Dressurreiten:
Harmonie zwischen Pferd und Reiter

Dressur bzw. Dressurreiten ist jedem, der schon mal in Kontakt mit dem Reiten gekommen ist, ein Begriff. Beim Dressurreiten geht es darum, das Pferd mithilfe von verschiedenen Übungen zu gymnastizieren und seine Haltung beim Reiten zu verbessern. Doch warum ist Dressurreiten eine reitweisen-übergreifende Grundlage in der Pferdeausbildung? Wie geht man bei der Ausbildung vor? Wie reitet man die Lektionen richtig? Kann ich durch das Dressurreiten die Gänge meines Pferdes verbessern? Gibt es nur das eine Dressurreiten und was heißt eigentlich klassische Dressur? Dieser Beitrag gibt dir einen Überblick über das theoretische Grundwissen und in unseren Lernvideos kannst du dich detailreich in den verschiedensten Bereichen weiterbilden. Zum Beispiel kannst du deinen Blick dafür schulen, wie ein Pferd korrekt über den Rücken geritten wird.

Dressurreiten ist die Basis für die gesamte Reiterei

Das Pferd war sehr lange nur ein Nutztier für den Menschen. Es wurde bereits vor 5000 Jahren im Krieg als Transportmittel oder Waffe eingesetzt und diente zudem als Nahrungsquelle. Im Militär hatte man hohe Ansprüche an das Pferd: es sollte nicht nur einen Reiter tragen, es sollte mit ihm Kämpfen. Dafür musste das Pferd musste wendig und gehorsam sein und vor allem perfekt an den Hilfen stehen – auch in extremen Situationen. Die Ausbildung solcher Pferde war sowohl langwierig als auch teuer. Darum beschäftigte man sich damit, wie man solche Pferde am besten und effizientesten ausbilden kann und die langfristige Gesunderhaltung war besonders wichtig. So entwickelte sich das Dressurreiten. Die Lektionen sind nach den Grundsätzen der klassischen Dressur ein Mittel, wodurch man die Ziele des Dressurreiten erreichen kann. Sie sind FÜR das Pferd da, für seine Gymnastizierung, seine Ausbildung und seine Gesunderhaltung.

Wie dieser Weg zu bestreiten ist, haben die alten Meister der Dressur in diversen Schriften ausformuliert. Es gibt hier nicht das eine Standardwerk. Das erklärt auch, warum es verschiedene Wege in der klassischen Dressurreiterei gibt. Heute wird die klassische Reiterei von verschiedenen namenhaften Ausbildern verbreitet und um neue, dem Wohle des Pferdes dienliche Erkenntnisse, ergänzt. Das Fundament bleibt jedoch unverändert.

Die beliebtesten wehorse Lernvideos zum Thema Dressurreiten

Just Paul Folge 14: Galopparbeit

Grundausbildung des jungen Pferdes: Durchlässigkeit fördern

Schwung entwickeln und verbessern

Dressur im Detail Teil 3: Durchlässigkeit & ganze Paraden verbessern

Dressurreiten in Klasse A und L Teil 1: Die Grundgangarten

Uta Gräf & Lenny Teil 2: Anlehnung & Zug zur Hand verbessern

Die Ausbildungsskala - Takt Folge 2: Über ruhigen und verbesserten Takt zu mehr Ausdruck

Cavaletti-Übungen im Trab: Takt, Raumgriff, Aktivität & Kadenz verbessern

Blickschulung - pferdegerechte Ausbildung erkennen

Mit Schwung an die Sache – mehr Ausdruck ist der Lohn!

Grundlage: Die Skala der Ausbildung

Jeder Reiter sollte sein Pferd dressurmäßig grundlegend ausbilden, um eine ausreichende Gymnastizierung des Pferdes zu erreichen. Dafür muss er die dressurmäßigen Grundübungen kennen, die Zusammenhänge verstehen und sich regelmäßig hinterfragen und weiterbilden. Die Skala der Ausbildung bezeichnet eine Zusammenstellung der Grundeigenschaften des gerittenen Pferdes. Sie besteht aus: Takt, Losgelassenheit, Anlehnung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung. Das übergeordnete Ziel ist die Steigerung der Durchlässigkeit. Jedes Pferd kann die Skala der Ausbildung erklimmen. Es kann alle verschiedenen Dressurlektionen im Rahmen seiner natürlich gegebenen Möglichkeiten erlernen.

Die Skala der Ausbildung: Sechs Punkte

  • Takt: Gleichmaß aller Schritte, Tritte und Sprünge
  • Losgelassenheit: Lockeres An- und Entspannen der Muskulatur, bei innerer Gelassenheit
  • Anlehnung: Stete, weich federnde Verbindung zwischen Reiterhand und Pferdemaul
  • Schwung: Übertragung des energischen Impulses aus der Hinterhand über den schwingenden Rücken auf die Gesamt-Vorwärts-Bewegung
  • Geraderichtung: Gleichmäßiges Gymnastizieren beider Körperhälften zum Ausgleichen der natürlichen Schiefe
  • Versammlung: Leichtfüßiges Ausbalancieren auf kleinerer Grundfläche mit energisch herangeschlossenen Hinterbeinen in selbst getragener Haltung

Jedes Reitpferd durchläuft die Skala der Ausbildung in drei Phasen: die Gewöhnungsphase, die Entwicklung der Schubkraft und die Entwicklung der Tragkraft. Diese Phasen sind nicht strikt nacheinander abzuarbeiten, sondern überschneiden sich. Die Ausbildungsskala sollte nicht als fest abgegrenzte, chronologische Folge verstanden werden, sondern als Ganzes. Die einzelnen Punkte sind vielmehr ineinander übergreifend und voneinander abhängig.

Die wehorse-Trainer für das Dressurreiten

Anja Beran

Alizée Froment

Jessica von Bredow-Werndl

Uta Gräf

FN - Deutsche Reiterliche Vereinigung

Andreas Hausberger

Karin Hess-Müller

Richard Hinrichs

Philippe Karl

Ingrid Klimke

Dr. Reiner Klimke

Klaus Krzisch

Warwick McLean

Olaf Müller

Martin Plewa

Michael Putz

Kathrin Roida

Stefan Schneider

Fritz Stahlecker

Paul Stecken

Pedro Torres

Sibylle Wiemer

Rudolf Zeilinger

Kurd Albrecht von Ziegner

Dressurreiten: Richtig reiten reicht

Um das Pferd bestmöglich gymnastizieren zu können, solltest du nicht nur die Ausbildungskala vor Augen haben und wissen, was die verschiedenen Lektionen bezwecken. Der korrekte Sitz und eine klare sowie logische Hilfengebung sind unverzichtbar für das Dressurreiten. Deshalb solltest du deinen Sitz immer wieder analysieren und mit Übungen gezielt an den eigenen Schwächen arbeiten. So kannst du dein Dressurreiten langfristig verbessern. Dabei helfen kann dir zum Beispiel die Physiotherapeutin Marlies Fischer-Zillinger mit ihrer Videoreihe „Die Körpersprache des Reiters“. In fünf Teilen gibt sie dir einen wichtigen Überblick über die zentralen Elemente des Reitersitzes und zeigt dir, wie du deinen Sitz verbessern kannst.

Grundgangarten verbessern

Durch das Dressurreiten kann man die Grundgangarten des Pferdes verbessern. Der Trab ist dabei die Gangart, die man durch gutes Dressurreiten am meisten verbessern kann. Doch wie funktioniert das? Weit und gut ausgebildeten Pferden sieht man gerne bei ihrem erhabenen, raumgreifenden und aufgerichteten Trab zu. Viele Reiter hätten gerne diesen Trab, wissen aber nicht, wie sie dorthin kommen. Wie bei fast allem sind auch hier die Grundlagen entscheidend. Wird die Dehnungshaltung im Trab schon nicht korrekt geritten oder macht sich das Pferd im Rücken fest, braucht man gar nicht erst versuchen, einen schönen, kraftvollen und gesunden versammelten Trab zu reiten. Ein guter Trab kommt nicht vom reinen Trabreiten. Runde um Runde auf dem Zirkel oder in der ganzen Bahn werden deinen Trab nicht verbessern – Abwechslung ist gefragt! Wie verbessert man den Trab? Indem man die Rücken- und Hinterhandmuskeln des Pferdes trainiert, indem man die Durchlässigkeit fördert und auf mehr Versammlung hinarbeitet. Abwechlungsreiches Dressurreiten hilf dir dabei. Die Olympiasiegerin und wehorse-Trainerin Ingrid Klimke hat drei Tipps für einen besseren Trab für dich parat.  

Lektionen reiten

Beim Dressurreiten haben Lektionen eine wichtige Rolle in der Ausbildung und Gymnastizierung des Pferdes. Sie bauen bezogen auf den Schwierigkeitsgrad aufeinander auf und helfen dem Pferd in der Dressurausbildung dabei, sich immer besser auszubalancieren und sein Gleichgewicht zu finden. Denn die natürliche Schiefe des Pferdes sowie das Gewicht und Eingreifen des Reiters führen dazu, dass das Pferd in seinem natürlichen Gleichgewicht gestört wird. Dies wird deutlich, wenn Pferde zum Beispiel auf einer Hand zum ‚Rennen’ tendieren oder sich schwertun, mit der Hinterhand gleichmäßig unter den Schwerpunkt zu treten. Einen Überblick und den Nutzen verschiedener Lektionen erklären dir die Dressurausbilder Olaf Müller und Falk Stankus in ihrer Videoreihe über Dressurlektionen

Dressurturniere reiten

Wie in anderen olympischen Reitsport-Disziplinen gibt es im Dressurreiten Prüfungen ab E-Niveau bis zu der schwersten Klasse S. Hierbei werden Lektionen in einer festgelegten Reihenfolge geritten und die Ausführung wird in Prozent bzw. Wertnoten von 0 bis 10 bewertet. Aber Dressurreiten ist mehr als das Absolvieren und Präsentieren von Lektionen und Figuren. Das höchste Ziel ist, dass Pferd und Reiter scheinbar zu einem Lebewesen verschmelzen und sich wie ein eingespieltes Tanzpaar über das Viereck bewegen. Wie du mit deinem Pferd zu mehr Leichtigkeit in allen Leistungsklassen im Dressurreiten kommst, zeigen dir unsere wehorse-Trainerinnen Jessica von Bredow-Werndl und Uta Gräf, die selbst erfolgreich auf Grand-Prix-Niveau reiten.