Eine WM für die Geschichtsbücher, das große Fazit mit Aachen-Chefin Birgit Rosenberg - Folge 9
Nach 13 Tagen Weltmeisterschaft in Aachen ziehen Christian Kröber und Jan Tönjes Bilanz: Sie blicken zurück auf emotionale Momente, sportliche Highlights und die vielen Geschichten hinter den Kulissen. Im Gespräch mit Birgit Rosenberg geht es außerdem um die Herausforderungen bei der Organisation einer solchen Großveranstaltung und darum, welche Impulse die WM für die Zukunft des Pferdesports setzen könnte.
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Produktion: Olivia Herrmann
Vermarktung: Carolina Hofmann
Podcast Transkript
Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.
[SPEAKER 1]
[00:00:02-00:00:07]
Das WeHors Equipages WM-Spezial mit Jan Tönnies und Christian Kröber.
[SPEAKER 2]
[00:00:14-00:00:47]
13 Tage Weltmeisterschaft liegen hinter uns. Eine unglaubliche Zeit. Aus sportlicher Sicht gewann Deutschland den Medaillenspiegel. Es war aber darüber hinaus ein Meilenstein, der in die Geschichte eingeht wird, im Reitsport generell. Es gab neue Disziplinen, wie beispielsweise Paradressu, die erstmalig in Aachen dabei waren, die unter dem Dach der Weltmeisterschaft aber auch schon vorher mit von der Partie waren. Und vor allen Dingen lag der Fokus auch hier im Podcast auf den olympischen Disziplinen. Wir wollen das Ganze ein bisschen Revue passieren lassen. Hallo Jan, unsere letzte Folge gemeinsam.
[SPEAKER 3]
[00:00:47-00:00:51]
Christian, ja, wir müssen jetzt ganz stark sein, wir beiden. Was werden wir uns vermissen?
[SPEAKER 2]
[00:00:51-00:00:55]
Ich weiß gar nicht, was ich mit der ganzen Zeit jetzt anfangen soll. Ohne dich.
[SPEAKER 3]
[00:00:55-00:01:20]
Also für die nächsten zwei Tage, man hört es, die Stimme ist etwas angegriffen, hätte ich so die Variante Schlafen einfach mal so für mich durchaus auf der Liste. Wobei es natürlich auf Equipages fröhlich weitergeht und tatsächlich ja am Wochenende schon wieder, was heißt am Wochenende? Ab Mittwoch das Bundeschampionat auf dem Tableau steht. Und das werden wir natürlich auch nicht unberichtet davon ziehen lassen.
[SPEAKER 2]
[00:01:20-00:01:23]
Ach ja, für dich jetzt quasi vom Regen in die Traufe.
[SPEAKER 3]
[00:01:23-00:01:28]
Ja, für Dominik Wermann. Die ist vor Ort. Ich mache dann mal Homeoffice, alles andere.
[SPEAKER 2]
[00:01:28-00:02:06]
Wir haben, als wir... Begonnen haben vor neun Folgen unserer gemeinsamen Reise durch die Weltmeisterschaften, haben wir viel darüber gesprochen, dass Sommermärchen 2006 war etwas, was vielen nachhaltig in Erinnerung geblieben ist, wird es das Sommermärchen 2.0. Es gibt natürlich zum einen die sportliche Bilanz, es gibt auch so die emotionale Bilanz, die viele Menschen ziehen. Wie fällt denn dein persönliches Fazit? Lieber Jan, ich sage es in der letzten Folge jetzt nochmal sehr gerne, lieber Jan, wie fällt das Ganze denn jetzt aus? Wie haben wir das Sommermärchen 2.0 erlebt?
[SPEAKER 3]
[00:02:07-00:03:36]
Wir haben das Sommermärchen 2.0 in Zeiten des Klimawandels erlebt, wenn ich an diese doch leicht feuchte Brise beispielsweise bei der Medaillenvergabe der Springreiter als Deutschlandmannschaftsweltmeister wurde, denke. Da war ja nun irgendwie so viel Wasser von oben unterwegs. Das war ja fantastisch zu sehen, dass dann Pferde dann trotzdem noch cool grasen, während ihre Reiter da pitschepatscheln, dass wir den Medaillen auf dem Podium stehen. Das nur soweit, weil man ja bei Sommer dann doch irgendwie immer T-Shirt leicht bekleidet, Bermudas, Klammer auf, die eigentlich in Aachen übrigens für die Berichterstatter verboten waren, Dresscode. Das wurde aber in der ersten Woche dann in einer Rundmail aufgelöst, weil es einfach so heiß war, dass man sagte, doch, da dürft ihr Bermudas tragen. Das nur als kleiner Aside. Nein, also es war vielleicht märchenhaft. Ich glaube, die Stimmung bei den Finals, gerade die Kür, das war Sommermärchen pur. Natürlich auch der Sieg von Michael Jung im Springen dann in der Vielseitigkeit und die Silbermedaille für Deutschland, auch das war märchenhaft. Und wie gesagt, es war vom Wetter nicht märchenhaft, aber es war auch märchenhaft, als die deutschen Springreiter dann... Das Mannschaftsgold gewonnen haben und natürlich Steve Garda. Da war ja sogar alles da. Da war die Sonne da, da war der beste Reiter der Welt da, da war das tollste Pferd der Welt da und das war schon märchenhaft, ja.
[SPEAKER 2]
[00:03:37-00:04:24]
Viele, auch im Vorfeld der Weltmeisterschaften, haben sich ja auch einen gewissen Impuls erhofft durch die Veranstaltung. Anders als vor 20 Jahren ist ja die Welt deutlich komplexer geworden, die Medienlandschaft ist komplexer geworden, Social Media, ein Phänomen, was es damals erst in den Anfängen gab. Ich glaube, Facebook wurde 2005 gegründet, also es waren alles gar keine Themen. Heute geht es sehr viel um Social Media auch, es geht sehr viel auch um die Darstellung des Pferdesports. Die FEI hat mit Signify auch einen Anbieter, der dauerhaft Hate Speech und das Sentiment auf Social Media gescreent hat. Wir leben also auch in einer völlig anderen Zeit, deswegen ist auch der Vergleich zu 2006 nachhaltig schwieriger.
[SPEAKER 3]
[00:04:24-00:06:23]
Auf jeden Fall. Diese Idee, mit diesem Unternehmen, das in Großbritannien ansässig ist, zusammenzuarbeiten, ist vor allen Dingen nach Paris, nach den Olympischen Spielen aufgekommen. Denn da war dieser Megas scanner, der geguckt hat, was da eventuell Athletinnen und Athleten auszuhalten haben vom IOC angestellt und engagiert worden. Da ist einfach der Gedanke dahinter, dass Athletinnen und Athleten auf Wettkämpfen, erst recht auf Olympischen Spielen, auf Weltmeisterschaften natürlich ihre Maximalleistung abliefern sollen und dass ein Weltverband dann natürlich dann auch alles dafür tun muss, um optimale Bedingungen herzustellen. Und so ist der Weltreiterverband, die FI dazu... gekommen, schon beim Weltcup-Finale in Fort Worth im April in diesem Jahr mit diesem Unternehmen zusammenzuarbeiten und hat das dann jetzt fortgeführt. Es gibt da noch keine Zahlen. Ich habe dann so einmal versucht, ein bisschen was rauszukriegen. Da hieß es, nee, also man sei eigentlich so mehr oder weniger, paraphrasiere mal ein bisschen, selbst positiv überrascht. Wie positiv insgesamt die gesamte WM in den Social-Media-Kanälen gefeiert wurde, kann man nicht anders sagen, und dass es da noch keine konkreten Ansätze gab, wo man wirklich einsetzen muss. Wobei man auch sagen muss, weil viele so ein bisschen Angst hatten, ist das jetzt der Versuch einer Zensur? Also wenn ich sage, ich fand ja nicht, dass das und das ein so schöner Ritt war. von dem und dem oder der und der. Darum geht es nicht. Es geht darum, dass wirklich jemand fürchterliche Dinge sagt. Also von wegen, so wie die reitet, der würde ich am liebsten irgendwie die Spuren oder ein Messer auch immer in den Rippenkorb jagen oder so irgendwie wirklich reelles Hate Speech. Was Menschen belastet, also sowas daraus zu filtern, das ist quasi der primäre Gedanke.
[SPEAKER 2]
[00:06:24-00:08:22]
Etwas, was, glaube ich, die Pferdewelt jetzt die letzten Jahre einfach extrem stark begleitet, ist das Thema, inwiefern sollte man zeigen, was sollte man zeigen? Haben wir noch die Social License, auch das ist ein Begriff, den ich inzwischen unglaublich abgegriffen finde. Also haben wir die Akzeptanz, wenn man jetzt rein auf die Zuschauerzahlen schaut, 500.000 Zuschauer insgesamt, man ist damit leicht unter 2006 und es ist aber insgesamt zu sehen, dass das Reiten, wie ich finde, in der Breite sich verbessert hat. Wir haben ganz viele Pferde mit hingegebenem Zügel gesehen, wenn es rausging. Wir haben feines Reiten gesehen und ich hatte die Gelegenheit, mit einem der Info-Stewards zu sprechen, also die Deutsche Reiterliche Vereinigung zusammen mit der Stiftung Deutscher Pferdesport, die finanzieren die sogenannten Info-Stewards. Das sind Menschen, die quasi am Rande stehen, dort wo das Publikum ist und mit den Menschen auch ins Gespräch kommen, wenn Fragen sind oder wenn sich jemand aufregt und sagt, das ist nicht in Ordnung so, um die... direkt einen Raum dafür zu schaffen und potenziell auch auf Missstände hinzuweisen, aber vor allen Dingen auch zu erklären. Der sagte mir, im Vergleich zu den Vorjahren und auch den anderen Championaten, wo er schon im Einsatz war, ist das Thema deutlich... Besser geworden, dass sich Menschen weniger aufregen rund um das Thema, wie wird geritten, ist es tierwohlgerecht. Man hat ja auch gemerkt, während der Zeit in Aachen, wie viel Wert auf das Tierwohl gelegt wurde. Meine subjektive Ansicht, Jan, ist, das hat sich schon geändert, wenn ich das vergleiche mit vor vier, acht oder zwölf Jahren. Wir sehen auffällig viel, wie Pferde mit langem Zügel rein und raus gehen, feines Reiten.
[SPEAKER 3]
[00:08:22-00:11:41]
Ja, also das... Das ist auf jeden Fall auch ein Moment, den ich irgendwie so wahrgenommen habe in der Breite. Und ich finde, man muss immer unterscheiden, geht jemand jetzt bewusst schlecht mit dem Pferd um reiterlich, weil dahinter vielleicht eine falsch verstandene Trainingsphilosophie, und das ist ja schon ein beschönigendes Wort, steckt. Oder ist es einfach, dass das Paar in dem Moment, und das kennt jeder, der reitet, und das kennt auch jeder, der einfach nur mal am hingegebenen Zügel durch den Wald reitet und dann kommt ein Reh vorbeigesprungen, der in der Situation einfach überfordert ist. Und dann gibt es halt auch mal ein schlechtes Bild. Aber das heißt, Ja nicht, dass derjenige, diejenige im Sattel grundsätzlich mit Vorsatz falsch zur Sache geht. Und ich glaube, mit Vorsatz falsch zur Sache, das gab es in den vergangenen Jahren viel, viel mehr. Da bin ich vollkommen bei dir, das ist viel schöner geworden. Wenn gleich auch, du hast die Social License, die ja offiziell Social License to Operate heißt. Und aus dem Englischen kommt angesprochen, ja, ich hatte schon ein bisschen den Eindruck, ob nicht jeder Equipe-Chef seinem Reiterin und Reiterin auf den Weg gegeben hat und am Ende küsste bitte das Pferd den Hals und du klopfst sie und du bist glücklich. Und natürlich muss jeder irgendwie immer so machen, ich sitze auf einem Pferd und das hat was geleistet. Alles richtig, alles schön, tolle Geste, will ich gar nicht kleinreden. Aber in Summe, und ich sage jetzt auch mal von Nationen, wo ich meine, das noch nicht so häufig gesehen zu haben, war das schon auffällig. Aber letztendlich ist ja nichts Schreckliches passiert, was wirklich irgendwie ein Aufschrei... Hat entstehen lassen oder auch gerechtfertigt hätte. Also es wurde einfach besser geritten. Und ich fand, ich weiß nicht, wie du das erlebt hast, einen der ganz besonderen Momente als Katerhammer nach diesem grandiosen Grand Prix, Klammer auf, ich sagte vielleicht bereits schon mal in einem Nebensatz in einer der früheren Folgen, dass sie da absolut unterbewertet war, Klammer zu, dass Katharina Hemmer zum Spezial... Reinritt, vorher war irgendein Promi, entweder war es Lottie Fry oder es war, ich glaube, Katrin de Laudrup, die fuhr, weiß ich nicht mehr, waren zu viele Pferde in den letzten Wochen. Auf jeden Fall richtig Stimmung im Stadion und sie reitet rein und Denoir ist ja ein Pferd, das auch ängstlich sein kann, der in Aachen im kleinen Dressurstadion auch schon mal umgedreht ist und so weiter. Und sie hat nur die Hand, den Finger nur an ihren Mund gehalten. Und dieses ganze Stadion, da waren so im Spezial vielleicht mal 20.000, 25.000 Leute da, war leise. Sofort. Also wirklich dieses Verständnis auch für die Kreatur und für dieses, dies ist eben der einzige Sport, in dem zwei Lebewesen gemeinsam was abliefern. Also das waren für mich wirkliche Gänsehautmomente, weil wir die mehrfach hatten und du hast es gesagt, Und danach gingen die Pferde eben wirklich am durchhängenden, also am hingegebenen Zügel aus dem Stadion raus. Natürlich nicht, wenn die dann da irgendwie in diesem letzten Mallorca-Hits im Dauerloop spielten und so ein bisschen da die Preisboxer-Atmosphäre provoziert haben. Aber ja, das war schon gut.
[SPEAKER 2]
[00:11:41-00:12:33]
Und kleiner Funfact, am Tag darauf bei der Cure ritt ja Katrine Laudrup de Four auch ein und machte den The Hammer Finger. Seid bitte leise. Und ich habe mit Katta Hemmer an dem Tag nach dem Grand Prix... Speziell gesprochen. Also zwischen Kür und Spezial. Und habe sie auch darauf angesprochen, dass ja die Katrine das genauso gemacht wie sie. Und da hat sie berichtet, dass als sie auf dem Podium zusammenstand, gab es ja ein Bild, wo alle drei so zusammentuschelten und auf einmal so gemeinsam lachten. Da hat nämlich Katharina davon erzählt, dass sie das gemacht hätte. Und alle so, wie schlau ist das denn, das machen wir jetzt auch. Und deswegen hat auch die Katrine gesagt, komm, das mache ich auch. Und es hat ja auch funktioniert.
[SPEAKER 3]
[00:12:33-00:12:37]
Ja, super. So viel zum Dressurreiter, hassen sich und sprechen nicht miteinander.
[SPEAKER 2]
[00:12:37-00:13:13]
Gut, das ist das Ganze aus sportlicher Sicht. Wir haben aber einen wunderbaren Gesprächsgast. Ja, und das Ganze, die Weltmeisterschaften von Aachen, natürlich auch ein Organisations- und Logistikaufwand, der nicht zu unterschätzen ist. Ein Team, das einige Jahre daran gearbeitet hat, die Veranstaltung nach Deutschland zu holen. 20 Jahre nach 2006 wieder in die Aachener Sörs. Und wir freuen uns, dass wir die Person bei uns haben, die die Verantwortung trägt aus sportlicher Sicht für die Gesamtveranstaltung. Und damit herzlich willkommen hier bei uns im Podcast, liebe Birgit Rosenberg.
[SPEAKER 3]
[00:13:13-00:13:14]
Vielen lieben Dank.
[SPEAKER 2]
[00:13:14-00:13:49]
Birgit, am Sonntag sind die Weltmeisterschaften zu Ende gegangen. Es waren zwei unglaubliche Wochen vor vielfach ausverkauftem Hause in den verschiedenen Disziplinen. Größtenteils spielt das Wetter auch perfekt mit. Dazu die sportliche Bilanz der deutschen Equipe. herausragend, auch wenn das natürlich nicht in deiner und eurer Hand lag. Viele sprechen von perfekten Weltmeisterschaften. Ich bin mir sicher, dein Fazit fällt ein bisschen differenzierter aus, da du ja auch vieles siehst vor und hinter den Kulissen. Welches Resümee ziehst du zu der Weltmeisterschaft 2026?
[SPEAKER 4]
[00:13:49-00:15:02]
Ja, ich muss auch sagen, wir sind wirklich sehr, sehr glücklich mit den letzten zwei Wochen. Ja, du hast gesagt, es kommt viel positives Feedback. Es gab viele Dinge, die wir gar nicht in der Hand hatten. Wir können das immer alles nur bestmöglich vorbereiten für Reiter, für Pferde, für Besucher. Aber wir haben natürlich extrem viel zurückbekommen. Wir haben sportliche Leistungen gesehen. Die deutsche Mannschaft allen voran, aber ich glaube grundsätzlich über alle sechs Disziplinen auf allerhöchstem Niveau tolles, gutes Reiten. Wir hatten eine Wahnsinnsatmosphäre in den Stadien. Das kannst du als Veranstalter ja nicht steuern, aber es war einfach großartig zu sehen. Das ist diese Verbindung, die immer in Aachen irgendwie da ist zwischen den Menschen, die auf den Tribünen sitzen und dem, was im Stadion passiert. Klar, es ist hinter den Kulissen. Das kann nicht anders sein, dass in zwei Wochen immer alles glatt läuft. Es gibt natürlich Dinge zu regeln, aber ich glaube auch das war sehr, sehr geräuschlos. Und wir haben natürlich eine tolle, sehr erfahrene Mannschaft. die da ihr Bestes gegeben hat.
[SPEAKER 3]
[00:15:02-00:16:34]
Da würde ich ja direkt reingrätschen wollen. Es gab ja diesen Moment, wo es Petrus besonders gut mit dem Rasen von Aachen meinte, Nationenpreis der Springreiter, erster Umlauf, die Nacht vorher. Also erstmal die Nacht vorher, wo man wirklich überlegt hat, was geht überhaupt, was können wir bauen. Frank Rotenberger hat noch den letzten Sprung letztendlich rausgenommen. Ich glaube, die Entscheidung ist morgens um fünf gefallen. Das wurde zumindest kolportiert. Aber dann selber an diesem Tag und alle, die da vor Ort waren, werden sich auch an dieses, nicht nur die knisternde Atmosphäre, sondern auch die... Knisternde Atmosphäre, sprich das, was da oben drüber passierte im Himmel, erinnern, denn da gab es ein bisschen Donner, da gab es wirklich wie in so einem Drehbuch beim ersten oder korrigiere mich spätestens zweiten Pferd einmal ein Blitz, wirklich nur einen, aber das war so ein bisschen, dass man da saß so, gulb. Wir sitzen hier mit irgendwie roundabout 35.000, 40.000 Leuten und über uns geht die Küche los. Und danach hast du erzählt, ja, 18.30 Uhr war, glaube ich, erster Starter. Bis 17 Uhr gab es eine Unwetterwarnung und da wart ihr euch gar nicht sicher, ob man das überhaupt aus sicherheitspolizeilichen Gründen würde stattfinden lassen können. Wie geht man damit um? Also ich meine, wenn du so eine Aussage kriegst, du hast das Stadion voll, du hast die Weltmeisterschaft, du hast den ersten Umlauf und dann kommt da irgend so einer, nicht despektierlich sein und sagen, wir müssen mal ein bisschen ausräumen hier. Was macht das?
[SPEAKER 4]
[00:16:34-00:18:57]
Ja, das ist natürlich schon eine große Anspannung und auch eine große Verantwortung, dann abzuwägen zwischen Sicherheit, zwischen du hast dein Stadion voll und du willst an dem Abend die Mannschaftsweltmeister küren. Und das war so, es war erst, dass die Einzelreiter davon weggestartet sind ab 18.30 Uhr. Um 17 Uhr oder kurz vor 17 Uhr kam dann die Unwetterwarnung rein, auch noch für den Zeitraum zwischen 5 und 10. Also alles war möglich, du wusstest wirklich nicht. Aber auch da muss ich sagen, dass natürlich in dem Moment ist es insbesondere wichtig, dass du eine Verlässlichkeit hast, eine Planbarkeit hast. Da sind wir echt super aufgestellt mit unserem Sicherheitskoordinator, der dann immer mit dem Deutschen Wetterdienst, mit dem Flughafen in Merzbrück immer wirklich auf den Punkt genau die Informationen hat. Aber trotzdem kam der dann nochmal zurück um 18.10 Uhr und sagt, okay, wir haben jetzt noch 10 Minuten. Dann wird das hier nicht mehr funktionieren. Das Gewitter hat Vollkurs auf Aachen genommen. Du sahst ja auch die Blitze hinterm Stadion schon mächtig flackern. Und dann fängst du natürlich an zu überlegen, schicken wir die Pferde jetzt zurück in den Stall, machen wir noch ein, zwei Reiter, wie geht es jetzt weiter. Und dann haben wir uns entschieden, okay, ein, zwei Reiter wird funktionieren. Und dann kam der Anruf, das sage ich jetzt nicht so, er hat... Ricky Hanger hat gesagt, ich habe schon viel erlebt, aber so etwas nicht. Das Ding ist, es hat sich aufgelöst, es ist einfach nicht mehr da, diese Gewitterzelle, obwohl sie voll Kurs auf uns hatte. Und ja, dann ging es weiter und dann kam die ähnliche Situation nochmal um 20 Uhr, als dann schon die Teamreiter am Start waren. Ja, und das war schon echt... Wir haben letztes Jahr beim CO am Mittwoch ähnlich Situationen gehabt, da hat es uns dann voll erwischt. Deswegen war es eigentlich letztes Jahr ein gutes Training, aber das zweite Mal, dass es nochmal wieder so war, dass das Gewitter abdreht. Ich glaube, dass wir dann bei der Medaillenzirmonie alle furchtbar nass geworden sind. Da konnte jeder an dem Abend sehr, sehr gut mitleben. Und das war, also ich war froh, als der Haken dran war an dem Abend. Das ist schon so.
[SPEAKER 2]
[00:18:57-00:19:21]
Jan und ich saßen während dieser Momente, als das Gewitter aufzog, auf der Tribüne oben und sahen dann auch, wie hinter einer der Haupttribünen die Blitze da losgingen. Jan, du hast es eben angesprochen. Und dann zog das ja über den Lusberg, so wie es heißt, diese Erhebung hinter der Tribüne. Und dann kam eine Mitarbeiterin von dir zu uns, die Nina Strang, und sagte, naja, Glück muss man können.
[SPEAKER 4]
[00:19:23-00:19:24]
Das passt so nie nach.
[SPEAKER 2]
[00:19:25-00:19:30]
Ist es etwas, das es am Ende aber auch braucht, um ein solches I?
[SPEAKER 3]
[00:19:30-00:19:38]
Event durchzuführen, so das Quäntchen Glück, dass dann eine der wichtigsten Medaillenentscheidungen überhaupt dann doch größtenteils regenfrei über die Bühne geht?
[SPEAKER 4]
[00:19:39-00:20:14]
Ja, ich glaube, ich habe an dem Abend gesagt, vielleicht haben wir das alle zusammen, der Sport, wir als Veranstalter, die Reiter jetzt einfach mal verdient, dass das so hingehauen hat. Aber ja, klar, das... Ich will mir gar nicht ausmalen, wie das anders hätte sein können, weil Fakt war ja auch, wir waren am Abend, wir waren unter Flutlicht, das heißt, es gab ja auch wenig Optionen. Also wenn das Ding nicht funktioniert hätte, wir hätten ja nicht am Samstagmorgen dann die Entscheidung herbeiführen können. Also es war ja dann auch nur der Abend wieder die Option, um gleiche Bedingungen zu haben. Von daher, ja, Glück muss man können. An dem Abend konnten wir das vielleicht ganz gut.
[SPEAKER 3]
[00:20:15-00:20:33]
Was mich noch interessieren würde, das Dressurviereck. Wann ist das weg, beziehungsweise wann sieht man nicht mehr, dass es mal da war? Sprich, wann ist der heilige Rasen der Sörs, der viel zitierte, so grün, dass er so grün zu grün und so weiter?
[SPEAKER 4]
[00:20:34-00:21:52]
Das ist lustig. Ich habe keine Stunde her, dass ich mit Ton Akterberg telefoniert habe und gesagt habe, Ton, wie geht es weiter? Also wahrscheinlich diese Woche noch geht das Dressurviereck raus. Und das ist gar nicht so eine ganz kleine Operation, muss man sagen, weil das ja der ganze Platz auch nochmal entsprechend ein bisschen angehoben wurde, um eben kein Gefälle innerhalb des Vierecks zu haben. Es jetzt aber so zu lassen, wie es wäre und einfach nur ein. Einzusehen funktioniert natürlich auch nicht, dann ist wiederum für die Springreiter das nicht optimal. Dementsprechend wird die gesamte Operation jetzt einmal rückwärts wieder gemacht. Das wird ein paar Tage in Anspruch nehmen, dass das Viereck raus ist. Dann wird immer einmal die Oberschicht des gesamten Rasens, das machen wir jedes Jahr nach jedem Turnier, einmal abgeschält, sodass die Wurzeln im Boden verbleiben, aber eben dünn die Oberschicht. Dann wird der Sand nochmal neu vermischt, nochmal wieder ein bisschen angefüllt. Eingesät und ich würde denken, wenn ihr so in vier, fünf Wochen nach Aachen kommt, ist hier ein leicht grüner Pflaumen auf dem Rasen und alle Zelte sind weg. Ja, und spätestens, glaube ich, im Oktober ist hier wieder, sind wenig Spuren der WM dann noch zu sehen. Das geht schon immer wirklich schnell.
[SPEAKER 2]
[00:21:53-00:22:07]
Eines der Top-Highlights aus der ersten Woche war die Einzelbronzemedaille von Katharina Hemmer. Jetzt muss man wissen, dass du, liebe Birgit, aus demselben Ort stammst wie Katharina Hemmer und ihr kommt aus einem Reitverein, aus demselben Reitverein.
[SPEAKER 3]
[00:22:08-00:22:09]
Nee. Ist das so?
[SPEAKER 2]
[00:22:09-00:22:11]
Wusstest du das auch noch nicht, Jan?
[SPEAKER 3]
[00:22:11-00:22:26]
Nee. Nee, ganz kurz, Birgit, bevor du antwortest. Wir haben eine klitzekleine Klugscheißer-Challenge und der Kollege Kröber, den ich auch nicht mehr den lieben Christian nennen darf, weil die Community dann style geht, hat jetzt gerade schon wieder einen Punkt gemacht. Also ich bin ganz gespannt auf deine Antwort.
[SPEAKER 4]
[00:22:28-00:23:48]
Also wir kommen tatsächlich nicht aus dem... gleichen Ort, aber teilen die gleiche den Teil den gleichen Reiterverein bei ihr mit spürbar anderem Erfolg als bei mir, was die reiterlichen Qualitäten betrifft. Und ich auch vom Alter natürlich eher mit ihrer Mutter noch in Teilen geritten bin. So Kreismeisterschaft für den Reiterfan Erbitte, das war so unser Level. Und ja, Katar habe ich dann als wirklich kleines Mädchen noch erlebt. Und bin dann, ich bin ja auch schon 20 Jahre nicht mehr, oder lebe jetzt schon in Aachen, aber es ist ja trotzdem irgendwie cool, habe das natürlich immer mitverfolgt, wie sie da ihren Weg gegangen ist. Und das war natürlich... Toll an dem Abend und ich habe eine Klassenkameradin, die bei der Sportbild ist und die mich dann irgendwann, die auch Katar gut kennt, weil wir halt alle aus der gleichen Region und die hat mich dann angerufen und gesagt, ja, mein Birgit, Katar, was meinst du denn? Wird das was mit der Medaille? Ich feile schon an meinen Überschriften. Was hältst du denn von der Hammerhammer? Habe ich gesagt, Bosi, finde ich super. Und das wird schon was werden. Und ja, so kam es. Bronze an den Reiter von Erbitte. Also sind wir stolz. Ein bisschen. Heimat verbunden und stolz.
[SPEAKER 2]
[00:23:49-00:23:54]
Also der Reiter von Erbitte. Hatte was zu feiern. Zumindest an dem Abend auf jeden Fall.
[SPEAKER 4]
[00:23:54-00:23:58]
Definitiv. Ich glaube, wir haben gefeiert. Was ich gehört habe, haben die wohl gefeiert.
[SPEAKER 3]
[00:23:58-00:25:00]
Ich hätte noch eine Frage. Das ist vielleicht nicht ganz genau dein Sujet, aber ihr seid ja ein riesengroßes Team. Das würde mich nämlich auch nochmal interessieren. Du bist ja für den Sport zuständig, aber es war ja nun auch einiges an Prominenz da. Und, also was heißt einiges an Prominenz, ist ja so super tief gestapelt. Also wie viel Vorbereitung, auch Sicherheitstechnik und so weiter bedarf es, wenn man da die Königin von Dänemark, dann Prinzessin Benedikte, hat, dass man die... Thronfolgerin, die Kronprinzessin der Niederlande auf der Tribüne hat, dann auch noch Herrn Wüst, das war kein König, wäre vielleicht mal einer, keine Ahnung. Aber also so viel Prominente, natürlich auch noch, was ja ganz, ganz wichtig für den Reitsport war an diesem Abend, dass die IOC-Präsidentin da war, also das war ja... Also wie minutiös muss man da was vorbereiten? Also was darfst du denn überhaupt verraten? Wahrscheinlich ist da ja auch ganz viel Berufsbetriebsgeheimnis.
[SPEAKER 4]
[00:25:01-00:28:14]
Nee, ich glaube, das kann man schon sagen. Also wir haben natürlich eine eigene Protokollabteilung. Die Christina ist die Protokollchefin mit einem Team von, ja, zum Turnier wird das dann deutlich aufgestockt von 18 Leuten, die dann insbesondere die Betreuung der Gäste übernehmen. Aber im Vorspann gab es im Grunde verschiedene Stränge. Das eine war ja für die Öffnungsfeier, das ist immer das Choreografische durch die Einbindung der königlichen Stallung. Deswegen ging da sehr viel Kommunikation über die Stallmärkte. Meister tatsächlich und der zweite Strang war dann eben die da mit einhergehenden sehr hochrangigen Gäste. Und in der Regel oder bei allen war es eigentlich so, dass außer bei den Spaniern, das war noch vom letzten Jahr alles sehr, sehr bekannt. Die haben nicht nochmal einen Vorabbesuch dann gemacht, aber natürlich gibt es dann einen Vorabbesuch von den einzelnen Delegationen der Königshäuser, wo einmal im Grunde alle Wege nochmal abgegangen werden, wo die sich an dem Abend aufhalten, mit Sicherheitspersonal kommt, eben einmal schaut, okay, Hotel, Turnierplatz, der Weg dazwischen, wie ist dann so ein Weg zwischen Champions Circle ins Stadion, das wird einmal sehr, sehr gut vorbesprochen, die Abläufe sind eben sehr, sehr minutiös, dann wann ist Ankunft auf dem Turniergelände, wer nimmt denjenigen in Empfang und das war an dem Dienstag natürlich tatsächlich durch die Durch die Vielzahl der Personen, die dänische Königin war da insofern ein bisschen, nicht außen vor, aber anders gelagert, weil sie immer gesagt hat, es ist ein privater Besuch. Das durften wir auch vorher gar nicht kommunizieren und sie im Grunde auch kaum protokollarische Betreuung in Anspruch nehmen wollte. Sie hat gesagt, ich möchte einfach privat da sein, ich war mit zwei Freundinnen hier. Das war dann fast unkompliziert und bei den anderen aber eben entsprechend. Von der Ankunft bis dann zum Auftritt in der Öffnungsfeier, alles sehr minutiös durchgeplant. Alle sehr, sehr nah am Sport. Das heißt, alle hatten auch den Wunsch, die Mannschaften zu besuchen, waren alle im Stall. Amalia hat die niederländischen Teams besucht. Mary war bei den Dänen, bei den Australiern. Und das bedarf natürlich dann wieder viel Abstimmung mit den Stewards. Die hatten dann auch wieder einen großen Tross an Sicherheitspersonal, eigenes Presseteam dabei. Die kannst du natürlich dann nicht auch einfach mal in den Stall laufen lassen, sondern da... Frank Kempfermann ist unser royaler Experte, der übernimmt dann meistens die Führung und hat dann insbesondere natürlich seine niederländische Kronprinzessin an dem Tag begleitet bei ihrem Besuch. Und das ist schon ein großes Unterfangen. Und darüber hinaus natürlich haben wir einen Sicherheitskoordinator, der dann die Abstimmung mit der Polizei, also wir geben eigentlich jeden Tag entsprechende Informationen, wer hält sich heute auf dem Turnier geländer ein und dann macht die Polizei auf und dann macht die Polizei auch nochmal eine eigene Sicherheitseinschätzung, wer da wie schützenswert ist. Aber das bedarf insbesondere einfach einer guten Kommunikation und einer engen Abstimmung zwischen allen Beteiligten und den Behörden.
[SPEAKER 2]
[00:28:14-00:28:50]
Jan sprach es eben an, die IOC-Präsidentin Kirstie Coventry war auch vor Ort und hat sich danach begeistert gezeigt in der Presse. Wir haben auch hier im Podcast immer wieder darüber gesprochen, was das für den olympischen Status des... Reitsports potenziell heißt. Aus deiner Erfahrung heraus, auch als Veranstalterin, wie wichtig war es, eine solche Weltmeisterschaft mit einer solchen Stimmung, auch einer solchen sportlichen Performance, dann auch einmal einer IOC-Präsidentin live zu zeigen, um diesen olympischen Status, den sich ja viele Pferdesportfans wünschen, um den auch abzusichern?
[SPEAKER 4]
[00:28:51-00:29:52]
Ich glaube, dass das schon sehr, sehr wichtig ist. Wir wissen, dass der Reitsport immer ein wenig, ich will nicht sagen unter Beobachtung steht, aber sicherlich sich bei den Sportarten, die olympisch sind, vielleicht eher im unteren Bereich bewegt, dessen, wie sicher der Status perspektivisch ist, aufgrund verschiedenster Fragestellungen, verschiedenster Herausforderungen. Und ich glaube, da ist es sehr, sehr, sehr wichtig. Zu zeigen, wie gesund der Sport ist, wie gut er funktioniert hat, wie viel Atmosphäre hier geherrscht hat in den Stadien. Und ich hatte, ich habe sie nicht persönlich getroffen, aber auch nachher das Interview gesehen und habe von den Personen, die sie an dem Tag begleitet haben, schon auch vernommen, wie euphorisch sie war. Und ich glaube, da haben wir eine sehr, sehr gute Visitenkarte. Abgegeben mit dem Sport und sind wir natürlich froh. Und sie hat ja gesagt, sie möchte gerne wiederkommen und ich glaube, das ist ja auch ein gutes Zeichen.
[SPEAKER 3]
[00:29:53-00:30:00]
Was war denn dein persönlicher absoluter Lieblingsmoment? Ausgenommen, dass du deine Brille...
[SPEAKER 5]
[00:30:00-00:30:01]
wiedergefunden hast, wie ich feststelle.
[SPEAKER 4]
[00:30:02-00:31:43]
Ich habe sie nicht wiedergefunden. Das ist eine 99-Cent-DM-Brille, damit ich euch überhaupt sehen kann von der Kasse. Die Brille ist weiterhin verschwunden. Aber ich musste irgendwie durch die zweite WM-Woche kommen. Ja, der Verlust der Brille ist jetzt nicht mein Highlight gewesen, aber ist wahrscheinlich an dem Abend entstanden, wo schon ein großes... Es ist total schwierig, ehrlich. Ich habe so viele tolle Momente erlebt in diesen zwei Wochen, habe das auch so... Genießen können. Aber der Samstag der ersten Woche, das war schon ein besonderer Tag. Also in seiner Gänze wirklich tagsüber mit der Vielseitigkeit draußen im Gelände. Schon mit einer, ja das wisst ihr auch, das ist für uns natürlich ein sehr, sehr wichtiger Tag, an dem wirklich nichts schief gehen darf. Sportlich herausfordernd ist, der aber auch logistisch herausfordernd ist. Du hast alle Zuschauer, die dann draußen von der Geländestrecke zurück aufs Turniergelände gehen. Du hast die Dressur-Zuschauer, die kommen. Das ist auch sicherheitstechnisch alles wirklich an dem Tag. Nicht trivial, dann abends die Kür und ich glaube, was da passiert ist von der Stimmung und wie dort geritten wurde, das war einfach vom anderen Stern. Und in Summe dieser ganzen Ereignisse des Tages, Diese mega Anspannung, aber abends dann einfach zu sehen, wie das aufgegangen ist an dem Tag, würde ich den, auch wenn ich es fast ungern tue, einen rauszunehmen. Aber muss ich doch für mich sagen, das war schon der Tag aller Tage.
[SPEAKER 2]
[00:31:44-00:32:05]
Dann wünschen wir dir und deinem Team jetzt gute Erholung in den kommenden Tagen. Ich glaube, es ist noch ein bisschen Arbeit aufzuräumen und das Gelände wieder so in den Zustand zu versetzen, wie ihr es sonst kennt. Aber Gratulation an dich, an dein Team. Ich glaube, eine viel bessere Visitenkarte für den Pferdesport hätte es nicht geben können. Und ja, weiterhin alles Gute.
[SPEAKER 4]
[00:32:05-00:32:10]
Vielen lieben Dank, das gebe ich gerne an die Mannschaft weiter. Danke euch, bis bald. Ciao, tschüss.
[SPEAKER 2]
[00:32:10-00:32:10]
Ciao.
[SPEAKER 3]
[00:32:10-00:32:11]
Ciao.
[SPEAKER 2]
[00:32:11-00:32:33]
Ja Jan, man muss sagen, Birgit Rosenberg und ihr Team ist schon eine beeindruckende Leistung. Das ist ja nicht nur die Vorfeld der Weltmeisterschaft, das ganze BID, also das Bewährungsverfahren geht ja drei bis vier Jahre vorher los für einen solchen Zyklus. Natürlich ist Aachen das Wimbledon oder wir haben es auch das Wembley des Reitens genannt, aber es ist schon eine gewaltige Leistung.
[SPEAKER 3]
[00:32:34-00:34:14]
Ja, also ich meine Aachen, das ist ein Unternehmen, das ist weltweit einzigartig. Und Birgit Rosenberg, finde ich, ist da auch nochmal einzigartig, weil die ja quasi CEO ist oder wie sie sich jetzt ganz genau auf ihrer Visitenkarte schimpft, sei dahingestellt. Also auf jeden Fall eine, die da einen ziemlich großen Hut auf hat und trotzdem ja noch total menschlich da ist und das super hinkriegt und das motiviert wahrscheinlich auch so ein gesamtes Team. Das Ganze hat ja auch nur funktioniert, weil da ja wirklich, ich habe mal eine Zahl von annähernd 1000 Freiwilligen auch sich über die Zeit engagiert haben. Ich fand es besonders bemerkenswert, dass Harry Charles, der ja, wir haben darüber gesprochen, die kleine Aufholüberraschung im Einzelspringen dann war, dass der bei der Weltmeisterschafts-PK, also Pressekonferenz nach der Mannschaftsmedaille, gesagt hat, also wenn es nach ihm ginge, könnte man doch immer in Aachen Weltmeisterschaften machen. Das gab ein großes Gelächter, das gab Applaus und das wurde viel zitiert. Und das war so der Moment, wo ich dachte, ja, Tönnies, du bist jetzt nicht mehr der Jüngste, weil das haben nämlich die Reiter 2006 in der Abschlusspressekonferenz auch genauso gesagt. Da weiß ich nicht mehr, wer es war, aber da kam es auch, können wir das nicht eigentlich immer in Aachen machen? Also das ist gut. Und Stichwort Harry Charles, das fand ich ja super. Ich glaube, da haben wir noch gar nicht drüber gesprochen. Weißt du, dass er überlegt hatte, ob er überhaupt am Einzelfinale, für das er ja qualifiziert war, reiten sollte oder nicht? Und weißt du, warum er geritten ist?
[SPEAKER 2]
[00:34:14-00:34:17]
Nee, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt für ihn. Es war eine gute Entscheidung.
[SPEAKER 3]
[00:34:17-00:34:19]
Es war nicht seine Entscheidung. Er hat Chat-GPT gefragt.
[SPEAKER 2]
[00:34:20-00:34:20]
Quatsch.
[SPEAKER 3]
[00:34:20-00:34:43]
Der hat wirklich gesagt, sag mal hier, guck mal, ich bin, ich weiß nicht, ja doch, der hat ja 7, irgendwas, 7,8 glaube ich, also der lag ja weit hinten, der war unter den Top 25, aber ich glaube, Platz 20, keine Ahnung. Also er war kein Favorit. Und dann hat er wirklich Chat-GPT gefragt und Chat-GPT hat gesagt, weißt du was, guck mal, also guck mal hier und aufsteigende Kurve und dein Pferd und wenn die jetzt zweimal null geht und, und, und, und, und.
[SPEAKER 2]
[00:34:43-00:34:44]
Das ist ja der Wahnsinn.
[SPEAKER 3]
[00:34:44-00:35:12]
Also doch, mach das mal. Das lohnt sich. Also das ist... Auch besonders, denn was KI, was AI alles kann, das haben wir ja bei der Weltmeisterschaft im Fußball schon gesehen, was da für irre Videos waren und so weiter. Aber dass Chat-GPT quasi indirekt verantwortlich ist für die Bronzemedaille. In der Einzelwertung der Weltmeisterschaften 2026 im Springreiten. Das finde ich doch auch wirklich besonders.
[SPEAKER 2]
[00:35:12-00:35:24]
Und er lag ja hinter Richard Vogel, wie beim letzten Mal schon besprochen, der dann zurückfiel. Also es hat sich gelohnt. Vielleicht schließt er jetzt die ChatGPT Pro-Mitgliedschaft deswegen ab.
[SPEAKER 3]
[00:35:24-00:35:26]
Ja, und Richie kann ja mal Claude fragen.
[SPEAKER 2]
[00:35:27-00:35:35]
Genau, vielleicht war einfach Richie von der falschen KI beraten. Vielleicht hätte der Claude oder Gemini, hätte er mal Chat-GPT verwendet, wäre die Taktik anders aufgegangen.
[SPEAKER 3]
[00:35:36-00:35:38]
Aber ich hätte auch eher Claude gefragt, glaube ich. Egal.
[SPEAKER 2]
[00:35:39-00:35:59]
Ja, ich auch. Ich auch. Aber ich mag halt auch kein Chat-GPT. Gut, das ist ein anderes Thema. Ich habe aber gestern, lieber Jan, die KI befragt und unser Tippspiel auswerten lassen. Und da kommt es zu folgendem Votum. So, das kannst du da ein bisschen straffen.
[SPEAKER 3]
[00:35:59-00:36:03]
Ja, ja. Ja, ja, ich höre schon die Freude in deiner Stimme.
[SPEAKER 2]
[00:36:03-00:36:26]
Nein, nein, nein, ich bin ja da ganz neutral. Warte, ich musste einfach nur das einfach rausholen. Also, wir haben ja getippt, es gab insgesamt 21 Tippplätze, also 21 Medaillen. Es gibt drei Punkte für den richtigen Namen auf dem richtigen Platz und ein Punkt, wenn man den richtigen Namen fürs Podium getippt hat, aber auf dem falschen Platz und null Punkte logischerweise, wenn du halt falsch bist.
[SPEAKER 3]
[00:36:27-00:36:30]
Und wenn man halt Holland im Mannschaftsfinale sehen will.
[SPEAKER 2]
[00:36:31-00:37:24]
Genau, wenn man so wie ich Holland im Mannschaftsfinale sehen will, die ja nicht mal eingezogen sind. Also, insgesamt geht das Tippspiel 34 zu 36 für mich aus. Also, du hast 34 Punkte, ich habe 36 Punkte. Du hattest die meisten richtigen Namen auf dem Podium. Exakt getroffen habe ich mit 52 Prozent ein bisschen besser. Und am Ende ist dann diese Wertung rausgekommen. Und du hattest sogar in der Dressur-Cure das komplette Podium. Chapeau. Lottie Fry, Laudob Dufour, Isabelle Wert. Und bei mir war es die Vielfältigkeit einzeln, wovon ich wirklich am Abstand am wenigsten Ahnung habe. Da habe ich Michael Jung, Ross Cantor, Laura Collette.
[SPEAKER 3]
[00:37:24-00:37:27]
Tja, mein Lieber, was sage ich da? Glück muss man können.
[SPEAKER 2]
[00:37:27-00:37:47]
Glück muss man können, wie wir gelernt haben. Genau. Also ich würde es vielleicht zusammenfassen unter ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn. Das könnt ihr aber auch selber nachlesen. Wir haben eine kleine Landingpage gebaut. Da findet ihr nochmal alle Folgen und ihr findet auch die Auswertung von dem Tippspiel. Wer sich dafür interessiert, kann da gerne mal reinschauen.
[SPEAKER 3]
[00:37:47-00:37:50]
Ist da auch glaskugel.de verlinkt? Ich weiß gar nicht, gibt es das?
[SPEAKER 2]
[00:37:50-00:37:56]
Ja, glaskugel.de ist der Name unseres neuen Podcasts. Der kommt dann bald.
[SPEAKER 3]
[00:37:57-00:38:04]
Ah ja, okay, okay, okay. Also glaskugel.de ging sofort rund am nächsten Tag im Pressezentrum. Wurde ich mehrfach darauf angesprochen.
[SPEAKER 2]
[00:38:05-00:38:18]
Ja, aber ich kann dir empfehlen, häufiger mal Glasscool.de anzuschmeißen. Das hat mir ja zwei Punkte gegenüber dich, das hat es wahrscheinlich aufgeholt. Gut, also soviel zum Thema Tippspiel. Dann, Jan, hoffe ich, dass du schon deinen Koffer gepackt hast.
[SPEAKER 3]
[00:38:18-00:38:20]
Ich packe in meinen Koffer.
[SPEAKER 2]
[00:38:20-00:38:25]
Ich packe in meinen Koffer eine Unterhose, eine lange Hose, ein T-Shirt.
[SPEAKER 3]
[00:38:25-00:38:30]
Ich täte ein paar mehr Unterhosen rein, aber da hat ja jeder seine eigenen Präferenzen. Wo geht es denn hin?
[SPEAKER 2]
[00:38:30-00:38:33]
Naja, wir fliegen ja für eine Nacht nach Yorkshire.
[SPEAKER 3]
[00:38:33-00:38:37]
Ach so, ja, stimmt. Darts spielen.
[SPEAKER 2]
[00:38:37-00:39:08]
Ich darf nochmal erinnern, es wird weiterhin nach einem Termin gefahren mit unserer Freundin Becky Moody, die britische Dressurratterin. Der Flughafen ist Leeds-Bradford, da haben wir schon die Verbindung rausgesucht. Ryanair fliegt, das heißt, wir können da so für einen schmalen Taler hinfliegen. Und wann genau, das werden wir euch noch wissen lassen, wird auf Social Media dann begleitet. Dann geht es nach Yorkshire und... Das habe ich allerdings schon mit der Chefin des Events, wo wir da hingehen, besprochen. Wir werden das Bier zapfen auf Katharina Hemmers Meisterfeier.
[SPEAKER 3]
[00:39:09-00:39:12]
Hat die nicht schon stattgefunden? Da habe ich auf Social Media doch schon irgendwas gesehen.
[SPEAKER 2]
[00:39:12-00:39:17]
Nee, das war nur das Ankommen. Es wird noch eine große, dicke Feier geben. Kannst du Bier zapfen?
[SPEAKER 3]
[00:39:17-00:39:22]
Bier zapfen gehört zu den handwerklichen Tätigkeiten, die gerade noch in meiner Range sind, ja.
[SPEAKER 2]
[00:39:22-00:39:47]
Okay, gut. Also du kannst ansonsten zu Hause ein bisschen üben. Wir werden auf dem Bierwagen stehen bei Katharina Hemmer. Auch das werdet ihr ganz genau noch mitbekommen. Ja, lieber Jan, was bleibt von der Weltmeisterschaft? Wir wollen jetzt eine kleine Predictions-Runde machen, wo jeder von uns beiden zwei Thesen mitgebracht hat, die vielleicht aus dieser Weltmeisterschaft rausgekommen sind. Und möchtest du beginnen oder soll ich anfangen?
[SPEAKER 3]
[00:39:47-00:41:01]
Wir können ja immer abwechselnd machen. Also ich fange gerne an. Meine erste Prediction wäre, Predictions dürfen ja, also die sollten ja schon irgendwie durchdacht sein, aber sie dürfen ja auch mal ein bisschen Hoffnung mit dabei haben, glaube ich. Meine Prediction wäre, auf jeden Fall hat... Diese Weltmeisterschaft und die Bilder, die von ihr aus in die Welt gegangen sind, ganz, hoffentlich ganz maßgeblich dazu beigetragen, dass wir die Diskussion, ob der Reitsport eine olympische Zukunft auch über die Spiele von Los Angeles hinaus hat, vielleicht ein bisschen abebben wird. Wir hatten, wie gesagt, ja die IOC-Präsidentin Kirstie Coventry da und die hat sich sehr positiv geäußert. Und die Bilder waren auch so positiv. Und vor allen Dingen, das finde ich so wichtig, sie war an dem Vielseitigkeitstag da. Und die Vielseitigkeit ist halt einfach vom Aufwand, der Übertragung und so weiter. Also das ist eine der aufwendigsten Sportarten im olympischen Programm. Von der Technik her und diese Begeisterung, 35.000 Leute, die Polizei sagt, hier kommt keiner mehr aufs Gelände, es wird sonst zu viel. Das sind Argumente, die gesehen werden. Prediction 1.
[SPEAKER 2]
[00:41:01-00:42:28]
Prediction 1. Damit bleibt der Sport olympisch. Prediction 2 kommt von mir. Ich sage Aachen. War die endgültige Wegmarke für die Dressurreiter, den Generationenwechsel einzuleiten. Wir haben mit Katharina Hemmer und Raphael Nett zwei Reiter gesehen, die debütiert haben in der Weltmeisterschaftsmannschaft und herausragende Leistungen jeweils ihr Personal Best gezeigt haben. Und insbesondere Katharina Hemmer traue ich zu, in den nächsten Jahren die deutsche Topreiterin zu sein. Die hat auch einiges noch an Pferden hinten dran. Also die ist jetzt bei weitem nicht so, dass sie sagt, den Noir und danach kommt nichts mehr, sondern die planen das Ganze sehr minutiös und haben auch einen klaren Plan. Und ich glaube, wir haben damit auch den Anfang vom Ende der Ära Isabel Wert gesehen, die sich verdient gemacht hat um diesen Sport wie keine zweite, die die Lebende liegt. Wir haben ja über Steve Gerdar schon gesprochen, lebende Legende im Springsport. Ich glaube, Isabel Wert ist sogar fast noch eine Schublade höher aufgrund dieser Konstanz über Jahrzehnte und was sie auch für den Sport gebracht hat und wie sie den Sport aufs nächste Level gehoben hat. Aber trotzdem haben wir die endgültige Ziellinie dieser Ära gesehen. Und deswegen ist meine Prediction 2, das ist jetzt der endgültige Generationenwechsel in der Dressur.
[SPEAKER 3]
[00:42:28-00:43:35]
Okay, Prediction Nummer 3, da muss ich jetzt ein bisschen überlegen, weil ich tatsächlich auch ein bisschen im Dressurbereich so grob in deine Richtung unterwegs gewesen wäre. Prediction Nummer 3 ist... Der Ruf nach noch besserem Richten. Und damit will ich nicht sagen, dass er schlecht gerichtet worden ist, aber nach vielleicht noch objektivierbareren Kriterien, vielleicht auch nach neuen Aufgaben. Mit anderen Inhalten, da wird ja diskutiert im Grand Prix, was ja auch in einigen Aufgaben in einigen Ländern schon ist, die Zügel aus der Hand kauen lassen drin zu haben. Also dass da noch mehr Sensibilität für Losgelassenheit und für die klassische Ausbildungsskala in irgendeiner Weise etabliert ist. Ist es ja, also, dass dann nochmal ein Feintuning stattfindet, dass dann Umdenken oder ein Weiterdenken, Weiterdenken, Umdenken muss man nicht, ein Weiterdenken stattfindet, ist Jetzt ein bisschen komisch formuliert, aber das ist so ein Bauchgefühl. Ich kriege es noch nicht besser formuliert, aber ich glaube, du weißt, was ich meine.
[SPEAKER 2]
[00:43:35-00:44:08]
Und ich glaube, dass die Antwort darauf nicht ist, den achten und neunten Richter um den Platz zu positionieren, was ja bisher immer die Antwort auf diese Frage war, komm, wir machen noch Supervisory Board, komm, wir machen noch weitere Positionen, sondern es muss, wie du beschrieben hast, ein Umdenken geben. Du spielst ja ganz konkrete Situationen im Grand Prix Special an, wo ja auch einige Katharina Hemmer über... Katrin Laudot de Four gesehen haben, weil Laudot de Four mit Fehlern, Katharina Hemmer nicht. Das wird auf jeden Fall eine Diskussion sein, die ongoing ist.
[SPEAKER 3]
[00:44:08-00:45:46]
Ja, ja, ja, da muss ich ein bisschen reingehen. Also gerade bei den beiden, es geht mir wirklich um das Gerittensein, um das wirklich losgelassene Pferd. Also unterm Strich haben wir bei den Paradrassuren mehr prozentual, mehr losgelassene Pferde gesehen, die wirklich über den Rücken arbeiten als im Grand Prix, auch in der Spitzengruppe. Das ist einfach so schlecht abzubilden. Wenn du wirklich so ein Grand Prix mal gerichtet hast, gibt ja Spectator Judging oder sonst wie was, ja, dann hast du halt irgendwie immer nur von Punkt, wie auch immer, bis zum nächsten Punkt, dann hast du die Lektion, dann hast du Kriterien und irgendwie bleibt ja manchmal doch dieses so... Ja, dieses wirklich so, geht nicht ganz über den Rücken, ja, dann gehe ich da eine halbe Note runter und ich, ne, so dieser Punkt. Also ich rede jetzt auch nicht für AI, da gibt es ja viele Überlegungen. KI einzusetzen im Ressortsport. Man soll sich nichts gegenüber verschließen, aber ich glaube jetzt nicht, dass wir einen KI-Richter brauchen, der irgendwie 50 Prozent gibt und dann drei Richter an welchen Positionen auch immer, die die anderen 50 Prozent machen. Das glaube ich nicht. Aber diese Sensibilität für das wirklich ehrlich... Von hinten nach vorne über den Rücken in die weiche, geschmeidige Anlehnung arbeitende Pferd. Die wird momentan nicht ausreichend abgebildet und ich glaube, das hat man bemerkt bei aller Begeisterung bei der Kür und so weiter und so fort, aber Da, und das ist natürlich genau, wo du sagst, das ist natürlich für so eine Katta Helmer, aber auch für Katrin Lauter, die würden davon ja nur profitieren.
[SPEAKER 2]
[00:45:46-00:46:10]
Und meine Prediction Nummer 4, die zielt auf das Thema Reichweite und welche Wirkung eigentlich der Pferdesport in der Gesellschaft haben kann. Meine These ist, dass die WM 2030, wo auch immer sie stattfinden wird, es gibt verschiedene potenzielle Contender, wo es hingehen könnte, haben wir auch schon hier in den Podcasts besprochen. Ich glaube, dass die WM 2030 auf YouTube übertragen wird.
[SPEAKER 3]
[00:46:10-00:46:11]
Oh.
[SPEAKER 2]
[00:46:11-00:47:47]
Sie wird deswegen auf YouTube übertragen, weil die Begeisterung übersetzt sich zu wenig in die breite Gesellschaft. Und das liegt vor allen Dingen auch daran, dass die Abhängigkeit zu den Fernsehanstalten, die derzeit die Rechte haben, beziehungsweise über Übertragung machen, zu großes. Und wäre ich in verantwortlicher Position bei der FI, würde ich mich extrem dafür einsetzen, weil es unglaublich viele schöne Momente in der WM gibt, die brauchen Reichweite. Und die Reichweite befindet sich nicht mehr im linearen Fernsehen, die befindet sich in vielen anderen traditionellen Kanälen auch nicht mehr, sondern auf YouTube. Ich saß nämlich... Auf einem Nachbarschaftsgrillen die Tage, bei uns in der Nachbarschaft in Hamburg, Und da habe ich gesagt, du, ich komme gerade aus Aachen, da war Weltmeisterschaft und da war jemand, der sagt, das ist ja total spannend, habe ich sonst immer verfolgt. Ich habe das nirgendwo gesehen. Und das ist etwas, was wir uns im Pferdesport nicht leisten können. Wenn wir volle Stadien haben, wenn wir diese Begeisterung haben, dann müssen wir es stärker in die Mitte der Gesellschaft reinbringen. Ich glaube, das ist auch etwas, was auch ein Learning sein wird aus dieser Weltmeisterschaft, dass... In den Mainstream-Medien wir mehr hätten stattfinden können. Und indem ich auf YouTube ziehe, ziehe ich da in die App, die 60, 70, 80 Prozent der Menschen auf dem Handy haben und wahrscheinlich mindestens die Hälfte davon jeden Tag auf hat, das, glaube ich, wäre ein Riesengewinn für den Pferdesport.
[SPEAKER 3]
[00:47:47-00:48:53]
Das ist eine interessante These. Tatsächlich habe ich mich... Mit einem sehr weit oben in der Hierarchie von Clip My Horse angesiedelten Menschen noch unterhalten am Finaltag. Und der sagte tatsächlich, in Social Media. Ich glaube, also natürlich ist ja YouTube auch Social Media, aber ich glaube, er bezog das vor allen Dingen auf die Aktivitäten Instagram und TikTok. Hatten die 100 Millionen Kontakte. Also das ist schon, da ist schon Reichweite generiert, aber... Da muss man natürlich dann auch gucken, du hast die TV-Rechte angesprochen, ja, finde ich auch ein Thema, öffentlich-rechtliches Fernsehen oder auch privat, also klar, es wird gestreamt, es wird aber, oder andersrum, die Verfügbarkeit, klar, über YouTube wäre sie gegeben, aber das ist natürlich eine Frage der Finanzierung, also diese TV-Rechte sind natürlich für so ein... Gesamtes Paket, das da heißt Weltmeisterschaften in so vielen Disziplinen, auch ein finanzieller Faktor, der dann in irgendeiner Weise kompensiert werden müsste, weil ich glaube nicht, dass YouTube zahlt.
[SPEAKER 2]
[00:48:53-00:49:56]
100 Prozent. Also ich sage nicht, dass es einfach ist. Und ich glaube auch, dass es von der rechten Lage extrem komplex ist. Aber wenn ich die Verantwortung tragen würde für das Produkt und würde sagen, wie können wir das Produkt aufs nächste Level heben, muss ich einfach dahin gehen, wo die Reichweite ist und wo der Traffic sich abspielt. Und klar hast du die über 100 Millionen Social Media Views angesprochen oder Kontakte. Da werden natürlich auch viele doppelt gezählt. Es sind ja keine 100 Millionen Menschen. Sondern das ist natürlich mega, aber trotzdem, wenn ich es mir wirklich angucke, gucken will vom Fernseher oder von meinem Handy, brauche ich einen besseren Ort, wo das stattfindet. Da kann trotzdem unser Intro-Sprecher Sosti ja trotzdem kommentieren, aber ich glaube, wir müssen an diesem Reichweiten-Thema und vor allen Dingen an den Clips arbeiten, dass du quasi rausklippen kannst, direkt für Social Media es verwenden kannst. Vorbild würde ich sagen, ist eine NFL, ist eine NBA, die machen das Weltklasse. Und an denen sollten wir uns orientieren.
[SPEAKER 3]
[00:49:56-00:50:40]
Okay. Ja, finde ich sehr, sehr spannend. Vielleicht solltest du mal irgendwie in Lausanne vorstellig werden, beim Weltverband, bei der FEI, im Media House. Die haben ja auch viel, viel umgestellt in Sachen Kommunikation. Tatsächlich der neue Director für Communication und Marketing, der kommt auch nicht aus dem Reitsport. François Ragnol ist einer, der ganz groß eingestiegen war im Rugby, also in der Vermarktung von Rugby in Frankreich. Und da ist Rugby ein richtig großes Thema. Also der ist da vielleicht sogar offen oder was heißt, der ist bestimmt offen. Das ist ein ganz offener Mensch, der hört gut zu, wenn es um... Ideen gibt, wie man Sachen nach vorne bringen kann.
[SPEAKER 2]
[00:50:40-00:50:50]
Ich habe da eine mega Idee. Wir machen einfach einen Stammtisch auf im Pub in Sheffield in der Stammkneipe von Becky Moody. Da laden wir alle ein und da besprechen wir die Themen.
[SPEAKER 3]
[00:50:50-00:51:00]
Genau. Und die Feinabstimmung dann morgens um fünf an der Theke beziehungsweise am Bierwagen, wenn wir dann das letzte Bierfass ein bisschen kippen, damit wir da irgendwie... Genau.
[SPEAKER 2]
[00:51:01-00:51:31]
Der Kata-Hämmer. Ja, genau. Das ist gebongt, würde ich sagen. Da treffen wir uns. Ja, lieber Jan, unsere gemeinsame Reise endet hier. Es war mir ein Fest. Es hat wirklich unglaublich viel Spaß gemacht mit dir zusammen. Und wir hoffen auch, dass wir euch mitnehmen konnten durch diese 13 Tage und euch vor allen Dingen auch die Dinge ein bisschen aufzeigen, die vielleicht zwischen den... Linien zu erkennen sind und zwischen den Zeilen. Und ich kann nur Danke sagen an dich und an euch.
[SPEAKER 3]
[00:51:31-00:52:09]
Ja, vielen Dank auch dir. Vielen Dank. Du hattest ja die gute Idee. Das muss man ja ganz klar sagen. Du hast mich angerufen und toll. Und tatsächlich muss ich sagen, wenn du sagst, es war mir ein Fest, es hat mir auch irre Spaß gemacht. Es war natürlich eng, in den gesamten Zeitplan reinzutun. So viel Eigenwerbung möchte ich am Ende noch platzieren. Was wirklich toll war für mich das Fest, als ich dann irgendwie nachts oder frühmorgens aus Aachen zurück war, da habe ich einmal verstohlen noch Weltmeisterschaft Aachen, nein, Weltmeister Aachen gegoogelt und da stand Equipages vor dem ZDF. Vor dem WDR als erste Meldung.
[SPEAKER 2]
[00:52:09-00:52:09]
Yes!
[SPEAKER 3]
[00:52:09-00:52:42]
Und zwar in einem nicht von mir verseuchten Kanal, sondern absolut neutral. Insofern vielen Dank, dass du mit deiner guten Idee und unserem gemeinsamen Podcast Equipages dann auch noch mal ein bisschen geholfen hast. Ich glaube oder hoffe, dass wir mit unserer Kompetenz, also ich habe ja auch viel Schlaues geschnackt, was dann auch auf Dominik Wermanns Mist meiner Kolleginnen und Partnerinnen bei Equipages gewachsen ist. Ja, und insofern nächstes Jahr Europameisterschaften. Ware, Gem in Belgien, Springen. Ich glaube, Avance in der Schweiz haben wir Vielseitigkeit. Mal gucken.
[SPEAKER 2]
[00:52:42-00:52:51]
Wir kaufen uns einen Camper, Jan. Wir kaufen uns einen Camper und fahren dann zusammen. Oder erstmal mieten wir einen. Aber wir fahren durch Europa und fahren diese ganzen Spots alle ab.
[SPEAKER 3]
[00:52:51-00:52:55]
Genau. Und hinten klappen wir dann auf und haben wir gleich so eine Theke, dass wir dann auch immer Bier zapfen können.
[SPEAKER 2]
[00:52:55-00:53:28]
Genau. Übrigens an dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an das Team im Hintergrund, nämlich Olivia Herrmann, die das Ganze geschnitten hat. Ihr müsst euch vorstellen, wir haben diese Folgen nachts produziert. Olivia hat dann zwischen 1 und 3 Uhr nachts geschnitten. Deswegen danke, liebe Olivia. Danke, liebe Carolina Hofmann, die das Ganze social media mäßig begleitet hat. Ihr habt wirklich einen Megajob gemacht. Ohne euch wäre das Ganze auf jeden Fall nicht möglich gewesen. Jan, zu deinem Newsletter kann ich mich trotzdem noch anmelden, oder? Ist ja jetzt nicht der Roller runtergelassen, sondern ihr habt noch ein paar Plätze frei.
[SPEAKER 3]
[00:53:28-00:53:36]
Da hören wir jeden Montag wissen, was Sache ist. Aber natürlich, equi-pages.de ist auf der Startseite unten nicht zu übersehen, der Anmeldebutton.
[SPEAKER 2]
[00:53:36-00:53:40]
Genau, Link auch in den Shownotes. Danke lieber Jan und wir hören und sehen uns. Ciao, ciao.
[SPEAKER 3]
[00:53:40-00:53:42]
Alles klar. Ciao.





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