Pflege & Gesundheit - Management rund ums Pferd

Egal ob Dressur, Springen, Western oder einfach nur in den Wald, eines haben alle Disziplinen des Reitsports gemeinsam: Im Mittelpunkt steht das Pferd. Damit man als Pferdebesitzer, Reiter oder einfach nur Pferdebegeisterter bestmöglich für das Pferd sorgen kann, ist es wichtig zu wissen, was die Pferdepflege alles umfasst. Zusätzlich dazu sollte jeder, der mit Pferden regelmäßig Kontakt hat, wissen, wie man auch ohne tierärztliche Ausbildung Krankheiten erkennen und kleinere Verletzungen sogar selbstständig behandeln kann.

Pferdepflege

Die richtige Pflege von Pferden ist nicht trivial. Wer seinem Pferd die bestmögliche Pflege zukommen lassen will, muss neben dem Putzen an viele Dinge denken. Denn die Pferdepflege umfasst auch Dinge wie Impfen, Entwurmen und krankheitsvorbeugende Maßnahmen. Wann am besten geimpft und entwurmt wird und vor allem mit welchem Präparat beantwortet am besten der eigene Tierarzt.

Regelmäßiger Gesundheits-Check

Krankheiten möglichst früh erkennen und sie dann richtig behandeln, erhöht die Chance auf Heilung. Deshalb sollten Pferdebesitzer regelmäßig einen kleinen Gesundheits-Check machen, bei denen die Vitalfunktionen überprüft werden. So weiß man um die individuellen Normalwerte des Pferdes und bemerkt Abweichungen sofort. Da jedes Pferd unterschiedlich ist, ist es auch wichtig, sich zu merken, wie sich das Pferd im Normalzustand verhält. Das umfasst beispielsweise sein Fressverhalten, sein Kot- und Harnabsatz, seine Augen und sein Ohrenspiel. So kann man als Pferdebesitzer im Krankheitsfall dem Tierarzt deutlich präziser sagen, welche Auffälligkeiten das Pferd zeigt. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit , dass die Ursache schnell gefunden wird.

Verspannungen selber lösen

In der Pferdepflege geht vor allem auch darum, den Wohlfühlfaktor des Pferdes zu erhöhen. Putzen dient beispielsweise nicht nur der Reinigung des Pferdes, sondern regt auch die Durchblutung an und hat, wenn man den richtigen Striegel nutzt, eine massierende Wirkung. Die massierende Wirkung des Striegelns löst beim Pferd Verspannungen und trägt somit maßgeblich zum Wohlfühlfaktor bei.

Pferdebesitzer und Reiter, die über das Striegeln hinaus Verspannungen bei ihrem Pferd lösen wollen, können beispielsweise die Masterson-Methode nutzen. Die Masterson-Methode ist eine einfach zu erlernende Entspannungstechnik,bei der Mittels verschiedene Druck- und Berührungstechniken kombiniert werden. So können auch Laien ganz einfach Verspannungen ihrer Pferde lockern und lösen.

Ebenfalls sehr zu empfehlen ist das Tellington-TTouch-Training. Die TTouches sind kleine kreisende Berührungen, die das Wohlbefinden des Pferdes fördern und ganz einfach in den täglichen Umgang mit dem Pferd eingebunden werden können.

Pferdegesundheit

Die Gesundheit des eigenen oder des einem anvertrauten Pferdes sollte immer die oberste Priorität haben. Doch die Gesunderhaltung und die frühzeitige Erkennung von Gesundheitsrisiken ist bei Pferden nicht leicht. Pferde sind Fluchttiere und haben, um den Jäger nicht auf sich aufmerksam zu machen, keinen Schmerzlaut. Pferde können uns Menschen demnach schwer mitteilen, wann und wo ihnen etwas weh tut. Es liegt also an uns Menschen, unseren Blick zu schulen, um so gesundheitliche Probleme zu erkennen. Das Erkennen alleine ist allerdings nicht ausreichend. Auch die Beurteilung der Schwere von gesundheitlichen Problemen und Verletzungen, sowie deren Erstversorgung ist essentiell. Aus diesem Grund sollten alle Personen, die mit Pferden in Kontakt sind, diese Grundlagen erlernen.

PAT – Werte

Bei einem Verdacht auf gesundheitliche Probleme des Pferdes sollten als erstes die PAT-Werte des Pferdes gemessen werden. Die Abkürzung PAT steht für Puls, Atmung und Temperatur und damit für die Metriken, die man auch als Laie sehr einfach und gut messen kann. Weichen die PAT-Werte eines Pferdes von den Normalwerten ab, ist das häufig ein Zeichen für ein gesundheitliches Problem. Das sind die Normwerte von Puls, Atmung und Temperatur beim erwachsenen Pferder:

  • Puls: 28 – 40 Schläge pro Minute
  • Atmung: 8 – 16 Atemzüge pro Minute
  • Temperatur: 37,5 – 38,2° Celsius

Bei Fohlen liegen alle Normalwerte ein wenig über diesen Werten.

Wichtig für die Bestimmung dieser Werte ist zu wissen, wie man sie messen kann.

Den Puls wird an der Unterseite der Ganaschen gemessen. Hier ist er am besten zu fühlen. Andere Möglichkeiten sind an der Unterseite der Schweifrübe oder am Fesselkopf. Wie bei Menschen auch misst man den Puls am besten mit Zeige- und Mittelfinger. Der Daumen hat einen eigenen Puls und würde daher die Messwerte verfälschen. In der Regel misst man den Puls 15 Sekunden lang und multipliziert den Wert anschließend mit vier, um so die Pulsschläge pro Minute zu bekommen.

Die einfachste Möglichkeit die Atemfrequenz zu ermitteln, ist die Beobachtung der Flanken. Das einmalig Heben in Verbindung mit dem Senken zählt dabei als ein Atemzug. Gemessen wird hier in der Regel 30 Sekunden lang, der Wert wird anschließend verdoppelt um so auf den Wert pro Minute zu kommen.

Die Temperatur misst man wie beim Menschen mit einem normalen Fieberthermometer. Für die Messung selber wird das Fieberthermometer in den After geschoben. Wichtig ist, dass das Thermometer während der gesamten Messung festgehalten wird. Für die eigene Sicherheit stellt sich die Fieber messende Person am besten seitlich von der Kruppe hin.

Krankheiten und Verletzungen beim Pferd erkennen

Krankheiten bei Pferden zu erkennen ist nicht immer einfach. Kennt man ein Pferd allerdings besser, fallen einem deutlich schneller auch kleine Veränderungen im Verhalten des Pferdes auf. Verhält sich ein Pferd anders als sonst, sollte das für jeden Reiter und Pferdebesitzer ein Grund sein, ein wenig genauer hinzuschauen. Wann der Tierarzt gerufen werden muss oder wann man eine Verletzung bzw. Krankheit auch selber behandeln kann, ist nicht immer leicht zu sagen. Manchmal können sich auch scheinbar kleine Verletzungen sehr schlecht entwickeln und zu einem echten Gesundheitsrisiko für das Pferd werden. Aus diesem Grund sollten unerfahrene Pferdebesitzer und Reiter im Zweifelsfall immer einen Tierartz kontaktieren. So lassen sich auch hohe Folgekosten durch eventuell zu spätes Behandeln verhindern.

Lahmheit erkennen

Eine Lahmheit ist keine Krankheit an sich, sondern lediglich ein Symptom. Ein lahmes Pferd ist mit einem humpelndes Menschen vergleichbar.. Allerdings kann die Art und Weise, wie sich die Lahmheit zeigt, Aufschluss darüber geben, wo das Pferd schmerzen hat. Betrachtet man die Bewegung eines lahmen Pferdes, kann man häufig eindeutig erkennen, welches Bein für die Lahmheit verantwortlich ist. Deutlich geschulter muss der Blick sein, um zu erkennen, ob es sich um eine Hangbeinlahmheit oder eine Stützbein handelt. Eine Hangbeinlahmheit kann aus dem oberen Teil des Beines sowie der Schulter bzw. Hüfte oder dem Rücken kommen, während eine Tragbeinlahmheit aus dem unteren Teil der Extremitäten kommt.
Grundsätzlich lassen sich Lahmheiten daran erkennen, dass das Pferd sich nicht mehr im Takt bewegt. Je nach Gangart ist also kein klarer Vier-, Zwei- oder Dreitakt mehr zu erkennen. Außerdem ist zu beobachten, dass das Pferd auf einem Bein versucht die Phase des Stützens, der Moment, in dem das Pferd auftritt, möglichst kurz zu halten. In den meisten Fällen ist genau dieses Bein verantwortlich für die Lahmheit.

Kolik erkennen

Koliken zählen mit zu den häufigsten Krankheiten bei Pferden. Kolik ist ein Sammelbegriff für alle Krankheiten bei Pferden, die sich durch extremes Bauchweh äußern. Die Symptome, die Pferde bei einer Kolik zeigen, können äußerst verschieden sein. In den meisten Fällen tritt aber zumindest eines dieser Symptome auf:

  • Wälzen
  • Unruhe
  • Apathie (Teilnahmslosigkeit)
  • Umschauen nach dem Bauch
  • Treten unter den Bauch

Im Falle einer Kolik sollte immer ein Tierarzt gerufen werden. Bis der Tierarzt kommt, kann es oft etwas dauern. In dieser Zeit hilft es in den meisten Fällen das Pferd zu führen, um so den Kreislauf in Schwung zu halten.

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