#wehorsewednesday | Der Pferderücken

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Der Pferderücken ist eine DER wichtigsten Körperpartien beim Reiten und ist mindestens so empfindlich wie unser eigener. Jeder, der schon einmal Rückenschmerzen hatte, kann sich ausmalen, wie unangenehm es für ein Pferd sein kann, wenn sein Rücken falsch belastet wird oder aus irgendeinem Grund im wahrsten Sinne des Wortes nicht „rund läuft“.

Wie ist der Rücken des Pferdes anatomisch aufgebaut?

Na, könntest du das aus dem Stegreif erklären? Viele Reiter können es nicht, dabei sitzen wir fast jeden Tag oben drauf! 

Kurz zusammengefasst: Das Zentrum des Pferderückens ist die Wirbelsäule, die sich aus der Halswirbelsäule, der Brustwirbelsäule und der Lendenwirbelsäule zusammensetzt. Bildlich gesprochen ist die Wirbelsäule zwischen den Schulterblättern und dem Becken aufgehängt und verläuft bis zum Kreuzbein. Gemeinsam mit dem langen Rückenmuskel bildet sie eine Art Brücke zischen Vor- und Hinterhand. Eben dieser lange Rückenmuskel ist elementar, um die Bewegung der aktiven Hinterhand auf die Vorhand und bis zum Kopf des Pferdes zu übertragen. Ein ebenfalls wichtiger Bestandteil des Pferderückens ist das Nackenband, das mit dem langen Rückenmuskel verknüpft ist. Läuft das Pferd in korrekter Dehnungshaltung, entwickelt dieses Nackenband eine Zugwirkung auf die vordereren Wirbel der Brustwirbelsäule und sorgt somit dafür, dass sich die Dornfortsätze des Widerristes aufrichten. 

Wie werden Pferde rückenfreundlich gymnastiziert?

💡 Die Anatomie des Pferderückens gibt uns auf ganz natürliche Weise vor, wie wir unsere Pferde gymnastizieren und ausbilden sollten, um ihre Rücken zu stärken und gesund zu erhalten.

Zieht man den Kopf des Pferdes zum Beispiel vorne mit der Hand oder Hilfszügeln nach unten oder die Nase hinter die Senkrechte, wird das Nackenband überdehnt, das Kreuzbein kommt anatomisch bedingt automatisch hoch und der Rücken kann sich nicht wölben. Genau diese Zusammenhänge werden im Kurs Blickschulung – pferdegerechte Ausbildung erkennen mit Anja Beran deutlich gezeigt und erklärt. Hier trifft anatomisches Grundwissen auf Expertise im Sattel und wird durch zahlreiche Videoaufnahmen und Expertenkommentare einer Tierärztin beeindruckend belegt!

Anja Beran räumt zum Beispiel auch mit der Vorstellung auf, dass junge Pferde von Anfang an „am Zügel“ geritten werden müssen und erklärt, warum eine gerade Halshaltung mit offenem Kopf-Hals-Winkel viel natürlicher und gesünder für das 3-jährige Pferd ist. 

Ein weiterer wehorse-Trainer, der die Zusammenhänge von Pferderücken und Reitergewicht und dessen Auswirkung auf die Dressur detailliert erklärt, ist Philippe Karl. Erfahre in seinem Kurs Schule der Légèreté: Grundlagen und Hilfengebung wie er die Anatomie des Pferdes beim Reiten berücksichtigt.

In unserem Kurs Reiten gut erklärt Teil 2: Dehnungshaltung - vorwärts abwärts, aber wie? von Reinhart Koblitz erfährst du, welche Auswirkungen die Dehnungshaltung auf den Pferderücken hat und wie sie zum muskulären Aufbau beiträgt. So kann Verspannungen und Verletzungen vorgebeugt werden. Pferdephysiotherapeutin Helle Kleven erklärt dir die biomechanischen Zusammenhänge.

❗️ Merke: Es bestehen zahlreiche Faktoren, die den Rücken des Pferdes beim Reiten in seiner Stabilität und Gesundheit beeinflussen, wie zum Beispiel der passende oder nicht passende Sattel. Eine besondere Auswirkung hat aber vor allem die Art und Weise wie wir unser Pferd reiten, gymnastizieren und ausbilden. Behalte die anatomischen und biomechanischen Hintergründe also immer im Hinterkopf und hinterfrage immer wieder, ob du ihnen gerecht wirst. Wir wünschen dir viel Spaß beim Anschauen und Üben!