Reiten lernen - So kappt es bestimmt

Reiten lernen – Ganz einfach mit diesen 5 Tipps

“Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde.” Ein Spruch, den jeder kennt und ein Gefühl, das keiner missen sollte. Egal, ob du schon länger davon träumst, reiten zu lernen oder ob du erst seit kurzem darüber nachdenkst: Starten kannst du jederzeit! In diesem Blogartikel findest du Antworten auf alle deine Fragen.

Inhalt

  1. Kann jeder gut reiten lernen?
  2. In welchem Alter sollte man reiten lernen?
  3. Ab wann können Kinder reiten lernen?
  4. Kann man als Erwachsener noch reiten lernen?
  5. Wie lange braucht man, um reiten zu lernen?
  6. Wie viel kostet es, reiten zu lernen?
  7. Wie beginnt man mit dem Reiten lernen?
  8. Welche Ausrüstung braucht man zum Reiten lernen?
  9. Wie wählt man eine passende Reitschule aus?
  10. Tipp 1: Das musst du übers Reiten wissen
  11. Tipp 2: So steht deiner Reiterkarriere nichts mehr im Wege!
  12. Tipp 3: Realistische Ziele für besseren Lernerfolg
  13. Tipp 4: Keine Angst vorm Reiten
  14. Tipp 5: Wie kann man ohne Pferd reiten lernen?

Tipp 1: Das musst du übers Reiten wissen, bevor du dich zum ersten Mal in den Sattel setzt

Zugegeben, wenn man mal drüber nachdenkt, ist Reiten schon ungewöhnlich: Warum setzt man sich auf ein meist mehr als eineinhalb Meter großes Fluchttier, das Hunderte von Kilos wiegt und einen in Null komma Nichts von seinem Rücken in den Dreck befördern und im gestreckten Galopp davonrennen kann? Ganz einfach: Weil es unglaublich viel Spaß macht! Nicht nur das Reiten auf dem Pferderücken bietet einen ganz besonderen Reiz. Mindestens genauso schön ist es, mit einem Pferd eine harmonische Partnerschaft einzugehen. Denn genau das ist das oberste Ziel der Reitausbildung: Letztendlich geht es nicht darum, die weitesten Strecken zu reiten, die höchsten Sprünge zu überwinden oder die höchsten Dressurklassen zu gewinnen. Es geht darum, eine Harmonie zwischen Pferd und Reiter zu entwickeln.

Eine besondere Rolle kommt dabei der Kommunikation zwischen Pferd und Reiter zu. Pferde sind Herdentiere und wie wehorse Trainer Wolfgang Marlie sagt: “Pferde sind zu 100% dazu bereit, Verantwortung abzugeben an jemanden, den sie für kompetenter halten als sich selber.” In seinem Kurs: Vertrauensvoll mit Pferden kommunizieren erfährst du übrigens, wie du die Grundkommunikation mit deinem Pferd aufbaust und welche Rolle Psychologie, Lernverhalten und Hilfenverständnis dabei spielen. In einem Sprichwort heißt es, dass Pferde dem Menschen einen Spiegel vorhalten. Wenn du deinem Pferd unentschlossen oder unsicher entgegentrittst, wird es dich schon bald nicht mehr respektieren und selbst die Rolle des Leittieres übernehmen – eine Rolle, die du als Reiter allein schon aus Sicherheitsgründen immer selber einnehmen solltest. Bist du jedoch stets selbstsicher, konsequent und fair in deinem Auftreten, wird dein Pferd dich schon bald respektieren und dich auch bereitwillig auf ihm reiten lassen. Natürlich kommt ein selbstsicheres Auftreten auch mit der Erfahrung. Wenn du also anfangs noch Schwierigkeiten dabei hast, übe mit deinem Pferd am besten vom Boden aus. Schau dazu doch mal in den wehorse Kurs Bindung schaffen und den Alltag erleichtern: Die Horsemanship-Trainer Jenny Wild und Peer Claßen zeigen, wie du durch alltagstaugliche Übungen eine neue Stufe in der Bindung zu deinem Pferd erreichst.

Reiten lernen beginnt mit Bodenarbeit

Kann jeder gut reiten lernen?

Reiten lernen ist kein Selbstläufer: Es ist aufregend, körperlich und mental anspruchsvoll, erfordert eine Prise Mut und ist auch nicht billig. Besonders die sportliche Herausforderung darf beim Reiten nicht unterschätzt werden. Es beansprucht Muskelgruppen, derer man sich vorher noch nicht bewusst war, da ist Muskelkater nach den ersten Reiteinheiten vorprogrammiert! Auch solltest du eine gewisse Grundkondition haben, damit du nicht nach ein paar Minuten schnaufend im Sattel sitzt.

Tipp 2: Bist du bereit, Zeit und Energie zu investieren, steht deiner Reiterkarriere nichts mehr im Wege!

Doch auch wenn du Nicht-Sportler bist und deine Waage vielleicht ein paar Kilos zu viel anzeigt, ist das keinesfalls ein Ausschlusskriterium. Denn deine Reiterfitness lässt sich schnell und einfach trainieren. Unsere Empfehlung: Der Kurs Fitnessübungen für den Reiter mit Trainerin Bettina Hoy. Die Vielseitigkeitsreiterin zeigt Übungen, die du ganz leicht zuhause oder im Stall durchführen kannst und mit denen du deinen Reitersitz und deine Ausdauer im Sattel deutlich verbessern kannst. Schon nach ein paar Einheiten wirst du einen deutlichen Unterschied merken und auch dein Pferd wird es dir danken.

In welchem Alter sollte man reiten lernen?

Die gute Nachricht vorweg: Es ist nie zu spät, um reiten zu lernen! Reiten ist eine richtige Lifetime Sportart. Ob du bereits als Vorschulkind deine ersten Voltigier-Erfahrungen auf einem Ponyrücken sammeln konntest oder jetzt im Erwachsenenalter darüber nachdenkst, dir einen langen Kindheitstraum zu erfüllen. Fest steht: Reiten tut gut und ganz egal, in welchem Alter du mit dem Reiten lernen beginnst, sobald du einmal gespürt hast, wie es sich anfühlt, dich mit deinem Partner Pferd in Harmonie fortzubewegen, wirst du dieses Gefühl nicht mehr missen wollen.

Ab wann können Kinder reiten lernen?

Kinder können es oft gar nicht erwarten, in den Sattel zu steigen. Sie sind fasziniert von Pferden und allem, was dazugehört. Allerdings ist beachten, dass die Wirbelsäule bei kleinen Kindern noch viel empfindlicher ist als bei Erwachsenen. Wir kommen nämlich mit einer C-förmigen Wirbelsäule auf die Welt. Die S-förmige-Schwingung der Wirbelsäule ist erst mit vier bis sechs Jahren gefestigt. Aus diesem Grund wirken regelmäßiges Reiten oder auch längere Touren im Sattel gesundheitsschädigend für kleine Kinder und sind daher nicht zu empfehlen. Mehr Informationen zu dem Thema, findest du in diesem Blogartikel.

Oft gibt es schon für die kleinsten der Kleinen Angeboten in den Reitschulen: Von Voltigieren über Ponyreiten bis hin zu Reiterferien. Aber auch Unterricht für Kinder ist nicht überall gleich. Teilweise gibt es Experten, die sich auf das Unterrichten der Kleinen spezialisiert haben und ihnen den Umgang mit dem Pferd und das Reiten spielerisch nahe bringen. Dabei lernen die Kinder nicht nur, sich auf dem Sattel zu halten, sondern bekommen auch theoretisches Wissen vermittelt. Ein Beispiel für solchen Unterricht findest du in dem wehorse Kurs Reitunterricht für kleine Kinder. Wenn du ein eigenes Kind hast, das gerne reiten lernen möchte, solltest du auf jeden Fall hier einmal reinschauen. Dann kannst du besser beurteilen, ob der Unterricht in einer Reitschule kindergerecht ist.

Kann man als Erwachsener noch reiten lernen?

Beim Reiten gilt wie bei jeder Sportart: Es ist nie zu spät, um damit anzufangen! Es gibt viele Menschen, die erst im Erwachsenenalter mit dem Reiten lernen beginnen, du wärst also nicht der einzige Anfänger auf weiter Flur. Dazu kommt, dass sich Reiten positiv auf deine Gesundheit auswirkt. Besonders bei Rückenschmerzen bietet Reiten viele Vorteile: Wenn du aufrecht und elastisch im Sattel sitzt, übertragen sich die rhythmischen Bewegungen des Pferdes auf deine Rückenmuskulatur. Dabei lockern sich Muskeln und Verspannungen verschwinden. Eine gestärkte Rückenmuskulatur entlastet die Wirbelsäule. Vorsicht ist jedoch geboten, wenn du Probleme mit den Bandscheiben hast. Sprich in diesem Fall vorher mit deinem Arzt.

Übrigens: Auch bei viel Stress ist Reiten der perfekte Ausgleich: Die Bewegung an der frischen Luft, das fröhliche Schnauben deines Pferdes und das schöne Gefühl im Sattel lassen schlechte Gedanken verpuffen und sorgen für gute Laune.

Für alle Grundlagen rund ums Reiten lernen, schau doch mal in den Kurs Reiten mein Sport von Trainerin Ulrike Gast. Dort erfährst du alles über das Reiten von Hufschlagfiguren bis zu den ersten Hindernissen. Auch der Sitz und die Hilfengebung werden hier thematisiert: Wertvolles Wissen für Ausbilder, Reitanfänger und Eltern!

Wie lange braucht man, um reiten zu lernen?

Egal, in welchem Alter man mit dem Reiten lernen beginnt, der Lernprozess ist nie abgeschlossen: Gutmütige Ponys lassen sich anders reiten als ganggewaltige Großpferde. Unerfahrene Jungpferde brauchen mehr Hilfestellung als ausgebildete Lehrmeister. Es gibt immer neue Lektionen, die auf dem bereits Gelerntem aufbauen und altes Wissen muss regelmäßig aufgefrischt werden.

Reiten lernen mit passendem Reitlehrer

Wie viel kostet es, reiten zu lernen?

Zugegeben, Reiten ist kein billiges Hobby. Mit den Einnahmen durch Reitstunden wollen die Anlage in Schuss gehalten, die Pferde ausreichend versorgt und auch die Trainer bezahlt werden. Die einzelnen Preise können jedoch dennoch stark variieren. Für Longen- und Gruppenunterricht kannst du mit 15-20€ pro 30 Minuten rechnen, bei Einzelunterricht mit 25€ bis 35€. Je nach Trainer auch mehr. Oft bieten Reitschulen den Unterricht für Vereinsmitglieder kostengünstiger an oder es gibt die Möglichkeit, vergünstigte Zehnerkarten zu erwerben.

Auch die erste Grundausrüstung macht sich im Portemonnaie bemerkbar: Für Helm, Reitstiefel, Reithandschuhe und Reithose mittleren bis guten Standards solltest du 200€ bis 300€ einplanen.

Wie beginnt man mit dem Reiten lernen?

Natürlich wäre es praktisch, wenn das Pferd immer schon geputzt und gesattelt bereit steht, aber wenn du richtig reiten lernen willst, gehört auch der Umgang und die Pflege des Pferdes dazu. Dazu gehört, das Pferd zu halftern, zu führen, zu putzen, zu satteln und zu trensen. Zu Beginn lässt du dir am besten von deinem Reitlehrer oder deinen Mitreitern helfen. Wenn du dich theoretisch schon einmal vorbereiten willst, schau mal in diesen wehorse Kurs. Unsere Ausbilder erklären dir die Ausrüstung und zeigen Schritt für Schritt, wie du dein Pferd richtig putzt, sattelst und auftrenst. Auch das Thema Führen solltest du nicht unterschätzen. Schau mal in diesen Kurs, wenn du lernen möchtest, ein Pferd richtig zu führen und anzubinden.

Das erste Mal aufs Pferd

Die erste Reitstunde ist etwas ganz besonderes. Da ist es normal, wenn du ein bisschen aufgeregt bist. Aber sei beruhigt: Statistisch gesehen ist es eher die Ausnahme, wenn ein Reitschüler bereits in der ersten Reitstunde vom Pferd fällt. Dein Reitlehrer wird dir ein ruhiges Pferd aussuchen, das mit Anfängern Erfahrung hat. Bevor du aufsteigst, musst du deinen Helm aufsetzen und die Steigbügel auf die richtige Länge einstellen. Hier gilt die Faustregel: Bügel samt Riemen sollte in etwa so lang sein, wie dein ausgestreckter Arm.

Zum Aufsteigen stellst du dich links neben das Pferd. Oft gibt es stabile Aufstiegshilfen in den Reithallen, die dir das Aufsteigen erleichtern und den Pferderücken schonen. Trete mit dem linken Fuß in den Bügel und schwingen das rechte Bein behutsam über den Sattel. Dein Pferd wird es dir danken, wenn du dich dann nicht in den Sattel plumpsen lässt, sondern behutsam Platz nimmst. Um dich zu stabilisieren, kannst du dich auch mit der linken Hand oben am Sattel festhalten.

Jetzt kann es losgehen. Lasse dich zu Beginn ein paar Runden im Schritt führen, bis du dich an die Bewegungen des Pferdes gewöhnt hast. Wenn du dich sicher fühlst, kann dich dein Reitlehrer an die Longe nehmen. Dann musst du dich nicht um dein Pferd kümmern, sondern kannst dich ganz auf dich konzentrieren. Bis du alle drei Gangarten sicher meistern kannst, wirst du vermutlich noch an der Longe bleiben. Danach kannst du es auch allein probieren und in den Abteilungsunterricht zusammen mit anderen Reitern einsteigen.

Welche Ausrüstung braucht man zum Reiten lernen?

Die Auswahl an Reitklamotten, Schuhen, Helmen und Accessoires scheint unendlich zu sein, doch für den Start reicht eine Grundausrüstung, um sicher und gemütlich im Sattel sitzen zu können. Wenn du dir noch unsicher bist, ob Reiten überhaupt etwas für dich ist, kannst du deine ersten Reitstunden auch problemlos ohne spezielle Reitkleidung absolvieren.

Safety First: Helm und Handschuhe

Das wichtigste ist ein guter und stabiler Reithelm, der in der Regel in Reitschulen und bei Turnieren Pflicht für Reiter ist. Beim Kauf eines Helmes solltest du darauf achten, dass er die Sicherheitsnorm EN 1384 erfüllt und TÜV geprüft ist. Außerdem sollte er mindestens eine Drei- oder Vierpunktbefestigung haben. Auch Handschuhe sollten von Tag Eins an zu deiner Reitgarderobe gehören. Sie schützen dich vor Blasen an den Händen und verhindern, dass dir die Zügel durch die verschwitzten Hände rutschen.

Schuhe oder Stiefel?

Zu Beginn müssen es keine Lederreitstiefel sein, in der Regel eignen sich feste Wanderschuhe oder Stiefelletten mit einem kleinen Absatz. Der Absatz verhindert, dass du dein Fuß durch den Steigbügel hindurchrutscht und du hängen bleibst. Viele Reiter landen früher oder später jedoch bei den klassischen Reitstiefeln mit hohem Schaft, da sie die Schenkellage positiv beeinflussen und einen guten Beinschutz bieten. Preislich schlagen besonders Lederstiefel zu Buche, daher solltest du dir vor einer Anschaffung sicher sein, dass du sie noch viele Jahre benutzen möchtest.

Die passende Reithose

Wenn du lieber hohe Reitstiefel trägst, empfiehlt sich eine klassische Reithose mit engem Bein. Wenn du es lieber bequemer magst oder Stiefelletten trägst, kannst du auch zu einer Jodhpur-Reithose mit breitem Bein greifen. Zudem gibt es mittlerweile auch ein breites Angebot an elastischen Reitleggings. Alle Varianten gibt es mit sogenannten Vollbesatz oder Teilbesatz. Dieser “Besatz” besteht entweder aus Leder oder aus Silikon und ist bei Vollbesatz an der gesamten Rückseite der Reithose befestigt und bei Teilbesatz nur an den Knien. Er dient zur besseren Haftung am Sattel.

reiten lernen dauert eine Weile

Wie wählt man eine passende Reitschule aus?

Neben einem geeigneten Pferd leisten auch ein kompetenter Reitlehrer und eine angemessene Umgebung ihren Beitrag zum Reit-Erfolg. Oft bieten Reitschulen Kurse auch für Anfänger jeden Alters an. Am besten hörst du dich bei dir in der Gegend um, vielleicht haben befreundete Reiter eine Empfehlung für dich. Oft lohnt es, selber mal am Stall vorbeizufahren und sich eine Unterrichtsstunde als Zuschauer anzugucken oder eine Probestunde zu vereinbaren. Achte darauf: Ist dir der Reitausbilder sympathisch? Wirkt er auf dich kompetent und hat er genug Fingerspitzengefühl im Umgang mit Pferd und Reiter? Werden die Pferde artgerecht behandelt und wirken sie auf dich zufrieden und gesund? Vielleicht hast du ja auch Freunde oder Bekannte, die sich mit Pferden auskennen und dich begleiten können und dir bei der Beurteilung helfen. Denn: Nichts ist schlimmer als ein Kommando brüllender Reitlehrer, der von einem Klappstuhl aus der Hallenecke heraus die zehn in der Abteilung reitenden Anfänger mit ausgebundenen Pferden anschnauzt.

Kriterien für deinen Reitschul-Check

  • Werden die Pferde artgerecht gehalten? (Haben sie genug Auslauf auf Paddock und Weide? Sind die Boxen groß und hell? Ist der Stall insgesamt sauber und gepflegt?)
  • Gibt es einen großen und gepflegten Reitplatz (mindestens 20x40m) oder eine Reithalle? (Wenn du auch im Winter in den späten Abendstunden reiten möchtest)
  • Sind die Pferde gepflegt und gut genährt?
  • Sind Sättel und Trensen intakt und sauber? (poröses Leder oder Scheuerstellen in der Sattellage sind ein Warnzeichen für unpassendes Sattelzeug)
  • Ist der Unterricht systematisch aufgebaut? Sind Lernziele erkennbar? Machen die Reitschüler Fortschritte?
  • Entspricht das Stundenangebot, die Zeiten und Preise deinen Vorstellungen?

Reiten lernen in den Ferien

Manchmal werden auf Reiterhöfen auch Wochenendkurse und Schnupperkurse angeboten. Diese bestehen meist aus einer bunten Mischung an theoretischem Unterricht, Reitstunden oder Longenunterricht in der Halle und teilweise sogar Geländeritten. Der Vorteil dieser Intensivkurse liegt ganz klar in dem engen Kontakt zum Pferd und natürlich in dem Austausch mit einer Gruppe “Gleichgesinnter”.

Tipp 3: Setze dir realistische Ziele für einen besseren Lernerfolg

Auf den ersten Blick mag Reiten nicht so anspruchsvoll wirken, aber spätestens nach den ersten Runden an der Longe wirst du merken, dass es noch ein langer Weg ist, bis du allein mit deinem Pferd über die Felder galoppieren kannst. Wichtig ist, dass du am Anfang weder den Mut verlierst, noch dich überschätzt. Bitte deinen Reitlehrer um eine ehrliche Einschätzung deines Leistungsstandes und setze dir darauf basierend realistische Ziele.

Sitzt du anfangs noch verkrampft im Sattel und klammerst dich mit den Oberschenkeln fest, kannst du dir vornehmen: “In einem Monat möchte ich geschmeidig und ausbalanciert im Sattel sitzen, sodass ich eine Runde an der Longe galoppieren kann. Dafür wärme ich mich ab jetzt jedes Mal vor dem Reiten auf.” Dann bittest du deinen Trainer, ob ihr deinen Wunsch durch gezieltes Training zusammen erarbeiten könnt. Aber auch zuhause und ohne Pferd kannst du an deinem Reitersitz arbeiten: Schau mal bei wehorse in der Kategorie Reitersitz und Hilfengebung vorbei. Dort findest du viele Inspirationen, wie du deinen Sitz auch vom Boden aus verbessern kannst. Zum Beispiel lernst du in dem Kurs Bewegungsgefühl für Reiter: Übungen zur Mobilisation von Sitz-Experte Eckart Meyners, wie du dich richtig aufwärmst und deinen Reitersitz in sechs einfachen Schritten verbessern kannst.

Wusstest du, dass es sehr aufschlussreich ist, sich selbst einmal beim Reiten zu sehen? Bitte bei deinem nächsten Ritt doch mal jemanden, dich zu filmen. Anschließend kannst du die Aufzeichnung mit deinem Reitlehrer besprechen. Dir fallen garantiert Dinge auf, die du selber beim Reiten gar nicht bemerkst und die du beim nächsten Mal gezielt verbessern kannst. Deswegen gibt es in vielen Reithallen übrigens die Spiegel: Da ist Reinschauen nicht nur erlaubt sondern auch höchst erwünscht! Eine bessere Möglichkeit gibt es nicht, um dein Reiten selbst zu überprüfen.

Übungen zur Verbesserung des Reitersitzes

Tipp 4: Keine Angst vorm Reiten

Es ist ganz natürlich, dass du vorm ersten Aufsitzen oder auch die ersten Male reiten noch ein mulmiges Gefühl im Bauch hast. Angst ist eine natürliche Reaktion auf Dinge, die uns gefährlich erscheinen und wir haben ja bereits zu Anfang des Beitrags geklärt, dass es im ersten Moment unnatürlich ist, sich auf ein Fluchttier zu setzen, das jederzeit unkontrolliert losstürmen könnte. Aber die Angst vor Kontrollverlust oder auch vorm Herunterfallen ist etwas, mit dem jeder Reiter sich auseinandersetzen muss, egal ob blutiger Anfänger oder Vollprofi. Du bist also nicht allein! Das heißt auch, dass du dich deiner Angst nicht hingeben musst. Bist du vor einer Reitstunde nervös, versuche tief durchzuatmen und dich zu entspannen. Wichtig ist, dass du nie im Stress aufs Pferd steigst. Komm im Zweifel lieber etwas zu früh an den Stall und verbringe mehr Zeit mit Fellpflege und Kuscheln. Das beruhigt die Nerven. Pferde merken es nämlich, wenn du als Reiter nervös bist und lassen sich dadurch verunsichern. Am besten bittest du deine Reitschule anfangs um ein besonders gutmütiges und ruhiges Pferd, das dir Sicherheit geben kann. Wenn du mit anderen zusammen in der Halle oder auf dem Platz reitest, kannst du sie auch bitten, Rücksicht zu nehmen.

Wenn du Nervenflattern bekommst, versuch dich mit diesen Übungen vorm Reiten:

  • Nutze die Schrittphase am Anfang der Reitstunde und atme tief und regelmäßig. Konzentriere dich genau auf das Ein- und Ausatmen. Ordne deine Gedanken und versuche dich dem Schrittrhythmus deines Pferdes anzupassen.
  • Kreise locker mit den Armen, führe die linke Hand nach rechts hinter den Sattel und umgekehrt. Das ist auch eine tolle Aufwärmübung. Hier siehst du wie es geht.
  • Lockere deinen Kiefer, indem du ihn zwei Minuten lang unterschiedlich schnell zur Seite und nach unten bewegst. Das vermeidet zusammengebissene Zähne.
  • Summe leise vor dich hin. Das beruhigt dich und dein Pferd.
  • Lächeln nicht vergessen. Reiten macht Spaß!

Noch mehr Strategien gegen Angstreaktionen im Sattel findest du übrigens in dem wehorse Kurs Harmonischer Reiten von Pferde-Physiotherapeutin Sabine Bruns.

Tipp 5: Wie kann man ohne Pferd reiten lernen?

Natürlich ist es nicht möglich, ganz ohne Pferd reiten zu lernen. Was allerdings auch zum Reiten lernen dazu gehört, ist die stetige Weiterbildung in Praxis UND Theorie. Zu vielen Themen in diesem Artikel haben wir dir bereits Kursempfehlungen von wehorse mit an die Hand gegeben, die dich beim Reiten lernen unterstützen können. Mit einem wehorse Zugang kannst du online auf das beste Wissen rund ums Pferd zugreifen und in knapp 300 Kursen findest du allerlei Übungen, Trainingstipps und Inspirationen zum täglichen Training – mit und ohne Pferd! wehorse ist die perfekte Ergänzung zu deinen physischen Reitstunden und kann dir sicherlich helfen, dich besser vorzubereiten und schnellere Fortschritte zu machen. Auf jeder Kurskarte siehst du die Kategorie und das Reitlevel, das für diesen Kurs vorausgesetzt wird. Zu Beginn können dir die Anfängerkurse am meisten weiterhelfen. Wenn du noch nicht bei wehorse registriert bist, kannst du das hier tun.

Reiten lernen auch ohne Pferd - mit wehorse

Fünf Tipps, wie du besser reiten lernen kannst

Hier sind die Tipps aus diesem Artikel noch einmal für dich zusammengefasst. Wir wünschen dir viel Erfolg und viel Spaß beim Reiten lernen!

  1. Sicheres und konsequentes Auftreten sind die Basis für eine harmonische und respektvolle Beziehung zwischen dir und deinem Pferd.
  2. Reiten ist schweißtreibend, anspruchsvoll und teuer: Bist du jedoch bereit, Zeit und Energie zu investieren, ist der Lohn immerwährend.
  3. Setze dir Ziele, die du erreichen kannst. Du wirst merken, dass Erfolgserlebnisse deine Lernmotivation positiv beeinflussen.
  4. Wenn du zu Beginn noch Angst hast, in den Sattel zu steigen, atme vorher tief durch und schau mal in die Übungen in diesem Abschnitt.
  5. Es lohnt, auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen: Je umfassender du über die verschiedenen Disziplinen und Philosophien informiert bist, desto selbstbewusster und souveräner wirst du als Reiter. Bei wehorse findest du dazu alles, was du brauchst.
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