Springreiten:
Mit Übersicht durch den Parcour.

Mit dem Pferd zusammen durch einen Parcour aus Hindernissen fliegen, auf dem Teller wenden und dabei ganz entspannt sitzen: das scheint für viele ein kaum erreichbares Ziel zu sein. Dabei ist es gar nicht so schwer das Springreiten zu betreiben oder beginnen. Man beginnt mit Stangen, Cavalettis und kleinen Sprüngen an. Höhe kommt erst viel später dazu. Zu Anfang überfordert die Höhe den ungeübten Reiter und auch das junge Pferd. Allerdings muss man natürlich wissen, wie man die Sprünge beim Springreiten am besten auf dem Platz verteilt. Wie baue ich mir eigentlich die Sprünge auf und was sind gute Linienführungen? Die theoretischen Basics müssen sitzen, bevor man erfolgreich die Hindernisse aufbauen und absolvieren kann.

Das erste Mal Springreiten

Unsere Springtrainer haben viele Tipps parat, wie weit die Hindernisse auseinander stehen sollen und wie man nun am besten anreitet. Denn das ist auch nicht selbsterklärend! Was ist besser? Ein flottes Grundtempo, mit dem man sicher genug Schwung am Sprung hat oder etwas vorsichtiger um nicht in die Stangen zu prallen? Und worauf muss ich am Sprung bei meinem Sitz am meisten achten? Worauf kommt es beim Springreiten an? Die Springausbilderin Eva Deimel erklärt dir in ihren Lernvideos "Grundkurs Springen" ganz genau, wie das alles funktioniert. Zum Beispiel zeigt sie dir, wie der moderne Springsitz funktioniert.

Die beliebtesten wehorse Lernvideos zum Thema Springreiten

Grundkurs Springen Teil 1: Die Grundlagen des Springsitzes & vorbereitende Dressurarbeit

Grundkurs Springen Teil 2: Springreiten lernen mit Cavaletti

Grundkurs Springen Teil 7: Der erste Parcours

Die richtige Ausrüstung für Springpferde

Ingrid Klimke Symposium Teil 7: Greta, Johanna und die Distanzen

Cavaletti-Übungen im Galopp: Wendungen, Distanzen & Gymnastikreihen

Springausbildung Teil 3: Typische Fehler korrigieren & Feinheiten verbessern

Springausbildung Teil 4: Parcourstraining

Fortgeschrittene Springübungen für das 6-jährige Pferd

Sichere Linienführung im Parcours: Distanzen erkennen & richtig taxieren

Springreiten beginnt mit Cavalettis

Cavalettis sind nicht nur hilfreich für den ungeübten Reiter, die zum Beispiel zuerst einmal zum Gewinn von mehr Vertrauen zum Pferd in einen Cavaletti-Parcour starten können. Cavalettiarbeit hilft auch bei der systematischen Gymnastizierung des Pferdes und fördert gleichzeitig seine Kräftigung, Balance, Geschicklichkeit und Koordination.  Denn im Springparcours muss der flüssige Wechsel zwischen aufnehmen und zulegen einwandfrei funktionieren. Zwei Cavaletti abwechselnd mit mehreren oder weniger Galoppsprüngen dazwischen zu überwinden stellt eine sinnvolle Vorbereitung dar. Sternförmig aufgebaute Cavaletti eignen sich hingegen gut für das Üben von engen Wendungen. Viele weitere Übungen mit und über Cavalettis stellt dir unter anderem Reitmeisterin Ingrid Klimke in ihren Videos vor.

Dressur und Springreiten

Ohne Dressur kein Springen – das ist kein Geheimtipp mehr. Trotzdem sieht man immer wieder Springreiter und -pferde, die nicht über die notwendigen dressurmäßigen Grundlagen verfügen, die man für ein erfolgreiches Parcoursspringen benötigt. Warum hilft gutes Dressurreiten Pferd und Reiter beim Springreiten so ungemein? Erstens, weil man so sicherer, erfolgreicher und kontrollierter durch einen Springparcours kommt. Beim Springreiten musst du für dein Pferd Entscheidungen treffen. Soll es zulegen und langsamer werden um passend über die nächste Hürde zu kommen? Das Pferd muss deine Hilfe akzeptieren, es muss im Zeitspringen eng wenden können und dabei voll und ganz in der Balance sein. All das funktioniert nicht, wenn dein Pferd nicht reell an deinen Hilfen steht und eine feine Anlehnung sucht.

Zweitens, weil gute Dressurarbeit auch das Pferd vor Verletzungen schützt. Gymnastizierung ist die Grundlage für das weitere Springreiten. Wie soll dein Pferd auf die körperlichen Herausforderungen beim Springreiten reagieren können, wenn es steif und unbeweglich im Rücken und im restlichen Körper ist? Wie soll es die Last, die bei jedem Sprung auf seine Beine und seinen Rücken einwirkt, ausgleichen? Also: Mit guten dressurmäßigen Grundlagen tust du nicht nur dir, sondern vor allem auch deinem Pferd etwas Gutes. Und ein durchlässiges Pferd, welches über den Rücken läuft, macht auch beim Springreiten mehr Spaß. Wie die Dressurausbildung eines Springpferdes bei den Profireitern abläuft und viele weiteren Details kannst du im Podcast mit der Weltmeisterin Simone Blum nachhören.

Die wehorse-Trainer für Springreiten

Christopher Bartle

Eva Deimel

Karsten Huck

Ingrid Klimke

Lars Meyer zu Bexten

Elmar Pollmann-Schweckhorst

Distanzen: die Abstände zwischen den Sprüngen

Kombinationen und Distanzen sind ein elementarer Teil beim Springreiten. Sie bestehen aus min. zwei Sprüngen, die in einem festgelegten Abstand zueinander aufgestellt sind. In einer Kombination stehen die Hindernisse ein bis zwei Galoppsprünge auseinander. In Distanzen muss das Springpferd drei bis acht Galoppsprünge zwischen den Sprüngen absolvieren. Die Kunst besteht nun darin, die Galoppsprünge hier gut unterzubringen und den idealen Absprungspunkt zu treffen. Das hört sich erstmal schwieriger an, als es eigentlich ist.

Wie lang ist ein Galoppsprung?

Der Galoppsprung eines Großpferdes ist in der Regel 3,6 m groß, der eines Ponys ca. 3,0 m. Wenn du es genau wissen möchtest, galoppiere einmal die lange Seite in Parcourstempo auf einem frisch geschleppten Boden entlang. Danach kannst du mit einem Maßband nachmessen, wie groß der Galoppsprung deines Pferdes ist. Mit Hilfe von diesem Wissen kannst du besser abschätzen, wie du dir die Distanzen beim Springreiten einteilen kannst. Wichtig: Beim Messen immer darauf achten, dass du den Abstand zwischen den Hufabdrücken des gleichen Beines misst.

Kombinationen im Springreiten

Es gibt zwei- und dreifache Kombinationen im Springreiten. Diese bestehen aus zwei bzw. drei Sprüngen, zwischen denen man, je nach Aufbaue, ein oder zwei Galoppsprünge reiten kann. Für ein Großpferd werden Kombinationen mit folgenden Abständen aufgebaut:

  • 1 Galoppsprung sind ca. 7,10 – 8,00 m
  • 2 Galoppsprünge sind ca. 10,30 – 11,00 m zwischen den Hindernissen.

Meter der Distanzen

Bei Distanzen beträgt der Abstand zwischen den Hindernissen bei einem Großpferd diese Maße:

  • 3 Galoppsprüngen: 14,10 – 15,00 m
  • 4 Galoppsprüngen: 17,60 – 18,60 m

Für den Ein- und Aussprung sind in etwa jeweils 1,5m zu der Länge pro Galoppsprung hinzu zu rechnen. Es handelt sich hierbei lediglich um durchschnittliche Richtwerte, denn ein Pferd man kann natürlich die Größe des Galoppsprungs beim Springreiten beeinflussen und so spannend zum Sprung kommen. Für Ponys sind die Abstände zwischen den Hindernissen entsprechend kleiner, da sie naturgemäß einen kleineren Galoppsprung haben.

Distanzen sehen beim Springreiten

Um Distanzen zu erkennen muss du zwei Dinge lernen: Den sogenannten Meterschritt und das Gefühl Distanzen zwischen den Sprüngen zu sehen. Mit dem Meterschritt kann jeder zu Fuß abmessen, wie weit die Sprünge der Kombination oder Distanz auseinander stehen. Er ist beim Abgehen des Parcours das A und O. Wie man üben kann, Schritte zu machen die genau einen Meter lang sind, erfährst du in unserem Blogbeitrag.

Beim Springreiten muss man zusätzlich die Länge des Galoppsprungs vom eigenen Pferd kennen. Dann kann der Reiter erst entscheiden, wie er die Sprünge im Parcour optimal anreiten kann. Das Erkennen und Sehen von Distanzen ist etwas, das mit einem Gefühl zusammenhängt, das beim Springreiten ausgebildet werden muss. Daher hilft hier kein Wundermittel und es gibt kein Geheimrezept. Nur Training, dass kleinschrittig Sicherheit und Routine vermittelt, kann beim Springreiten zum Erfolg führen. Man sich hierfür in vier Schritten auf das Springreiten und das Distanzen sehen vorbereiten. Auch gibt es verschiedene Routinen sich auf das Reiten im Parcour vorzubereiten.

Turnierklassen im Springreiten

Hat man zu Hause einiges an Routine im Springreiten bekommen, kann man sich beinahe überall in Deutschland auf Turnieren mit anderen messen. Man kann beim Springreiten grundsätzlich zwischen drei Prüfungsformen wählen: dem Stilspringen, der Springpferdeprüfung und der Springprüfung. Beim Stilspringen achten die Richter in erster Linie auf den Reiter, während in einer Springpferdeprüfung das Verhalten und die Springmanier des Pferdes beurteilt wird. Alle weiteren Springprüfungen können nach verschiedenen Richtverfahren ausgetragen werden. Hierbei richtet sich das Ergebnis je nach Ausschreibung nach Fehlern, Zeit oder einer Kombination aus beidem. Die Prüfungen werden oft als Zeitspringen ausgeschrieben. Hier gewinnt, wer die schnellste Zeit hat. Alle gefallenen Stangen werden als Strafsekunden auf die gebrauchte Zeit hinzuaddiert. Eine andere beliebte Ausschreibung sind Fehler/Zeit Springprüfungen. In diesen Prüfungen muss man fehlerfrei durch den Parcour kommen. Bei gleicher Fehlerpunktanzahl ist die benötigte Zeit ausschlaggebend und der schnellste Reiter gewinnt. Die niedrigere Zeit wird höher platziert.

Klassen und Höhen im Springreiten

  • Klasse E (Einsteiger): Höhe und Breite max. 85 cm, max.1 Kombination
  • Klasse A (Anfänger): Wird unterteilt in A* und A**, Höhe und Breite max. 95cm (A*) bzw. 105 cm (A**), max. 2 Kombinationen
  • Klasse L (Leicht): Höhe und Breite max. 115 cm, max. 3 Kombinationen
  • Klasse M (Mittelschwer): Wird unterteilt in M* und M**, Höhe und Breite max. 125cm (M*) und 135 cm (M**), in der M*-Prüfung werden max. 3 Kombinationen, ab M** sind beliebig viele Kombinationen möglich
  • Klasse S (Schwer): Wird unterteilt in S* bis S****, Höhe und Breite max. 140 cm (S*), 145 cm (S**), 150 cm (S***) und 155 cm (S****) und dürfen beliebig viele Kombinationen