Ein Abend für die Geschichtsbücher, Spring-Team holt Gold, Konfusion bei den Vierspännern - Folge 7
Gold für Deutschland in Aachen! Jan Tönjes und Christian Kröber analysieren den historischen Mannschaftserfolg der deutschen Springreiter und sprechen über die entscheidenden Momente des Finales. Außerdem geht es um die Überraschungen der Weltmeisterschaft, den deutschen Team Spirit und die große Frage: Wer holt sich im Einzelfinale den Weltmeistertitel?
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Produktion: Olivia Herrmann
Vermarktung: Carolina Hofmann
Podcast Transkript
Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.
[SPEAKER 1]
[00:00:02-00:00:07]
Das WeHors Equipages WM-Spezial mit Jan Tönnies und Christian Kröber.
[SPEAKER 2]
[00:00:14-00:01:07]
Ein Abend für die Geschichtsbücher. Gestern bei den Weltmeisterschaften von Aachen, denn die deutsche Springreite-Equipe holt das erste Mal seit 2010 die Goldmedaille in der Mannschaft. Deutschland gewinnt am Ende mit einer herausragenden Leistung mit lediglich 4,48 Punkten nach der ersten Wertung und dem Finale über zwei Runden. Es gab keinen einzigen Springfehler der deutschen Equipe, die dann also Gold holt, nach vielen Jahren erstmalig wieder vor Heimpublikum vor. Belgien mit Chef de Kiep, Peter Weinberg hier aus Aachen und Großbritannien, die die Bronzemedaille erringen. Auf dem unglücklichen vierten Rang die Vereinigten Staaten von Amerika. Es war wirklich ein ganz besonderer Abend gestern, den wir jetzt gemeinsam nochmal beleuchten. Hallo lieber Jan.
[SPEAKER 3]
[00:01:07-00:01:12]
Hallo Christian und ich sage nicht lieber Christian, weil wir nämlich Schelte bekommen haben. Wir sollen nicht so oft lieb sagen.
[SPEAKER 2]
[00:01:12-00:01:50]
Ich habe das ja schon wieder gesagt. Es ist einfach, das liegt daran, wir sind uns ja jetzt im Laufe des Podcasts, haben wir uns ja ein bisschen kennen und lieben gelernt. Im wahrsten Sinne des Wortes Jan, deswegen Asche auf mein Haupt. Ich werde das jetzt nicht mehr sagen. Jan, lass uns über gestern Abend sprechen. Es ist eine herausragende Leistung. deutsche Mannschaft, ich habe es eben gesagt, kein einziger Springfehler. Richard Vogel mit einer strafpunktfreien Runde und dem dann mutmaßlich langsamsten Runde in der ersten Runde und zwei Zeitfehlern in der zweiten Runde ist Streichergebnis. Es war am Ende wirklich eine Meisterleistung.
[SPEAKER 3]
[00:01:50-00:03:20]
Absolut, absolut. Und vor allen Dingen muss man ja auch sehen, also Ritchie, der gestern Abend dann wirklich eine Runde geritten ist, noch eine Gänsehautrunde. Alle vier Runden der Deutschen waren Gänsehautrunden. Da gibt es gar keine zwei Meinungen, finde ich. Aber Ritchie ritt nochmal eine super Runde und die war wirklich langsam. Ich meine, mit diesem riesen Galopp auf diesem Platz. Aber sie war langsam. Zwei Zeitstrafpunkte, das machte dann den Kohl nicht fett, weil das war ja schon klar, bevor er reinritt, er war vierter Mannschaftsreiter und es war vollkommen klar, da waren wir schon Mannschaftsweltmeister. Aber man muss mal sagen, man muss jetzt ja auch ein bisschen an morgen denken, an Sonntag, an das Einzelfinale. Da wäre Ritchie ohne diese Zeitfehler tatsächlich Siebter nach der Einzelwertung. Jetzt ist er Vierzehnter, auch nicht schlecht. Und da kann immer noch viel passieren. Und wenn das Wetter ein bisschen gut ist und Frank Rotenberger, der Parcours-Chef, da nochmal richtig was hinbaut, dann ist das noch alles nicht entschieden. Aber es sieht natürlich verdammt gut aus, denn das müssen wir ja auch mal ganz schnell noch loswerden, gleich hier am Anfang. Daniel Deuser und Othello de Huldenboom. die führen. Da ist noch so ein kleiner, netter Schweizer, der hin und wieder auch mal eine Schleife kriegt. War mal Olympiasieger, aktuell Olympia-Zweiter, sprich Steve Gadda. Und das ist ja auch spannend, die sind auf die hundertstel Strafpunkt-Komma-Stelle ex aequo. In der Führung. Holler Sport.
[SPEAKER 2]
[00:03:20-00:03:26]
Du hast in deiner Aufzählung von Steve Gerdam eine wichtige Sache vergessen. Er war auch schon zu Gast bei uns im Podcast.
[SPEAKER 3]
[00:03:26-00:04:26]
Oh Gott, also Asche auf meinen Hut. Also Steve Garda, wer kennt ihn nicht aus dem Wee Horse Podcast? Zwischenzeitlich hatte er noch Zeit mit dieser wunderbaren Dynamix de Belém, mit der er ja auch in Mailand Europameister geworden ist vor ein paar Jahren. Also da hat er noch Zeit für so ein paar Runden in Paris, da vor so einem Schlösschen von so einem absolutistischen Herrscher da. Ja, nein, toll. Also das war Sport, das war eine Stimmung auf diesen Rängen, das war unfassbar. Und ich finde das Tollste, das ist immer schwierig, das zu sagen, aber ich finde wirklich, doch, ich finde das Tollste war diese geschlossene Mannschaftsleistung. Ich meine, Daniel auf 1 in der Zwischenwertung, Markus Ehing auf 4, Sophie Hinners, Klammer auf, auch ein Zeitfehler. Auf 5, ja, und dann Ritchie auf Platz 14 und andere riesengroße Reitsportnamen, die hatten dann Fehler und die stürzten, ich will nicht ab, aber das war dann irgendwie für kein anderes Team offenkundig so einfach wie für das Deutsche.
[SPEAKER 2]
[00:04:26-00:05:00]
Wir sind gemeinsam den Kurs abgegangen vor die diesem Teamfinale und man hat mit allen Reitern, wir haben ja kurz dann mit Ludger Bärbaum gestern sprechen können, auch mit Sophie Hinners, man hat gemerkt, das ist nochmal ein Schnaps höher, das ist nochmal technischer. Ludger Bärbaum sagte ganz konkret, es ist 40% schwerer als die erste Wertung. Also wir haben wirklich einen Kurs gesehen, der nahe des olympischen Niveaus war, der auf jeden Fall einer Teamwertung, einem solchen Finale absolut gerecht geworden ist.
[SPEAKER 3]
[00:05:00-00:06:14]
Ja, also wenn Ludger Bärbaum sagt, das ist einer der schwersten Parcours, die er jemals in Aachen in der Sörs gesehen hat. Wenn der das sagt, dann ist eigentlich everything said, you know? I mean... Denn unfassbar, das war hoch, das war ja nicht ein Steilsprung oder zwei Steilsprünge auf Maximalhöhe von 1,65 Meter. Und jeder kann sich ja mal zu Hause einen Zollstock nehmen und denken, naja, 1,60 Meter, das sind die schwersten Springen, so die Fünf-Sterne-Springen, Global Champions Tour und so weiter. Was sind schon fünf Zentimeter? Es soll ja mehrere Bereiche geben, wo das was ausmacht. Aber da muss man doch mal ganz klar sagen, 1,65 Meter ist einfach riesig hoch. Wenn ich da vorstehe, kann ich nicht drüber gucken. Das ist irre. Sieht man, glaube ich, auch jetzt gerade bei der aktuellen Folge. Da haben wir vor der Mauer gestanden, also dem Elisenbrunnen, auch das 1,65 Meter. Also das war einfach viel, viel, viel zu springen. Das war weit zu springen. Und dann zum Beispiel, es wäre nur eine Klippe, diese Geschichte mit der Trippelbar Einsprung, die zweifache Komma. Kombination auf der letzten Linie oder vorletzten Linie und dann Steilsprung raus. Und ich meine, das war doch keine Planke da oben drin bei dem Steilsprung. Wir haben ja davor gestanden, das war ein Plänkchen oder eine Dachlatte oder wie nennt man sowas? Also das war ja unfassbar.
[SPEAKER 2]
[00:06:14-00:07:06]
Es war auf jeden Fall extrem technisch anspruchsvoll. Du hast gerade angesprochen, sehr viele leicht abzuräumende Planken oben, die wirklich ganz leicht auflagen. Und wenn man sich jetzt mal anschaut, erster Reiter war Markus Ehing mit Coolium, der natürlich schon perfekt vorlegte. Sophie Hinners, die auch dem Druck standhielt mit einem Strafpunkt, Daniel Deuser, der es dann ja zu einem sehr frühen Zeitpunkt schon den Sack zugemacht hat. Aber wenn man auf die anderen Mannschaften schaut, sieht man, dass die alle Federn gelassen haben. Die Belgier, die ja auch durchaus aufs Podium favorisiert waren, haben zwar zwei fehlerfreie Runden, beigesteuert von Thibaut Spitz und Abdel Said, aber Nicola Philipp-Hartz mit acht Punkten war das Streich-Ergebnis, Peter De Vos mit vier und diese vier Punkte auf dem Niveau kosten die einfach dann eine Goldmedaille.
[SPEAKER 3]
[00:07:06-00:08:08]
Also Belgier hätte ich jetzt gestern Abend ab 18.30 Uhr nicht sein wollen. Das war ja ein, oh Gott, das Phrasenschwein, grundstfreundlich, aber das war wirklich ein Wechselbad der Gefühle für die Belgier. Erst lief es gut, dann lief es wieder mistig und am Ende, also die waren ja dann auch mal ganz weit weg, die waren irgendwann auch mal Fünfter, glaube ich, zwischenzeitlich. Und dann am Ende war es dann doch wieder. Der Silber unter anderem eben auch, weil Scott Brash, den ich persönlich ja als Nullfehlerreiter hätte oder einkategorisiert hatte, der hatte dann auch einen Fehler, der vierte britische Reiter. Und das war dann eigentlich erst der Moment, wo klar war, Belgien ist sicher auf dem Podium und dann auch noch mit der Silbermedaille. Aber also Peter Weinberg, der ja aus Aachen stammt, der ja hier den ALRV oder auch beim Aachen-Laurensberger Rennverein, der ja hinter dem gesamten Riesenobjekt CHIO Aachen steht, auch im Vorstand lange, lange ist. Der hat da, glaube ich, auch ein bisschen geschwitzt.
[SPEAKER 2]
[00:08:08-00:08:33]
Du hast die Briten angesprochen, die in beiden Runden das Streichergebnis durch Adrian Whiteway mit Chaco Volo hatten, die mit Ben Mayer und Harry Charles zwei fehlerfreie Runden hier im gestrigen Finale hatten. Und Scott Brash mit diesem wirklich unglücklichen vier Punkten, die dann die britische Mannschaft vom zweiten Rang zurückgesetzt hat auf den bronzenen Rang. Schon bitter.
[SPEAKER 3]
[00:08:34-00:09:46]
Das ist bitter und es wird einem auch nicht versüßt, wenn man bemerkt, dass genau dieser Fehler, der Scott dann, der ja auch führend war vorher, also es hat ihm ja wirklich den Weg Richtung Goldmedaille verhagelt. Dass dieser Fehler an dem Schokoladenochser stattfand. Das war der Sprung 1. Das war wirklich ganz interessant. Ludger Baerbaum hatte ja gleich gesagt, das fängt schon gleich ganz schön massiv an. Also der hat gesagt, das ist jetzt kein Wohlfühl-Ochs da. Und eine Zeit lang so im ersten Drittel, müsste meine Unterlagen nochmal angucken, vielleicht sogar in der ersten Hälfte, hatte ich so den Eindruck, also den springen sie alle. Und dann auf einmal im letzten Drittel, wo ja nun auch alle diejenigen waren, die weit vorne in der Einzelwertung lagen, da flog ein ums andere Mal gerade bei diesem Ochser die Stange. Trotzdem, also wenn du mich 20 Sekunden bevor Scott Brash da durch den Start geritten ist, gefragt hättest, meinst du, der haut den ersten um, hätte ich gesagt, nie im Leben. Weil dieser Hello Mango ist ja auch eines dieser vielen faszinierenden Pferde, die wir hier bei der Weltmeisterschaft gesehen haben. Aber so ist der Sport. Ich will keine Schokolade. Bam, ein um und dann... Ja.
[SPEAKER 2]
[00:09:46-00:09:47]
Schade Schokolade.
[SPEAKER 3]
[00:09:48-00:09:48]
Genau.
[SPEAKER 2]
[00:09:49-00:10:14]
Aber es war witzig, wir saßen ja nebeneinander und dieser erste, dieser schokoladenfarbene Ochser, eines der Hauptsponsoren hier der Veranstaltung, Und man guckte sich an, ach, der hat schon wieder den um. Ach, der hat den jetzt auch um. Ach, der nächste hat den jetzt auch um. Weil es war wie so eine Art Bowling-Streak. Haben die da fünf, sechs Reiter in Folge diesen Ochser weggehauen?
[SPEAKER 3]
[00:10:14-00:10:24]
Ja, also ich meine, ich glaube, die Amerikaner sind jetzt auch nicht so auf Schokolade. Phrasenschwein hatten wir schon, Klein-Kalauer gefährlich. Für die Briten war es auch nicht their cup of tea, the chocolate.
[SPEAKER 2]
[00:10:25-00:10:27]
Oh, oh, oh, oh, oh.
[SPEAKER 3]
[00:10:27-00:10:40]
Ja. Nein, aber... Ja, das ist einfach witzig, aber das hast du ja manchmal, dass du dann denkst, der Sprung, der kommt gar nicht in meiner Statistik vor und dann auf einmal gibt es eine Serie, ja.
[SPEAKER 2]
[00:10:40-00:11:14]
Einen bitteren Abend erlebten die Amerikaner, die schon schlecht... Rein starteten mit Laura Crowd und Balotinho mit vier Punkten. Das hätte man noch ausbügeln können, aber die zweite Reiter, Catherine Dinnen mit Out of the Blue, schied aus. Und das ist natürlich dann wirklich etwas, was schwer wieder wettzumachen ist für ein solches Team, wenn dann weitere Fehler passieren. Die sind dann passiert durch Lily Keenan, Macklin Ward dann noch mit einer fehlerfreien Runde. Aber das war nicht der Abend von Stars and Stripes hier in Aachen.
[SPEAKER 3]
[00:11:14-00:14:29]
Nee, ganz und gar nicht. Man muss sagen, Balutinho ist ja nun ein absolutes Weltpferd. Laura Crowd ist eine der erfahrensten Mannschaftsreiterinnen der Welt, würde ich mal sagen. Es wäre unscharmant, über das genaue Alter von Frau Kraut hier Auskunft geben zu wollen. Aber eine 4 steht da nicht mehr davon und eine 5 auch nicht. Und gut, ein Fehler, das kann passieren. Und das wäre ja auch irgendwie noch zu kompensieren gewesen, hast du gesagt. So, und dann kommt Out of the Blue. Und Out of the Blue kommt überhaupt nicht durch die dreifache Kombination. Die kam natürlich früh im Verlauf des Kurses und die war ja richtig, richtig dick. So, und wenn du dann da drücken musst und dann streckt er sich an eins und streckt sich an zwei und an drei, ging es dann wirklich gar nicht mehr und die Stangen flogen. hinter dann gleich der Wassergraben. Gut, dann hat sie ihn da rausgenommen und ich glaube, in dem Moment hat sie für sich gerechnet und hat gesagt, okay, acht, damit bin ich so und so Streichergebnis bei denen, die da noch hinterher kamen. Jetzt muss ich, und verunsichert ist so ein Pferd natürlich auch, also wenn du da irgendwie wirklich, das waren ja eine der ganz wenigen Mikado-Momente, wo wirklich viele Stäbe durch die Gegend flogen. Dann sagst du auch so, nee, also ich war dabei, ich habe alles gegeben, aber das wird ja jeder verstehen, dass ich jetzt irgendwie aufhöre. Was natürlich dann wahrscheinlich, also ich hatte tatsächlich auch noch mit einem amerikanischen Kollegen gestern Abend gesprochen, der sagte auch so, ja, sie hat es nicht so deutlich gesagt, aber er hatte schon den Eindruck nach dem Interview, dass er mit ihr direkt danach geführt hat, enttäuscht, ja, aber sie hatte gesagt, okay, null wäre super, vier wäre gut. Acht wollte sie eigentlich gar nicht dran denken und alles andere hat keinen Sinn. Und gut, acht hatte sie ja schon und dann noch die Verweigerung. Also insofern ist da vielleicht auch, ich will nicht sagen ihr Konzept, aber irgendwie ihre Gedankenspiele sind dann eben in die Richtung gegangen. Und was man nicht vergessen darf, die hatte ja noch Lili in Kienen. Im Hinterkopf, die als nächste kam. Und dieser Fastler ist ja nun auch ein Pferd, das schon irgendwie ganz schwere Springen in Wellington und so weiter gewonnen hat. Und da gab es dann gleich nochmal zwei. Also das ist dann natürlich bitter. Und ja gut, McLean Ward hat dann seine ganze Routine als Schlussreiter zumindest ausgespielt mit diesem Superstar Hero. Das ist ja auch so ein Typ. Typisches McLean-Ward-Pferd, der hat auch mal andere, aber ich weiß gar nicht, auf wie viel vergleichsweise großen, nicht zu hübschen, braunen Pferden, die gewaltig galoppieren können, ich den in den letzten 20, 30 Jahren schon erlebt habe, ein Parcours. Aber ja, gut. Der einzige Trost, die Amerikaner, die US-Amerikaner müssen sich nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren. Als Gastgeber sind sie gesetzt und das ist ja immer auch so ein Ding, wo geguckt wird. Alle schielen natürlich als Zuschauer, schielt man aufs Podium. Aber unter die Top 7 zu kommen, respektive die Top 8, wenn USA unter den Top 7 dabei ist, das war eben auch ein Ziel für ganz viele Equipen, weil das die direkte Olympia-Qualifikation ist. Das heißt, man kann jetzt unbeschwert Richtung Los Angeles planen. Zwei Jahre sind noch bis zu den Spielen. Das ist immer auch ein Aspekt, der bei diesen Mannschaftsentscheidungen bei Weltmeisterschaften eine Rolle spielt.
[SPEAKER 2]
[00:14:29-00:15:02]
Wir haben ja auch getippt in unserer letzten Folge und du hattest Deutschland auf 1. Da würde ich sagen, können wir mal einen ganz dicken Haken dran machen. Dann hattest du die Belgier auf 2. Ne, stimmt gar nicht. Großbritannien auf 2 und USA auf 3. Wie konnte das denn passieren? Die Briten waren ja dann auch ein bisschen weiter weg. Ich wiederum hatte auch Deutschland auf 1. Belgien auf zwei und da hat ein Tipp, der ist gar nicht aufgegangen, nämlich Die Equipe, die Oranje-Equipe,
[SPEAKER 3]
[00:15:03-00:15:07]
Die gab es gar nicht in diesem Springen heute, um es mal klar zu sagen.
[SPEAKER 2]
[00:15:07-00:15:34]
Um es klar zu sagen, ich sprach mit einer Niederländerin, die eng am Sport dran ist. Und die sagte, der neue Bonds-Coach von der Sranz hat kein gutes Debüt gefeiert bei der Weltmeisterschaft. Da wird man in den Niederlanden sicherlich diskutieren kommen, ob man vielleicht auf der Trainerposition was macht. Aber so aus Tippsicht würde ich sagen, ist das Glas bei uns beiden ein bisschen halb voll oder halb leer, je nachdem wie man es sieht.
[SPEAKER 3]
[00:15:34-00:15:52]
Ja, vielleicht sogar ein Viertel leer. Aber nee, da muss ich sagen, da war ich aber auch selber überrascht. Denn die Niederländer, also gerade so ein Pferd wie Grandorado, der schon alles gegangen ist und die schwersten Prüfungen auch. Willem Greve, der sah auch irgendwie, ja, wie sah der aus? Unglücklich.
[SPEAKER 2]
[00:15:52-00:16:14]
Wie ein begossener Pudel, man kann es so sagen. Also der ist ja wirklich, der Willem Greve, der ist ja ein super Typ, der ist positiv auf den Sport, der lebt ja Springsport. Und wenn du den erlebt hast, wie er da heute vom Platz geschlichen ist, de facto hat die Niederlande hier im Springsport, das kann man jetzt schon sagen, bei den Weltmeisterschaften nicht stattgefunden.
[SPEAKER 3]
[00:16:15-00:17:13]
Ist so, ist so. Und ich meine, diese Nation, ja, also die haben irgendwie in den letzten Jahren, also ich meine, Niederlande sind ja immer ein Thema, wenn du einen Nationenpreis hast und die Niederlande sind am Start, dann guckst du, wer reitet. Und das ist jetzt ja auch nicht, dass die nur vier Reiter hätten, die sie irgendwie nach vorne stellen können. Da sagst du, naja, wenn sie jetzt so mit so einer B-Truppe anreisen, dann brauchst du die gar nicht auf der Liste zu haben. Ist ja nicht so. Also natürlich ist das nach wie vor eine Springsportnation, aber da lief es halt mal nicht. War übrigens vor vier Jahren in Herning bei den Weltmeisterschaften ein bisschen so mit der Schweiz. Ich meine... Die Schweiz hat sich in Herning nicht für Olympia qualifiziert, musste irgendwie erst über die Europameisterschaften das Ticket ziehen. Und ich meine, was haben die dann auch für Einzelreiter? Da war damals auch ein Steve Gerdah am Start und damals auch ein Martin Fuchs am Start. Tja, manchmal. Manchmal fehlt das Quäntchen Glück und das war glaube ich bei den Niederländern. Ich weiß nicht, was Glück auf Niederländisch heißt, aber das hat denen einfach gefehlt.
[SPEAKER 2]
[00:17:13-00:17:36]
Wenn man das jetzt ein bisschen breiter zieht, Deutschland gewinnt das erste Mal seit 2010 eine Weltmeisterschaft mit fast zwei Abwürfen Abstand. Also es sind sieben und ein paar Punkte Abstand auf die Zweitplatzierten. Ist das eine Machtdemonstration, die Deutschland jetzt wieder klar zementiert als Nummer 1 Springsportnation?
[SPEAKER 3]
[00:17:36-00:19:28]
Das wäre vielleicht schön, wenn man das so deuten könnte. Aber ich glaube, man muss da auch realistisch bleiben. Das war eine super Teamleistung. Es freut mich wahnsinnig für Markus Ehing, wie toll der performt hat. Der war ja nachgerückt und das fand ich damals wahnsinnig fair. Es war ja so, dass André Thieme nach dem... Seine Stute, DSP Schakaria, in Falsterbo so blöd am Wasser war, Probleme hatte, gesagt hat, nee, also ich ziehe zurück. Und dadurch war Markus dann ins Team gekommen und da hat er sofort auf Social Media gepostet, er freut sich wahnsinnig auf seine siebten Weltmeisterschaften. Also ich zitiere jetzt ein bisschen aus dem Gedächtnis. Aber so hätte er das eigentlich nicht haben wollen. Also auf Kosten eines Kollegen, der zurückzieht. Und das fand ich eine wahnsinnig sportliche Geste. Und umso schöner, dass der jetzt nach dem gestrigen Springen so weit vorne rangiert. Aber zurück zu der Frage, ob damit Deutschland wieder die Springnation Nummer 1 ist. Es gibt einfach acht Springnationen Nummer eins, Pi mal Daumen. Das sagt Otto Becker immer wieder. Für den freut es mich übrigens auch ganz besonders, weil wie oft... Ist der dann auch so ein bisschen, ich will nicht sagen wie ein begossener Pudel, aber mit leicht zerknirschtem Gesicht vor uns Journalisten getreten, wenn es denn auch mal vielleicht in der ersten Runde noch ganz gut ausgesehen hatte. Und es ist so im modernen Springsport, plus er muss das dann immer wieder sagen, damit wir es dann schreiben oder als O-Ton oder als Bild versenden können. Ein Fehler macht einfach im modernen Springsport eine Welt aus. Und insofern war es vielleicht auch ein bisschen das Glück des Tüchtigen. Und ich glaube, es hätte auch schon im Vorfeld niemand ernsthaft daran gezweifelt, dass Deutschland zu den Top-Springnationen zählt. Ist ja einfach so.
[SPEAKER 2]
[00:19:28-00:19:30]
Welchen Anteil hat Bundestrainer Otto? Rebecca in diesem Erfolgs?
[SPEAKER 3]
[00:19:30-00:20:36]
Das ist schwer zu beurteilen. Ich weiß, das hat er mir selber erzählt, dass er am Montag eine Rede gehalten hat, im kleinen Kreis, im Mannschaftskreis. Und er sagt, an der Rede hat er richtig lange geschrieben. Das hat er noch nie gemacht. Und da sagt er, er hat fünf Stunden an dieser Rede gebastelt. Und da war er auch, mit Otto kann man immer locker einen Spruch machen, aber da hat der wirklich gemauert. Der hat keinen Satz davon rausgelassen. Und er hat zumindest ein bisschen genickt, als ich sagte, du wirst ja sicherlich auch auf die Erfolge der anderen Disziplinen irgendwie ein bisschen dich bezogen haben. Okay, klar. Aber... Das darf man auch nicht vergessen. Das hat er einfach so gesagt. Und da wurde mir das erst mal bewusst. Als Bundestrainer, Weltmeister in Aachen zu werden, das hast du nur einmal diese Chance. Wir haben ja nicht alle vier Jahre Weltmeisterschaften in Aachen, auch wenn viele davon träumen, weil es ja... Woanders manchmal vielleicht von der Infrastruktur nicht so gut klappt. Wobei die digitale Infrastruktur, du warst ja als Praktikant von Equipages unterwegs.
[SPEAKER 2]
[00:20:36-00:20:46]
Ja, das hat sehr viel Spaß gemacht. Ich war das allererste Mal als Praktikant, als journalistischer, wie nennt man das, Volontär. Ich hatte meinen Volontärstag bei dir gestern.
[SPEAKER 3]
[00:20:47-00:20:49]
Ja, ich würde doch mal auf Praktikum planieren.
[SPEAKER 2]
[00:20:49-00:20:51]
Bleiben wir mal Praktikum lieber.
[SPEAKER 3]
[00:20:51-00:20:55]
Weil Volontär ist ja die Ausbildung, das würdest du dann am Ende ein Redakteur sein.
[SPEAKER 2]
[00:20:56-00:21:01]
Also ich konnte den Kaffee holen. Ich muss sagen, das habe ich gut hingekriegt bei den... Anderen Sachen bin ich schon fast gescheitert.
[SPEAKER 3]
[00:21:01-00:21:06]
Also gut hingekriegt, loslaufen und dann zurücklaufen zu sagen, Zuckermilch.
[SPEAKER 2]
[00:21:06-00:21:08]
Man muss ja auch als Praktikant klein anfangen, Jan.
[SPEAKER 3]
[00:21:08-00:21:39]
Ja gut, man muss da reinwachsen in die Rolle. Also nein, das hast du sehr gut gemacht. Du hast uns einen tollen O-Ton besorgt. Und das war vor allen Dingen bei dieser digitalen Hin- und Herschieberei. Über welchen Kanal kriege ich jetzt überhaupt aus der Mix? So ein Zitat, das ich dann in meinen Live-Ticker reinschreiben kann. Nee, das war super. Ja, also wie gesagt, Otto Becker, für den freut es mich. Es freut mich einfach für alles. Es freut mich auch für die Pflegerinnen und Pfleger. Die wurden zwar pitschepatsche nass dann am Ende bei der Siegerehrung. Da hat das ja gegossen. Meine Fresse. Fresse darf man sagen, oder?
[SPEAKER 2]
[00:21:39-00:21:40]
Das darf man ja sagen.
[SPEAKER 3]
[00:21:40-00:21:43]
Okay, gut. Man darf nicht sagen, meine Liebefresse, aber Fresse.
[SPEAKER 2]
[00:21:44-00:21:53]
Das ist uns wichtig, dass wir nicht meine Liebefresse sagen. Es ist ja auch so, wir hören ja auf euer Feedback. Wir sind ja offen für Feedback und das nehmen wir an. Wir wollen nicht mehr so nett sein.
[SPEAKER 3]
[00:21:53-00:22:35]
So nämlich. Also, nein, aber die Pflegerinnen und Pfleger, die standen da und die werden ja gesondert geehrt. Das finde ich eine super Idee. Die werden nicht nur genannt und die stehen nicht nur oben an dem großen digitalen Torbogen, wo da Reiterbilder und auch Pflegerinnen und Pflegerbilder drauf, ja projiziert ist es ja nicht, es ist eine Digitalwand, also dargestellt werden, sondern die kommen eben auch aufs Podium. Das fand ich super. Aber während der Nationalhymne standen die natürlich mit den Pferden da und es goss und es goss und ich fand es total cool. Um, Mindestens drei Pferde, United Touch habe ich erkannt, die haben dann erstmal gesagt, so. hey, meine Chance, die stehen alle still, jetzt wird erstmal Gras gefressen, das hat mir gefallen.
[SPEAKER 2]
[00:22:35-00:23:21]
Lass uns nochmal kurz auf das Thema Team Spirit zu sprechen kommen, weil das finde ich ist auffällig, das ist auch nicht in der Vergangenheit immer so gelebt worden, zumindest hat man von außen das Gefühl gehabt, dass nicht immer so ein hundertprozentiger Teamzusammenhalt da ist. Hier hat man gemerkt, nachdem Markus Ehing rauskam, der hat eigentlich als nächstes geguckt, okay, wie kann ich so viel Hinners unterstützen? Dann, als Sophie Hinners durch war, ging es darum, wie kann das Team jetzt bestmöglich Daniel Deusser unterstützen. Und das ist etwas, was man in der Vergangenheit, finde ich, beim deutschen Team manchmal nicht so gesehen hat. Gerade jetzt auch vor dem Hintergrund, dass der amtierende Olympiasieger Der aktuelle Olympiasieger. Christian Kuckuck mit Checker nicht dabei war in der Mannschaft.
[SPEAKER 3]
[00:23:21-00:23:48]
Also da muss man als allererstes natürlich festhalten, dass das ja eine Entscheidung ist, die nicht der Bundestrainer Otto Becker alleine... fällt, wer nominiert wird für das Team, sondern das ist ja immer eine Gemeinschaftsidee. Also es gibt Vorschläge von Otto Becker, aber der Springausschuss des Deutschen Olympiadekomitees für Reiterei, der entscheidet dann. Aber natürlich einen, ich hätte fast den Fehler gemacht, amtierenden Olympiasieger.
[SPEAKER 2]
[00:23:48-00:23:56]
Ja, den Fehler habe natürlich ich nur gemacht. Das heißt, in der Klugscheißerwertung bist du jetzt schon wieder 1-0 vorn. Ich muss jetzt zusehen, dass ich hier nochmal in den letzten Minuten aufhole.
[SPEAKER 3]
[00:23:56-00:24:00]
Olympiasieger ist man für ein Leben, das sei gesagt, amtierender W.
[SPEAKER 2]
[00:24:00-00:24:06]
Als ich es gesagt habe, habe ich schon wieder gedacht, du Vollidiot, hast du wieder was Falsches gesagt und der wird es dir gleich wieder links und rechts um die Ohren hauen.
[SPEAKER 3]
[00:24:06-00:24:15]
Du als Praktikant lernst du ja auch dazu und wir haben ja auch nun, wir haben ja da auch als Ausbilder, wir sind leicht geprüft, aber wir haben da natürlich auch eine gewisse Routine drin.
[SPEAKER 2]
[00:24:15-00:24:19]
Aber dann habe ich noch eine Frage an dich. Gibt es einen Vizemeister?
[SPEAKER 3]
[00:24:19-00:24:39]
Nein, den gibt es offiziell nicht. Ich schreibe es aber leider auch. Also noch schlimmer ist Vize-Bundes-Champion. Vollkommener Bullshit. Es gibt einen Zweitplatzierten, es gibt einen Drittplatzierten und... Es gibt auch, noch schlimmer finde ich, wenn jemand sagt, ich hatte Silber in der M-Dressur oder Bronze in einem L-Spring. Quatsch. Bist du Zweiter oder Dritter?
[SPEAKER 2]
[00:24:39-00:24:47]
Wenn ihr mal so ein richtiges unnützes Wissen haben wollt, mit dem ihr auf der nächsten Party angeben könnt, dann sagt einfach, es gibt keine Vizemeister.
[SPEAKER 3]
[00:24:47-00:25:45]
Ja, genau. Team Spirit war das Thema. Wir sind ja nur minimalst abgeschwiffen. Team Spirit, ja, weiß ich nicht. Also ich glaube, erstmal, wenn Markus Ehing im Team ist, dann sagen immer alle, der macht alles für das Team. Das glaube ich auch gerne. Das hat er ja einmal in Rio bei den Olympischen Spielen unter Beweis stellen müssen. Wo sein herrlicher Schimmel Cornado NRW ja wirklich im Warm-up noch super gesprungen war und dann am Tag der ersten Prüfung, zwei Stunden vorher nochmal ein bisschen geritten, da war der Larm. Und dann musste ganz schnell Meredith Michaels-Bärbaum in Stallrennen weiße Reithosen anziehen und mit Fibonacci dann durchstarten. Am Ende war es die Bronzemedaille für Deutschland. Und Markus hat sich da quergelegt in Rio für sein Team. Und ich bin da immer ein bisschen vorsichtig. Das ist natürlich immer Gossip, wenn du die direkt ansprichst. Und ist eure Teamstimmung wirklich so beschissen, wie man hört? Naja gut, ich meine, wer sagt denn da, ja, wir hassen uns alle.
[SPEAKER 2]
[00:25:45-00:25:46]
Was sollen sie sagen? Was sollen sie sagen?
[SPEAKER 3]
[00:25:46-00:25:55]
Die sollten sagen, der liebe Daniel ist nett zu dem lieben Markus. Und die beiden lieben Daniels und Markus sind lieb zu... Sophie und zu Ritchie, nein.
[SPEAKER 2]
[00:25:56-00:26:05]
So wie bei uns im Podcast. Wir haben uns ja auch gerne, wir sagen ja auch gerne, lieber Jan, lieber Christian, das machen die vielleicht untereinander ja auch. Auch wenn wir es verboten bekommen hier jetzt.
[SPEAKER 3]
[00:26:05-00:27:39]
Verboten ja nicht, es war ja nur eine Anregung. Nein, weiß ich nicht. Also wie gesagt, zum Team Spirit weiß ich nichts. Ich kann mich mal entsinnen, es gab mal... Bei den Vielseitigkeitsreitern eine tolle Team-Spirit-Maßnahme und die haben wir mal auf dem Trakehner Gala-Abend, den ich in Neumünster immer moderiere, nachempfunden. Und zwar sind die in einem nicht ganz unteuren Geländewagen britischer Provenienz allesamt gefahren und der Fahrer hatte verbundene Augen und die Teammitglieder mussten sagen, links, rechts, geradeaus. Wie soll ich sagen? Dieses Auto war nicht versichert. Und Andreas Dibowski würde ich lieber nicht mit verbundenen Augen fahren lassen. Egal, anderes Thema. Ja, Team Spirit. Ich glaube, das ist ein tolles Team. Das sind alles Professionals. Die größte mentale Herausforderung, und Team ist ja auch immer eine mentale Geschichte, ist tatsächlich für alle vier, die so unendliche Langeweile. Denn normalerweise haben die vier bis fünf Pferde auf dem Turnier. Das heißt, die haben eine Prüfung, dann reiten sie nochmal einen Jungen, dann... Also die springen nicht von einem Pferd aufs andere, aber die haben immer was zu tun. Und jetzt stell dir mal vor, gestern 18.30 Uhr der erste Einzelreiter, 20... 15 ging es los, 10. Reiter Markus Ehing, also irgendwann 2035, glaube ich, so ungefähr das erste deutsche Pferd. Ja, was machst du den ganzen Tag? Also guckst du jetzt vielleicht Fahnen an, aber das ist jetzt ja vielleicht auch nicht so ein Abendfüllendes Programm, hatten wir ja gestern, aber ein tagfüllendes Programm.
[SPEAKER 2]
[00:27:39-00:28:30]
Und das ist ja auch für viele, die nicht hinter den Kulissen der Turnierwelt schon mal geguckt haben, es ist so, bei einem solchen Springen wird eine sogenannte Zeitplanung, eine Taktung gemacht. Das wird in Kombination oder in Abhängigkeit des TVs gemacht und man möchte natürlich die Sendezeit ausfüllen und dementsprechend hat jeder Reiter auch relativ viel Zeit, wenn er reinkommt. Er wird nicht sofort angeläutet, wie man es von vielen anderen Turnieren kennt. Da geht es direkt rein, bumm, los geht's. Sondern hier muss man in diesem Zeitplan bleiben. Das ist auch wirklich ein ausgedrückter Zettel, den viele Menschen im Ablauf und im Backstage haben und darauf wird sehr stark geachtet. Dementsprechend standen viele der Reiter auch mit Händen in den Taschen zwischenzeitlich auf dem Abreiteplatz und guckten so links, weil es dauert dann auch immer drei, vier Minuten, bis der nächste Ritter dann auch wirklich an der Start geht.
[SPEAKER 3]
[00:28:30-00:29:28]
Ja, die Wege sind einfach irre lang in Aachen. Also wenn du ein Hallenturnier hast, da sind das kurze Wege, da geht es schnell. Aber in Aachen, wenn du am Ende des Parcours irgendwo ein bisschen weiter hinten auf diesem Platz durchparierst und sagst, Mensch, mein Pferd war super und ich möchte da in einen entspannten Schritt rausreiten, ja, das dauert. Das ist einfach so. Und du hast es angesprochen, klar, da gibt es ja einen Steward, der eigentlich nichts anderes macht, als wirklich ganz genau auf die Startzeiten zu gucken, was ja auch mit dem TV zu tun hat, also mit den Fernsehübertragungen, dass man da wirklich sicher gehen kann, dass die auch planen können. Die wissen dann, dann und dann ist Markus Ening drin, dass du dann nicht gerade ein Interview hast mit sonst wem oder du dann auch mal gucken kannst, okay, jetzt kommen mal drei Reiter, die sind vielleicht nicht so spannend für das deutsche TV-Publikum. Da kann ich dann wirklich mal kurz einen Einspieler reintun oder so weiter. Also das ist ein wirkliches Riesengesamtkonzept und eine minutiöse Planung, klar.
[SPEAKER 2]
[00:29:28-00:30:56]
Lass uns bitte noch einmal über das Vierspännerfahren sprechen. Die Dressur wurde Donnerstag und Freitag absolviert. Deutschland liegt nach der Dressur vorne. Es ist dort so, dass drei Fahrerinnen und Fahrer ein Team bilden. Es gibt ein Streich-Ergebnis und es gab eine ganz besondere Begebenheit gestern, nämlich die deutsche Fahrerin Mareike Meyer aus Schleswig-Holstein, vielen auch noch bekannt als Mareike Harms. Die wurde kurzzeitig disqualifiziert, denn es ist... wurde bei ihr ein angeblich verbotenes Gebiss festgestellt. Dann hat man sich das genauer angeguckt. Die ganzen Gespanne werden ja durch die FIE-Stuarts kontrolliert, wenn sie dann quasi aus der Arena herauskommen. Und dort wurde das festgestellt. Dann nach dieser Disqualifikation hat man nochmal ganz genau nachgeguckt und es wurden, Achtung, vor zwei Wochen die Regeln geändert bei der FEI, was diese Zäumungsarten angeht im Fahren und dann wurde das wieder zurückgenommen. Ist allerdings nicht so, dass es klar beschieden wurde, sondern im Zweifel für den Athleten. Man konnte es nicht 100% genau klären, ob das jetzt in diesen Verbotsrahmen reinfällt. Man sagt, es ist auf jeden Fall unklar, deswegen entscheiden wir pro Athlet, was ich persönlich eine gute Sache finde. Aber doch, lieber Jan, auf einem solchen Niveau, irgendwie ein Kuriosum.
[SPEAKER 3]
[00:30:56-00:32:10]
Da gibt es auch so eine ganz komische Regel. Und zwar gibt es die Tech-App. Also Tech, englisch oder mehr aus dem Amerikanischen eigentlich, für Ausrüstung im weitesten Sinne. Also alles, wenn du sagst auftrennen, dann kannst du sagen, I tagged him up. Und in dieser Tech-App sind wirklich Bilder von Gebissen, die erlaubt sind und auch von Sporen und allem Möglichen. Also alles, was erlaubt ist, ist da drin und was verboten ist, ist da auch drin. Beziehungsweise du siehst dann zum Beispiel ein Gebiss und dann hast du so die verschiedenen Icons von den verschiedenen Disziplinen. Dann sagst du, okay. Im Fahren darf ich es nutzen, in der Dressur schon mal gerade gar nicht, im Springen darfst du ja fast alles reintun, in der Vielseitigkeit und so weiter. Und da gibt es dann eben Updates. Und diese Updates, da musst du einfach auf den Zack sein. Also das heißt, eigentlich müsste jeder und jede, die irgendwie auf einem FEI-Turnier, also FEI-Turnier, das müssen nicht mal Weltmeisterschaften sein, starten, beim Einpacken des LKW nochmal gucken, sind meine Gebisse Stand heute, Stand jetzt tatsächlich zugelassen und reglementkonform.
[SPEAKER 2]
[00:32:10-00:33:28]
Lass uns auf die anstehende letzte ganz große Entscheidung dieser Weltmeisterschaften von Aachen sprechen, nämlich das Einzelspringen. Das wird morgen stattfinden, morgen Nachmittag. Die besten 25 qualifizieren sich oder haben sich schon qualifiziert für das morgige Finale. Aus denen werden dann die Top 12 ausgesiebt, die dann in die alles entscheidende finale Runde gehen. Und wir haben es vor einigen Folgen schon ein bisschen prognostiziert. Du würdest jetzt wieder sagen, www.glaskugel.de, sie hat zugeschlagen, die Glaskugel. Denn wir haben damals vor wenigen Tagen gesagt, es gibt auf dem damals nach der ersten Wertung fünften Rang eine extrem spannende Konstellation. Steve Gerdau, Daniel Deuser. Beide mit 0,86. Jetzt gehen beide im Nationenpreis in der Teamwertung doppelt null. Sie gehen jetzt in dieses Finale hinein. Mit demselben Punktestand sollten sie über beide Runden fehlerfrei bleiben, wird die Weltmeisterschaft 2026 im Einzel in einem Stechen ausgetragen. Spannend, oder?
[SPEAKER 3]
[00:33:28-00:33:59]
Absolut spannend. Wir haben jetzt ja erst seit 2018 überhaupt das Reglement so geändert, dass es nicht mehr den Reiterwechsel gibt beim Finale der Weltmeisterschaften. Das war ja in Caen 2014 noch der Fall. Da ging ja Casal zum Beispiel auch noch, wurde dann Vierter, der berühmte Hengst aus Holstein mit Raufke Rönn-Bengst. Ich persönlich war immer ein Fan des Reiterwechsels, weil das schon irre war, die Pferde unter den jeweils anderen Reitern zu sehen. Aber das ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Das habe ich auch eingesehen.
[SPEAKER 2]
[00:33:59-00:34:12]
Und auch hier legendär übrigens in Aachen. 2006 mit Shutterfly. Der dann den Sattel, ich weiß gar nicht von wem das damals war, der Sattel, der konnte es nicht drauflegen und das war ja schon spannend.
[SPEAKER 3]
[00:34:13-00:35:27]
Das war spannend, Meredith Michaels-Bärbaum, dieser tolle Hannoveraner Shutterfly, aber das war gleichzeitig eben auch so, ja, der rannte nur noch beim Satteln weg, also der hatte wirklich Stress und das war bestimmt für Shutterfly damals nicht toll und das brauchst du heute einfach nicht mehr. Und der Sport hat sich weiterentwickelt, insofern ist das richtig, also Steve Gerdau. Zum Beispiel im Finale in Tryon mit dieser wunderbaren Stute Bianca, die nur er reiten konnte. Wenn der im Finale einen Reiterwechsel gehabt hätte, dann... Sorry, wäre Simone Blum wahrscheinlich nicht ohne weiteres Weltmeisterin geworden, weil auf diesem Pferd, also das wäre für das Pferd eine Katastrophe gewesen, für Bianca, glaube ich, weil einfach, das war so ein hochsensibles, so schwieriges Pferd und das war eigentlich genau zum richtigen Moment, so ein Pferd an dieser Stelle, weil man einfach gesagt hat, okay, ja. Stellt euch mal vor, es wären ja grauenvoll Bilder geworden, wollen wir alle nicht. So, also wir haben diese Situation, aber bei den letzten beiden Weltmeisterschaften hatten wir noch keine Situation, dass die Führenden dieselbe Punktzahl, dass es überhaupt Führende, also im Plural gab, mit derselben Punktzahl. Das Tolle ist ja, das sind zwei unterschiedliche Pferde. Also der Othello de Huldenbaum von Daniel.
[SPEAKER 2]
[00:35:27-00:35:37]
Sag wirklich, das sind zwei unterschiedliche Pferde? Das war mir gar nicht klar. Das ist ja Breaking News im Podcast. Breaking News. Es sind zwei Pferde.
[SPEAKER 3]
[00:35:37-00:36:26]
Deswegen bist du Praktikant und ich Redakteur. So, wieder was gelernt. Nein, also der Othello de Huldenbaum ist so einer, der springt irgendwie, der springt da drüber. Der kann auch mal so ein bisschen das Vorderbein nicht hängen lassen, sondern den Huf, also einfach von der Technik. Und dann kann der da auch mal wirklich so, wie es Markus Ening sagt, das gute Pferd darf auch mal berühren. Also der huscht dann so da drüber. Und die Stute von Steve Gerdat, die Normix de Bel-Aim, die, es ist ja unfassbar, der galoppiert da hin und dann gibt er noch einmal so ein bisschen Bein und dann springt die in die Luft und dann haut die einen Sprung raus. Also das wird, würden die beiden im Stechen reiten, das, boah, das kann man sich ja gar nicht vorstellen. Und das sind natürlich beides absolute Weltklasse-Reiter, sind sie alle hier, aber ich meine, die beiden, beide schon Weltcup gewonnen.
[SPEAKER 2]
[00:36:26-00:37:18]
Das wäre schon was ganz Besonderes. Wenn das ins Stechen gehen würde. Ben Mayer auf 3, Markus Ening auf 4, Sufi Hinners auf 5. Und wir reden hier, der Abstand zwischen den beiden Führenden und Sufi Hinners ist unter einem Zeitstrafpunkt. Also man stelle sich nur mal vor, die Zeit wird morgen eng. Die leisten sich aus irgendeinem Grunde alle in einer der beiden Runden einen Zeitfehler und die so viel hin, das geht null, dann ist sie Weltmeisterin. Wenn man weiter schaut, spannende, auch weitere Einzelreiter übrigens, auch Überraschungen, Kolumbianer Roberto Tafur auf dem achten Rang, der Spanier Armando Trapote auf dem neunten, Scott Bresch fällt zurück auf zehn und auch der elfte ist eine Überraschung, nämlich der Emirati Almazoki, der wirklich mit tollen Runden hier überzeugt.
[SPEAKER 3]
[00:37:18-00:37:35]
Ja, also da waren ein paar tolle Ritte dabei und man muss auch sagen, ich finde, wir haben wahnsinnig viele. Absolut überragende Pferde gesehen hier. Also auch welche, die dann doch mal einen Fehler hatten. Aber so viele, so tolle Pferde, das ist schon auch nochmal was Besonderes.
[SPEAKER 2]
[00:37:35-00:37:45]
Jetzt, wie es in unserer gemeinsamen Heimatstadt so schön heißt, Butter bei die Fische, wie man in Hamburg sagt. Jetzt geht es an unsere Tipps. Lieber Jan, dein Podium für die Einzelwertung.
[SPEAKER 3]
[00:37:46-00:37:48]
Janne durfte, glaube ich, auch zwei haben, oder?
[SPEAKER 2]
[00:37:49-00:38:02]
Naja, die Janne hat ja quasi den Vorteil der Externen gehabt. Da sind wir ja sehr salomonisch mit ihr umgegangen. Das hier intern, Jan, das geht anders. Du musst ran.
[SPEAKER 3]
[00:38:02-00:38:20]
Ich hoffe, Daniel verzeiht mir das. Weltmeister Steve Garda. Aber das würde ja auch bedeuten, dass Daniel einen Fehler macht. Und dann wird er ja ganz weg. Also Ben Mayer mit dem tollen Pferd Point Break, der macht keinen Fehler, der bleibt da irgendwie. Oh Gott, das ist so schwierig. Markus Ening Bronze, so zack.
[SPEAKER 2]
[00:38:21-00:39:14]
Also du hast Gerdar, Deuser, Ening. Ich sage, es geht in ein Stechen. Wir werden es erstmalig in der Historie der Weltmeisterschaften sehen. Es hat es noch nicht gegeben, seitdem es umgestellt wurde 2018. Daniel Deuser mit Othello wird neuer Einzelweltmeister. Vor Steve Garda und so leid es mir tut, Coolio und Markus Ening werden Fehler kassieren, Ben Mayer auch und Sophie Hinners wird Bronzemedaillistin. Das wird also morgen entschieden werden, morgen Nachmittag. Und ja, lieber Jan, ich würde sagen, da... Damit sind wir auch langsam in der Zielgerade unseres Podcasts. Wir melden uns natürlich noch nach der Einzelentscheidung und auch noch mit einer Wrap-Up-Folge, wo wir die ganze Weltmeisterschaft einmal Revue passieren lassen. Und damit ist alles gerichtet, die große Entscheidung.
[SPEAKER 4]
[00:39:14-00:39:17]
Jawohl, in diesem Sinne, dann Daumen drücken.
[SPEAKER 2]
[00:39:17-00:39:21]
Einen schönen Samstag euch, viel Spaß und viel Vergnügen beim Einzelfinale. Ciao, ciao.
[SPEAKER 4]
[00:39:21-00:39:21]
Ciao.



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