Longieren

pferd beim longieren

Was ist Longieren?

Longieren bezeichnet das Bewegen, aber vor allem auch das Trainieren und Gymnastizieren von Pferden an einer ca. acht Meter langen Leine (Longe). Das Pferd bewegt sich dabei um den sogenannten Longenführer herum auf einem Zirkel.

Warum sollte man Pferde longieren?

Für das Longieren von Pferden gibt es viele Gründe. In erster Linie werden Pferde allerdings aus folgenden Gründen longiert:
  • Gewöhnung an Sattel bzw. Geschirr bei jungen Pferden
  • Unterstützung der Ausbildung des Pferdes
  • Unterstützung der Ausbildung des Reiters in Form von Sitzschulungen
  • Korrektur von Problempferden
  • Bewegung von Pferden

Welche Ausrüstung braucht man zum Longieren?

Die Ausrüstung, die man für das Longieren benötigt unterteilt sich in Ausrüstung für den Longenführer und Ausrüstung für das Pferd. Die Ausrüstung des Longenführers lässt sich recht leicht aufzählen:
  • Longe
  • Longierpeitsche
  • Handschuhe
Die Ausrüstung des Pferdes lässt sich nicht so klar einschränken, da sie vom Ziel des Longierens abhängt. Allgemein benötigt das Pferd aber folgende Ausrüstung:
  • Longiergurt / Sattel und Laufgurt
  • Trense / Kappzaum
  • Gamaschen / Bangagen
  • evtl. Hilfszügel
WICHTIG: Egal welche Ausrüstung man für das Pferd und sich selbst nutzt, sie muss vor dem Longieren immer auf Mängel überprüft werden. Defekte Ausrüstung ist immer ein hohes Sicherheitsrisiko und birgt großes Verletzungspotential für Pferd und Mensch.

Ausrüstung für den Longenführer

Neben der Longe und der Longierpeitsche, die für das Longieren natürlich unerlässlich sind, gibt es auch Ausrüstungsgegenstände, die aus Sicherheitsgründen zu empfehlen sind. Der Longenführer sollte immer festes Schuhwerk und Handschuhe tragen. Passiert etwas Unvorhergesehenes sind ein sicherer Stand und geschützte Hände gerade beim wiederherstellen der Kontrolle von großer Bedeutung.

Wichtig: Trägt der Longenführer Reitstiefel, müssen die Sporen unbedingt entfernt werden, da das Hängenbleiben mit den Sporen und damit ein Stolpern ein großes Risiko darstellt.

Longe

Die Longe sollte eine Länge zwischen sieben und acht Meter haben und aus einem rutschfesten und griffigen Material bestehen. Wichtig ist auch, dass die Longe gut in der Hand des Longenführers liegt. An einem Ende der Longe befindet sich ein Haken oder Karabiner, auf der anderen Seite sollte eine Handschlaufe sein. Die Handschlaufe verhindert, dass die Longe dem Longenführer versehentlich aus der Hand gleitet.

Wichtig: Viele Longen haben einen Wirbel zwischen dem Haken und der Longe selbst, der dafür sorgen soll, dass die Longe sich selbstständig entdrehen kann. Leider sorgt der Wirbel allerdings auch dafür, dass sich die Longe verdreht. Aus diesem Grund sollte keine Longe mit Wirbel genutzt werden.

Longierpeitsche

Longierpeitschen bestehen aus dem Stock und dem Schlag. Der Stock der Peitsche sollte aus einem leichten und biegsamen, aber auch stabilen Material bestehen. Am oberen Ende des Stocks ist der Schlag befestigt. Die Gesamtlänge von Stock und Schlag sollte so lang sein, dass der Longenführer mit gestrecktem Arm das Pferd mit dem Peitschenschlag berührer kann. Bei einer Longenlänge von acht Metern sollte die Peitsche also ungefähr sieben Meter lang sein.

Wichtig: Sollte der Peitschenschlag sich verknoten, sollten diese Knoten sofort entfernt werden, da sie die Einwirkung der Peitsche stören und sich nach einiger Zeit so festziehen, dass sie quasi nicht mehr zu entfernen sind.

Ausrüstung für das Pferd

Grundsätzlich richtet sich die Ausrüstung des Pferdes nach dem Ziel des Longierens.

Longiergurt

Für Viele gehört der Longiergurt zum Longieren wie die Longe selbst. Der Longiergurt ist ein aus Leder oder Leinen bestehender Gurt, der direkt auf dem Pferderücken aufliegt. Aus diesem Grund sollte er zwar gut gepolstert sein, aber nicht auf dem Widerrist des Pferdes aufliegen. An den Seiten des Longiergurtes befinden sich im Abstand von fünf bis zehn Zentimetern mindestens vier Ringe, an denen Ausbinde- und Hilfszügel befestigt werden können. Die verschiedenen Ringe ermöglichen es dem Longenführer, die Hilfszügel je nach Ziel des Longierens entsprechend zu verschnallen, um so das bestmögliche Training des Pferdes gewährleisten zu können.

Sattel & Laufgurt

Pferde können nicht nur mit einem Longiergurt, sonder auch mit einem Sattel longiert werden. In diesem Fall kann über den Sattel noch ein sogenannter Laufgurt gelegt werden. Der Laufgurt ist ein ca. zwei Meter langer Gurt aus Leder bzw. Gurt, der die Funktionalität eines Longiergurtes hat. Durch die Ringe an der Seite des Laufgurtes hat der Longenführer also die Möglichkeit, die Hilfs- bzw. Ausbindezügel dem Trainingsziel entsprechend einzustellen. Zusätzlich sorgt der Laufgurt dafür, dass die Sattelblätter gerade im Galopp nicht anfangen zu flattern. Gerade bei jungen Pferden kann das Flattern der Sattelblätter die Losgelassenheit des Pferdes stören.

Wird das Pferd nur vor dem Reiten ablongiert, wird meist auf den Laufgurt verzichtet. Allerdings müssen die Steigbügel in diesem Fall so befestigt werden, dass sie, auch wenn das Pferd sich bewegt, nicht herunterrutschen können. Wird der Steigbügel nicht ordnungsgemäß befestigt, kann der Bügel in der Bewegung gegen den Ellenbogenhöcker oder in die Flanken des Pferdes schlagen. Dies kann nicht nur zu Verletzungen führen, sondern löst bei vielen Pferden auch den Fluchtreflex aus.

Wie befestigt man die Steigbügel korrekt am Sattel?
Damit die Steigbügel während des Longierens nicht nach unten rutschen können, sollten sie wie folgt befestigt werden:
  1. Steigbügel hochschieben
  2. Das Ende des Steigbügelriemens nach oben vorne unterhalb des Steigbügels durchschieben
  3. Das Ende des Steigbügelriemens um den Steigbügel schlingen und unter dem Steigbügelriemen durchziehen
  4. Steigbügelstrippe erst durch die Schlaufe am Ende des Steigbügelriemens anschließend durch die Befestigungsschlaufe am Sattel stecken.

Trense

Zum Longieren sollte das Pferd grundsätzlich mit einer Trense gezäumt werden. Am besten werden die Zügel dafür von der Trense abgeschnallt. Falls die Zügel nicht abgeschnallt werden können oder nach dem Longieren noch geritten werden soll, sollten die Zügel erst um den Hals geschlungen und anschließend mit dem Kehlriemen festgemacht werden.

Wichtig: Wird mit Trense longiert, muss das Gebiss gut im Pferdemaul liegen. Ist das Gebiss zu groß oder zu klein, ist das für das Pferd extrem unangenehm.

Kappzaum

Will der Longenführer die Longe nicht in den Trensenring des Pferdes einhaken, kann er auch mit Kappzaum longieren. Der Kappzaum ist ein spezielles Lederhalfter, das über der Trense angebracht wird. Ein gepolsterter, in den Nasenriemen eingearbeiteter Metallbügel ist für das Wirken des Kappzaums verantwortlich. Am Nasenriemen des Kappzaums ist an beiden Seiten und in der Mitte jeweils ein Ring befestigt, in den die Longe eingehakt werden kann. Allerdings sollte die Longe zum Longieren nur in den mittleren Ring eingehängt werden; die äußeren Ringe sind ausschließlich für die Arbeit in den Pilaren gedacht.

Beinschutz

Wie beim Reiten sollten die Pferdebeine auch beim Longieren vor Verletzungen geschützt werden. Als Beinschutz eignen sich sowohl Gamaschen als auch Bandagen.

Hilfszügel

Je nach Ausbildungsstand des Pferdes und Ziel des Longierens eignen sich verschiedene Hilfszügel. Um die beste Alternative für das Pferd auszumachen, muss der Longenführer die Unterschiede der Hilfszügel und ihrer Wirkungsweise kennen und einschätzen können.

Ausbindezügel

Einer der bekanntesten Hilfszügel ist der Ausbindezügel (kurz Ausbinder). Der Ausbinder besteht aus zwei Riemen an denen am einen Ende ein Haken befestigt und am anderen Ende eine Schlaufe ist. Die Schlaufe entsteht durch das befestigen des Endes des Ausbinders am Ausbinder selber. Das Befestigen wird dabei durch eine Schnalle gelöst, die das Verlängern bzw. Verkürzen des Ausbindezügels ermöglicht.

Der Ausbindezügel wird mit der Schlaufe jeweils an den Seiten des Sattel-, Lauf- oder Longiergurtes und mit dem Haken am Gebissring befestigt. Die Höhe der Anbringung am Gurt kann je nach Ausbildungsziel variieren. Allerdings sollte sie nicht deutlich über oder unterhalb des Buggelenkes des Pferdes liegen. Die Länge der Ausbinder sollte so gewählt werden, dass das Pferd zwar durch das Genick treten muss, allerdings nicht zu eng ist.

WICHTIG: Häufig findet man noch Ausbinder mit zwischengenähten Gummiringen. Diese sollten nicht zum Longieren verwendet werden, da viele Pferde anfangen, gegen die leicht nachgebenden Gummiringe zu drücken.

Laufferzügel

Der Laufferzügel besteht aus zwei ca. 2,50 Meter langen Riemen, an deren Enden jeweils Verschnallungen sind, die das variieren der Länge der Laufferzügel ermöglichen. Befestigt wird der Laufferzügel beidseitig am Gurt - ungefähr auf Höhe des Buggelenkes. Anschließend wird der durch den jeweiligen Trensenring geführt und ca. drei handbreit unterhalb des Widerristes befestigt. Die Länge des Lauferzügels und die Höhe der Befestigung variieren je nach dem angestrebten Effekt sehr stark.

Laufferzügel sind unheimlich vielseitig einsetzbar, da ihr Effekt durch das Variieren der Befestigung der Schlaufen am Gurt sehr unterschiedlich sein kann. Soll das Pferd beim Longieren nur gelöst werden, wird der Laufferzügel eher tief verschnallt, das heißt das untere Ende am untersten Ring und das obere Ende nur leicht darüber. Soll das Pferd an der Longe gearbeitet und auch Versammelt werden, kann der Longierende die Laufferzügel höher verschnallen.

Dreieckszügel

Der Dreieckszügel ist ein ca. 2,50 Meter langer Riemen, der nach ungefähr 40 Zentimeter der Länge nach in zwei Riemen geteilt ist. An den Enden dieser Riemen befinden sich Schnallen, durch die der Dreieckszügel in seiner Länge variabel ist. Der Dreieckszügel wird zwischen den Vorderbeinen des Pferdes am Gurt befestigt. Anschließend wird der Dreieckszügel durch die Gebissringe geführt und auf Höhe des Buggelenks wieder am Gurt befestigt.

TIPP: Der Laufferzügel lässt sich auch wie ein Dreieckszügel verschnallen. Ist ein Laufferzügel vorhanden, lohnt sich die Anschaffung eines Dreieckszügels also nicht.

In der Wirkungsweise ist der Dreieckszügel dem tief verschnallten Laufferzügel sehr ähnlich. Durch die tiefe Verschnallung animiert er das Pferd sich vorwärts-abwärts zu strecken. Aus diesem Grund wird der Dreieckszügel gerade bei jungen Pferden häufig verwendet. WICHTIG: Da der Dreieckszügel das Pferd nicht nach unten begrenzt, kommen viele Pferde beim Longieren auf die Vorhand. Für den Longenführer heißt das, dass er besonders gut nachtreiben muss um so die Hinterhand aktiv zu halten.

Chambon

Das Chambon ist ein eher unbekannter Hilfszügel und aus diesem Grund auch wenig genutzt. Das Chambon besteht aus einem ca. 60 Zentimeter langen Riemen, der zwischen den Vorderbeinen des Pferdes am Gurt befestigt wird. Am Ende dieses Riemens ist ein Ring befestigt, durch den ein Seil läuft. Dieses Seil führt über ein an der Trense befestigtes Genickstück zu den Gebissringen, an denen es eingehakt wird.

Das Chambon wirkt durch den Druck, des das Pferd auf Maul, Lefzen und Genick verspürt, wenn es seinen Kopf hebt. In der Regel versuchen Pferde diesem Druck auszuweichen und lassen den Kopf bzw. Hals fallen. In diesem Moment wird das Chambon wirkungslos. WICHTIG: Nicht alle Pferde reagieren auf Druck in Genick und Maul nachgebend. Gerade junge Pferde reagieren auf Druck meist mit Gegendruck. Aus diesem Grund ist das Longieren mit dem Chambon nicht für die Ausbildung von jungen und unerfahrenen Pferden geeignet.

Gogue

Einem Problem, das das Chambon mit sich bringt, versucht das Gogue entgegen zu wirken. Denn im Gegensatz zum Chambon wirkt das Gogue nicht in Richtung Genick auf die Lefzen des Pferdes. Verschnallt wird das Gogue ähnlich dem Chambon. Anstatt, dass das Seil direkt im Gebissring des Pferdes befestigt wird, wird es allerdings erst durch den Gebissring geführt und dann in den Riemen zwischen den Beinen eingehakt. Die Wirkung des Genickstücks bleibt dadurch identisch, allerdings wirkt der über das Gebiss erzeugte Druck nicht mehr nur in Richtung Genick, sondern ungefähr im 45 Grad Winkel zum Genick und damit ähnlich wie der Zügel beim Reiten.

Wie und wo wird die Longe korrekt eingeschnallt?

Die Longe lässt sich auf unterschiedlichste Arten einschnallen. Jede Möglichkeit der Verschnallung erfüllt dabei einen gewissen Zweck und birgt Vor- aber auch Nachteile. Das korrekte Verschnallen ist also immer vom Ausbildungsziel des Longenführers abhängig. Als Möglichkeiten zum Einschnallen der Longe stehen folgende Optionen zur Verfügung:

  • am inneren Gebissring
  • durch den inneren Gebissring hindurch am Longiergurt
  • am inneren Gebissring und zusätzlich am Reithalfter

WICHTIG: Eine Longierbrille sollte niemals verwendet werden. Wird mit einer Longierbrille longiert, drückt der äußere Gebissring gegen Lefzen und Kiefer des Pferdes und verursacht hierdurch Schmerzen. Die nächsten Kapitel erläutern die einzelnen Möglichkeiten des Einschnallens der Longe näher.

Longe am inneren Gebissring

Das Einhängen der Longe am inneren Gebissring ist die gebräuchliste Art, die Longe einzuschnallen. Grund hierfür ist, dass sich fast alle Pferde so longieren lassen und fast alle Trainingsziele so verfolgt werden können. Die am inneren Gebissring eingehängte Longe ermöglicht dem Longenführer eine weiche Verbindung zum Pferdemaul und hierdurch das Parieren und Stellen des Pferdes.

Gibt es keinen besonderen Grund, der gegen das Longieren am inneren Gebissring spricht, sollte das immer die erste Wahl sein.

Longe durch den inneren Gebissring hindurch am Longiergurt

Diese Art die Longe einzuhängen erfordert einen geübten Longenführer sowie ein Pferd, dass sich grundsätzlich gut longieren lässt. Gerade zum Erarbeiten der Stellung eignet sich diese Art des Einhängens besonders gut, da das Pferd durch leichtes Annehmen und Nachgeben bei gleichzeitigem Nachtreiben zum Nachgeben im Genick animiert wird.

WICHTIG: Wird die Longe durch den Gebissring am Longiergurt eingehakt muss der Longenführer besonders darauf achten, immer wieder nachzugeben. Tut er das zu selten oder sogar gar nicht, wird das Pferd zu eng, verwirft sich, weicht mit der Hinterhand aus und bricht über die äußere Schulter aus.

Longe am inneren Gebissring und zusätzlich am Reithalfter / Halfter

Gerade für junge oder am Maul sehr empfindliche Pferde ist das Einhängen der Longe in Gebissring und Reit-/ Halfter eine gute Alternative. Durch eine derartige Verschnallung wird der Zug der Longe nicht mehr ausschließlich an den Gebissring weitergegeben, sondern auf Gebissring und Reit-/Halfter aufgeteilt.

Wie sieht die korrekte Hilfengebung beim Longieren aus?

Der Longenführer hat grundsätzlich drei Möglichkeiten, auf das Pferd einzuwirken. In erster Linie kann der Longenführer über die Longe selbst und über die Peitsche einwirken. Zusätzlich dazu kann auch die Stimme als Hilfe genutzt werden.

Hilfengebung an der Longe

Ganz grob lässt sich die Longe als Ersatz für den inneren Zügel beschreiben. Die Longe dient dabei nicht nur dem Führen des Pferdes auf dem Kreisbogen, sondern auch dem Stellen des Pferdes. Um das Stellen des Pferdes zu erleichtern, sollte die longeführende Hand immer etwas vor dem Pferdekopf stehen.

Ähnlich dem Zügel beim Reiten sollte die Longe immer einen beständigen, weich federnden Kontakt zwischen Pferdemaul und Hand aufrechterhalten. Einwirken kann der Longenführer über die Longe durch Annehmen und vor allem Nachgeben der Longe aus dem lockeren Handgelenk heraus.

Nutzung der Peitsche beim Longieren

Die Peitsche ist beim Longieren die einzige treibende Hilfe, die dem Longenführer zur Verfügung steht. Aus diesem Grund sollte beim Longieren nicht auf die Peitsche verzichtet werden. Geführt wird die Peitsche immer in der “äußeren“ Hand, das heißt wird linksherum longiert, führt die rechte Hand die Peitsche und anders herum. Die Spitze der Peitsche weist in der Grundhaltung immer auf das Sprunggelenk des Pferdes.

Das Einwirken auf das Pferd mit der Peitsche funktioniert grundsätzlich über das Touchieren. Das laute Knallen mit der Peitsche ist nicht zielführend und sorgt dafür, dass das Pferd abstumpft oder sich verspannt. Durch eine leichte Drehung aus dem Handgelenk heraus kann der Longenführer die Peitschenschnur in jede beliebige Richtung lenken.

Treibende Hilfen werden über die Berührung der Hinterhand mit der Peitschenschnur gegeben. Durch touchieren des Sprunggelenks wird das Pferd zu mehr Hankenbeugung und damit Versammlung animiert. Seitwärts-treibende Hilfen können ebenfalls durch geschicktes berühren des Pferdes mit der Peitsche gegeben werden. Durch gezieltes Touchieren an Schulter oder Bauchseite kann das Pferde beispielsweise nach außen getrieben werden.

WICHTIG: Die Intensität der Peitschenhilfen hängt von der Sensibilität des Pferdes ab. Aus diesem Grund muss der Longenführer die Reaktionen des Pferdes auf die Peitsche genau beobachten und die Intensität entsprechend anpassen.

Einsatz der Stimme beim Longieren

Die Stimme ist beim Longieren eine wichtige, aber rein unterstützende Hilfe, das heißt sie darf niemals alleine, sondern immer nur in Kombination mit Longen- oder Peitschenhilfen eingesetzt werden. Das besondere an der Stimmhilfe ist, dass sie sowohl treibend, als auch verhaltend eingesetzt werden kann. Wie die Stimme auf das Pferd wirkt, hängt dabei vom Tonfall, der Tonlage und auch von dem gesprochenen Wort ab. Das gesprochene Wort hat dabei am Beginn der Longierausbildung für das Pferd keinerlei Bedeutung. Diese wird durch das wiederholt gemeinsame Auftreten einer Longen-/ Peitschenhilfe und diesem Wort hergestellt. Soll die Stimme als verhaltende Hilfe eingesetzt werden, muss die Tonlage möglichst tief und ruhig sein. Aus diesem Grund hat sich das “Brrrrr“ etabliert. Die Stimme als treibende Hilfe einzusetzen, ist dabei deutlich schwieriger. In den meisten Fällen wird sie daher nur bei erlernten Kommandos treibend genutzt.

WICHTIG: Die Stimme sollte immer mit geringem Aufwand eingesetzt werden. Lautes Rufen oder gar Schreien stört andere Reiter und stumpft das eigene Pferd ab. Hat der Longenführer das Gefühl deutlicher als auf sein Pferd einwirken zu müssen, sollte das mit den primären Longierhilfen Longe und Peitsche geschehen.