#Interview mit Springsportlegende Franke Sloothaak: Sein Leben, seine Pferde, seine Erfolge
Franke Sloothaak ist eine echte Legende des Springsports: Zu aktiven Zeiten wurde er Weltmeister und Olympiasieger und gewann zahlreiche große Preise. Dabei hat er so viele verschiedene Pferde ausgebildet und im Spitzensport vorgestellt wie kaum ein anderer. Heute wirkt er hinter den Kulissen und trainiert Schülerinnen und Schüler auf der ganzen Welt.
Im Gespräch mit Christian Kroeber lässt er seine Laufbahn Revue passieren und erzählt, wie er schon als 15-Jähriger anfing zu unterrichten, wie ihn die Zeit im Stall von Alwin Schockemöhle geprägt hat und von seinen ersten Starts für die deutsche Equipe. Was all die Stationen in seiner reiterlichen Laufbahn eint, ist ein besonderer Blick für die Stärken und Schwächen eines Pferdes. Er spricht darüber, wie entscheidend vermutliche Kleinigkeiten sein können und kommt immer wieder auf eins zurück: Es geht ihm darum, Pferde gesunderhaltend auszubilden, ihren Bewegungsablauf zu verbessern und sie langfristig für die Arbeit mit dem Menschen zu motivieren.
Ein inspirierendes Gespräch voller Pferdeverstand, über Frankes persönlichen Werdegang, seinen Siegeswillen und aktuelle Herausforderungen im Sport.
Podcast Transkript
Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.
[SPEAKER 2]
[00:00:01-00:00:06]
Heute zu Gast, die Springreitlegende Franke Sloothaak.
[SPEAKER 1]
[00:00:06-00:00:29]
Weil meine These ist immer so, je besser das Pferd in seinem Körper und in seiner Bewegung ist, je länger bleibt das Pferd gesund. Und das sollte im Prinzip die erste These für jeder Reiter sein, je muss mein Pferd lange gesund halten. Und deswegen, je besser ein Pferd in der Balance ist, je besser ein Pferd sich bewegt, je länger bleibt er gesund. Herzlich Willkommen zum WeHorse Podcast. Heute mit Christian Kröber.
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[00:00:30-00:01:40]
WeHouse ist deine Lernplattform, auf der du täglich Inspirationen, Trainingstipps und das Wissen der besten Trainer bekommst, um gemeinsam mit deinem Pferd jeden Tag besser zu werden. Unser heutiger Gast ist zweifacher Olympiasieger und zu seiner aktiven Zeit dreifacher Weltmeister im Springreiten, unter anderem als Doppelweltmeister von Den Haag 1994. Für viele steht er als Springreitlegende in einer Reihe mit Größen wie Alvin oder Paul Schockemöhle oder Ludger Baerbaum. Ich habe Frankes Sloothaak vor wenigen Tagen in seiner Wahlheimat im nordrhein-westfälischen Steinhagen getroffen. Er zählt bis heute zu den gefragtesten Trainern weltweit, auch wenn er selber kaum mehr öffentlich auftritt. Man hat auch das Gefühl, er mag es im Hintergrund zu wirken und seinen Erfahrungsschatz weiterzugeben. Wir haben einige Stunden in seiner Küche zusammen verbracht und eine komplette Reise durch sein Leben gemacht, die wichtigsten Meilensteine, seine Philosophie als Trainer, den Blick auf den heutigen Sport und vieles mehr. Eine wirklich höchst interessante Folge. Auf geht's. Ich wünsche euch viel Spaß.
[SPEAKER 1]
[00:01:43-00:01:44]
Hallo Franke.
[SPEAKER 2]
[00:01:44-00:01:46]
Hallo. Schön, dass du da bist im Podcast.
[SPEAKER 1]
[00:01:46-00:01:49]
Ja, ist auch schön dabei zu sein.
[SPEAKER 2]
[00:01:49-00:01:58]
Wir sitzen hier bei dir in der Küche, ganz lauschig. Und ein Satz, der dir häufig zugeordnet wird, ist, ohne Pferd bin ich nur ein Fußgänger.
[SPEAKER 1]
[00:01:58-00:01:59]
Stimmt.
[SPEAKER 2]
[00:01:59-00:02:01]
Wie viel Fußgänger bist du heutzutage?
[SPEAKER 1]
[00:02:03-00:05:21]
Reiter noch viel und mache viel Training, bin natürlich auch beim Training oft auch zu Fuß unterwegs, aber ich habe ja, das was ich mache im Prinzip so, das Ganze was mit den Menschen, jungen Menschen und im Prinzip für den Sport, im Prinzip wie können wir die Pferde verbessern, wie können wir die ganzen Sachen da noch verfeinern, wie können wir im Prinzip den Umgang, eigentlich so das Ganze, dass wir leichten Zugang haben und das sind natürlich immer super interessante Geschichten, weil wenn alles perfekt läuft, Dann rufen sie mich nicht an. Also es ist immer da ein bisschen ein kleines Problem oder ein kleiner Haken ist da. Und dann ist es natürlich auch, wird es umso interessanter, weil du die Auseinandersetzung, es gibt manchmal auch, dann habe ich irgendwo was gemacht. Und dann in der Nacht, wenn ich dann überlege und denke, Mensch, was könntest du eigentlich da, was könntest du dir noch mehr mit auf den Weg geben? Oder wie könntest du das im Prinzip, wenn ich das nächste Mal komme, wie können wir da einige Sachen noch verbessern? Das ist natürlich super interessant, spannend. Und wenn du dann am Ende eine Richtung drankriegst, eine Verbesserung oder auch, dass es sportlich ist, dann siehst du, wie die ganzen Sachen weitergehen. Oder nur als Beispiel, wenn wir das Training anfangen und am nächsten Mal, wenn der Tierarzt gekommen ist, die Pferde bewegen sich alle besser. Dann weiß ich auf jeden Fall, dass wir etwas richtig gemacht haben. Und da geht es im Prinzip in meiner Richtung meistens meistens darum, um die Pferde zu verbessern. Und wenn ich dann im Prinzip auch von dieser Reiter dann vielleicht 10 Minuten, Viertelstunde das Pferd reite, und es verändert sich schon sehr viel, dann ist das im Prinzip eine gute Richtung, weil sonst würde das Pferd mir ja nicht folgen. Und sonst würde das Pferd das auch nicht so annehmen. Und das sind für mich so Teile, Und dass man seine Arbeit oder diese Motivation oder die Impulse, die man in so einem Pferd kriegt, um seine körperliche Sache zu verbessern, um ihn im Prinzip auch vom Geist her mitzumachen und für den Sport die Richtung da reinzugeben, das ist natürlich das Schöne, wenn man das nachempfinden kann, ist natürlich sehr speziell und sehr komisch. Kleinkariert und sehr im Prinzip so das Ganze, weil ich bin von der Warte aus ziemlich penibel. Wenn ich zum Beispiel mit Katha und Egermann am Training bin und sage, Mensch, jetzt mal wieder ein bisschen mehr gerade, bleib ein bisschen weiter zurück. Du bist ja auch mal penibel. Aber das sind alles so Teile, gehören dazu. Und das ist vielleicht ein Riesenvorteil, dass ich viele Kleinigkeiten sehe und die mir sofort auffallen. Dadurch sofort an diese kleine Punkt auch rangehen kann. Und wenn mir dann auffällt, okay, wir kommen so eigentlich nicht weiter, dann trotzdem eine Option zu finden, das Pferd an eine Doppellaunche zu nehmen oder anderweitig mal das Training anzugehen, um dann im Prinzip die Spur oder im Prinzip dieses Ganze dann auch wieder mitzukriegen. Weil ich erlebe viel, wenn ich am Pferd etwas verändern will und im Prinzip so das Ganze, die Bewegung, Körperhaltung oder irgendwas da angehen will. Ich sage immer, eigentlich der Reiter ist dann das Arschloch. Weil im Prinzip, wenn das Pferd in seiner Jugend einen guten Aufbau gehabt hätte, körperlich perfekt wäre, die Balance hätte, den Reiter korrekt tragen zu können, die Kraft zu haben, aus dem Knie auch im Prinzip so das Ganze, dass er das halten kann. Dann wäre es natürlich viel einfacher. Aber da wir meistens später kommen oder irgendwie das Ganze schon ein bisschen in die falsche Richtung gelaufen ist.
[SPEAKER 2]
[00:05:21-00:05:23]
Wenn du als Trainer dazukommst.
[SPEAKER 1]
[00:05:23-00:05:32]
Wenn ich dann dazukomme. Und dann muss ich wieder manchmal anfangen, wieder anfangen, um das erste Teil wieder anzugehen, um dann das nächste wieder weiter angehen zu können.
[SPEAKER 2]
[00:05:33-00:05:40]
Siehst du dich selber als Vollblut-Trainer? Also man merkt ja richtig diese Tüftelei und diese Arbeit rund ums Pferd. Ist das am Ende das, was dich erfüllt?
[SPEAKER 1]
[00:05:40-00:06:39]
Ja, okay. Ich finde immer das okay. Ich habe... Über die Jahre natürlich, mit so vielen verschiedenen Pferden. Ich glaube, es gibt wenige, die so viele Pferde angeritten haben in ihrer Laufbahn. Auch dieses Beispiel, dass ich habe 29, wo ich internationale Grand Prix mitgewonnen habe, mit 29 verschiedenen Pferden. Und das sind natürlich alles so Teile. da waren natürlich in den Zeiten, ob das bei Albin Schockermüller war oder bei Paul Schockermüller, da waren natürlich immer viele auch mit Problemen behaftet oder irgendwie, da waren die Zeiten natürlich auch anders, da waren noch nicht die allerbesten, die sie jetzt, das Level war natürlich noch ein anderer, aber trotzdem hat sie immer sich Kopf machen müssen, was kann ich hier tun, was kann ich im Prinzip so auf die Wege leiten, um im Prinzip eine Verbesserung zu kriegen, weil mein Naturell ist natürlich so, dass wenn ich zum Turnier gehe, will ich auch gewinnen. Ich will kein Teilnehmer sein Das ist manchmal auch so, wenn ich mit manchen Reitern anfange, mit dem Training. Als Beispiel war ich mal bei Willem Greve.
[SPEAKER 2]
[00:06:39-00:06:42]
Internationaler niederländischer Reiter, Nationenpreisreiter.
[SPEAKER 1]
[00:06:42-00:08:21]
Und dann war ich bei ihm und ich sagte, Willem, kannst du mir helfen? Ja, ich sagte, komm. Und dann war ich bei ihm und sagte, Willem, wir müssen erst mal einen Kaffee trinken. Und dann haben wir uns an den Tisch gesetzt. Und ich sagte, Willem, weißt du, was das Schlimmste beim Reiten ist, oder beim Turnier ist, wenn du als Reiter auf dem Turnier bist, weißt du, was das Schlimmste ist? Wenn du nach Hause fährst und keiner hat gemerkt, dass du da warst. Das ist ja das Schlimmste, weißt du, wenn du nie irgendwo in einer Platzierung oder sonst was und dann war das Schöne, da war ich später dann in Löwaden auf einem Turnier und hatte ja den großen Preis gewonnen und dann bin ich hin, habe ihn gerade lehrt. Du sagst, die wissen schon, dass ich hier war. Aber das Schöne daran ist, dass du merkst, wie ihm das im Prinzip immer noch drin ist. Und das finde ich im Prinzip so, wenn du so Menschen im Prinzip zum Nachdenken oder auch motivieren kannst oder im Prinzip so die Grundgedanken. Warum gehe ich zum Turnier? Ich gehe doch nicht hin, um irgendwie nur teilzunehmen. Das finde ich dann toll, wenn im Prinzip so das Ganze doch ein bisschen haften bleibt. Oder wenn ich zum Beispiel so, da war man Helsinki und dann war ich auch als Trainer mit und da war Malin Bajor morgens auch im Training und ich habe in Schweden ja vier Jahre lang immer im April und im Oktober zweimal im Jahr Lega gegeben. Wenn du dann hinterher auf ein Turnier kommst, bist du Jahre raus und du siehst dann noch, wie die mit ihren Pferden arbeiten, dass immer das Großteil immer noch haften bleibt. Und das sind natürlich schon, finde ich, schöne Teile, dass die Reiter doch, auch wenn man dann die aus dem Auge verloren hat oder nicht mehr diese Kontakte hat, dass doch im Prinzip vom Grundprinzip, was ich mir vorstelle, in welche Richtung wir die Pferde arbeiten müssen, dass sowas hafter bleibt.
[SPEAKER 2]
[00:08:21-00:08:26]
Du bist mit 14 Jahren aus deiner Heimat Niederlande nach Deutschland gegangen?
[SPEAKER 1]
[00:08:26-00:08:46]
Nein, 18-jährig. Erst in Holland bin ich natürlich mit. Ich habe fünfmal die Europameisterschaft bei den Junioren mitgeritten zu der Zeit. Mit 15 war ich das erste Mal holländischer Meister und habe mit 15 im Prinzip drei verschiedene Reitvereine schon Springtraining gemacht.
[SPEAKER 2]
[00:08:47-00:08:52]
Also so jung warst du auch schon als Trainer und hast Leuten versucht, das auch beizubringen.
[SPEAKER 1]
[00:08:52-00:09:41]
Genau. Es war natürlich ein Vorteil, dass ich holländischer Meister auch war und das andere auch, dass im Prinzip diese Teile auch, jetzt fragt man natürlich, was willst du denn alles machen, wie geht das denn? Ich finde es im Prinzip sehr positiv, wenn junge Leute im Prinzip auch mal anderen trauen, sie zu unterstützen, zu helfen. Das macht ja wenig falsch. Das Erste, was ich natürlich gemacht habe, im Prinzip meine Übungen, meine ganzen Geschichten, was sie mit mir gemacht haben, habe ich mit denen genauso gemacht. Ich habe gedacht, das kann nicht so schlecht sein. Und daraus entwickelst du natürlich so ein bisschen so, dass du auch die Sicht auf die Sachen und wenn du das Training machst, wie die die Leute auf dem Pferd sitzen, wie im Prinzip diese Balance da ist, wie im Prinzip die Impulse gegeben werden, das kriegst du dann im Prinzip von jung an schon ein bisschen das Ganze dann, dass du die Leute da in die Richtung fordern kannst.
[SPEAKER 2]
[00:09:42-00:10:02]
Ist das ein Talent, was dir in die Wiege gelegt wurde? Oder kann jeder das auch so wie du erlernen? Weil wenn du sagst, mit 15 hast du das erste Mal angefangen, auch in diese Trainerrolle zu schlüpfen, ist das ja unglaublich früh. Wenn du jetzt heute schaust, einen 15-Jährigen nimmst, der reitet, du sagst, du sollst andere trainieren. Der eine oder andere kann es, aber du hast ja schon eine enorme Tiefe entwickelt daraus. Ist das ein Talent? Was ist Talent?
[SPEAKER 1]
[00:10:06-00:10:07]
Ich sage, Talent macht faul.
[SPEAKER 2]
[00:10:08-00:10:10]
Talent allein ist erstmal nichts.
[SPEAKER 1]
[00:10:10-00:11:13]
Deswegen ist Talent, ich sage immer, Charakter, Einstellung, am Ende geht es ja darum, was machst du damit. Und es war natürlich bei mir in der Jugend so, dass ich bei uns im Verein, wir hatten zu der Zeit den stärksten Verein. Weil im Prinzip wir untereinander gemeinsam das Training alles gemacht haben. Wenn etwas nicht funktioniert hat, dann habe ich die Pferde für eine Woche genommen und konnte die anderen auch wieder mit weiter reiten. Und wenn die Mädels im Prinzip, die Pferde waren ein bisschen unsicher geworden, dann habe ich die Pferde erstmal eine Zeit lang wieder gesprungen, um die Pferde wieder Sicherheit zu geben. Also das war von Kind an, ist es im Prinzip immer diese Laufbahn gewesen, dass wenn etwas nicht so funktioniert hat, Haben sie mich immer gefragt. Aber so von Kind an. Also in der Form hat sich wenig verändert. Ist natürlich so, durch die Erfahrung, durch die Unmengen an Pferden, die du da hattest, hat sich natürlich gewaltig so in der Erfahrung geschatzt. Und wie gehst du mit Situationen um und was machst du da? Hat natürlich schon, hat es gewaltig auch geholfen.
[SPEAKER 2]
[00:11:13-00:11:15]
Wie war dein erster Kontakt zur Raterei?
[SPEAKER 1]
[00:11:15-00:11:32]
Wie bist du da zum Pferd gekommen? Ist auch ein bisschen zum Schmunzellauf. Eigentlich war ich als Kind das, was mich auch unheimlich motiviert hat. Zu der Zeit haben sie immer noch mit den Friesen, mit den Pferden gearbeitet.
[SPEAKER 2]
[00:11:32-00:11:34]
Du kommst nämlich aus Heerenfeen, das ist Friesland.
[SPEAKER 1]
[00:11:34-00:11:43]
Friesland. Und da wurde natürlich immer, ob das Gras gemäht wurde, die Weiden gemäht wurden, wenn im Prinzip das Heu gemacht wurde und alles so, das gewendet wurde und alles zusammengeschoben wurde.
[SPEAKER 2]
[00:11:43-00:11:45]
Haben die auch mit Pferden gemacht damals?
[SPEAKER 1]
[00:11:45-00:13:35]
Alles nur mit Pferden. Und da bist du natürlich als Kind, bist dann mitgelaufen, auch wenn die am Mähen waren und so, das Ganze bist du dann mitgelaufen, wie Pferde da und dann haben sie Fohlen dabei und so das Ganze. Und dann diese Familie, wo ich dann immer hingegangen bin, was natürlich so im Sommer auch mal passiert ist, wenn die Schule ging es nach links und dann bin ich auch mal falsch abgewogen. Alles schon mal passiert, aber das ist im Prinzip so. Und dann gab es ein, so ein Erinnerung oder ein Teil, Dann musste das Heu, wir hatten ja einen ziemlich flachen Wagen, wo das Heu draufgezogen wurde. Da wurde eine Leine um den Heuhaufen gespannt und mussten die Pferde im Prinzip das auf diesen Wagen ziehen. Und da hatte man ein bisschen geregnet, war ein bisschen feucht und das Ganze da. Und das war so ein Erlebnis, das vergisst man nie wieder. Dann hat die Pferde angespannt und die sollten da los, ohne irgendwie in Zweifel. Die haben sich auf die Knie gelegt, um dieses Heu auf diesen Wagen zu ziehen. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Okay, zu der Zeit hat man die Bilder oder irgendwas, aber ein Pferd sich so vorne in das Zeug legt, im Prinzip, um das drauf zu ziehen, ohne dass im Prinzip der Bauer im Prinzip was dafür getan hat. Aber diese Einstellung, und das war für mich im Prinzip dieses Großzügige, was die Pferde haben, was ein Pferd, wenn man dem das richtig auch präsentiert oder macht, wie die Pferde dann immer wieder mitgehen, immer das Positive zu, dass sie wieder bereit sind, mit uns Es gibt ja keinen Reiter, der keine Fehler macht. Und es gibt auch, wenn man anfängt zu reiten oder irgendwas lernen will, da macht man doch so viele Fehler. Aber wenn man sagt, okay, komm, scheiße. Das Grundproblem, was wir glaube ich haben, das merkt man heute glaube ich auch in Schulen oder Kindergärten oder irgendwie, dass diese Kinder im Prinzip mal Entschuldigung zu sagen, hat nicht mehr diesen Wert von Entschuldigung. Die sagen Entschuldigung und rennen schon wieder weiter. Und warum bei uns auch, wir machen Fehler. Aber wir können uns beim Pferd auch entschuldigen und sagen, okay, Mensch, scheiße, haben wir scheiße.
[SPEAKER 2]
[00:13:36-00:13:37]
Aber wir lernen daraus am Ende.
[SPEAKER 1]
[00:13:37-00:13:57]
Wir lernen daraus. Aber dann muss man auch selber immer die Größe haben. Das war jetzt zu viel oder zu wenig. Irgendwo war es falsch, dass man das Ganze dann angehen muss. Mensch, wir müssen es besser machen. Wir müssen anderweitig das Ganze angehen. Und dann finde ich das toll, dass die Bereitschaft der Pferde, dass sie immer wieder mitgehen.
[SPEAKER 2]
[00:13:58-00:14:03]
Du bist dann sehr früh in jungen Jahren nach Deutschland gegangen, in den Stadt von Alvin Schockemüller.
[SPEAKER 1]
[00:14:03-00:14:09]
Das war ja so, dass ich hatte dann in der Zeit, weil ich habe ja eigentlich nichts gelernt, ich hatte nur mein Führerschein immer freischimmert.
[SPEAKER 2]
[00:14:09-00:14:11]
Immerhin.
[SPEAKER 1]
[00:14:11-00:15:55]
Das ist ja besser als nichts. Und dann war das so, dass ich, als ich 18 war, im Prinzip wollte ich in Holland Reitlehrer machen. Und dann gab es in Holland drei Stufen, Kommandant, Assistent, Instrukteur. Und das erste Jahr war ich dabei als Kommandant. Und da war die Prüfung und das war immer im April. Und ich hatte Lehrgänge, meine Lehrgänge gingen immer bis April. Und dann war ich im Januar bei Albin Schockermüll, weil der im Prinzip Emil Hendricks war vorher da und der wollte wieder nach Hause, weil der seinen Handelssaal mit seinem Vater und so wieder zurück wollte. Und dann haben sie für ihn eine gesucht. Und dann hat irgendwo Johann Heinz bei meinen Eltern angerufen, ob ich Lust hätte, für Albin zu arbeiten. Und das ist im Prinzip so. Und ich wollte immer ein bisschen was weiter lernen. Obwohl mein Geschäft, so wie ich das in Holland gemacht habe, war schon richtig gut. Als 15-Jähriger, 16-Jähriger und so, war da Mitte für Dienst und so, das war alles schon gut. Aber ich sage, nee, ich will für den Sport, ich will weiter nach vorne. Und deswegen auch im Prinzip diese Teile dann bei Albin angefangen. Als 18-Jähriger dann zu der Zeit zusammen mit Hans Quellen, der leider auch letztes Jahr verstorben ist. Und darauf, natürlich das erste Jahr, habe ich dann nur mit fünfjährigen Pferden geritten. Nur junge Pferde präsentiert und zum Turnier. Und im Prinzip, das war das letzte Jahr, dass ich vor Holland eigentlich in die Europameisterschaft mitgeritten bin. Und habe dann fünfjährigen geritten. Fünfjähriges Pferd, was eigentlich schon hier national schon zehn MA gewonnen hatte. Und wenn man heute sagt, okay, Fünfjährige oder so, aber das Pferd war im Prinzip auch, bin ich hinterher mit dem Fünfjährigen Zweiter geworden bei der Europameisterschaft.
[SPEAKER 3]
[00:15:55-00:15:56]
Frühreif.
[SPEAKER 1]
[00:15:56-00:16:32]
Pferd, Frühreif, ja. Und dann ist natürlich so diese Zeit bei Alwin und das zweite Jahr habe ich meine erste Estern geritten und habe das Jahr dann LFS gewonnen und dann auch sofort das Golden Radar Zeichen gekriegt im selben Jahr. Also ist es eigentlich so, ohne da viel drüber nachzudenken, aber ziemlich erfolgreich von Kind an. Ich habe mich selber da nie Gedanken drüber gemacht, aber es lief einfach und es ging und egal welches Pferd, ich habe fünfmal Europameisterschaft geritten bei den Junioren und jedes Jahr ein anderes Pferd gehabt. weil die dann wieder weg waren und verkauft oder war irgendwas anderes und dann kam wieder ein Neues.
[SPEAKER 2]
[00:16:32-00:16:42]
War das denn für dich jetzt rückblickend die wichtigste Weichenstellung, dass du dann nach Deutschland gegangen bist, in so einen Stall, wo einfach unglaublich viele andere Pferde, am Ende ja jeden Tag ein bisschen was anderes, oder?
[SPEAKER 1]
[00:16:42-00:17:44]
Das ein bisschen schade war, dass gerade in dem Jahr, das war ja das Jahr, wo Albin Schockenbüller Olympiasieger geworden ist in Montreal und danach im Prinzip im Vorfeld schon wenig geritten ist, weil Warwick war noch nicht so, hatte Probleme. Und natürlich, dass er hinterher dann aufgehört hat mit dem Reiten und eigentlich selber gar nicht mehr im Zug oder kaum noch im Stall war. Und eigentlich von seiner Reiterei oder so das Ganze dann teilweise ein bisschen was mitbekommen habe, aber ich hätte gerne mehr davon gehabt, weil er war gewaltig, wie er seine Fähre gearbeitet hat, der schulmäßige Rhythmus und das war gewaltig, das war unglaublich. Und das war auch wieder so schön, er war zum Beispiel wieder ein richtiger Begeisterter von Bobby Günther. Und Bobby Günther hat im Prinzip auch Herbert Rehbein damals bei Bobby Günther gelernt. Und deswegen auch diese Konstellation, auch mit Grünwaldhof, mit Schufro und so das Ganze. Das waren natürlich auch für mich so Erfahrungen, wo man sagt, okay, das mal kennenzulernen und dabei zu sein, war natürlich auch etwas ganz Besonderes.
[SPEAKER 2]
[00:17:45-00:17:50]
Wie ging es danach für dich weiter? Du warst dann eine gewisse Zeit bei Alvin Schockemüller. Was war dann dein nächster Step?
[SPEAKER 1]
[00:17:50-00:18:10]
Ja, okay, ich bin im Prinzip so da hingekommen und dann war das so, dass zu der Zeit kam dann, dass Alvin Schockemüller war dann Bundestrainer. Und ich habe natürlich meinen holländischen Pass und ich habe die Pferde von Albion gehabt und ich sollte dann mit für die holländische Mannschaft. Das ging ja gerade so, dass es mit Olympischen Spielen in Moskau, was am Ende dann nicht stattgefunden hat.
[SPEAKER 2]
[00:18:10-00:18:12]
Das war der Boykott im Zuge des Kalten Krieges.
[SPEAKER 1]
[00:18:12-00:18:41]
Das war der Boykott. Und dann habe ich irgendwo gesagt, für ihn war es natürlich schwer, die holländische Mannschaft die Pferde zur Verfügung zu stellen und das Ganze wird das auch noch weitergehen. Wir haben uns dann mal zusammengesetzt und gesagt, wenn du gut genug bist, spielt es keine Rolle, für welches Land du reitest. Wenn du nicht gut genug bist, dann spielt es auch keine Rolle, weil dann ist da, wo du dein Geld verdienst, ist es auch in Ordnung. Und daraufhin ist es im Prinzip so, dass ich dann am 22. Dezember 1979 deutscher Staatsbürger geworden bin.
[SPEAKER 2]
[00:18:42-00:18:47]
Aber was ja auch damals ohne weiteres gar nicht geht. Also man kann nicht sagen, ich möchte jetzt deutscher Staatsbürger werden.
[SPEAKER 1]
[00:18:47-00:19:03]
Das war natürlich auch so ein bisschen, dass die schon ein bisschen Interesse daran hatten. Und da hat Dieter Graf Landsberg, der damalige FN-Präsident, der hat im Prinzip das Ganze dann in die Wege geleitet und das Ganze angegangen. Und dann bin ich in Beckum eingebürgert worden.
[SPEAKER 2]
[00:19:03-00:19:05]
Beckum hier in Nordrhein-Westfalen?
[SPEAKER 1]
[00:19:05-00:19:07]
Ja, da bin ich eingebürgert worden.
[SPEAKER 2]
[00:19:07-00:19:11]
Und das wurde dann gesagt, hier, den Franke, der reitet gut, der soll bei uns ins Team, dem gehen wir den deutschen Pass an.
[SPEAKER 1]
[00:19:12-00:19:23]
Ja, wie die das, habe ich gar nicht gewusst, wie das Ganze, die haben gesagt, okay, geht, und dann haben wir alles so, und dann müssen für den und den Daten, muss alles fertig sein, und haben es alles fertig gekriegt.
[SPEAKER 2]
[00:19:23-00:19:24]
Und wie hast du das den Holländern erzählt?
[SPEAKER 1]
[00:19:24-00:20:26]
Die haben sich auch geerdert. Dann war das das Nächste, kam natürlich ein kleines Problem, da hatte ich die Fähre von Albin Schockermüller, da war ich Zweiter bei der Deutschen Meisterschaft geworden, 1980 in München, mit Argonaut, und dann eigentlich so das Ganze dann auch in Holland, das erste Mal in Amsterdam, Und dann habe ich in Amsterdam die Qualifikation vom World Cup gewonnen, den großen Preis gewonnen, World Cup gewonnen und SB gewonnen. Das war viermal Standard und jedes Mal kommt natürlich da... deutsche Nationalhymne. Und dann natürlich in Holland und dann im Prinzip, wenn alles noch so frisch ist, das war natürlich so etwas, wo du sagst, das ist... Provokation eigentlich, oder? Ja gut, aber gut. Die haben im Prinzip so das Ganze dann auch so akzeptiert. Und dann ist das Ganze dann natürlich auch so weitergelaufen. Aber war für mich natürlich schon auch ein bisschen was Besonderes, wenn du dann da stehst vorne viermal und viermal im Prinzip dann die Hymne hörst. Da musste man sich jetzt natürlich auch so ein bisschen daran gewöhnen, das Ganze.
[SPEAKER 2]
[00:20:26-00:20:39]
Auf einem der wichtigsten Turniere in den Niederlanden. Amsterdam, absolute Top-Veranstaltung für die Niederländer. Aber der Verband hätte dich ja auch mit Kusshand genommen. Du warst ja wahrscheinlich auch ein Kandidat für den Championatskader etc.
[SPEAKER 1]
[00:20:39-00:21:19]
Das war vielleicht ein kleiner Grund dafür, weil ich sollte eigentlich vorher in die Mannschaft reinkommen. Und es war genau zu dieser Zeit, wo Sangersheide sehr stark war. Leon Melchior, der hat im Prinzip viele Reiter, Johann Heinz und Harry Wouter van Oudewey, Dick Wicken, Willi van der Ham und Jan Brugg, die haben alle damals für Stahl Melchior geritten. Und der wollte im Prinzip die Mannschaft auch aus eigenem Stahl haben. Und dann war für mich natürlich kein Platz da drin. Ich war erst in die Mannschaft und im letzten Moment haben sie dann wieder ausgetauscht, haben sie einen anderen da aus dem Stall von Leo Melchero da reingenommen. Und das war zusätzlich natürlich auch ein bisschen diese Grund mit, im Prinzip wurde gesagt, komm hier, gehst an, da weite ich das Ganze an.
[SPEAKER 2]
[00:21:19-00:21:27]
Für dich ja eine der besten Entscheidungen, du bist in der Folge Weltmeister, Olympiasieger, hast ja am Ende im Springreiten alles gewonnen, was man gewinnen kann.
[SPEAKER 1]
[00:21:29-00:22:30]
Ja, gut, das ist natürlich so ein, ja... Dafür macht man im Prinzip den Sport auch, dass man eigentlich so diese Prüfung gewinnt. Es ist auch ein Teil, für mich war es zumindest so, dass ich eigentlich, wenn ich turniere oder irgendwelche, auch immer, das heißt nicht umsonst Showjumping, es ist ein Teil Show. Es ist im Prinzip da, dass wir was präsentieren, fürs Publikum, um Begeisterung darüber zu bringen, im Prinzip Nähe darüber zu bringen und auch diese Kontakte da natürlich mit dem Publikum auch zu machen. Und ich hatte oft da einen riesen Vorteil, dass auch wenn ich im Parcours reingegangen bin, eigentlich kein Problem hatte, vorher noch mit dem Publikum ein bisschen was zu sprechen oder irgendwas zu machen. Und das ist natürlich auch, das sind alles so Teile, wie man den Sport präsentieren will oder was man darauf sorgt, eine Entwicklung und im Prinzip dieses Spaßfaktor, die wir alle gemeinsam haben wollen, steht dabei auch, obwohl wir im Prinzip Profis oder irgendwie das machen, okay, man will den Sport, aber trotzdem, der Spaßfaktor darf nie vergessen werden.
[SPEAKER 2]
[00:22:30-00:22:54]
Und du bist ja dann auch in Deutschland zu einem Publikumsliebling geworden. Ich glaube, viele Jüngere wüssten zum Beispiel gar nicht, dass du eigentlich ursprünglicher Niederländer bist. Also es ist vielen ja auch gar nicht bekannt, zwangsläufig. Und das ist ja schon etwas Besonderes, trotz der Rivalität, die ja zwischen Deutschland und den Niederlanden, die ja auch im Springsport in Teilen damals bestand, so entstanden ist.
[SPEAKER 1]
[00:22:55-00:23:17]
Das war, ich war zum Beispiel, wie alt war ich, 14, 14, 15, bin ich einmal mit einem Freund von mir mit dem Zug, sind wir dann nach Rotterdam zum Nationenpreis gegangen. Und das war auch so ein Erlebnis, dann sind irgendwie meine Freunde sitzen auf der Tribüne und gucken den Nationenpreis an und Deutschland gewinnt den Nationenpreis. Und dann kommt die Nationalhymne und sitzen Leute neben uns, die nicht aufgestanden sind.
[SPEAKER 2]
[00:23:18-00:23:20]
Ich hätte fast gedacht, es wird gefiffen.
[SPEAKER 1]
[00:23:20-00:23:54]
Nein, aber dann haben wir im Prinzip gehabt, dass wir den Krieg mitgemacht haben. Und dann merkst du im Prinzip auch so, wie das Ganze dann auch doch alles gelaufen ist. Rotterdam war natürlich extra so eine extreme Stadt, wo gewaltig viel kaputt gemacht worden ist. Und das sind natürlich auch so diese Erlebnisse, die, glaube ich, auch fürs Leben einfach auch schön sind. mitzuerleben, wie im Prinzip so unterschiedliche Sachen, was da alles so abgeht und auch so ein bisschen da dieses mitzuempfinden, was alles passiert ist.
[SPEAKER 2]
[00:23:55-00:24:10]
Da sieht man auch, welche langen Linien da auch bestehen, dass am Ende es nicht nur darum geht, für welche Flagge reite ich, sondern in den Momenten bei diesen großen Sportereignissen ist es dann doch auch so viel Historie, die mitspielt, die man in dem Moment spürt.
[SPEAKER 1]
[00:24:10-00:24:49]
Aber das ist genauso. Ich habe ja viel Unterricht auch gemacht in Japan und in Russland, in Finnland, in Schweden. Das Schöne auch in China, das ist natürlich so, dass diese Mentalität oder im Prinzip die Menschen, was unheimlich schön ist, die Kulturen mitzuerleben. Warum sind Menschen im Prinzip so in diese Richtung? Warum ist dieses, dass man sagt, okay, diese innere Einstellung auch für diese Menschen, dass diese unterschiedlichen Kulturen, dass man die kennenlernen mag und dass im Prinzip dieser Umgang mit diesen Menschen ist grundverschieden.
[SPEAKER 2]
[00:24:51-00:25:14]
Die Zeit damals bei Schockemöhle ist für dich natürlich reiterlich wahrscheinlich die prägendste Zeit deines Lebens gewesen. Und vor allen Dingen hast du da unter anderem zusammen mit Ludger Baerbaum auch zusammengeritten. Oder ihr wart beide Angestellt und Bereiter. Was ja schon besonders ist, zwei Ikonen des Springsports, die zeitgleich aus dieser Zeit, Aus dem Stall entstanden sind.
[SPEAKER 1]
[00:25:15-00:26:44]
Gut, zu der Zeit war natürlich, wo ich Ludger sehr viel geholfen habe. Auch so im Prinzip, wenn was nicht so funktioniert oder wenn ein Pferd im Prinzip so ein bisschen, da haben wir vieles gemeinsam gemacht. Und wenn resummäßig was verbessert werden sollte, dann habe ich ihm gewaltig auch damit geholfen. Und das ist im Prinzip auch schön, dass man sagt, wenn man dann in so einem Stall ist und gemeinsam im Prinzip diese Teile dann auch, weil ich sage alleine ist nur alleine. Wenn man natürlich die Synergien und im Prinzip gemeinsam etwas machen kann und sie gegenseitig unterstützen kann. Guck mal zu, wie ist dies oder helf mal hier oder kannst du mal schauen. Das hilft natürlich, bereichert einen. Und das natürlich zu der Zeit, weil Ludger noch jung war. wieder dahin gekommen ist und dann hat er natürlich auch so gewaltig da viel von mitgenommen und gemeinsam natürlich auch ja dass wir diese Erfolge natürlich auch diese Turniere hatten und es braucht vielleicht manchmal auch so dieses vom Stall gemeinsam im Prinzip so diese man diese ja dass man beide wir wollen ja beide gewinnen und dann nehmen wir im Prinzip so die Reize die man dann auch gegenseitig setzt um im Prinzip vorne mit dabei zu sein und das unterstützt, aber das macht einen natürlich auch noch viel, viel stärker, weil da sind Kleinigkeiten natürlich unheimlich wichtig. Und das ist, wenn man da eigentlich so daran arbeiten kann und gemeinsam die ganzen Sachen angehen kann, war eine super Zeit, war wirklich so das Ganze, dass wir viel gemeinsam unternommen haben und ja, das war schon...
[SPEAKER 2]
[00:26:45-00:26:57]
Wie wichtig ist für dich Gewinn, damals als Reiter, jetzt als Trainer? Ist das die ultimative Bestätigung oder ist der Weg eigentlich ein anderer, des beständigen Verbesserns und eigentlich der Arbeit, die man mit dem Pferd entwickelt?
[SPEAKER 1]
[00:26:58-00:27:48]
Nee, ich finde es schon im Prinzip, dass man sagt, okay, wenn ich Turnier mache oder Wettbewerber mache, will man vorne sein. Das ist erstmal so das Ganze. Als Beispiel, wenn ich jetzt ein Turnier organisieren würde, es gibt bestimmt Reiter, die ich gar nicht einladen würde, weil die im Prinzip für das Publikum nur scheiße sind. Die würden im Prinzip so nur die ersten Tage nur da rumreiten und gucken, dass okay, null hier oder da mal ein bisschen üben und da mal ein bisschen üben und wollen im Prinzip nur auf den großen Preis loslassen. Ich brauche solche Reiter nicht. Ich will Reiter, die im Prinzip jeden Tag schon so einen Wirker oder irgendwie so einen Bosti oder irgendwie das Ganze, die gehen sie jeden Tag an. Früher, Hugo, auch jeden Tag. Oder Ritchie, dass man sagt, okay, dafür kommt das Publikum zum Turnier. Dass sie sehen, dass es ein Wettkampf ist. Und nicht irgendwie, dass die gute Reibe im Prinzip nur jeden Tag nur da rum reiben und passiert nichts.
[SPEAKER 2]
[00:27:50-00:28:12]
Wie siehst du die derzeitige Entwicklung, dass tendenziell die klassischen Turniere, die großen Turnierstandorte in Europa eher auf dem absteigenden Ast sind, wenn man jetzt schaut, wie viele Fünf-Sterne-Veranstaltungen es am Golf gibt, am persischen Golf. Da wird geritten vor 200 Leuten, vor 500 Leuten. Wie sehr schmerzt das vielleicht auch?
[SPEAKER 1]
[00:28:13-00:30:03]
Schon, dass man sagt, okay, aber wir haben natürlich heute andere Probleme. Wenn ich mir noch überlege, das erste Mal, wo ich in Aachen war, hat es 10.000 D-Mark auf sich gegeben. Heute gibt es 1 Million Euro. Im großen Preis. Die Zeiten haben sich natürlich gewaltig verändert. Das ist natürlich auch bei jedem Reiter oder bei jedem Stall. Die Kosten haben sich immens vergrößert. Alles ist viel teurer geworden. Früher hast du Einfläge gehabt für 10, 15 Pferde, jetzt brauchst du drei. Die LKWs, die ganzen Sachen, Mount und alles, was man sagt, die laufenden Kosten, die sind ja gewaltig gestiegen. Nimm nur einen Tierarzt, das ist gewaltig, was du im Prinzip da an Mehrkosten hast. Und dann ist es natürlich so, dass die Reiter natürlich für sich einen Plan machen, wo kann ich im Prinzip das Geld verdienen. Und es ist jetzt nicht mehr das, okay, ich glaube auch, wir kriegen Probleme, oder was heißt Probleme? Championat sollte eigentlich immer wichtig sein, dass man sagt, okay, man will zum Championat. Aber trotzdem sind einige Reiter, wo er sagt, okay, komm, ich verzichte da drauf, weil ich will im Prinzip so mein Pferd das starten. Versucht mal einen Reiter, wenn in Aachen im Prinzip der große Preis ist, versucht ihn mit dem Pferd mal davon wegzuhalten, wenn im Prinzip vier Wochen später die Meisterschaft ist. Dann geht er dort den großen Preis, will er da auch angehen. Oder Calgary, weil die haben im Prinzip auch noch die Möglichkeit, im Prinzip nochmal einen Bonus oder irgendwas sonst was zu kriegen. Und Das ist, da muss man sich nicht im Prinzip, dass man das schlecht reden will, aber da ist auch geschuldet, da im Prinzip an die Problematik, die man hat, dass die Kosten so hoch sind. Jetzt auf dem Turnier, jedes Pferd, wenn du hier einen normalen Riesenbäcker oder so auf dem Turnier, was kostet eine Box? Wenn du eine Box und ein Nenngard hast, bist du 650, 700 Euro bist du los, pro Pferd. Wir versuchen auf so einem Zwei-Ständer-Turnier das Geld mal wieder reinzukriegen.
[SPEAKER 2]
[00:30:03-00:30:05]
Und da hast du noch nicht geschlafen, noch nicht gegessen?
[SPEAKER 1]
[00:30:05-00:30:10]
Also 70, 80 Prozent der Leute gehen im Prinzip mit Verlusten nach Hause.
[SPEAKER 2]
[00:30:10-00:30:15]
Ist Springreiten noch ein Breitensport, so wie du ihn damals, als du angefangen hast, erlebt hast?
[SPEAKER 1]
[00:30:16-00:30:37]
Ja, das heißt, da hat sich auch gewaltig verändert. In der Richtung, dass wir kaum Schulbetriebe haben. Wir haben damals in den WCMs Reiten als Schulsport gemacht. Die Kinder, die teilgenommen haben, konnten für die Klasse eine Reitstunde machen.
[SPEAKER 2]
[00:30:37-00:30:50]
Habe ich selber mitgemacht. Ich glaube, das war in der fünften Klasse. Da ist die ganze Klasse. Ich konnte damals schon reiten. ist die ganze Klasse damals nach Fürstenau gefahren und da wurde dann geritten.
[SPEAKER 1]
[00:30:50-00:31:52]
Tja, aber er versucht da mal einen Schulbetrieb jetzt anzugeben. Da kannst du doch nicht irgendwie mit dem Schulbetrieb hingehen und sagen, okay komm, wir gehen heute mal eine Stunde machen mit der ganzen Klasse. Das geht doch gar nicht mehr. Und das sind so Teile, und dann habe ich zum Beispiel auch im WSM, zuerst haben wir das so ausgeschrieben oder so gemacht, dass sie so einen Preis bekommen. Und dann haben wir mit der ganzen Jugendwarte gesprochen. Wir versuchen die Jugend im Prinzip von der Schule ein bisschen zum Pferd zu kriegen. Aber da ist kein Platz mehr. Und da haben wir die ganze Jugendwarte damals in WSM auch zusammen getrommelt. Haben da mal einen Abend gemacht. Und da haben wir gesagt, okay komm. Ist nicht zu schaffen. Wir schaffen nicht im Prinzip so, dass wir Kindern, auch wenn wir möchten, dass viel mehr Kinder in die Richtung gehen. Aber da ist kein Platz. Du kriegst die im Prinzip nicht am Handel. Und dann haben wir im Prinzip die Preise, haben sie dann verändert. Dann sind sie zu Egytana hin mit dem ganzen Bus, dann sind sie in andere Teile. Wir haben dann in Oldenburg, haben wir oft das Finale dann gehabt, woraus im Prinzip hinterher in Showteile und andere Sachen hat sich damals, aber ist irgendwann auch wieder eingeschlafen.
[SPEAKER 2]
[00:31:53-00:32:20]
Aber war es nicht auch so, dass du und viele deiner Kollegen auch zugänglicher waren? Wenn man jetzt heute auf die Spitzensportler schaut, die sind heute in Abu Dhabi auf dem Turnier, morgen in Wellington, übermorgen in Hongkong. Hat sich nicht auch der Springsport so weit verändert, dass dieser Kontakt zur Basis einfach de facto so wie es läuft, so schwierig geworden ist, weil die am Ende so viel unterwegs sind?
[SPEAKER 1]
[00:32:20-00:32:27]
Das ist ein Riesenproblem. Nehmen wir nochmal eine andere Form. Es ist ein Riesenproblem, dass diese Reiter, wie sollen die nochmal ein junges Pferd ausbilden?
[SPEAKER 2]
[00:32:28-00:32:29]
Da haben die gar keine Zeit dafür.
[SPEAKER 1]
[00:32:29-00:33:52]
Da kommen die gar nicht mehr dazu. Also das ist schon ein großes Problem. Deswegen ist auch da, was für Jugendarbeit, was kann man machen und wie kann man im Prinzip das Interesse an der Jugend mehr. Andersrum, wenn man sagt, ich habe jetzt ein Schulpferd. Wie viele Stunden muss ein Schulpferd laufen, damit es sich selber bezahlt macht? Oder wie viel Geld muss ich im Prinzip für die Stunde bezahlen, damit ich im Prinzip so ein Pferd halten kann? Mit Schmied, mit Tierarzt, mit Stahl, mit alles so das Ganze. Wie viel muss, wie geht das? Welchen Preis? Wie viel sind die Leute dann bereit im Prinzip für die Stunde zu bezahlen? Und das ist eigentlich so die ganze Kosten. Da muss ja auch jemand haben, der das betreut, im Prinzip der Unterricht gibt. Und das sind die Kosten auch. Nehmen wir jetzt mal der Lehrling, der kriegt auch schon 35 Euro die Stunde. Wie soll das im Prinzip, wie soll das funktionieren? Und das sind so Teile, die kriegt man nicht zurückgedreht. Deswegen auch da, die Züchter haben genau dasselbe Problem, dass viele von diesen normalen kleinen Züchtern im Prinzip so, alle sagen, okay, geht nicht mehr. Der Geld ist viel zu hoch, die Kosten mit Tierarzt und alles ist so, es lohnt sich nicht mehr, Fohlen kann ich kaum verkaufen. oder muss in Ausnahme Papier haben, wo die Abstammung so immens ist, wo du sagst, okay, oder aus der Stute, wo du sagst, okay, die alles gewonnen hat. Aber die anderen tun sich da verdammt schwer.
[SPEAKER 2]
[00:33:52-00:33:60]
Aus deiner Sicht, und du betreust unglaublich viele aktive Reiter im Spitzensport, aus deiner Sicht, was macht einen guten Reiter aus?
[SPEAKER 1]
[00:34:03-00:34:14]
Ja, also erstmal, dass man im Prinzip dieses... Ich finde einen guten Reiter... muss in der Lage sein, ein junges Schwert auszubilden bis zur Grand Prix.
[SPEAKER 2]
[00:34:14-00:34:17]
Also bis auf 1,55 Meter Level.
[SPEAKER 1]
[00:34:17-00:34:57]
Ja. Und wenn der Reiter im Prinzip so, dass er das aufbauen kann, ein junges Schwert, im Prinzip das Vertrauen zu geben, ein junges Schwert auszubilden, körperlich eine Verfassung zu bringen, dass er später im Prinzip in ein paar Jahren aufgebaut ist, dass er das machen kann, dann bist du ein guter Reiter. Ich bin kein guter Reiter, wenn ich im Prinzip in Saudi-Arabien bin und habe das Geld und kaufe mir ein teures Pferd und sage, okay, ich kann damit reiten. Das hat mit dem Reiten ja wenig zu tun. Nicht, dass ich schlecht reite. Wir haben im Prinzip so, je besser dein Pferd ist, je besser kannst du natürlich auch das Ganze nützen. Aber ein guter Reiter sollte in der Lage sein, ein Pferd selber auszubilden und irgendwie bis zur Grand Prix hinzubringen.
[SPEAKER 2]
[00:34:57-00:34:60]
Was sind die Facetten, die es dafür braucht?
[SPEAKER 1]
[00:35:01-00:35:36]
Erstmal, dass ich gehe, erste Beurteilung vom Pferd, Beurteilung, wie ist das Modell des Pferdes, wie bewegt sich das Pferd, wie aktiv im Prinzip so das Ganze dann, weil wir da haben heute natürlich auch verschiedene Blutlinien, die bestimmte Probleme auch haben. Und das muss man erkennen und welche Arbeit, welche Sachen mache ich damit, um das im Prinzip da das Pferd weiterentwickeln zu lassen. Weil meine These ist immer so, je besser das Pferd in seinem Körper und in seiner Bewegung ist, je länger bleibt das Pferd gesund. Und das sollte im Prinzip die erste These für jeden Reiter sein. Ich muss mein Pferd lange gesund halten.
[SPEAKER 2]
[00:35:36-00:35:38]
Gesunde Haltung, das ist das Thema.
[SPEAKER 1]
[00:35:38-00:35:43]
Und deswegen, je besser ein Pferd in der Balance ist, je besser ein Pferd sich bewegt, je länger bleibt er gesund.
[SPEAKER 2]
[00:35:43-00:35:50]
Also erstmal die Beurteilung, was für ein Pferd habe ich, welches Exterieur, wie sollte ich das Training auch anlegen dafür?
[SPEAKER 1]
[00:35:50-00:36:19]
Und das ist natürlich manchmal auch verdammt wichtig, wie ist das Interieur? Ja. Weil wenn ein Pferd diese Bereitschaft im Prinzip so, dann wird es vieles leichter. Aber manchmal ist es natürlich auch ein Pferd, die erstmal so, wir haben auch Pferde, ich hatte auch ein Pferd, mein Pferd wollte Chef sein. Und ich sage, bei uns zwei Chefs ist schwierig. Und da muss man, jetzt hat man eine Auseinandersetzung. Aber wenn das Pferd dann überzeugt ist, dass man mit einem Chef zufrieden sein muss, dann hat man vielleicht auch wieder eine Chance, dass man das Ganze mitnehmen kann und dann eigentlich auch wieder Erfolge haben kann.
[SPEAKER 2]
[00:36:19-00:36:24]
Aber wenn das Pferd Chef sein will, Also Hierarchie müssen wir klären.
[SPEAKER 1]
[00:36:24-00:36:25]
Ja.
[SPEAKER 2]
[00:36:25-00:36:26]
Was brauchst du noch?
[SPEAKER 1]
[00:36:26-00:37:12]
Grundsätzlich, dass man sagt, hier ist mein Platz, da ist dein Platz. Weißt du, was normal in der Natur notwendig ist. Um so ein Pferd natürlich auch, und da muss man natürlich so die Gegebenheiten, die Möglichkeiten haben, von Platz, von auch die Bedingungen und Betreuung. Und es gehört da im Prinzip heutzutage ein ganzes Stab dazu. Das ist wie ein Tierarzt. Ich will nicht einen Tierarzt haben, wenn das Pferd lahm ist, dass er dann das Pferd behandelt. Ich will nur einen begleitenden Tierarzt, wenn ich im Prinzip bei einem Pferd arbeite und irgendwo sage, der braucht ein bisschen Unterstützung, ein bisschen Hilfe, um sich zu verbessern. Dafür sehe ich im Prinzip das Management, ob das jetzt ein Physiotherapeut ist, ob das jetzt ein anderer, was man heute mit Akupunktur oder anderen Sachen, dass man das unterstützen kann, im Prinzip das Pferd stärker und besser zu machen.
[SPEAKER 2]
[00:37:12-00:37:35]
Wie siehst du neuartige Methoden der Datenerfassung? Wir haben immer wieder auch Vielseitigkeitsreiter hier, die sagen, vor Championaten, natürlich ist Vielseitigkeit nochmal ein bisschen ein anderer Sport, weil es geht viel um Galoppfrequenz, aber Datenerfassung gab es ja zu eurer Zeit überhaupt nicht. Ihr habt das gespürt und habt es entsprechend umgesetzt, aber wie siehst du so diese ganzen neuartigen Sachen?
[SPEAKER 1]
[00:37:35-00:38:01]
Man kann alles nützen. Sollte man vielleicht auch immer die Möglichkeiten hat, aber ob man alles braucht, ist wieder eine andere Sache. Nimm nur, wenn wir jetzt unsere Springpferde haben. Wenn ich die Pferde täglich reite, wie viel Prozent braucht das Pferd von seiner Leistung? Wie viel ist da? Welches Level am Prozent, wie viel muss ein Pferd leistet, ein Pferd?
[SPEAKER 2]
[00:38:02-00:38:03]
Das ist eine spannende Frage.
[SPEAKER 1]
[00:38:04-00:38:05]
Ja, eben. Ist das 20%?
[SPEAKER 2]
[00:38:05-00:38:07]
Das wird am Ende keiner sagen können, genau.
[SPEAKER 1]
[00:38:07-00:38:47]
Ist das 20%, ist es 30%? Wir glauben, dass wir normal beim Training nie über 30% kommen. Und wenn ein Pferd im Prinzip, wir schaffen ja nie, dass okay, dass ein 60% seine Leistung regelt. Wir können doch viel mehr. Wir haben andere Faktoren, die eine Rolle spielen. Wenn ein Stange fällt und er ist nicht richtig genug, dass er nicht um die Kurve kommt, aber wir haben doch nicht im Prinzip, dass es Leistung, dass er Höchstleistung betreibt. Wenn man sagt, ein Rennpferd kann ich ja beurteilen. Der Sieger ist vielleicht nicht 100% gelaufen, aber der Zweite wäre schon 100% gelaufen. Und das haben wir ja nicht. Wir haben im Prinzip komplett andere Faktoren. Und deswegen ist es auch da, dass man sagt, okay, diese Belastung, dass man sagt, okay, dieses Pferd hat, kommen wir nicht an 100%.
[SPEAKER 2]
[00:38:47-00:38:57]
Wenn du jetzt auf deine Erfolgspferde von früher schaust, Jolly Cur, Walzer König, Wai Hawaii, was haben diese Pferde ausgemacht? Was war das Besondere an diesen Pferden gegenüber anderen?
[SPEAKER 1]
[00:38:58-00:39:52]
Ja, erstmal ist es so, dass okay, diese Bereitschaft mitzugehen und im Prinzip auch so, wenn man dann im Stechen, da ist nicht immer, dass alles perfekt ist, aber trotzdem mitzugehen und trotzdem alles zu versuchen und zu machen. Und das ist natürlich auch wieder das eine Pferd, wie der von Natur, der man sagt, okay, fällt es leichter, der andere fängt es schwerer. War herbei zum Beispiel super, das ist okay von ihrer möglichen Qualität, aber ein langsames Pferd. Also mit diesem Pferd musst du immer ein bisschen mehr Risiko gehen, um genauso schnell zu sein wie die anderen. Jolicoeur war von Natur her schnell. Da kannst du ruhiger bleiben, weil du weißt, dass du schnell bist. Und das sind so diese unterschiedlichen Faktoren, die da im Prinzip eine große Rolle spielen. Die Einsetzung des Pferdes und im Prinzip das mit dem Pferd eigentlich so, das Ganze so präsentieren zu können, wie man sich das vorstellt. Und da braucht man im Prinzip die Einstellung und dass das Pferd dann auch im Stechen, dass es mal kurz rum, dass es mal mitgeht und das mit. Und das geht nur, wenn das Pferd Vertrauen zu dir hat, sonst schaffst du das nicht.
[SPEAKER 2]
[00:39:55-00:41:18]
Werbung. Die VW Classics in Neumünster sind eines der traditionsreichsten internationalen Turniere Europas. Seit 1987 gastiert dort der FEI Dressage World Cup. So auch in diesem Jahr. Es ist die dienstälteste Station dieser weltweit ausgetragenen Dressurserie. Und der große Preis im Springreiten gilt auch als absoluter Klassiker. Unser heutiger Gast, Frank Slotak. konnte ihn auch schon dreimal für sich entscheiden. Neumünster mit seiner Atmosphäre etwas ganz Besonderes. Außerdem in diesem Jahr mit einer Jubiläumsshow schon am Mittwochabend, da das Turnier seinen 75. Geburtstag feiert. Mehr Informationen und Tickets findet ihr unter www.reitturnier-neumünster.de Die VR Classics vom 12. bis 15.2. Werbung Ende. Wie früh oder zu welchem Zeitpunkt spürst du, dass das ein Pferd ist, das zu höheren Berufen ist? Weil am Ende gibt es ja unglaublich viele Pferde, wo man sagt, okay, da ist das Potenzial da, aber gepaart mit der Einstellung ist es ja doch dann eher selten, und das sieht man ja auch bis heute, wenn man schaut, was unterscheidet den United Touch von anderen Pferden auf dem Level, ist es zum Beispiel die Einstellung. Und zusammen mit dem Vermögen, das es dann mit dem Reiter am Ende auf die Straße bringt.
[SPEAKER 1]
[00:41:18-00:42:03]
Aber wie früh erkennt man das? Erkenntnis ist ein Teil, aber dafür ist meistens, der Reiter macht das Pferd. Und deswegen ist da auch, dass der Reiter, das Pferd auch im Prinzip so von innen und im Prinzip, wie gehe ich damit um und welche Arbeit oder welche Tätigkeit, was braucht das Pferd, um das Ganze anzugehen. Und das ist da die Beurteilung auch, dass man sagt, okay, wir können ja Potenzial haben, dass ein Pferd kann gewaltig springen, aber wenn das Pferd im Prinzip Ich nenne dir jetzt mal ein anderes Beispiel. Das war auch schön, dass im Prinzip so, ich habe ja den Rekord mit 2,40 m SB. Jetzt war mein Vater natürlich sehr stolz und jetzt haben sie in Holland bei ihm ein bisschen ein Interview gemacht und er war so stolz.
[SPEAKER 2]
[00:42:03-00:42:07]
Aber den hältst du glaube ich auch bis heute, oder? Es gab mal einen Rekordversuch, das zu überwiegen, glaube ich.
[SPEAKER 1]
[00:42:07-00:42:55]
Ja, aber das ist bis jetzt, das wird er wahrscheinlich auch nicht mehr so bekommen. Aber mein Vater sitzt auf dem Sofa und im Fernsehen lässt er dieses Video ablaufen und Dann sind die da und mein Vater lacht so darüber und sagt, die Pferde, die das machen, dürfen nicht zu schlau sein. Weil da machen die das nicht. Also da ist auch wieder so ein Teil in dieser Geschichte drin. Wenn du ein super vorsichtiges Pferd hast und ein unheimlich schlaues Pferd hast, dann machst du solche Sachen nicht. Aber wenn das Pferd dafür gemacht oder irgendwie das Pferd so und diese Bereitschaft dazu hat, dann ist das komplett was anderes. Und diese Einschätzung, wie, was kann ich mit dem Pferd und in welchem Bereich ist dieses Pferd ja, hat es ein Potenzial im Prinzip zum Besten zu machen.
[SPEAKER 2]
[00:42:55-00:42:57]
Vermisst du das Turnierreiten heutzutage?
[SPEAKER 1]
[00:42:57-00:42:58]
Ne, weil ich habe kein Pferd.
[SPEAKER 2]
[00:42:60-00:43:02]
Stattdessen sind wir durchgegangen.
[SPEAKER 1]
[00:43:02-00:43:23]
Nein, aber so das geht, das Ganze da, ne. Und ich kenne mich selber zu gut. Ich habe ja schon öfter Angebote gehabt, das Pferd wieder ein bisschen Turnier reiten und das Ganze. Das Comeback. Aber das Problem ist, ich kenne mich selber. Wenn du ein gutes Pferd hast und das Potential ist da, dann bin ich jede Woche wieder unterwegs. Und das will ich nicht mehr.
[SPEAKER 2]
[00:43:23-00:43:25]
Was hält dich da zurück?
[SPEAKER 1]
[00:43:25-00:44:07]
Ich kenne mich selber. Nicht, dass ich nicht in der Lage wäre mitzumachen, aber ich kenne mich. Ich habe manchmal zum Spaß in China noch Turniere geritten und auch da die großen Preise gewonnen. dann mit fremden Pferden. Aber das ist dann im Prinzip so, das Ganze dann auch da, aber das ist dann mal ein Wochenende. Aber ich habe sonst mit dem nichts wenig zu tun. Und das ist natürlich dann auch, da kenne ich mich selber viel zu gut, wo ich sage, okay, und ich möchte nicht jetzt nach Doha und dann nach Calgary und dann hier, dass ich jede Woche unterwegs bin. Das ist unglaublich, wie die jede Woche den Vogel, das fliegt ja hin und her. Das ist doch, nee, möchte ich nicht mehr.
[SPEAKER 2]
[00:44:08-00:44:31]
Wenn man jetzt von außen drauf schaut und viele Springreitfans, die auch zu deiner Erfolgszeit mit dem Sport in Kontakt gekommen sind, sehen, dass zum Beispiel Ludger Baerbaum bis heute auch medial präsent ist. Dass Hugo Simon medial präsent war, jetzt natürlich aufgrund des Alters weniger. Bei dir hat man das Gefühl, dass du bewusst sagst, ich möchte eigentlich lieber zurücktreten.
[SPEAKER 1]
[00:44:32-00:44:35]
Ist das eine richtige Beobachtung? Ich habe mich nicht verabschiedet.
[SPEAKER 2]
[00:44:35-00:44:38]
Also zurücktritt im Sinne von aus dem Spotlight zurücktreten?
[SPEAKER 1]
[00:44:48-00:45:49]
die im Prinzip auch richtig Spaß machen, auch mit der Jugend, mit der HSG-Bestiftung oder dann mit der Jürgen-Reiter-Akademie. Irgendwann kommen sie alle wieder vorbei. Also irgendwann sind sie alle wieder da. Und das ist eigentlich auch schön, ist dann auch wieder eine Bestätigung, dass man in dieser Form, wie man es macht, auch was richtig macht. Und das befriedigt, das macht Spaß. Und das ist im Prinzip, wenn man so die Jugend oder auch den Sport befriedigt, aus dem Rückhalt oder irgendwie ein bisschen von der anderen Ecke unterstützen und begleiten kann. Ich habe jetzt ein Problem beim Clipper Horse, die wollen im Prinzip so das Ganze, ich kann nur 40 Kontakte im Monat, das ist für mich viel zu wenig, weil ich im Prinzip so, wenn ich meine Schüler alle nach hier gucke und dann mit unterschiedlichen Pferden, dann bin ich nach 14 Tagen, ist mein Konto voll. Und deswegen müssen die im Prinzip selber, dass sie mir ihre Sachen schicken. Und weil das ist, da komme ich nicht mit zurecht. Das passt dann nicht.
[SPEAKER 2]
[00:45:49-00:46:06]
Aber du könntest ja jetzt problemlos sagen, ich werde Nationaltrainer von Saudi-Arabien, ich werde Nationaltrainer der Vereinigten Arabischen Emirate oder irgendein anderes Land, das aufstrebend ist im Springradsport. Da könntest du ja das quasi ausdrucken. Das ist ja auch theoretisch eine monetäre Frage.
[SPEAKER 1]
[00:46:06-00:46:25]
Könnte. Wollte ich aber nicht. Ich würde auch kein Bundestrainer werden. Weil ich sehe mich viel mehr im Prinzip als Trainer in diesen Bereichen. Das, was ich jetzt mache, als Hilfe, als Unterstützung und im Prinzip so das Ganze, das reicht mir vollkommen. Ich muss nicht mehr.
[SPEAKER 2]
[00:46:25-00:46:30]
Aber du sitzt auch noch häufiger am Sattel, zumindest als wir uns eben hier trafen, hattest du noch die Reithose an.
[SPEAKER 1]
[00:46:30-00:47:51]
Heute auch noch. Eigentlich so fast jeden Tag. Und im Prinzip so, ich sage immer, ich kann es manchmal die Pferde schneller erklären als die Leute. Das ist dann auch wieder ein Vorteil, der mich auch aus der Jugend im Prinzip mit begleitet. Das ist eigentlich so das Ganze, wenn ich etwas verändern will oder ich sehe, dass es Probleme gibt, dass ich so diese Einschätzung oder was ich dann angehe, dass doch die Pferde schneller im Prinzip mir folgen und im Prinzip mitgehen und sich verändern. Und das ist natürlich an der einen Seite eine Kraft, aber es ist auch etwas Schönes, dass man im Prinzip diese Bewegung oder die Abläufe oder auch die Sachen sich verändern. Auch heute oder so, ich springe ja auch heute noch wieder gesprungen und gestern noch und also auch das mit dem Springen, man verlernt es ja nicht. Es ist nicht so, dass da irgendwie sich was verändert hat. Die Sprünge stehen immer noch da. Und also das Hinreiten oder irgendwie das Ganze ist immer noch dasselbe. Und das wird sich auch nie verändern. Und das ist für mich so ein Teil, wo ich sage, ich könnte jeden Tag mitmachen, aber so wie ich sie jetzt habe, ist für mich gut. Und wenn ich dann hinterher sehe, dass ich wenn die Pferde mal gesprungen habe und so das Ganze und ich sehe das später wieder am Turnieren, hat sich doch wieder was Besseres entwickelt. Das freut mich und da habe ich dann meinen Spaß dran. Und dann eigentlich so das Ganze, ja, das ist eigentlich, das finde ich schön, das reicht.
[SPEAKER 2]
[00:47:51-00:47:59]
Wenn du auf deine Erfolge zurückschaust, Olympiasieger, Weltmeister, viele große Preise, erfüllt dich das mit Stolz?
[SPEAKER 1]
[00:48:01-00:50:06]
Ja, weil ich habe mich selber immer am meisten gesehen, dass ich im Prinzip das Pferd dahin bringen wollte. Das Pferd im Prinzip mehr den Vordergrund von sich. Und das eigentlich so, die reden zwar über mich, aber eigentlich habe ich mich viel mehr darüber gefreut, wenn ich das Pferd begleiten konnte, das Pferd im Prinzip zum Sieg verhelfen konnte. Und da gibt es zum Beispiel auch wieder so Kleinigkeiten. Ich hatte mal in, war ich in Oslo, war World Cup und ich habe Ligurio, richtig großes Pferd, langen Hals und so das Ganze dann. Und gewinne mit diesem Pferd den großen Preis. Wo die ganzen Reiter hinterher zu mir gekommen sind, haben wir nie mit gerechnet, dass du mit diesem Pferd, dass du da den großen Preis so gewinnen kannst. Und daraus, im Prinzip wie dieses Pferd, weil es ein bisschen ein schüchternes Pferd auch war, ist nach Hause gekommen und stand dann in der Box und auf einmal hast du ein anderes Pferd. Weil das Pferd selber stolz darauf herausgeworden ist und selber im Prinzip sich selber mehr darauf bestätigt fühlte, in seiner Präsentation ein anderes Pferd wurde. Und das finde ich im Prinzip als Reiter, wenn ich das begleiten kann, dass er eigentlich so, nehmen wir auch zum Beispiel so einen Daniel Doyce, so Killer Queen, was der im Prinzip so mit dem Pferd geschafft geleistet hat, weil das ist wirklich kein einfaches Pferd, aber trotzdem diese Synergien und im Prinzip dieses Gefühl zu haben, wie der mit dem Pferd das Ganze angeht. Und die Konstanz dann auch. Und dann diese Konstante da reinzukriegen, das ist, das finde ich im Prinzip für, das gibt einem Reiter ein tolles Gefühl und das ist nicht so, deswegen, ich finde immer, wenn ich Training mache, ich sage, Der Reiter ist nicht wichtig. Es geht mir mehr ums Pferd. Und wie kriegt der Reiter, wie kriege ich den so dahin bewegt, um das Pferd zu verbessern und das Pferd im Prinzip mehr Freude und Spaß daran zu haben. Und das wissen alle. Warum gehen Leute Jogging machen? Erst schlecht, weil das im Prinzip immer erst nicht schön ist. Aber wenn die das gewohnt sind und das jeden Tag machen, irgendwann, wenn sie dann einen Tag nicht machen, dann fehlt denen was. Und im Prinzip daraus entwickelt sich dann auch irgendwie eine Begeisterung, dass man sagt, boah, bewegen und irgendwie ein gutes Gefühl und einfach so das Ganze. Und das ist im Prinzip was, wo ich Spaß daran habe, wenn die Pferde sich hinterher besser fühlen und dann, dass sie wissen auch, dass der Körper, dass da mehr Möglichkeiten und sich was verbessern kann.
[SPEAKER 2]
[00:50:07-00:50:10]
Machst du Ausgleichssport? Wie schaltest du ab?
[SPEAKER 1]
[00:50:10-00:50:12]
Wir gehen mal eine Runde golfen da, das Ganze da.
[SPEAKER 2]
[00:50:12-00:50:24]
Ne, und das ist auch schön, im Prinzip so mein Kleiner, der spielt auch Golf, der hat jetzt gerade auch mit dem Reiten angefangen, aber Wir haben eben schon erste Videos hier gesehen, also auch das Talent lässt sich nicht verleugnen.
[SPEAKER 1]
[00:50:24-00:53:43]
Ja, das weiß man nicht. Das ist jetzt das erste, achte Mal, dass er auf dem Feld gesessen ist. Aber trotzdem ist es schon etwas, was ihm leicht fällt. Was mir eigentlich gut gefällt, der hat unheimlich guten Kontakt zu Tieren. Das ist auch jetzt mit den Hunden hier oder das andere auch. Man merkt im Prinzip schon, dass die Pferde, wenn die da hingehen und das Ganze angeht und so, dass es passt. Das ist einfach so das Ganze. Und das hat, glaube ich, im Leben auch sehr viel mit Energien zu tun. positive Energien. Ich kann mich schlecht in einer Umgebung mit schlechten Energien, da fühle ich mich nicht wohl, das brauche ich nicht. Zum Glück, wir können uns ja entfernen, wir können weglaufen, das Ganze dann. Und das finde ich schon im Prinzip dieses, und das merken die Pferde. Das ist, wo ich dann zum Training oder auch so das Ganze, wenn ich dann da im Stall komme, ist sofort das Ganze anders. Einfach, weil ich selber eigentlich sehr positiv den Sachen gegenüberstehe. Nie probiere ich, okay, das ist schlecht oder das liegt mir nicht. Und man merkt es schon auch den Pferden unheimlich schnell an. Die wissen, wenn die dann kommen, sind die Pferde schon anders. Weil im Prinzip, die wissen an der Stimme schon, dass irgendwo was, dass man sagt, okay, dass was anders da ist. Und das ist eigentlich auch, dass dieses, und ich glaube, das sind die Tiere noch viel empfindlicher als wir. Die kriegen viel, viel mehr mit, als was wir denken. Und das ist eigentlich so, diese Momente eigentlich auch auseinanderzusetzen oder auch Gedanken darüber zu machen, wie im Prinzip die Fähre ticken. Das macht auch im Prinzip so das Ganze, was es am meisten ausmacht. Dieses Feinfühlige, dieses bisschen zwischen die Sachen und unterschiedliche Reize setzen. Ich sage immer, auch wenn ich Unterricht mache, ich frage die Mädels einmal, ich sage, wir müssen im Leben Reize setzen. Ich sage den Mädels auch, ihr geht in eine Disco, warum schminkt ihr euch? Auch um Reiz zu setzen. Das Leben ist nun mal so, dass wir uns irgendwo immer was ein bisschen präsentieren wollen. Und im Prinzip eine gute Darstellung. Ich sage den Leuten auch, wenn du auf ein Turnier kommst und du bist am Appellplatz und du siehst ein Pferd, was sich gewaltig bewegt, dann guckst du doch nur das Pferd an. Und wenn du jetzt den ersten Sprung machst und du bewegst dich über den Sprung, Wir leben im Prinzip immer so davon, dass diese Bewegungsabläufe, die begeistern uns immer. Oder wenn es sagt, guck auf der Tanzfläche. Welche Leute guckst du dir an auf der Tanzfläche? Das sind immer die, die sich am besten bewegen. Also in unserem Naturell ist immer schon ein bisschen Begeisterung vor, was sich besser präsentiert. Und das ist eigentlich so. Deswegen ist auch wieder diese Show oder im Prinzip die Präsentation, das Ganze, was da stattfindet, ist auch ein Teil von unserem Innenleben, unserer Energien, wo man im Prinzip auch den meisten Spaß bereitet. Und das finde ich im Prinzip so. Dadurch bleibt man natürlich auch so, wie man dann ist und mit dieser Begeisterung und sonst was. Wenn man diese Teile nicht hat, dann macht das Training. Wenn man das Ganze weiterführt oder wenn man positiv Motivation und die ganze Sache da reinbringt, das kriegt man nur, wenn man eine Veränderung oder eine Verbesserung in Bewegung oder sowas kriegt.
[SPEAKER 2]
[00:53:43-00:53:45]
Guckst du dir andere Sportarten an?
[SPEAKER 1]
[00:53:45-00:54:16]
Ich liebe alle Sportarten. Sportarten sind natürlich auch wieder unterschiedlich, dass man sagt, okay, ich finde, auch wenn du turnen und du siehst einen, der sich gewaltig bewegt oder irgendwie das Ganze so, oder Basketball und du siehst einfach so, das Ganze eigentlich darauf, wie sie sich bewegen oder Fußball auch. So ein bisschen, was natürlich naturell da ist, wenn du ein Fußballspiel siehst. Das sind sofort einige Spiele, wo du sagst, die dich ins Auge springen, von ihrer Bewegung, von ihrer Geschichte, Taktik oder irgendwie das Ganze.
[SPEAKER 2]
[00:54:16-00:54:17]
Am Ende auch Energie.
[SPEAKER 1]
[00:54:17-00:54:52]
Diese Energien, das spürst du, wenn du da zuguckst, merkst du das schon, wo im Prinzip der Hase langläuft. Oder was manchmal auch wieder, was ich auch gerne zwischendurch auch mal schaue, ist Schnucker. Dieses Beherrschen von dieser Kugel und im Prinzip genau die Kugel wieder dahin zu bringen, wo du den hinhaben willst. Diese Präzision, das Ganze da, das ist auch wieder das Feinfühlige, das Kleinkarierte oder Penible, wo wir dann im Prinzip auch so, diese Bereitschaft, auch diese Kleinigkeiten zu sehen und sich damit Kleinigkeiten auseinanderzusetzen. Das finde ich im Prinzip, begeistert mich am meisten.
[SPEAKER 2]
[00:54:52-00:54:57]
Im Fußball, wenn Deutschland gegen Holland spielt, für wen jubelst du? Kann ja nur gewinnen. Genau.
[SPEAKER 1]
[00:54:58-00:55:04]
Das war im Prinzip das Teil, wie ich bei der Weltmeisterschaft in Den Haag, war natürlich auch nachher bei der Pressekonferenz.
[SPEAKER 2]
[00:55:04-00:55:07]
1994, als du dort Weltmeister geworden bist.
[SPEAKER 1]
[00:55:07-00:55:28]
Da kam natürlich auch die Frage, wie fühlt sich jetzt, mehr als Holländer, mehr als Leute? Ich sage, mehr als Friese kann der Mensch nicht werden. Also es gibt immer Möglichkeiten im Prinzip, sich so auch in dieser Art und Weise, wie man sich präsentieren oder was man da machen will, Es gibt da immer Möglichkeiten. Manchmal wird man natürlich gelockt für irgendwelche Sachen, aber man muss sich selber sein und da auch zu stehen, was man macht.
[SPEAKER 2]
[00:55:28-00:55:30]
War das dein wichtigster Erfolg?
[SPEAKER 1]
[00:55:31-00:57:18]
Ja, ich finde immer das okay. Ich finde wichtig eigentlich so, dass diese Begleitung, dass man wird auch immer gefragt, was war dein wichtigstes Pferd oder wo im Prinzip so, welches Pferd hast du am meisten geliebt? Und da muss ich wirklich sagen, dass ich das Glück hatte, im Prinzip so jede Phase, wo ich dann war, ein geiles Pferd hat er. Wie überall, wenn du dann mit Rex Robert angefangen hast oder später mit Argonaut und dann mit Farmer, im Prinzip so das Ganze dann zur Olympiade 1984 oder dann ging die Ära, fing dann irgendwann an mit Walzer König für den nächsten Olympischen Spieler. Hat er zwischendurch auch Valido, im Prinzip die Europameisterschaft, in die NADA mitgegangen ist. Die hinterher, was auch wieder schön war, zu die Tochter vom Königsfamilie Helena verkauft worden ist. Und hinterher, wir haben uns letztes Jahr in Aachen getroffen und da haben wir nochmal so ein altes Teil, weil wir mal gemeinsam in der Disco auch waren, mit ein paar Leuten da. Also wir haben schon durch natürlich den Sport und durch die ganzen Sachen so viele interessante, schöne Teile miterlebt und Menschen, Persönlichkeiten, Umgang damit. Und das Schöne ist, wenn man natürlich dieses, was man im Sport, wenn man dann etwas erreicht oder was gemacht hat und man begegnet andere Leute, dass die im Prinzip den gegenseitigen Respekt und diesen Teil, es ist viel einfacher im Prinzip auch sich mit den Leuten zu unterhalten. Ich war gut befreundet mit Luciano Pavarotti. Menschlich toll, wie im Prinzip so das Ganze. Gemeinsam mit ihm Auto unterwegs gewesen. Aber wirklich von ihm entfernt geritten. Und das auch so, dass mit Helmut Kohl im Prinzip so in Mannheim auf ein Turnier gemeinsam das Spargelessen bei Peter Hoffmann war. Weißt du, so diese ganze Teile.
[SPEAKER 2]
[00:57:18-00:57:22]
Der kam ja selber immer und hat den Preis des Bundeskanzlers übergeben.
[SPEAKER 1]
[00:57:22-00:57:50]
Genau. Und dann eben Stahligweber zusammen im Stall dann und dann habe ich meine Ferie gezeigt und dann kam ich bei Corrado an seine Box. Ich sage, hier, das ist einer von uns. Ich sage, das ist ein Gewichtsträger. Aber das sind so Teile, die machen im Prinzip so das Ganze aus, dass im Prinzip alle, wir sind alle nur Menschen und diesen Umgang miteinander und das vermisse ich manchmal heute auch, gerade bei uns in der Politik, wie da natürlich mit anderen rumgegangen wird. Das tut weh.
[SPEAKER 2]
[00:57:50-00:57:53]
Fehlt da der Respekt, den du gerade angesprochen hast?
[SPEAKER 1]
[00:57:53-00:58:25]
Auf jeden Fall. Und das ist etwas, wo man sagt, okay, diesen Respekt gegenseitig, wir brauchen das für die Ferien jeden Tag. Ich sage immer, wir müssen auf Augenhöhe sein. Und es kann nicht sein, dass einer sich da oben wohlfühlt und der andere ist da unten. Das passt nicht. Wir müssen schon im Prinzip das Level, was wir angehen wollen, auch gemeinsam im Prinzip so, dass wir verantwortlich sind, dass wir einfach so den Sport gemeinsam betreiben und gegenseitig respektieren, den Umgang miteinander, dass wir korrekt im Prinzip das Ganze angehen. Das ist meiner Meinung nach schon sehr wichtig.
[SPEAKER 2]
[00:58:25-00:58:35]
Lieber Franke, im Podcast bei uns gibt es immer die vier klassischen WeHouse-Fragen. Und Frage Nummer eins ist, hast du ein Motto, nach dem du lebst?
[SPEAKER 1]
[00:58:35-00:58:44]
Ja, zufrieden zu sein und im Prinzip so jeden Tag gut aufzustehen, dass es im Prinzip so ist, Spaß an dem Tag zu haben.
[SPEAKER 2]
[00:58:44-00:58:51]
Frage Nummer zwei, wenn du Reitern eine Sache im Umgang mit ihren Pferden auf den Weg geben könntest, was wäre es?
[SPEAKER 1]
[00:58:52-00:59:00]
Lernen zu beurteilen, wie das Pferd sich bewegt, wie seine Körperhaltung ist, wie du das eigentlich verbessern kannst.
[SPEAKER 2]
[00:59:00-00:59:08]
Dann Frage 3. Wenn es einen Menschen gibt, der dich im Hinblick auf die Pferde besonders geprägt hat, wer wäre das?
[SPEAKER 1]
[00:59:08-00:59:25]
Kann ich nicht mit einer Person beantworten. Es war früher natürlich Albin Schockemüller, weil ich im Prinzip seine Dressur-mäßige Arbeit unheimlich geschätzt habe. Diese Abläufe am Sprung und so, das Ganze, da hat er gewaltig schon einen Riesenanteil gehabt.
[SPEAKER 2]
[00:59:25-00:59:38]
Und man muss ja sagen, du siehst ja die Ausbildung auch sehr ganzheitlich, also du machst Doppellonge, du guckst sehr stark über den Tellerrand, also es ist nicht nur das reine Flatwork, sondern es ist richtig ein ganzheitlicher Ansatz bei dir.
[SPEAKER 1]
[00:59:39-01:00:07]
Ja, weil ich mache auch manchmal Dressurpferde und das ist auch wieder so, dass da auch, es geht mir im Prinzip um diese Bewegung, dass einfach so der Takt, der im Prinzip das Pferd sich trägt und im Prinzip diese Ausdruck, die du kriegst, das Positive da in das Pferd reinzukriegen, mitzumachen. Das ist eigentlich so, dass deswegen passt das eigentlich im Bewegungsablauf für die Dressur oder für Springen. Ich sage immer, ein Springreiter kann einem Dressurreiter besser helfen als ein Dressurreiter einem Springreiter.
[SPEAKER 2]
[01:00:09-01:00:13]
Und dann zum Abschluss vervollständige diesen Satz, Pferde sind für mich.
[SPEAKER 1]
[01:00:13-01:00:27]
Pferde sind wie Menschen. Wir haben alle im Prinzip unsere eigenen Eigenarten, wir haben unsere eigenen Probleme, unsere eigenen Charaktere und es ist im Prinzip, dass wir miteinander umgehen müssen, weil wir gemeinsam was erreichen wollen.
[SPEAKER 2]
[01:00:28-01:00:33]
Lieber Franke, vielen Dank für deine Zeit, hat sehr viel Spaß gemacht und weiterhin alles Gute.
[SPEAKER 1]
[01:00:33-01:00:33]
Danke.
[SPEAKER 2]
[01:00:36-01:01:02]
Diese Folge wurde produziert von Franziska Bombal. Audio-Engineer war Markus Hinske. Wir freuen uns, euch das nächste Mal zu hören beim WeHorse Podcast. Lasst uns gerne eure Bewertungen da, zum Beispiel auf Spotify. Aber ihr findet uns auch auf Instagram, TikTok, Facebook, YouTube etc. Und natürlich unter www.wehorse.com, unsere Lernplattform. Hört gerne rein bei der nächsten Folge des WeHorse Podcasts.

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