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#Wissen mit Sattlermeister Jochen Schleese: Wie du erkennst, ob dein Sattel wirklich zu dir und deinem Pferd passt

Jochen Schleese ist Sattlermeister und Sattelergonom und gilt als Vorreiter, wenn es darum geht, Sättel auf die weibliche und männliche Anatomie anzupassen.

Mit Sonja Kriegel spricht er darüber, dass die meisten Sättel auf die männliche Anatomie ausgelegt sind. Dies kann bei Reiterinnen Hüftbeschwerden oder Rückenschmerzen verursachen sowie Blasenentzündungen oder Sitzfehler, die sich nur schwer beheben lassen. Jochen beschreibt, worin genau sich Sättel für Frauen und Männer unterscheiden, wie du selbst überprüfen kannst, ob dein Sattel zu dir und deinem Pferd passt und gibt Denkanstöße in Bezug auf die Begurtung und Verwendung von Satteldecken und -pads.

Podcast Transkript

Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.

[SPEAKER 2]
[00:00:01-00:00:09]
Heute eine Wissensfolge rund um das Thema Sättel mit einem echten Experten in dem Bereich, Jochen Schleese.

[SPEAKER 1]
[00:00:09-00:00:28]
Das Hauptthema ist, wie soll ich denn da locker und geschmeidig drauf sein, wenn das Gerüst, der Sattelbaum, mein Gerüst, das Skelett, vergess die Schlechtzeile, vergess die Muskulatur, denk doch nur an das Skelett. Wenn das Skelett vom weiblichen Menschen nicht auf das Skelett von diesem Sattel passt, das ist ja Wahnsinn.

[SPEAKER 2]
[00:00:30-00:01:49]
Herzlich willkommen zum WeHorse Podcast. Heute mit Sonja Kriegel. WeHorse ist deine Lernplattform, auf der du täglich Inspirationen, Trainingstipps und das Wissen der besten Trainer bekommst, um gemeinsam mit deinem Pferd jeden Tag besser zu werden. Neues Jahr, neue Podcast-Folge. Und wir starten mit einem Thema, das wirklich fast jede Reiterin und jeden Reiter angeht, und zwar mit dem Thema Sattel. Wie erkenne ich eigentlich einen guten Sattel? Wie finde ich einen passenden Sattel für mein Pferd, aber auch für mich? Wie erkenne ich einen guten Sattler? Wie kann ich prüfen, ob mein bisheriger Sattel schon gut passt oder eher nicht? Und welche Punkte beim Reiten beeinflusst eigentlich ein Sattel? Diese Fragen und noch viel mehr klären wir heute mit Jochen Schleese. Er ist seit Jahrzehnten Sattlermeister und Sattelergonom, hat ein sehr bekanntes Buch geschrieben, The Silent Killer, über Sattelanpassung, hält viele Vorträge und ist einfach ein idealer Ansprechpartner, wenn man irgendeine Frage rund um das Thema Sattel hat. Vielleicht auch eine Frage, von der man noch gar nicht wusste, dass man sie hat. Wir steigen tief ein in das Thema und Jochen hat auch einige Übungen für euch, die ihr zu Hause ausprobieren könnt. Ich wünsche euch ganz viel Spaß mit dieser Wissensfolge. Herzlich willkommen im WeHouse Podcast. Jochen, schön, dass du da bist.

[SPEAKER 1]
[00:01:50-00:01:52]
Ja, vielen Dank für die Einladung. Ich freue mich.

[SPEAKER 2]
[00:01:53-00:02:15]
Ja, ich freue mich auch sehr auf das Gespräch. Wenn man Fragen zum Thema Sattel hat, dann kann man sich glaube ich kaum einen besseren Gesprächspartner als dich vorstellen. Ja, deswegen würde ich sagen, wir legen direkt los. Und ich dachte, vielleicht kannst du zu Beginn noch einmal erzählen, wie es dich zum Thema Sattel gebracht hat. Was fasziniert dich an dem Thema? Wie bist du dazu gekommen, Sattler zu werden und ja noch so viel mehr?

[SPEAKER 1]
[00:02:16-00:03:33]
Ja, es war eigentlich nur Zufall. Ich wollte eigentlich gar nicht Sattler werden. Ich wollte eigentlich Arzt werden. Und ich fand die Anatomie, Biomechanik einfach nur toll. Und ich weiß nicht, wo das herkommt, aber ich hatte immer diesen Wunschtraum, Arzt zu werden. Und früher habe ich viel, viel geritten. Ich war sehr lange im Stall und habe leider meine Hausaufgaben nicht richtig ernst genommen. Deswegen musste ich nochmal zur Armschule, um überhaupt an die Noten zu kommen, den Gedanken zu haben, auf die Universität zum Arzt zu werden. Und da ich sehr viel Reitungsrichter gegeben habe, Reitlehrer war, auch Richter, hat mein Vater mir gesagt, wenn du das ernsthaft meinst, musst du jetzt auch mal was machen. Ja, die Armschule geht doch so lange. Er sagte, ja, aber hier so lange rumsitzen geht nicht. Ich muss noch einen anderen Job machen. Wie, noch einen anderen Job? Ja, du musst ja mal für die Pferde aufpassen. Oh Gott, was mache ich denn jetzt? Für mich gab es eigentlich gar nichts anderes. Und durch Zufall kam der Sattler an. Und da habe ich gedacht, oh. Das ist natürlich toll. Ich kann meine eigenen Sachen reparieren, die dauernd kaputt gehen. Das war eigentlich nur der Grundstart, dass ich in der Zwischenzeit was mache. Und als ich dann die Sattlerlehre anfing, hier geht das Deutsch wieder flöten.

[SPEAKER 2]
[00:03:33-00:03:45]
Ja, das müssen wir vielleicht nochmal kurz dazu sagen. Du lebst ja seit vielen Jahren in den USA oder im Sommer dann in Kanada. Deswegen bist du im Englischen quasi mehr zu Hause mittlerweile, ne?

[SPEAKER 1]
[00:03:45-00:03:57]
Ja, genau. Meine Kinder und meine Enkelkinder, die sprechen ein bisschen Deutsch, aber wenn du das nicht dauernd sprichst, verlierst du doch die Sprache. Also ich entschuldige schon mal im Voraus, falls das eine oder andere Wort zu englisch klingt.

[SPEAKER 2]
[00:03:57-00:03:59]
Ich glaube, wir verzeihen das alle sehr gerne.

[SPEAKER 1]
[00:04:01-00:07:02]
Naja, wie gesagt, durch die Sattlerei fand ich hochinteressant, aber da kamen immer wieder Themen vor, die mein Meister nicht mir logisch beantworten konnte. Denn mein Vater... Der war Studienrat, der hat Physik und Mathematik gelehrt, der IGS in Langhagen. Und er hat immer gesagt, derjenige, der das wie weiß, wird immer der Person folgen, der das warum weiß. Und er hat uns so erzählt, wir müssen das warum wissen. Warum ist denn das so? Und als ich dann gefragt habe, warum muss man denn die Sitzmatratze bei den Satteln so raspeln? Oder warum müssen die Kniepauschen so angebracht werden? Anstatt das einfach zu machen, ich war so erzogen, dass man nachfragt, dass ich das auch im Kopf kapiere. Und ich habe sehr schnell festgestellt, es gibt ja diese schönen deutschen Sprüche, Lehrjahre sind keine Herrjahre. Man soll einfach das machen, was man tut. Ob das jetzt Brötchen holen ist für den Meister oder Kaffee oder Schlaufen nähen oder Tränchen nähen. Es ergab sich, ich fand das einfach nur toll, wie man aus Leder was bauen konnte. Und als ich dann weiter als Geselle gearbeitet habe und dann meinen Meister gemacht habe, war ich damals 1985 der jüngste deutsche Sattlermeister. Und da kann man sich natürlich auch was drauf einbilden. Aber für mich war immer der große Drang, was zu schaffen. Nicht nur für mich, vom Finanziellen, sondern auch für andere. Denn als ich dann meine Lehre fertig habe, habe ich überhaupt nicht mehr an den Arzt gedacht. Ich fand das so faszinierend. Und einer unserer Berufslehrer, der hat für Rainer Klimtke die Sättel gebaut, der hieß Max Höpfner. Und der hat uns dann immer an die Pferde gebracht. Und das fand ich immer ganz toll, dass endlich nun mal das Pferd reinkam. Aber leider, wir waren in der Berufsschule nicht mehr wie 30 Sattler. Davon waren zwei Reiter. Ich war einer davon. Und viele, viele gute, gute Sattler sind keine Reiter. Ist auch nicht gefragt in dem Beruf. Ja, so bin ich an den Sattlerberuf gekommen und habe nie wieder zurückgedacht, denn ich habe mehr und mehr Leute kennengelernt von der Reiterei und gemerkt, dass ein guter Sattel für den Reiter eigentlich nur gebaut werden kann, wenn man das Warum versteht. Genau wie mein Vater uns erzogen hat. Das wird aber sehr oft in der Sattlerei nicht gern gehört, denn... Nachdem ich die Lehre beendet habe und jetzt nicht mehr Lehrling war, Geselle und dann noch Meister, mir hat der eine Meister mal erzählt, du bist ja hier jetzt Bundesliga geworden in der Sattlerei, ich will dir ja nichts darauf ein. Ich bin 65 Jahre alt und wenn ich das Gras von unten angucke, dann höre ich auf zu lernen. Und wenn du den Gedanken hast, dass da immer mehr zu lernen ist, dann wirst du vielleicht mal ein guter Sattler. Und das habe ich nie vergessen.

[SPEAKER 2]
[00:07:02-00:07:03]
Das ist ja wie beim Reiten.

[SPEAKER 1]
[00:07:03-00:09:20]
Ja, genau. Ich hatte noch einen alten Cavalier-Offizier, der konnte vielleicht pölken, aber der hat immer gesagt, man braucht drei Lebenszeiten, um richtig reiten zu lernen. Und Mir wurde als Kind schon immer eingeprüft, wir müssen das weitergeben, was wir lernen. Und so hat sich alles sehr gut geschlossen für mich. Denn es macht irre viel Spaß, jetzt auch zu verstehen, warum der Reiter sich so quält. Warum einer meiner Reitschüler das so leicht hatte und die anderen, da bin ich wahnsinnig geworden. Und hier ist noch eine Sache. Meine Schwester, die war die beste Reiterin bei uns. Und die haben dann aufgehört, weil sie das zu schmerzhaft fand. Wir fanden das natürlich toll, wir beiden Jungs, mein jüngerer Bruder und ich, wir haben dann die besseren Pferde gekriegt. Aber damals als Kind hast du nicht viel dabei gedacht. Und eins kam zum anderen und nachdem die Wissenschaft mehr und mehr Mittel hat, um Sachen zu ermitteln, kann man tatsächlich wissenschaftlich nachweisen, warum es Langzeitschäden bei Reitern und bei Pferden gibt. Und das war natürlich für mich ein Riesenthema. Wie ich vorhin erzählt habe, die eine Frage, die ich meinem Meister immer gefragt habe, warum raspeln wir denn die Sitzmatratze unterm Schritt so spitz? Da sagt er zu mir, meine Güte, hör auf zu fragen. Du bist der dämlichste Lehrling, den ich je hatte. Du fragst dauernd Fragen. Da habe ich mir gedacht, oh Gott, oh Gott, na gut, der Michael hat der dämlichste Lehrling, aber ich muss das kapieren. Du bist doch ein Reiter, du weißt doch, wenn ein Mann reitet und der fällt auf seine Teile, dann kriegt er den Schild da, wird ohnmächtig und fällt um. Wenn ich auf dem Pferd sitze ohne Sattel, dann fühle ich doch, wo der Widerriss ist. Ich kann auch die ganze Rückenlinie abtasten und genau den Dornfortsatz fühlen von dem Pferde Wirbelsäule. So, und wenn ich dir jetzt mal ein Beispiel geben darf, wenn ich einen Bleistift oder einen Kugelschreiber unter den Teppich lege und verstecke den, das dauert nicht lange, du findest, wo der ist. Wie machst du das? Du fühlst mit der Hand über den Teppich, ah, da ist eine Erhöhung, da ist der Kugelschreiber. Macht das Sinn, Sonja?

[SPEAKER 2]
[00:09:20-00:09:21]
Auf jeden Fall.

[SPEAKER 1]
[00:09:21-00:11:07]
Ja, und genauso ist es mit dem Rücken. Was die Erhöhung ist, ist der Dornfortsatz der Wirbelsäule. Links und rechts daneben, da ist Weichteile, die Muskeln. Stell dir mal vor, du sitzt auf deinem Pferdchen, ohne Sattel, und deine Sitzhöcker gehen in die Weichteile. Ach, ist das schön. Oh, so ohne Sattel reiten, so richtig schön, so wie Winnetou. Ach, klasse. So, und dann kommt ja der Dornfortsatz, wie der Kugelschweib, ist die Erhöhung. Und das müssen wir im Sattel nachbauen. Und warum? Weil das den Geschlechtszeilen des Mannes klare Ansage gibt, du fällst nach links oder nach rechts, aber der Reiter wird sich nie vorne wehtun. So. Eine Frau hat ihre Geschlechtszeile innen, nicht draußen. Wir können kleine, enge Schlüpfe anziehen und das Ding links oder rechts hinlegen. Frauen können es nicht. Und als Gynäkologen, als Doktor, Die jetzt Bücher darüber schreiben, dass Frauen permanente Blas- und Nierenentzündung vom Sattel bekommen können. Oder permanente Kniescheibe- oder Hüftbeschwerden vom Sattel. Oder Bandscheibenvorfälle vom Sattel. Da bin ich natürlich spitzhörig geworden. Und habe mich, genau wie mein Meister gesagt hat, umzingel dich mit schlauren Leuten. Lerne alles. Und dann hat er gesagt, sag mal, seid ihr bekloppt? Warum macht ihr da so ein Spitzdach? Keine Frau will auf einem Spitzdach sitzen. Die möchte lieber so ein Flachdach im Schritt haben. Und da habe ich gesagt, das geht doch gar nicht. Das machen wir doch schon seit Hunderten von Hunderten Jahren. Und überleg mal, Sonja, wenn du in den Stall gehst, siehst du da mehr Männer oder mehr Frauen?

[SPEAKER 2]
[00:11:08-00:12:15]
Ja, also auch bei Wehorse, wir haben sehr, sehr viele weibliche User, also natürlich sehr viele Frauen. Ja, das finde ich auch so einen super spannenden Aspekt bei dir, dass du ja auch eben darauf schaust, wie müssen wir einen Sattel bauen für eine Frau versus für einen Mann. Und ja eben auch überhaupt zu gucken, ich finde ja immer das Erste, was so jeder denkt, wenn er sich überlegt, okay, ich brauche einen neuen Sattel, wie finde ich jetzt einen passenden Sattel, denkt man ja schon im ersten Moment ans Pferd. Wie passe ich den jetzt richtig an, wie passt der richtig dem Pferd. Und du guckst ja auch darauf, wie er dem Reiter richtig passt. Also super spannend. Das heißt, du hast dich in deiner Laufbahn nicht damit zufrieden gegeben, wir machen es so, weil wir es immer schon so gemacht haben. Du hast ordentlich nachgefragt. Wäre das auch so, das wäre jetzt nämlich meine nächste Frage gewesen, wenn du jetzt so in ein, zwei Sätzen, ich will da auf jeden Fall noch tiefer reingehen gleich, aber wenn jetzt jemand sagt, ich brauche einen neuen Sattel, was wäre so dein wichtigster Tipp, worauf man achten sollte.

[SPEAKER 1]
[00:12:15-00:12:50]
Okay. Ich sage immer, wenn jemand sich Skier kauft, neue Skiausrüstung, dann passe ich doch erst meinen Skistiefel an, bevor ich die Bindungs und dann den Ski. Der braucht doch den Stiefel, um die Bindung anzupassen für den Ski, den ich mir ausgesucht habe. Ich sage doch nicht erst mal, okay, ich nehme die Bindung, den Ski und dann fange ich erst mit dem Stiefel an. Der Stiefel muss doch erst mal passen. Macht das Sinn?

[SPEAKER 2]
[00:12:51-00:12:52]
Ja.

[SPEAKER 1]
[00:12:52-00:15:17]
Okay. Und als Reiter hast du es genau richtig erzählt. Ich denke immer ans Pferd, weil ich ja so verliebt bin in Pferde und ich möchte das Beste für mein Pferd. Es gibt so ein schönes Buch von Udo Börger, der in 1905 geschrieben, der Reiter formt das Pferd. Und wenn ich keinen geschmeidigen Sitz, den sie seit 400 Jahren in der spanischen Hochreitschule unterrichten, wenn ich keinen geschmeidigen Sitz habe, dann nützt das, wie der Sattel dem Pferd passt, überhaupt nichts. Stell dir vor, ich habe von einem Thema vorgesprochen, von dem Spitzdach im Sattel, dem Schritt. Es gibt neun davon. Jetzt zurück zur Frage, leider waren es nicht zwei Sätze, muss erst den Reiter passen. Und es gibt ganz leichte Übungen, die jeder Reiter auf den Sattelbock machen kann, bevor ich den überhaupt aufs Pferd lege. Genau wie ich meinen Skistiefel erstmal anziehe, bevor ich den überhaupt auf die Skier bringe. Das ist Nummer eins. Mach diese leichte Übung. Nummer zwei... Denkt daran, ein Pferd ist kein Karussellholzpferd. Ein Pferd ändert die dreidimensionale Rückenlage aus acht verschiedenen Gründen. Und letzter Schritt. Es ist ganz wichtig, dass ich verstehe, ein Sattel ist ein Verbindungsstück zwischen zwei Lebewesen. Und wenn ich den nicht auf einen dynamischen Pferd anpasse, mache ich einen riesen Fehler. Von 14 verschiedenen Sattelschulen, Sattelanpassschulen sagen wir mal, hat ja angefangen 1350 in England mit der Society of Master Saddler. Da steht heute noch, wir folgen den gleichen Richtlinie wie vom Anfang an. Das heißt... Pass den Sattel so an, dass die Industrie in England angekurbelt wird. Die Sattelindustrie. Das heißt, Leute wollen Sattel kaufen. Das Letzte, was Leute heute hören möchten, ich muss einen dauernd neuen Sattel kaufen. Richtig? Ja, klar. Und das Letzte, was Leute hören wollen, die haben gerade wahnsinnig viel Geld ausgegeben oder lange gesucht und endlich einen Sattel gefunden, der denen und das Pferdchen passt. Und dann kommt der Osteopath, Physiotherapist an, der Reitlehrer und sagt, der Sattel passt so nicht dem Pferd. Sondern ja, weißt du, wie viele Leute den Sattel nur in der Stallgasse anpassen?

[SPEAKER 2]
[00:15:17-00:15:18]
Ja, genau.

[SPEAKER 1]
[00:15:19-00:15:36]
Er muss doch passen, wenn das Pferd sich bewegt. Ich muss doch sehen, wie ist denn, da war ja meine Passion auf Physiologie, bei Biomechanik. Das ist für mich das eine und alles. Wie läuft das Pferd unter mir? Und als Reiter merke ich doch, hier hakt irgendwas.

[SPEAKER 2]
[00:15:37-00:15:39]
Entschuldige.

[SPEAKER 1]
[00:15:39-00:15:60]
Es hängt unwahrscheinlich am rechten Zügel. Und auf einmal passt er den Sattel an und der ist geschmeidig, der kaut, der kommt richtig genickt, der schwingt, das Aussitzen ist ganz leicht. Das merke ich doch, wenn er mir sofort den Rücken gibt. Also ich kann da stundenlang drüber reden, aber du sagst zwei, drei Sätze und ich konnte es nicht mal in 30 setzen.

[SPEAKER 2]
[00:15:60-00:16:55]
Wir gehen auf jeden Fall auch noch tiefer rein. Ich finde es sehr hochspannend und auch ein sehr wichtiger Punkt. Ich dachte, dann haben wir einmal so ein bisschen den Überblick am Anfang. Das fand ich drei sehr wichtige Tipps. Ja, wir können ja mal mit dem ersten anfangen, dass du sagtest, man muss erst mal auf den Reiter gucken, was ja schon mal, glaube ich, für viele ein sehr wichtiger Hinweis ist. Wie würde man denn da vorgehen? Wenn ich jetzt sagen würde, Jochen, ich brauche für mein Pferd einen neuen Sattel. Worauf achte ich da? Wir haben eben schon darüber gesprochen. Ich weiß jetzt, ich bin eine Frau. Das heißt, ich müsste schon mal gucken, wie ist der, da bist du jetzt der Experte, wie das heißt, wie ist das Kissen quasi geformt? Wie passt das auf die weibliche Anatomie hin? Dann gibt es ja auch so Themen wie Sitzgrößen, Pauschen. Was gibt es so für Sachen, worauf achte ich, ob der Sattel dem Reiter passt?

[SPEAKER 1]
[00:16:56-00:19:42]
Okay. Als allererstes würde ich immer, bevor ich einen Sattel kaufe, davon ausgehen, dass der Berater zu mir ans Stall kommt. Natürlich machen Leute das auch, dass sie ihr Pferdchen aufladen und mit dem Hänger irgendwo hinfahren. Das geht auch. Aber du weißt selber als Reiter, wenn das Pferd aufgeladen wird, wird es nervös. Oh, geht es zum Turnier? Wo ist was anderes? Da sind die Pferde ganz anders. Gehe ich zum Stall, ist das Pferd zu Hause, ist ruhig. Und dann gucke ich mir das Pferd erstmal in der Lounge an. Wie bewegt sich das Pferd ohne Sattel? Gucke ich mir an den Sprung des Pferdes an. Und dann gucke ich mir an, in was für einem Sattel du reitest. Und dann sagst du, ich habe keinen Sattel oder ich leihe mir einen Sattel oder das ist mein alter Sattel oder ich möchte jetzt einen haben, weil ich ausgewachsen bin. Egal, was für ein Grund. So, dann weißt du ja schon mal, aha, Was für einen Balancepunkt hast du? Wo sitzt der Balancepunkt über dem Pferdebalancepunkt? Und habt ihr schon mal eine Idee, wenn es zur dynamischen Anpassung kommt? Dann fange ich an, den Reiter zu vermessen. Es gibt neun Knackpunkte. Und es gibt im Sattel, die wichtig sind, die dem Reiter passen müssen. Es gibt ganz viel, ganz oft, dass Leute sagen, ich sehe aus wie ein Mann. Ich kann gut im Männersattel reiten. Wenn du mein Museum anguckst, ich habe ungefähr von 110 Leuten einen Poabdruck gemacht. Das heißt, du sitzt auf so einem Foamkissen mit deinen Stretchy Pants, die alle möglichen Richtungen sich stretchen. Und dann sitzt du da drauf wie ein Reitersitz und nimmst einen Poabdruck. Und du brauchst kein Gynäkologe zu sein oder keinen Arzt. Oder kein Sattel. Und du erkennst so zwei Formen sofort. Das eine sieht aus wie ein U, das andere sieht aus wie ein V. Egal, ob es ein junger Mann war, ein dicker Mann, ein dünner Mann, ein alter Mann. Ein Mann sitzt immer wie ein V. Der Gipssattel sieht aus wie ein V. Und eine Frau, egal wie klein, wie groß, wie dünn, wie dick, sieht immer aus wie ein U. Das heißt, wie ich die Sitzkurve im Sattel schon mal raspe, ist sehr entscheidend. Entweder bin ich U oder V. So, das ist schon mal, das hat mir schon mal total den Kopf verdreht, als wir das gemacht haben. Wir haben gesagt, machen wir schon immer so, passt nicht mehr. Überleg mal, das sind hunderte von hunderten Jahren bauen Sättel bei Männern, für Männern. Das letzte Mal, als wir uns für Frauen Gedanken gemacht haben, haben wir gesagt, eine Frau darf keine Hosen tragen, sondern einen Rock reiten und gespreizt auf dem Tier sitzen ist nicht ästhetisch. Dann haben wir also die Frauensättel gebaut, wo die Damen im Rock seitlich auf dem Sattel sitzen. Kannst du dir die Bilder vorstellen, diese Sättel?

[SPEAKER 2]
[00:19:42-00:19:44]
Auf jeden Fall.

[SPEAKER 1]
[00:19:44-00:20:13]
Gut, und das war das letzte Mal, als die gefragt wurden. 1978 gab es die große Wende. Was heißt das? Das heißt, dass es mehr Frauen im Reitsport gibt. Hier in Nordamerika 95% der Reiter sind Frauen. Selbst in Westernreiten 75% der Reiter sind Frauen. Natürlich in verschiedenen Ländern ist die Prozentuale ein bisschen unterschiedlich, aber geh mal in den Reitsportladen, da siehst du viel mehr Artikel für Frauen als für Männer.

[SPEAKER 2]
[00:20:14-00:20:17]
Also in Deutschland ist es auf jeden Fall ähnlich.

[SPEAKER 1]
[00:20:17-00:22:57]
Nun überleg doch mal, Wenn du jetzt einen Reitsportladen, der Sattel verkauft oder einen Sattler, der sagt, papplapapp. Aber in der Branche für Kleidung haben wir uns schon längst damit abgefunden, vielleicht nicht so gut. Kein Mann würde in einen Frauensattel reiten. Also in anderen Worten, ein Sattel, der gebaut ist für eine Frau. Wie gesagt, es sind neun verschiedene Themen. Warum? Weil es kein Spitztag in dem Frauensattel gibt. Dann bin ich immer am rumreiten und lege und kippe mein Becken nach hinten weg, weil ich mich nicht vorne verletzen will. Das wird kein Mann durchmachen. Aber es gibt viele, viele Frauen. Ich weiß noch, als ich das erste Mal mein Buch rausgebracht habe, vor 14 Jahren. Der Silent Killer heißt das Buch. Ist ein englischer Titel. Groß eingeschlagen, wird in vielen Universitäten als Lehrbuch genommen worden. Und ich wurde eingeladen auf die Universität nach Zürich bei Professor Weishaupt. Wir saßen auf dem großen Tisch und die haben das alles sich geguckt und belesen. Da stand die eine Frau auf und sagte zu mir, es ist alles Papplapapp mit den Frauenzetteln. Wir sind doch hier in der Thierslingen Hochschule. Wir reden doch jetzt über die Pferdesattelanpassung. Ich bin Reiter. Ich habe bei George Fargo Reitunterricht genommen, wo die Stückelberger Reitunterricht genommen hat. Die meisten Frauen strengen sich einfach nicht genug an. Da habe ich an meine Schwester gedacht damals. Hat die sich nicht angestrengt? Oder war ihr das peinlich, dass sie sich da immer vorne aufgeritten hat? oder es ihr Gelenke wehgetan hat, oder es immer die Füße rausstand und der Reitlehrer immer den Oberschenkel genommen hat und den so reingedreht hat, hat die sich nicht genug angestrengt? Das muss ich doch mal, das war noch vor dem Buch, habe natürlich erforscht und nachgefragt und auch bei Physiotherapeuten gesagt, der Hals vom Oberschenkelknochen ist doch viel länger bei einer Frau. Der Oberschenkel kommt doch mehr in so einer Q-Shape, also die hat eine Hüfte und dann kommt das Bein rein zum Knie und dann gerade runter. Und der U-Pang vom Oberschenkel bis beim Mann ist oval, bei einer Frau rund. Das heißt, der Abstand zwischen den inneren Oberschenkeln ist immer schmaler bei einer Frau als beim Mann. Durch die Knochenstellung. Oh, ich habe keine Hüfte, ich bin eine schlanke Frau. Egal, deine Muskulatur ist so gebaut, dass es genetisch vorprogrammiert. Ich habe das nicht erfunden. Ich habe das nur gesagt, das ist ein wichtiger Teil im Sattelbaum.

[SPEAKER 2]
[00:22:57-00:23:33]
Ja, und es ist ja so schlau, das dann auf den Sattel auch anzupassen. Das heißt, es verändert sich quasi, ich wollte gerade fast sagen, wie erkenne ich einen Damensattel, aber ich meine jetzt nicht den Damensattel von früher, sondern einen für Frauen geschnittenen Sattel. Zum Beispiel ist die Sitzfläche dann quasi auf das U angepasst, etwas runder, größer. Und dann hatten wir ja schon das mit dem Spitzdach. Was wären noch so Merkmale an einem Sattel, wo man quasi daran erkennt, Es ist besser für eine Frau und wie merke ich das vielleicht auch beim Reiten? Du sagtest ja auch gerade schon die Oberschenkel, dass man vielleicht nicht so klemmen muss oder so. Das finde ich sehr spannend. Vielleicht kannst du da nochmal reingehen.

[SPEAKER 1]
[00:23:34-00:27:45]
Also dass ein männliches Becken kein Baby gebären kann. Selbst wenn ich sage, ich war jetzt seit zig Jahren Mann, ich möchte jetzt eine Frau werden. Kann man ja machen. Mit der heutigen Medizin kann ich mich umbauen lassen. Aber man hat jetzt noch nicht... die untere Wirbelsäule ausgebaut, das Becken ausgetauscht oder die Oberschenkel ausgetauscht. Das sind ja eigentlich nur die Geschlechtsteile. Wenn ich jetzt an das Gestell, das Skelett des Reiters denke, eine Frau hat ein kürzeres Steißbein und weitere Sitzhöcker, damit das Babyköpfchen da durchpasst. Opposite, also Gegenteil vom Mann, hat spitzere, engere Sitzhöcker und ein längeres Steißbein. Und das Unterkreuz in Lenden ist nicht so geformt, so krumm wie bei einer Frau. Aber hier kommt der Knackpunkt. Wenn ich ein Becken auf meiner Handfläche halte und das balanciere, nur das Sattel, nur ein Becken, das kann man ja überall kriegen. Jeder kann sofort ein männliches Becken balancieren. Weißt du warum? Weil die Hüftgelenke genau in der Mitte vom Becken sind. Beim Mann. Das ist die sogenannte Hüftachse. Bei einer Frau sind die Hüftbecken mehr vorne. Das heißt, der Balancepunkt vom Becken ist an einem anderen Punkt. Bei einer Frau wie beim Mann. Das heißt, der Sitztiefpunkt von dem U bis zu diesem V ist auch großer Unterschied. Das ist jetzt nicht, was ich erfunden habe, das ist, was man im Gipsdruck sieht und was mich auch sehr immer gestört hat als Reitlehrer, dass die Frauen, speziell die Mädchen oder Frauen, nicht den Sitz eingehalten haben, den ich denen vorgeführt habe oder wo ich sie dann so hingesetzt habe. Halt! Halt mal an! Lass mich jetzt mal nicht richtig hinsetzen. Du konntest richtig sehen, wie sie innerlich verspannt wurden. Und dann habe ich die so angeböckt. Warum machst du das nicht? Ja, die Unterhosekante scheut. Was? Ja, das ist der dritte Sattel, den ich jetzt gekauft habe. Und die Unterhosekante scheut. Runter vom Pferd, ich raufgesetzt, mich nach vorne gelegt, nach hinten gelegt, nach seitlich gelegt. Warum spinnen die? Ich habe keine spezielle Unterhose an. Ich fühle die nicht. Und weißt du, warum ich die nicht fühle? Vom Schambein zu deinen Sitzhöckern. Da ist ein Schambeinast. Sehr dünn. Beim Mann geht das steil vom Sitzknochen hoch, ist an das Schambein steil nach oben. Ich muss wirklich mit dem Brustbein auf dem Hals liegen, um meinen Schambeinast überhaupt dahin zu bekommen, wo die Unterhose und Kante lang läuft, wo die Sitznaht ist. Die Sitznaht kann jeder sofort sehen. Das läuft schmal zusammen im Schritt und dann geht es weit nach hinten auseinander. Beim Mann willst du da nicht mehr sehen wie ein, zwei Finger breit. Bei einer Frau musst du mindestens drei, vier Finger dazwischen haben. Warum? Eine Frau vom Sitzhöckern zum Schambein geht es erstmal gerade rüber und dann nach oben. Wir haben nicht ein Schambein, das so aussieht wie eine Frau. Egal wie klein, wie groß, wie dünn die Person ist. Ein Wahnsinnsunterschied. Nun, Da habe ich drei Sachen auferzählt. Kürzere Steißbeine. Da habe ich erzählt, dass der Mann weniger Lendenkurve hat, wie eine Frau. Und die Gleichgewichtsachse. Richtig? Ja. So, wenn ich jetzt die Sitznähte, ich komme jetzt hin als Frau und sage, das ist aber ein schöner Sattel, der ist gerade so billig und der soll angeblich auf mein Pferdchen gut passen. Wirst du im Unterbewusstsein immer nach hinten kippen? immer mehr mit einem angespannten Kreuz, mit einem schwachen Bauchmuskel, immer vor deinem Becken anheben, weil das nervt.

[SPEAKER 2]
[00:27:45-00:27:47]
Weil die Sitznaht zu schmal ist, ne?

[SPEAKER 1]
[00:27:48-00:28:02]
Ja, wenn du auf dieser Sitznaht kennst, da nähen wir fünf Teile zusammen, das ist eine dicke, fette Naht. Wenn ich einen Socken habe und der unter meinen Zehen, da diese Naht liegt, das nervt doch unwahrscheinlich. Das ist nur ein Stoff.

[SPEAKER 2]
[00:28:02-00:28:05]
Kennen wir alle, glaube ich.

[SPEAKER 1]
[00:28:05-00:29:10]
Und das ist, was mich so fasziniert, das kann jeder Sattler, das kann jede Firma. Die kann die nahezu eng machen oder ein bisschen weitermachen. Da gibt es verschiedene Sachen. Also wenn ich jetzt nur diesen einen Punkt nochmal betone. Ich kann mich nicht verbiegen in meinem Skelett. Ich kann nicht künstlich da mehr Platz zwischen meinen Oberschenkeln schaffen, indem ich mein Hüftgelenk auskugeln. Warum gibt es denn so viele Leute mit permanenter Blasenentzündung und Nierenentzündung durch dauerndes Bluten und Reiten vorne im Scheunen vom Spitzdach? Oder vom Wegkippen, dass meine Lenden, L4, L5, die häufigste, schmerzt. Und wenn ich dann... Versuche meine Fußspitzen reinzubringen. Ich habe lange auf der Deutschen Reitschule gelernt, Sattelanpassung an die Berufsreiter zusammen mit Professor Meiners, Eckart Meiners.

[SPEAKER 2]
[00:29:10-00:29:14]
Von ihm haben wir auch Kurse bei WeHouse, falls jemand reingucken möchte.

[SPEAKER 1]
[00:29:14-00:31:02]
Und als wir zusammen, das geht jetzt Jahre zurück, aber Nur so als Erzählung, was wir damals vor 20, 25 Jahren gelernt haben, sagen heute noch Leute, hä, habe ich nie was von gehört. Deswegen finde ich WeHorse ja so toll, dass man durch heutige Technik, durch Podcasts, das rausbringen kann. Und mein Traum ist immer, dass die Leute das Warum nachfragen. Ja. Warum ist das so ein Thema, dass viele, viele, viele Sattelhersteller oder Sattelverkäufer, Sattelanpasser den Reiter erstmal nicht anpassen? A, ist es geschäftlich unwahrscheinlich animierend, dass die Reiterin immer weiter rumfummelt da und immer weiter sich versucht hinzureiten, weil sie irgendwann in der Schnauze vorsagt, ich muss jetzt mal einen neuen Sattel kaufen. Das ist natürlich gut für den Reiter. für den Markt. Kaufen Leute Gutsättel. Und jetzt zurück, bevor ich zu Ende mache die Geschichte, zur Universität aus Zürich. Da sage ich zu Michael Weichsaub, warum steht denn die so krumm? Die hat eine ganz schlechte Haltung. Sonja, du hast bestimmt schon mal Leute gesehen, die reiten, und wenn sie so aussitzen, dann klappert der Kopf immer nach vorne. Oder der hängt vor der Schulter. Wie wir heute mit den jungen Leuten sehen, die dauernd an ihrem Handy sind, die haben ja so eine vorgebeugte Häute. Und das siehst du bei Reitern oft, dass Reiter ungewollt falsch auf dem Pferd sitzen. Nicht wie es damals von den Reitmeistern oder von den Schulen heißt, oder von Dr. Meines, Wenn du so reitest, verbiegst und verbeulst du dein Skelett. Das will ja kein Mensch.

[SPEAKER 2]
[00:31:03-00:31:22]
Ja, ein super spannender Punkt, weil man ja ganz viel immer darüber redet, dass man auch Reiterfitness macht und Übungen. Und das ist ja auch unglaublich wichtig. Aber eben ein sehr, sehr spannender Aspekt, dass der Sattel ja auch viel dazu beitragen kann. Dass er einen falsch oder richtig hinsetzt, dass man sich falsche Bewegungsmuster angewöhnt.

[SPEAKER 1]
[00:31:22-00:32:50]
Hier ist ein ganz einfacher Tipp. Ganz einfacher Tipp. Setzt euch auf den Sattel auf dem Holzbock. Es gibt ja so eine Sattelböcke. Es gibt die aus Holz. Es gibt die aus so Draht, dreht gestellt. Oder ihr dreht einfach so einen alten Heuballen mal auf die Seite. Und dann legt ihr den drauf. Balanciert den, macht ihr Decken unter, was auch immer. Dann setzt ihr euch drauf. Beinchen müssen runterhängen. Wenn ihr nur so ein großer Lulatspitzen wie ich, so 1,93 Meter, muss ihr halt zwei Heuballen da drunter legen. So, dann setzt ihr euch auf den Sattel und nehmt eine Jeans. Eine Jeans hat so eine hässliche Naht im Schritt. Arme Reithosen nicht. So, da setze ich mich hin, was ich denke ist gerade und mein Kumpel oder meine Freundin oder wer auch immer hat ein Handy und nimmt mich auf und geht immer rum, damit ich alle Seiten später mal sehen kann. Was ich im Kopf denke, ist, dass es gerade ist. Dann sage ich, okay, fertig. Dann zeigst du das Video und sagst, oh Gott, oh Gott, ich sitze ja so. Jetzt schenkst du dich mir das nicht. Ich sitze ja gerade. Und auf einmal... Das ist ja unangenehm. Das ist ja die Naht, die ist ja im Schritt. Aber meine Reithose hat das ja nicht. Ja, dein Heulbein geht auch keinen Schritt. Der ist dumm. Ein Pferd hat doch Schwung. Und ich möchte doch Pferde reiten, die tollen Schwung haben. Oh, ich bin ja nur Vielseitigkeitsreiter oder Springreiter. Ich sitze ja nicht im Sattel. Hallo? Du kannst doch nicht nur hopsen über die kleinen Kabarettis oder die größten Springen. Du musst doch mal ein bisschen im Sattel sitzen.

[SPEAKER 2]
[00:32:50-00:32:50]
Ja.

[SPEAKER 1]
[00:32:52-00:35:12]
So, egal, hab eine Jeans an, sitz auf den Heuballen und wenn dir nun gefällt, was, ja so sitz ich gerade, so möchte ich sitzen, dann mach mal die Übung. Ohne mit dem Schulter nach hinten zu kippen, zieh dein Bauchnabel ein, als wenn du richtig deinen Bauch einziehst. Stell dir vor, du saugst dein Bauchnabel zurück zur Wirbelsäule. Was du also machst, du kippst dein Becken nach hinten, ohne dich im Oberkörper nach hinten zu legen. Probier das zwei, drei Mal und guck in einem Video, ob du auch ruhig oben sitzt. Das ist ja das sogenannte geschmeidiges Becken. Ich möchte ja im Becken, als Reiter kennen wir ja, mitfedern. So, mach das. Und dann dasselbe nach vorne. Steck deinen Bierbauch aus. Und dann den Bauchnabel so weit wie möglich weg von der Wirbelsäule. Und Guck dir das im Video an. Das Wichtige ist, du brauchst einen Kumpel, der das im Video sieht. Damit du siehst, wie das ändert. So, und dann machst du das. Nachdem du sagst, ja, das habe ich gut hingekriegt. Jetzt machst du das viermal. Bauch einziehen, Bauch raus. Bauch einziehen, Bauch raus. Du kippst dein Becken. Ein Becken kippen oder wie vorher schon angekündigt, das geschmeidige Becken soll ja in meinem Reiten mitgehen. In jeder Gangart. So. Da vor allem schon mal 7 Sättel von 10 weg. Denn jedes Mal, wenn ich das mache, tut mir total der Schritt weh. Die Naht haut rein. Dann sage ich, mach das nochmal, aber diesmal setze ich hin, wie du willst, ohne dass du deine Naht fühlst. Und das wird aufgenommen. Dann liegst du wieder da hinten, hast den Kopf nach vorne, Und du kannst kaum dein Becken bewegen. Das ist oft, wenn du ein Pferd nicht reiten kannst, wenn du nicht sitzen kannst. Du plauderst darauf rum. Was machen wir? Wir bauen tolle Sättel. Wir machen dicke, fette Oberschenkelpauschen drauf. Und dicke, fette Äfter. Die klemme ich da rein. Sitzprothese, wie Dr. Heuschmann so schön sagt. Oder wie Eckart Mahler sich dann aufgeregt hat, dass man diesen Menschenkörper so brutalisiert mit diesen fürchterlichen Sätteln, wo die Reiter eingeklemmt werden. Weil sie können ja nicht anders. Sie wissen ja, ich möchte hier sitzen, aber ich brauche jetzt einen Sattel oder Sitzprothese, die mich dahin zwingt.

[SPEAKER 2]
[00:35:12-00:35:29]
Also nochmal zusammengefasst, für dich keine großen Pauschen, die mein Bein irgendwo fixieren oder so, sondern wenn der Sattel wirklich auf mich passt und auf meine Anatomie passt, dann brauche ich keine großen Kissen oder Pauschen, die mich irgendwo in der Position halten, richtig? Ja.

[SPEAKER 1]
[00:35:29-00:39:08]
Absolut. Natürlich, wenn ich jetzt von einem großen Sport rede, es gab immer dieser schöne, damals, wenn ich jetzt an Klimke denke, oder an Schultheiß, oder an Udo Lange, die Zeiten, das waren in den 80er Jahren, Anfang der 80er Jahren, da war ich ja schon voll drin als Sattler. War ich ein Sattler? Ja, da war ich schon ein Sattler, war ich noch nicht Meister. Und da haben wir gesehen, da gibt es Leute, die im Großsport reiten und absolut keine Pausche haben wollen. Ganz flach. Und es gab aber auch Spitzenleute, die Pauschen haben. Und ich kann mich noch an das Interview erinnern, da hat der Spitzenreiter der Pauschen gesagt, meine Pferde haben so viel Schwung, ich brauche die nur ab und zu als Hilfe. Aber ich hänge da nicht dran. Und heute siehst du fast, dass jeder, der ein Islandpferd reitet und versucht Ressort zu reiten, so eine Pauschen hat. Das ist Wahnsinn. Das Pferd bewegt sich kaum im Rücken. Wozu brauche ich diese Pauschen? Gleiche reiten gerne mit Fahrradfahren. Jedes kleine Kind, das mal mit Stützrädern gefahren hat, möchte sagen, Papa, nimm mir mal ab. Ich kann jetzt ohne Stützräder fahren. Aber in der Reiterei ist das leider nicht so. Und jetzt kommt das Warum. Und es ist wirklich, wirklich erschreckend, wie die Leute und die Sattlereien, Reitlehrer, alle in der Branche, wirklich die Kinnlade runterfällt und sagen, das gibt es doch gar nicht. Wieso kann der Anfänger von heute auf morgen aussitzen? Wieso kann die auf einmal, ohne diese Sitzprothesen, viel besser reiten? Und guck dir mal das Fädchen an, das kaut. Wenn ich da so einen Vorschlaghammer auf dem Rücken habe, weil der Reiter nicht mitschwingen kann, dann blockierst du das Knie. Das hat ja Eckart Meiner so schön in einer seiner 35 Bücher erklärt. Der Reiter formt das Pferd. Schuss aus. Und jetzt zum momentanen Punkt kommen. Letzte Übung. Wenn du auf diesem Heuballen sitzt, hast du jetzt die Bauchübung gemacht. Jetzt nimmst du deinen Oberschenkel. Wie weit kannst du ihn nach vorne bringen? Hoch. Wie weit kannst du sie nach unten oder nach hinten bringen? Ein Mann kann ganz leicht einen Schritt oder einen Gabelsitz haben. Das heißt, du kannst die Beine gerade runter haben nach hinten. Wenn du dir die Hüftpfanne anguckst, der Ausgang der Hüftpfanne, du musst dir das so vorstellen, das ist so eine halb durchgeschnittene Apfelsine. Dann nimmst du das innere raus, dann hast du ja so eine Art Kugel, innere Kugel. Kannst du dir das vorstellen? Ja. Und dann schneidest du da so ungefähr vier Zentimeter breite Loch rein an der Seite. Überall ist so ein Krater rum, aber da ist so eine andere Seite. Und wir können das alle fühlen an unserem Beinchen. Da ist so ein Band, so ein Ligament. Das fühlen wir, das haben wir alle. Und da geht das Ligament rein. Beim Mann hängt das, diese Kuhle, wo das Ligament ist, gerade runter, bei einer Frau nach vorne. Das heißt, wenn ich mich jetzt auseinanderdrücken lasse, weil ich im Sattel sitze, der nicht genug Platz für meine inneren Oberschenkel hat oder ein Spitzdach hat, dann kommt diese Kuhle noch weiter nach vorne. Jetzt kommst du als Reitlehrer, drehst meinen Oberschenkel und ziehst dieses Ligament über diesen ausgeschnittenen Teil. Meine Hüfte schreit Hilfe und die will nicht raushopsen. Was machst du? Dreht sich raus, fällt nach hinten und Na, ich habe was. Ich habe einen supergeilen hohen Effler und eine supergeile Pausche. Und ich kretsche da rein.

[SPEAKER 2]
[00:39:08-00:39:37]
Um dich da wieder zurückzuschieben, ja. Ja, genau. Und wie wäre das, wie kann ich mir das vorstellen? Du hast es natürlich jetzt genau vor Augen, jetzt als Frau, wenn ich genau darum weiß, jetzt wissen wir das ja alle, was ja schon mal ein großer Gewinn ist. Wie sieht dann der Sattel anders aus? Also, weil du sagst ja, die meisten Sattlereien und Sättel sind noch nicht auf Frauen zugeschnitten. Wie kann ich mir das vorstellen? Wie sieht der Sattel aus, damit das nicht passiert?

[SPEAKER 1]
[00:39:38-00:40:02]
Okay. Als allererstes, also wenn ich mir den Sattel so vorne angucke, erstmal gucke ich auf die Naht. Die Naht darf nicht zusammenlaufen. Da brauche ich mindestens drei bis vier Finger zwischen. Dann die hintere Naht, wo die Naht am breitesten ist. Da brauche ich mindestens, mindestens 8,5 Zoll. Wenn es weniger als 8,5 Zoll ist, Ich muss wieder überlegen, was das für ein Zentimeter ist.

[SPEAKER 2]
[00:40:02-00:40:08]
Muss ich tatsächlich auch überlegen, aber das kann sonst auch jeder googeln, glaube ich.

[SPEAKER 1]
[00:40:08-00:41:26]
Mindestens 23 Zentimeter. Bei einer Frau kann ich immer Mädchen oder eine Frau will ich nie was unter 25 bis 30 Zentimeter haben. Natürlich gibt es Frauen, die haben ganz, ganz schmale Becken. Aber als Frau wissen oder als Mensch wissen wir, Die Sitzhöcker sind weiter auseinander. Also beim Mann ist es unter 8,5, unter 23 und vorne ganz spitz. Die eigentliche Sitzfläche von links nach rechts ist breiter hinten und die Nahtabstand ist breiter. Jetzt kommst du. Was du nicht sehen kannst, das kannst du nur fühlen, ist wie breit der Baum ist, wo die Sturzfeder ist. Ich kann es nur fühlen. Deswegen sage ich, setzt euch mit Jeans auf diesen Hoppelbein. So, jetzt bewegt das Bein nach hinten, nach vorne und hebt es an. Wenn du da so einen, in Englisch sagen wir Charlie Horse, wenn du so einen Hüftschmerz auf einmal kriegst, so einen Pobacken, was macht man denn? Dann zieht man doch sofort das Knie nach oben und ha, ha, und legt die Sättel so vor das Sattelblatt. Hast du das schon mal gesehen oder gehabt?

[SPEAKER 2]
[00:41:26-00:41:27]
Ja, schon.

[SPEAKER 1]
[00:41:27-00:44:02]
Das passt jeder Reiter. Ja. So, und wenn das verkrampft auf dem Heuball, das ja nun wesentlich schmaler ist als auf dem Pferd, Wie soll denn das funktionieren auf dem Pferd, das sich bewegt und auch noch breiter ist? Da kannst du das nicht sehen, aber du kannst es fühlen. Und deswegen habe ich gesagt, zieht euch eine Jeans an. Ich sage immer wieder, Reiten ist nicht eine Maschinenarbeit. Das kann ich nicht erlesen und das kann ich auch nicht errechnen. Das ist eine Ein Fühlen. Reiten lernst du nur durch Reiten. Ja, natürlich. Reiten lernst du auch durch Fegen. Diese Sprüche kennen wir alle. Das Hauptthema ist, wie soll ich denn da locker und geschmeidig drauf sein, wenn das Gerüst, der Sattelbaum, mein Gerüst, das Skelett, vergess die Schlechtzeile, vergess die Muskulatur. Denk doch nur an das Skelett. Wenn das Skelett vom weiblichen Menschen nicht auf das Skelett von diesem Sattel passt. Das ist ja Wahnsinn. Absoluter Wahnsinn. Diese Verbindung, Verkrummung hat man an der Frau in der Universität in Zürich gesehen. Ja, sagt der Michael Weiss, die sieht immer so aus. So sieht sie auch auf dem Pferd. Ja, weil sie sich da durchgequält hat, weil sie tough war. Meine Schwester hat gesagt, das mache ich nicht. Hat aufgehört. So, und jetzt, nachdem ich Bücher von James Wilson, leider gibt es das nur auf Englisch, das gelesen habe, habe ich auch keine Angst mehr, das zu sagen, was ich mit meinen sämtlichen Gipsabdrücken rausziehe. Das sieht jeder Blinde mit dem Krückstock. Und wenn du dann Gynäkologen, Physiotherapeuten, Reiter, Entschuldigung, die Leute, die sich auf Reitergymnastik spezialisieren, wenn du dich mit denen unterhältst, das ist geil, das ist super. Aber wenn ich dann zur Handwerkskamera gehe, ob das in Hamburg, Hannover oder ganz Deutschland ist, die sagen immer, alles Quatsch. Zu viel ausreden. Das hat mein alter Reitlehrer auch gesagt. Ich habe Biologie gehabt in der Schule, aber mir wurde da nichts erzählt von Hüftbecken und Gleichgewichtsachse des Beckens. Das hat mir nur ein Gynäkologe gezeigt. Der ist tatsächlich in mein Geschäft gekommen mit zwei Plastikbecken. Das ist faszinierend für jeden Sattler, der wirklich tolle anpassende Sattel macht. Das ist doch viel leichter und viel besser fürs Pferd. wenn jemand mitschwingen kann.

[SPEAKER 2]
[00:44:02-00:44:30]
Das heißt, wir haben jetzt ja auch schon mal einen Punkt, wie wir einen guten Sattler erkennen. Das ist ja auch oft die Frage, wenn man jetzt einen neuen Sattel braucht, wenn man jetzt nicht einen Sattler hat des Vertrauens, wie erkenne ich jemanden, ob der gut ist? Da haben wir sogar schon zwei Punkte. Das erste, er passt den Sattel immer in Bewegung an. Und das zweite, die Sättel sind idealerweise auf Frauen und Männer optimiert oder angepasst.

[SPEAKER 1]
[00:44:31-00:44:35]
Wann hast du dir das letzte Mal Schuhe gekauft?

[SPEAKER 2]
[00:44:35-00:44:37]
Gar nicht so lange her. Sportschuhe.

[SPEAKER 1]
[00:44:37-00:44:41]
Vor ein paar Wochen. Hast du dir erkannt, dass das Frauen- oder Männer-Schuhe waren?

[SPEAKER 2]
[00:44:41-00:44:48]
Nein. Also, naja, am Aussehen. Aber nicht von der Passform her.

[SPEAKER 1]
[00:44:48-00:45:01]
Okay. Wenn du die kaufst, du weißt, du bist Schuhgröße 37 und du kaufst sie einfach. Oder ziehst sie einfach an und läufst auch im Schuhladen bisschen rum.

[SPEAKER 2]
[00:45:04-00:45:16]
Ich würde natürlich meinen Sattel niemals online bestellen, aber die Schuhe habe ich online bestellt. Ich habe sie auch erst in meiner normalen Größe bestellt und sie waren zu klein. Das heißt, ich musste sie nochmal bestellen.

[SPEAKER 1]
[00:45:18-00:45:30]
Also dann nehmen wir ein anderes Beispiel. Wenn ich irgendwo reinschlüpfe, ob das eine Hose, Schuhe ist oder eine Jackette und ich mich darüber bewege, dann fühle ich mich nicht wohl.

[SPEAKER 2]
[00:45:30-00:45:36]
Ja, also ich habe sie zu Hause ja dann auch anprobiert. Dann habe ich gemerkt, nee, der ist zu klein oder irgendwie passt das nicht so richtig.

[SPEAKER 1]
[00:45:36-00:46:46]
Das wusstest du sofort, ne? Ja. So, wie erkennst du einen guten Sattler? Wenn dir die beiden Sättel, selber Modell, selber Preis, selber Größe, sagt, hier ist der Männersattel, du sagst ja, du bist ein Mann und hier ist der Frauensattel. Das machst du mit verbundenen Augen. Du setzt dich rein und sagst, boah, ich kann ja total gerade, ich kann mich nach vorne legen, ich kann hin und her gehen, fühle das nicht von der Kante vor allem. Guck mal, mein Knie und mein Fuß gehen geradeaus. Ich kann es nach innen drehen, nach draußen drehen. Ich habe totale Freiheit auf diesem Holzbrock. Jetzt lass uns das mal auf dem Pferd probieren. Du willst nie den anderen Sattel nehmen. Das ist ein bisschen zwick. Oh, weißt du was, Sonja? Du musst doch noch eingeritten werden. Nach zwei Wochen geht das vorbei. Nee, nach zwei Wochen hast du dich dran gewöhnt, nach diesem Scheißsitz. Der muss nicht eingeritten werden. Das ist vollkommener Schwachsinn. Du brauchst doch niemals eine Schuhe oder Hosen oder eine Jacke. Stell dich so an, behalte diese Schuhe, die zu klein sind, das wird sich schon einlaufen. Macht kein Mensch. Wenn der nicht das Report anbieten kann, vergess es. Der hat keine Ahnung. Der geht nicht auf das Skelett drauf ein.

[SPEAKER 2]
[00:46:47-00:47:30]
Ja, und jetzt gehen wir mal davon aus, wir haben zumindest einen Sattler gefunden, der Männer- und Frauensättel hat. Wir haben den Körper beobachtet und den Reiter so ein bisschen angepasst. Gehen wir jetzt nochmal zum Pferd, weil die Zeit schreitet ja auch ein bisschen voran und es gibt so viele spannende Punkte. Wenn man dann beim Pferd guckt, das ist ja auch das, was viele sich fragen, wie merke ich, ob der Sattel meinem Pferd passt? Und es ist ja auch, jetzt passt mir, jetzt muss ja auch noch meinem Pferd passen. Was würdest du sagen, sind da so die wichtigsten Punkte, worauf man achten muss? Wo muss es beim Pferd passen?

[SPEAKER 1]
[00:47:31-00:48:04]
Ja. Wie vorhin schon erwähnt, longiert das Pferd. Eine Runde jeden Gang einmal. Das dauert keine fünf bis zehn Minuten. Das geht ruckzuck. Wenn du natürlich erst das Pferd von der Wiese fangen musst und das dauert 20 Minuten und dann kannst du da hinten hinlaufen, das dauert nochmal 10 Minuten, dann geht die Zeit weg. Aber wenn man das so ein bisschen koordiniert, geht das eigentlich relativ schnell. So, jetzt hat der Kunde gesehen, wie das Pferd geht und der Sattler hat gesehen, wie das Pferd geht. Große Frage. Soll die Krankheit verkleinert werden, gleich bleiben oder größer werden?

[SPEAKER 2]
[00:48:06-00:48:07]
Natürlich größer.

[SPEAKER 1]
[00:48:07-00:50:55]
Wollte ich gerade sagen. Als Reiter setze ich mich da nun drauf, selbst als kleines Kind, Da kommt ein Sattel drauf, unnatürlich fürs Pferd. Da kommt Gewicht drauf, unnatürlich fürs Pferd. In der Natur gibt es keinen Wildpferd, der sagt, heute nehme ich mal einen Ast und ich nehme mal den Baumsteig und lege den auf meinen Rücken. Nein, das machen die nicht. Wir als Menschen haben das seit tausend Jahren rausgetüftelt. Man kann sich auf dieses Ziel setzen. Und wie Sinophon das schon gesagt hat vor 2500 Jahren, ich muss den Rücken animieren. Das heißt, ich muss den hochbringen. Wenn ich als Reiter auf dem Pferd sitze und gehe Schritt, vom ersten Schritt weg vom Aufsteigen, muss der Hinterhof schon rüber treten. Geht der erstmal so wie ein Pferd mit einer eingeklammten Banane zwischen den Po-Backen, dann sagst du, ja, der hat mal gerade aus der Stelle gehabt. Quatsch, den hast du ja gerade longiert. Ja, der muss erstmal geritten werden für 20 Minuten. Dann ist er aufgewärmt. Nee, in der Wild, in der Freiheit sagt er, das Pferd nicht zum Kojoten. Moment, ich muss mich erstmal ein bisschen strecken, dann kann man loslegen. Dann sofort auf 0 oder 100. 100%. Das heißt, habe ich das Pferd schon ein bisschen vorher aufgewärmt, ohne den zu kneifen mit irgendeinem Sattel, sondern ganz normal an der Longe, am Halfter oder am Kappzaun, egal, oder trennen sie, wie du langieren möchtest. Er ist ein bisschen aufgelockert und du siehst als Reiter, oh guck mal, wie schön die Gangart ist. Wenn dich das nicht verbessert unter dem Sattel, dann macht der Reiter einen Riesenfehler oder der Sattel gibt dem Reiter die Anlage, wie wir gerade besprochen haben, keine Chance, geschmeidig zu sitzen oder es klemmt was am Sattel am Pferd. Das erste haben wir ja schon erledigt. Der Sattel passt ja dem Reiter, der hat die Möglichkeit, da geschmeidig mitzusitzen. Wenn jetzt Das Pferd nicht gleich übertritt im Schritt beim Aufsteigen und immer größeren Rahmen bildet und im Trag schön mitschwingt und schön abkaut. Ich muss sofort Sabber sehen. Was heißt Sabber? Saba heißt, der muss kauen und es muss ihm ein bisschen aus der Lippe kauen. Ich möchte es mit Zucker oder mit Karotten machen oder mit irgendeinem Schaum, den ich ins Maul schmiere, sondern der muss kauen. Das wissen wir ja alle als Reiter, der muss locker durch die Ganaschen gehen. Das machen die. Wenn ich einen der 14 Reflexpunkte gehe. Sonja, zeig mir mal deinen Elbogen, wo der Musikantenknochen ist. Genau, das weiß jeder. Warum weiß der? Das ist ja eigentlich gar kein Knochen, das ist ja ein Nerv, der heißt Ulna. Und wenn ich diesen Musikantenknochen andrücke, brauche ich nicht viel Druck. Werde ich sofort im kleinen Finger. 14 Punkte gibt es am Pferd links und rechts.

[SPEAKER 2]
[00:50:57-00:50:58]
Und am Paddel.

[SPEAKER 1]
[00:50:59-00:51:22]
Die ein Gurt auslösen kann, da gibt es vier von. Satteldecke, das ist so wie Unterhose, die ich sitze, Socken, der dauernd rutscht im Schuh. Das ist nervig. Die Haut ist ja ein Organ, das größte Organ am Pferd, empfühlt das sofort. Deswegen sage ich, reitet ohne Satteldecke. Lass doch mal die Satteldecke weg.

[SPEAKER 2]
[00:51:23-00:51:25]
Beim Anpassen dann oder generell?

[SPEAKER 1]
[00:51:25-00:51:43]
Ganz wichtig, mach da keine Satteldecke drauf. Hast du einen Fuchs oder einen Schimmel, die sind ein bisschen mehr sensibel, aber theoretisch brauchst du keine Satteldecke. Die Satteldecke hat man hier nur erfunden, damit ich den Sattel nicht so oft putzen muss. Satteldecken ist ein Thema, da kann ich mit dir über vier Stunden reden.

[SPEAKER 2]
[00:51:44-00:51:57]
Da machen wir den nächsten Podcast zu. Da hatte ich tatsächlich auch noch die Frage zu, wie wichtig sind Satteldecken und welche. Aber wenn du sagst, man braucht eigentlich gar keine, dann haben wir die Frage ja eigentlich schon einfach beantwortet.

[SPEAKER 1]
[00:51:57-00:53:56]
Es gibt viele Leute, die können ihre Röcke anziehen, ihre Hose und Kommando gehen, also keine Unterhose. Kann man machen, man funktioniert, aber man macht es gerne nicht. So, mit Schuhen gibt es auch. Es gibt viele Schuhe, da brauchst du keine Socken für. Die Socken nehmen den Schweiß auf. Egal, ich gehe schon wieder zu viel in die Glocke. So, der Sattel mache ich wieder Schritt, Trab, Galopp. Beim Trab mache ich ein bisschen mehr, weil ich aussitzen möchte, sehen. Und ich möchte leicht haben am langen Zügel. Das heißt, ich Zügel wegschmeißen, nimmt er den Zügel an und Geht das Pferd vor der Senkrechte am Langzügel? Wie wir wissen von den tierärztlichen Hochschulen, das Pferd rollt sich ein. Heutzutage können viele, viele Pferde überhaupt nicht an den Langzügel gehen. Die haben einfach die Nase rund. Das Pferd rollt sich ein, wenn irgendwas klemmt. Ich brauche doch nicht stundenlang Fußball spielen oder 10 Kilometer zu laufen, wenn ich weiß, der wird mir am Hacken scheuern. Das weiß ich sofort, wenn der Stiefel oder der Schuh mir scheuert. Wozu soll ich mir erst eine Blutblase kaufen, äh, laufen? Also zurück zum Sattel-Test. Worauf muss ich achten? Hat der Raumvergrößerung? Sauerter? Schwingt der Schweif? Springt der so gleichmäßig links und rechts ein? Springt der im Rechtsgalopp unter? Ich gucke mir die Abläufe an, die dynamischen Abläufe. Dann gucke ich an, trifft einer, trifft der Sattel oder Gurt einer der 14 negativen Reflexpunkte? Hier ist einer, da bin ich fast nur gefallen als Vielseitigkeitsreiter. ist das sehr, sehr wichtig. Als Jedermannsreiter ist das wichtig. Aber du weißt, im großen Turniersport, ob das jetzt Essspringen ist oder Estressur, die Pferde müssen eine Riesenkondition haben, richtig? Ja. Stell dir mal vor, eine Blau wäre. Stell dir mal vor, eine Zitrone. Und das hat der Jim ja mir so schön beigebracht, wenn er so Druck erklärt.

[SPEAKER 2]
[00:53:57-00:53:58]
Jim Masterson, ne?

[SPEAKER 1]
[00:53:58-00:54:42]
Genau, Jim Masterson. Jeder hat schon mal vielleicht einen Limonsaft gemacht, wo er eine Zitrone ausdrückt. Da brauchst du viel Druck für. Das nennen wir Zitronendruck. Macht Sinn? Ja. Es ist eine Blaubeere. Die spritzt immer so, wenn du die zerquetscht. Also halt den Schürwein weg und zerdrück mal eine Blaubeere. Du weißt, dass es wesentlich weniger Druck ist. Es gibt einen Punkt, der ist genau bei einem D-Ring von jedem Sattel, selbst für Rennsattel oder beim Westernsattel, diese runde kleine Medaillen, die heißt Concho. Dieser Punkt ist 1 Inch, 2,54 Zentimeter, genau auf Deutsch zu sagen, vor diesem D-Ring.

[SPEAKER 2]
[00:54:42-00:54:45]
Vor welchem Ring?

[SPEAKER 1]
[00:54:45-00:54:47]
Da wurde dann Anpassriemaß dann vorgeführt.

[SPEAKER 2]
[00:54:47-00:54:48]
Ah ja, okay.

[SPEAKER 1]
[00:54:48-00:55:27]
Vorne am Sattel. Der hat normalerweise einen Standardsatz von 13,5 cm von der Mitte vom Vorderzwiesel runter. Da ist normalerweise der D-Ring. Natürlich gibt es Sattel aus Indien, aus Argentinien, aus überall der Welt. Und die setzen den nicht richtig an den Punkt. Aber normalerweise, wo der D-Ring ist, ist ein guter Anhaltspunkt. So. Vor dem D-Ring, zweieinhalb Zentimeter, wenn du da mit dem Finger drauf drückst, nicht mehr Druck wie in einem Blaubeerendruck zerquetscht und hast einen Heart Monitor, der misst ja den Schlag des Pferdes. Herzschlag des Pferdes. Herzschlag.

[SPEAKER 2]
[00:55:27-00:55:29]
Also ein Pulsmesser meinst du?

[SPEAKER 1]
[00:55:30-00:55:58]
Ja, genau. Und du drückst so Zitronendruck da, wo der Sattel drückt. Richtig, dein Daumen oder dein Finger, der drückt so richtig in die Muskulatur. Und der Puls bleibt gleich. Dann gehst du auf den Punkt, BL13 heißt es, Bladder Meridian Point 13. In der Akupunktur wird das oft benutzt. Drückst da drauf und sofort, sofort geht der Puls hoch.

[SPEAKER 2]
[00:55:58-00:56:00]
Das heißt, da darf der Sattel nicht drücken.

[SPEAKER 1]
[00:56:00-00:56:44]
Weißt du, wie viel Sattel da drücken? Es ist schrecklich. Pass auf, guckst du aufs Öhrchen, auf die Augen, aufs Maul, das bewegt sich überhaupt nicht. Das tut dem nicht weh. Aber was bringt das hoch? Den Impuls. Wenn wir als Menschen richtig auf die Palme gehen und Stress haben, dann haben wir auch einen hohen Puls. Und das nennen wir Stress. Und dann kriegen wir Stresspillen. Wir sagen irgendwas, wir kämpfen, wir schreien. Pferde können ja nur weglaufen oder kämpfen. Die meisten gehen ja nur innerlich rein. Wer hätte das gedacht vom einen Sattel? Das Pferd ist noch nicht mal besattelt. Das heißt, der Reiter sitzt noch nicht mal drauf. Und das Pferd hat einen höheren Puls.

[SPEAKER 2]
[00:56:44-00:56:49]
Und dann noch der zusätzliche Druck vom Reiter, dann kann man sich schon denken, was im Pferd vorgeht.

[SPEAKER 1]
[00:56:49-00:57:28]
Du guckst dir das an, das war für mich so erstaunt, das kann doch nicht angehen. Ich versuche so hart, meinem Pferd Kondition beizubringen, das ist ja noch nicht mal das Schlimmste. Wenn ein Pferd nicht weglaufen oder kämpfen kann, um von dem Stress wegzukommen, geht es nach innen. Das heißt, die ganze scheiß Mahngeschwüre, Darmgeschwüre, Kolik, brauche ich doch nicht noch erhöhen, den Gefahr, weil ich diesen Punkt treffe. Da wäre ich natürlich platt. Ich kann also Sättel anpassen, verkaufen und machen und das fährt jetzt noch mehr Stress, wenn ich diesen einen Punkt, ich sage euch, ihr glaubt es nicht, wenn ihr es nicht selber mal gesehen habt.

[SPEAKER 2]
[00:57:28-00:57:49]
Kannst du nochmal ganz genau sagen, das ist jetzt wieder schwierig, weil wir ja kein Bild haben, aber wo dieser Punkt ist, also der Riemen haben wir ja gesagt schon, also da vorne, wo dieser Maria-Hilfs-Riemen, hat man ihn ja manchmal genannt, oder der Anfass-Riemen ankommt am Sattel und dann gucke ich quasi von da zweieinhalb Zentimeter nach vorne, hast du gesagt.

[SPEAKER 1]
[00:57:49-00:57:57]
Ich gehe jetzt nicht aus vom Shetland-Pony oder von so einem riesen normalen Buspferd.

[SPEAKER 2]
[00:57:57-00:57:57]
Ja.

[SPEAKER 1]
[00:57:58-00:58:18]
Jeder kann das Ende der Mähne fühlen. Und jeder kann von da fünf Inch, das ist genau zwölfeinhalb Zentimeter, runter. Ende der Mähne, senkrecht runter, zwölfeinhalb Zentimeter. Kannst du dir vorstellen? Ja. Gut. Und dann gehst du einen Inch nach vorne, zweieinhalb Zentimeter nach vorne.

[SPEAKER 2]
[00:58:18-00:58:20]
Also Richtung Maul, ne?

[SPEAKER 1]
[00:58:20-00:58:30]
Richtung Maul, genau. Da befindet sich der BL13, der Lungenmädrian. Der heißt tatsächlich Lungenmädrian. Da gibt es auch noch Gebote.

[SPEAKER 2]
[00:58:30-00:58:42]
Ja, weil das kann ja jeder super mal zu Hause jetzt auch mit dem aktuellen Sattel überprüfen. Was würde denn da liegen? Das hat dann mit dem Sattelblatt oder der Rahmen.

[SPEAKER 1]
[00:58:43-00:59:28]
Als Dressursattel, da liegt nichts dran. D-Seitigkeitssattel, da wäre Kissen. Springsattel wäre Kissen. Der Rahmen, der Sattelbaum selber, egal was für einen Sattel hast, selbst Rennsattel oder Distanzsattel, das Kopfeisen, was im Sattel ist, geht hoffentlich niemals auf den Schulterknorpel, auf die Schulter oder auf diesen Lungenmaterial. Den Lungenmaterial, den gibt es auch nochmal. Das ist wieder ein anderes Thema. Gurte, da könnte ich auch mit dir über drei, vier Stunden reden. Die treffen wir unten auch. Wer hätte gedacht, als Vielseitigkeitsreiter, ich, oder als Spitzensportreiter, Oder als Freizeitreiter, dass ich meine Pferde, bevor ich überhaupt drauf setze, schon ins Stresslevel bringe. Das heißt, mit erholtem Pulsschlag.

[SPEAKER 2]
[00:59:28-01:00:03]
Das will doch kein Mensch. Das heißt, würdest du sagen, kann man, wir haben ja jetzt leider keine vier Stunden, kann man so ein paar Punkte einmal nennen, jetzt am Gurt zum Beispiel, was würdest du da sagen, Also da kommt es wahrscheinlich auf das Material des Gurtes an und wo der dann schnallt und liegt und so weiter. Oder andere Punkte am Sattel, wenn jetzt jemand einen Sattel zu Hause hat, wo man vielleicht einmal nachprüfen könnte, drückt da eigentlich vielleicht was, was nicht drücken sollte. Kann man das in Kürze so ein paar Beispiele geben oder ist das schwierig?

[SPEAKER 1]
[01:00:04-01:02:19]
Ja, pass auf. Jeder kann sich einen Bleistiftlein kaufen. Kauft euch einen Bleistift. Wenn ihr mehr Geld habt, kauft euch zwei Bleistifte. Mit Bleistifte kannst du den optimalen Sattelcheck machen. Wenn ihr nichts behaltet von dieser Postcard, merkt euch den Scheibenwischer-Test. Jeder hat schon mal ein Auto gesehen, wo ein Scheibenwischer dran ist. Ich lege den Bleistift, wo das Radiergummi dran ist, am Ende des Meterrisses an. Am Ende der Mähne, wo die aufhört. Und dann hängt der Bleistift senkrecht runter und Und an diesem Scheinwischer geht er hin und her, vom gerade runter Senkrecht zum wiederes Ende des Pferdes, also zum Schweifelrichtung. Kannst du dir das bildlich vorstellen? Ja. Gut. Wenn der Sattel drauf liegt, ohne Gurt, ohne Decke, nur drauf liegt, an dem richtigen Platz, was ist der richtige Platz? Der D-Ring muss immer als Daumenregel wo die Mähenkante aufhört, liegen. Ich habe beim Ponyclub gelernt, dass der Sattel da positioniert wird, dass der Gurt eine Handfläche hinter der Ellbogen sein muss. Okay. Was hat sich geändert in der Zeit? Als diese Daumenregeln galten, haben Leute andere Zucht- Richtlinien gehabt. Heute werden Pferde anders gezüchtet. Das ist ein ganz anderes Thema wieder. Es gibt Pferde, die haben jetzt irre lange Schulterblätter, schräge Schulterblätter, irre lange Beinchen, kürzeren Rücken, dass die als Fohlen gar nicht mehr grasen können. Das heißt, früher waren die Pferde ja auch Nutztiere und wurden auch in der Landwirtschaft gerichtet. Klaus Balkenruhr hat mir gesagt, ich habe früher Turniere geritten und durch die Woche hat das Tier den Flug gezogen. Als Kind. Und die Richtlinien haben sich nun mal geändert. Und diese Daumenregeln, die wir kennen mit dem Gurt, das klappt nicht mehr für den Breitensport.

[SPEAKER 2]
[01:02:19-01:02:24]
Auch ein wichtiger. Es haben bestimmt noch einige im Kopf, diese Regeln. Also orientiere ich mich lieber an dem D-Ring.

[SPEAKER 1]
[01:02:25-01:04:26]
An dem D-Ring. Der ist fast an allen Seiten der gleiche. Und die Mähenende, wenn es geschoren ist oder was anderes, wenn die Stalldecke das Ding abgerüttelt hat, da gibt es tausend Ausreden. Tatsache ist, das ist ein viel, viel, viel einfacher Begriff mit den heutigen Zuchtgebieten und Zuchtänderungen. Der D-Ring muss immer in derselben Fluchtlinie sein wie das Ende des Mähnes. Das ist schon mal die erste Richtung. So, ich lege den Sattel jetzt drauf und eine Satteldecke und eine Gurt. D-Ring ist in derselben Linie wie Ende der Mähne. Jetzt nehme ich meinen Bleistift. Der liegt also im Sattelkopfzwiesel drin. Und der muss ganz locker, denn ein Bleistift ist ungefähr 12,5 cm. Er muss schon 12,5 cm sein. Nicht länger, nicht kürzer. Und dann muss der da wie so ein Scheinwischer frei rumlocken. Jetzt kommt die schlimmste Sache, die wir als Reiter machen. Oh, ist ja nur so ein bisschen eng. Ist ja nur so ein bisschen eng. Ich rede es mir schön. Hast du schon mal eine Freundin gehabt? Oder kennst du irgendeine Frau, die sagt, ich bin ja nur so ein bisschen schwanger. So ein bisschen schwanger gibt es nicht. Es ist entweder frei da oben oder es ist nicht. Stell dir mal vor, du siehst einen Bären, einen Hund, einen Wolf oder eine Katze. Seit 35 Millionen Jahren beißen die Hengste sich in die Oberbeine, unter den Hals. Oder aber wenn sie in den Widerrissbereich gehen, dann habe ich diese Herde gewonnen. Du haust ab, die Herde gehört mir. Wenn der Hengst die Stute deckt, beißt er in diese Widerrisskappe. Entweder vor dem Widerriss oder hinter. Das ist seit 35 Millionen Jahren drin. Was macht denn so eine kleine Katze, so ein Kätzchen, das du hochhebst am Nacken? Die ist namm, die ist taub, die hängt da nur. Bär, Wolf, alles selbe. So, wenn ich jetzt mit der Gerte oder mit dem Stock auf dieses kleine Kätzchen haue und sage, Kätzchen, beweg dich doch mal, beweg dich. Irgendwann fängt jemand zu zappeln. Aber ist durch diesen Druck.

[SPEAKER 2]
[01:04:26-01:04:31]
Kannst du dir das bildlich vorstellen, wie brutal das ist? Das will man sich gar nicht vorstellen.

[SPEAKER 1]
[01:04:31-01:04:60]
Ja, natürlich, das ist ekelig. Aber das, was Reiter machen, die Reiten sagen, ich habe den Scheinwischertest gemacht, aber war ja nur so ein bisschen eng. Jetzt kommt die Decke da drauf, jetzt wird der Gurt angespannt. Jetzt setze ich mich drauf, der Sattel setzt sich ja und geht ja in die Muskulatur rein. Es ist ein Holzpferd oder ein totes Pferd, das Gewebe gibt nach. So, jetzt wird der Sattel ja immer enger oben zum Vorwärtswiesel. Der wird ja spitzer zum Vorwärtswiesel. Das heißt, so tiefer er setzt, so enger wird dieses Gegenteil.

[SPEAKER 2]
[01:04:60-01:05:02]
Ja, also es darf da gar nicht eng sein, ne?

[SPEAKER 1]
[01:05:02-01:05:22]
Es gibt keinen Halsschwanger oder ein bisschen Schwanger. Ja. Entweder ist es frei oder nicht. So schwerer der Reiter, wie der Reiter über 70 Kilo ist, da hast du lieber einen Filzstift, der da Freiheit hat. Der zu schwere Reiter, so mehr geht es ja in dieses Gewebe rein. Macht das Sinn?

[SPEAKER 2]
[01:05:23-01:05:40]
Ja, also das heißt, es darf nicht eng sein, aber auch, sag ich mal, je weniger Luft da vielleicht ist oder so, da muss ich ja auch bei der Satteldecke dran denken. Und nicht, dass ich denke, ich nehme jetzt so eine fette, gepolsterte, riesen Lammfellsatteldecke und polstere das noch, weil dann wird es ja eher wieder enger, richtig? Ja.

[SPEAKER 1]
[01:05:40-01:10:04]
Es ist ganz, ganz gruselig. Du hast das toll beschrieben. Darum habe ich gesagt, dass dieses Satteldecken-Thema ein Riesenthema ist. Was passiert denn bei der Stute, wenn der Hengst da reinweist? Die zieht den langen Rückenmuskel zusammen. Dadurch dreht das Becken auf. Ist im Hohlkreuz. Sämtliche Darm- und Fortsätze. Was wie als Kissingsbein kommt. Trifft. Und dieser... Der Nervenast, Brachial Plexus, schießt den Schmerz nach unten an die Sehne. Das Felschen geht nicht nach vorne, rennt nicht vor. Deswegen hängst du dir die Herde ab. Deswegen ist das Kätzchen ja taub. So, jetzt kommst du mit deinen Spuren und sagst, jetzt mach mal den Rücken hoch, mach hier so ein bisschen Belly Lift. Drück mal hier so ein bisschen rein. Ich erfinde sogar einen Gurt, der so spezial hier drauf drückt. Gibt es ja deswegen ja diese idiotischen Gurte, die es im Markt gibt im Moment. Diese verrückten Gurte, die einen Druckpunkt benutzen, damit der Rücken hochkommt. Anderes Thema, haben wir keine Zeit zu. So, was? Pferd geht nach vorne, ist hohl, Hinterhand ist raus. Und jetzt fange ich an rumzuklopfen, wie mit dem Stock auf dem Kätzchen. Ich muss 20 Minuten den Nerv taub reiten. Es dauert 20 Minuten, um den Nerv taub zu kriegen. Das heißt, wenn der Nerv taub ist, stirbt der Muskel ab. Wie viele Pferde haben Widerrußkuhlen? Hunderte, Tausende, weil Leute den Sandwischer-Trick nicht kennen. Dann haben wir diese blöden Sättel, die nach vorne rutschen oder gegen den Lungenmedallian. Dann kommt der nächste Punkt. Dann ist der Taub, jetzt ist das Pferd, geht überhaupt nicht vor dem Bein. Dann muss ich richtig Bein rannehmen. Fängt an zu verweigern. Ich will ja, wenn ich durch die Diagonale starken Kraft zulege, will ja jeder Schritt größer werden und nicht bei X schon aufhören und immer kleiner werden. Diese Punkte, Genau wie ein Westernreiter. Der nimmt ja einen Gurt und der legt den Gurt in den Schritt des Pferdes über die Lenden. Das ist ein sogenannter Bucking Ring. Bei jeder Rodeo kriegen diese Pferde diese dran. Wenn du dir mal so ein Bild anguckst, wo ist der? Der ist angeschnallt hinten am Sattel. In der Militär, das hat mir mein alter Kavallerie-Officer gesagt. Hinten an der Flanke, wo das Haar hochkommt und dann nach vorne geht. Und an der Seite vom Pferd treffen sich die beiden Haare und gehen zur Seite. Jeder, der schon mal ein nasses Pferd gesehen hat, nicht jetzt beim Waschen, wenn er das abzieht mit dem Schweigmesser, sondern wenn es regnet oder schwitzt, läuft an der Seite an der Flanke eine Linie lang. Das ist die sogenannte Regenlinie. Und wenn die die dann... Senkrecht hoch geht's, darf kein Sattel hinter der Regenlinie liegen. Weißt du, warum nicht? Weil es dann in den Lendenbereich geht. Dann hast du die Leute, oh, ein Westernsattel ist doch viel größer als mein Dressur- oder Springsattel. Das hat doch überhaupt nichts damit zu tun. Hallo? Armeesattel, Tragsättel, Rittersättel? chinesische Sättel, Western-Sättel, scheißegal. Die haben alle hinten, die gehen in die Luft. Das heißt in Englisch Flair. Das hebt sich ab. Das ist nur dann, auch bei den Armeesätteln oder bei den Offizierssätteln, das ist nur dran, wo ich meinen toten Indianer, darüber lege, meine Küche, meine Satteldecke, was immer ich Gewicht dran habe. Das drückt aber da nicht. Und das sehen Leute, sehen Leute nicht, dass es da nicht drückt. Weil sie den Bleistift-Test hinten im Lendenbereich nicht kennen. Wenn ich jetzt über Westernsattel oder Armeesattel oder Distanzsattel reden würde. So, jetzt zurück zu dem Punkt hinten. Ist dein Sattel zu lang? Pinkelt dein Pferd beim Reiten oder sofort, wie du es abnimmst? Denn die Niere hängt ja mit den Muskelketten an der 18., Wirbel. Ersten und zweiten Lendenwirbel. Hängen die mit Muskeln davon. Und das ist also so wichtig, dass diese drei Punkte, ich sage immer das Kätzchenpunkt, vorne den Scheinwischer, hinten die Regenlinie und den Lungenmydriaden. Ich habe von 14 gesprochen, ich habe jetzt nur von drei gesagt.

[SPEAKER 2]
[01:10:04-01:10:27]
Das hilft ja auch schon mal. Ja, die drei wichtigsten. Ja, super. Vielen Dank, Jochen. Also ich finde, das sind schon mal so viele interessante Eindrücke und Erkenntnisse und ja auch schon viele Sachen, wo man sich schon mal so ein bisschen rantasten kann. Wo man vielleicht auch mal ein bisschen bewusster wird, worauf man achten kann, was alles passieren kann mit so einem Sattel, was ein Sattel alles ausmachen kann.

[SPEAKER 1]
[01:10:28-01:10:30]
Haltest du auch, Sanja?

[SPEAKER 2]
[01:10:30-01:10:32]
Ja, schon mein Leben lang.

[SPEAKER 1]
[01:10:33-01:10:36]
Was reitest du? Dressur, Vielseitigkeit, Springen?

[SPEAKER 2]
[01:10:36-01:10:42]
Alles. Alles mal, aber in den letzten Jahren mehr Dressur.

[SPEAKER 1]
[01:10:42-01:10:47]
Möchtest du gerne, dass er einen schönen Unterhals kriegt, einen schönen dicken Bauch oder möchtest du eine schöne Oberlinie haben?

[SPEAKER 2]
[01:10:48-01:10:50]
Auf jeden Fall einen dicken Bauch. Nein, Spaß.

[SPEAKER 1]
[01:10:50-01:12:55]
Eine schöne Oberlinie natürlich. Und dieser Tapetsmuskel, Rhombotis und Spinalis, die alle dazu tragen, erweitern ja die Widerrisskappe. Das heißt, dass du mal einen Sattel hattest, wo das wunderbar funktioniert hat, geht ja. Das kann aber, kann aber, Nicht von heute auf morgen, was innerhalb von Wochen sich ändern. Das kann doch nicht angehen. Ich schwöre, da hat sogar ein Fisch dazwischen gepasst. Wieso passt jetzt noch nicht mal ein Fleisch? Weil dein Pferd jetzt da sich langsam gut aufbaut. Weil du gut reitest. Deswegen sage ich immer wieder, Leute, wenn ihr euch einen Sattel kauft, ihr habt zwei mögliche Kaufte, kauft euch einen Sattel, der ausgetauscht werden muss. Das sind die sogenannten Gummistiefel. Die kann man nicht neu besohlen. Oder kauft euch Sättel, die angepasst werden können. Das sind die Lederstiefel, die du in eine neue Sohle drauf machen kannst. Sättel kannst du vom D-Ring nach D-Ring erweitern. Und das ist die Baumweite, wenn du eine schöne Oberlinie kriegst. Und der Baumwinkel, das ist vom D-Ring runter 10 cm. Das ist ganz wichtig, denn die Schulter bewegt sich ja in so einer lübschen Form, die kommt gegen den Sattel. Und wenn ich so zwei Händchen reibe, so, die sind parallel. Mache ich aber die Händchen nicht parallel, dann klemmt es. Fängt mein Pferd auf einmal an zu stolpern, die Stange fällt runter. Oder der Huf fliegt zu komisch. Das ist, wenn die Schulter und Knorpel Winkel nicht mehr dem Baumwinkel passt. Also kaufe ich mir einen Sattel, den ich anpassen kann. Fragt immer. Kann ich den Sattel vom D-Ring nach D-Ring verweitern? Das heißt Baumweite. Da sagt er ja oder nein. Hoffentlich sagt er ja. Kann ich davon unabhängig den Baumwinkel verstellen? Sagt er nein. Fahr weg. Sagt er, ja, dann hast du einen Sattel, den man auch anpassen kann, wenn du eine gute Arbeit hast.

[SPEAKER 2]
[01:12:56-01:12:60]
Sehr gut, ja, das wäre auch noch eine Frage gewesen.

[SPEAKER 1]
[01:12:60-01:13:38]
Du willst ja wissen. Und dann fragt die Frage, was haben die Gurtschritten zu tun mit wo die Mähne liegt? Viele Leute haben überhaupt keine Ahnung, warum das Gurten mit der Mähne so wichtig ist. Wir wissen alle, dass wir Rechtshänder oder Linkshänder sind. Aber das wurde 1857 schon beschrieben von Hieben nach drüben. Wintec ist die einzige Firma, die das als erstes wieder zurückbrachte. Mittlerweile machen das viele andere Firmen auch. Aber glaubst du, die Reiter haben eine Ahnung, warum die Strippen drei oder vier sind? Oh, damit einer abreißt, sage ich noch eine extra. Ja, hallo? Das hat doch Dressur, sagt er nicht.

[SPEAKER 2]
[01:13:39-01:13:40]
Ja, das wird spannend.

[SPEAKER 1]
[01:13:40-01:13:48]
Erklär mal. Ich frage dich mal eine kurze Frage und dann kannst du ja immer sagen, wir müssen Schluss machen. Wo ist dein Blinddarm? Rechts oder links?

[SPEAKER 2]
[01:13:50-01:13:50]
Links.

[SPEAKER 1]
[01:13:52-01:13:53]
Ist es rechts?

[SPEAKER 2]
[01:13:53-01:13:55]
Bei deiner Mutter?

[SPEAKER 1]
[01:13:55-01:13:58]
Rechts. Bei deinem Freund?

[SPEAKER 2]
[01:13:58-01:13:59]
Rechts.

[SPEAKER 1]
[01:13:59-01:14:01]
Bei allen Menschen rechts?

[SPEAKER 2]
[01:14:01-01:14:02]
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

[SPEAKER 1]
[01:14:02-01:14:05]
Ja.

[SPEAKER 2]
[01:14:05-01:14:09]
Also ich weiß, dass wir immer an derselben Stelle sind, aber ich wusste gerade nicht.

[SPEAKER 1]
[01:14:09-01:18:42]
Beim Pferd ist es auch rechts. Das dominierende Wildpferd oder Domestikpferd ist links. Wir steigen links auf. Nicht, weil der irgendein Soldat ein Schwert hatte. Wenn du Magengeschwüre hast oder Bauchweh hast, dann möchtest du keinen Druck auf den Bauch haben. Der meiste Darm ist rechts. Ich habe an der Osteopathenschule in Schneverdingen unterrichtet bei Barbara Melter-Böller. Und da habe ich viel, viel gelernt über Organe, wie die Pferde stehen und so weiter und so fort. Im Wildpferd wechseln die Pferde immer ihre Vorderfüße. Wenn sie grasen. Domestic Pferd, also das Nicht-Wildpferd, meistens steht rechts unter, weil der Bauch sich nach rechts schiebt. Und mit dem linken Bein steht es vorne. Es gibt viele Bücher, es gibt viele Artikel über einen langen Zeh links, einen höheren Hacken rechts. Bockhof rechts, langen Zeh links. Gibt es viele, viele Pferde. Von 10 Menschen sind 7 wild. Leute, die sind Rechtshänder, zwei Linkshänder. Einer da vorne kann rechts und links schreiten. Egal. Pferden genau dasselbe. Blinde am rechts. Bei Pferden, die Rechtshänder sind, fällt die Mähne rechts. Und oft haben die in höhere Trachten rechts als links. Der Hufschmied ist da und dabei, das gleich zu machen. Es gibt aber auch Pferde, wo die Mähne links fällt. Ganz, ganz, ganz wenig Pferde fallen die Mähne total gleichmäßig vom Genick bis zum Virus. Ja, da gibt es einmal die vordere Hälfte fällt links, die hintere Hälfte fällt rechts. Dann holst du deinen Osteopath, Physiotherapeut und Chiopraktiker und dann richtet er wieder die Halswirbelsäule ein. Das passiert auch. Tatsache ist, Tatsache ist, dass ein Pferd kein Schlüsselbein hat. Tatsache ist, dass der ganze Rückenkorb bei Muskulatur hängt vom Schulterblatt und Oberarm, die ich ja nun Nummer 5 in der Reiterskala gerade reite. Warum muss ich denn gerade reiten? Ja, hallo, weil das Pferd normalerweise in der Natur 20 Meilen läuft und 14 Stunden davon den Kopf runter hat und grast. Das kriegst du aus dem Tier nicht raus, das will immer fressen. So, jetzt weiter im Text. Wozu habe ich denn, wenn ich auf dem Rennsport, wo gehen denn so viele Rennen? Egal ob Australien, Südamerika, egal wo, die rennen fast 90% links rum. Es gibt nicht ein Voltigier-Turnier, nicht ein Voltigier-Feld, das rechts rum geht. Geht immer links rum. Frag mal alle Reitlehrer, alle Reitmeister. Welches ist die schwierigste Gangart? Links oder rechts Galopp am Jungpferd? Rechts Galopp. Seitdem die ersten drei Jahre frisst das Pferd und biegt sich immer durch den Rippenbogen. Rechts raus, rechts raus, rechts raus. Rippenbogen hängt rechts, steht hier. Jetzt gibt es aber auch das schöne Buch von Dr. Heuschmann, das heißt Balance. Das ist ein dicker, fetter Wälzer. Und er hat es wissenschaftlich sehr gut erklärt. Es gibt fünf Gründe, warum ein Tier rechts hinter oder links hinter ist. Ich habe jetzt nur eins genannt. Aber die Sattlerei weiß das schon lange. Und hat deswegen, es gibt so einen schönen alten Sattel hier, den hat man auch im Ersten und Zweiten Weltkrieg benutzt. Der ist nach Europa gesegelt und dann zurück. Das war 1857. Der heißt McClellan. Und der hat damals schon seinen Soldaten erklärt, wo immer die Mähne ist, muss der Sattelgurt ein Zoll weiter nach vorne. Spannend. Das kann man sich heute gar nicht vorstellen. Aber weißt du, wie viele Sättel schiefliegen? Guck mal im Stall. Nächstes Mal, wenn du auf Turnier bist im Stall, guck mal von hinten, wenn du Reiter bist. Und guck mal, wo ist denn der Sattel? Wie sitzt die da drauf? Wir sagen immer, es ist der Reiter. Der Reiter formt das Pferd. Aber was ist, wenn der Sattel diagonal sitzt? Ich habe doch mein Equilibrium in meinem Ohr. Und ich weiß, da ist nicht was richtig. Jetzt mache ich den einen Bügel ein bisschen kürzer als den anderen. Das allererste, was ein guter Sattelanpasser macht, der nimmt die Steigbügel ab, hängt die auf die Gärte Und die hängen gerade, die Bügel. Und wenn nicht, dann weiß ich, aha, da ist was falsch.

[SPEAKER 2]
[01:18:42-01:18:49]
Spannend. Und das dann auch mit dem Gurt, wo ich gurte und wie viel Gurtstrapfen ich habe.

[SPEAKER 1]
[01:18:49-01:21:09]
Also ganz, ganz wichtig. Jetzt zusammen, jetzt kann ich das ganz kurz machen. Meiste Mähne fallen rechts. Geh mal im Stall und zähl mal deine 10 Pferdchen durch. Du wirst erstaunt, wie viele Mähne rechts fallen. Hast du einen Sattel, der drei Strippen hat, dann nimmst du die ersten und die zweite Strippe rechts. Und die zweite und die Strippe links. Das ist doch Quatsch. Dann ist doch der Gurt diagonal. Der Gurt hilft dem Sattel nicht hinten links gegen die Wirbelsäule zu drücken. Der Gurt wird sich an die Asymmetrie des Pferdes anpassen. Der Sattel bleibt dann gerade über der Wirbelsäule liegen. Lässt ihr den Gurt gerade. Erste Strippe, dritte Strippe. wird der Gurt sich in die Gurtlage so setzen und zieht dann den Sattel diagonal. Jetzt kommt noch die größere Schulter. Wenn ich diese Schulter hochhebe gegen meinen Hals, möchte mein Köpfchen hier fallen. Viele Leute machen das nicht, dass sie sich mal auf dem Pferd hinsetzen. Jemand führt das Pferd. Und leg doch mal deine Händchen auf das Schulterblatt. Dann fühlst du, wie die Schultern gehen. Und du kannst das mit blinden Augen, hätte ich mal gesagt, mit deinen Augen zu, kannst du fühlen, boah, ist die Seite viel größere Bewegung. Boah, ist da hier viel mehr Bewegung. Jetzt kommt diese Seite und trifft den Sattel und dreht ihn weg. Jetzt hast du den Gurt, musst dir vorstellen, eine Glühbirne. Und da machst du einen Wollfaden und musst den Wollfaden eng ziehen. Und jedes Mal, wenn du ihn eng ziehst, wo rutscht denn der hin? Zur schmalsten Stelle der Glühbirne. Wo geht denn der Gurt hin? Zur schmalsten Stelle des Pferdes. Der Pferd ist ja wie, wenn du von oben guckst, wie eine Glühbirne. So, wenn du jetzt aber den Gurt so, den Sattel so gurtest, so gurtest, dass du die Asymmetrie des Pferdes, was ich hoffentlich bei Radterskala Nummer 5 gerade reite, wenn du richtig gut reitest, fängt sich die Mähne zu teilen. Jetzt gibt es aber auch viele, viele Devise, Arten. Es gibt hier in Nordamerika und Deutschland ja auch Pferderennsport, wo du ganz günstig Pferde von der Rennbahn kriegst. Die seit eineinhalb, zwei Jahren nur links rumrennen.

[SPEAKER 2]
[01:21:10-01:21:11]
Spannend, ja.

[SPEAKER 1]
[01:21:11-01:21:49]
Wie viele Leute sind denn Rechtshänder? Die meisten. Wie viele Leute stehen denn auf zwei Wagen gleichmäßig? Einer von 100. Also diese Symmetrie... Darum gab es das ja in der Leiterskala gerade rein. Wir müssen davon verstehen, dass wir auf einem Tier sitzen, das kein Schlüsselbein hat, das genau wie wir den Wind am rechts hat, und das 17 Stunden von 24 Stunden den Kopf unten hat, und die Verdauung immer rechts. Egal, ob das ein Isländer ist, ob das ein hohes Vollblut ist, oder ein ganz teures 900.000 Euro Auktionspferd. Scheißegal.

[SPEAKER 2]
[01:21:50-01:22:06]
Ja, sehr, sehr spannend. Vielen Dank für die Erklärung. Das heißt, nochmal zusammengefasst, wenn das bei meinem Pferd so ist, also auch mit der Mähne rechts, dann würde ich rechts die erste und zweite nehmen und links die zweite und dritte.

[SPEAKER 1]
[01:22:06-01:22:08]
Genau. Reite doch einfach mal.

[SPEAKER 2]
[01:22:08-01:22:11]
Versuch doch mal. Einfach mal fühlen.

[SPEAKER 1]
[01:22:11-01:23:05]
Das ist ja eine Gefühlssache. Das dauert keine fünf, zehn Minuten, da sagst du, Das ist ja Wahnsinn. Guck mal, wie schmeidig der sich jetzt um mein rechtes Bein legt. Das ist ja Wahnsinn. Der zieht ja gar nicht mehr vorne links. Also der Gurt selber hat ja wahnsinnig Einfluss. Nicht nur der Sattelgurt selber, sondern auch die Begurtung. Wenn du ein Läufer bist, du kannst laufen mit losen Schnürsenkeln oder ganz, ganz engen Schnürsenkeln. Und wie die den Schuh bauen, ist ja wahnsinnig wichtig, wie dieser Schuh am Fuß des Menschen hält. Und ich finde es schade, wirklich schade, traurig ist vielleicht das bessere Wort, wie viele Leute ihre Pferde unabsichtlich verkrüppeln, weil sie diese Begurte nicht kennt. Was eigentlich jeder Reiter wissen muss. Und deswegen ist das so schön, was ihr macht mit eurem Podcast.

[SPEAKER 2]
[01:23:06-01:24:13]
Vielen Dank, Jochen. Wir sind leider jetzt auch schon am Ende angekommen von unserer Folge. Ich hätte noch Fragen für zehn weitere Stunden und ich glaube, du auch noch Geschichten und nicht Geschichten, sondern Fakten und Tipps. Ja, aber ich glaube, es waren jetzt so viele Tipps, die jeder für sich mal mitnehmen kann. Ich finde, oben drüber steht, fragt nach dem Warum und nehmt nicht hin, weil wir es immer so gemacht haben. Guckt vielleicht mal auf eurem Sattel zu Hause, überprüft mal so ein paar Punkte, die wir jetzt hier hatten. Da waren ja viele Übungen dabei, die Scheibenwischerübung, die Regenlinie, die Gurtstropfen. Die ganzen Punkte, die wir besprochen haben und natürlich nicht jeder kauft sich vielleicht oder kann sich auch jetzt sofort irgendwie einen neuen Sattel kaufen. Aber wenn es denn soweit ist, auch nochmal darauf zu achten, ist es ein Sattel, der auf Frauen angepasst ist, wenn ihr eine Frau seid natürlich. Also so viele wertvolle Hinweise, Jochen. Vielen, vielen Dank. Hast du noch einen Abschlusssatz, was du den Leuten gerne noch mitgeben möchtest, was ich vielleicht jetzt noch vergessen habe?

[SPEAKER 1]
[01:24:15-01:26:44]
Wir leben in einer ziemlich chaotischen Welt. Politisch, Konjunktur, egal wo wir sind, das Ungewisse, wie geht es weiter. Aber komischerweise, wenn ich im Stall bin, bei meinem Pferdchen, ist alles schnurzpiepegal. Da bin ich in meiner kleinen Bubble, in meiner kleinen Wunderwelt. Und das allerletzte möchte ich, dass dieses Tier, das Pferd, meine Wunderwelt kaputt macht. Oder ich das Pferd kaputt mache. Leider machen wir sehr viele Sachen aus dem Gefühl, aus Liebe, was ja auch gut ist, und lassen es uns mit Social Media oder mit anderen Sachen einreden, das gegen mein Instinkt geht. Weil ich so viel Angst habe, Weil ich so viel Angst habe, dass ich diese Bubble kaputt mache. Kann ja das sein, kann ja das sein. Man kann ja Leute richtig schlecht reden, was man heute alles mit KI alleine schon beeinflusst, weiß ja überhaupt nicht mehr, was wahr ist. Richtig? So, wenn ich jetzt mein Pferd, das ist wahr. Die Liebe, das ist wahr. Was ich als letzten Satz mitgeben lassen möchte ist, der wichtigste Punkt des Reiters ist der Sitz. Und wenn der Sitz dem Gestell nicht passt, kann es nie zu dem der Verbindung, eine Seele, die wir werden wollen mit dem Pferd, kommen, wenn das Gerät, Sattel, dazwischen steckt. Das ist ein Verbindungslück. Aber leider ist das Verbindungsstück, Sattel, das Hinderungsstück. Und es ist so leicht, dass jeder Sattel das kann. Mein Traum, mein Wunsch ist, dass jeder einen Führerschein hat, wenn er Auto fährt. Ach, das haben wir ja schon. Was wäre, wenn es einen Führerschein gibt, für Sattelcheck für jeden Reiter. Wo jeder nicht nur das Scheibenwischen kennt, die Regenlinie kennt, die Sitzübung kennt. Die fünf Grundlinien, die ich am Pferd anzeichnen kann, mit dem nassen Finger gegen das Fell oder mit einem Stück Kreide. Die fünf Grundlinien für mich erkennen als Reiter. Und das mit der Satteldecke, mit dem Gurt und dem Sattel. Das ist nicht viel, aber deswegen an der Deutschen Bundesheerärztekammer kriegen die Tierärzte sogar Redite, wenn sie sich weiter wählen, wenn sie unseren Kurs machen. Stell dir mal vor, jeder Reiter weiß das und hört auf, unabsichtlich, denn oft ist es ja so, unabsichtlich durch falschen Einfluss ihre Pferde kaputt zu machen. Möchte kein Mensch. Nein.

[SPEAKER 2]
[01:26:46-01:27:17]
Ja, das hast du sehr schön gesagt. Vielen Dank. Ich bin absolut für diesen Führerschein. Ich glaube, alle, die die Folge gerade gehört haben, auch. Wir gucken mal, was wir da machen können in der Zukunft. Vielen, vielen Dank für alles. Alles Liebe für dich in die USA gerade. Und an euch da draußen natürlich viel Freude beim nächsten Sattel anpassen und beim Überprüfen. Ja, also vielen Dank, Jochen, und hoffentlich bis ganz bald.

[SPEAKER 1]
[01:27:18-01:27:19]
Okay, danke. Danke auch.

[SPEAKER 2]
[01:27:19-01:27:33]
Tschüss. Vielen Dank euch fürs Zuhören. Ich hoffe, ihr konntet wieder einiges für euch mitnehmen. Schickt uns wie immer sehr gerne euer Feedback über alle Kanäle. Und jetzt wünsche ich euch noch einen herrlichen Tag und sage bis bald im WeHorse Podcast.

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