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Wundversorgung beim Pferd: Kleine Verletzungen selbst behandeln

Text: Sabine Heüveldop

Wilde Spielereien auf der Koppel, ein Aufhängen im Halfter: Wunden und unschöne Hautverletzungen können bei Pferden schnell auftreten, daher ist es wichtig, die erste Wundversorgung übernehmen zu können. So pflegst du Wunden richtig und erkennst um welche Hautprobeme es sich handeln kann- Dein Erste Hilfe Crash Kurs:

Inhalt

  1. Die Aufgaben der Haut
  2. So pflegst du die Haut deines Pferdes richtig
  3. So wird erste Hilfe beim Pferd unnötig
  4. Die Wundversorgung
  5. Erste Hilfe bei Wundversorgung: Richtig desinfizieren
  6. Mehr über Erste Hilfe und Wundversorgung beim Pferd lernen

Die Aufgaben der Haut

Als echtes Multitalent erfüllt die Haut verschiedene Aufgaben: Sie umhüllt den Körper, schirmt die inneren Organe vor äußeren Einflüssen ab und bildet gleichzeitig einen Schutz vor mechanischen Verletzungen. Gesunde Haut verhindert das Eindringen von Bakterien, Viren und Parasiten. Das Fett in der Unterhaut dient als Polstermaterial sowie zur Wärmedämmung. Die Körpertemperatur, die beim Pferd weitgehend konstant bleibt, wird ebenfalls überwiegend über die Haut reguliert. Zudem fungiert die Haut als Ausscheidungsorgan und sondert über verschiedene Drüsen Abbauprodukte des Körpers ab.

Übrigens kannst du über das Ausüben von Druck auf verschiedene Stellen am Körper deines Pferdes, dessen Wohlergehen verbessern. Die Akupressur Spezialistin Dr. Ina Gösmeier zeigt dir in ihrem Kurs wie es geht. Denn nicht zuletzt ist die Haut ein wichtiges Sinnesorgan, das auch äußere Reize weiterleitet und so einen erheblichen Einfluss auf die Nervenbahnen haben kann.

So pflegst du die Haut deines Pferdes richtig

Diese wichtigen Funktionen kann die Haut des Pferdes nur erfüllen, wenn sie intakt ist. Als Grenzorgan zwischen Organismus und Umwelt ist die äußere Hülle aber in besonderem Maße schädigenden Einflüssen ausgesetzt und reagiert darauf empfindlich. Die Folgen: Hautirritationen, oberflächliche Verletzungen, Scheuerstellen, Entzündungen oder nässende Ekzeme. Übrigens können Hautverletzungen und Irritationen auch über falsch sitzende Ausrüstung ausgelöst werden oder fehlerhafte Pflege des Pferdes. In diesem Basiswissen-Kurs wird die korrekte Pflege, sowie das richtige Satteln und Trensen erklärt. Außerdem wird dir gezeigt, woran du erkennst, ob die Ausrüstung deines Pferdes auch wirklich passt.

Passende Ausrüstung kann die Haut des Pferdes schonen

So wird erste Hilfe beim Pferd unnötig

„Manche Probleme sind sogar hausgemacht“, gibt Tierärztin Nicole Beusker zu bedenken und erklärt: „Häufiges Waschen der Pferde mit Shampoo beispielsweise begünstigt Hautkrankheiten, da der natürliche Schutzmantel der Haut zerstört wird.“ Stoffwechselstörungen, innere Erkrankungen sowie Defizite in der Nährstoffversorgung  können ebenfalls Veränderungen an Haut und Fell verursachen. Trotz verschiedener Ursachen gleichen sich oftmals die Erscheinungsbilder: Kahle, trockene Hautstellen, entzündliche Bereiche, nässende Hautareale sind verbreitete Symptome. Oft gehen Hautirritationen mit starkem Juckreiz einher. Um sich Linderung zu verschaffen, scheuern sich die Pferde. Dabei entstehen Wunden und damit auch Eintrittspforten für Keime und Krankheitserreger: allerspätestens jetzt ist Erste Hilfe beim Pferd gefragt, denn die Wunde muss versorgt werden. 

Wundversorgung beim Pferd

Die Wundversorgung

Oberflächliche Verletzungen können durchaus selbst behandelt werden, wenn man einige Grundregeln berücksichtigt. Bei der ersten Hilfe am Pferd ist Sauberkeit das A und O bei der Wundversorgung. Die Tierärztin rät: „Ziehen Sie am besten Einmalhandschuhe an oder waschen Sie sich zumindest die Hände, bevor Sie eine Wunde behandeln.“ Zum Säubern eignen sich zum Beispiel jodhaltige Lösungen und Kompressen, mit denen man die Wunde vorsichtig abtupft. Ein weiterer Tipp: „Um ein Verkleben zu verhindern ist es empfehlenswert, die Haare am Wundrand abzuschneiden oder vorsichtig zu rasieren.“

Erste Hilfe bei Wundversorgung: Richtig desinfizieren

Auf die gesäuberte Wunde kann dann als erste Hilfe Maßnahme beim Pferd eine antiseptische (desinfizierende) Salbe auftragen werden. So eine Salbe kann beispielsweise jodhaltig oder hautpflegend mit antiseptischen Komponenten sein. Keime und Krankheitserreger sind überall in der Umwelt vorhanden, infizieren diese Wunden, wird der Heilungsverlauf unter Umständen erheblich gestört.

Um dies zu verhindern verwundert es nicht, dass Silber als Heilmittel wiederentdeckt wurde und dessen antimikrobiellen, antibakteriellen sowie entzündungshemmenden  Effekte in neuen Präparaten auf den Markt kommen. „Mit Mikrosilber“ oder „mit kolloidalem Silber“ ist auf diversen Salben und Cremes zu lesen, die vor allem zur ersten Hilfe am Pferd, insbesondere zur Wundbehandlung und Hautpflege angeboten werden. Denn: Silber tötet Bakterien ab!

Mehr über Erste Hilfe und Wundversorgung beim Pferd lernen:

Schau Dir den Kurs von Tierarzt Dr. med. vet. Helmut Ende an und lerne, wie Du Verbände richtig anlegst oder wie Augenverletzungen geschützt werden sollen. Auch haben wir weitere Tipps zur Pferdepflege und Gesundheit auf unserer Plattform für dich.

Pferd bei Verletzungen versorgen

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