4 Vorbereitungsübungen für erfolgreiches Parcoursspringen

Springreiten im Parcours
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Vorbereitung ist die halbe Miete – das gilt auch beim Parcoursspringen. Einfach mal drauf los ist hier nicht die richtige Strategie. Es macht viel mehr Spaß und ist deutlich sicherer für Pferd und Reiter, wenn man sich Schritt für Schritt darauf vorbereitet und mit seinen Aufgaben wächst. Dieser Beitrag hält vier grundlegende Herausforderungen für dich bereit, die du auf jeden Fall angehen solltest, bevor du dich in deinen ersten großen Parcours wagst. Wenn du bereits im Parcours gesprungen bist, merkst du anhand dieser Übungen und Tipps vielleicht, woran es liegen könnte, dass bisher noch nicht alles perfekt läuft. Nur wenn du die Ursachen korrigierst, kannst du die Symptome wie fallende Stangen, verweigern oder gar Stürze vermeiden.

1. Dressurmäßige Grundlagen sichern

Ohne Dressur kein Springen – das ist kein Geheimtipp mehr. Trotzdem sieht man immer wieder Springreiter und -pferde, die nicht die notwendigen dressurmäßigen Grundlagen zeigen können, die man für ein erfolgreiches Parcoursspringen nun mal benötigt.

Springtrainerin Eva Deimel kennt sich damit bestens aus. Überprüfe bei dir:

  • Ist dein Springsitz wirklich richtig?
  • Kannst du dein Pferd in konstanter, leichter Anlehnung reiten?
  • Ist deine Dehnungshaltung wirklich reell?
  • Weißt du, wie du dein Pferd zu innerer und äußerer Losgelassenheit führst?
  • Kannst du dein Pferd auch auf dem zweiten oder dritten Hufschlag in Balance reiten?

Warum müssen diese Grundlagen unbedingt sitzen?

Erstens, um sicher, erfolgreich und kontrolliert durch den Parcours zu kommen. Im Parcours musst du dein Pferd zu einhundert Prozent unter Kontrolle haben, es schnell und eng wenden können, es an deinem Sitz und vor deinem Bein wissen, schnelle Tempounterschiede reiten und es voll und ganz in seiner Balance unterstützen. All das funktioniert nicht, wenn dein Pferd nicht reell an deinen Hilfen steht, eine feine Anlehnung sucht, den Rücken aufwölbt und losgelassen sowie durchlässig geht.

Zweitens, um dein Pferd vor Verletzungen zu schützen. Gymnastizierung ist alles. Wie soll dein Pferd auf die Herausforderungen im Parcours reagieren können, wenn es steif und unbeweglich im Rücken und im restlichen Körper ist? Wie soll es die Last, die bei jedem Sprung auf seine Beine und seinen Rücken einwirkt, ausgleichen? Wie soll es losgelassen und schmerzfrei springen?

Also: Mit guten dressurmäßigen Grundlagen tust du nicht nur dir, sondern vor allem auch deinem Pferd etwas Gutes.

Übergänge und auf dem zweiten Hufschlag reiten

Übergänge zu reiten, ist immer eine gute Idee – und zwar Übergänge zwischen den Gangarten aber auch Übergänge innerhalb der Gangart. Fließende, kontrollierte und korrekte Übergänge vor allem innerhalb des Galopps brauchst du auch im Parcours, in manchen Prüfungen parierst du zwischendurch zum Trab durch. Diese Tempowechsel sollen nicht durch ein Ziehen an den Zügeln passieren, sondern durch ein feines Parieren aus deinem Sitz heraus in Balance, ohne kämpfen oder zerren.

Übergänge im Training und vor allem in der Lösungsphase zu reiten, dient zusätzlich auch als Mittel für die Versammlung und Durchlässigkeit deines Pferdes.

Eine Übung, die viele Springreiter vergessen, die aber so wichtig ist, um später im Parcours wirklich in Balance reiten zu können: Einfach immer mal wieder auf den zweiten oder dritten Hufschlag wechseln.

Entdecke auf unserer Seite hilfreiche Tipps und vielseitige Übungen zum Dressurreiten von einfach bis anspruchsvoll.

2. Den Parcours richtig abgehen können

Diese Dinge benötigst du, um einen Parcours richtig abgehen zu können:

Den Meterschritt lernen

Kannst du auf Anhieb mehrere Schritte hintereinander gehen, die genau einen Meter lang sind? Das solltest du können, um einen Parcours richtig abzugehen. Übe es gegebenenfalls mit einem Maßband bis du das Gefühl für deine richtige Schrittlänge bekommst. Nur so kannst du die Distanzen zwischen den Hindernissen richtig abmessen und dich auf das Reiten vorbereiten. Du kannst es auch mit deiner erfahrenen Reitlehrerin zusammen üben und deine Schritte an ihre anpassen. 

Wissen, worauf es ankommt

Warum schreitet man einen Parcours vor dem Springen ab? Nicht, weil es seriös aussieht oder man sich nur einfach mal die Hindernisse angucken möchte. Letzteres natürlich auch aber hauptsächlich, um die Distanzen abzumessen und das Tempo sowie die Anzahl der Galoppsprünge zwischen den Hindernissen abzuschätzen. Dazu musst du wissen, worauf es dabei ankommt.

Der Galoppsprung eines Großpferdes ist durchschnittlich ca. 3,60 m lang. Zusätzlich musst du natürlich bedenken, dass dein Pferd Platz zum Landen und Abspringen benötigt. Dieser variiert wiederum je nach Höhe der Sprünge.

In diesem Artikel findest du schon einmal eine Liste einiger gängiger Durchschnittsmaße, die eine gute Orientierung sein können.

3. Distanzen üben – fange bei Schritt eins an

Verkrampfe dich zu Beginn bloß nicht und setze dich unter Druck, weil du unbedingt jede Distanz sofort sehen möchtest. Es gibt Springreiter, die seit Jahren reiten und noch immer nicht jede Distanz richtig sehen können. Konzentriere dich erst einmal auf deinen Rhythmus. Finde das richtige Grundtempo im Galopp. Dabei kann dir dein Reitlehrer wunderbar helfen. Beginne anschließend mit einem Cavaletti oder mit einer Bodenstange und versuche, einfach darüber zu galoppieren, ohne deinen Galopprhythmus zu unterbrechen. Dein Oberkörper geht dabei kaum merklich nach vorne.

Der Zeitpunkt ist dabei entscheidend: Erst wenn dein Pferd wirklich abgesprungen ist, gehst du mit – das machen viele Reiter falsch und verunsichern ihr Pferd dadurch!

Eva Deimel beschreibt, dass es gar nicht so sehr auf die Höhe der Sprünge ankommt, sondern viel mehr darauf, ob man sie richtig anreiten kann.

Lerne, wie du die Galoppsprünge zwischen den Hindernissen richtig fühlst und zählst. Ihre Übungen mit den Bodenstangen und Cavaletti kannst du wunderbar zu Hause nachüben und dich so sicher an das Reiten von Distanzen herantasten.

4. Von klein nach groß: Ein Parcours aus Kreuzen und Cavaletti

Klappt es mit dem Beibehalten deines Rhythmus über den Bodenstangen und Cavaletti? Weißt du, wie du eine Distanz misst? Hast du an deinen dressurmäßigen Grundlagen gearbeitet? Kannst du mit den Distanzen spielen und die gleiche Distanz zum Beispiel einmal mit vier und einmal mit fünf Galoppsprüngen reiten?

Wenn für dich der Zeitpunkt gekommen ist, gut vorbereitet in einen Parcours zu reiten, steigere dich trotzdem auch hier von klein nach groß. Mit einem Parcours aus Kreuzen und/oder Cavaletti zu beginnen, hat gleich mehrere Vorteile. Einer ist, dass du aus Fehlern wunderbar lernen kannst, ohne Verletzungen oder Übermüdung zu riskieren. Dein Pferd kann mehrere Male mit dir einen Parcours aus Cavaletti absolvieren. Bei höheren Sprüngen sieht das eventuell schon anders aus.

Außerdem kannst du Fehler bei kleinen Hindernissen leichter ausgleichen und bringst weder dich, noch dein Pferd in Gefahr. Und wenn der kleine Parcours erst einmal sicher klappt, ist der Sprung zum ersten E-Parcours gar nicht mehr so groß!

Mit Selbstvertrauen in den großen Parcours

Selbstvertrauen – sowohl des Pferdes, als auch des Reiters – ist beim Springreiten ein nicht zu unterschätzender Faktor. Das gegenseitige Vertrauen und das Vertrauen in euch selbst sind eine wichtige Basis, um sicher durch einen Springparcours zu kommen. Natürlich geht das nicht von heute auf morgen – dranbleiben lohnt sich allerdings enorm und verhilft dir vielleicht schon bald zur ersten gelben Schleife!

Noch mehr zum Thema Springreiten findest du auf unserer Webseite. Unsere Top-Trainer geben dir dort die besten Tipps und Übungen für erfolgreiches Springreiten auf jedem Niveau

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