Die Dressurklassen – Was wird in welcher Klasse gefordert?

Pferd und Reiter müssen für die höheren Dressurklassen gut ausgebildet sein

Die Dressur ist im Reitsport schon sehr lange fest verankert. Historisch gesehen, wurde das Pferd lange Zeit als Nutztier eingesetzt, um Transportmittel zu transportieren. Durch den Einsatz im Militär veränderten sich die Anforderungen an das Pferd, sodass es gehorsam, aufmerksam und sensibel sein sollte. Es sollte außerdem einen Reiter tragen und unterstützen, weshalb es von da an einer Ausbildung mit viel Know-How und Geduld verlangte. Dressurreiten hat das fundamentale Ziel, das Pferd mit Hilfe von verschiedenen Übungen zu gymnastizieren, die Gesunderhaltung des Pferdes zu gewährleisten, sowie die Grundgangarten des Pferdes zu verbessern. Des Weiteren zielt die Dressur darauf ab, eine Harmonie zwischen Reiter und Pferd herzustellen, sowie die natürliche Bewegung des Pferdes zu fördern. In unserer wehorse Kategorie Dressurreiten haben wir dir tolle Kurse von Top Trainern zusammengestellt. Wie auch dir der Start in die Dressur gelingt und worauf du bei den unterschiedlichen Klassen der Dressur achten musst? Das verraten wir dir in unserem Blogpost.

Welche Dressurklassen gibt es?

Wenn du schon einmal ein Turnier geritten hast, oder in Zukunft ein Turnier reiten möchtest, dann wirst du früher oder später über die Begriffe der Dressurklassen stolpern. Falls du dir unsicher bist, welche Prüfung du nennen sollst und was der Unterschied zwischen A* und A** ist, haben wir eine gute Übersicht für dich erstellt: Starten wir von klein an. Um besonders jungen Reitern ein Gefühl für den Ablauf eines Turniers zu ermöglichen, gibt es Führzügelklassen und Reiterwettbewerbe. Diese Prüfungen werden als keine eigenständige Klasse definiert und stehen für sich alleine. Anschließend kommt die E-Dressur. Das E steht für Einsteiger und ebnet die Eingangsstufe für den Weg in das Dressurreiten. Darauf aufbauend gibt es Dressurklassen für Anfänger, auch A- Dressur genannt. Es folgen L-Dressuren und das L soll für leicht stehen. Leicht sind die L Dressuren aber wahrlich nicht. Was als gute Merkhilfe funktioniert, sieht in der Praxis schon anspruchsvoll aus. Die darauffolgenden M-Dressuren werden vom Schwierigkeitsgrad her als “Mittel” deklariert, allerdings muss dein Pferd schon sehr gut ausgebildet sein, um eine Dressur Klasse M laufen zu können. Zu guter Letzt kommt die schwerste Dressur Klasse, wie der Name es schon verrät, die S-Dressur. Sie wird international auch als Grand-Prix geritten mit den zusätzlichen Lektionen Piaffe und Passage.

Die schwerste Dressurklasse ist die S-Dressur

Die Dressurklassen Variationen

Innerhalb einer Klasse gibt es Abgrenzungen mit Sternchen. So werden dir früher oder später die Bezeichnungen A* oder A** über den Weg laufen. Die * sollen dabei helfen, Prüfungen inhaltlich mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden zu kennzeichnen. So wird in einer A* Dressur beispielsweise die Lektion Tritte verlängern, anstatt Mitteltrab verlangt. Damit soll der Übergang zur nächsten Klasse vereinfacht werden und den Reitern eine Orientierung gegeben werden. Falls es bei einigen Lektionen noch nicht so gut klappt, dann kann der Reiter sich zunächst in einer Prüfung mit einem Stern weniger ausprobieren.

Die Dressur Klasse E: Für Einsteiger

Einsteiger in die Dressur ist jeder einmal. Deshalb ist es von Vorteil zu wissen, was in einer E-Dressur Klasse alles abgefragt wird. Jeder Einsteiger sollte zeigen können, dass er die Grundlagen der Dressur für Pferd und Reiter beherrscht. Du reitest in einer E-Dressur verschiedene Hufschlagfiguren wie Zirkel, durch die halbe Bahn wechseln oder eine Schlangenlinie. Außerdem werden in einer E-Dressur alle Gangarten abgefragt, sodass du den Schritt, den Trab und den Galopp zeigen musst. Damit die Richter benoten können, wie gut du mit deinem Pferd kommunizieren kannst, wird eine E-Dressur hauptsächlich in einer Abteilung geritten. Dies stellt eine weitere Herausforderung dar, weil der Reiter nicht mehr nur für sich selber verantwortlich ist, sondern auch für ein harmonisches Abteilungsreiten. Benotet wird dein Ritt in einer E-Dressur nach der Rittigkeit deines Pferdes, deinem Sitz und dem Gesamteindruck. Falls du dich noch mehr auf deinen Start in der E-Dressur vorbereiten möchtest, dann haben wir hier genau den passenden Blogpost für dich. In einer E-Dressur wird ergänzend zum Leichttraben auch das Aussitzen abgefragt. Falls du dich damit manchmal schwer tust, dann findest du in diesem wehorse Kurs die passende Hilfestellung.

Die Dressur Klasse A: Mehr als nur Anfänger

Eine A-Dressur richtet sich an Dressur Anfänger und baut auf den Anforderungen einer E-Dressur auf. Zusätzlich zu diesen werden Lektionen wie Volten, Rückwärtsrichten, Zügel aus der Hand kauen lassen, Überstreichen oder Viereck verkleinern/vergrößern abgefragt. Dazu kommt, dass nicht mehr nur Grundgangarten gefordert werden. Du solltest in der Lage sein, mit deinem Pferd den Mitteltrab und den Mittelgalopp zu zeigen. Für eine gute Bewertung in einer A-Dressur sollten sowohl du als auch dein Pferd eine solide Grundausbildung haben. Zu einer Grundausbildung zählt zum Beispiel die richtige Einwirkung mit deinen Hilfen. In diesem wehorse Kurs kannst du dir einen Überblick verschaffen, ob du richtig einwirkst. A-Dressuren können ebenfalls in einer Abteilung geritten werden, sodass du mit dem Abteilungsreiten vertraut sein solltest. Es wird außerdem darauf geachtet, dass die Lektionen in fester Reihenfolge und am Punkt gezeigt werden. Deine Hilfengebung sollte für eine gute Benotung also sehr präzise und harmonisch sein.

Die Dressur Klasse L: Nicht so leicht, wie der Name vermuten lässt

In einer L-Dressur kommen zu den Verstärkungen wie Mitteltrab und Mittelgalopp noch die Versammlungen dazu. Als Reiter solltest du in der Lage sein, dein Pferd richtig zu versammeln, damit es unter den Schwerpunkt tritt. Die versammelten Lektionen, wie versammelter Trab und versammelter Galopp werden in einer L-Dressur Aufgabe explizit erwähnt, sodass Reiter und Pferd den Übergang zwischen Arbeitstrab und versammelten Trab deutlich zeigen sollen. Des Weiteren kommen in einer L-Dressur 8m Volten im Trab oder Kurzkehrt dazu. Bei diesen Lektionen soll gezeigt werden, dass dein Pferd korrekt an den Hilfen steht und es sich richtig stellen und biegen lässt. Ein Kurzkehrt nennt sich auch Hinterhandswendung im Schritt, wobei das Pferd ,,um den inneren Schenkel“ tritt und mit den Hinterbeinen einen kleinen Kreis mit tritt. Der Außengalopp wird ebenfalls in einer Dressur der Klasse L abgefragt. Typischerweise werden Hufschlagfiguren benutzt, die einen Handwechsel implizieren. Durch die halbe Bahn wechseln, aus der Ecke kehrt oder aus dem Zirkel wechseln, werden normalerweise verwendet um eine Hand zu wechseln. Für den Außengalopp musst du im Handgalopp bleiben und mit der passenden Versammlung dein Pferd dort halten. Mit dem einfachen Wechsel vom Galopp in den Schritt wird in den Handgalopp gewechselt. Falls du dir mit den neuen Lektionen in einer L-Dressur unsicher bist, dann schau doch mal bei diesem Kurs vorbei. Dort lernst du Schritt für Schritt von Olympiasiegerin Ingrid Klimke, wie du den Sprung von einer A-Dressur zu einer L-Dressur sicher meistern wirst. L-Dressuren können sowohl auf Trense, als auch auf Kandare geritten werden.

Die Dressur Klasse M: Mittlere Anforderungen für Profis

Von einem mittleren Schwierigkeitsgrad kann bei einer M-Dressur nicht gesprochen werden. Wohingegen die vorherigen Dressurklassen auf einem 20x40 Viereck geritten werden, können Dressuren der Klasse M auch auf einem 20x60 Viereck geritten werden. Zusätzlich werden M-Dressuren ausschließlich mit der Kandarenzäumung geritten. Um die entsprechende Hilfengebung des Reiters in der Stellung und Biegung noch mehr zu überprüfen, kommen in einer M-Dressur vermehrt Seitengänge dazu. Du solltest in der Lage sein, gemeinsam mit deinem Pferd Schulterherein und Traversale richtig zu zeigen. Traversalen werden außerdem gerne in verschiedenen Variationen abgefragt, beispielsweise als halbe oder doppelte Traversale. Wenn du Probleme hast, eine Traversale richtig zu reiten oder gerade erst mit der Lektion beginnst, schau mal in diesen Kurs. Dort kannst du dir genau abschauen, wie eine Traversale geübt und geritten wird. Zusätzlich zu den Seitengängen werden in einer M-Dressur auch Verstärkungen abgefragt. Zum Arbeitstrab und Mitteltrab aus der A und L Dressur kommt der starke Trab. Wichtig ist es dementsprechend an Tempowechseln, Versammlung und Verstärkung zu arbeiten. Die Richter bewerten unter anderem, ob die Unterschiede deutlich gezeigt wurden. Vorbereitend auf die nächste Dressurklasse, werden in einer M-Dressur bereits Fliegende Wechsel abgefragt. Wo vorher einfache Wechsel abgefragt wurden, stellen Fliegende Wechsel für viele Reiter eine Herausforderung dar. Die erfolgreiche Grand-Prix Reiterin und Buchautorin Dr. Britta Schöffmann kann dir in ihrem Kurs "Galoppwechsel einfach & fliegend" die Verzweiflung nehmen, indem sie dir Schritt für Schritt erklärt, wie Galoppwechsel zu üben sind.

Die Dressur Klasse S: Die höchste Klasse

Die schwerste aller Dressurklassen ist die S-Dressur. International wird unter St.Georg, Grand Prix und Grand Prix Spezial unterschieden. Die M-Dressur bereitet bereits auf die schwierigen Dressurlektionen vor, welche in dieser Klasse abgefragt werden. Es werden nicht mehr nur einzelne Traversalen verlangt, sondern sogenannte Zickzack Traversalen. Dabei wechseln Pferd und Reiter in der Mitte die Richtung traversieren zur anderen Seite. Der Schwierigkeitsgrad wird angehoben, da du dein Pferd in einer schnellen Reaktion umstellen musst und Stellung und Biegung zu beiden Seiten schnell abrufbar sein müssen. Aus einem fliegenden Wechsel aus der M-Dressur werden Serienwechsel in der S-Dressur. Serienwechsel bedeuten, dass du innerhalb einer Hufschlagfigur, beispielsweise durch die ganze Bahn wechseln, mehrere fliegende Wechsel zeigen sollst und daraus eine Serie entsteht. In einer S-Dressur werden außerdem die Lektionen Passage und Piaffe abgefragt. Diese können nur aus der richtigen Versammlung entstehen und durch Harmonie zwischen Reiter und Pferd gezeigt werden. Bei einer Piaffe soll das Pferd aus dem Trab auf der Stelle unter den Schwerpunkt treten und mit den Hinterbeinen Last aufnehmen. Die beiden Lektionen erfordern sehr viel Übung und Training. Wie auch du deinem Pferd eine Piaffe beibringen kannst, zeigen dir unsere Trainer in diesem Kurs

Ausbilderin Anja Beran zeigt dir anhand dieses Kurses die feine Dressur und die Schulung in höheren Lektionen. Falls dein Pferd dazu neigt, schief zu sein, dann hat sie die passenden Ratschläge für dich parat.

Uta Gräf reitet in der Dressur Klasse Grand Prix

Worauf musst du vor deinem Start in einer Dressurklasse achten?

In einer Dressurprüfung wird immer auf das Gesamtbild geachtet. Bei den Einsteigerprüfungen bis hin zur schweren Klasse spielt die Harmonie zwischen Reiter und Pferd eine große Rolle. Ziel der Dressur ist es, das Pferd zu gymnastizieren und die Grundgangarten zu verbessern. Deshalb ist dein Sitz, deine Einwirkung und deine Hilfengebung sehr wichtig für das Dressurreiten. Damit du für einen Start in einer Dressurprüfung ausreichend qualifiziert bist, musst du im Vorfeld bestimmte Abzeichenprüfungen ablegen. Damit wird sichergestellt, dass du den Anforderungen der Dressurklassen gerecht wirst. Gerade im Einsteigerbereich und Anfängerbereich neigen Reiter dazu, sich zu überschätzen. Damit dies vermieden wird, muss der Reiter vor Antritt einer Turnierprüfung das kleine bzw. das große Abzeichen ablegen. Bei diesen werden theoretisches Grundwissen in der Pferdeausbildung und im Umgang mit Pferden abgefragt, sowie praktische Dressur- und Springprüfungen der entsprechenden Klasse. Steht deinem Turnierstart nichts mehr im Weg, dann solltest du unbedingt darauf achten, dass dein Pferd und du entsprechend korrekt gekleidet seid. Zusätzlich zu der Grundausrüstung Trense, Sattel, Stiefel und Helm, solltest du eine weiße Reithose, weiße Handschuhe sowie ein passendes Reitjacket tragen. Um dich auf die Anforderungen deiner Prüfung ideal vorzubereiten, haben wir eine gute Übersicht in diesem Kurs für dich. Dort werden dir hilfreiche Informationen zu den Grundlektionen wie das Einreiten gegeben, die du in deiner nächsten Prüfung gut umsetzen kannst.

Exkurs zu Spring- und Vielseitigkeitsklassen:

Im Springen und in der Vielseitigkeit ist die Einteilung in Klassen ähnlich wie in der Dressur. Es wird ebenfalls mit einer Einsteigklasse “Springreiter” beziehungsweise “Geländereiter” gestartet. Aufbauend darauf kommt das E-Springen/Gelände und das A-Springen/ Gelände. Weiter geht es mit dem L-Springen / Gelände, sowie M-Springen/Gelände. Im Springen kommt anschließend das S-Springen, allerdings gibt es in der Vielseitigkeit einen entscheidenden Unterschied. Nach einer M-Vielseitigkeit kommt der Sprung in eine Internationale Prüfung, die sich CCI-S oder CCI-L nennt. Das S steht dabei für short und das L für long und bezieht sich auf die Länge der Geländestrecke. Auch beim Springen und in der Vielseitigkeit wird mithilfe von * der Schwierigkeitsgrad innerhalb einer Klasse angegeben. Somit ist ein S**** Springen die schwerste Springprüfung und eine CCI**** die schwerste Vielseitigkeitsprüfung.

Ab einer gewissen Dressurklasse muss das Outfit von Reiter und Pferd stimmen