Pferdekopf von oben

Faszien beim Pferd: Was ist das eigentlich?

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Faszien: Alle wollen sich plötzlich darum kümmern, doch was ist das überhaupt und wie sehen die aus? Tatsache ist: Es lohnt sich, diesen Strukturen im Körper deines Pferdes einen genaueren Blick zu widmen. Und: Klug gestaltetes Training, also vielseitig und mit Höhepunkten und Pausen, hilft hier wieder mal hervorragend.

Inhalt

  1. Was sind Faszien?
  2. Was tun Faszien?
  3. Was ist gut für Faszien, was ist schlecht?
  4. Wie repariert man Faszien?

Was sind Faszien?

Die Faszien des Pferdes kann man sich als umhüllendes Netzwerk vorstellen. Es gibt sie in mehreren Formen: Da ist zum einen die äußere Körperhülle, die alles umschließt. Dann gibt es noch einzelne Hüllen, die Muskeln und Organe umgeben. Aber auch Nerven, Gefäße und Sehnen sind von diesen Hüllen umschlossen, sogar einzelne Muskelfasern. Im Grunde ist eine Faszie ein Bindgewebe, das sehr reißfest ist. Du kannst sie Dir wie ein feines Häutchen vorstellen, das sich zusammenziehen und wieder lockern kann. Die Faszien gliedern den Pferdekörper wie ein dreidimensionales Strukturelement innerlich. Und sie helfen den Muskeln, ihre Arbeit zu tun! Apropos Muskeln: Wie du diese bei deinem Pferd schonend aufbauen und trainieren kannst, erfährst du in diesem Blogartikel!

Was tun Faszien im Pferdekörper?

Was tun Faszien?

Faszien geben dem Körper Struktur und Halt. Sie unterstützten die Muskulatur und sind am Lymphfluss beteiligt. Wenn Faszien beim Pferd verhärten oder verkleben, kann sich das sehr unangenehm anfühlen. Sie melden durch Rezeptoren dem Gehirn jedoch auch, wenn etwas schmerzt. Im neuen und ausführlichen E-Book „Trainingslehre für das Reitpferd“ vom Blog Hippothesen sind die Funktionen sehr übersichtlich erklärt. Da steht dazu ganz viel, aber ein kleiner wichtiger Absatz fasst die Funktionen der Faszien sehr gut zusammen. Diese haben nämlich im Körper vier Grundfunktionen:

  1. Formen (umhüllen, schützen, Struktur geben)
  2. Bewegen (Kraft übertragen und speichern, dehnen)
  3. Versorgen (Stoffwechsel, Transport von Nährstoffen und Abfallstoffen)
  4. Kommunizieren (Reize empfangen und weiterleiten)

Was ist gut für Faszien, was ist schlecht?

Wenig Bewegung ist ebenso nicht gut wie zu viel davon. Faszien sind in ihrer idealen Zustandsform, wenn sie weder unterfordert noch überfordert werden. Immer gleichförmige Bewegung ist ebenso ungünstig. Das Gewebe schätzt also ein vielseitiges, von der Intensität her passendes Training, das Höhepunkte und Ruhephasen mit berücksichtigt. Fließende Bewegungen sind weit besser als abrupte. Daher ist also ein schönes durch den Körper arbeiten einem Stop-and-Go (im Gelände oder beim Reiten auf dem Platz) vorzuziehen. Wie du einen sinnvollen Trainingsplan für dein Pferd erstellst und wie du dein Pferd schonend gymnastizierst, erfährst du in diesem wehorse Kurs!

Sinvoll aufgebautes Training um die Faszien zu unterstützen

Wie repariert man Faszien?

Manuelle Therapien und Wärme helfen, damit verklebte Faszien des Pferdes wieder gut arbeiten können. Faszienrollen sind ein gängiges Hilfsmittel geworden, um Pferden hier Erleichterung zu verschaffen. Wichtig: Eine Human-Faszien-Therapeutin, die auch Reiterin ist, erklärte mir vor kurzem, wie gefährlich die harten Holz-Gegenstände sind, die in dem Bereich häufig für Pferde genutzt und angeboten werden. Es ist weitaus sinnvoller, mit weicheren Rollen zu arbeiten, wie man sie auch für Menschen nutzt. Allerdings brauchen Faszien länger als Muskulatur, um sich zu erholen und zu regenerieren.

Wenn du neugierig geworden bist, was Faszien des Pferdes können und vor allem, wie sie uns beim Training von Reitpferden in die Hände spielen, dann besuch ab Mittwoch, den 7.5.2019 meinen Blog www.alifewithhorses.de. Dort stelle ich das e-Book „Trainingslehre für Reitpferde“ von Iris Wenzel vor. Und das mache ich natürlich nur, weil ich es sehr gelungen weil gut recherchiert und verständlich geschrieben finde! Was ich schon verraten kann ist: Da kommen einige spannende Zahlen drin vor! Zum Beispiel diese: „Auswertungen von Fitness-Trackern am Pferd legen nahe, dass Reiter deutlich unterschätzen, dass sie nur sehr wenig galoppieren. Mehr als die Hälfte der Reiter wählt mehr als 50% der Zeit die Gangart Schritt. Dagegen galoppieren die meisten Reitpferde nur wenige Minuten pro Tag. Nur weil der Reiter aus der Puste ist, muss das noch nicht für sein Pferd gelten.“ Die meisten Pferde tun zu wenig. Das deckt sich übrigens mit dem, was Futterexpertin Conny Röhm hier letztens im wehorse Blog zum Thema Anweiden und Training als Hilfe für einen guten Stoffwechsel sagte.

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