Pferdefütterung leicht gemacht: Darauf musst du achten

Pferdefütterung ist ein Thema, mit dem sich jeder Reiter beschäftigen sollte: Denn wer reiten will, muss füttern können! Wer Fragen rund um das Thema Pferdeernährung hat, wendet sich an sie: Conny Röhm. Sie ist die führende Expertin in Sachen Fütterung und Pferdewissenschaftlerin aus Leidenschaft. Diese Begeisterung trägt sie weiter und macht auch dir Lust, dich eingehender mit Pferdefütterung zu beschäftigen. Sie verrät dir, was gute Fütterung ausmacht und wie du die Futterration deines Pferdes berechnest. Zumindest, wenn du jetzt weiterliest!

Inhalt

  1. Pferdefütterung Tipps
  2. Wann darf mein Rehepferd wieder auf die Weide?
  3. Kann Gras Heu ersetzen?
  4. Die Rolle von Raufutter in der Pferdefütterung
  5. Alles rund ums Heu
  6. Wie berechne ich die Ration für mein Pferd?
  7. Das musst du bei Mineralfutter beachten
  8. Ist dein Turnierpferd ausreichend versorgt?
  9. Podcast mit Conny Röhm

Pferdefütterung Tipps

Wie beginnt man am besten mit dem komplexen Thema Pferdefütterung? Am besten indem man sich sein Pferd erstmal anguckt, denn diese Variablen beeinflussen den Bedarf deines Pferdes:

  1. Genetische Varianz (Rasse,
    Muskelmasse, Behaarung,
    Knochenmasse…
  2. Alter
  3. Gesundheitszustand
  4. Rumpfform
  5. Haltungsform
  6. Leistungsfaktor (leichte, mittlere,
    schwere Arbeit)

Vorallem ist es wichtig zu wissen, ob dein Pferd zu dünn oder zu dick ist, denn dann verändert sich die Rationsberechnung folgendermaßen: Es wird nicht vom Ist-Wert deines Pferdes ausgegangen, sondern vom Soll-Wort, also wieviel es eigentlich wiegen sollte und wie es im Optimalfall aussehen sollte. Außerdem ist es wichtig zu beachten, dass Pferde, die von Natur aus massiger sind und mehr Behaarung besitzen, einen höheren Energieumsatz haben und der Grundbedarf an Nährstoffen daher höher sein kann! Klingt kompliziert? Keine Sorge, in diesem Grundfütterungskurs von Conny Röhm, wird dir alles Schritt für Schritt erklärt.

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Wann darf mein Rehepferd wieder auf die Weide?

Hast du ein ehemaliges Rehepferd bei dir im Stall stehen und wunderst dich, ab wann oder ob überhaupt, es wieder auf die Weide darf? Wenn es eine Insulinresistenz hat, kann es sein, dass es nicht mehr auf die Weide darf. Wenn der Stoffwechsel jedoch gut ist und das Pferd top fit ist, kann man es langsam probieren. Zu diesem Thema am besten nicht nur den Tierarzt zu Rate ziehen, sondern auch den Hufschmied!

Wenn du dich selbst gerne ein wenig weiterbilden willst zum Thema Pferdekrankheiten und Erste Hilfe beim Pferd, dann statte doch diesem Kurs einen Besuch ab!

Kann Gras Heu ersetzen?

Ist 24/7 Wiese im Sommer ein Ersatz für Heufütterung? Das kommt ganz auf die Qualität vom Gras an: Wenn die Wiese sehr hochständig ist, kann es schon sein, dass es das Heu ersetzen kann. In der Regel kann man sagen, dass das Durchschnitts-Warmblut mit 500 kg Gewicht einen Erhaltungsbedarf von 50-60 Megajoule hat. Also den Bedarf, um sich selbst zu erhalten ohne zusätzliche sportliche Belastung. Da Weidegras ein sehr großer Eiweißlieferant ist, kann dies ausreichen, um ein Pferd ohne großen Energiebedarf zu versorgen. Aber Vorsicht! Wenn die Weide abgegrast ist, muss wieder Heu und Stroh zum Einsatz kommen.

Der beste Indikator ist hier aber auch wieder dein Pferd: Sein Zustand wird dir verraten, ob ihm Nährstoffe fehlen oder nicht. Nimmt es ab? Wie ist der Zustand des Fells? Wie ist sein Energielevel? Was du dir im Hinblick auf Pferdefütterung merken kannst: Lieber etwas dünner und drahtiger als zu dick!

Bei der Pferdefütterung ist es wichtig zu beachten, dass das Pferd lieber dünner als dicker ist

Die Rolle von Raufutter in der Pferdefütterung

Raufutter bildet die Basis der Fütterung. Dazu zählen: Heu, Stroh und Knabberäste. Doch was gilt es zu beachten? Zunächst einmal bildet Heu das wichtigste Raufuttermittel. Der erste und zweite Schnitt unterscheiden sich in ihrer Nährstoffzusammensetzung und die Eiweißwerte von Heu variieren von Jahr zu Jahr stark. Daher ist es immer eine gute Idee eine Heuanalyse beim Experten anfertigen zu lassen. Mehr zum Thema Heu gibt es weiter unten!

Ein weiteres Raufuttermittel ist Stroh. Es besitzt eine andere Zusammensetzung als Heu und sollte auch nicht inderselben Masse gefüttert werden: Denn zuviel Stroh kann zu Verstopfungskoliken führen, daher sollte die Menge an Stroh nicht mehr als ein Drittel der gesamten Raufutterration betragen. Generell lässt sich sagen: Gutes Raufutter spart Tierarztkosten!

Suchst du nach magenfreundlichem Raufutter für dein Pferd? Dann sind weiches Heu und Heukopps eine gute Alternative. Allerdings sollte bei magen-empfindlichen Pferden darauf geachtet werden, dass keine ätherischen Öle darin sind und die Knabberhölzchen sollten nicht taninhaltig sein!

Heuanalysen sind jedes Jahr empfohlen.

Alles rund ums Heu

Heu gehört also zum wichtigsten Raufuttermittel, da es bedenkenlos deinem Pferd den ganzen Tag zur Verfügung gestellt werden kann und es bereits den Grundbedarf deines Pferdes abdecken kann. Aber woran kannst du gutes Heu erkennen? Der wichtigste Indikator ist der Geruch: Es sollte angenehm aromatisch riechen. Dann ist es wichtig, dass das Heu staubarm ist und sich weder feucht noch klamm anfühlt. Am besten fühlt es sich griffig und eher weich an. Die Farbe ist tatsächlich nicht ausschlaggebend für die Qualität. Ganz wichtig: Das Heu sollte nicht zu kurz geschnitten sein, denn das Pferd sollte es gut einspeicheln müssen bevor es heruntergeschluckt wird. Daher ist eine gute Länge mindestens 30 cm.

Außerdem ist es wichtig, dass das Heu genug Eiweiß enthält. Das stellst du am besten mit einer professionellen Heuanalyse fest. Abgesehen vom herkömmlichen Heu, gibt es zum Beispiel noch die Heulage. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn der Zuckergehalt in Heulage ist größer. Er sollte den Gesamtzuckerwert von 10-12% nicht übersteigen. Heucobs geben ebenfalls sehr viel Energie ab und bieten sich besonders für ältere Pferde an, allerdings besteht hier Schlundverstopfungsgefahr, wenn die Heucobs nicht gut eingeweicht wurden. Mehr zum Thema Heu, findest du hier!

Wie berechne ich die Ration für mein Pferd?

Das Raufutter bildet die Basis der Pferdefütterung und somit auch der Rationsberechnung. Das Kraftfutter füllt die Energie- und Eiweißdefizite auf, die nicht mit Raufutter abgedeckt werden können. Dazu zählen unter anderem:
Hafer, Pellets, Müsli, Luzerne oder Heucobs. Manchmal benötigt ein Pferd nicht einmal Kraftfutter. Die Rationsberechnung des Mineralfutters kommt zuletzt: Zusätzliche Mineralien müssen nur dann hinzugefüttert werden, wenn sie durch das Rau- und Kraftfutter noch nicht abgedeckt werden.

Hier kommst du zum Kursmaterial für Conny Röhms „Grundkurs Pferdefütterung“ und kannst dir mithilfe der Tabellen die richtige Futter-Ration für dein Pferd ausrechnen. Für die Rationsberechnung benötigst du die Größe und das Gewicht deines Pferdes, sowie eine Vorstellung davon wo seine Appetitgrenze liegt. Außerdem spielt der Soll und der Ist-Zustand eine Rolle: Ist dein Pferd zu dick oder zu dünn? Wieviel sollte es wiegen? Wieviel muss das Pferd leisten?Dann musst du nur noch mithilfe der Tabellen den Bedarf deines Pferdes unter dem Soll-Wert heraussuchen.

Das musst du bei Mineralfutter beachten

Mineralstoffe unterteilen sich in Mengenelemente und Spurenelemente. Einiges davon wird bereits durch Raufutter, Kraftfutter und Saftfutter aufgenommen. Deckt diese Futteraufnahme den Bedarf nicht, können diese Stoffe durch ein handelsübliches Mineralfutter extra zugefüttert werden. Mengenelemente sind unter anderem für die Zellregeneration und den Zellenbau wichtig. Zu den Mengenelementen gehören: Kalzium, Phosphor, Kalium, Natrium, Chlorid und Magnesium. Wie der Name schon sagt, darf dies in „Mengen“ im Körper deines Pferd vorkommen. Spurenelemente hingegen nur in „Spuren“. Dazu gehören: Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Selen und Jod. Sie sind wichtig für die Blutbildung, Proteinstrukturen und die Schilddrüse.

Aber worauf sollte man bei der Auswahl des Mineralfutters achten? Zunächst einmal muss es zu deiner Grundration passen, denn es muss die Defizite aus Kraft- und Raufutter auffangen. Als nächstes ist zu beachten, dass teuer ist nicht gleich gut bedeutet und vorallem: Dein Pferd muss es fressen wollen. Das teuerste Mineralfutter bringt nichts, wenn das Pferd es nur im Futtertrog hin- und herschiebt.

Mineralfutter und Kraftfutter spielen auch eine Rolle bei der Pferdefütterung

Ist dein Turnierpferd ausreichend versorgt?

Wie finde ich heraus, ob mein Turnierpferd optimal versorgt ist? Folgende Faktoren sind hierfür zu betrachten: Wie sieht dein Pferd aus? Performt es oder fehlt etwas (Steifheit/Faulheit)? Am besten fertigt dein Tierarzt ein Blutbild an, sodass du die Fütterung und Rationierung deines Pferdes optimieren kannst.  Dazu musst du natürlich auch wissen, was genau im Futter deines Pferdes drin ist und welche zusätzlichen Nährstoffe dein Pferd braucht.

Die erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin Julia Mestern zum Beispiel, empfiehlt für so einen Hochleistungssportler, der eine getreidefreie Fütterung benötigt: Ölsaaten, High Perfomance Grün Mehl, Öle/Ölmischung, Soja, Dinkel und Gerste. Wenn dein Pferd nicht gerne frisst und wählerisch ist, kannst du ihn mit aufgequollenen Leinsamen in Mash unterstützen.

Turnierpferde haben einen hohen Energiebedarf

Podcast mit Conny Röhm

Bei aller Freude und Begeisterung scheut Conny es aber auch nicht, Missstände aufzudecken: „68 Prozent unserer Pferde sind zu dick!“ Eine frappierende Aussage. Denn Übergewicht beim Pferd hat Folgen! Im Gespräch mit Christian Kröber beschreibt die Expertin, wie du erkennst, ob dein Pferd zu viel auf den Rippen hat und welche Risiken der “barocke Look” birgt. 

Außerdem wird im Podcast-Gespräch die Veränderung des Futtermittelmarktes besprochen, der sich ständig weiterentwickelt. So rückt aktuell zum Beispiel das Thema Nachhaltigkeit mehr und mehr in den Fokus. Eine Entwicklung, die Conny sehr begrüßt. In diesem wehorse-Podcast gibt sie dir praktische Ideen, mit welchen kleinen Veränderungen du deinen Pferdealltag umweltfreundlicher gestalten kannst.

Heubedarf Pferd im wehorse Kurs Pferdefütterung

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