Kombinationen und Distanzen

Kombinationen und Distanzen- Abstände abschätzen und richtig anreiten lernen

Kombinationen und Distanzen sind ein elementarer Teil des Springsports. Wer nicht weiß, wie viel Galoppsprünge das eigene Pferd für eine gewisse Strecke braucht bzw. wie groß ein Galoppsprung des eigenen Pferdes ist, macht sich das Parcoursreiten unnötig schwer. Um Kombinationen und Distanzen einfacher überwinden zu können, ist es für den Reiter wichtig zu wissen, wie groß der Galoppsprung des eigenen Pferdes ist und wie weit die Sprünge der Kombination oder der Distanz auseinander stehen.

Weiß der Reiter über diese beiden Faktoren Bescheid, kann er abhängig davon entscheiden, wie er die Kombination oder die Distanz optimal anreiten kann. Ganz viele tolle praktische Tipps für einen gelungenen Einstieg ins Springreiten findest Du übrigens im Grundkurs Springreiten: So lernen es Ingrid Klimkes Azubis von Eva Deimel.

  1. Wie lerne ich die Abstände zwischen den Sprüngen einzuschätzen?
  2. Wie lerne ich den Meterschritt?
  3. Kombinationen
  4. Distanzen
  5. Parcoursvorbereitung auf dem Turnier
  6. Faktoren für längere Galoppsprünge
  7. Faktoren für kürzere Galoppsprünge

Wie lerne ich die Abstände zwischen den Sprüngen einzuschätzen?

Was mache ich, wenn ich die Distanzen beim Springreiten nicht abschätzen kann? Eine Frage, die häufig gestellt wird. Die Antwort eines bekannten Springreiters dazu war: „Dressurreiten“.

Ganz so schnell solltest du allerdings nicht aufgeben, finden wir. Lernen ist ein Prozess, der nicht von heute auf morgen abgeschlossen ist. Es gibt nicht den einen Schritt, mit dem man lernt, Distanzen zu sehen. Es gibt aber viele Übungen, die dich darauf vorbereiten und dir den Weg erleichtern. Erst einmal geht es darum, ein Gefühl für die Größe der Galoppsprünge deines Pferdes zu bekommen, euren Rhythmus zu finden, mit Meterschritten Distanzen beim Abgehen abmessen zu können und Routine zu entwickeln.

  •  Der Galoppsprung eines Pferdes ist im Durchschnitt 3,6 m groß.
  • Der Galoppsprung eines Ponys ist ca. 3,0 m groß.

In der Praxis gibt es zwei Abmessarten, die zum Messen von Distanzen angewandt werden.

  1. Direkt vom Sprung losgehen und die Meter zwischen beiden Hindernissen messen.
  2. Am Landepunkt losgehen und bis zum Absprungpunkt messen.

Um eine Distanz beim Parcoursabgehen richtig messen zu können, ist es fast unerlässlich, dass du dir einen Meterschritt aneignest. Alternativ könnte man seine Schrittlänge messen und jedes Mal die Anzahl der Schritte in Meter umrechnen, das kostet allerdings Zeit und die haben wir Reiter ja bekanntlich nie genug!

Wie lerne ich den Meterschritt?

Wie du den Meterschritt lernst? Messe mit einem Maßband einen Meter ab und prüfe wie groß du deinen Schritt setzen musst, damit er einem Meter entspricht. Übe diesen Schritt immer wieder bis du ein Gefühl für die richtige Länge bekommst. Anschließend kannst du dir eine Strecke von drei oder fünf Metern abmessen und sie mit deinem Meterschritt immer wieder abgehen, bis du es gleichmäßig hinbekommst.

Bedenke! Ein Galoppsprung kann sich durch verschiedene Einflussfaktoren verlängern oder verkürzen. Dies solltest du immer im Hinterkopf behalten. Welche Faktoren das sind, kannst du weiter unten im Artikel nachlesen.

Kombinationen

Damit du im Parcours bestmöglich abschneiden kannst, findest du hier die Angaben zu den Abständen der einzelnen Sprünge voneinander und weitere wichtige Zusatzinformationen.

Kleiner Tipp: Neigt dein Pferd dazu, sich innerhalb der Kombination nicht genügend aufzunehmen? 
Probiere es einmal mit einer vorgezogenen Grundlinie, also einer Stande, die in kleinem Abstand vor dem Hindernis liegt. Vorbereitung ist alles! In diesem Video von der Deutsche Reiterliche Vereinigung e.V. (FN) lernst du die idealen Absprungbereiche für verschiedene Hindernistypen kennen und wie du ein Hindernis richtig anreitest.

Kombination Abstand

Großpferd

  • 1 Galoppsprung: 7,10 – 8,00 m
  • 2 Galoppsprünge: 10,30 – 11,00 m

Pony

  • 1 Galoppsprung: 7,00 – 7,50 m
  • 2 Galoppsprünge: 9,80 – 10,30 m

Distanzen

Die Herausforderung beim Springreiten ist nicht die Höhe, sondern ein geschultes Auge. Und das kommt mit der Erfahrung. Kannst du Distanzen richtig einschätzen und einen Sprung punktgenau anreiten, kommt die Entwicklung der Höhe fast von allein. Dieser Kurs gibt dir wichtiges Werkzeug an die Hand, um letztlich im Parcours sicherer zu werden und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

4 Ansätze, die dir helfen, das Reiten von Distanzen zu erlernen:

  • Rhythmus ist alles: Fange mit Bodenricks oder Cavalettis an und konzentriere dich allein auf deinen Rhythmus. Als würdest du den Galopp durch die Sprünge gar nicht unterbrechen wollen.
  • Lautes Zählen: Durch lautes Mitzählen der Galoppsprünge lernst du, ein Gefühl für Distanzen und die Galoppsprungweite deines Pferdes zu entwickeln.
  • Variieren der Galoppsprünge: Verkürzte oder verlängerte Galoppsprünge helfen dem Reiter, ein Gefühl für die Größe des Galoppsprungs und die Distanz zu entwickeln.
  • Der richtige Trainer: Wende dich zu Beginn an einen erfahrenen Trainer, der dir erst einmal die passenden Distanzen für dich und dein Pferd einstellt, um dir das richtige Gefühl zu vermitteln. Es kann gut sein, dass eine zweifache Kombination bei drei verschiedenen Reitern dreimal umgebaut werden muss – hier gilt also: Positiver Lerneffekt vor Bequemlichkeit!

Großpferd

  • 3 Galoppsprünge: 14,10 – 15,00 m
  • 4 Galoppsprünge: 17,60 – 18,60 m
  • 5 Galoppsprünge: 21,50 – 22,50 m
  • 6 Galoppsprünge: 24,70 – 26,00 m
  • 7 Galoppsprünge: 28,50 – 29,50 m
  • 8 Galoppsprünge: 32,00 – 33,00 m

Pony

  • 3 Galoppsprünge: 13,20 – 14,20 m
  • 4 Galoppsprünge: 16,50 – 17,50 m
  • 5 Galoppsprünge: 19,50 – 20,60 m
  • 6 Galoppsprünge: 22,70 – 23,60 m
  • 7 Galoppsprünge: 26,00 – 27,10 m
  • 8 Galoppsprünge: 29,00 – 30,00 m

Parcoursvorbereitung auf dem Turnier

Bevor du den Parcours abgehst, solltest du zuhause nachmessen, wie groß dein Schritt ist. Auf dieser Basis kannst du die Entfernung zwischen den Sprüngen dann errechnen. Noch einfacher ist es, wenn du dir einen 1m-Schritt angewöhnst – dann brauchst du nicht zu rechen und kannst einfach die Anzahl der Schritte zählen. In diesem Kurs zeigt dir Springtrainerin Eva Deimel, wie sie den sogenannten Meterschritt mit Ingrid Klimkes Azubis übt.

Außerdem solltest du auch wissen wie groß der Galoppsprung deines Pferdes ist. Der Galoppsprung eines Großpferdes ist in der Regel 3,6 m groß, der eines Ponys ca. 3,0 m. Wenn du es genau wissen möchtest, galoppiere einmal die lange Seite in Parcourstempo auf einem frisch geschleppten Boden entlang. Danach kannst du mit einem Maßband nachmessen, wie groß der Galoppsprung deines Pferdes ist. Wichtig: Beim Messen immer darauf achten, dass du den Abstand zwischen den Hufabdrücken des gleichen Beines misst.

Da die Größe des Galoppsprungs ein wichtiger Faktor bei dem fehlerfreien Überwinden der Kombination oder der Distanz ist, ist es wichtig zu wissen, welche äußeren Gegebenheiten den Galoppsprung wie verändern. In diesem Video mit Ingrid Klimke lernst du eine wertvolle Übung, um die Galoppsprünge in Distanzen zu variieren und dadurch zu kontrollieren. Eine Variation in der Anzahl der Galoppsprünge innerhalb derselben Distanz hilft dir später, verschiedenste Situationen mit Leichtigkeit zu meistern.

Hier findest du eine Aufzählung, welche Faktoren den Galoppsprung vergrößern oder verkleinern.

Faktoren für längere Galoppsprünge

  • die Neigung des Geländes (bergab)
  • eine Distanz in Richtung Ausgang / Abreiteplatz
  • einen elastischen Boden
  • einen freundlichen Einsprung
  • einen luftigen Aussprung
  • ein hohes Grundtempo
  • einen Weitsprung als Einsprung

Faktoren für kürzere Galoppsprünge

  • die Steigung des Geländes (bergauf)
  • eine Distanz vom Ausgang / Abreiteplatz weg
  • einen stumpfen / tiefen Boden
  • ein niedriges Grundtempo
  • einen massiven Ein- / Aussprung

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