#Interview mit Dressurreiterin Charlott Maria Schürmann: Erste DM-Medaille und der große Traum von LA
Bronze bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren – es ist der größte Erfolg von Charlott Maria Schürmanns bisheriger Karriere. Nur wenige Stunden später sitzt sie mit Christian im Podcast.
Im Gespräch mit Christian spricht sie über ihren Weg vom Ponysport über die ihre Erfolge bei den Jungen Reitern bis in den Grand-Prix-Sport und darüber, was sie in all diesen Jahren über Pferdeausbildung gelernt hat. Für Charlott bedeutet gutes Ausbilden vor allem eines: dem Pferd zuhören, Zeit geben und immer das Beste aus jedem einzelnen Tier herausholen.
Außerdem spricht sie über das, was noch kommen soll: Die Weltmeisterschaft in Aachen und der große Traum: Olympia 2028 in Los Angeles. In Balve hat sie mit Dantes Pearl gezeigt, dass dieser Traum nicht unerreichbar ist.
Podcast Transkript
Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.
[SPEAKER 1]
[00:00:01-00:00:11]
Heute zu Gast die frischgebackene Medaillienträgerin bei deutschen Meisterschaften, die damit ihren größten Karriereerfolg bisher feierte, Charlotte Maria Schürmann.
[SPEAKER 2]
[00:00:15-00:00:25]
Mein Traum ist auf jeden Fall L.A. Ich meine, das war immer mein Kindheitstraum. Und jetzt ist es mit diesem Pferd, wenn alles gesund bleibt, ist es nicht unerreichbar.
[SPEAKER 3]
[00:00:27-00:00:43]
Herzlich willkommen zum WeHors Podcast. Heute mit Christian Kröber. WeHors ist deine Lernplattform, auf der du täglich Inspirationen, Trainingstipps und das Wissen der besten Trainer bekommst, um gemeinsam mit deinem Pferd jeden Tag besser zu werden.
[SPEAKER 1]
[00:00:47-00:01:53]
Eine der Überraschungen im deutschen und internationalen Dressursport der vergangenen Monate ist das Paar Dantes Pearl OLD und Charlotte Maria Schürmann. Sie gewann am vergangenen Wochenende bei den deutschen Meisterschaften im Dressurreiten in Balve erstmalig Edelmetall und ist somit eine absolute Kandidatin für das deutsche Team für die anstehenden Weltmeisterschaften in Aachen. Charlotte selber ist im Dressursport überhaupt kein unbeschriebenes Blatt. Sie ist seit vielen Jahren im nationalen und internationalen Dressursport und kommt aus der Nähe Osnabrücks. Inzwischen hat man aber das Gefühl, dass sie wirklich vor einem größeren Durchbruch in die internationale Weltspitze steht. Sie hat unter anderem einen enormen Satz in der Weltrangliste gemacht und ist als 18. Inzwischen unter den Top 20 der Welt angekommen. Charlotte und ich haben sogar eine gemeinsame reiterliche Vergangenheit. Dazu später mehr. Wir steigen ein in den Podcast mit Charlotte Maria Schürmann. Viel Spaß! Hallo Charlotte.
[SPEAKER 2]
[00:01:53-00:01:54]
Hallo Christian.
[SPEAKER 1]
[00:01:54-00:01:56]
Schön, dass du da bist im Podcast.
[SPEAKER 2]
[00:01:56-00:01:58]
Ja, vielen Dank, dass du mich eingeladen hast.
[SPEAKER 1]
[00:01:58-00:02:07]
Wir treffen uns wenige Stunden, man könnte auch fast sagen Minuten, nach deinem größten bisherigen Karriereerfolg.
[SPEAKER 2]
[00:02:08-00:02:08]
Das ist richtig.
[SPEAKER 1]
[00:02:09-00:02:12]
Den Gewinn einer Medaille auf deutschen Meisterschaften.
[SPEAKER 2]
[00:02:12-00:02:14]
Ja. Bei den Senioren.
[SPEAKER 1]
[00:02:14-00:02:16]
Bei den Senioren, das muss man dazu sagen.
[SPEAKER 2]
[00:02:16-00:02:16]
Ja, genau.
[SPEAKER 1]
[00:02:16-00:02:18]
Also bei den Großen.
[SPEAKER 2]
[00:02:18-00:02:18]
Bei den Großen, ja.
[SPEAKER 1]
[00:02:19-00:02:19]
Bei den Großen.
[SPEAKER 2]
[00:02:19-00:02:20]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:02:20-00:02:21]
Kannst du das schon realisieren?
[SPEAKER 2]
[00:02:22-00:02:41]
Ich glaube, das kommt noch. Es ist ziemlich viel heute, aber es ist überwältigend. Ich hatte schon hohe Erwartungen an dieses Turnier, an mich selbst und an mein Pferd, aber dass es jetzt da auch so geglückt ist und das alles so geklappt hat, war schon durch jetzt mit der Medaille, wo das jetzt nochmal extra belohnt. Ich bin mega happy.
[SPEAKER 1]
[00:02:42-00:02:56]
Wenn deine Erwartungen hoch sind, was waren denn deine Erwartungen? Also du bist ja eine Person, wir kennen uns ja schon lange und wenn ich dich immer so beobachtet habe über die Jahre, habe ich gedacht, du hast schon immer sehr hohe Erwartungen grundsätzlich. Was waren die Erwartungen?
[SPEAKER 2]
[00:02:57-00:03:44]
Naja, das ist ja unsere erste internationale Grand Prix-Saison für Dantes Perlum für mich. Die ist jetzt elf und... Wir sind schlecht gestartet in Lier und haben uns dann jetzt über die Saison echt ganz gut entwickelt. Und München war wirklich unser erster Fünf-Sterne-Start. Und da hat sie wirklich grandios abgeliefert. Und die Erwartung an mich selbst oder an das Pferd war im Grunde, dass wir einfach unsere Leistungen halten. Und das ist ja auch so schwierig dann. Einmal da oben und einmal eine gute Runde reiten ist cool, aber da zu bleiben und das da oben zu verbessern, ist halt umso schwerer. Und deswegen war mein größtes Ziel, dass ich unsere Form aus München jetzt hier mit nach Ballweh nehme. Hat geklappt.
[SPEAKER 1]
[00:03:45-00:04:02]
War das immer mal ein Traum für dich, auf einem Schampionat, ein nationales Schampionat, auf dem wir uns gerade befinden, eine Medaille zu erringen? Du hast ja im Nachwuchsbereich das vielfach schon bewiesen, da bist du ausgestattet mit etlichen Medaillensätzen. Aber jetzt mal auf so einem Schampionat bei den Großen.
[SPEAKER 2]
[00:04:02-00:04:41]
Ja, klar. Also das ist ja, dafür mache ich das ja auch. Dafür reite ich auch jeden Tag. Und es ist natürlich mein Traum, es treibt mich ja auch an. Die Pferde treiben mich an und der Erfolg auch. Und ich bin irgendwie so immer hungrig danach, dass es noch besser und dass ich einfach auch ganz oben ankomme. Und das war immer mein Ziel. Und jetzt habe ich dieses außergewöhnliche Pferd. Und ich wusste, wenn ich es schaffen kann, dann mit diesem Pferd. Und freue mich natürlich jetzt umso mehr, dass ich jetzt, Isabel hat gewonnen, Frederik war das Zweite und dass ich dann da... Als Dritte dann da nebenstehen durfte, war schon cool.
[SPEAKER 1]
[00:04:42-00:05:05]
Und das ja auch in einem besonderen Jahr, denn es sind die Weltmeisterschaften, die sind ja in Deutschland. Nach 20 Jahren kehren die Weltmeisterschaften zurück in die Aachen-Aussœurs. Und ich habe ja heute auch so diese Prüfung hier begleitet und dann redet man natürlich auch viel darüber, okay, Aachen, wer sind denn so die potenziellen Kandidaten? Und ich muss sagen, dein Name... Der fiel immer.
[SPEAKER 2]
[00:05:05-00:05:40]
Ja, ist ja schön. Naja, also ich muss sagen, also ich weiß ja, wie schwer das ist und was alles noch passiert. Zieren kann. Also mein Jahresziel mit Balve habe ich jetzt erstmal erreicht. Das war erstmal mein Ziel. Und was jetzt kommt, ist alles... I-Tüpfelchen. Also alles ist ein Geschenk, was jetzt kommt. Und natürlich ist mein größter, großer Traum, da in Aachen zu starten. Mein größter Traum ist, L.A. Zu reiten. Ist das dein Traum? Definitiv mein Traum, ja. L.A. Ist mein ganz, ganz großes Ziel, ja.
[SPEAKER 1]
[00:05:40-00:05:42]
Also jetzt haben wir 2026 zwei Jahre noch.
[SPEAKER 2]
[00:05:42-00:05:42]
Yeah.
[SPEAKER 1]
[00:05:43-00:05:51]
Was machst du für das Ziel? Also was bedeutet das, dieses Ziel, klar erstmal auszusprechen, aber was hat das für reale Implikationen?
[SPEAKER 2]
[00:05:51-00:06:40]
Wenn man keine Ziele, also man muss ja immer sich Ziele setzen, damit man sich weiter auch verbessern kann und auch irgendwo hinarbeiten kann. Und was machen wir dafür? Jetzt werden wir erstmal die Saison abwarten, wie sich das jetzt alles so entwickelt. Morgen müssen wir in unsere Kür. Das wird auch sehr spannend werden, weil wir reiten das erste Mal. Die ist erst Mittwochmorgen fertig geworden. Das ist eine totale Premiere. Das müssen wir erstmal absolvieren. Und dann wird die Stute ein bisschen Pause kriegen. Und dann werden wir uns auf Hagen konzentrieren. Das ist ja zweite WM-Sichtung. So, und dann sehen wir weiter. Wir müssen einfach unsere Leistung abrufen und wir müssen gut genug sein. Jeder ist halt jeden Tag, wenn die Karten neu gemischt und wenn ein Fehler passiert, ist schlecht. Passiert aber. Und dann...
[SPEAKER 1]
[00:06:40-00:06:47]
Ist ja auch so ein Unforced-Error-Sport. Also es geht ja um... Darum eigentlich nicht, wer ist am besten, sondern wer macht die wenigsten Fehler.
[SPEAKER 2]
[00:06:47-00:07:05]
Ja, am Ende, ja, alle haben ganz, ganz grandiose Pferde. Der Starterfeld jetzt hier in Balve ist so gut wie schon lange nicht mehr. Viele junge Kombinationen und Isabel sowieso. Ich meine, Isabel und Freddy sind ja jetzt hier in diesem Feld die Routinierten.
[SPEAKER 1]
[00:07:05-00:07:07]
Das sind die alten Hasen hier. Die alten Hasen.
[SPEAKER 2]
[00:07:07-00:07:32]
Und dann sind aber wirklich auch ganz viele junge, neue Paare. Und das wird ja auch wieder spannend jetzt, also für alle. Und junge Pferde, junge Paare machen auch Fehler. Und ja, ich glaube, dass wir uns alle da, jeder gönnt wirklich jedem alles, weil wir alle noch so frisch sind im Grand Prix Sport mit diesen Pferden. Ja, macht Spaß.
[SPEAKER 1]
[00:07:33-00:07:42]
Du kommst aus der Nähe von Osnabrück, ein Ort namens Gerde. Und du hast schon zu Pony-Zeiten, warst du sehr erfolgreich. Uns verbindet ja auch eine kleine Geschichte.
[SPEAKER 2]
[00:07:42-00:07:42]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:07:42-00:07:51]
Denn wir haben ja genau, denn wir haben früher denselben Trainer gehabt. Bernie Fischer. Bernhard Fischer.
[SPEAKER 2]
[00:07:51-00:07:54]
Bernhard Fischer. Bernhard Fischer. Schon richtig aussprechen hier.
[SPEAKER 1]
[00:07:56-00:08:24]
Also Bernie, falls du das hörst, viele Grüße an dich. Und man muss sagen, du hast natürlich eine hervorragende Karriere hingelegt. Danach bei mir ging es nicht so viel voran wie bei dir. Zumindest reizte ich nicht. Aber damals warst du schon, kann mich erinnern, mit deinem... Pony Disco Dancer, unglaublich fokussiert. Schon immer so diese krasse sportliche Brille. War das schon immer bei dir einprogrammiert?
[SPEAKER 2]
[00:08:24-00:08:43]
Ja, das war immer schon so. Ja, ich glaube, das ist einfach drin. Habe ich hier nicht antrainiert, aber es war immer schon. Wenn ich auf dem Pferd saß, dann habe ich schon erstmal alles irgendwie ausgeschaltet. Und in der Prüfung sehe ich nichts, gar nichts. Also ich fühle nur und fühle mein Pferd und reite von Runde zu Runde.
[SPEAKER 1]
[00:08:43-00:08:45]
Weil ich würde sagen, ich war damals 16 und du warst dann so...
[SPEAKER 2]
[00:08:47-00:08:47]
12.
[SPEAKER 1]
[00:08:48-00:09:07]
12, würde ich jetzt schätzen. Und wenn wir zusammen in der Halle geritten sind, habe ich schon gedacht, wow, die Charlotte... Die hat es drauf. Die ist so fokussiert. Die reitet mich gleich um. Die reitet mich gleich um. Und die steckt mich als Zwölfjährige, steckt die mich locker in die Tasche. Gar kein Problem. Aber das war schon immer irgendwie bei dir drin, ne?
[SPEAKER 2]
[00:09:08-00:09:15]
Ja, das ist einfach, glaube ich. Ja, es ist einfach im Blut. Aber ich habe es auch immer geliebt, also von... Von Tag 1, von der ersten Sekunde.
[SPEAKER 1]
[00:09:16-00:09:17]
Das ist immer voll Blutressort. Ja, voll.
[SPEAKER 2]
[00:09:18-00:09:19]
Ja, ich habe mal ein bisschen Springen versucht.
[SPEAKER 1]
[00:09:20-00:09:21]
Hast du wirklich das mal geritten?
[SPEAKER 2]
[00:09:21-00:09:27]
Ich glaube, ich habe mal über den Arsch springen geritten. Ja, aber das haben wir dann auch wieder sein gelassen. Das habe ich meiner Schwester dann überlassen.
[SPEAKER 1]
[00:09:28-00:09:33]
Es gab dann das Pony Disco Dancer und das war ja für dich auch... Ich meine, ihr seid ja sogar dann auch Euro geritten zusammen.
[SPEAKER 2]
[00:09:33-00:09:40]
Nee, also Disco, ich war zehn und Disco Dancer war 15 und der kam von Tim Rieskamp-Gödeking.
[SPEAKER 1]
[00:09:40-00:09:41]
Springratas.
[SPEAKER 2]
[00:09:41-00:09:51]
Genau. Und der ist dann... In Aachen, mit mir in diesem Jahr dann, als ich zehn war und er 15, erste Mal deutsche Meisterschaften sind wir da gegangen.
[SPEAKER 1]
[00:09:51-00:09:52]
DJM, genau.
[SPEAKER 2]
[00:09:52-00:09:58]
Genau, DJM in Aachen, da war ich zehn. Und das war meine erste und seine zehnte deutsche Meisterschaft.
[SPEAKER 1]
[00:09:58-00:10:01]
Das war so ein Pony, das hat da so Generationen durchgetragen. Ja, wirklich.
[SPEAKER 2]
[00:10:01-00:10:09]
Der hat Christine Rieskamp-Gödelkring, dann Tim und dann mich. Und das war einfach so ein tolles Pony. Ein richtiger Schoolmaster.
[SPEAKER 1]
[00:10:09-00:10:12]
Und mit dem hast du dann so Fuß gefasst in dieser Pony-Tour.
[SPEAKER 2]
[00:10:12-00:10:18]
Ja, genau. Und dann hatte ich noch ein zweites Pony, die Wanda, weißt du noch, die mit dem Fischauge?
[SPEAKER 1]
[00:10:18-00:10:20]
Ja, stimmt. Ja, kann mich erinnern.
[SPEAKER 2]
[00:10:20-00:10:29]
Die auch noch. Aber ich muss sagen, die Ponyzeit war dann irgendwann, die Ponys hatten nicht genug Schritt und dann... 115 habe ich dann gesagt, nee, jetzt irgendwie will ich jetzt auf den Großen.
[SPEAKER 1]
[00:10:30-00:10:33]
Und dann kam der Switch quasi ins Juniorenlager.
[SPEAKER 2]
[00:10:33-00:10:41]
Genau, ja. Dann hatte ich das große Glück, dann hat Familie Klatte, Guido und Britta Klatte, haben wir dann einen Hengst zur Verfügung gestellt, der war 15.
[SPEAKER 1]
[00:10:41-00:10:44]
Aus der dortigen Hengststation, in Klein-Rauschaden.
[SPEAKER 2]
[00:10:44-00:10:58]
Ja, genau. Und dann hat sie gesagt, ich habe hier so einen, der muss... Braucht jetzt nicht mehr schwer gehen, der kann jetzt so ein kleines Mädchen noch ein bisschen Ämter so tragen. Und dann so, so sich da drauf auf so einem großen Fuchs hängst. Und dann haben wir auch echt viel Erfolg gehabt.
[SPEAKER 1]
[00:10:59-00:11:35]
Und dann, auch das fand ich beeindruckend, du hast ja mit 20 Jahren den Nürnberger Buchpokal gewonnen. Damals mit Burlington. Und damals warst du dadurch ja die absolute Newcomerin. Weil du hast ja im Feld dieser ganzen arrivierten Ausbilder, also Nümergeburtpokal von euch, für alle, die da nicht so tief drin sind, das ist eine Nachwuchsdressur-Serie für sieben- bis neunjährige Pferde auf St. Georg-Niveau. Es gab mal zwölf Qualifikationsetappen, jetzt gibt es noch acht Qualifikationsetappen und es gibt das Finale in Frankfurt. Das ist richtig dicke Piste in Frankfurt.
[SPEAKER 2]
[00:11:35-00:11:36]
Ja, das ist richtig dicke Piste.
[SPEAKER 1]
[00:11:36-00:11:44]
Also das ist Frankfurter Festhalle, mitten in der City, ausverkaufte Hütte und da ist richtig Alarm. Und da hast du mit 20 Jahren gewonnen.
[SPEAKER 2]
[00:11:45-00:11:46]
Das war auch...
[SPEAKER 1]
[00:11:46-00:11:47]
Crazy, oder?
[SPEAKER 2]
[00:11:47-00:11:57]
Das war richtig crazy. Also in dem Jahr, man muss sagen, also das war ja 2012. Und da bin ich Europameisterin geworden, Mannschaft und zweimal Silber.
[SPEAKER 1]
[00:11:58-00:11:59]
Im U21-Bereich, junge Reiter.
[SPEAKER 2]
[00:11:59-00:12:21]
Junge Reiter, U21. Aber man muss sagen, durch diese gute... Warendorfer, durch das Warendorfer Programm, was wir mit Junioren und jungen Reitern im Grunde durchleben, haben wir natürlich präzises Reiten. Also da wurde ja so viel Wert drauf gelegt. Und ich habe ja drei Jahre lang S-Tour geritten. Junge Reiter, Tour reitest du ja halt.
[SPEAKER 1]
[00:12:21-00:12:22]
Ja.
[SPEAKER 2]
[00:12:22-00:12:39]
Deine S-Tour. Und ich war da so easy. Also ich habe mir gar keine Gedanken gemacht. Euro war gelaufen und dann meinte da mein damaliger Trainer, Oliver Ullrich, meinte so, ja, der ist jetzt neun, wir können ja nochmal einmal so eine Nürnberger Quali reiten. Und ich hatte ja gar keine Ahnung, was das war, weil...
[SPEAKER 1]
[00:12:40-00:12:41]
Nürnberger was?
[SPEAKER 2]
[00:12:41-00:13:49]
Das hat mich gar nicht interessiert. Da war ich noch 19. Ich sage, ja, wenn du willst, dann retten wir das. Das Jahr ist ja, wir haben ja noch ein paar Monate. Ja, und dann habe ich mich in Krefeld qualifiziert, hatte aber auch noch da gar nicht so wirklich den Ernst der Lage verstanden. Wusstest gar nicht, was es bedeutet. Nein, und dann sind wir nach Frankfurt gefahren. Ja, und dann habe ich aber auch, ich war null nervös, weil ich hatte wirklich, ich hatte zu dem Zeitpunkt den Wert dieser tollen Serie gar nicht so auf dem Schirm. Ich war einfach, ja, ich bin wahnsinnig. Kleiner Dötz, ganz unterfahren, war noch so ein junger Reitermädchen und hab gedacht, ja, jetzt reite ich hier mal in der S-Dressur und ja, und dann war es einfach genial, ne. Also es war dann am Ende, war schon, dass er hat ja alle drei Runden gewonnen, der Börlingen, also. Einlaufprüfung, Finale und dann diese Show, diese Show auch noch gewonnen. Den Siegerpreis. Das war so ein tolles Pferd, muss man sagen. Also der hat echt alles für mich gegeben. Und mit seinen neun Jahren und dann ich war noch so mit 20, das war echt... Das war fantastisch. Den Anhänger habe ich immer noch. Stimmt, man gewinnt einen Anhänger dort. Ja, das war wirklich Reizüberflutung an dem Wochenende.
[SPEAKER 1]
[00:13:49-00:14:19]
Ja, und ich finde damit damals habe ich gedacht, okay, die Charlotte, die hat den Durchbruch jetzt in dieses Lager geschafft. Also Nürnberger Burppokal und wenn man jetzt auch so die Startlisten auf großen Turnieren durchschaut, A, die Pferde vom Nürnberger, die setzen sich ganz häufig durch in die große Tour und B, auch die Ausbilder, weil das sind ja Ausbilder, das sind ja nicht Reiter in dem Sinne, sondern Ausbilder ist für mich auch jemand, der... auch schafft, Pferde auf dieses Niveau zu entwickeln, Und dass du das so früh geschafft hast, war schon echt eine außergewöhnliche Leistung.
[SPEAKER 2]
[00:14:20-00:14:24]
Ja, das war schon echt so ein kleiner Meilenstein, den wir damals geschafft haben.
[SPEAKER 1]
[00:14:24-00:14:28]
War das für dich auch so der Durchbruch, so der emotionale Durchbruch? Oder hast du es gar nicht so wahrgenommen damals?
[SPEAKER 2]
[00:14:28-00:14:41]
Nee, also ich würde nicht sagen, dass das da zu dem Zeitpunkt mein emotionaler Durchbruch war. Aber es hat mir schon viele Türen geöffnet und dann sind wir ja dann in O25 eingestiegen. Aber das war schon... Crazy.
[SPEAKER 1]
[00:14:41-00:14:43]
Börling hat dich dann ja auch ein paar Jahre begleitet noch.
[SPEAKER 2]
[00:14:43-00:14:43]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:14:43-00:14:47]
Also ihr habt dann auch diese U25-Tour geritten und so weiter. Das ging ja wirklich dann noch weiter.
[SPEAKER 2]
[00:14:48-00:15:33]
Ja, ja, der ist noch U25. Also der ist dann, bin ich ein bisschen zu Balkenhull gewechselt und habe dann mein Edward damals, habe ich von Zelle gekriegt, dann habe ich dann bei Olli weitergeritten, dann in Münster studiert und Börling, der ist dann zu Klaus gegangen. Und dann bin ich immer hin und her gependelt, war weniger in der Uni als auf dem Pferd. Und ja, dann hat Klaus mir da echt richtig viel geholfen und den zusammen mit mir dann auf Grand Prix Niveau ausgebildet. Und dann haben wir U25 geritten. Da gab es damals noch keine Euro. Ist ja schon ein bisschen her, leider. Und dann ist er sogar auch Aachen gegangen, U25, die Tour, und hat dann da auch schon mal die Kür gewonnen. Also dieses Pferd hat mir einfach vom Bundeschampionat fünfjährig bis Aachen... Alles ermöglicht. Alles ermöglicht, ja.
[SPEAKER 1]
[00:15:33-00:15:41]
War das so, das ist ja auch das erste Pferd, wo man sagt, Charlotte Maria Schürmann und Burlington, das gehört zusammen irgendwie.
[SPEAKER 2]
[00:15:42-00:15:44]
Ja, das ist schon herzempfänglich.
[SPEAKER 1]
[00:15:44-00:15:45]
Was macht Burlington heute?
[SPEAKER 2]
[00:15:45-00:15:47]
Der ist leider verstorben.
[SPEAKER 1]
[00:15:47-00:15:54]
Ach ja, stimmt. Steine raus. Hatte ich gar nicht auf, Entschuldigung. Es gab aber auch noch Burlington 2.
[SPEAKER 2]
[00:15:54-00:15:56]
Ja, genau, Berlin 2, den habe ich aber dann verkauft.
[SPEAKER 1]
[00:15:56-00:15:58]
Das war dann Vollbruder, ne?
[SPEAKER 2]
[00:15:58-00:16:06]
Vollbruder, ja, den habe ich bis neunjährig geritten und dann habe ich den an ein ganz liebes Mädchen verkauft, die hat den dann kleine Tour geritten und ist immer noch ganz glücklich mit dem.
[SPEAKER 1]
[00:16:07-00:16:21]
Also, um nochmal so die Chronologie hier gerade zu halten, also Ponyzeit, unsere gemeinsame Zeit bei Bernhard Fischer natürlich, dann ging es los mit Junge Reiter, Burlington und du hast aber angefangen zu studieren in Münster.
[SPEAKER 2]
[00:16:21-00:16:21]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:16:21-00:16:26]
Also du bist nicht die Ad-Hoc-Profi-Reiterin geworden. Was du bis heute übrigens ja noch nicht bist, sprechen wir gleich nochmal drüber.
[SPEAKER 2]
[00:16:26-00:16:32]
Wollte ich nie werden. Also ich habe ja zehn Jahre bei Oliver Ollerich geritten, in Lengerich.
[SPEAKER 1]
[00:16:32-00:16:34]
Der damalige Nachwuchsbundestrainer?
[SPEAKER 2]
[00:16:34-00:17:42]
Genau, genau. Und nee, ich habe immer gesagt, nee, also das ist mir zu viel Arbeit. Das ist mir zu kalt, zu anstrengend. Also, was heißt nicht zu anstrengend, aber das ist einfach ein Knochenjob. Das kann man nicht anders ausdrücken. Es ist einfach ein Job, den ich mit 18 ehrlich gesagt noch nicht so vorstellen konnte, dass ich das mein Leben lang mache oder voll mache. Und dann habe ich nach dem Studium, habe Papa gesagt, du musst auf jeden Fall, egal wie gerne du reitest, du musst was Vernünftiges lernen. Dann habe ich BWL in Münster studiert. Habe dann bei der Firma meiner Mutter angefangen. Wir machen ja Bekleidung für Rollstuhlfahrer. In Gerde, genau, da produzieren wir auch. Und dann hatte ich aber immer schon einfach super viel Glück. Ich hatte ganz tolle Kunden, also von Tag 1, die einfach gesagt haben, hier, also wenn du eine Box frei machst oder einen nehmen willst, bitte hier, nimm ein Pferd von uns. Und so hat sich das dann entwickelt. Dann bin ich mit sechs Pferden angefangen. Habe halbtags gearbeitet bei Mama und dann halbtags bei Spree damals. Habe ich mir ein paar Boxen gemietet.
[SPEAKER 1]
[00:17:43-00:17:45]
Das ist ja schon professionell.
[SPEAKER 2]
[00:17:45-00:17:54]
Ja, und dann irgendwann habe ich gesagt, nee, ich liebe es doch so zu sehr. Und ich sitze mehr auf dem Pferd als am Schreibtisch. Und ja, habe dann mich selbstständig gemacht.
[SPEAKER 1]
[00:17:54-00:17:56]
Was daran liebst du? Was ist die Essenz davon?
[SPEAKER 2]
[00:17:56-00:19:47]
Ich liebe einfach diese Arbeit mit den Pferden. Es geht mir gar nicht darum, dass jetzt irgendwie noch eine goldene Schleife oder es geht mir einfach darum, du kommst jeden Tag in den Stall und ich habe ja auch viele junge Pferde. Also ich bilde ja wirklich von Vierig bis Grand Prix aus. Und das macht mir halt so Spaß, die ausbilden. Und jeden Tag, wenn etwas gelingt, dann freut man sich einen Keks, dass der Außengalopp jetzt gelingt mit einem Fünfjährigen. Oder wenn du ein halbes Jahr übst, einen Wechsel zu üben, weil nach links geht gut und nach rechts klappt nicht. Aber wenn der dann klappt, dann denkt man sich so, ja, jetzt geht es wieder weiter. Es ist halt so dieser Nervenkitzel und ich finde es einfach so faszinierend, Wie bringe ich meinem Partner halt das bei, dass wir auf einer Wellenlänge, dass er mich mit Feinheiten versteht, dass es harmonisch ist und dass beide halt ganz viel Spaß haben auch an dem, was wir machen. Und was ich immer versuche, ist, dass das Pferd, ich will immer das Beste aus dem Pferd rausholen, dass jeder sieht, was für ein tolles Pferd das ist. Einige Pferde brauchen einfach länger als die anderen. Deswegen bin ich auch immer so diejenige, die halt den Pferden sehr viel Zeit gibt. Und wenn einer noch nicht so weit ist, dann fahre ich halt noch nicht los. Dann kriege ich da halt noch ein bisschen mehr Zeit. Und das, glaube ich, hat sich immer ganz gut bewährt. Ich fahre nie zu früh los. Ich fahre eher vielleicht so ein bisschen zu sicher zu spät los. Aber ich will den Pferden auch einfach ein richtig gutes Gefühl geben, wenn die aufs Turnier kommen. Weil auf dem Turnier ist immer wieder eine andere Atmosphäre. Dann sind sie doch nochmal unsicher. Weil wenn sie dann schon zu Hause nochmal unsicher sind in irgendeiner Lektion, dann geht es auf dem Turnier in der Regel sowieso schief. Also ja, das macht mir einfach Spaß. Und dann am Ende muss man das machen, was einem Spaß macht. Das ist einfach meine absolute Leidenschaft. Ich fahre nicht im Urlaub. Ich fahre nirgends wohin. Ich bin den ganzen Tag draußen bei den Pferden. Und ja, die kriegen alles, was sie haben wollen.
[SPEAKER 1]
[00:19:47-00:19:50]
Aber bist du heute noch in der Firma? Oder in eurer Firma?
[SPEAKER 2]
[00:19:51-00:19:51]
Nein.
[SPEAKER 1]
[00:19:51-00:19:55]
Offiziell stehst du ja schon noch, glaube ich, als Geschäftsführerin im Impressum.
[SPEAKER 2]
[00:19:55-00:20:01]
Ja, das ja, aber das macht jetzt meine Schwester. Ich bin da. Ich schaffe das nicht. Ich habe jetzt 18 Pferde.
[SPEAKER 1]
[00:20:01-00:20:02]
Du hast 18 Pferde inzwischen?
[SPEAKER 2]
[00:20:03-00:20:14]
Ja, wir haben ja zu Hause bei meinen Eltern auf dem Hof haben wir dann sowieso schon den alten Ponystall gehabt. Das haben wir jetzt alles umgebaut. Wir haben noch einen Zusatzstall gebaut. Wir haben eine Halle gebaut. Wir haben einen großen Elbstall. Flutplatz gebaut.
[SPEAKER 1]
[00:20:15-00:20:17]
Da hast du auch eine Beraterin inzwischen, eine Beraterin.
[SPEAKER 2]
[00:20:17-00:20:18]
Wir sind fünf Leute.
[SPEAKER 1]
[00:20:18-00:20:18]
Okay.
[SPEAKER 2]
[00:20:19-00:20:21]
Ja, weil wenn ich jetzt weg bin, ich bin ja dann ja auch ein paar Tage weg.
[SPEAKER 1]
[00:20:22-00:20:23]
Der Betrieb muss ja weitergehen.
[SPEAKER 2]
[00:20:23-00:20:26]
Muss ja weitergehen und Montagmorgen muss ich schon wieder zur WM-Sichtung.
[SPEAKER 1]
[00:20:27-00:20:28]
WM der jungen Pferde?
[SPEAKER 2]
[00:20:28-00:20:29]
Ja, genau.
[SPEAKER 1]
[00:20:29-00:20:30]
Okay, also es gibt auch keine Pause.
[SPEAKER 2]
[00:20:30-00:20:34]
Nein, also ich habe eine gute Truppe. All in.
[SPEAKER 1]
[00:20:35-00:20:43]
Weil dafür, dass du ja ursprünglich die Idee hattest, naja, ich will das nicht, Mapp-Rufi machen ist mir irgendwie so ein bisschen alles zu dirty und zu aufwendig.
[SPEAKER 2]
[00:20:43-00:20:44]
Ja, ich habe...
[SPEAKER 1]
[00:20:44-00:20:46]
Ist es ja doch jetzt genau 180 Grad.
[SPEAKER 2]
[00:20:46-00:20:58]
Jetzt ist es genau umgekehrt, ja. Also als Jugendlicher, da habe ich gedacht, puh, das ist schon... Viel Arbeit. Muss man sich halt schon sicher sein, wenn man es machen will.
[SPEAKER 1]
[00:20:58-00:20:59]
Oh.
[SPEAKER 2]
[00:20:59-00:21:06]
Und Aber es kommt am Ende so, wie es kommen soll. Und es ist auch genau richtig so. Und ich liebe es. Ich würde es nie anders machen.
[SPEAKER 1]
[00:21:06-00:21:16]
Und unter den 18 Pferden, da gibt es dann wie Dantes Pearl, also jetzt gehobene Kategorie und dann gibt es aber auch Nachwuchspferde, also du deckst inzwischen den gesamten Weg ab.
[SPEAKER 2]
[00:21:16-00:21:19]
Ja, ja. Von vierjährig an.
[SPEAKER 1]
[00:21:19-00:21:20]
Und das ist auch dein Anspruch?
[SPEAKER 2]
[00:21:21-00:21:51]
Die macht mir halt Spaß. Natürlich macht Grand Prix reiten unheimlich viel Spaß, aber diesen Luxus ist es jetzt, ich muss mir ein Pferd aufbauen und ausbilden, das dauert, jetzt mit Pearl hat es jetzt auch, die ist siebenjährig gekommen, die ist jetzt elf, die ist auch fünf Jahre gedauert. Und da sind viele dabei, die einfach nur ausgebildet werden dürfen. Aber natürlich auch Verkaufswerte dabei. Und eine Ausbildung dauert einfach lange, über Jahre.
[SPEAKER 1]
[00:21:52-00:22:02]
Jetzt, wenn man Dantes Pearl nimmt, und ich hatte das im Vorfeld mir angeschaut und mal so den Verlauf von dem Pferd, wo du mit dem Pferd unterwegs warst, total selektiv, also total behutsam.
[SPEAKER 2]
[00:22:02-00:22:03]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:22:03-00:22:07]
Wann ist denn der Punkt, wo du sagst, okay, jetzt geht's los?
[SPEAKER 2]
[00:22:07-00:23:45]
Ja, wenn ich einfach zu Hause das Gefühl habe, sie hat die nötige Kraft. Ich finde immer, das Pferd muss alles ganz reell verstehen zu Hause und die Kraft haben. Und am Ende ist es, die Tricks lernen einzeln, das lernen die schnell, aber alles dann hintereinander wegspulen und dann mit der nötigen Präsenz und mit dem nötigen Ausdruck. Und bei Pearl habe ich mir schon, das hat ein bisschen gedauert, von siebenjährig jetzt bis elfjährig, weil sie auch einfach noch jung war und wenig Kraft hatte, sehr wach, sehr eilig war und abgelenkt war, als sie jung war. Und das hat einfach auch gedauert, dass das Pferd musste lernen zu... Zu ruhen und zu warten in der Prüfung. Und da macht es keinen Sinn, irgendwie den nächsten Step schwerer zu gehen, wenn das Pferd einfach noch nicht so weit ist. Und deswegen habe ich das immer sehr, so die geht vielleicht drei, vier Turniere. Gut, dieses Jahr ist sie schon vier gegangen, weil jetzt Grand Prix und jetzt geht es ja auch um viel. Und jetzt habe ich gemerkt, das Pferd kann alles, aber jetzt fehlt... Gibt ihr die Routine, die sie natürlich die letzten Jahre nicht so bekommen hatte. Da hat sie mit vier Turnieren angefangen. Weil ihr wenig auf Turnier war. Weil ich wenig auf Turnier war, weil es mir dann auch... Wenn die dann dreimal Endungsur gewinnt, ist es auch okay. Ich finde, dann kann sie auch den nächsten Step, dann ist sie fertig und dann habe ich immer schon für das nächste Jahr geübt. Dann hat sie ein paar Estrosungen gewonnen, hat sich für Nürnberger qualifiziert und dann habe ich weiter geübt. So, und dann, ich wollte halt immer nicht bei diesem Pferd dann zu viel Kilometer drauf reiten.
[SPEAKER 1]
[00:23:46-00:23:47]
Nicht zu viele Betriebsstunden?
[SPEAKER 2]
[00:23:47-00:24:00]
Nein, da habe ich immer am meisten Angst vor, dass was passiert. Bei jedem Pferd. Und deswegen, ja, aber jetzt, dieses Jahr, musst du dann schon Routine kriegen. Und dann, wir waren ja schon für unsere Verhältnisse viel los.
[SPEAKER 1]
[00:24:01-00:24:05]
Und entscheidest du das inzwischen alles eigenständig oder machst du das mit deinem Vater zusammen?
[SPEAKER 2]
[00:24:05-00:24:43]
Ja, mit meinem Trainer zusammen. Also wir machen natürlich alle schon, wir sind ja eine sehr, wir sind ja eine absolute Pferdefamilie. Und gut, wir haben ein Ziel, das ist sicherlich vielleicht Aachen. Dann haben wir einfach rückwärts gerechnet, wo machen wir was. Das erste Ziel war erstmal Balve, jetzt ist es vielleicht Aachen, aber von Balve aus haben wir einfach rückwärts gerechnet. Ich brauche drei Wochen Pause dazwischen, wo kann ich dann hin? Dann musste ich erstmal national losfahren, dann bin ich international losgefahren. Erstmal klein mit drei Sterne angefangen, dann haben wir München auf fünf Sterne geritten und so haben wir uns dann... Haben wir dann die Pläne gemacht.
[SPEAKER 1]
[00:24:43-00:25:11]
Als München war, da stand ich in Hamburg am Ressortwerk, was parallel lief. Und da haben alle wirklich gebannt diese Ergebnisse studiert aus München. Krass, die Charlotte hat da gewonnen. Und da wurde schon so ein bisschen so korportiert, welchen Effekt hat das jetzt auf so die Team-Konstellation? Das ist ja total spannend, was du jetzt auch auslöst, dass du eigentlich als Newcomerin, jetzt hätte man am Anfang der Saison...
[SPEAKER 2]
[00:25:11-00:25:19]
Nicht gedacht. Nein, ich auch nicht. Hätte ich jetzt nicht gedacht. Deswegen ist es alles schon überwältigend.
[SPEAKER 1]
[00:25:19-00:25:30]
Aber war das für dich absehbar? Du bist ja eine Person, die ganz klar weiß, was sie will. War das für dich absehbar, okay, wenn wir jetzt rauskommen und mal zeigen, was wir können, dann reicht das für...
[SPEAKER 2]
[00:25:30-00:26:09]
Also ich wusste immer, dass das Pferd das gehen kann. Wenn alles sitzt. Aber ich wusste auch, dass es schwierig wird. Vom Nervenkostüm, von der Routine. Und ich habe auch lange kein Grand Prix geritten. Also wir sind jetzt beide, mussten uns jetzt ganz schön wieder da ein bisschen ranfuchsen. Gut, in Lier war ich auch so nervös. Da habe ich gedacht, was ist mit dir denn los? Normalerweise bin ich so gar nicht nervös. Aber in Lier habe ich mir so einen Druck gemacht. Da habe ich so, Gott, du hast jetzt so ein tolles Pferd. Das muss klappen. Und dann ging es so richtig in die Hose. Und das war auch genau richtig, weil da war so der ganze Druck war abgefallen. Und dann habe ich gesagt, okay.
[SPEAKER 1]
[00:26:09-00:26:10]
Das erdet einen da noch.
[SPEAKER 2]
[00:26:10-00:26:31]
Schlechter kann es nicht werden. Jetzt fangen wir immer wieder neu an. Jetzt fahren wir mal. Ja, jetzt gebe ich das nächste Turnier an. Und da war ich schon total entspannt und dachte so, okay, jetzt mache ich nicht verrückt, weil es ist einfach nur eine Runde, die wir reiten und Routine sammeln. Und dann haben wir da, also Tolbert war in... Anfang April.
[SPEAKER 1]
[00:26:31-00:26:33]
Ein Turnier in Niederlanden?
[SPEAKER 2]
[00:26:33-00:26:49]
Ja, ein Turnier in Niederlanden. Also da habe ich mit Sicherheit noch nicht dran gedacht, dass ich jetzt hier auf dem Bronzekurs stehe. Die Entwicklung des Pferdes war unfassbar. München war halt 3% Abstand zu zwei Wochen davor auf dem Turnier und 3% ist schon auch viel.
[SPEAKER 1]
[00:26:49-00:26:52]
Das ist sehr viel in diesem Sport.
[SPEAKER 2]
[00:26:52-00:26:57]
Ja, und das war schon, war ich selber überrascht. Wo sie hinkann.
[SPEAKER 1]
[00:26:58-00:27:24]
Kurz bevor du gestartet bist, kurz vor der Prüfung, saß ich neben deinem Vater, Heinz Werner, am Abreitevier. Ich war kurz davor, ich habe da die Prüfung moderiert hier in Balve und dann kurz bevor es losging, saß man da und dann habe ich ihn gefragt, Und was soll das Ziel? Sagt er, Angriff. Angriff. Dann sage ich, und wie ist das Nervenkostüm? Sagt er, eiskalt.
[SPEAKER 2]
[00:27:24-00:27:24]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:27:25-00:27:40]
Eiskalt. Hast du so viel Routine über diese ganzen Jahre auch mit Euros und was du alles und mit 20 Jahren im Burggpokal und du hast ja... Du bist ja eigentlich ein alter Hase. Du bist ja in dem Geschäft jetzt 15 Jahre in diesem gehobenen Geschäft.
[SPEAKER 2]
[00:27:40-00:27:42]
Stimmt. Oh mein Gott, ja.
[SPEAKER 1]
[00:27:42-00:27:43]
Krass, oder?
[SPEAKER 2]
[00:27:43-00:27:43]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:27:44-00:27:47]
Das ist schon heftig. Und du bist ja immer noch mega jung.
[SPEAKER 2]
[00:27:47-00:28:32]
Ja, danke. Ja, bin ich auch. Nein, also diese, ich glaube, wir haben früh schon gelernt, mit Druck umzugehen. Und Junior-Tour, ersten Euros. Ja, ich habe einfach, ich hatte nie richtig Nerven. Nie. Immer angespannt und sehr fokussiert. Ich werde dann irgendwie noch fokussierter, je enger das dann wird oder je mehr Druck kommt, desto fokussierter werde ich. Aber ich bin halt nicht so ein himmeliger Mensch. Aber diese Junior-Junge-Reiter-Tour hat mich natürlich sehr geprägt. In allem. Wie geht man mit den Medien um? Die Schule von der FN, die ist schon 1A, muss man einfach sagen. Korrektes Reiten.
[SPEAKER 1]
[00:28:33-00:28:35]
Also die Schule im Sinne der reiterlichen Ausbildung.
[SPEAKER 2]
[00:28:35-00:28:47]
Ja, absolut. Also was sie uns dann auch, wie die uns die ganzen Junior-Junge-Reiter-Jahre da geformt haben. Und ja, jetzt stehen wir hier und... Ich behalte meine Nerven nach wie vor.
[SPEAKER 1]
[00:28:48-00:28:52]
Wie gehst du da mit Fehlern um? Also es kann immer passieren, in der Prüfung passiert ein Fehler, es geht um viel.
[SPEAKER 2]
[00:28:53-00:29:41]
Ja, es ist, am Ende muss man das immer ja, man muss sich immer ja ganz ehrlich reflektieren, woran lag es. Also es liegt immer am Reiter, also selten. Vielleicht kann sie sich auch mal erschrecken vor irgendwas, aber letztendlich liegt es am Reiter. Und wenn ich dann Fehler mache und ihr so wie heute vielleicht zu spät sage, okay, jetzt ist Piaffe oder jetzt geht's. dann ist es einfach ein Missverständnis zwischen Reiter und Pferd. Aber da muss man auch ganz, also muss man schon, muss man einfach ehrlich sich selbst gegenüber bleiben und das gut reflektieren. Und es ist immer wichtig, dass man auf dem Boden bleibt. Und es ist toll, wenn es klappt. Aber ich weiß auch, morgen kann auch was passieren. Und dann fangen wir wieder von vorne an, was ich nicht hoffe. Aber man muss immer einen gesunden Menschenverstand bewahren.
[SPEAKER 1]
[00:29:41-00:30:05]
Du wirkst ja in diesen Themen, so wie du sie beschreibst, total rational. Also total geerdet, rational und mit einem klaren Blick auf die Dinge. Ist das dein Naturell oder beschäftigst du dich aktiv damit in der Analyse, in der Selbstreflexion, in dem Hinterfragen der Dinge? Weil es gibt ja unterschiedliche Persönlichkeitstypen auch.
[SPEAKER 2]
[00:30:05-00:30:26]
Ja, ich glaube nicht, dass ich, mein Naturell ist sicherlich nicht so rational, glaube ich nicht. Also ich bin schon sehr fokussiert und sehr, sehr, sehr ehrgeizig. Aber das mit den Pferden, weil ich das schon so lange mache, bin ich da schon sehr ein Perfektionist. Und auch wenn ich dann... Als ich Weltmeisterin wurde, da habe ich die erste Einlaufprüfung gewonnen bei den jungen Pferden.
[SPEAKER 1]
[00:30:27-00:30:29]
Genau, also Weltmeisterin der jungen Pferde.
[SPEAKER 2]
[00:30:29-00:30:48]
Der jungen Pferde. Da habe ich die ganze Nacht, ganze Nacht Clipper Horse angeguckt und mir meine Runden angeguckt, wie ich geritten bin. Wo braucht das Pferd Hilfe? Wo fühlt er sich gut und wo kann noch was besser werden? Ich bin dann schon, ich will das dann schon perfekt machen.
[SPEAKER 1]
[00:30:48-00:30:49]
Also vor dem Finale war es?
[SPEAKER 2]
[00:30:49-00:30:55]
Vor dem Finale, in der Nacht. Dann schlafe ich nicht, weil dann bin ich natürlich, natürlich bin ich auch angespannt. Das ist jetzt nicht, dass ich dann...
[SPEAKER 1]
[00:30:56-00:30:58]
Also bist du nicht eiskalt, sondern...
[SPEAKER 2]
[00:30:58-00:31:35]
Nein, nein, nein, ich bin schon sehr angespannt, aber ich bin dann schon sehr im Tunnel und versuche alles... Also ich versuche es alles so gut vorbereitet zu haben für mich selbst, was ich wo machen kann und wo ich dem Pferd helfen kann. Letztendlich fühlst du und schaust, was dann geht. Aber wenn ich weiß, okay, jetzt kommt, bei ihm war das dann damals, jetzt kommen die Vierer und die waren dann noch ein bisschen wackelig. Dann musst du beim rechten Wechsel den äußeren Zügel immer schön dran, nicht vergessen. So und dann habe ich mir immer so selber so meinen eigenen Plan gemacht und mich richtig drauf fokussiert.
[SPEAKER 1]
[00:31:35-00:31:47]
Und dann sitzt du da, guckst die Videos und... Gehst du innerlich nochmal die Aufgabe durch oder schreibst du dir auf, okay, bei der Linkswendung nächstes Mal ein bisschen mehr beigeben? Nee, das weiß ich schon so.
[SPEAKER 2]
[00:31:47-00:32:33]
Ja, also ich gehe innerlich die Aufgabe durch und immer so in der natürlichen Zeit auch. Nicht so in einer Minute links rum zulegen, rechts rum traversale, sondern wirklich einreiten, halten, Zehngelaufschrünge. Halten. Antraben. Sechs Sekunden. Wie ein Uhrwerk. Ungefähr. Bam, bam. Ecke. Versammeln. Und dann versuche ich wirklich, das dann zu fühlen. Auch den Rhythmus des Pferdes dann, dass ich... Ich einfach nicht zu schnell bin. Ja, im Grunde, ich weiß auch genau, wann das innere Bein, wann äußere Zügel, das versuche ich schon immer vorher zu fühlen und dann letztendlich gucke ich dann, was dann geht und was er mir dann gibt oder was sie mir dann gibt. Aber ja, ich reite da nicht planlos rein.
[SPEAKER 1]
[00:32:34-00:32:49]
Du hast ja eben schon angeschnitten, dass du auch von vielen herausragenden Ausbildern profitiert hast. Klaus Balkenhol, Oliver Ullrich. Wenn du schaust, die bringen ja alle so ihre eigenen Eigenarten und Ansätze mit. Was hast du von denen so mitgenommen?
[SPEAKER 2]
[00:32:50-00:33:35]
Also von Olli, da war ich ja, also erstmal bei Bernhard, bei unserem gemeinsamen Trainer. Da haben wir schon sehr gut Ponyreiten gelernt. Und da ging es ja auch, da haben wir auch erstmal die viel Routine da gelernt. Dann war ich bei Olli. Da habe ich schon... Also das präzise Reiten gelernt, Punkte treffen, wie zelebriere ich ein Pferd, vernünftig drauf sitzen und dann auch die Nerven zu behalten. Er war immer positiv und was der unheimlich gut konnte, ist, so einen für die Prüfung einzustellen, mental. Der hat einen immer so gepusht, dass man sagt, okay, jetzt, das gewinne ich jetzt.
[SPEAKER 1]
[00:33:36-00:33:39]
Pusht der einen dann auf dem Abreiteplatz oder in den Tagen davor?
[SPEAKER 2]
[00:33:39-00:34:56]
Nee, mehr so auf dem Abreiteplatz. Da hat er immer so eine echt super Art gehabt. weil wir waren ja natürlich, wir waren ja auch alles junge Küken und dann der eine war mal nervöser als der andere. Und der hat uns immer echt wirklich mental, hat der uns richtig gut eingestellt, dass wir alle so auf gefühlt schon Siegerschiene waren. Da habe ich von ihm wirklich viel gelernt und dann bin ich zu Klaus gekommen. Ja, das war natürlich nochmal next level. Es ging ja auch dann um quasi Grand Prix. Für mich war das damals, oh Gott, jetzt eine ganz andere Sportart. Jetzt reiten wir ganz anders. Weil es ist ja wirklich wie eine andere Sportart, teilweise. Ja, es ist komplett anders. Und es hat so viel Spaß gemacht. Ich war zwei Jahre da. Da habe ich ganz viel gelernt. Klaus hat immer gesagt, viele Pausen machen. Das braucht wieder Sauerstoff in der Muskulatur und wieder Pause. Und da habe ich ganz viel Aufgabe geritten, weil ich da ja auch noch nie wirklich Compris geritten bin. Da habe ich wirklich ganz oft den Grand Prix durchgeritten. Und ja, wirklich von allen viel gelernt, von allen was mitgenommen. Und das beherzige ich immer noch. Also sowohl von Olli als auch von Klaus. Dann war ich lange mit Sepp Heinze unterwegs.
[SPEAKER 1]
[00:34:56-00:34:59]
U25-Trainer, dann später.
[SPEAKER 2]
[00:34:59-00:35:18]
Nee, ja genau, der war dann selber U25-Trainer und Sepp hat mich jetzt die letzten Jahre immer begleitet und ja, jetzt geht es wieder weiter und es ist, ja, ganz Männer haben... mir was Gutes getan. Die ganzen Männer haben dich weitergebracht. Absolut.
[SPEAKER 1]
[00:35:19-00:35:24]
Du hast eben gesagt, da habe ich gelernt, wie man ein Pferd zelebriert. Wie zelebriert man ein Pferd?
[SPEAKER 2]
[00:35:24-00:36:06]
Wie zelebriert man ein Pferd? Ich glaube, es ist mal wichtig, dass man einfach erstmal harmonisches Reiten und man muss einfach gut lernen, das Pferd zu fühlen und dass das Pferd einfach immer in einer guten Anlehnung läuft. Und das ist immer so, das war auch immer sehr, sehr, sehr wichtig. Und das ist schwer. Es hat lange gedauert, bis ich es auch konnte, dass du ein Pferd richtig am Sitz, unabhängig von der Hand, dann auch in der Prüfung zelebrieren kannst. Und dass man die Prüfung reitet. Nicht im Affenzahn da durchjagt, sondern die Ruhe hat und Lektion für Lektion reitet und lieber mal auch mal eine Runde vielleicht versuchen, jetzt reite ich das mal alles eine Minute länger.
[SPEAKER 1]
[00:36:06-00:36:08]
Noch versammelter, noch mehr zurück.
[SPEAKER 2]
[00:36:08-00:36:58]
Lass dir noch mehr Zeit fürs Halten, lass dir noch mehr Zeit für die Ecke und komm dann erst auf die Diagonale und nicht wum. Rum, Trab. So, und das, gut, das entwickelt sich dann. Und dann, wenn so ein Pferd auch lernt, okay, ich werde jetzt hier nicht, ich muss jetzt nicht rennen und sie wartet und gibt mir Zeit und dann entfalten die sich auch erst. Aber ein Pferd entwickelt sich auf dem Turnier enorm weiter. Also man kriegt meistens ein anderes Pferd nach dem Turnier nach Hause. Es ist reifer geworden auf dem Turnier, habe ich immer so das Gefühl, auch bei den Jungen. Zu Hause ist toll, aber dann auf dem Turnier lernen die so viel, weil die dann nochmal... einen anderen Nervenkitzel haben, sich nochmal anders zelebrieren und dann denkt man so, ah ja, das brauche ich. Und dann genau nehmen wir das und dann damit fahren wir dann nach Hause und dann geht es wieder einen kleinen Step nach vorne.
[SPEAKER 1]
[00:36:58-00:37:19]
Was macht diesen Unterschied aus zwischen der Grand Prix Tour, die ja beginnt mit Intermedia 2 und der normalen Tour bis dahin, die ja so St. Georg Intermedia 1 ist, sagt man ja häufig immer landläufig, naja, das ist unterschiedlicher Sport, aber was ist eigentlich ganz genau aus deiner Sicht dieser Unterschied? Da die Lektionen, aber was soll man sagen?
[SPEAKER 2]
[00:37:19-00:38:20]
Man reitet die Pferde im St. Georg oder ist es ja auch, die Liden sind alle länger. Das heißt, du reist, das wird viel mehr im Vorwärts, im Fluss. Du hast mehr Zeit dazwischen. Und im Grand Prix ist es bam. Zack, zurück. Eins sagt das Nächste. Eins sagt das Nächste. Und es ist einfach wirklich von Anfang bis Ende eine höchste Versammlung. Es kommen viele Lektionen aufeinander und du musst die Pferde so fein an den Hilfen haben. Und du hast, klar, du hast das Vorwärts zum einmal Strecken, aber dann kommt wieder doppelte Traversale, dann kommt Halten rückwärts, dann kommt wieder Zulegen, dann kommt Passage, dann kommt Piaffe. Das ist halt, die Abfolge der Lektion ist viel schneller. Es ist deutlich schwerer und es ist höchste Versammlung. Und im normalen St. Georg sind die Linien länger. kann länger normal versammelt raben und sind weichere Linien. Das ist der Unterschied.
[SPEAKER 1]
[00:38:20-00:38:28]
Könntest du, wenn ich dich nachts um fünf wecken würde, Compris so runterbeten, die Aufgabe? Ja, das kann ich, ja. Die anderen auch wahrscheinlich, Compris speziell.
[SPEAKER 2]
[00:38:28-00:38:30]
Ja, das können aber, glaube ich, alle.
[SPEAKER 1]
[00:38:31-00:38:36]
Aber das ist einfach, das geht so in Fleisch und Blut über, dass es wie einprogrammiert ist.
[SPEAKER 2]
[00:38:36-00:39:16]
Am Ende sagt man ja, du reizt doch jedes Mal die gleiche Aufgabe. Ja, aber es ist so schwer. Es sind 36 Lektionen. Und Monika sagt immer, die Bundestrainerin Monika Theodoros, sagt immer, ja, Grand Prix reiten ist schwer, aber gut Grand Prix reiten ist richtig schwer. Und da hat sie auch vollkommen recht, weil du kannst jedes Mal was verbessern. Und es ist nie perfekt. Es ist immer irgendwas, wo du sagst, Mann, letztes Mal war ich das viel besser, jetzt aber jetzt ist es da besser. Und bis man dann alles, irgendwann werde ich das auch alles vielleicht zusammen haben, wo ich sage, okay, jetzt war es eine richtig runde Sache. Das ist schon ein langer Weg. Das dauert, glaube ich, nur ein paar Jahre.
[SPEAKER 1]
[00:39:17-00:39:23]
Wenn du sagst, und das hast du ja eingangs erwähnt, L.A., Olympische Spiele, das ist mein Traum.
[SPEAKER 2]
[00:39:23-00:39:23]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:39:24-00:39:30]
Ist dann dein Traum etwas weiter gefasst, Fuß zu fassen in der Dressur Weltspitze?
[SPEAKER 2]
[00:39:30-00:39:35]
Ja, natürlich. Also natürlich ist das mein Traum.
[SPEAKER 1]
[00:39:36-00:39:37]
Traum oder Ziel?
[SPEAKER 2]
[00:39:37-00:39:54]
Das ist schon mein Ziel. Also natürlich, das ist mein Ziel. Mein Traum ist auf jeden Fall L.A. Ich meine, das war immer ein Kindheitstraum. Und jetzt ist es mit diesem Pferd, wenn alles gesund bleibt, ist es nicht unerreichbar. Heutzutage kann auch ganz viel passieren, es sind noch so viele Jahre hin.
[SPEAKER 1]
[00:39:54-00:40:19]
Klar, aber damit ist ja, würde ich sagen, eine reelle Chance verbunden. Und das ist ja Dressursport, ist ja jetzt anders. Als andere Sportarten, dann kommt nochmal jemand um die Ecke oder es gibt andere Mannschaftsgefüge und so weiter, aber die Riege der potenziellen Kandidaten ist ja jetzt schon in gewisser Weise absehbar. Klar, jemand so wie du kann auch nochmal um die Ecke kommen, der jetzt dieses Jahr.
[SPEAKER 2]
[00:40:20-00:40:22]
Genau, dann wird alles wieder aufgemischt.
[SPEAKER 1]
[00:40:22-00:40:31]
Aber meinst du nicht, dass das schon in gewisser Weise, planbar ist das falsche Wort, aber schon zumindest das Glück in die richtige Richtung drückbar ist?
[SPEAKER 2]
[00:40:31-00:41:02]
Ja, also jetzt für, ey, das ist jetzt weit weg. Ich glaube, man muss einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, mit dem richtigen Pferd. Und dann gehört auch viel Glück dazu natürlich. Und da muss man gucken, wo es hingeht. Es ist sicherlich so, nicht wie im Springen, dass du machst eine Runde gut und dann eine Runde schlecht. Oder das ist ja da sehr variabel. Das ist bei der Dressur vielleicht so ein bisschen stetiger und konstanter.
[SPEAKER 1]
[00:41:02-00:41:04]
Längere Aufbauphasen auch.
[SPEAKER 2]
[00:41:04-00:41:22]
Längere Aufbauphasen und man muss sich einfach auch hocharbeiten und es ist schwer. Wenn man es dann geschafft hat, ich meine, Frederik, der hat jetzt, glaube ich, hier seine achte deutsche Meisterschaftsmedaille erreicht.
[SPEAKER 1]
[00:41:22-00:41:23]
Die goldene fehlt noch bei ihm.
[SPEAKER 2]
[00:41:23-00:41:25]
Die Goldene fehlt noch. Ja gut, Isabel, die sagt allein.
[SPEAKER 1]
[00:41:27-00:41:46]
Ist das in gewisser Weise auch ein bisschen eine Herausforderung für junge Athleten wie dich, dass es jemanden gibt, der so seit vier Jahrzehnten Weltklasse performt? Ohne Nachlass, der immer wieder auf jedem Championat das Maximum rausholt?
[SPEAKER 2]
[00:41:46-00:42:38]
Also herausfordernd, die ist einfach ein totaler Ansporn für alle. Also die ist auch mein absolutes Vorbild, weil die hat so viel erreicht in dem Leben mit so vielen unterschiedlichen Pferden. Und ja, gestern ist sie vom Pferd hier runter, weil sie hat einen trainiert, musste eben einmal auf die Toilette, kommt runter, springt ohne Hocker, wie ein junges Mädchen da wieder auf ihren großen Hengst da drauf. Also die ist einfach... Die ist einfach faszinierend. Und ich glaube, Isabel spornt alle an. Es ist keine Herausforderung. Alle gucken zu ihr auf und sehen einfach, was ist machbar mit viel Fleiß, mit viel Konsequenz, mit viel Gefühl. Aber sie ist auch wirklich bienen, bienen fleißig. Und ja, ohne Schweiß kein Preis.
[SPEAKER 1]
[00:42:40-00:42:44]
Was ganz konkret schneidest du dir quasi? Oder welche Scheiben schneidest du dir? Hattest du dir von ihr ab?
[SPEAKER 2]
[00:42:45-00:43:34]
Naja, ich finde schon, sie ist immer, also weil sie sich auch so viel auf unterschiedliche Pferde auch umstellen kann, viele Pferde ausbildet und dann einfach in der Prüfung. Die bildet das Pferd immer noch in der Prüfung aus. Auch so eine Wendy, die jetzt wirklich schon, die hat ja auch schon eine Goldmedaille gewonnen mit ihr, Olympische Spiele. Aber jetzt denkt sie sich wieder was Neues aus. Wie kann ich noch die Einerwechsel verbessern? Reitet die Einerwechsel mit einer Hand? Ich meine... Da muss man erstmal drauf kommen. Und ich habe schon zu ihr heute gesagt, ich sage, du, ich gucke mir mal deinen Ritt an, dann haben wir, weil ich fand es so beeindruckend, dass sie, weil es ist nie perfekt, du kannst immer noch was verbessern, das ist ja das Schöne am Dressursport, es kann noch leichter, noch feiner, es kann noch...
[SPEAKER 1]
[00:43:34-00:43:35]
Es geht immer noch ein Prozent besser.
[SPEAKER 2]
[00:43:35-00:44:03]
Es geht immer noch ein Prozent besser. Und das ist ja so, und das ist auch ihr, also ich glaube, das ist so unser Ansporn. Und ich gucke mir immer ihre Prüfung an und dann sage ich, okay, genau so reizt du das gleich auch. Also ja, sie sporn schon alle an. Einfach mit ihrer... Mit ihrer tollen Reiterei, mit ihrem Erfolg, mit ihrer, sie ist auch menschlich sehr, sehr bodenständig und geradeaus und das gefällt mir wirklich gut.
[SPEAKER 1]
[00:44:03-00:44:13]
Ja und das ist glaube ich etwas, was manchmal in der breiten Öffentlichkeit gar nicht wertgeschätzt genug wird, dass sie glaube ich eine sehr kollegiale Mannschaftskollegin auch ist.
[SPEAKER 2]
[00:44:13-00:44:30]
Nein, absolut. Richtig cool. Also sie ist echt, die klopft dann auf die Schulter und sagt, echt wirklich gut gemacht. Und ich meine, muss sie ja nicht. Aber sie ist wirklich, sie weiß ja auch, wie viel Arbeit das ist. Aber sie ist wirklich ein richtig toller Sportpartner.
[SPEAKER 1]
[00:44:30-00:44:40]
Was würde die zwölfjährige Charlotte, die mit mir zusammen damals in der Halle in Wallenhaus bei Bernie Fischer geritten ist, was würde die denken, dass heute Isabel Wert zu dir kommt und sagt, hey Charlotte, gut gemacht?
[SPEAKER 2]
[00:44:40-00:44:46]
Ja, Charlotte, gut gemacht. Ja, hast gut durchgehalten, würde ich sagen.
[SPEAKER 1]
[00:44:47-00:44:49]
Gut durchgehalten, ja. All die Jahre.
[SPEAKER 2]
[00:44:50-00:44:51]
Ja, all die Jahre.
[SPEAKER 1]
[00:44:51-00:44:59]
Liebe Schlott, bei uns im Podcast gibt es die vier klassischen WeHouse-Fragen. Die blühen jetzt auch dir. Frage Nummer eins ist, hast du ein Motto, nach dem du lebst?
[SPEAKER 2]
[00:44:59-00:45:04]
Immer bodenständig bleiben und das Glück nicht herausfordern.
[SPEAKER 1]
[00:45:04-00:45:13]
Frage zwei ist, wenn du Reitern bzw. Pferdemenschen eine Sache im Umgang mit ihren Pferden auf den Weg geben könntest, was wäre es?
[SPEAKER 2]
[00:45:13-00:45:37]
Im Umgang mit den Pferden, also das Pferd ist ein Lebewesen und das Pferd gibt einem ganz, ganz viel. Also man muss immer sein Gefühl, auch wenn irgendwas mal nicht klappt und du denkst so, ach Mist, lass es nie am Pferd aus, weil das Pferd macht genau das, was ihr von ihm wollt. Und hört auf eure Pferde und sie sind eure besten Freunde.
[SPEAKER 1]
[00:45:37-00:45:42]
Dann Frage Nummer drei. Werd dich im Hinblick auf die Pferde besonders geprägt?
[SPEAKER 2]
[00:45:42-00:45:43]
Mein Papa.
[SPEAKER 1]
[00:45:43-00:45:44]
Heinz. Werner.
[SPEAKER 2]
[00:45:44-00:45:52]
Heinz Werner, genau. Ja, ohne den wäre ich jetzt nicht hier. Natürlich auch mit meiner Mama, aber mein Papa ist schon mein größter Fan und der hat mich immer supportet.
[SPEAKER 1]
[00:45:53-00:45:57]
Immer mit losgefahren, ihr wart immer zusammen unterwegs. Immer, immer. Bis heute eigentlich, oder?
[SPEAKER 2]
[00:45:57-00:46:04]
Bis heute noch, ja. Und ohne meine Familie würde das alles gar nicht gehen.
[SPEAKER 1]
[00:46:05-00:46:10]
Das ist ja auch schon ein großes Opfer, das man als Familie bringt, weil man ist, wie viele Wochenende im Jahr bist du unterwegs?
[SPEAKER 2]
[00:46:10-00:46:11]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:46:11-00:46:11]
30?
[SPEAKER 2]
[00:46:12-00:46:12]
Ja.
[SPEAKER 1]
[00:46:13-00:46:13]
Ist ja schon noch krass.
[SPEAKER 2]
[00:46:14-00:46:35]
Ja, es ist viel. Aber es würde nicht gehen, wenn nicht alle an einem Strang ziehen. Und es ist das Hobby von allen, auch von unseren Männern, von meiner Schwester, der Freund und von meinem Freund. Und die müssen, ich habe gesagt, es geht nur, wenn du die Pferde genauso liebst wie ich. Ja? Und dann hat er gesagt, ja. Ja, okay, ich lerne das noch.
[SPEAKER 1]
[00:46:35-00:46:37]
Und dein Mann hat ja mit Reiten gar nichts am Hut.
[SPEAKER 2]
[00:46:37-00:46:41]
Nee, nee, aber gut, wir sind ja nach zehn Jahren, ist das jetzt auch...
[SPEAKER 1]
[00:46:42-00:46:45]
Also er hat dann ja gesagt, okay Charlotte, ich liebe deine Pferde genauso wie dich.
[SPEAKER 2]
[00:46:45-00:46:46]
Ja, ja.
[SPEAKER 1]
[00:46:46-00:46:47]
Und hält das bis heute?
[SPEAKER 2]
[00:46:47-00:46:48]
Hält er gut durch.
[SPEAKER 1]
[00:46:48-00:46:53]
Ja? Okay. Und dann vervollständige diesen Satz, Pferde sind für mich.
[SPEAKER 2]
[00:46:54-00:46:55]
Pferde sind mein Leben.
[SPEAKER 1]
[00:46:55-00:47:03]
Guckst du auch über den Tellerrand ein bisschen? Also Halsring, Arbeit, Inge Klimke macht viel Halsring, Lisa Röckner, gar nicht? Dressage all the way?
[SPEAKER 2]
[00:47:04-00:47:06]
Ja, also mit Halsring habe ich mal versucht, aber...
[SPEAKER 1]
[00:47:07-00:47:07]
Glaub nicht?
[SPEAKER 2]
[00:47:08-00:47:22]
Da kriege ich nicht so das Gefühl mit. Ja, nee. Klar, also wir machen auch natürlich Kabalettis und Stangenarbeit. Und das ist, ich glaube, das macht jetzt jeder, der so reitern. Warum auch nicht?
[SPEAKER 1]
[00:47:23-00:47:24]
Aber nichts über Kabaletti höher drüber hinaus.
[SPEAKER 2]
[00:47:24-00:47:28]
Aber nicht größer. Wir wollen jetzt auch nicht größer wahnsinnig werden.
[SPEAKER 1]
[00:47:30-00:47:42]
Ja, liebe Charlotte, morgen nächste Medaillenentscheidung. Wir drücken dir alle Daumen. Wenn der Podcast rauskommt, werdet ihr schon gehört haben, wie Charlotte dann abgeschnitten hat. Ja, genau. Denn der Podcast kommt genau sieben Tage später raus.
[SPEAKER 2]
[00:47:42-00:47:42]
Okay.
[SPEAKER 1]
[00:47:43-00:47:51]
Und ja, Aachen, ich glaube, das wäre der große Traum. Und wir und ich drücken dir Daumen.
[SPEAKER 2]
[00:47:51-00:47:51]
Danke, danke.
[SPEAKER 1]
[00:47:52-00:47:52]
Ciao, ciao.
[SPEAKER 2]
[00:47:52-00:47:52]
Ciao.
[SPEAKER 1]
[00:47:59-00:48:09]
Dieser Podcast wurde erstmalig geschnitten von Olivia Herrmann. Schön, dass du da bist, liebe Olivia. Mein Name ist Christian Gröber. Wir hören uns das nächste Mal beim Uni-Haus-Podcast.

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