Legende Guerdat, Deutsche im Pech, Team D gewinnt Medaillenspiegel - Folge 8
Das WM-Finale in Aachen: Steve Guerdat krönt sich zum Weltmeister im Springen, während die deutschen Reiter knapp an den Medaillen vorbeireiten. Jan Tönjes und Christian Kröber blicken auf den finalen WM-Tag zurück, sprechen über besondere Momente, Überraschungen und die deutsche Bilanz – und ziehen ein erstes Fazit der Weltmeisterschaften.
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Podcast-Folge zu Steve Guerdat: https://www.wehorse.com/de/podcast/steve-guerdat
Produktion: Olivia Herrmann
Vermarktung: Carolina Hofmann
Podcast Transkript
Dieses Transkript wurde durch eine KI erstellt und nicht gegengelesen.
[SPEAKER 1]
[00:00:02-00:00:07]
Das WeHors Equipages WM-Spezial mit Jan Tönnies und Christian Kröber.
[SPEAKER 2]
[00:00:14-00:00:51]
Der finale Tag der Weltmeisterschaften in Aachen liegt hinter uns. Er war so ereignisreich, wie man ihn sich hätte vorstellen können. Im Spring-Einzelfinale wird Steve Gerdau neuer Weltmeister vor Thibaut Speeds aus Belgien und dem Briten Harry Charles. Aus deutscher Sicht war es ein gebrauchter Tag. Daniel Deuser wird Sechster, Markus Ening Siebter und Sophie Hinners wird Neunte. Die deutschen Fahrer werden in der Mannschaft Vierte in der Weltmeisterschaft und in der Paradressur Grade 5 durfte Regine Mispelkamp sich über eine Silbermedaille freuen. Einiges für uns zu besprechen. Hallo Jan.
[SPEAKER 3]
[00:00:51-00:00:52]
Hallo Christian.
[SPEAKER 2]
[00:00:52-00:01:10]
Jan, der finale Tag, er gipfelte natürlich im Springreiten mit dem Einzelfinale. Springreiten, könnte man sagen, ist das Fußball des Reitens und wir haben das Weltmeisterschaftsfinale im Wembley-Stadion des Reitens erlebt. Haben wir mit Steve Gerdau einen würdigen Weltmeister.
[SPEAKER 3]
[00:01:10-00:03:00]
Ich würde fast sagen, auch wenn das nicht Wembley war, wir haben die Hand Gottes auf jeden Fall im Sattel gesehen. Denn natürlich ist Steve Gerdar ein absoluter Ausnahmereiter, Olympiasieger 2012, Silbermedaillengewinner in Paris, mehrfacher Weltcup-Sieger, amtierender Europameister mit dieser Wunder. Der wunderbaren Cell-Français-Stute mit Dynamix de Bel-Aim. Und natürlich hier das einzige Pferd, diese braune Stute, die in allen fünf ja wirklich, wirklich anspruchsvollen und herausfordernden Kursen ohne Abwurf geblieben ist. Also verdienter als verdient und eine Traumrunde am Ende. Stilistisch ist das ja auch immer klasse bei Steve und es ist, finde ich, immer schwierig zu analysieren, was jetzt die größte Leistung war. Aber wenn man gesehen hat, wie fokussiert der war bis zum letzten Sprung, da konnte ja auch noch einiges passieren, das haben wir bei Daniel Deuster im B-Parkour zum Beispiel gesehen. Fokussiert bis zum letzten Sprung und dann denkst du so, wie kann ein Mensch so cool sein? Und wenn du den dann eine Viertelstunde, 20 Minuten später auf dem Podium gesehen hast, wie der mit den Tränen nicht gekämpft hat, der liest die einfach raus. Das hat den geschüttelt. Also ein so tief emotionaler Mensch, der auch eine wahnsinnige intensive Verbindung zu all seinen Pferden hat und der vor allen Dingen ja mit Stuten ganz, ganz, ganz erfolgreich war. Bianca, die war ja auch, also... Zwischen Genie und Wahnsinn, aber sehr viel Richtung Wahnsinn, hat er selber immer so gesagt. Mit der war er ja Bronzemedaillengewinner in Tryon vor acht Jahren, zum Beispiel. Und also der hat einen Draht zu Pferden, der hat es einfach so und so und ja, dann hat er sich so im Griff und gleichzeitig ist er dann aber auch so emotional und kann das alles rauslassen. Das war bis zur Siegerehrung ein schließlich, möchte ich sagen, ein absolute Sternstunde des Reins.
[SPEAKER 2]
[00:03:00-00:03:25]
Steve Gerdau ist damit auf einer Ebene mit Hans-Günter Winkler und Jérôme Dubeldam, die in ihrer Karriere auch jeweils alle drei Einzeltitel Europameisterschaft, Weltmeisterschaft und Einzel-Olympiasieger erringen konnten. Damit ist jetzt doch eigentlich, oder nicht eigentlich, es ist Steve Gerdau eine lebende Legende des Springsports.
[SPEAKER 3]
[00:03:25-00:06:03]
Das ist er auf jeden Fall. Wenn du mich Anfang der Woche gefragt hättest, hätte ich das aber wahrscheinlich auch schon genauso beantwortet. Das ist ein bisschen schwierig bei Leben der Legende. Da hast du ja mal graue Haare vor Augen. Die hat er, glaube ich, minimal, wenn überhaupt, als Strähnchen, glaube ich, noch nicht mal, weil der einfach noch gar nicht so alt ist. Aber das ist wirklich, das ist ein Sportler durch und durch. Ich frage mich zu Steve Gerdau und wir können eine extra Folge machen, weil ich dann nur ins Schwärmen komme. Ich bin wirklich einer, da haben schon die internationalen Kollegen gelacht bei Weltcup-Finals und so, habe ich gesagt, oh, oh, oh, Steve Gerdau trainiert sein Pferd. Und dann bin ich wirklich an den Abreiteplatz gegangen, nur um zuzuschauen, wie der geritten ist. Das ist so irre. Also gerade die Bianca, das war so eine ganz, ganz verrückte Stute, die alle springen konnte, aber ganz schwierig war. Und auch da, dann ist der in so einem Gewimmel beim Abreiten, dann ist der im Fokus und dann reitet der nur dieses Pferd und gibt diesem Pferd die Kraft, das Vertrauen, die Basis für gemeinsame Erfolge. Es ist irre. Und mit Dynamix der Belém war das auch so eine Geschichte. Ich habe mich mit Steve länger unterhalten beim... Deutschen springen Derby in Kleinflotbeck vor. Jetzt muss ich gucken, ich glaube 2024? Nee, 2023. April so ungefähr. Und da sprachen wir, da stand die Europameisterschaft in Mailand an. Und da sagt er, ja, ich habe da eine ganz tolle Stute. Ich glaube, das ist genau das passende Dynamix de Belém. Also ich sofort erstmal gegoogelt, was ist das für ein Pferd? Dann hatte ich so erste Erfolge gesehen. Und letztendlich ist er nach Mailand gefahren und hat dort mit der Stute den ersten Titel gewonnen. Das Jahr drauf, Silbermedaille in Paris im Stechen, nur von Christian Kuckuck und Checker geschlagen und jetzt Weltmeister. Und dann das Ganze auch noch in Aachen. Steve Gerda ist immer ein Reiter gewesen, der gesagt hat, Aachen geht über alles. Ich weiß, er hat mal gesagt, wie kann man bei einer Etappe der Global Champions Tour reiten und der dem Vorteil gegenüber Aachen einräumen. Da fährt er kein Verständnis. Also es ist einfach ein Klassiker Aachen. Es ist natürlich auf Rasen, was viele Pferde nicht so gerne mögen. Aber Stichwort Rasen mögen, das ist ja auch so eine Besonderheit. Ich glaube, jetzt nach dem Finale habe ich es nicht gesehen, aber sonst lässt Steve ja Dynamics gerne irgendwie einmal anhalten, die ja auch dann ganz gechillt ist, wenn das Volk tobt, zügellang und dann darf sie erstmal ein bisschen Rasen fressen und dann geht es raus. Also das ist der heilige Rasen und Steve Gadda. Die Hand Gottes, ich habe es gesagt, besser geht es nicht.
[SPEAKER 2]
[00:06:03-00:06:44]
Der silberne Rang geht nach Belgien an Thibaut Speeds mit Impress Car von Kattenheye Z. Und Bronze an Harry Charles mit LT Holst-Freda. Zwei Reiter, die zum erweiterten Kreis zählten im Vorfeld, aber sicherlich nicht die Wettquoten vereint haben in den vergangenen Tagen, die sich aber im Verlauf der Prüfung unglaublich vorgearbeitet haben nach vorne. Beide Doppel-Null im Finale, zusammen mit Steve Gerdard, der ja logischerweise auch Doppel-Null ging. Aber ist für die beiden, die ja noch nicht zum arrivierten Establishment des Reitsports zählen, ein unglaublicher Erfolg.
[SPEAKER 3]
[00:06:44-00:08:09]
Achtung, Schlau-Scheißer-Alarm. Harry Charles, Mannschafts-Olympiasieger, würde ich mal zum Establishment zählen wollen. Aber mit Thibaut Spitz bist du vollkommen richtig. Das ist ein 25 Jahre junger Belgier, der allerdings mit diesem tollen Pferd, mit diesem Impress K, dem restlichen belgischen Nachnamen, spreche ich mir jetzt mal der Einfachheit halber, Ja, schon zum Beispiel im Frühjahr in Amsterdam, im Rolex Grand Prix zum Beispiel, allen gezeigt hat, dass mit ihm zu rechnen ist. Also der hat schon ein paar schwere Springen gewonnen oder war sehr weit vorne platziert, wo wirklich die gesamte Weltelite dabei ist. Die schöne Geschichte und die gibt es en detail nachzulesen auf EquiPages. Die ist unfassbar. Dieses Pferd, ist bei dem Kauf einer Harley Davidson entdeckt worden. Der Vater von Thibaut wollte eine Harley Davidson kaufen. Und was macht eine Harley Davidson, wenn sie anspringt? Hört sich jetzt nicht an wie ein Elektrorasenmäher, sind wir uns einig. So, dieses Geräusch. Ließ dieses Pferd in die Luft springen. Und das hat der Vater gesehen und hat gesagt, Wow, das Pferd kaufe ich. Da war Thibaut 14. Und jetzt ist er mit diesem Pferd mit 25 Jahren Silbermedaillengewinner bei der Weltmeisterschaft im Springreiten in Aachen. Grandios, gehört verfilmt. Ich kenne da so eine Videoproduktion.
[SPEAKER 2]
[00:08:10-00:08:29]
Ja, also ich stelle mir das gerade vor mit der Harley-Davidson, wie das wohl genau ablief. Aber da können wir vielleicht ja eine Sonderfolge zu machen. Es ärgert mich übrigens, dass du jetzt schon wieder 1 zu 0 in Führung gegangen bist in der Klugscheißerwertung. Ich hoffe, ich schaffe es noch hier, den Ausgleich zu erzielen irgendwann. Ich werde ganz genau jetzt darauf achten.
[SPEAKER 3]
[00:08:30-00:09:07]
Aber vielleicht nochmal zu Harry Charles. Also natürlich ist das ein super Springreiter, Mannschaftsweltmeister, Mannschafts-Olympiasieger in Paris gewesen, Weltspitze schon lange. Aber was ich so toll finde, ist diese Geschichte jetzt der letzten Woche in Aachen. Also das fing mit dem, dass dieses Pferd, diese Holsteiner Stute, diese Kuhlmann Stute ist eine ganz, ganz tolle Stute. Das weiß die Welt, das weiß jeder. Aber das fing halt irgendwie blöd an. Ich müsste jetzt nochmal nachgucken, aber aus dem Kopf. Im ersten Springen, im Zeitspringen, glaube ich, schon ein Fehler. Ich meine, im ersten Umlauf dann auch noch einen. Das weiß ich nicht ganz genau, das muss ich nochmal nachgucken.
[SPEAKER 2]
[00:09:07-00:09:11]
Genau, so war es in der Teamwertung, erster Umlauf, ein um.
[SPEAKER 3]
[00:09:12-00:10:31]
Genau. Und dann sagten alle so, Mensch, die Engländer, die hatten so viele Ambitionen und die hatten ja so eine starke Mannschaft mit Scott Breschmann, Hello Mango und natürlich auch mit diesem wunderbaren Point Break und Ben Mayer. Der ja auch noch Olympiasieger von Tokio ist, unter anderem. Also, so, und dann hatte man so den Eindruck, ja, an Harry Charles, für den läuft es halt einfach nicht. So. Aber dann kannst du mal sehen, das ist eben das Tolle an diesem WM-Modus, wo auch nicht irgendwie wieder das alles bei Scratch, also bei Null anfängt, sondern... Jede Performance zählt. Und unterm Strich war das eben die drittbeste Performance von über 150 Pferden in der vergangenen Woche in Aachen, die diese beiden abgeliefert haben. Und das Pferd sprang ja sowohl im A-Finale wie auch im B-Finale einfach faszinierend. Das ist eine tolle, tolle Stute, diese Holsteiner Stute. Und ich glaube, von der werden wir auch noch ganz viel hören. Und ja, irgendwie denkst du dann doch, ja, gibt schon eine Gerechtigkeit. Also Kontinuität zählt sich dann aus. Und so ein Championatspferd, dieses Wort hört man ja ganz oft. Was macht ein Championatspferd aus? Das macht eben aus, dass es vielleicht auch mal nicht so toll anfängt, aber dass es halt wirklich dieses Stamina, dieses Durchhaltevermögen hat. Über so viele Runden konstant. Und das ist genau das, was wir tun. konstant Leistung zu bringen.
[SPEAKER 2]
[00:10:31-00:11:13]
Konstante Leistung ist auch das Stichwort für zwei Reiter, die dann überraschend auf den weiteren Plätzen sind. Im Verlauf des Wochenendes nicht überraschend, aber im Vorfeld der Veranstaltung hätte man die beiden nicht unbedingt auf dem Zettel gehabt. Das ist nämlich Pier Giorgio Bucci, der italienische Routinier und Eckpfeiler der italienischen Mannschaft bei den Weltmeisterschaften und der Kolumbiano Roberto Terantafur, der Fünfter wird. Beides, wie ich finde, herausragende Leistungen. Beide mit einem Abwurf in der Runde B, also in der abschließenden Runde. Aber für die beiden Länder, für Italien und für Kolumbien, exzellente Ergebnisse.
[SPEAKER 3]
[00:11:13-00:12:37]
Ja, also Pier Giorgio Bucci, der hat eine super Saison gehabt, muss man sagen. Der hat schon Global Champions Tour. Etappe gewonnen, unter anderem. Also der, wenn man so ein bisschen geguckt hat, ich hätte den jetzt auch nicht in den Top 5 gesehen, aber dass der ins Finale oder das Zeug hätte, ins Finale vorzudringen, das dann schon. Bei dem Kolumbianer finde ich das bemerkenswerter. Den hatte ich ehrlich gesagt auch gar nicht so auf der Liste. Der hat auch seine Erfolge gehabt, aber da kommt auch noch hinzu, dass sein... Deis Oktoff heißt das Tier, glaube ich. Dieser Wallach, der ist, oder ist das ein Hengst? Ich meine, es ist ein Hengst sogar. Der ist 18 Jahre alt. Und ich meine, das ist ja auch nochmal ganz spannend, Ich habe keine Lust jetzt auf Tierschutzdiskussionen und so weiter einzugehen, aber was ja natürlich unter anderem auch immer dem Reitsport allgemein, vielleicht auch dem Springsport noch im Speziellen, gerne unterstellt wird, dass die Pferde dort verheizt würden, dass sie nicht alt würden im Sport und, und, und, und, und. Ja, und da wird so ein 18-Jähriger dann eben nach so einer strapaziösen Woche mit souveränen Leistungen, also das war nicht ehrenrührig, in diesem Parcours jeweils einen Abwurf zu haben, Fünfter bei der WM. Das ist doch schon toll. Das ist doch eine Aussage.
[SPEAKER 2]
[00:12:37-00:13:01]
Und jetzt eine kleine Frage aus der Rubrik tiefes Springreitwissen. Hätte Pier Giorgio Pucci eine Medaille erzielt? Wäre er der erste italienische Medaillist bei einem Weltmeisterschaften seit dem Jahre 1966? Wer hat damals letztmalig für Italien eine Medaille geholt?
[SPEAKER 3]
[00:13:01-00:13:04]
Nachname Denceo, würde ich sagen.
[SPEAKER 2]
[00:13:04-00:13:53]
Raimondo. Raimondo Denceo, 1966 auf Bojak. Aber das nur am Rande. Also ein großartiger Erfolg für Italiener. Lass uns einmal en detail in die deutsche Mannschaftsleistung schauen, die ja mit vier Reitern in dieses Finale ging, auch damit die größte Abordnung stellte aller Nationen. Und es ging los mit Richard Vogel, der sich ja... durchaus noch, wenn alle Dinge ineinander greifen würden gestern, auch noch Chancen auf eine Medaille ausrechnen konnte. Aber etwas Ungewöhnliches passiert, nämlich eine Verweigerung an der Mauer, an der WM-Aachen-Mauer. In der ersten Runde und das waren dann vier Punkte, die wirklich sehr, sehr bitter zu Buche schlugen für Richie Vogel.
[SPEAKER 3]
[00:13:53-00:15:33]
Ja, denn man muss sehen, Harry Charles, der rangierte noch hinter ihm und der ist am Ende mit zwei Nullrunden auf der Bronze-Position gelandet. Also theoretisch hätte er Fahrradkette, hätten wir also auch noch einen Richard Vogel auf dem Podium erleben können. Ich glaube, keiner ist ärgerlicher auf sich selbst an diesem Tag gestern gewesen als Richard Vogel. Er sagt sowas von schlecht geritten. Ich zitiere so ein bisschen aus dem Kopf. Sich so geärgert, weil er hat gesagt, ich bin da rumgeritten zu dieser Mauer. Ich hatte schon Angst vor dem Zeitfehler. Wir erinnern uns, Zeit war ja ein Faktor im Mannschaftsfinale gewesen. Und er sagt, das Pferd hat einfach nicht verstanden, dass das das nächste Hindernis war. Und das liegt an mir. Und er hat sich so geärgert und gesagt, ich habe so ein tolles Pferd. Das ist in der Form seines Lebens. Das ist auf dem Zenit seiner Karriere. Und dann verdient es eigentlich ein Reiter, der das dann auch darüber reitet. Er hat gestern gesagt, das war ich heute nicht. Und nun ist Ritchie ja nun wirklich auch ein Perfektionist, der wirklich alles analysiert. Und das wird ihm einfach natürlich richtig, richtig auf den Magen liegen. Ich glaube nicht, dass er so ein Problem hat. damit hier als einer der Top-Favoriten an den Start zu gehen. Denn das ist der ja in jedem Springen, so ungefähr mit jedem Pferd. Also diese Situation kennt der so genüge. Aber er sagt wirklich, ich bin da so schlecht geritten. Und danach war das ja wieder eine Traumrunde. Ich meine, der ist dann noch von der Triple Bar zum Wassergraben mit einem Galoppsprung weniger geritten, wenn ich das richtig gesehen habe. Also er hat den da wirklich drüber geschickt und dann flog der und flog über den Wassergraben. Also es war toll. Allein, es hat nicht sollen sein.
[SPEAKER 2]
[00:15:33-00:16:07]
Ja, dann kam als nächstes Sophie Hinners, die auch wirklich eine Traumrunde ritt. Und wir haben ja in der letzten Folge nach dem Teamfinale viel über das Schokoladenhindernis gesprochen. Das war in der Runde A des Finales das Schlusshindernis. Und das ist dann Sinclair und Sophie Hinners zum Verhängnis geworden. Wirklich, ich muss sagen... Das tat einem ja ein bisschen in der Seele weh. So eine fantastische Vorstellung bis da und dann dieses letzte Hindernis im Stadion. Keiner konnte es fassen. Aber so ist der Sport.
[SPEAKER 3]
[00:16:07-00:17:09]
Ja, sie hat danach gesagt, vielleicht hätte sie einen Galoppsprung mehr machen sollen. Aber war eigentlich, sagte, ich bin überglücklich, das Pferd hat eine fantastische, noch eine fantastische Runde abgeliefert. Was ich sehr spannend fand, ich bin schnell noch durch den Parcours gejoggt, so wie wir das ja beim Mannschaftsfinale auch gemacht haben, da bei dem Meet. Media Course Walk, wie das immer so schön heißt, also dem Parcours-Rundgang, der für Medienvertreterinnen und Vertreter vorgesehen ist. Und glücklicherweise lief mir da auf dem Weg raus Ludger Baerbaum über den Weg, der dann auch Richtung Ausgang ging und wir konnten so 20 Meter nebeneinander laufen. Und dann hat er mir nochmal so ein paar Klippen gesagt, war natürlich in der Analyse vollkommen richtig. Und er sagte, und der letzte, das wird der Joker. Also der hat sofort gesehen, diese Distanz zu diesem braunen Steilsprung, die hat es nochmal in sich. Und leider hat sich das bei Sophie Hinners und Iron Dame Sinclair. bewahtet.
[SPEAKER 2]
[00:17:09-00:17:25]
Und man muss ja sagen, dieses Hindernis, die Schusshindernis, das war ja auch absolut Oberkante gebaut, was die Höhe angeht. Gerade als Steilsprung in dieser Distanzaufgabe, das ist das Maximum an Aufgabe, auch was es im Sport geben kann.
[SPEAKER 3]
[00:17:25-00:18:01]
Absolut. Das war aber fast alles Maximum. Also die dreifache Kombination in dem ersten Umlauf, die ging ja auch noch direkt Richtung Ausritt. Das war jetzt nicht, das war nur sehr hoch und nicht sehr, sehr hoch, sage ich mal. Aber sonst standen diese Ochse, die waren weit und hoch und also tief, wie man ja präzise sagen muss, und hoch. Und also da war fast alles hoch. Aber natürlich, klar, dann ganz am Ende nochmal ein Steilsprung. Wo du dann eben auch eine Option hast zwischen zwei verschiedenen Distanzen. Das ist tricky, aber ohne... Tricky, kein Weltmeistergold.
[SPEAKER 2]
[00:18:02-00:18:43]
Kein Weltmeisterschaftstitel. Ohne Tricky kommst du nicht weit. Markus Ening startete super mit Coolio, verlor dann an der Mauer ein Eisen. Und nach dem Wassergraben kam eine Planke, die eine sehr stark gewellte Planke oben drin hatte. Und dort passierte dann ein Fehler. Er sagte dann auch in der Analyse danach, dass vielleicht, weil das Eisen verloren gegangen ist auf halber Strecke, vielleicht ein bisschen auch der Grip, auf dem dann doch etwas nasseren Boden verloren gegangen ist, am Ende ein super ärgerlicher Fehler, der passieren kann, der aber dann die Ausgangssituation für das alles entscheidende zweite, zweiten Umlauf natürlich auch verschlechtert hat.
[SPEAKER 3]
[00:18:44-00:19:54]
Ja, und genau dieser Grip-Faktor, dieses sehr... Mit einer sehr großen Amplitude ausgestattete Welle in dieser Planke, die folgte ja auf den Wassergraben. Da waren zwar etliche Galoppsprünge dazwischen, aber Wassergraben heißt ja da auch richtig los und richtig weit springen. Und wenn die dann natürlich landen, und er hat ja vorne das Eisen verloren, und dann vielleicht da sich einfach... Einfach nicht so wohlfühlen, also einfach sagen, das ist anders, als wenn ich sonst beim Wassergraben lande, dann ist das natürlich was, was das Pferd vielleicht für einen ganz kurzen Moment verunsichert, dann ist vielleicht die Connection, zwei, drei Galoppsprünge nicht so da, sieht man von außen gar nicht, bei Markus Ening sieht es ja immer aus wie ein Stilspringen, egal was da steht, aber sowas, ja, das sind so diese, Das war genau so ein Punkt, wo ich dachte, manchmal braucht es das Quäntchen Glück und das hatten die Deutschen da eben nicht. Also ich sage mal, mit Eisen hätte das ganz anders aussehen können. Ist Spekulation, ist müßig, darüber nachzudenken. Aber es ist, glaube ich, nicht müßig festzustellen, dass man das natürlich Markus von Herzen gegönnt hätte. Da auch null zu sein, weil alle anderen Sprünge spitze waren.
[SPEAKER 2]
[00:19:54-00:20:34]
Otto Becker, der Bundestrainer, sagte danach auch, was braucht es, um jetzt heute hier ganz vorne zu stehen? Du brauchst Qualität, du brauchst Form und du brauchst auch das Quäntchen Glück. Und ich hatte so das Gefühl, irgendwie das Glück war auch nicht da. Das Glück war gestern nicht da. Es ist immer wieder irgendwas Blödes passiert. Dann Daniel Deuser, dasselbe. Ein Ochserfehler in der Mitte des Kurses. Wir hatten ja auch diese spannende Konstellation angesprochen. Daniel Deuser, Steve Gerdar gehen mit denselben Punkten rein ins Finale, gehen beide Doppel-Null, geht es in ein Stechen, erstmalig in der Historie der Weltmeisterschaft. Und diese vier Punkte in der ersten Runde da gestern im Finale, einfach auch bitter, traurig einfach.
[SPEAKER 3]
[00:20:34-00:20:45]
Ich möchte mich den Worten meines Vorredners anschließen und habe nichts weiteres hinzuzufügen. Ist so. Also du sitzt dann da und denkst so, ach man, muss doch nicht so.
[SPEAKER 2]
[00:20:45-00:21:07]
Dann kam die Runde B, wie sie heißt, technisch, also der zweite Umlauf. Das ist dann ein neuer Kurs, der auch abgegangen werden konnte. Und der hat es auch nochmal in sich gehabt, denn... Es gab zwei, die aus... geschieden sind und Scott Brash ist gestürzt in der dreifachen Kombination, was wirklich eine Schrecksekunde war.
[SPEAKER 3]
[00:21:07-00:23:37]
Das sah nicht schön aus. Und ich meine, wenn ich... Es war für mich so ein bisschen die WM der tollen Schimmelstuten. Also schon im Gelände habe ich, glaube ich, auch über diese Schweizer Stute Erin geschwärmt. Und Hello Mango finde ich ein absolut faszinierendes Pferd, genau wie Holz Frieda von Harry Charles. Aber Hello Mango von Scott Brash sprang eigentlich spitze die ganze Zeit. Okay, ein Abwurf am Sprung 1. Das war ja auch der Schokosprung im Mannschaftsspringen, was dann letztendlich... Zu nur Bronze für Großbritannien im Mannschaftsspringen geführt hatte. Egal, aber das Pferd sprang toll, fing heute an. Ich mache ja nun immer den Live-Ticker, den kann man bei Equipage auch noch sehen. Und ich habe irgendwie sowas geschrieben, die beiden gleiten wie eine Katze, federt diese Stute. Also ich war ein bisschen poetisch, weil ich aber auch einfach von dem Moment so gepackt war. Und das war wirklich so, das war so ganz smooth und leicht und easy. Und dann ein Sprung dreifache, irgendwie nicht gut hingekommen, ein Fehler, dann eine totale Irritation, Pferd springt durch den zweiten Sprung, das war ein Ochser und das war wirklich, da flog alles durch die Gegend und danach oder in der Landung rollte Scott so über die linke Pferdeschulter ab. Pferd sprang dann auch noch weiter raus aus der Dreifachen, fehlerfrei, galoppierte ein bisschen über den Platz, aber Scott L. Er lag dann inmitten dieser Stangen und der bewegte sich erst mal kaum, sage ich mal. Also es ist ziemlich weit weg gewesen, also von unseren Plätzen auf der Pressetribüne. Aber erst mal bewegte er sehr sinnig und dann kamen ja sofort die Helfer mit diesen Sichtblenden, diesen großen Folien, die dann da kommen und das alles abschirmen. Und das ist natürlich der Moment, wo du wirklich trocken schluckst und denkst, nee, bitte nicht. So tolle Weltmeisterschaften, zwei Wochen, wir haben noch... Zehn Minuten Sport und dann sowas. Aber er stand dann auch gefühlt nach zwei Minuten, würde ich mal schätzen, ungefähr wohl wieder auf. Dann wurden diese Sichtschutzmaßnahmen aufgelöst und dann lief er auch auf eigenen Füßen aus dem Parcours. Also ich denke, dem wird nichts weiter passiert sein. Aber schade. Aber er hat zu mir auch gesagt, mit seinem wirklich einzigartigen nordenglischen Akzent, with resource, the rest is yet to come. Also bei dieser Stute. Da kommt das erst, das richtig Gute, das kommt erst noch. Also das war seine Einschätzung nach dem ersten Mannschaftsspringen.
[SPEAKER 2]
[00:23:37-00:23:59]
Aber wir haben was Ähnliches erlebt 2022, damals im Teamfinale mit André Thiem und Shakaria. Ein ganz anderer Sturz, ich glaube es war auch eine zweifache Kombination, jetzt war jeweils eine dreifache. Aber es ist einfach auf diesem höchsten Niveau selbst die Topbreite, es kann passieren, dass auch mal ein Sturz passiert. Man erlebt es ja sonst sehr, sehr selten, aber es ist der Fall.
[SPEAKER 3]
[00:23:59-00:24:16]
Ja, das ist ganz klar. Wobei man muss sagen, also Schakaria und andere Thieme in Herning, das war kein Sturz. Das war so ein Ab... Der ist runtergefallen. Let's face it. Diese Stute machte einen Riesensprung, schmiss den Hintern nochmal hoch und landet mit diesem...
[SPEAKER 2]
[00:24:16-00:24:17]
Hat den so rausgehebelt.
[SPEAKER 3]
[00:24:17-00:24:28]
Ja, da kriegte er... Auch nochmal einen an den Hintern und dann machte er den Rocketman und landete da irgendwie im Sand. Also das, ja, historische Momente.
[SPEAKER 2]
[00:24:29-00:24:56]
Also wir haben ja schon einige Spitzen haben verzeichnet, das andere Team auch der Rocketman noch. Also wir haben hier einige schon durch im Podcast. Gut, wenn man jetzt drauf schaut, Frank Rotenberger, der Parcours-Chef an diesem Wochenende war, hat natürlich eine Punktlandung hingelegt, denn die drei Doppelnuller dann über beide Runden im Finale, die gehen auch auf die Medaillenränge. Da kann man im Hause Rotenberger heute Abend mal einen kleinen Sekt aufmachen.
[SPEAKER 3]
[00:24:56-00:25:52]
Ja, ich glaube einen großen. Also das war wirklich toll. Wahnsinnige Herausforderung im ersten Mannschaftsspringen. Da gab es ja erstmal eine Unwetterwarnung, wo dann erst um 17 Uhr klar war, man wird um 18.30 Uhr reiten können. Dann war den Reitern gesagt worden, wenn das Wetter schlecht ist, dann kann das durchaus passieren. Dass wir nach zehn Minuten immer mal unterbrechen müssen oder nach zehn Reitern, nicht nach zehn Minuten, nach zehn Reitern und die Sprünge ein bisschen verschieben müssen. Wenn es zu sehr regnet, wenn der Boden ein zu großes Problem hat, mussten sie... Sie haben noch ein Hindernis rausgenommen, morgens um fünf. Also das haben wir, glaube ich, auch alles schon besprochen. Und dann am Ende so ein Finale mit so einem tollen Podium und auch so tollen Ritten über einen so schönen Parcours hinzukriegen, da muss man schon wirklich sagen, absolut Chapeau, Frank Rotenberger, einmal mehr eine Punktlandung. Der ist nicht umsonst einer der besten Parcoursbauer der Welt.
[SPEAKER 2]
[00:25:53-00:26:04]
Jan, kommen wir zu unseren Tipps. Ich gratuliere dir. Du hast Gold richtig getippt. Schaga. Hands up for you. Steve Gerdah holt die Goldmedaille. Aber dann...
[SPEAKER 3]
[00:26:04-00:26:04]
Dann kommst du, ne?
[SPEAKER 2]
[00:26:05-00:27:19]
Ben Mayer hat es so auf zwei. Mit Point Break, der hat es nicht mal ins Finale geschafft, in die finale Runde. Und Markus Ening auf Branche. Ich wiederum hatte Daniel Deuser auf 1. Hatte dann Steve Gerdar auf 2. Ich habe ja auf das Stechen gehofft, das war ein bisschen meine Idee. Und dann so viel hin, dass es auf drei. Also ich gratuliere dir, die Tipprunde hast du gewonnen im Springen. Also Chapeau, Chapeau, Chapeau. Gut, also das ist das Springen mit einem wirklich herausragenden Steve Gerdab, der den Pott in die Schweiz holt. Auch da wird, glaube ich, eine kleine Feier anstehen in der Schweiz und Steve Gerdab steigt damit endgültig in den Olymp des Pferdesports auf. Eine Sache, die mir noch aufgefallen ist bei Steve Gerdab, es wird ja immer eingeblendet, was ich eine super schöne Sache finde im Stadion, das ist im Fernsehen gar nicht unbedingt er. Aber die Herzrate der Pfleger. Und die Pflegerin von Steve Gerdau während des Rittes hatte auch die Herzrate auf der Anzeigetafel und die war konstant über 120 Beats per Minute. Also ich glaube, die wusste auch, was das Stüttler geschlagen hat.
[SPEAKER 3]
[00:27:20-00:28:29]
Wahnsinn, ja. Und ich meine, die müsste eigentlich stresserprobt sein, weil auch wenn Steve reitet, ist ja die Wahrscheinlichkeit, dass er erstens in Stechen kommt, zweitens dort Gas gibt und drittens es richtig spannend macht, doch recht groß. Ja, Stichwort Pfleger. Ich meine, die sind natürlich beim Mannschaftsfinale vollkommen abgesoffen da, aber toll, dass die da aufs Podium kommen, dass die erwähnt werden, dass die so sehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Aber man wäre ja ein schlechter Journalist, wenn man nicht gleich mal was sagen würde. Also ein bisschen nörgeln muss ich schon. Man kann natürlich nicht jeden einzelnen Züchter und jede einzelne Züchterin da aufs Podium holen. Aber ohne Züchter keine Pferde. Und das wünschte ich mir doch noch, dass man das auch irgendwie hinbekäme, denen auch noch eine gewisse größere Sichtbarkeit zu geben. Denn es wird immer schwieriger, es wird immer teurer in der Pferdezucht. Frag mich, ich kann dir Rechnung zeigen, macht richtig Spaß. Und denen noch so ein ganz klein bisschen mehr... Ein Podium zu bieten, auch das wäre so mein Wunsch, wenn ich mir was wünschen dürfte.
[SPEAKER 2]
[00:28:29-00:29:14]
Weil ja in der Medaille jetzt... Zeremonie, neben den Reitern, die logischerweise geehrt werden, gibt es dann die Ehrung für die Grooms, also für die Pflegerinnen und Pfleger und auch für die Besitzer. Und da wäre es ja eigentlich schon sinnvoll, dass man sagt, hör zu und Züchter ist X oder Y. Das ist, glaube ich, ein sehr fairer Punkt. Kommen wir einmal zum Fahren, Jan. Das Ganze ja nebenan in dem kleineren Stadion, das Kegelfahren, das gestern stattfand. Die Niederlande holen Gold vor Australien und Belgien. Die Niederlande ja Fahrsportnation Nummer 1 mit Costeronde, Eisbrand Chardon und Bram Chardon holen sie den Pott in die Niederlande. Das ja eigentlich der Lichtblick für die Niederländer, die ja gerade in olympischen Disziplinen wirklich nicht gut unterwegs waren während den Weltmeisterschaften.
[SPEAKER 3]
[00:29:14-00:30:33]
Nee, Springen war nun wirklich ein Satz mit X für Holland. Da machst du nix. Dressur, ja, da waren sie jetzt nicht in der Mannschaft, aber da muss man sagen, also mit Santana und Mareike von der Pütten und auch mit dem Mauro Türforst und der Dinja van Lier haben wir zumindest zwei Pferde gesehen, über die in Dressurkreisen ganz viel gesprochen wird. Also das sind Zukunftspferde. Das ist halt schade, wenn du eine WM hast vor der Haustür. Holland ist ja quasi auch per Fahrrad oder Wohnwagen zu erreichen von Aachen. Aber in Sachen Olympia, also das sind zwei Olympia-Pferde, gesund bleiben müssen sie und so weiter. Also da Dressur würde ich noch nicht sagen, alles vorbei. Und Vielseitigkeit waren sie auch schon besser und haben da auch ein paar Pferde, von denen man weiß, Die werden es nicht mehr bis Los Angeles schaffen, weil die einfach altersmäßig jetzt so allmählich ihren Zenit auch schon ein bisschen übererfüllt haben. Aber ehrlich gesagt, ähnliche Sachen sehe ich auch im deutschen Vielfältigkeitslager, ohne jetzt die Großanalyse zu machen. Da gibt es aber ja immerhin diese tolle Initiative Road to L.A. Mit Pferden, die da gesichert sind und die unterstützt werden. Und da, glaube ich, da ist ein ganz guter Grundstock gelegt worden für eine olympisch erfolgreiche Zukunft in der Buschreiterei. Das nur in einem Nebensatz.
[SPEAKER 2]
[00:30:33-00:31:02]
Lass uns aber kurz nochmal auf die Fahrer schauen. Deutschland mit Christoph Sandmann, Anna-Mareike Meyer und Anna Sandmann auf dem vierten Rang. Nach der Dressur führte Deutschland sogar. Und wir hatten ja bei Mareike Meyer auch die Thematik in der letzten Folge mit dem Gebiss. Das wurde dann gütlich gelöst. Aber trotzdem schade für Deutschland, bei so einer Heim-WM nicht das Podium erreicht zu haben. War da am Ende relativ knapp die Belgier auf dem bronzenen Rang. Aber die Fahrer, die eigentlich sonst immer für eine Medaille auch gut sind.
[SPEAKER 3]
[00:31:02-00:32:03]
Ja, also die können mal eine Medaille gewinnen. Das sind jetzt nicht unbedingt immer die ganz heißen Favoriten. Letztendlich war es dann, glaube ich, Australien der letzte Fahrer, der dann irgendwie eine mögliche Medaille noch kaputt gemacht hat. Das lief ja parallel zum Springen teilweise noch, beziehungsweise ich war schon in der Vorbereitung aufs Springen, als die da noch am Kegelfahren waren. Das sieht man dann auf dem Bildschirm mal so ein bisschen. Ich habe da noch keine Gelegenheit gehabt, mit irgendeinem Vertreter von Pferdesport Deutschland, sprich der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, zu sprechen, was da für Einschätzungen sind. Aber ich glaube, ein vierter Platz, klar, vollkommen richtig, Heim-WM, da wünscht man sich eine Medaille, wünscht man sich immer noch mehr vor Aachener Publikum. Aber ich glaube jetzt nicht, dass die vollkommen den Kopf hängen lassen und sagen, wir haben nicht performt. Also gute Dressur haben die gerne, aber wie gesagt, die davor waren, du hast ja die Namen genannt, das sind ja die ganz großen Big Names, das sind ja die Roger Federes auf dem...
[SPEAKER 2]
[00:32:04-00:32:25]
Ja, und wenn du jetzt ins Einzel guckst, Boyd Exel gewinnt seine drölfste Weltmeisterschaft. Silber, Andries de Grieg aus Belgien und Bronze, Chester Webber. Boyd Exel und Chester Webber, die haben wahrscheinlich... Addierte 100 Jahre Erfahrung in dem Sport.
[SPEAKER 3]
[00:32:25-00:32:43]
Ja, und wahrscheinlich müssen die auf dem Rückweg nochmal eben bei Ikea vorbeifahren und einen neuen Packs holen, um die nächsten Medaillen unterzubringen. Also die sind seit Ewigkeiten dabei, haben immer wieder neue tolle Pferde, immer wieder tolle Gespanne, haben alle Möglichkeiten und nutzen die auch. Und dann geht's.
[SPEAKER 2]
[00:32:43-00:33:27]
Wenn wir auf den Medaillenspiegel gucken, am Ende der Weltmeisterschaft, die ja gestern dann endete, Deutschland mit einer beeindruckenden Bilanz, 20 Medaillen insgesamt, sieben Medaillen besser, wenn man jetzt nur nach der Anzahl der Medaillen geht, als die Br. die die zweitmeisten Medaillen holen, aber im Medaillenspiegel geht es ja nach der Anzahl der Goldmedaillen. Das gibt ja die Sortierung vor Deutschland mit sieben Goldmedaillen, vor den US-Amerikanern mit sechs, Großbritannien mit vier, Niederländer mit drei und die Franzosen mit zwei auf dem fünften Rang. Wenn man das jetzt aus ganz Pferdesport Deutschland sieht, wie unser Verband ja jetzt heißt, sieht, Eine rundum erfolgreiche Heim-WM.
[SPEAKER 3]
[00:33:28-00:34:08]
Auf jeden Fall. Und bei den Paras lief es ja gestern auch nochmal richtig gut. Bei den Paaradressurreiterinnen und Reitern werden ja sehr viele Medaillen verteilt. Da waren die USA nicht zu schlagen letztendlich in der Mannschaftswertung. Aber da sind auch noch einige, wenn ich das richtig mitverfolgt habe, haben da ihr Personal Best geritten von den Paaren. Das waren neue Paare. Teilweise. Und das fand ich schon faszinierend. Und ich glaube, das ist auch sehr gut angekommen, das Paarereiten. Das war so mein Eindruck, was mir gespiegelt wurde. Das wurde immer ein bisschen kommuniziert, es sei das erste Mal dabei. Das ist ziemlicher Blödsinn. Es ist das erste Mal.
[SPEAKER 2]
[00:34:08-00:34:09]
War ja ein Henning schon dabei.
[SPEAKER 3]
[00:34:10-00:35:50]
Ja, immer schon. Also das war bei den Weltreiterspielen immer ein Bestandteil. Es war das erste Mal in Aachen dabei, weil die Aachener bislang in ihrem normalen CHIO-Programm keinerlei Para-Wettbewerbe einfach zeitlich unterbringen konnten. Aber nichtsdestotrotz, also ich glaube, das war eine Werbung für diesen Sprung. Und es ist ja immer wieder faszinierend, wenn du die ganzen Einzelschicksale da hörst. Wenn du da mit so einer Heidemarie Dresing anfängst, die ein bisschen über 70 ist und mit 56, wenn ich 56 oder 54 eben diese MS-Diagnose bekommen habe, Multiple Sklerose, dann ziemlich schnell kaum noch laufen konnte, dann durch die Reiterei, die sie immer betrieben hatte, war ja auch bis M-Dross zu M-Spring, glaube ich, erfolgreich, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Wieder in Gang gekommen ist und sie sagt, ja Mensch, in meinen 50ern konnte ich kaum noch laufen und jetzt kann ich wieder laufen. Nicht unentwegt, aber ich kann es. Und das, obwohl sie ja eine Krankheit hat, die nicht besser wird, sondern in Schüben sich einfach verschlechtert. Da kannst du machen, was du willst. Deswegen reitet sie jetzt ja auch schon in einem niedrigeren Grade, weil zum Beispiel Galoppieren nicht mehr klappt, also zumindest nicht auf Prüfungsniveau. Aber das ist nur eine so eine Geschichte und das ist eine tolle Geschichte. Und wie gesagt, die Paras haben ordentlich für die Medaillen, für den Medaillenspiegel gesorgt. Und ja, sie gehören auch dazu einfach. Und das ist, glaube ich, wirklich, das klingt jetzt sehr pathetisch, aber das ist eine gelebte Inklusion und ein gutes Beispiel, weil eben auch dieses Selbstverständnis da ist. Das sind jetzt nicht Menschen mit Behinderung erstrengig, sondern es sind einfach mal Pferdesportler. In zweiter Kategorie eben mit Einschränkung.
[SPEAKER 2]
[00:35:50-00:36:40]
Und du hast angesprochen, Riene Mispelkamp, er ringt auch eine Medaille, bessert damit die Gesamtbilanz auf mit einer Silbermedaille, fünf Silbermedaillen. 8 Bronze, also aus deutscher Sicht die Lampe auf ziemlich grün. Und ja, das lieber Jan, die Folge nach der Einzelwertung der Springreiter am finalen Tag der Weltmeisterschaften. Aber, falls ihr jetzt traurig seid und sagt, wir hätten gerne noch eine Folge und warum geht es nicht weiter? Wir haben natürlich noch was für euch, denn wir wollen die WM in Gänze noch einmal Revue passieren lassen. Da haben wir auch einen sehr spannenden Gesprächsgast in der nächsten Folge, nämlich die Chefin der Veranstaltung, Birgit Rosenberg, die mit dabei sein wird. Und das dämpft natürlich auch unsere Trauer, Jan, dass unsere gemeinsame Reise hier schon zu Ende geht. Einen haben wir noch.
[SPEAKER 3]
[00:36:40-00:37:03]
Einen haben wir noch. Und wenn die Fanbase dann weiterhin so sehr schreit, dann der Schaut geht raus an die werbetreibende Wirtschaft. Was würdet ihr für einen der populärsten Sportpost-Podcasts in Deutschland bereit sein zu zahlen? Klammer auf, kommt nicht mit dreistellig an, Klammer zu. So.
[SPEAKER 2]
[00:37:03-00:37:37]
Gebote werden ab sofort angenommen. Du möchtest eigentlich sagen, ab sofort werden die Gebote akzeptiert. Ganz unkompliziert einfach per Instagram schreiben. Aber Spaß beiseite, ich freue mich, Jan. Wir haben noch eine Runde vor uns. Und falls ihr die Zeit bis zu unserer Abschlussfolge des WM-Spezials nutzen wollt, verlinken wir euch die Podcast-Folge mit Steve Gerda in den Shownotes. Euch allen einen schönen Start in diese neue Woche. Wenn die Weltmeisterschaft vorbei ist. Und ja, wir sehen uns und hören uns in der nächsten Folge. Bis dahin. Ciao. Ciao.





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