Feine Reiterhände durch die Schabracken-Bommel

Elaine Butler neben Reiterin

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Ich bin ein Fan davon, wenn mal etwas einfach ist. Hier kommt ein hervorragender, ganz einfacher Sitzschulungs-Tipp, den Du direkt beim nächsten Mal Reiten ausprobieren kannst! Er ist von Elaine Butler. In der vergangenen Woche war sie bei uns und hat einen Reitkurs gegeben. Die Britin ist Sitzschulungsexpertin und lehrt Dich, all das bewusst zu tun, was talentierte Reiter automatisch richtig machen. Zum Beispiel lernst Du dort, welche Körperspannung Du brauchst, um wirklich gut auszusitzen. Auf wehorse findest Du übrigens auch mehrere Lehrfilme von Elaine Butler, da kannst Du Dir auch im Bewegtbild einen eigenen Eindruck verschaffen. 

Wie Du lernst, auszusitzen

Elaine Butler kann Dir erklären, wie Deine Bewegung beim Aussitzen aussehen sollte. Und zwar ganz detailliert: Welche Phase des einzelnen Trabtrittes betonst Du mit Deinem Körper? Das variiert zum Beispiel je nach Reiter und Pferd. Oder aber,  sie erklärt Dir, welche Muskeln Du in Deinem Rumpf ansteuern musst, damit das Aussitzen wirklich gut gelingt. Doch ein So-Lala-Aussitzen zu einem guten Aussitzen zu machen, dauert etwas. Wir hatten in diesem Kurs eine Reiterin dabei, deren Wunsch es vor allem war, am Aussitzen zu feilen. Es gibt immer Videoaufnahmen bei Elaines Kursen. Auf den Videos im Kurs konnte man sehr gut sehen, dass es im Laufe der Einheiten immer mehr Momente gab, bei denen man sehen konnte „Jetzt hat sie es!“. Die Momente der Reiterin, bei denen das Aussitzen wackelte und unschön aussah, wurden immer weniger. Genau darum geht es ja: Ein Gefühl erstmals erfahren, es dann abspeichern und es schließlich abrufbar machen. Immer häufiger, bis es letztlich automatisch funktioniert.

Die Reiterhand ruhiger bekommen

Das Fühlen-Lassen ist auch beim versprochenen Trick zum Thema Handhaltung der ausschlaggebende Punkt. Ein ganz häufiges Wunschthema von nahezu allen Reitern sind die ruhigen Hände. Sanfte Hände, die in einem guten Kontakt zum Pferdemaul sind. Nun sind Handfehler meistens nur der Punkt, an dem etwas sichtbar wird. Wenn die Hände unruhig sind, liegt die Ursache meist ganz woanders im Sitz begründet. Sich selbst bewusst zu machen, was die eigenen Hände tun, ist dennoch extrem hilfreich im Lernprozess. Denn das eigene Gefühl und die Realität können beim Reiten ja durchaus ziemlich unterschiedlich sein.

Gefühl und Realität beim Reiten abgleichen 

Hier hat Elaine Butler einen super simplen Trick im Kurs gezeigt, mit dem der Reiter spürt, wie viel oder wenig er seine Hände bewegt: Sie hat einer Reiterin die Strippen der Dressurschabracke in die Hände gegeben. Sie hat die Schabracke losgeklettet, so dass die Klettstreifen frei waren und hat diese der Reiterin als Zusatz zum Zügel in die Hand gegeben. Die Reiterin sollte in die Schlaufe hineinfassen.

Wie Reitbommeln, nur hat sie jeder schon im Schrank

Das hat den gleichen Effekt wie bei den sogenannten Reitbommeln. Die muss man jedoch zusätzlich erwerben, es sind kurze Seile mit einer Holzscheibe als Ende. Mit diesen Bommeln am Sattel befestigt wird genau der gleiche Effekt erzielt. Beide Methoden schränken nämlich die Handbewegungen des Reiters ein. Sie lassen Bewegungen mit der Hand zu, aber der Radius der möglichen Bewegungen ist verkleinert. Die Zügelfaust zum Beispiel über den Widerrist zu ziehen, wird damit unmöglich. Auch eine Bewegung zum Oberschenkel hin, wie sie die Reiterin im Kurs gern mal machen wollte, wird gestoppt. Das ermöglicht es dem Reiter, unbewusste Handbewegungen wahrzunehmen. Ein genial einfacher Trick, oder?

Probier' es doch mal heute direkt aus, wie sich das Reiten mit Schabracken-Schlaufen für Dich anfühlt. Ich würde mich freuen, wenn Du mir im Kommentar davon erzähltst! Entweder auf facebook oder direkt auf dem Blog www.alifewithhorses.de. Dort liest Du auch andere super effektive Elaine-Bulter-Sitzschulungstipps aus unserem Kurs. Und versprochen: Die sind alle gut!