#Interview mit Monica Theodorescu: Einblicke in ihre Rolle als Dressur-Bundestrainerin
Monica Theodorescu gewann als aktive Reiterin dreimal olympisches Gold und wurde mit der deutschen Mannschaft Welt- und Europameisterin. Seit 2012 ist sie Bundestrainerin der Dressurreiterinnen und -reiter. Für sie ist das ein absoluter Traumjob: Obwohl ihr das aktive Reiten manchmal fehle, sei es für sie das Schönste, mit den besten Reiterinnen und Reitern des Landes arbeiten zu dürfen und junge Pferde auf ihrem Weg in den großen Sport zu begleiten.
Mit Christian Kroeber spricht Monica über ihre Aufgaben als Bundestrainerin, über Tierwohl im Turniersport und darüber, wie es ihr gelingt, junge Talente bis hin zur Championatsreife zu fördern.
Podcast Transkript
Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.
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[00:00:01-00:00:07]
Heute zu Gast die Dressur-Bundestrainerin Monika Theodorescu.
[SPEAKER 1]
[00:00:07-00:00:27]
Ich habe wirklich einen tollen Job. Ich habe das Glück, mit den besten Reitern der Welt zusammenarbeiten zu können und auch mit den besten Pferden und auch die nächsten besten Pferde immer mitzuentwickeln. Und das ist unglaublich spannend, interessant, positiv. Man lernt jeden Tag.
[SPEAKER 3]
[00:00:28-00:00:44]
Herzlich willkommen zum WeHorse Podcast. Heute mit Christian Kröber. WeHorse ist deine Lernplattform, auf der du täglich Inspirationen, Trainingstipps und das Wissen der besten Trainer bekommst, um gemeinsam mit deinem Pferd jeden Tag besser zu werden.
[SPEAKER 2]
[00:00:45-00:02:54]
Heute freue ich mich, die Bundestrainerin der Dressurreiter bei uns begrüßen zu dürfen, denn Monika Theodorescu ist zu Gast. Wir haben uns vor wenigen Wochen im Rahmen des Weltcup-Turniers in Neumünster getroffen. Sie ist sportlich dreifache Olympiasiegerin und hat zu ihrer aktiven Zeit die ganz großen Championate für Deutschland bestritten. Seit 2012 ist sie nun Bundestrainerin und hat seit dieser Zeit Deutschland zu großen Erfolgen geführt. Wie ist aber ihre Rolle ganz genau als Bundestrainerin? Wie genau sieht sie den Sport? Wie ordnet sie auch ihre eigene Leistung als am Ende des Tages eine der Hauptverantwortlichen für den Erfolg im deutschen Dressursport ein und vieles, vieles mehr? Eine große Reise durch die Welt der Bundestrainerin, eine große Reise auch durch die Welt des Menschen Monika Theodorescu, auf die wir uns nun gemeinsam freuen. Bevor es losgeht, darf ich euch aber noch einen Plattformhinweis geben, denn ein Thema geht derzeit wirklich massiv bei uns durch die Decke und das ist das sogenannte biotensingrale Training. Eine der führenden Expertinnen, Veronika von Rorschach, habt ihr hier auch schon in der letzten Folge unseres Podcasts gehört, mit ihr haben wir einen Kurs aufgelegt. Biotensegrales Training für ein gesundes, lockeres und tragfähiges Pferd ist der Name des Kurses und es geht um einfache Trainingsroutinen, mit denen du deinem Pferd zu mehr Wohlbefinden, zu einem gesunden und auch ausdrucksstarken Bewegungsablauf verhilfst im Alltag beim Reiten darüber hinaus. Es ist etwas für jedes Pferd. Da ist ein Freizeitpferd, ein Sportpferd für entsprechende Reiterinnen und Reiter. Und ich muss ganz ehrlich sagen, ich habe noch nie gesehen, wie ein Thema zwar auch polarisiert, aber am Ende des Tages so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht, wie derzeit das biotensigrale Training. Deswegen schaut mal gerne rein bei uns auf der Plattform. Dort findet ihr es unter dem genannten Kursnamen. Jetzt geht's los mit dem Podcast mit Bundestrainerin Monika Theodorescu. Los geht's. Hallo Monika Theodorescu.
[SPEAKER 1]
[00:02:55-00:02:57]
Ja, hallo und guten Morgen aus Neumünster.
[SPEAKER 2]
[00:02:57-00:03:11]
Ja, wir sitzen hier, wenn man rausschaut. Es liegen zehn Zentimeter Schnee, die heute Nacht gefallen sind. Hier ist Weltcup-Turnier. Du bist in deiner Funktion als Bundestrainerin, der Dressurreiter hier. Was macht eine gute Bundestrainerin aus?
[SPEAKER 1]
[00:03:13-00:03:21]
Also ich denke mal, in erster Linie wird man, wie glaube ich in allen Sportarten, als Trainer am Erfolg gemessen.
[SPEAKER 3]
[00:03:21-00:03:25]
Weil Resultate brauchen wir natürlich, die auf dem Papier stehen.
[SPEAKER 1]
[00:03:25-00:03:32]
Und das heißt bei uns natürlich Championate gewinnen und auch Olympische Spiele gewinnen.
[SPEAKER 3]
[00:03:33-00:03:37]
Daran hängt eigentlich alles an den Olympischen Spielen, alle vier Jahre.
[SPEAKER 1]
[00:03:37-00:03:39]
Das ist so unsere Zeitrechnung.
[SPEAKER 3]
[00:03:41-00:03:52]
Wir haben es geschafft, die letzten drei Olympischen Spiele mit meinem Beisein und Dazutun gewinnen zu können im Team.
[SPEAKER 1]
[00:03:54-00:04:02]
Das ist sehr, sehr wichtig, weil da hängt sehr viel dran, was für unseren Verband wichtig ist.
[SPEAKER 3]
[00:04:03-00:04:10]
Danach werden die Mittel, das heißt Geld, die Gelder, die Mittel vom Bund berechnet.
[SPEAKER 1]
[00:04:10-00:04:12]
Das hängt am Erfolg der Olympischen Spiele.
[SPEAKER 3]
[00:04:12-00:04:22]
Und da sind Europameisterschaften und Weltmeisterschaften tatsächlich nicht ganz so hoch aufgehängt und nicht ganz so ausschlaggebend.
[SPEAKER 1]
[00:04:22-00:04:33]
Aber eben Olympische Spiele. Und wir konnten 2016 in Rio spielen. Die Mannschaftsgoldmedaille gewinnen und auch noch zwei Einzelmedaillen, Silber und Bronze.
[SPEAKER 3]
[00:04:33-00:04:42]
Und dann in Tokio 2021 wieder Mannschaftsgold und Einzelgold und Einzelsilber.
[SPEAKER 1]
[00:04:42-00:04:49]
Und das Gleiche nochmal, wenn auch sehr knapp, aber das Gleiche dann nochmal in Paris vor zwei Jahren, vor anderthalb Jahren.
[SPEAKER 3]
[00:04:49-00:04:56]
Und das ist eben sehr, sehr, sehr wichtig für unsere Sportart und für unseren Verband insgesamt.
[SPEAKER 2]
[00:04:57-00:05:17]
Das ist ja vielen gar nicht transparent, dass tatsächlich diese Mittel, die aus diesem Olympiatopf kommen, also die berechnet werden anhand der Medaillen, die am Ende jeder Sportverband, der ja im Nationalen Olympischen Komitee, was ja der DOSB in Deutschland ist, daran hängt jetzt für einen Verband wie die FN unglaublich viel.
[SPEAKER 3]
[00:05:17-00:05:20]
Ja, also auch die ganze Nachwuchsförderung.
[SPEAKER 1]
[00:05:21-00:05:31]
entsteht daraus, aus den Mitteln, die dann dafür vorgesehen sind. Das ist ein Riesenkonstrukt.
[SPEAKER 3]
[00:05:31-00:05:38]
Es wird nicht nur nach den Medaillen bei Olympia berechnet, auch wie der ganze Verband strukturiert ist und wie er arbeitet.
[SPEAKER 1]
[00:05:39-00:06:12]
wie diese Mittel des BMI, Bundesministerium des Innern, berechnet werden. Aber die Medaillenausbeute oder der Medaillenkorridor, nennen wir das immer so schön, das ist einfach total wichtig. Und wir sind ja nun auch, wir sind eine Randsportart und haben aber auch gerade in Paris gesehen, vor zwei Jahren im Reitsport entscheidend zum Medaillenspiegel beitragen.
[SPEAKER 2]
[00:06:12-00:06:21]
Ganz entscheidend, das war ja auch dann wirklich in der Presse, wo nochmal wirklich auch noch vorgekommen, dass ihr am Ende, ich will nicht sagen, die Kohlen aus dem Feuer geholt habt, aber Die anderen Sportler haben ja eher underperformed.
[SPEAKER 3]
[00:06:21-00:06:24]
Ja, also das ist tatsächlich so.
[SPEAKER 1]
[00:06:24-00:06:30]
Und wir haben da in allen drei Disziplinen geliefert, wie man so schön sagt.
[SPEAKER 3]
[00:06:30-00:06:39]
Und das ist einfach für unsere Disziplinen, auch noch Dressur und insgesamt für den Reitsport unglaublich wichtig.
[SPEAKER 2]
[00:06:39-00:06:59]
Wie sieht denn dieser Zyklus konkret aus? Also wir sind jetzt zwei Jahre vor L.A., den nächsten Olympischen Spielen. Jetzt sagst du, einiges für dich entscheidend der Zyklus. Klar, Europameisterschaften, Weltmeisterschaften gibt es auch. Aber wie sieht dieser Zyklus konkret aus? Beginnt in dem Moment, wo das letzte Pferd in Paris raus ist, eigentlich schon der Weg dann zu den nächsten Olympischen Spielen?
[SPEAKER 3]
[00:07:01-00:07:02]
Fast, ja.
[SPEAKER 1]
[00:07:02-00:07:40]
Also so ein bisschen gingen in Paris zum Ende in meine Gedanken schon Richtung L.A. Standort, Wetter, Hitze. Ich hatte da tatsächlich am Ende, wir waren in einem deutschen Haus und Dennis Peiler und ich haben irgendwie da gemütlich zusammengesessen und eigentlich so ein bisschen gechillt. Und dann sprachen wir schon tatsächlich ein bisschen über L.A. und müssen wir da früher hin akklimatisieren oder nicht? Brauchen wir da einen Stall? Und ich sage, naja, ein bisschen Zeit haben wir ja noch.
[SPEAKER 3]
[00:07:40-00:07:46]
Aber da gingen tatsächlich die Gedanken schon in den nächsten Zyklus.
[SPEAKER 1]
[00:07:46-00:08:02]
Und wir haben Ende Februar in zehn Tagen das erste Webinar mit der FEI, also unserem Weltverband. über Informationen, Ausschreibungen etc.
[SPEAKER 2]
[00:08:02-00:08:09]
für L.A. Da gibt es quasi einen Zoom-Call, da sind alle nationalen Trainer und dann hält jeder eine Präsentation.
[SPEAKER 3]
[00:08:10-00:08:11]
Ja, das werden wir erfahren.
[SPEAKER 1]
[00:08:11-00:08:24]
Da sind Trainer eingeladen bzw. jeder Verband kann dann, ob Generalsekretär oder wen auch immer, wer dafür verantwortlich ist oder wer auch mitmachen will, kann dann an dem Webinar teilnehmen.
[SPEAKER 2]
[00:08:25-00:08:50]
Und nochmal auf diesen Zyklus zu sprechen, klar es gibt jetzt Kriterien wie, wie ist das Wetter und wie kommen wir eigentlich dahin und so weiter. Wir hatten vor einigen Monaten Frederik Wanderes hier im Podcast, der hat erklärt, wie er zum Beispiel den Turnierkalender plant, dass er eigentlich schon im Januar weiß, wie die Reise bis Dezember verläuft. Ist das am Ende eine ähnliche Planung, wie jetzt ein Turnierreiter macht für das Jahr, eigentlich nur auf vier Jahre dann?
[SPEAKER 3]
[00:08:51-00:08:52]
Ja, so ähnlich.
[SPEAKER 1]
[00:08:53-00:08:55]
Ich meine, wir haben natürlich jedes Jahr ein Championat.
[SPEAKER 3]
[00:08:55-00:08:59]
Auch in diesem Jahr ist bekannt, ganz groß in Aachen.
[SPEAKER 1]
[00:08:59-00:09:07]
Im Moment geht der Fokus voll auf Aachen und Weltmeisterschaften im eigenen Land ist natürlich nochmal ganz besonders.
[SPEAKER 3]
[00:09:07-00:09:09]
Aber es geht eigentlich auch so jedes Jahr.
[SPEAKER 1]
[00:09:10-00:09:13]
Meine Planung geht vom Championat rückwärts.
[SPEAKER 3]
[00:09:13-00:09:29]
Das Championat ist in der Regel im August irgendwann und dann geht es so rückwärts, wie sind die Abstände der Turniere und Trainingslager, wann, wo, wie lange vorher und so weiter.
[SPEAKER 1]
[00:09:29-00:09:35]
Das wiederholt sich natürlich, das ist auch eine gewisse Routine jedes Jahr. Deutsche Meisterschaften sind in Balwe.
[SPEAKER 3]
[00:09:35-00:09:42]
Das ist jetzt auch ein feststehender Ort für uns und passt eigentlich auch immer vom Zeitraum.
[SPEAKER 1]
[00:09:42-00:09:46]
Und das haben wir auch eigentlich jedes Jahr wieder sehr gut hingekriegt.
[SPEAKER 3]
[00:09:46-00:09:49]
Das ist natürlich irgendwo ein routinierter Ablauf, aber trotzdem gut.
[SPEAKER 1]
[00:09:50-00:09:52]
Es geht immer Championat und rückwärts.
[SPEAKER 3]
[00:09:52-00:09:54]
Und wann ist das Weltcup-Finale?
[SPEAKER 1]
[00:09:54-00:10:08]
Ist das Weltcup-Finale nicht zu dicht an den Turnieren, die dann in der Draußensaison, also im Grünen, wieder losgehen? Ende April geht es dann in der Regel in Hagen, Horses & Dreams wieder los.
[SPEAKER 3]
[00:10:08-00:10:12]
Und ja, so ist man dann schon so in Gedanken.
[SPEAKER 1]
[00:10:12-00:10:15]
In diesem Jahr ist das Weltcup-Finale in Texas statt.
[SPEAKER 3]
[00:10:17-00:10:23]
Sicherlich gehen da keine Pferde an den Start, die in Aachen WM gehen würden.
[SPEAKER 1]
[00:10:23-00:10:26]
Zumindest ist das bis jetzt nicht so der Plan.
[SPEAKER 3]
[00:10:26-00:10:35]
Man weiß es natürlich nie, aber dass vielleicht doch einer aus dem Weltcup-Finale dann nachher da durchrutscht oder den Durchmarsch macht.
[SPEAKER 1]
[00:10:35-00:10:55]
Aber grundsätzlich die Pferde, die im Olympiakader sind, Und die Reiter, die sich mit den Pferden auf die grüne Saison und eben auf die WM oder erst deutsche Meisterschaft und dann WM vorbereiten, haben dann mit den Pferden nicht das Weltcup-Finale in Texas im Plan.
[SPEAKER 2]
[00:10:55-00:11:13]
Machen das alle Nationen eigentlich so? Weil in Deutschland ist ja schon sehr, sehr fokussiert, dass man sagt, wir... setzen Pferde dosiert ein, mit einem klaren Plan hin aufs Championat. Aber ich könnte mir vorstellen, jetzt kleinere Nationen, die sagen, komm, wir sind froh, dass wir einen Reiter beim Weltcup-Finale haben und den nehmen wir dann auch mit Richtung Weltmeisterschaft.
[SPEAKER 3]
[00:11:14-00:11:19]
Ja, also das ist sicherlich möglich. Oder es gibt vielleicht auch Pferde, für die ist das gut.
[SPEAKER 1]
[00:11:19-00:11:23]
Oder die sagen, wir machen vielleicht jetzt Richtung Weltcup-Finale.
[SPEAKER 3]
[00:11:23-00:11:31]
Und das Pferd-Reiter-Paar ist aber so sicher für das Team, dass die vielleicht dann erst noch eine Pause machen bis zur WM.
[SPEAKER 1]
[00:11:31-00:11:39]
Aber das muss jeder selbst wissen und auch jede Nation selber wissen, für wen und welches Paar was am besten ist.
[SPEAKER 2]
[00:11:39-00:12:02]
Jetzt für alle, die nicht so eng am Turniersport dran sind. Warum ist es eigentlich so, dass dieses dosierte Einsetzen sein muss? Dass diese Pausen sein müssen? Wenn man jetzt Fußball anschaut, die haben die guten Mannschaften, Borussia Dortmund spielt alle drei Tage. Warum ist es beim Reiten so, dass dieser größere Plan dahinter stecken muss, wann fahre ich wohin, wie lange ist welche Pause, liegt es an der Individualität der Pferdermänner?
[SPEAKER 3]
[00:12:03-00:12:13]
Naja, ich meine, wenn du jetzt den Vergleich zum Fußball ziehst, ich kann das nicht so gut beurteilen, aber auch da gibt es ja Spieler, die Pausen haben.
[SPEAKER 1]
[00:12:13-00:12:15]
Das sind nicht immer dieselben Elf.
[SPEAKER 3]
[00:12:16-00:12:26]
Es sind vielleicht häufig manche, die sehr viel spielen oder auch sehr fit sind, aber dann irgendwann auch mal eine Pause brauchen.
[SPEAKER 1]
[00:12:26-00:12:52]
Natürlich steht das Pferdewohl sowieso an erster Stelle. Und Pferde müssen auch regenerieren und Pferde müssen sich auch erholen zwischendurch und leichte Bewegungen. Also man muss nicht immer die Anspannung und auch die Leistung wie auf einem Turnier erfragen, sondern man reitet einfach auch mal ganz lässig ins Gelände.
[SPEAKER 3]
[00:12:52-00:12:59]
Oder Pferde gehen eben zwischendurch auch auf die Koppel oder im Winter halt mehr aufs Paddock, wenn es überhaupt geht.
[SPEAKER 1]
[00:12:60-00:13:02]
Also das muss man immer auch sehr gut ausgleichen.
[SPEAKER 3]
[00:13:02-00:13:10]
Und es gibt Pferde, die sind in fortgeschrittenem Alter auch fertig trainiert.
[SPEAKER 1]
[00:13:10-00:13:18]
Da musst du nicht ständig Turnier üben, sondern die schont man dann auch ein bisschen, sodass sie dann im Sommer ihren Peak haben.
[SPEAKER 3]
[00:13:18-00:13:27]
Aber natürlich brauchen auch die Pferde, auch die Älteren, die brauchen auch einen gewissen Rhythmus, aber eben nicht jede Woche oder das schon mal gar nicht auf dem Niveau.
[SPEAKER 1]
[00:13:27-00:13:56]
aber eben doch immer wieder auch eine Turnierroutine und die, die es kennen, die erfahrenen Pferde, die fahren gerne zum Turnier, weil dann werden sie den ganzen Tag umsorgt und gepimpert und stehen an erster Stelle, sind also voll im Fokus des ganzen Teams und Die meisten Turnierpferde, die es auch gut machen und die werden sehr gut gepflegt und behandelt und die fahren gerne zum Turnier.
[SPEAKER 3]
[00:13:56-00:14:02]
Wenn die den LKW sehen oder schon wissen, dass der Turnierschrank gepackt wird.
[SPEAKER 1]
[00:14:02-00:14:11]
Oder ich habe eben noch mit Raphael Netz drüber gesprochen, also sein Camelot, der jetzt eben gerade dritter Stelle im Grand Prix war.
[SPEAKER 3]
[00:14:12-00:14:21]
sehr schön gegangen ist, aber doch auch ein bisschen nervig, weil er sagte, letzte Woche haben sie ihn wieder erneut geschoren, ab dann wusste er, es geht wieder zum Turnier.
[SPEAKER 1]
[00:14:21-00:14:25]
Also das wissen die ganz genau und die machen das gerne, die wollen das.
[SPEAKER 2]
[00:14:26-00:14:44]
Vor ein paar Wochen saß Frank Slotak an deiner Stelle und der hat berichtet von einer Situation, wo er den großen Preis von Oslo gewonnen hat. Und er hatte das Gefühl gehabt, das Pferd war so stolz und so froh, diesen großen Preis gewinnen zu können. Das müssen wir auch immer wieder betonen, gerade in der Turnierlandschaft.
[SPEAKER 3]
[00:14:45-00:14:48]
Diese Pferde machen es gerne.
[SPEAKER 1]
[00:14:48-00:14:50]
Ja, wenn es gut läuft auch.
[SPEAKER 3]
[00:14:50-00:14:52]
Also die spüren das und sind wirklich stolz.
[SPEAKER 1]
[00:14:52-00:14:59]
Und ich meine, es gibt welche, wenn du einreitest, die sind ein bisschen schüchtern. Und oh Gott, jetzt sind da so viele Leute. Und kann ich das?
[SPEAKER 3]
[00:14:59-00:14:60]
Schaffe ich das?
[SPEAKER 1]
[00:14:60-00:15:04]
Den ermutigt man und spricht ihnen wirklich Mut zu.
[SPEAKER 3]
[00:15:04-00:15:14]
Und als Profi oder als Reiter sollte man das spüren und auch in der Lage sein, ein Pferd, was noch ein bisschen auch vielleicht jünger und schüchterner ist, zu ermutigen.
[SPEAKER 1]
[00:15:15-00:15:26]
Und andere, die kommen rein und sagen, ich bin jetzt da, schaut alle her und kommen schon mit breiter Brust irgendwie da rein.
[SPEAKER 3]
[00:15:26-00:15:34]
Und wenn Pferde gut waren am Wochenende, wenn es gut geklappt hat, das wissen sie, das spüren sie und das erzählen sie auch zu Hause ihren Kollegen.
[SPEAKER 1]
[00:15:34-00:15:43]
Das ist wirklich oft zu beobachten, wenn sie dann... Wenn die nach Hause kommen und sonntags wieder in den Stall, dann ist ein Gewirr.
[SPEAKER 3]
[00:15:43-00:15:47]
Das ist wirklich toll zu erleben.
[SPEAKER 2]
[00:15:47-00:15:57]
Du bist inzwischen seit 2012 Bundestrainerin, 14 Jahre. Was treibt dich in diesem Job an? Was macht dir an diesem Job besonders viel Spaß?
[SPEAKER 1]
[00:15:58-00:16:09]
Fast alles. Nein, also ich habe wirklich einen tollen Job oder eine tolle Beschäftigung.
[SPEAKER 3]
[00:16:09-00:16:14]
Diese Motivation kommt aus den Pferden und den Reitern.
[SPEAKER 1]
[00:16:14-00:16:32]
Ich habe das Glück, mit den besten Reitern der Welt zusammenarbeiten zu können und auch mit den besten Pferden und auch die nächsten besten Pferde immer mitzuentwickeln. Und das ist unglaublich spannend, interessant, positiv. Man lernt jeden Tag.
[SPEAKER 3]
[00:16:32-00:16:43]
Und auch der Austausch mit den Reitern, mit deren Teams, auch mit den Pferdepflegern, mit allem, was dazugehört, das ist total meins.
[SPEAKER 1]
[00:16:44-00:17:05]
Das habe ich selber auch so gelebt, als Reiter immer mit dem Pferd im Stall zu sein. Das habe ich von Kindesbeinen an gemacht und dabei zu sein und das zu entwickeln. Und wenn das dann irgendwann in einem tollen Grand Prix oder einer tollen Kür dann gipfelt, dann gibt es ehrlich gesagt nichts Besseres.
[SPEAKER 2]
[00:17:06-00:17:25]
War es für dich jetzt rückblickend schwierig, in die neue Rolle damals reinzurutschen? Weil es ist ja schon etwas anderes. Vorher selber, du bist dreifache Olympiasiegerin, kannst auf eine extrem erfolgreiche eigene Reiter-DK-Karriere zurückblicken. Aber der Job einer Bundestrainerin ist ja doch etwas ganz anderes, ein kompletter Rollenwechsel. War es einfach reinzukommen?
[SPEAKER 1]
[00:17:27-00:17:32]
Sagen wir mal so, es war jetzt nicht einfach mit dem Sport aufzuhören.
[SPEAKER 3]
[00:17:32-00:17:41]
Das Reinkommen war nicht so schwierig, aber doch nicht mehr die Stiefel anzuziehen und auf dem Turnier direkt in den Stall zum Pferd zu gehen, das war jetzt schon schwierig.
[SPEAKER 1]
[00:17:41-00:17:44]
Die ersten Jahre ein bisschen fehlte mir.
[SPEAKER 3]
[00:17:44-00:17:47]
Also das fehlte mir wirklich.
[SPEAKER 1]
[00:17:48-00:17:57]
Und nicht das Zusammenarbeiten mit den Reitern oder am Rand zu stehen, das ist auch, wenn man dazu beitragen kann, genauso schön.
[SPEAKER 3]
[00:17:57-00:18:07]
Aber es gab, gibt es vielleicht heute nochmal, aber immer wieder die ersten Jahre wirklich immer wieder, ich würde jetzt so gerne auch in den Sattel steigen, würde jetzt schon auch gerne reiten.
[SPEAKER 1]
[00:18:08-00:18:11]
Aber das verdrängt man dann.
[SPEAKER 3]
[00:18:11-00:18:28]
Aber trotzdem ist es natürlich, wenn man mein Leben betrachtet, natürlich irgendwie eine tolle Fortsetzung des ziemlich erfolgreichen Leistungssportlers und dann auch jetzt das erfolgreich so weiterzuführen.
[SPEAKER 1]
[00:18:28-00:18:49]
Und das, was ich eben gelernt habe und auch gelernt, in jungen Jahren auch schon von meinen Eltern, von meinem Vater und auch von vielen anderen Reitern und Trainern an Wissen vermittelt bekommen habe und gelernt habe, das auch weiterzugeben, ist natürlich auch eine tolle Aufgabe.
[SPEAKER 2]
[00:18:49-00:18:53]
Rückblickend, hättest du auch genauso gerne aktiv weitergeritten?
[SPEAKER 3]
[00:18:53-00:18:56]
Ja, hätte ich auch. Hätte ich auch.
[SPEAKER 1]
[00:18:56-00:19:11]
Also sagen wir mal so, dieses Amt ist zu mir gekommen, nicht umgekehrt. Also das kam in meiner Lebensplanung nicht vor, dass ich irgendwann gesagt hätte, also das will ich auch mal machen oder da will ich mal hin. Das ist andersrum gekommen.
[SPEAKER 3]
[00:19:11-00:19:16]
Also ich ritt auch zu der Zeit 2012 ja noch im Olympiakader.
[SPEAKER 1]
[00:19:16-00:19:20]
Ich war auch noch Reservistin für London.
[SPEAKER 3]
[00:19:20-00:19:24]
Aber die Anfrage, die kam schon ein Jahr vorher.
[SPEAKER 1]
[00:19:25-00:19:26]
von unserem Verband.
[SPEAKER 2]
[00:19:26-00:19:37]
Wie läuft das dann ab? Ruft dann der Generalsekretär oder jemand vom Verband an und sagt, hallo hier, liebe Monika, möchtest du Naja, so ähnlich.
[SPEAKER 1]
[00:19:37-00:19:48]
Also da gab es dann ein paar Gespräche oder diverse Gespräche. Also das von Verbandsseite können wir uns mal unterhalten und irgendwie so kam das dann auch so nach und nach.
[SPEAKER 3]
[00:19:48-00:19:52]
Das ist ja auch nicht, sowas ist ja keine Ad-hoc-Entscheidung.
[SPEAKER 1]
[00:19:52-00:19:57]
Also weder vom Verband noch von mir, so ich melde mich mal und wird da am Posten frei, dann melde ich mich.
[SPEAKER 2]
[00:19:58-00:20:00]
Ich wäre bereit, ich würde es machen.
[SPEAKER 1]
[00:20:00-00:20:41]
Das läuft ja nun gar nicht so und es ist ja auch kein Amt, keine Funktion, wo man mal sagt, ich probiere es mal, gucken und wenn es dann nicht so ist nach ein paar Monaten, sondern da ist einfach ja auch eine Riesenverantwortung und da hängt sehr viel dran, sodass man sich das auch wirklich gut überlegen muss. Ich hatte ja zu der Zeit auch noch einen Stall, einen Turnierstall, Und Ausbildungsstall, das habe ich noch versucht, ein paar Jahre als Ausbildungsstall ein bisschen auf kleiner Flamme ein bisschen weiterzuführen, habe das dann aber dann auch Immer weiter verkleinert und irgendwann haben wir auch den Lindenhof, also eine Anlage.
[SPEAKER 2]
[00:20:41-00:20:43]
In der Nähe von Warendorf-Füchtdorf, glaube ich.
[SPEAKER 3]
[00:20:43-00:20:44]
Genau, Füchtdorf, richtig.
[SPEAKER 1]
[00:20:44-00:20:58]
Das haben wir dann auch verkauft, weil ich bin einfach viel zu viel unterwegs und machte dann auch keinen Sinn mehr dabei, noch zu versuchen, einen Reitstall, eine Anlage zu unterhalten und zu managen. Das ging einfach auch gar nicht.
[SPEAKER 3]
[00:20:58-00:21:06]
Jedenfalls so ist das alles so nach und nach im Vorfeld schon einige Zeit besprochen und überlegt worden.
[SPEAKER 1]
[00:21:06-00:21:13]
Und ich habe es mir auch mit meinem Mann zusammen, der muss ja auch damit einverstanden sein, dass ich ziemlich viel unterwegs bin.
[SPEAKER 3]
[00:21:13-00:21:14]
Und bisher ist er noch da.
[SPEAKER 1]
[00:21:14-00:21:19]
Er macht es noch mit. Bisher ist das noch alles...
[SPEAKER 2]
[00:21:19-00:21:20]
Also dieser olympische Zyklus ist sicher.
[SPEAKER 3]
[00:21:20-00:21:23]
Der ist gesichert, ja, der ist gesichert.
[SPEAKER 1]
[00:21:23-00:21:27]
Aber es ist natürlich ein anderes Leben als...
[SPEAKER 3]
[00:21:28-00:21:39]
Auch wenn ich vorher schon viel auf Turnieren unterwegs war, aber dann ist man auch mal zusammen unterwegs und nicht so viel wie jetzt, wo ich ja auch nicht nur auf den Turnieren, sondern auch zwischendurch dauernd weg bin.
[SPEAKER 1]
[00:21:39-00:21:49]
Mit Lehrgängen und Reiterbesuchen und Sitzungen und was weiß ich nicht alles. Also das ist jetzt nicht nur zwölf Turniere im Jahr.
[SPEAKER 2]
[00:21:49-00:21:52]
Wie viele Tage im Jahr bist du unterwegs? Kannst du das grob abschätzen?
[SPEAKER 1]
[00:21:54-00:21:56]
Na so gut zweihundert.
[SPEAKER 2]
[00:21:57-00:22:46]
Also eigentlich zum Kofferwechsel nach Hause? Öfter mal, ja. Du hast ja gerade beschrieben, du warst auch im Olympiakader noch vor London 2012. Dann der Wechsel in diese neue Rolle. Akzeptieren dann die Kollegen sowas sofort und verstehen, okay, das ist ein längerer Prozess, das ist jetzt nichts, was ad hoc passiert? Weil es ist ja schon diese andere Rolle, die du ja gerade auch beschrieben hast, die ist ja nicht nur, dass du auf einmal am Rand stehst, sondern am Ende bist du ja auch Entscheidungsträgerin für wichtige Championatskaderplätze, wo am Ende ja jeder Reiter, der auf so einem Niveau unterwegs ist, möchte ja genau dahin. Ist dieser Rollenwechsel auch gerade im Hinblick auf die Kollegen, das stelle ich mir besonders schwierig vor.
[SPEAKER 1]
[00:22:47-00:22:51]
Ja, ich meine, ich bin ja auch nicht ganz neu da reingerutscht.
[SPEAKER 3]
[00:22:51-00:22:55]
Also ich kenne die Dressurszene ja nun auch schon mein Leben lang.
[SPEAKER 1]
[00:22:55-00:23:02]
Und ich bin auch als Reiter viele Jahre als aktiven Sprecher im Dressurausschuss gewesen.
[SPEAKER 3]
[00:23:02-00:23:07]
Und ich entscheide ja auch als Bundestrainer nichts ganz alleine.
[SPEAKER 1]
[00:23:07-00:23:12]
Also natürlich gebe ich eine Richtung vor.
[SPEAKER 3]
[00:23:13-00:23:25]
Und führe auch viele Gespräche, wie ich mir Dinge vorstelle und wie sie sein können, wenn ich eine Entwicklung sehe, einen Weg, den man beschreiten kann.
[SPEAKER 1]
[00:23:25-00:23:32]
Und das diskutiere ich natürlich dann auch intern mit den Mitgliedern des Dressurausschusses. Das ist in allererster Linie mal wichtig.
[SPEAKER 3]
[00:23:32-00:23:42]
Und Klaus Röser als Vorsitzender des Dressurausschusses, der das auch schon etwas länger macht als ich in der Funktion.
[SPEAKER 1]
[00:23:42-00:23:44]
Also als ich ritt, war das auch schon.
[SPEAKER 3]
[00:23:44-00:23:50]
Und unser Mannschaftstierarzt, das hat dann mal gewechselt.
[SPEAKER 1]
[00:23:50-00:23:59]
Aber das sind eigentlich die Personen und mein Assistenztrainer, mit denen ich ganz, ganz eng zusammenarbeite. Und bis vor einem Jahr war es Johnny Hilberath.
[SPEAKER 2]
[00:23:60-00:24:03]
Der leider verstorben ist dann, recht kurzfristig auch.
[SPEAKER 1]
[00:24:03-00:24:22]
Ja, und wir haben sehr eng miteinander oder zusammengearbeitet und uns ausgetauscht, sodass man sich immer, ich hole mir immer auch die Meinungen und die Sichtweisen unseres Teams ein, bevor wir oder ich auch zu einer Entscheidung komme.
[SPEAKER 3]
[00:24:22-00:24:24]
Und wir haben ganz klare...
[SPEAKER 1]
[00:24:25-00:25:04]
Gleiche Ansichten und auch eine Haltung und eine Einstellung zum Sport, wie wir Dinge machen wollen und wie wir Dinge auch sehen wollen. Wie wir sehen wollen, wie geritten wird, wie trainiert wird und wie auch wir in der Außendarstellung auf Turnieren, auf Championaten aussehen sollen und möchten. Und da arbeiten wir ganz, ganz eng miteinander, um das Team, auch das Team ums Team und das auch mit den Mitarbeitern des Verbandes alles schön kompakt zu gestalten. Und das ist uns in den letzten Jahren, glaube ich, ziemlich gut gelungen.
[SPEAKER 2]
[00:25:04-00:25:11]
Wie schwierig war es für dich, dass dein Co-Trainer Johnny Hilbrad dann doch relativ plötzlich verstorben ist?
[SPEAKER 1]
[00:25:12-00:25:16]
Ja, das war natürlich ein riesen Einschnitt.
[SPEAKER 3]
[00:25:16-00:25:19]
Gut, ich kannte so ein bisschen die Vorgeschichte.
[SPEAKER 2]
[00:25:19-00:25:21]
Er war länger erkrankt schon.
[SPEAKER 1]
[00:25:21-00:25:31]
Ja, immer mal sich Pausen nehmen musste, wo ich dann auch alleine auf dem Turnier war oder die Reiter alleine betreut. Das war auch kein Problem.
[SPEAKER 3]
[00:25:31-00:25:37]
Aber das Ende, das es dann nahm, war dann doch... Sehr, sehr plötzlich.
[SPEAKER 1]
[00:25:37-00:25:48]
Wir haben uns hier auf diesem Turnier vor genau einem Jahr zum allerletzten Mal gesehen. Und das war schon sehr bitter. Auch privat. Wir hatten auch ein sehr freundschaftliches Verhältnis.
[SPEAKER 3]
[00:25:48-00:25:50]
Das war auch sehr traurig.
[SPEAKER 2]
[00:25:50-00:25:58]
Also als Bundestrainer, da sitzt man auch abends mal zusammen neben den fachlich-sachlichen Themen, sondern da seid ihr auch ein engeres Team.
[SPEAKER 3]
[00:25:59-00:26:02]
Ja, wir haben halt sehr viele gemeinsame Reisen.
[SPEAKER 1]
[00:26:03-00:26:04]
Wird um die Welt gereist.
[SPEAKER 3]
[00:26:04-00:26:07]
Ja, also die Championate und Olympische Spiele.
[SPEAKER 1]
[00:26:07-00:26:12]
Und ja, das waren schon viele gemeinsame Reisen.
[SPEAKER 3]
[00:26:12-00:26:16]
Und ja, wir konnten gut miteinander.
[SPEAKER 1]
[00:26:16-00:26:18]
Das war kein Problem.
[SPEAKER 3]
[00:26:18-00:26:33]
Ja, es war schon doch recht wirklich ein sehr freundschaftliches Verhältnis und ein guter, wirklich vertrauter Austausch immer. Das, was vertraulich war, das blieb vertraulich.
[SPEAKER 2]
[00:26:33-00:26:41]
Wenn man jetzt schaut, jetzt hast du einen Nachfolger, Hendrik Lochtove, wie wählt man einen Co-Bundestrainer aus?
[SPEAKER 1]
[00:26:41-00:26:47]
Indem man versucht oder nicht versucht, die andere Person genau eins zu eins zu ersetzen.
[SPEAKER 2]
[00:26:49-00:26:50]
Aber das geht gar nicht.
[SPEAKER 3]
[00:26:50-00:26:51]
Nein, das geht nicht.
[SPEAKER 1]
[00:26:51-00:26:53]
Und finde ich auch falsch.
[SPEAKER 3]
[00:26:53-00:26:55]
Und jeder ist anders.
[SPEAKER 1]
[00:26:55-00:27:05]
Und Johnny war einfach auch sehr, sehr lange dabei. Und alle kannten ihn. Und auch sehr erfolgreich und gut trainiert und so weiter.
[SPEAKER 3]
[00:27:05-00:27:08]
Es ist völlig außer Frage.
[SPEAKER 1]
[00:27:08-00:27:10]
Wir waren wirklich ein tolles Team.
[SPEAKER 3]
[00:27:10-00:27:31]
Und Ja, ich habe mir dann ja auch eine Weile Gedanken gemacht, habe mich mit Klaus Röse ausgetauscht darüber, dass die Kriterien, die ein Disziplin- oder Assistenztrainer erfüllen sollte, da gibt es gar nicht so viele, die das erfüllen können.
[SPEAKER 1]
[00:27:31-00:27:53]
Und natürlich müssen wir auch ein bisschen an die Zukunft denken, dass das nicht jemand ist, der mein Alter oder noch älter ist, sondern möglichst jünger ist. Und gut, ich kenne Henrik schon sehr lange, auch seinen Werdegang aus seiner Familie, aus dem Westfälischen heraus.
[SPEAKER 3]
[00:27:53-00:28:01]
Also Henrik hat eine sehr gute Ratausbildung, eine sehr korrekte Ratausbildung genossen von seinem Onkel.
[SPEAKER 1]
[00:28:02-00:28:09]
Norbert Lochthove und später auch den Pferdewirtschaftsmeister gemacht. Das sind schon mal sehr gute Voraussetzungen, auch als Trainer.
[SPEAKER 3]
[00:28:09-00:28:14]
Er kann auch einen Betrieb führen und er weiß, was das heißt, Berufsreiter zu sein.
[SPEAKER 1]
[00:28:14-00:28:22]
Er hat Berufsreiter-Championate geritten und er hat erfolgreich Pferde ausgebildet, in Aachen auch erfolgreich geritten.
[SPEAKER 3]
[00:28:23-00:28:37]
Und über mehrere Stationen in seinem Leben, auch in der Schweiz gewesen, hat auch ein bisschen das von einem anderen Land mal kennengelernt und eben schon auch sehr viel Erfahrung, die er mitbringt.
[SPEAKER 1]
[00:28:37-00:28:42]
Und Henrik ist genau wie ich mitgekommen.
[SPEAKER 3]
[00:28:42-00:29:10]
nicht am Pferdehandel beteiligt, was auch, finde ich, sehr wichtig ist, weil wenn du Trainer bist, natürlich wird hier und da mal ein Pferd verkauft oder vermittelt, aber das hat Jonny auch sehr privat gehalten in seinem Reitbetrieb und das ist bei Henrik tatsächlich auch sehr gering besetzt, weil es ist nicht gut, wenn man als Trainer selber auch noch Pferde vermittelt.
[SPEAKER 2]
[00:29:10-00:29:11]
Am Ende ein klarer Interessenkonflikt.
[SPEAKER 3]
[00:29:13-00:29:17]
Das ist das Problem am Ende des Tages. Ja, das wäre so.
[SPEAKER 1]
[00:29:17-00:29:21]
Und insofern ist das auch gar nicht so einfach, da die geeignete Person zu finden.
[SPEAKER 3]
[00:29:21-00:29:27]
Und wie gesagt, ich kenne Henrik schon lange, weiß, dass das menschlich passt.
[SPEAKER 1]
[00:29:27-00:29:33]
Und dann schnuppert er jetzt oder seit letztem Jahr einfach hinein in den Job.
[SPEAKER 3]
[00:29:33-00:29:38]
Aber es ist Henrik Luchthove und vorher war Johnny Hilberath.
[SPEAKER 2]
[00:29:40-00:30:04]
Du selber hast natürlich enormen reiterlichen Background. Dein Vater, George Theodorescu, startete für Rumänien bei den Olympischen Spielen in Stockholm, hat dann Ende der 50er Jahre das CIO Aachen genutzt, um quasi vor dem kommunistisch-stalinistischen Regime in Rumänien zu fliehen, hier nach Deutschland zu kommen. Auch deine Mutter, eine hoch dekorierte Reiterin. War es für dich immer klar, dass du selber auch Reiterin werden möchtest?
[SPEAKER 3]
[00:30:05-00:30:06]
Für mich ja.
[SPEAKER 1]
[00:30:06-00:30:09]
Für mich war das total klar.
[SPEAKER 3]
[00:30:09-00:30:11]
Für meinen Vater nicht so ganz.
[SPEAKER 1]
[00:30:11-00:30:20]
Also mein Vater hatte ursprünglich auch den Wunsch, dass ich Pianistin würde und habe dann auch diverse Jahre Klavierunterricht bekommen.
[SPEAKER 3]
[00:30:22-00:30:25]
War auch vielleicht gar nicht so peinlich.
[SPEAKER 2]
[00:30:25-00:30:26]
Also du hast ein Talent?
[SPEAKER 1]
[00:30:26-00:30:40]
Ja, also der Klavierlehrer sagte dann immer, ach, wenn sie doch nur 10% der Motivation für mich oder fürs Klavier hätte, von den 100 anderen 100% oder 200%, die sie für die Pferde hat.
[SPEAKER 3]
[00:30:40-00:30:45]
Aber das habe ich dann natürlich irgendwann dran gegeben.
[SPEAKER 1]
[00:30:45-00:30:48]
Irgendwann zogen wir um und das Klavier konnte nicht mitmachen.
[SPEAKER 3]
[00:30:49-00:30:50]
Oder nicht direkt mit.
[SPEAKER 1]
[00:30:50-00:30:55]
Ich habe es aber heute immer noch. Ich habe noch nicht wieder wirklich angefangen, aber ich habe es tatsächlich immer noch.
[SPEAKER 2]
[00:30:55-00:30:57]
Also es steht zu Hause, du hast es eingemottet auf dem Dachboden?
[SPEAKER 3]
[00:30:57-00:30:58]
Nein, es ist zu Hause.
[SPEAKER 1]
[00:30:59-00:31:01]
Es ist ein Möbel bei uns im Haus.
[SPEAKER 3]
[00:31:01-00:31:06]
Das ist auch ein schönes Möbel, auf dem Blumenvasen und sowas stehen.
[SPEAKER 1]
[00:31:06-00:31:09]
Aber es ist noch nicht wirklich wieder benutzt.
[SPEAKER 3]
[00:31:09-00:31:12]
Aber ich glaube, das würde ich nicht übers Herz bringen, das zu verkaufen.
[SPEAKER 1]
[00:31:13-00:31:17]
Aber irgendwann muss es vielleicht, vielleicht kriege ich die Kurve nochmal.
[SPEAKER 3]
[00:31:17-00:31:19]
Aber mein Vater hätte sich das auch gewünscht.
[SPEAKER 2]
[00:31:19-00:31:25]
Gut, du bist ja noch in einigen olympischen Zyklen. Vielleicht nach dem letzten olympischen Zyklus muss das einfach neu gestimmt werden.
[SPEAKER 3]
[00:31:25-00:31:27]
Ja, dann wird es neu gestimmt.
[SPEAKER 2]
[00:31:27-00:31:33]
Absolut, ja. Du bist aber eigentlich auch studierte Dolmetscherin. Das war aber nie eine Karriereoption.
[SPEAKER 3]
[00:31:34-00:31:35]
Nein, nicht wirklich.
[SPEAKER 1]
[00:31:35-00:31:44]
Also ich nutze die Sprachen natürlich auch nebenbei. Also ich habe auch vor dem Bundestrainerabend sehr viele Lehrgänge auch im Ausland gegeben.
[SPEAKER 3]
[00:31:44-00:31:50]
Und das mache ich auch hin und wieder jetzt noch, wenn die Zeit reicht.
[SPEAKER 1]
[00:31:50-00:31:53]
Und Sprachen haben mich eigentlich immer interessiert.
[SPEAKER 3]
[00:31:53-00:31:55]
Mein Vater war auch sehr sprachaffin.
[SPEAKER 2]
[00:31:55-00:31:58]
Welche Sprachen sprichst du alle?
[SPEAKER 1]
[00:31:58-00:32:03]
Ich spreche Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch kriegen wir auch noch hin.
[SPEAKER 2]
[00:32:04-00:32:08]
Also wirklich auf einem Niveau, dass du da einen Lehrgang geben könntest in Italien?
[SPEAKER 1]
[00:32:08-00:32:10]
Ja, das ist kein Problem.
[SPEAKER 3]
[00:32:10-00:32:21]
Also die Reiter- und Pferdesprache, die kann ich besser als in etwas gehobenere Unterhaltung, muss ich mich erstmal einlesen und ein bisschen üben.
[SPEAKER 1]
[00:32:21-00:32:22]
Aber nach einer Woche wird es vielleicht auch gehen.
[SPEAKER 3]
[00:32:22-00:32:29]
Aber das mit dem Reitunterricht, weil das war bei uns früher in der...
[SPEAKER 1]
[00:32:30-00:32:40]
Auf dem Lindenhof waren sehr viele Reiter aus zig verschiedenen Ländern und mein Vater sprach das ja alles in der Sprache. Mein Vater sprach perfekt Französisch und perfekt Italienisch.
[SPEAKER 3]
[00:32:41-00:32:45]
Und aus den Ländern waren auch viele Schüler da.
[SPEAKER 1]
[00:32:45-00:32:46]
Das habe ich so mitbekommen.
[SPEAKER 3]
[00:32:46-00:32:50]
Also das war dann direkt drin.
[SPEAKER 2]
[00:32:50-00:32:54]
Woher kam das, dass er so gut diese Fremdsprache noch konnte?
[SPEAKER 3]
[00:32:54-00:32:57]
Ja gut, erstmal war er dafür auch talentiert.
[SPEAKER 1]
[00:32:57-00:32:60]
Und in Rumänien bzw.
[SPEAKER 3]
[00:32:60-00:33:03]
Bukarest ganz früher war er sehr frankophil.
[SPEAKER 1]
[00:33:03-00:33:06]
Und mein Vater war zu einer französischen Schule gegangen.
[SPEAKER 3]
[00:33:07-00:33:11]
Und sprach Französisch genauso wie Rumänisch, wie seine Muttersprache.
[SPEAKER 1]
[00:33:11-00:33:15]
Deutsch hat er ja erst später gelernt und Englisch auch später.
[SPEAKER 3]
[00:33:15-00:33:19]
Aber das Französisch war direkt ausgebildet, ja.
[SPEAKER 2]
[00:33:19-00:33:20]
Hast du noch irgendeine Connection nach Rumänien?
[SPEAKER 1]
[00:33:21-00:33:22]
Nein, nein.
[SPEAKER 3]
[00:33:22-00:33:26]
Hat es auch damals nach der Flucht nicht wirklich gegeben.
[SPEAKER 1]
[00:33:26-00:33:34]
Also ich weiß, dass meine Eltern damals immer wieder Pakete und auch Geld nach Rumänien geschickt haben.
[SPEAKER 3]
[00:33:35-00:33:43]
Aber mein Vater ist auch nie wieder da gewesen, weil er war ja nun illegal geflohen.
[SPEAKER 2]
[00:33:43-00:33:48]
Das war ja noch vor der Zeit des Eisernen Vorhangs, aber auf jeden Fall gab es eine Einbahnstraße, das ist ein One-Way-Ticket.
[SPEAKER 3]
[00:33:48-00:33:53]
Ja, also da gab es auch rote Listen, schwarze Listen und so weiter.
[SPEAKER 1]
[00:33:53-00:34:11]
Er ist tatsächlich auch nie wieder in Berlin gewesen. Auch nicht in West-Berlin, also auch bis 1989 nicht. Wir hatten da ein-, zweimal deutsche Meisterschaften oder ich ein paar Mal, habe da deutsche Meisterschaften in Berlin geritten. Da ist er nie mitgekommen, auch nicht geflogen.
[SPEAKER 2]
[00:34:12-00:34:15]
Vor Sorge, dass er dann, wenn er über den Sowjetsektor fliegt, dass vielleicht auch was passiert.
[SPEAKER 1]
[00:34:16-00:34:24]
Ja, also das saß halt drin, ja.
[SPEAKER 2]
[00:34:24-00:34:26]
Du bist ja 1992 sogar mit dem Bambi ausgezeichnet worden.
[SPEAKER 1]
[00:34:27-00:34:33]
Okay, ja, stimmt. Aber ich weiß nicht mehr, ob das 92 war. Ja, kann sein, ja.
[SPEAKER 2]
[00:34:33-00:34:36]
Und steht der auch auf dem Klavier?
[SPEAKER 1]
[00:34:36-00:34:46]
Nein, der steht mit anderen Bambis, hätte ich mal gesagt, mit anderen Sachen in einem sehr schönen Regal, wo andere Ehrenpreise auch stehen.
[SPEAKER 2]
[00:34:46-00:34:50]
Zeigt ja auch, was für einen Stellenwert die Erfolge einer Karriere haben.
[SPEAKER 3]
[00:34:50-00:34:53]
Ja, das kommt dann halt mit.
[SPEAKER 1]
[00:34:53-00:35:09]
Das sind sehr schöne Erlebnisse, sehr schöne Begebenheiten. Auch diese Ehrung, Auszeichnung, beziehungsweise auch bei dieser Bambi-Veranstaltung. In Köln war das, glaube ich, damals.
[SPEAKER 3]
[00:35:09-00:35:20]
Und da bekam, herrlich war das, bekam Willi Milovic damals schon weit über 80 den Ehrenbambi und den durfte ich die Hände schütteln.
[SPEAKER 1]
[00:35:21-00:35:23]
Ich meine, ich war jetzt nie so der Kölsche.
[SPEAKER 2]
[00:35:23-00:35:26]
Für alle Karnevalisten ist das doch ein Halbgott.
[SPEAKER 3]
[00:35:26-00:35:26]
Ja, also...
[SPEAKER 1]
[00:35:27-00:35:32]
Das war eine tolle Persönlichkeit, dieser Mann.
[SPEAKER 3]
[00:35:32-00:35:34]
Solche Sachen durfte man dann auch mal erleben.
[SPEAKER 2]
[00:35:34-00:35:36]
Willi Milovic in Köln beim Bambi.
[SPEAKER 3]
[00:35:36-00:35:39]
Ja, gewaltig.
[SPEAKER 2]
[00:35:39-00:35:55]
Wenn man jetzt schaut, wo der Dressursportstand 2026 steht... Deutschland ist sicherlich ein ganz heißer Anwärter jetzt auf eine Goldmedaille. Dein Co-Trainer hat übrigens gestern hier in Neumünster gesagt, wir wollen Weltmeister werden. Unterschreibst du das?
[SPEAKER 3]
[00:35:55-00:35:57]
Ja, natürlich wollen wir das.
[SPEAKER 1]
[00:35:57-00:35:60]
Ja klar, wenn wir es schon nicht wollen würden, wäre es schon mal schlecht.
[SPEAKER 3]
[00:36:00-00:36:01]
Nein, in jedem Fall.
[SPEAKER 1]
[00:36:01-00:36:08]
Also wir sind Olympiasieger, wir sind Europameister und wir wollen auch wieder Weltmeister werden. Natürlich wollen wir das.
[SPEAKER 2]
[00:36:10-00:36:30]
Es gab einen gewissen Umbruch jetzt im Team auch. Jessica von Bredow-Werndl beispielsweise mit ihrem Championat, mit der Lera nicht mehr dabei. Wie managst du als Bundestrainer einen solchen Umbruch? Weißt du dann vorher schon, okay, ich muss zwei, drei Jahre vorher schon die ersten aufbauen wieder oder sichten und schauen, wen man dann so ranzieht?
[SPEAKER 3]
[00:36:31-00:36:32]
Wie funktioniert das? Ja, natürlich.
[SPEAKER 1]
[00:36:32-00:36:39]
Also ich habe ja nicht nur die Kaderreiter, ich habe auch andere Reiter im Auge und natürlich auch deren Pferde.
[SPEAKER 3]
[00:36:40-00:37:07]
Und sämtliche Nachwuchspferde, die schon Grand Prix gehen oder in den Grand Prix Sport kommen, wir haben natürlich auch durch unsere Struktur und unsere Serien, Nürnberger Burgpokal und Louis d'Or, die Nachwuchs-Grand Prix-Serie mit dem Finale gerade vor zwei Monaten in Frankfurt, haben wir die natürlich alle im Blick bekommen.
[SPEAKER 1]
[00:37:07-00:37:12]
Und dann sehen wir, wer sich in diesem Jahr auch da hervorbringt.
[SPEAKER 3]
[00:37:13-00:37:24]
Und ich meine, wir haben letztes Jahr ganz toll Katharina Hämmer, die sich als noch junges, sagen wir mal, Championatsküken hätte ich beinahe gesagt.
[SPEAKER 1]
[00:37:24-00:37:24]
Newcomerin.
[SPEAKER 3]
[00:37:30-00:37:32]
Sie hat eine tolle Europameisterschaft geritten.
[SPEAKER 1]
[00:37:32-00:37:52]
Sie hat fast eine Bronzemedaille im Spezial gehabt mit tollem Ritt und eben auch maßgeblich zu dem Sieg in der Europameisterschaft, zum Mannschaftssieg beigetragen. Wir haben tolle junge Reiterinnen und Reiter. die schon auch viel Erfahrung im Grand Prix haben.
[SPEAKER 3]
[00:37:52-00:37:57]
Und das hatte auch Katharina, die ist jetzt eine Newcomerin, aber die ist nicht unerfahren.
[SPEAKER 1]
[00:37:57-00:38:04]
Also die ist Berufsreiterin, die hat schon diverse Pferde in den Grand Prix Sport gebracht und setzt das auch fantastisch um.
[SPEAKER 3]
[00:38:06-00:38:17]
Da sind wir sehr gut aufgestellt mit sehr guten jüngeren Reitern, die nachkommen und uns auch tollen Sport und tolles Reiten zeigen.
[SPEAKER 1]
[00:38:17-00:38:22]
Was wir nie genug haben, sind Spitzenpferde, aber das geht anderen auch so.
[SPEAKER 3]
[00:38:22-00:38:35]
Natürlich haben wir top Pferde und top ausgebildete Pferde, aber wir hatten mal damals in Rio vier Pferde, die 80 Prozent gingen und mehr im Grand Prix.
[SPEAKER 2]
[00:38:35-00:38:38]
Das ist ja außergewöhnlich.
[SPEAKER 3]
[00:38:38-00:38:39]
Das war wirklich außergewöhnlich.
[SPEAKER 1]
[00:38:40-00:38:43]
Also gleichzeitig, diese vier Pferde in einem Team.
[SPEAKER 3]
[00:38:43-00:38:47]
Und da war Cosmo erst.
[SPEAKER 1]
[00:38:47-00:38:50]
Cosmo war noch der Jüngste mit neun Jahren damals.
[SPEAKER 3]
[00:38:51-00:38:55]
Und Das ist natürlich wirklich eine Ausnahmesituation.
[SPEAKER 1]
[00:38:55-00:39:11]
Das muss man auch wissen, dass das nicht die Regel ist, dass so 80 Prozent mal eben ständig so nacheinander gezeigt werden oder dass diese Ergebnisse so sind. Das ist schon sehr besonders.
[SPEAKER 3]
[00:39:11-00:39:18]
Und natürlich haben wir Ja, der Lehrer jetzt nicht mehr im Sport mit Jessica von Bredow-Werndl.
[SPEAKER 1]
[00:39:18-00:39:22]
Leider hat sie ihr nächstes Pferd vor sechs Wochen verloren.
[SPEAKER 3]
[00:39:22-00:39:26]
Diallo, der schon in Stuttgart wirklich...
[SPEAKER 2]
[00:39:26-00:39:28]
Was ja unglaublich tragisch am Ende ist.
[SPEAKER 3]
[00:39:28-00:39:43]
Ja, hatten wir schon große Hoffnung und tolles Pferd und Das war eine sehr traurige, tragische Geschichte, dass man so etwas eben auch passieren kann, dass man ganz schnell auch ein Spitzenpferd verlieren kann.
[SPEAKER 1]
[00:39:43-00:39:46]
Und man steht daneben und es macht los.
[SPEAKER 3]
[00:39:46-00:39:48]
Auch solche Sachen passieren.
[SPEAKER 2]
[00:39:48-00:40:30]
Ein Thema, was sicherlich dich als Bundestrainerin auch die letzten Jahre begleitet, ist das Thema Tierschutz. Und die Debatten, die rund um den Reitsport stattfinden... Ohne dass jetzt in der Tiefe, und ich glaube, das Thema wurde auch schon 500 Mal umrundet und beleuchtet und von allen Seiten betrachtet. Aber wie schaust du als Bundestrainerin auf diesen Themenkomplex, dass wir immer wieder in Erklärungsnöte kommen, weil Einzelfälle, sei es in der Dressur, sei es auch in anderen Disziplinen, immer wieder dafür sorgen, dass man in die Defensive kommt, was den organisierten Reitsport slash Spitzensport angeht. Wie ist deine Haltung als Bundestrainerin?
[SPEAKER 1]
[00:40:31-00:40:34]
Ja, also in Erklärungsnot sollte man eigentlich nicht kommen.
[SPEAKER 3]
[00:40:34-00:40:48]
Und dafür sind einige leider verantwortlich, die uns doch massiv geschadet haben mit massiv schlechten Bildern.
[SPEAKER 1]
[00:40:48-00:40:51]
Das muss man auch aufarbeiten. Das ist schon wichtig.
[SPEAKER 3]
[00:40:51-00:41:04]
Und die Debatte insgesamt... die finde ich sehr positiv oder die hilft uns, uns weiter zu reflektieren, zu hinterfragen und Dinge immer weiter zu verbessern.
[SPEAKER 1]
[00:41:04-00:41:11]
Und es hat sich schon sehr, sehr viel verbessert im Sport.
[SPEAKER 3]
[00:41:11-00:41:15]
Natürlich die gesamte Haltung, Tierhaltung, Pferdehaltung hat sich verbessert.
[SPEAKER 1]
[00:41:15-00:41:19]
Da gibt es ja auch Leitlinien und so weiter, die auch befolgt werden müssen.
[SPEAKER 3]
[00:41:19-00:41:20]
So gut es geht.
[SPEAKER 1]
[00:41:20-00:41:31]
Und es ist natürlich auch wichtig, dass wir im Sport nicht gegenseitig mit dem Finger aufeinander zeigen, sondern uns gegenseitig unterstützen, in den Maßnahmen Dinge zu verbessern.
[SPEAKER 3]
[00:41:32-00:41:36]
Und nicht um Dinge unter den Teppich zu kehren, auf gar keinen Fall.
[SPEAKER 1]
[00:41:36-00:41:42]
Wenn Missstände ans Licht kommen, dann müssen die aufgearbeitet und geahndet werden.
[SPEAKER 3]
[00:41:42-00:41:52]
Und das finde ich unheimlich wichtig, auch wenn man denkt, oh Gott, schon wieder irgendwas passiert.
[SPEAKER 1]
[00:41:52-00:41:56]
Das gibt es leider. Und da sind vielleicht auch noch nicht alle immer da.
[SPEAKER 3]
[00:41:57-00:42:05]
so in der Spur oder so reflektiert, dass sie auch mal an sich anfangen, etwas zu ändern.
[SPEAKER 1]
[00:42:05-00:42:16]
Weil ich kann ja nicht sagen, alle Tierschützer sind blöd oder die sich als solche bezeichnen oder auch den Finger in die Wunde legen.
[SPEAKER 3]
[00:42:16-00:42:20]
Die haben ja auch eine Grundlage dafür.
[SPEAKER 1]
[00:42:20-00:42:33]
Wir geben ihnen ja hier und da schlechte Bilder. Und das sollte nicht sein. Wir sollten schon versuchen, uns zu ändern. Ich muss ja erstmal bei mir anfangen und mich hinterfragen, mache ich das immer alles richtig?
[SPEAKER 3]
[00:42:33-00:42:44]
Ich habe das früher sicher auch nicht immer alles richtig gemacht und war auch mal ungeduldig und habe vielleicht das auch nicht technisch richtig hingekriegt oder nicht so richtig verstanden, wie ich Dinge machen sollte.
[SPEAKER 1]
[00:42:44-00:42:45]
Mache ich heute anders?
[SPEAKER 3]
[00:42:45-00:42:48]
Ich mache es sicherlich besser als früher.
[SPEAKER 1]
[00:42:51-00:42:58]
Ich glaube, wir sind immer ziemlich gut mit unseren Pferden umgegangen und haben auch für Auslauf gesorgt oder auch, dass sie rauskommen.
[SPEAKER 3]
[00:42:58-00:43:02]
Wir sind viel ins Gelände geritten, mache ich heute noch oder immer gemacht.
[SPEAKER 1]
[00:43:02-00:43:10]
Aber trotzdem kann man auch die Ausbildung und den Umgang mit dem Pferd immer weiter verbessern.
[SPEAKER 3]
[00:43:10-00:43:13]
Und wir haben heute so tolle, talentierte Pferde.
[SPEAKER 1]
[00:43:14-00:43:21]
die so viel von Hause aus schon mitbringen, dass man eher immer auf die Bremse treten muss und sagen muss, so mal langsam.
[SPEAKER 3]
[00:43:21-00:43:23]
Ja, piaffiert schon, macht schon immer langsam.
[SPEAKER 1]
[00:43:23-00:43:29]
Lass dir Zeit, lass das Pferd wachsen, lass es hineinwachsen in die Aufgaben und so weiter.
[SPEAKER 3]
[00:43:30-00:43:44]
Und das finde ich unwahrscheinlich wichtig, dass wir, jeder von uns, in allen Bereichen auch des Turniersports immer wieder in uns reinhören oder auch uns reflektieren, was machen wir da?
[SPEAKER 1]
[00:43:44-00:43:46]
Ist die Musik zu laut in der Halle?
[SPEAKER 3]
[00:43:46-00:43:53]
Ist das zu viel Remi-Demi oder können wir das auch ein bisschen moderater gestalten, den Pferden mehr Zeit geben?
[SPEAKER 1]
[00:43:54-00:43:59]
Sie brauchen auch eine Nachtruhe, schlafen.
[SPEAKER 3]
[00:43:59-00:44:06]
War es nicht vor zwei Jahren, war es zum Beispiel hier, dann ist in der Halle Party nachts, samstagsabends nachts.
[SPEAKER 1]
[00:44:06-00:44:10]
Und super, dass die Leute Spaß haben und können Party machen.
[SPEAKER 3]
[00:44:10-00:44:12]
Leider gingen die Lautsprecher im Stall nicht aus.
[SPEAKER 2]
[00:44:12-00:44:14]
Ja, das ist eher suboptimal.
[SPEAKER 3]
[00:44:14-00:44:22]
Da sind so viele Sachen, die da zusammenkommen, die wir besser machen müssen, um eben für das Pferdewohl das Richtige zu tun.
[SPEAKER 1]
[00:44:22-00:44:32]
Weil wir haben es ja eben schon gesagt, Pferde fahren gerne zum Turnier. Und wenn sie auch eben gut behandelt werden und Aufmerksamkeit, Zuwendung.
[SPEAKER 3]
[00:44:32-00:44:34]
Das Pferd ist uns zugewandt.
[SPEAKER 1]
[00:44:34-00:44:36]
Also gebe ich ihm auch Zuwendung.
[SPEAKER 3]
[00:44:37-00:44:39]
Und kümmere mich, dass er es am besten hat.
[SPEAKER 1]
[00:44:39-00:44:46]
Und natürlich betreiben wir Leistungssport und verlangen auch eine Leistung. Aber die darf nicht um jeden Preis sein.
[SPEAKER 3]
[00:44:46-00:44:57]
Meine Interessen müssen immer hinter den Interessen des Pferdes oder Pferdewohls zurückstehen.
[SPEAKER 2]
[00:44:57-00:45:41]
Aber wie kann es sein, dass einige Reiter, und wir schreiben das Jahr 2026, das noch nicht verstanden haben, dass auf großen Turnieren jeder Reiter... ausnahmslos eine Vorbildfunktion hat. Und dass am Ende eine einzelne Fehlentscheidung wie so eine Art Infektion auf alle auslöst, weil am Ende stehen ja alle am Pranger. Das ist ja auch immer das etwas am Ende des Tages auch Ungerechte meines Erachtens, dass ein Einzelfall dann immer fortgetragen wird auf alle. Aber es ist ja die Medienlandschaft, die wir haben. Damit müssen wir umgehen, ob wir das wollen oder nicht. Aber das ist ja eigentlich schade, vielleicht war das eigentlich ja schlimm, dass das immer noch so ist.
[SPEAKER 1]
[00:45:42-00:45:54]
Ja, ich meine, negative Nachrichten verbreiten sich einfach schneller, beziehungsweise werden auch immer gerne gelesen und auch immer wieder aufgewärmt.
[SPEAKER 3]
[00:45:55-00:46:14]
Wir sehen ja heute immer noch mal in manchen TV-Beiträgen, wenn es wieder um Reitsport kritisch oder Kritik im Reitsport kommt, immer auch wieder zu Anfang in dem Trailer oder kommt immer wieder dieses Bild aus Tokio von der Fünfkämpferin mit dem armen, verzweifelten Pferd.
[SPEAKER 1]
[00:46:16-00:46:22]
Das wird immer wieder aufgewärmt und ist irgendwie als schlechtes Beispiel für uns alle.
[SPEAKER 2]
[00:46:23-00:46:25]
Was ja jetzt mit dem Dressursport nichts zu tun hat.
[SPEAKER 3]
[00:46:25-00:46:28]
Hat gar nichts mit dem Dressursport zu tun und ist auch...
[SPEAKER 1]
[00:46:29-00:46:36]
Es war einfach auch eine total negative Situation für alle beteiligt oder für alle, die da beteiligt waren.
[SPEAKER 3]
[00:46:36-00:46:40]
Und aus der Verzweiflung heraus kommen solche Bilder.
[SPEAKER 1]
[00:46:41-00:46:58]
Da machen sich natürlich manche Kritiker oder vielleicht auch manche Medienleute einfach, indem man einfach dieses Bild zum Beispiel immer wieder aufwärmt und immer wieder zeigt, um irgendwo eine Meinung zu generieren in der breiten Öffentlichkeit.
[SPEAKER 3]
[00:46:59-00:47:04]
Das hilft uns natürlich gar nicht weiter und ist einfach auch, finde ich, schlechter Stil.
[SPEAKER 1]
[00:47:05-00:47:13]
Aber natürlich müssen wir uns auch mit Negativnachrichten und negativen Bildern auseinandersetzen.
[SPEAKER 3]
[00:47:13-00:47:16]
Und das ist einfach auch wichtig, wie du es sagtest.
[SPEAKER 1]
[00:47:16-00:47:17]
Jeder hat Vorbildfunktionen.
[SPEAKER 3]
[00:47:17-00:47:21]
Jeder ist gefragt, das nicht entstehen zu lassen.
[SPEAKER 1]
[00:47:21-00:47:31]
Es kann immer Situationen geben, wenn ein Pferd nervös ist oder ein Pferd irgendwo mal einen Schreck bekommt und so weiter. Und das war eben, wie du angefangen hast, dass wir in Erklärungsnot kommen.
[SPEAKER 3]
[00:47:31-00:47:40]
Wenn ich das Pferd kenne und die Situation kenne und weiß, warum das Pferd so reagiert und auch der Reiter.
[SPEAKER 1]
[00:47:40-00:47:51]
Was da ist, da ist es laut, da ist was weiß ich, schlechte Luft, sind sehr viele Menschen und Pferde sind dann einfach auch schon mal ein bisschen unruhig oder fühlen sich gestört oder sowas.
[SPEAKER 3]
[00:47:51-00:48:02]
So, und wenn wir aber mit der Situation arbeiten und das Pferd daran gewöhnen, Das braucht dann ein bisschen, da kann man nicht gleich weggehen und sagen, ach, funktioniert sowieso nicht.
[SPEAKER 1]
[00:48:02-00:48:05]
Nein, nein, da muss man sich in Ruhe mit auseinandersetzen.
[SPEAKER 3]
[00:48:05-00:48:16]
Das Pferd beruhigen, mit dem Pferd arbeiten, das Pferd, wie wir sagen, an die Hilfen bekommen, also Übergänge reiten oder was auch immer, bis das Pferd dem Reiter vertraut.
[SPEAKER 1]
[00:48:16-00:48:21]
Wenn es dem Reiter vertraut, dann vertraut er dann auch der Umgebung irgendwann.
[SPEAKER 3]
[00:48:22-00:48:27]
Aber das ist ganz wichtig, das zu erarbeiten und das dann auch zu erklären.
[SPEAKER 1]
[00:48:27-00:48:37]
Und wenn sich dann auch der Zuschauer die Zeit nimmt, das zu verfolgen, dann sagt er, okay, das wird, lernt das und sie müssen das ja auch erst lernen.
[SPEAKER 3]
[00:48:38-00:48:47]
Und manche sind auch wie zappelnde Kinder und ein bisschen hyperaktiv und andere finden das einfach alles sehr lässig und cool.
[SPEAKER 1]
[00:48:48-00:48:58]
So ist da auch jedes Pferd unterschiedlich und da muss man als Reiter und auch Trainer mit umgehen können und das auch in der Kommunikation nach außen bringen.
[SPEAKER 3]
[00:48:59-00:49:06]
Und auch, sagen wir mal, den Reitern auch hier und da den Spiegel vorhalten oder auch den Heimtrainern oder wie auch immer.
[SPEAKER 1]
[00:49:06-00:49:16]
Das erlebe ich schon mal, dass es dann heißt, naja, Spitzensport und so, das geht ja gar nicht, was die machen.
[SPEAKER 3]
[00:49:16-00:49:18]
Guck mal, was du selber machst.
[SPEAKER 2]
[00:49:18-00:49:19]
Am Ende ja auch zu pauschal.
[SPEAKER 3]
[00:49:19-00:49:32]
Ja, ist auch zu pauschal. Schau mal, was machst du selbst oder nicht jeder Freizeitreiter oder Auch vielleicht nicht so talentierte Reiter tut nur Gutes für sein Pferd.
[SPEAKER 1]
[00:49:32-00:49:42]
Aber deshalb darf er trotzdem üben und lernen und auch trotzdem seine Freude haben am Pferd und auch mit dem Pferd.
[SPEAKER 3]
[00:49:42-00:49:44]
Das darf nicht verboten sein.
[SPEAKER 1]
[00:49:44-00:49:47]
Man muss auch lernen dürfen und auch Fehler machen dürfen.
[SPEAKER 3]
[00:49:48-00:49:52]
Aber wichtig ist, dass man eben auch lernt und sich verbessert und immer wieder hinterfragt.
[SPEAKER 2]
[00:49:53-00:50:01]
Will die Bundestrainerin Monika Theodorescu die Reiterin Monika Theodorescu für Olympia nominieren?
[SPEAKER 3]
[00:50:01-00:50:06]
Das ist ja eine witzige Frage. Vielleicht nicht zu jeder Zeit, aber das kommt natürlich auch aufs Wert an.
[SPEAKER 1]
[00:50:06-00:50:09]
Letztendlich kommt es auf die Leistung an, wenn die Leistung stimmt.
[SPEAKER 3]
[00:50:10-00:50:16]
Also ich sagte ja am Anfang, Olympia-Resultat.
[SPEAKER 1]
[00:50:16-00:50:22]
Also als Bundestrainer wirst du an Resultaten gemessen und als Leistungssportler wirst du auch an Resultaten gemessen.
[SPEAKER 3]
[00:50:22-00:50:23]
Ganz klar.
[SPEAKER 2]
[00:50:23-00:50:26]
Am Ende geht es, ist das für dich als Bundestrainerin die harte Währung?
[SPEAKER 1]
[00:50:26-00:50:37]
Naja, ich meine, einer, der vielleicht auch vieles schön macht und vieles richtig macht, aber leider in der Prüfung nicht belastbar ist oder immer wieder...
[SPEAKER 2]
[00:50:38-00:50:41]
Ja, und immer wieder.
[SPEAKER 1]
[00:50:41-00:50:47]
Ich meine, auch der Beste kann mal Achter oder Neunter sein, wenn man weiß, warum.
[SPEAKER 3]
[00:50:47-00:50:53]
Aber am Ende des Tages, dafür haben wir eben auch unsere Sichtungsprüfung oder Sichtungsturniere, da zählt das.
[SPEAKER 1]
[00:50:55-00:51:02]
Natürlich zählt auch mit hinein die Perspektive oder wenn irgendwo mal ein Fehler ist und natürlich auch Vorleistungen.
[SPEAKER 3]
[00:51:02-00:51:06]
Es ist keine Qualifikation, aber eine Sichtung.
[SPEAKER 1]
[00:51:06-00:51:14]
Aber trotzdem zählt natürlich zur Stunde X, müssen wir auch wissen, ob derjenige liefern kann.
[SPEAKER 2]
[00:51:15-00:51:30]
Woran liegt es aus deiner Sicht, dass eine Isabel Wert beispielsweise genau das, was du beschreibst, seit 30 Jahren abrufen kann? Woran liegt das? Was unterscheidet sie als Reiterin von anderen Reitern, dass sie diese Konstanz über diesen unglaublich langen Zeitraum an den Tag legen kann?
[SPEAKER 3]
[00:51:31-00:51:33]
Ja, da kommt einiges zusammen.
[SPEAKER 1]
[00:51:33-00:51:40]
Also einerseits ihre unglaubliche Passion für diesen Sport, fürs Pferd und für diesen Sport.
[SPEAKER 3]
[00:51:40-00:51:43]
Und immer wieder das Beste zeigen zu wollen.
[SPEAKER 1]
[00:51:44-00:51:47]
Das ist sicherlich ein Sieger-Gen.
[SPEAKER 3]
[00:51:48-00:52:02]
Was es gibt, dass sie sich immer wieder sich selber auch zu Bestleistungen pusht und sich selber auch immer wieder neu erfindet und auslotet, was sie alles kann, mit welchem Pferd.
[SPEAKER 1]
[00:52:02-00:52:05]
Und sie reitet immer um den Sieg mit.
[SPEAKER 3]
[00:52:05-00:52:08]
Das ist irgendwo angelegt.
[SPEAKER 1]
[00:52:08-00:52:16]
Und da kann man sich immer darauf verlassen, dass sie immer nicht das zweitbeste Ergebnis will, sondern das erstbeste Ergebnis.
[SPEAKER 3]
[00:52:17-00:52:19]
Das wie Linsey Won.
[SPEAKER 2]
[00:52:19-00:52:23]
Hoffentlich ohne den Sturz.
[SPEAKER 3]
[00:52:23-00:52:26]
Nein, das natürlich nicht. Aber dieser Wille.
[SPEAKER 2]
[00:52:26-00:52:28]
Dieses Siegergehen.
[SPEAKER 3]
[00:52:28-00:52:35]
Aber es ist auch gepaart mit dieser großen Liebe zum Pferd, mit dieser Passion, mit dieser Leidenschaft.
[SPEAKER 1]
[00:52:35-00:52:42]
Das ist nicht nur, sonst könntest du ja auch Autorennen fahren, aber es ist einfach diese Passion für das Pferd.
[SPEAKER 3]
[00:52:43-00:52:44]
Das zusätzlich.
[SPEAKER 2]
[00:52:44-00:53:11]
Am Ende, wenn man jetzt da rauszoomt und jetzt die sportliche Leistung, du sprichst jetzt Linse Yvonne an, beste Skifahrerin aller Zeiten. Da steht ja eigentlich eine Isabel Wert mit der Leistung, die sie im Dressursport geleistet hat in den letzten Jahrzehnten, in einer Linie mit einer Linse Yvonne, mit einer Birgit Fischer, erfolgreichste Ruderin aller Zeiten. Das sind ja diese Ausnahmepersönlichkeiten, die ein Sport dann auch braucht.
[SPEAKER 3]
[00:53:12-00:53:16]
Ja, ich denke, das gibt es vielleicht in jeder Sportart.
[SPEAKER 1]
[00:53:16-00:53:24]
Auch die, sagen wir mal, die Idole, die es auch nicht nur ein-, zweimal hingebracht haben, sondern eben immer wieder.
[SPEAKER 3]
[00:53:24-00:53:30]
Und ich meine, wir haben natürlich auch das Glück, dass du lange reiten kannst, lange rudern kannst.
[SPEAKER 2]
[00:53:30-00:53:31]
Bietet der Sport natürlich, oder?
[SPEAKER 1]
[00:53:33-00:53:58]
Aber auch die Tennis-Idole, Roger Federer oder Rafa Nadal, der aufs Land, ich weiß nicht wie oft, Roland Garros gewonnen hat. Immer noch die Extrameile gehen oder noch ein bisschen und noch mal probieren. Ich kann es noch mal und ich kriege es noch mal oder ich kriege es noch mal ein bisschen besser.
[SPEAKER 3]
[00:53:58-00:54:01]
Da ist kein Weg zu lang oder zu weit.
[SPEAKER 1]
[00:54:02-00:54:09]
Aber bei Isabel ist es eben auch wirklich ganz klar diese Liebe und diese große Passion zum Pferd.
[SPEAKER 2]
[00:54:09-00:54:10]
Interessierst du dich für andere Sportarten?
[SPEAKER 3]
[00:54:11-00:54:12]
Ja, schon.
[SPEAKER 2]
[00:54:12-00:54:13]
Was guckst du da so?
[SPEAKER 3]
[00:54:13-00:54:19]
Ja gut, jetzt ist gerade Olympia natürlich irgendwie spannend. Winterspiele? Winterspiele, überhaupt olympische Spiele.
[SPEAKER 1]
[00:54:19-00:54:24]
Also große Ereignisse verfolge ich eigentlich schon immer gerne.
[SPEAKER 3]
[00:54:24-00:54:27]
Wirklich große Ereignisse, dann gucke ich auch mal Fußball.
[SPEAKER 1]
[00:54:28-00:54:32]
Und zuletzt auch Handball war auch große Klasse.
[SPEAKER 2]
[00:54:33-00:54:35]
Siebzehn, Europameister.
[SPEAKER 3]
[00:54:35-00:54:36]
Ja, ganz große Klasse.
[SPEAKER 1]
[00:54:36-00:54:39]
Also das ist natürlich was, wo ich, da habe ich riesen Spaß dran.
[SPEAKER 3]
[00:54:39-00:54:45]
Also auch, weil ich natürlich irgendwie auch weiß, wie diese Großereignisse funktionieren, was da alles so ist.
[SPEAKER 1]
[00:54:46-00:54:58]
Was passiert, passieren kann, wie auch die Vorbereitung und der Fokus und die Konzentration, die Belastung, das Umfeld, das ganze Programm, das kenne ich natürlich auch alles.
[SPEAKER 2]
[00:54:58-00:55:01]
Tauschst du dich mit anderen Bundestrainer und anderen Sportarten aus?
[SPEAKER 1]
[00:55:01-00:55:15]
Ja gut, wir haben ja selten mal, dass wir zusammenkommen, das ist eigentlich dann nur bei Olympia, wenn man sich dann mal im deutschen Haus trifft und so, sonst natürlich eher selten, aber da ist das schon irgendwie auch ganz witzig.
[SPEAKER 2]
[00:55:15-00:55:23]
Kann man sich ja von dem einen oder anderen was abschauen, also wenn du jetzt Europameisterschaft Handball schaust… Kannst du dir als Bundestrainerin irgendeine Anleihe nehmen davon?
[SPEAKER 1]
[00:55:23-00:55:31]
Ja, auch hin und wieder ist das mal so eine Unterhaltung auch interessant, wie sie einfach auch Probleme lösen.
[SPEAKER 3]
[00:55:32-00:55:40]
Das sind jetzt sicherlich nicht unbedingt die Probleme, die jetzt fachspezifisch in dem Wettkampf oder in der Sportart sind.
[SPEAKER 1]
[00:55:40-00:55:44]
Also davon habe ich keine Ahnung, genauso wie die keine Ahnung von unserem Sport haben.
[SPEAKER 3]
[00:55:44-00:55:55]
Aber was jetzt das Psychologische betrifft, da kann man sich gut was abschauen oder auch was sich austauschen.
[SPEAKER 1]
[00:55:55-00:55:60]
Es ist ja nun mal sehr viel Psychologie im Sport oder im Leistungssport.
[SPEAKER 3]
[00:55:60-00:56:07]
Und das ist auch wirklich hochinteressant, wie Menschen funktionieren, auch unter Druck.
[SPEAKER 1]
[00:56:08-00:56:15]
Oder in gewissen Situationen und was sie brauchen, was sie nicht brauchen, mit wem du wie umgehst und so weiter.
[SPEAKER 3]
[00:56:15-00:56:19]
Und das ist schon hier und da wirklich interessant.
[SPEAKER 1]
[00:56:19-00:56:30]
Und in Mannschaftssportarten, gerade wenn die so mit jungen Leuten in der Summe zwölf Mann oder 20 Mann aufeinander kommen, das ist sicherlich ein ziemlicher Hühnerhaufen.
[SPEAKER 3]
[00:56:30-00:56:31]
Das muss gemanagt werden.
[SPEAKER 1]
[00:56:31-00:56:31]
Ja, genau.
[SPEAKER 2]
[00:56:33-00:56:44]
Wir haben hier im Podcast immer die vier klassischen WeHouse-Fragen. Die kommen jetzt auch für dich. Und Frage Nummer eins ist, hast du ein Motto, nach dem du lebst?
[SPEAKER 3]
[00:56:44-00:56:46]
Ja, grundsätzlich ja.
[SPEAKER 1]
[00:56:46-00:56:54]
Also ich bin positiv. Also bei mir ist das Glas immer halb voll und nie halb leer oder die Flasche, wie auch immer man das sehen will.
[SPEAKER 2]
[00:56:54-00:57:00]
Wenn es eine Person im Hinblick auf die Pferde gibt, die dich besonders geprägt hat, wer ist das?
[SPEAKER 1]
[00:57:01-00:57:02]
Das sind zwei, das sind meine Eltern.
[SPEAKER 3]
[00:57:04-00:57:07]
Ja, gibt es eigentlich nichts hinzuzufügen.
[SPEAKER 1]
[00:57:07-00:57:15]
Also eigentlich vom Hufe auskratzen bis zur Olympiamedaille.
[SPEAKER 2]
[00:57:15-00:57:16]
Die ganze Strecke?
[SPEAKER 1]
[00:57:16-00:57:18]
Ja, ja.
[SPEAKER 2]
[00:57:18-00:57:25]
Wenn du eine Sache Reitern bzw. Pferdemenschen auf den Weg geben könntest im Umgang mit ihren Pferden, was wäre es?
[SPEAKER 1]
[00:57:25-00:57:29]
Nehmt euch Zeit.
[SPEAKER 2]
[00:57:29-00:57:32]
Und dann vervollständige diesen Satz, Pferde sind für mich wichtig.
[SPEAKER 3]
[00:57:34-00:57:34]
Mein Leben.
[SPEAKER 1]
[00:57:35-00:57:36]
Punkt.
[SPEAKER 2]
[00:57:36-00:57:52]
Punkt. Vielen Dank für deine Zeit. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und wünsche dir ein glückliches Händchen für Aachen. Die kommenden Aufgaben, das ist sicherlich das absolute Highlight dieses Jahr. Aber es ist ja die Mitte des olympischen Zyklus. Der Blick geht auf 2028.
[SPEAKER 3]
[00:57:54-00:57:55]
Ja, hundertprozentig.
[SPEAKER 1]
[00:57:56-00:57:57]
Ich danke dir.
[SPEAKER 2]
[00:57:57-00:58:28]
Es war sehr nett. Weiterhin viel Fortun. Ciao. Wir freuen uns über jegliches Feedback. Lasst es uns gerne da, zum Beispiel auf Spotify in den Kommentaren. Schickt uns eine Instagram DM oder irgendwo sonst, wo ihr uns findet. Euer Feedback ist uns wichtig und wird wirklich immer gelesen und wir versuchen dauerhaft diesen Podcast für euch zu verbessern. Bis zum nächsten Mal hier beim Wios Podcast.



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