Pferdefutter – Alles was du über bedarfsgerechte Pferdefütterung wissen musst

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Pferdefutter ist ein Thema, mit dem sich jeder Reiter beschäftigen sollte: Denn wer reiten will, muss füttern können! Wer Fragen rund um das Thema Pferdeernährung hat, wendet sich an sie: Conny Röhm. Sie ist die führende Expertin in Sachen Fütterung und Pferdewissenschaftlerin aus Leidenschaft. Diese Begeisterung trägt sie weiter und macht auch dir Lust, dich eingehender mit dem Pferdefutter zu beschäftigen. Sie verrät dir, was gute Fütterung ausmacht und wie du die Futterration deines Pferdes berechnest. Zumindest, wenn du jetzt weiterliest!

Hintergrund zur artgerechten Pferdefütterung

Als Steppentiere und Dauerfresser sind Pferde in freier Wildbahn rund 16 Stunden am Tag auf Futtersuche unterwegs. Dabei überwinden sie große Distanzen und nehmen immer wieder kleine Portionen rohfaserreiche sowie energiearme Gräser auf, bevor sie dann weiter ziehen. Bei Bedarf suchen Pferde gezielt ganz bestimmte Gräser oder auch Kräuter. Giftpflanzen werden dagegen oft von alleine gemieden. Und Obst wird grundsätzlich nur sehr selten gefunden.

Auf diese Bedingungen hat sich die Verdauung der Pferde im Verlauf der Jahre angepasst. Daher muss das Pferdefutter heute auch zum Großteil aus Raufutter bestehen und zu lange Fresspausen sollten vermieden werden. 

Beim Pferdefutter ist es wichtig zu beachten, dass das Pferd lieber dünner als dicker ist
Beim Pferdefutter wird zwischen verschiedenen Kategorien unterschieden.

Pferdefutter-Kategorien

Unter Raufutter fallen alle Futtermittel, die reich an Rohfaser sind. Von Heu und Stroh bis hin zu Silage und Weidegras. Mehr dazu, woran du gutes Heu erkennen kannst, erfährst du etwas weiter unten im Artikel.

Neben der Pferdefutter-Kategorie Raufutter gibt es noch Kraftfutter wie Hafer, Gerste und Mais sowie Saftfutter. So sind Äpfel, Karotten und Rote Beete Futtermittel, die in der Pferdefütterung dem Saftfutter zugeordnet werden. 

Damit alle Bedürfnisse des Pferdes gedeckt werden, gibt es außerdem noch Mineralfutter und spezielle Zusatzfutter. Werden mehrere Einzelfuttermittel miteinander kombiniert, wird das Ergebnis als Mischfutter bezeichnet.

Pferdefutter-Kategorie: Raufutter

Raufutter bildet die Basis der Fütterung. Dazu zählen: Heu, Stroh und Knabberäste. Doch was gilt es zu beachten? Zunächst einmal bildet Heu das wichtigste Raufuttermittel, da es bereits den Grundbedarf deines Pferdes alleine abdecken kann. Abgesehen vom herkömmlichen Heu, gibt es zum Beispiel noch die Heulage. Doch hier ist Vorsicht geboten, denn der Zuckergehalt in Heulage ist größer. Er sollte den Gesamtzuckerwert von 10-12% nicht übersteigen.

Ein weiteres Raufuttermittel ist Stroh. Es besitzt eine andere Zusammensetzung als Heu und sollte auch nicht inderselben Masse gefüttert werden: Denn zuviel Stroh kann zu Verstopfungskoliken führen. Die Menge an Stroh sollte daher nicht mehr als ein Drittel der gesamten Raufutterration betragen.

Suchst du nach magenfreundlichem Raufutter für dein Pferd? Dann sind weiches Heu und Heucobs eine gute Alternative. Allerdings sollte bei magen-empfindlichen Pferden darauf geachtet werden, dass in den Heucobs keine ätherischen Öle enthalten sind und Knabberhölzchen sollten nicht tanninhaltig sein!

Heucobs bieten sich außerdem für ältere Pferde an, besonders dann, wenn die Qualität der Zähne bereits abnimmt. Allerdings besteht hier Schlundverstopfungsgefahr, wenn die Heucobs nicht gut eingeweicht wurden. Achte also stets darauf, ausreichend Wasser dazuzugeben und die angegebene Quellzeit einzuhalten.

Heuanalysen sind jedes Jahr empfohlen.
Heu sollte stets die Grundlage des Pferdefutters bilden.

Alles rund ums Heu

Heu ist das wichtigste Raufuttermittel in der Pferdefütterung und das zu Recht. Denn beim Heufressen ist dein Pferd länger mit Kauen beschäftigt als bei feuchter Silage. So wird das Bedürfnis deines Pferdes zu Kauen befriedigt und für ausreichend Zahnabrieb gesorgt. Außerdem wird beim Kauen Speichel produziert, der im Magen als Puffer gegen die Magensäure wirkt. Deshalb ist gutes Heu auch wichtig für eine gesunde Verdauung.

Aber woran kannst du gutes Heu erkennen? Grundsätzlich sollte das Heu nur von Weiden kommen, die auch für Pferde geeignet sind. Das muss schon bei der Aussaat beachtet werden. Weiden, auf denen Heu für Rinder wächst, sind meist zu energiereich für Pferde. Der Schnittzeitpunkt ist idealerweise eher nach der Blüte, sodass die Gräser vorher ausreichend Zeit hatten, um hoch zu wachsen. Und natürlich sollte die weitere Verarbeitung von Trockenen über Wickeln bis hin zur Lagerung sorgfältig erfolgen.

Der wichtigste Indikator für dich ist später der Geruch: Das Heu sollte angenehm aromatisch riechen. Dann ist es wichtig, dass das Heu staubarm ist und sich weder feucht noch klamm anfühlt. Am besten fühlt es sich griffig und eher weich an. Die Farbe ist tatsächlich nicht ausschlaggebend für die Qualität. Das Heu sollte jedoch nicht zu kurz geschnitten sein, denn das Pferd sollte es gut kauen und einspeicheln müssen bevor es heruntergeschluckt wird. Daher ist eine gute Länge mindestens 30 cm.

Außerdem ist es wichtig, dass das Heu genug Eiweiß enthält. Das stellst du am besten mit einer professionellen Heuanalyse fest. Denn: Der erste und zweite Schnitt unterscheiden sich in ihrer Nährstoffzusammensetzung und die Eiweißwerte von Heu variieren von Jahr zu Jahr stark. Du willst mehr zum Pferdefutter-Thema Heu wissen, hier findest du alle Infos!

Was muss ich bei der Heufütterung beachten?

Bei der Heufütterung solltest du darauf achten, dass dein Pferd in einer möglichst physiologischen Haltung fressen kann. In der Natur grast das Pferd vom Boden in einer langsamen Vorwärtsbewegung. Deshalb solltest du auch das Heu möglichst bodennah füttern. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gibt in seinen Leitlinien den Richtwert für die Höhe von Raufen und Trögen mit maximal 0,3 × Widerristhöhe an.

Tipp: Für zusätzliche Bewegungsanreize kannst du Futter- und Wasserstellen so gestalten, dass längere Laufwege zwischen ihnen bestehen, zumindest wenn dein Pferd im Offenstall lebt.

Kann Gras Heu als Pferdefutter ersetzen?

Ist 24/7 Wiese im Sommer ein Ersatz für Heufütterung? Das kommt ganz auf die Qualität vom Gras an: Grundsätzlich ist Weidegras ein großer Eiweißlieferant und wenn die Wiese sehr hochständig ist, kann es sein, dass es das Heu in der Pferdefütterung ersetzen kann, um ein Pferd ohne großen Energiebedarf zu versorgen. Aber Vorsicht! Wenn die Weide abgegrast ist, müssen wieder Heu und Stroh zum Einsatz kommen.

Der beste Indikator ist hier aber dein Pferd: Sein Zustand wird dir verraten, ob ihm Nährstoffe fehlen oder nicht. Nimmt es ab? Wie ist der Zustand des Fells? Wie ist sein Energielevel? Was du dir im Hinblick auf Pferdefütterung merken kannst: Lieber etwas dünner und drahtiger als zu dick!

Pferdefutter-Kategorie: Kraftfutter

Zum Kraftfutter in der Pferdefütterung zählen Futtermittel, die einen hohen Energiegehalt haben. Eingesetzt werden sie dann, wenn der Energie- und Eiweißbedarf eines Pferdes nicht allein über das Heu gedeckt werden kann.

Beliebte Kraftfuttersorten sind z.B. Hafer, Gerste, Mais und Weizenkleie.

Ganze Haferkörner als Pferdefutter.
Bei vielen ist Hafer als Pferdefutter sehr beliebt.

Hafer

Hafer ist für viele die erste Wahl beim Kraftfutter. Er enthält viel Lysin und unterstützt damit den Stoffwechsel, die Leber und die Muskulatur. Außerdem ist er sowohl vitamin- als auch mineralienreich und enthält wertvolle Schleimstoffe, die gut für die Verdauung sind. Sein hoher Energiegehalt kommt durch einen erhöhten Fettgehalt.

Gerste

Bei Gerste ist der Energiegehalt sogar noch höher als beim Hafer. Allerdings wird die Energie hier langsamer vom Körper aufgenommen und sie ist weniger dünndarmverträglich. Deshalb wird Gerste in der Pferdefütterung seltener eingesetzt. Wenn du Gerste gerne verfüttern möchtest, solltest du darauf achten, dass sie hydrothermisch aufgeschlossen ist und eher Gerstenflocken statt der ganzen Körner nehmen. 

Mais

Mais ist mit seinem hohen Gehalt an Kohlenhydraten bestens geeignet, wenn ein Pferd zunehmen muss oder wenn Spitzenleistungen erbracht werden sollen. Außerdem sorgt der süßliche Geschmack dafür, dass die meisten Pferde ihn sehr gut annehmen. 

Da die Verdaulichkeit eher niedrig ist, sollte Mais stets in aufgepoppter oder geflockter Form gefüttert werden. Außerdem muss der hohe Stärkegehalt berücksichtigt werden. In der Pferdefütterung gilt daher der Richtwert von maximal 0,35kg Maisflocken pro 100kg Körpergewicht.

Weizenkleie

Auch Weizenkleie kann bei zu dünnen Pferden zum Zunehmen eingesetzt werden. Außerdem ist sie vitaminreich und enthält viele Mineralien, die die Verdauung unterstützen können. Weizenkleie beinhaltet weniger Stärke als Mais und besitzt trotzdem einen hohen Proteingehalt. Damit kann sie ebenfalls eine Unterstützung im Muskelaufbau sein.

Getreidefreies Pferdefutter mit hohem Energiegehalt

Getreidefreie Alternativen für mehr Energie sind z.B. Rübenschnitzel, Leinsamen und Öle.

Rübenschnitzel

Zuckerrüben, die in kleine Stücke gehäckselt sind, werden als Rübenschnitzel bezeichnet. Damit gehören sie in der Pferdefütterung streng genommen zur Kategorie Saftfutter. Sie enthalten wenig Stärke und wenig Eiweiß. Dafür haben die Schnitzel aber einen hohen Energiegehalt und sind damit gut geeignet, wenn dein Pferd zunehmen muss. Das gilt auch, wenn dein Pferd schon Probleme mit den Zähnen oder beim Kauen hat. 

Wichtig bei der Fütterung ist jedoch die richtige Zubereitung. Rübenschnitzel müssen ca. 6 Stunden lang mit der fünffachen Menge an Wasser aufgeweicht werden. Sonst besteht die Gefahr einer Schlundverstopfung.

Leinsamen

Aufgrund ihres hohen Fettgehalts sind auch Leinsamen ein guter Energielieferant in der Pferdefütterung, Außerdem liefern sie dem Pferd wichtige Eiweiße und vor allem wertvolle Schleimstoffe. Die Schleimstoffe schützen den Magen, unterstützen die Verdauung und können Sand ausschleusen.

Öle

Öle kommen in der Pferdefütterung bei Untergewicht oder Sportpferden mit hohem Energiebedarf zum Einsatz. Sie haben grundsätzlich einen sehr hohen Energiegehalt und je nach Öl auch noch weitere positive Eigenschaften. Zum Beispiel:

  • Schwarzkümmelöl: Entzündungshemmende Wirkung und gut gegen Atemwegsprobleme
  • Mariendistelöl: unterstützt die Leber und wirkt entzündungshemmend
  • Leinöl: Förderlich für die Darmgesundheit

Pferdefutter-Kategorie: Mineralfutter

Mineralstoffe unterteilen sich in Mengenelemente und Spurenelemente. Einiges davon wird bereits durch Raufutter, Kraftfutter und Saftfutter aufgenommen. Deckt diese Futteraufnahme den Bedarf nicht, können diese Stoffe durch ein handelsübliches Mineralfutter extra zugefüttert werden. Mengenelemente sind unter anderem für die Zellregeneration und den Zellenbau wichtig. Zu den Mengenelementen gehören: Kalzium, Phosphor, Kalium, Natrium, Chlorid und Magnesium. Wie der Name schon sagt, darf dies in „Mengen“ im Körper deines Pferd vorkommen. Spurenelemente hingegen nur in „Spuren“. Dazu gehören: Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Selen und Jod. Sie sind wichtig für die Blutbildung, Proteinstrukturen und die Schilddrüse.

Aber worauf sollte man bei der Auswahl des Mineralfutters achten? Zunächst einmal muss es zum Pferdefutter deiner Grundration passen, denn es muss die Defizite aus Kraft- und Raufutter auffangen. Als nächstes ist zu beachten, dass teuer ist nicht gleich gut bedeutet und vor allem: Dein Pferd muss es fressen wollen. Das teuerste Mineralfutter bringt nichts, wenn das Pferd es nur im Futtertrog hin- und herschiebt.

Rappe im Dressurtraining
Mithilfe eines Blutbilds kannst du überprüfen, ob dein Pferd ausreichend mit allen Nährstoffen versorgt ist.

Ist dein Turnierpferd mit deinem Pferdefutter ausreichend versorgt?

Wie finde ich heraus, ob mein Turnierpferd optimal versorgt ist? Folgende Faktoren sind hierfür zu betrachten: Wie sieht dein Pferd aus? Performt es oder fehlt etwas (Steifheit/Faulheit)? Am besten fertigt dein Tierarzt ein Blutbild an, sodass du die Fütterung und Rationierung deines Pferdes optimieren kannst. Dazu musst du natürlich auch wissen, was genau im Pferdefutter drin ist und welche zusätzlichen Nährstoffe dein Pferd braucht.

Die erfolgreiche Vielseitigkeitsreiterin Julia Mestern zum Beispiel, empfiehlt für so einen Hochleistungssportler, der eine getreidefreie Fütterung benötigt: Ölsaaten, High Perfomance Grün Mehl, Öle/Ölmischung, Soja, Dinkel und Gerste. Wenn dein Pferd nicht gerne frisst und wählerisch ist, kannst du ihn mit aufgequollenen Leinsamen in Mash unterstützen.

Pferdefutter-Kategorie: Mischfutter

Zur Pferdefutter-Kategorie Mischfutter gehören z.B. Müslis und Mash, da sie sich in der Regel aus vielen unterschiedlichen Einzelfuttermitteln zusammensetzen.

Müslis

Für einen höheren Rohfasergehalt enthalten Pferdefutter Müslis häufig Gräser, Luzerne und verschiedene Heusorten. Der Eiweißgehalt kommt durch Zutaten wie Johannisbrot, Soja oder auch Leinsamen. Bei der Auswahl solltest du stets einen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen, um sicherzustellen, dass du die richtige Wahl triffst. Enthält das Müsli z.B. zusätzlich noch Mineralstoffe, dann kann gegebenenfalls die Gabe eines Mineralfutters entfallen.

Müslis findest du als Pferdefutter in den verschiedensten Formen, sowie mit und ohne Getreide:

  • Getreidefreie Müslis: Diese eignen sich oft auch für Pferde mit Stoffwechselerkrankungen wie EMS, Cushing und PSSM. Sie enthalten meist weniger Stärke sowie Zucker und damit ist der Energiegehalt oft geringer als bei Müslis mit Getreide. 
  • Sportmüslis: Diese Müslis sind für Pferde im Muskelaufbau oder für Pferde mit grundsätzlich hohem Energiebedarf geeignet. Durch den Zusatz verschiedener Getreidesorten besitzen Sportmüslis meist hohe Energie- und Eiweißgehalte.
  • Zuchtmüslis: Auch in der Zucht können Müslis als Pferdefutter eingesetzt werden. Zum Beispiel gibt es sie für Fohlen, aber insbesondere auch für Zuchtstuten. 
  • Senior Müslis: Mit dem Alter verändern sich die Bedürfnisse des Pferdes. Deshalb sind Senior Müslis oft besonders leicht verdaulich und enthalten häufig einen höheren Gehalt an Spurenelementen sowie an Vitaminen.
  • Müslis für spezifische Probleme: Hat dein Pferd Probleme mit den Atemwegen, der Verdauung oder dem Bewegungsapparat? Für alle diese Probleme gibt es speziell zugeschnittene Müslis, die dein Pferd mit ausgewählten Inhaltsstoffen unterstützen können.

Mash

Mash wird als Pferdefutter meist zur Unterstützung der Verdauung und bei Stress eingesetzt. Da es wertvolle Schleimstoffe für die Schleimhaut von Magen und Darm liefert. Wird es mit warmem Wasser zubereitet, so ergibt sich eine wärmende Mahlzeit für dein Pferd. Die genaue Zubereitung sollte dabei stets gemäß der Herstellerangaben erfolgen. Außerdem gibt es wie bei den Müslis auch eine große Bandbreite verschiedener Mash-Sorten.

Kräuter im Pferdefutter

Kräuter im Pferdefutter können dein Pferd auf unterschiedliche Arten, z.B. im Fellwechsel oder auch bei Erkrankungen wie Arthrose unterstützen. In der Regel werden die Kräuter dabei immer kurweise gefüttert. Der Hintergrund dazu ist, dass Pferde in der Natur stets auf Wanderschaft sind und damit die gefundenen Kräuter hier ebenfalls wechseln. Außerdem verhindert die kurweise Fütterung, dass ein Gewöhnungseffekt eintritt. Lass dich hier am besten fachkundig beraten, welche Kräuter für dich und dein Pferd passend sind.  

Rationsberechnung vom Pferdefutter

Wie beginnt man am besten mit dem komplexen Thema Rationsberechnung bei der Pferdefütterung? Am besten bei der Ermittlung des Bedarfs des Pferdes. Einen ersten Anhaltspunkt bekommst du wenn du dir dein Pferd erstmal anguckst, denn diese Variablen beeinflussen den Bedarf deines Pferdes:

  • Genetische Varianz (Rasse, Muskelmasse, Behaarung, Knochenmasse)
  • Alter
  • Gesundheitszustand
  • Rumpfform
  • Haltungsform
  • Leistungsfaktor (leichte, mittlere, schwere Arbeit)

In der Regel kann man sagen, dass das Durchschnitts-Warmblut mit 500 kg Gewicht einen Erhaltungsbedarf von 50-60 Megajoule hat. Also den Bedarf, um sich selbst zu erhalten ohne zusätzliche sportliche Belastung. Steht das Pferd im Offenstall oder ist extremeren Wetterlagen ausgesetzt, kann der Bedarf durchaus um 10% steigen. Bei Haltung auf einer Weide mit Bergen und in einer Herde ist sogar eine Steigerung des Bedarfs um 50% möglich. 

Einen erhöhten Energiebedarf haben daneben auch tragende Stuten und Jungpferde, die sich im Wachstum befinden. Das sollte im Pferdefutter auf jeden Fall berücksichtigt werden. Bei den Zuchtstuten steigt der Bedarf besonders in den letzten Monaten der Trächtigkeit und in den ersten Lebensmonaten des Fohlens. 

Außerdem ist es wichtig zu beachten, dass Pferde, die von Natur aus massiger sind und mehr Behaarung besitzen, einen höheren Energieumsatz haben und der Grundbedarf an Nährstoffen daher höher sein kann!

Vor Allem ist es aber wichtig zu wissen, ob dein Pferd zu dünn oder zu dick ist, denn dann verändert sich die Rationsberechnung folgendermaßen: Es wird nicht vom Ist-Wert deines Pferdes ausgegangen, sondern vom Soll-Wort, also wieviel es eigentlich wiegen sollte und wie es im Optimalfall aussehen sollte. 

Wie berechne ich die Ration für mein Pferd?

Das Raufutter bildet die Basis vom Pferdefutter und somit auch von der Rationsberechnung. Das Kraftfutter füllt die Energie- und Eiweißdefizite auf, die nicht mit Raufutter abgedeckt werden können. Manchmal benötigt ein Pferd nicht einmal Kraftfutter. Die Rationsberechnung des Mineralfutters kommt zuletzt: Zusätzliche Mineralien müssen nur dann hinzugefüttert werden, wenn sie durch das Rau- und Kraftfutter noch nicht abgedeckt werden.

Für die Rationsberechnung benötigst du also auf jeden Fall die Größe und das Gewicht deines Pferdes, sowie eine Vorstellung davon wo seine Appetitsgrenze liegt. Außerdem spielt der Soll und der Ist-Zustand eine Rolle: Ist dein Pferd zu dick oder zu dünn? Wieviel sollte es wiegen? Wieviel muss das Pferd leisten? Mit diesen Informationen kannst du dann in speziellen Tabellen den Bedarf deines Pferdes unter dem Soll-Wert heraussuchen.

Grundsätze und Tipps zum Thema Pferdefutter

Bei den ganzen Infos zum Thema Pferdefutter kann schnell der Überblick verloren gehen. Daher haben wir hier nochmal wichtige Grundsätze für dich aufgeführt:

  • Um den Erhaltungsbedarf eines Pferdes zu decken, gilt eine Richtmenge von 1,5-2kg Heu pro 100kg Körpergewicht. So kannst du sicherstellen, dass ausreichend Rohfaser in der Ration deines Pferdes beinhaltet ist.
  • Füttere stets Raufutter vor der Kraftfuttergabe. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Pferde das Kraftfutter herunterschlingen und es so zu einer Kolik kommt.
  • Raufutter und Kraftfutter sollten auf mehrere kleine Portionen am Tag verteilt werden, so kannst du zu lange Fresspausen vermeiden.
  • Die Kraftfuttermenge sollte immer an den Bedarf und die Leistung deines Pferdes angepasst sein. Die Faustregel lautet hier: Maximal 1g Stärke pro Kilogramm Lebendmasse und pro Portion.
  • Auch für Öl als Pferdefutter gibt es eine Höchstmenge: Diese liegt bei 1g Öl pro Kilogramm Lebendmasse und pro Tag. Außerdem können Pferde größere Ölmengen nicht auf einmal verarbeiten. Daher ist hier ebenfalls die Aufteilung auf mehrere kleine Portionen zu empfehlen.
  • Futterumstellungen solltest du immer langsam und schrittweise umsetzen, damit sich die Darmflora deines Pferdes entsprechend anpassen kann. Zu schnelle Umstellungen lösen oft Kotwasser aus.

NoGos – Was nicht ins Pferdefutter gehört

Nicht alles, was für uns gut ist und was wir gerne essen, ist auch als Pferdefutter geeignet. Folgende Dinge sollten z.B. nicht auf dem Speiseplan von deinem Pferd stehen:

  • Nachtschattengewächse: Kartoffeln, Paprika, Tomaten, usw. sind für dein Pferd giftig.
  • Milchprodukte: Pferde sind von Natur aus laktoseintolerant. Milchprodukte können die Verdauung deines Pferdes durcheinander bringen und zu Problemen wie Durchfall führen.
  • Süßigkeiten für Menschen 

Wann darf mein Rehepferd wieder auf die Weide?

Hast du ein ehemaliges Rehepferd bei dir im Stall stehen und wunderst dich, ab wann oder ob überhaupt, es wieder auf die Weide darf? Wenn es eine Insulinresistenz hat, kann es sein, dass es nicht mehr auf die Weide darf. Wenn der Stoffwechsel jedoch gut ist und das Pferd top fit ist, kann man es langsam probieren. Zu diesem Thema am besten nicht nur den Tierarzt zu Rate ziehen, sondern auch den Hufschmied!

Conny Röhm spricht über Pferdefutter.
„Circa 68 Prozent der Pferde sind zu dick“, sagt Conny Rhöm.

Podcast mit Conny Röhm

Bei aller Freude und Begeisterung scheut Conny Röhm es nicht, auch Missstände aufzudecken: „68 Prozent unserer Pferde sind zu dick!“ Eine frappierende Aussage. Denn Übergewicht beim Pferd hat Folgen! Im Gespräch mit Christian Kröber beschreibt die Expertin, wie du erkennst, ob dein Pferd zu viel auf den Rippen hat und welche Risiken der “barocke Look” birgt. 

Außerdem wird im Podcast-Gespräch die Veränderung des Futtermittelmarktes besprochen, der sich ständig weiterentwickelt. So rückt aktuell zum Beispiel das Thema Nachhaltigkeit mehr und mehr in den Fokus. Eine Entwicklung, die Conny sehr begrüßt. In diesem wehorse-Podcast gibt sie dir praktische Ideen, mit welchen kleinen Veränderungen du deinen Pferdealltag umweltfreundlicher gestalten kannst.

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