Erste Hilfe beim Pferd: Kleine Wunden versorgen

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Text: Sabine Heüveldop

Verletzungen und Erkrankungen können im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. Oft sind diese mit unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden, die nicht nur den optischen Eindruck der Pferde beeinträchtigen. Umso wichtiger ist ein gutes Wundmanagement und die sachgemäße erste Hilfe beim Pferd.

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Als echtes Multitalent erfüllt die Haut verschiedene Aufgaben: Sie umhüllt den Körper, schirmt die inneren Organe vor äußeren Einflüssen ab und bildet gleichzeitig einen Schutz vor mechanischen Verletzungen. Gesunde Haut verhindert das Eindringen von Bakterien, Viren und Parasiten. Das Fett in der Unterhaut dient als Polstermaterial sowie zur Wärmedämmung. Die Körpertemperatur, die beim Pferd weitgehend konstant bleibt, wird ebenfalls überwiegend über die Haut reguliert. Zudem fungiert die Haut als Ausscheidungsorgan und sondert über verschiedene Drüsen Abbauprodukte des Körpers ab. Nicht zuletzt ist sie ein wichtiges Sinnesorgan, das äußere Reize weiterleitet.

So pflegst Du die Haut Deines Pferdes richtig

Diese wichtigen Funktionen kann die Haut des Pferdes nur erfüllen, wenn sie intakt ist. Als Grenzorgan zwischen Organismus und Umwelt ist die äußere Hülle aber in besonderem Maße schädigenden Einflüssen ausgesetzt und reagiert darauf empfindlich. Die Folgen: Hautirritationen, oberflächliche Verletzungen, Scheuerstellen, Entzündungen oder nässende Ekzeme.

So wird erste Hilfe beim Pferd unnötig

„Manche Probleme sind sogar hausgemacht“, gibt Tierärztin Nicole Beusker zu bedenken und erklärt: „Häufiges Waschen der Pferde mit Shampoo beispielsweise begünstigt Hautkrankheiten, da der natürliche Schutzmantel der Haut zerstört wird.“ Stoffwechselstörungen, innere Erkrankungen sowie Defizite in der Nährstoffversorgung  können ebenfalls Veränderungen an Haut und Fell verursachen. Trotz verschiedener Ursachen gleichen sich oftmals die Erscheinungsbilder: Kahle, trockene Hautstellen, entzündliche Bereiche, nässende Hautareale sind verbreitete Symptome. Oft gehen Hautirritationen mit starkem Juckreiz einher. Um sich Linderung zu verschaffen, scheuern sich die Pferde. Dabei entstehen Wunden und damit auch Eintrittspforten für Keime und Krankheitserreger: allerspätestens jetzt ist Erste Hilfe beim Pferd gefragt, denn die Wunde muss versorgt werden. 

Die Wundversorgung

Oberflächliche Verletzungen können durchaus selbst behandelt werden, wenn man einige Grundregeln berücksichtigt. Bei der ersten Hilfe am Pferd ist Sauberkeit das A und O bei der Wundversorgung. Die Tierärztin rät: „Ziehen Sie am besten Einmalhandschuhe an oder waschen Sie sich zumindest die Hände, bevor Sie eine Wunde behandeln.“ Zum Säubern eignen sich zum Beispiel jodhaltige Lösungen und Kompressen, mit denen man die Wunde vorsichtig abtupft. Ein weiterer Tipp: „Um ein Verkleben zu verhindern ist es empfehlenswert, die Haare am Wundrand abzuschneiden oder vorsichtig zu rasieren.“

Erste Hilfe: Richtig desinfizieren

Auf die gesäuberte Wunde kann dann als erste Hilfe Maßnahme beim Pferd eine antiseptische (desinfizierende) Salbe auftragen werden. So eine Salbe kann beispielsweise jodhaltig oder hautpflegend mit antiseptischen Komponenten sein. Keime und Krankheitserreger sind überall in der Umwelt vorhanden, infizieren diese Wunden, wird der Heilungsverlauf unter Umständen erheblich gestört.

Um dies zu verhindern verwundert es nicht, dass Silber als Heilmittel wiederentdeckt wurde und dessen antimikrobiellen, antibakteriellen sowie entzündungshemmenden  Effekte in neuen Präparaten auf den Markt kommen. „Mit Mikrosilber“ oder „mit kolloidalem Silber“ ist auf diversen Salben und Cremes zu lesen, die vor allem zur ersten Hilfe am Pferd, insbesondere zur Wundbehandlung und Hautpflege angeboten werden. Denn: Silber tötet Bakterien ab!

Mit freundlicher Genehmigung aus der PFERDE fit & vital 1-2018, Text: Sabine Heüveldop

Mehr über Erste Hilfe beim Pferd lernen:

Schau Dir die Lehrfilme von Tierarzt Dr. med. vet. Helmut Ende an und lerne, wie Du Verbände richtig anlegst oder wie Augenverletzungen geschützt werden sollen. Auch haben wir weitere Tipps zur Pferdepflege und Gesundheit auf unserer Plattform für dich.