Wurmkur & Würmer: Was Du wissen solltest

Pferde grasen auf Weide

Das Grün sprießt und bald ist wieder Weidezeit für alle Pferde angesagt! In vielen Ställen wird deshalb jetzt eine Frühjahrs-Wurmkur gegeben. Wie Du die gängigen Würmer erkennst, kannst Du in wehorse-Lehrfilmen mit Tierarzt Dr. Ende lernen. Tatsächlich sind die lästigen Parasiten echte Überlebenskünstler! Wusstest Du, dass manche Wurmeier zehn Jahre lang außerhalb des Pferdes überleben können? Das und was Du an Kosten für Dein jährliches Wurmmanagement rechnen musst, erfährst Du in diesem Artikel.

Vorbeugung und Bekämpfung von Pferdewürmern

Ein Mittel zur Bekämpfung von Parasiten im Pferd sind natürlich Wurmkuren. Ganz ausschlaggebend ist auch die Weidehygiene. Sie entscheidet,  ob Dein Pferd mit vielen Wurmeiern in Kontakt kommt, oder nicht. Vor allem Geilstellen, die Bereiche, in denen die Pferde ihre Äppel fallen lassen, beherbergen Wurmeier. Denn komplett wurmfrei ist kein Bestand. Deshalb rät der Fachtierarzt für Pferde Dr. Ende im wehorse-Lehrfilm über Innenparasiten dazu, darauf zu achten, die Weiden nicht zu überweiden. „ Wenn zu wenig Gras da ist, gehen Pferde an Geilstellen!“ Absammeln der Pferdeäppel kann dieses Risiko minimieren.

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Tierarzt Dr. Ende zeigt ein Modellpferd auf das Gedärme aufgemalt sind

Gutes Weidemanagement gegen Verwurmung

Auch eine gute Einteilung der Wiesen hilft bei der Weidepflege. Das bedeutet aber auch: Wer im April schon so viel grasen lässt, dass das Gras kurz ist, wird das Jahr über vielleicht zu wenig Fläche haben. Die Mischbeweidung mit Rindern ist sehr empfehlenswert, um den Wurmdruck zu senken: Im Rinderorganismus überleben Pferdewürmer nicht. Um Wurmeier auf der Weide chemisch abzutöten, ist Kalkstickstoff geeignet. Dieser vernichtet jedoch auch viele andere Kleinorganismen und ist daher nur mit Bedacht einzusetzen. Achtung, nicht verwechseln: Kalk hat andere Funktionen als Kalkstickstoff! Das übliche Kalken der Weiden hat keine wurmabtötende Wirkung.

Galoppierende Pferde auf der Weide

Spulwürmer überleben zehn Jahre lang

Welchen großen Schaden Würmer anrichten können, wird in Dr. Endes Lehrfilm sehr deutlich: Spulwurmeier sind bis zu zehn Jahre lebensfähig, erzählt er, und können die Lunge schädigen. Denn diese Wurmart bleibt nicht im Magen-Darmbereich des Pferdes, sondern wandert. Er berichtet auch von anderen Wurmarten, die zehn Monate lang durch den Pferdekörper wandern.

Nahaufnahme von weißen Pferdewürmern

Schäden durch Pferdewürmer

Im Film sieht man zum Beispiel, wie ein Darm nach Blutwurmbefall aussieht. Gefäße verstopfen durch solch einen Parasitenbefall und es kann zu Koliken kommen. Wie Dassellarven im Magen aussehen, ist ebenso spannend wie erschreckend zugleich – nämlich wie ein Teppich aus madenähnlichen Knubbeln. Um als Pferdebesitzer Würmer im Kot oder am After des Pferdes erkennen zu können, hilft es, solche Bilder einmal gesehen zu haben. So werden im Film auch Würmer der Sorte Pfriemenschwanz gezeigt, die typischerweise am After des Pferdes gefunden werden. Das mag unappetitlich klingen, ist aber lehrreich. Übrigens sind in unseren Gesundheitsfilmen auch echte Aufnahmen von Notfällen zu sehen. Zum Beispiel Anzeichen einer Kolik oder einer Schlundverstopfung. Es ist weitaus einfacher, im eigenen Notfall die Anzeichen richtig zu deuten, wenn man einmal solche echten Aufnahmen gesehen hat. Keine Sorge, es sind keine schlimmen, angsteinflössenden Aufnahmen. Aber welchen Ausdruck scharrende Kolikpferde haben, ist auf diese Weise gut erlernbar und  einprägsam.

Die Methoden der Entwurmung: Konventionell oder ZSE?

Es gibt zwei wirksame Methoden, Pferde zu entwurmen:

  1. Die konventionelle, strategische Methode, bei der jährlich eine gewisse Anzahl an Wurmkuren gegeben wird. Idealerweise wird der komplette Bestand eines Stalles entwurmt und das Mittel gewechselt. Je nach Pferdebetrieb wird üblicherweise zwei bis viermal im Jahr entwurmt. Im Winter gibt es eine Wurmkur mit Wirkstoff gegen Dasseln. Außer in besonderen Fällen sind keine Kotproben-Analysen hierbei üblich.
  2. Die Selektive Entwurmung, bei der nach Kotprobenkontrolle entwurmt wird. Hier wird zunächst der Pferdekot untersucht und dann je nach Ergebnis eine chemische Wurmkur gegeben oder eben nicht. Diese wird in zwei verschiedenen Qualitäten durchgeführt: Einmal nach Gutdünken des Pferdebesitzers, was den zeitlichen Abstand der Entwurmungen bzw. Kontrollen angeht. Dann spricht man von selektiver Entwurmung, SE. Unter dem Begriff ZSE, zeitgemäßer selektiver Entwurmung, versteht man eine zeitlich genau geplante Beprobung. Im ersten Jahr wird vier Mal untersucht und beprobt, in den Folgejahren weniger, falls die Ergebnisse dies zulassen. Selektive Entwurmung und ZSE bekämpft Wurmbefall ebenso wie die konventionelle strategische Entwurmung stets mit chemischen Mitteln. Je nachdem, wie viele Eier von Würmern sich im Kot befinden, wird entwurmt oder eben nicht. Nach dem Einsatz einer Wurmkur wird der Kot wiederum untersucht, um festzustellen, ob die Behandlung ausreichte.

Immer häufiger werden auch Wurmkräuter beworben. Es gibt jedoch keine Studien, die eine ausreichende wurmvernichtende Wirkung dieser Kräuter belegen.

Was kostet ein sinnvolles Wurmmanagement?

Ganz interessant: Eine Studie der Freien Universität Berlin ergab, dass Pferdebetriebe, die die ZSE nutzen, signifikant seltener entwurmt haben als konventionell arbeitende Betriebe. Nur 47% der nach ZSE arbeitenden Betriebe entwurmten häufiger als ein Mal pro Jahr. Die Betriebe mit konventioneller Entwurmung entwurmten zu 96 % häufiger als zwei Mal pro Jahr. Insgesamt nahmen 283 Betriebe an dieser Studie teil. Für die Besitzer der nach ZSE entwurmen Pferde entstanden  im Schnitt 32 Euro mehr an jährlichen Kosten durch die Kotprobenuntersuchung. Sie gaben durchschnittlich 92 Euro im Jahr für das Wurmmangagemt ihres Pferdes aus, die konventionell entwurmenden Besitzer durchschnittlich 60 Euro im Jahr.

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