszukommen, bedarf Betreuung und Begleitung, denn selber Finger in die Wunde zu machen, ist oft sehr, sehr, sehr schwer. Es geht einfach schneller, wenn man da von außen jemanden hat, dem man vertraut und den Weg gehen möchte. Die anderen sind eben die sogenannten erfolgsorientierten. Die zerreißen sich nicht an Selbstkritik, sondern die sagen, okay, ich habe heute mein Bestes gegeben. Das war im Vergleich des Bestens der anderen nicht gut genug. Noch nicht gut genug. Also zergehe ich nicht an Selbstkritik, sondern begehe Selbstreflexion. Ich reflektiere technisch, was ich nächstes Mal neu umsetze und verharre nicht die ganze Zeit darauf, was der Fehler war, sondern mein Mindset geht in die Richtung, Ich schaue mir die Lösung an. Ich bin lösungsorientiert und das setze ich um. Und dann bleibe ich nicht fest im Misserfolgsgedanken und mein Fokus ist ein ganz anderer. Und zwar der auf das, was ich meistere und nicht auf das, an dem ich versagen werde oder verzage.
[SPEAKER 1]
[00:40:23-00:40:35]
Liebe Michaela, hier bei uns im WeHouse-Podcast gibt es die vier klassischen WeHouse-Fragen, die jetzt auch für dich kommen. Und Frage Nummer eins ist, hast du ein Motto, nach dem du lebst?
[SPEAKER 2]
[00:40:35-00:40:37]
Hinterlasse deinen eigenen Fußabdruck.
[SPEAKER 1]
[00:40:37-00:40:43]
Zweite Frage, welche Person hat dich im Hinblick auf die Pferde besonders geprägt?
[SPEAKER 2]
[00:40:43-00:40:57]
Es gibt keine einzelne. Es ist tatsächlich ein Konvolut, aus dem ich geschöpft habe und das Beste genommen habe und die Ich-Entwicklung daraus entstanden ist. Ich glaube, ich bin mein eigener Star.
[SPEAKER 1]
[00:40:57-00:41:05]
Wenn du eine Sache Reitern bzw. Pferdemenschen im Umgang mit ihren Pferden auf den Weg geben könntest, was wäre es?
[SPEAKER 2]
[00:41:06-00:41:26]
Wenn du über eine Stallgasse läufst, weißt du genau, wo die Box deines Pferdes ist. Jetzt stell dir bitte vor, es sind unfassbar viele Reiter in den Boxen und dein Pferd läuft über diese Stallgasse. Wen würde sich dein Pferd aussuchen? An welcher Box-Tür würde es stehen bleiben? Wenn es freiwillig bei dir stehen bleibt, hast du alles richtig gemacht.
[SPEAKER 1]
[00:41:26-00:41:29]
Und dann vervollständige diesen Satz, Pferde sind für mich.
[SPEAKER 2]
[00:41:30-00:41:49]
Bewusstwerdung. Wie bin ich unterwegs? Woran kann ich wachsen? Wie entfalte ich mich, um rein mit mir selber zu werden, um das Reine des Pferdes anzunehmen, um der Wahrhaftigkeit zu begegnen?
[SPEAKER 1]
[00:41:49-00:42:02]
Das Buch Mindset wie die Champions mentale Erfolgsgeheimnisse der Besten erschien im Müller-Rüschlikon Verlag. Wir packen das auch noch in die Shownotes, liebe Michaela. Und ich danke dir für deine Zeit und weiterhin alles Gute.
[SPEAKER 2]
[00:42:02-00:42:04]
Vielen, vielen, vielen Dank, Christian. Es war so toll.
[SPEAKER 1]
[00:42:04-00:42:05]
Tschüss.
[SPEAKER 2]
[00:42:05-00:42:05]
Tschüss.
[SPEAKER 1]
[00:42:08-00:42:24]
Diese Folge wurde produziert von Olivia Herrmann. Wenn ihr Feedback habt, positives oder negatives, zum Beispiel die Spotify-Kommentare sind großartig dafür, aber auch an allen anderen Orten, wo ihr uns euer Feedback geben könnt. Wir lesen wirklich alles. Vielen Dank und bis zur nächsten Folge. Ciao.


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