Der Mitteltrab – So bringst du ihn deinem Pferd bei und reitest ihn korrekt!

Einfach auf der Diagonalen zulegen und etwas mehr treiben, dann klappt das schon mit dem Mitteltrab? So einfach ist es nicht und das ist auch nicht der Sinn der Lektion. 🔄 Oft hört man es so herum: „Mein Pferd und ich möchten jetzt Mitteltrab lernen, was müssen wir dafür tun?“. Doch eigentlich sind die Lektionen ja für das Pferd erschaffen worden, zur Gymnastizierung, zur Kräftigung, zur Überprüfung des Ausbildungsstandes. 💡 Man lernt also nicht „die drei Sachen“ und dann kann man es, sondern die Lektion ergibt sich aus der vorherigen Ausbildung und entwickelt sich nach und nach. So prüft der Mitteltrab zum Beispiel die Durchlässigkeit des Pferdes und die Einwirkung des Reiters, er gymnastiziert das Pferd, kann als Entspannungslektion dienen und stärkt die Hinterhand (vor allem beim Wechsel zwischen Mitteltrab und Arbeitstrab oder versammeltem Trab). Eine wichtige Regel von wehorse-Trainerin Dr. Britta Schöffmann: Passe deinen Mitteltrab an dein Können und das deines Pferdes an! Viele Reiter wollen zu viel, weniger ist mehr. Ein „Zu-viel-wollen“ kann schnell zu Übereiltheit, einem Fallen auf die Vorhand oder sogenanntem „Strampeln“ führen und damit erreichst du genau das Gegenteil eines fördernden und korrekten Mitteltrabs.

❓Wie soll er sein?

➡️Trabverstärkung bei gleichbleibendem und gleichmäßigem Zweitakt

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➡️Das Pferd sollte mit aktiver Hinterhand unter den Schwerpunkt treten, den Rücken wölben und sanft an die Hand des Reiters herantreten

➡️ Daraus ergeben sich Schwung und raumgreifende Tritte

➡️ Das Genick bleibt der höchste Punkt

➡️Das Pferd geht an oder leicht vor der Senkrechten

▶️ Einen korrekten Mitteltrab kannst du dir sehr gut in folgenden Videos von Dressurlegende Dr. Reiner Klimke anschauen:

⁉️ Wie entwickelt man den Mitteltrab nun selbst?

Für einen guten Mitteltrab sollte dein Pferd eine stete und reelle Anlehnung entwickelt haben, relativ ausbalanciert sein und Schub- und Tragkraft entwickeln können. Es sollte fein auf deine Schenkelhilfe reagieren und du solltest seine Hinterhand aktivieren und fleißiger machen können.

▶️ In diesen beiden Videos zeigt Olympiasiegerin Ingrid Klimke dir in unterschiedlichen Ausbildungsniveaus, mit welchen Übungen sie genau diese Voraussetzungen überprüft, trainiert und verfeinert:

Anlehnung und Durchlässigkeit verbessern:

🎥 Anlehnung und Durchlässigkeit bei jungen Pferden verbessern

Königssee Folge 6 (von Beginn an, besonders ab Minute 07:12):

🎥 Königssee Folge 6: Lektionen auf dem Weg zur Klasse M Bereitest du den Mitteltrab im Viereck vor, gibst du halbe Paraden und nimmst dein Pferd zum Beispiel in der Ecke davor etwas auf und aktivierst die Hinterbeine. Entgegen dem ersten Gedanken, den man haben könnte, das Pferd „loslaufen zu lassen“, denkst du auch während des Mitteltrabs an Versammlung und federst jeden Tritt ganz leicht mit Kreuz und Hand fein ab, du „schmeißt also nicht einfach alles weg“. Für das Zurückkommen brauchst du fast noch mehr Energie, du nimmst also keinesfalls einfach nur vorne auf. Die Schubkraft muss sich wieder in Tragkraft umwandeln und die Hinterhand bleibt aktiv.

▶️ Wie du den Mitteltrab in dieser Art in dein Training einbauen kannst, was du beachten musst und wie der Wechsel zwischen Arbeits- oder versammeltem Trab und Mitteltrab funktioniert, kannst du sehr gut in diesem Video mit Uta Gräf sehen (vor allem Minute 02:00 bis Minute 05:10): Trabarbeit und halbe Tritte vorbereiten:

🎥 Trabarbeit und halbe Tritte vorbereiten

Weitere Informationen zum richtigen Reiten des Mitteltrabs findest du unter anderem auch im Buch von Dr. Britta Schöffmann: „Lektionen richtig reiten“. Viel Spaß beim Üben und Weiterbilden!