Was dein Pferd kennen sollte, wenn du am Strand reiten möchtest

Vom Reiten am Strand träumt fast jeder Reiter. Der erste Gedanke ist gern: „Wow! Will ich auch!“ Der zweite ist häufig: „Geht das mit meinem Pferd? Ich habe schon ein bisschen Angst.“ Auf jeden Fall sind das die Reaktionen, die ich bekomme, wenn ich davon erzähle, dass wir gerade mit Ponys und Pferden am Meer sind. Dabei geht so eine Fahrt ans Meer, vernünftig vorbereitet, mit jedem gut ausgebildetem, geländeerfahrenem Pferd. Die Tücken liegen jedoch woanders, als direkt am Strand. Denn wer sich vor dem Ritt am Meer gruselt, weil die Weite die Pferde anheizen könnte, der hat noch nicht über den Weg zum Meer nachgedacht. Das Gute ist: Man kann zuhause schon für den Strandritt üben.

Reiten am Strand: Gelassenheitstraining für Fortgeschrittene

Daher: Vergesst alle Gelassenheitstrainings mit Luftballons, Flattervorhängen und Poolnudeln. Das ist die Kindergartenversion. Die wahre Prüfung ist auch nicht der in der Überschrift angekündigte Strandritt selbst – die wahre Prüfung ist der Weg zum Strand. Gewöhne dein Pferd zuvor an diese – oder ähnliche – Dinge, damit du vor Ort ein gut kontrollierbares Reitpferd unter dir hast! 

Die wahren Proben beim Reiten am Strand lauten:

  1. Plastiksandschaufeln, die kleine Jungs geräuschvoll über den Asphalt kratzen
  2. Lenkdrachen am Himmel
  3. Fahrräder mit Anhänger, die dich von hinten überholen
  4. Auf dem Weg zum Strand gibt’s einige Campingplätze – und deren Eingang läuft direkt auf den Reitweg zu, der zum Strand führt. Also Achtung: Vor Einfahrten aufpassen, es kommen hier gern unbedacht Radfahrer heraus
  5. Häckselmaschinen, die 50 Zentimeter neben dem Reitweg Äste schreddern – die Wege werden hier gepflegt, und das macht Krach
  6. Tennisumrandungs-Netze direkt neben dem Reitweg, in die Rentner alle paar Minuten Bälle schleudern
  7. Sandburgen und ihre tiefen Gräben, die man früh genug am Strand erspähen und umreiten muss
  8. Gischtkronen auf dem Meer, die für Pferdeaugen höchst gefährlich aussehen
  9. Kleine Fahrräder mit Kindern drauf, die neben dir eine Vollbremsung hinlegen, so dass der hintere Reifen ausbricht und geräuschvoll über den Asphalt schleift
  10. Schrankendruchlässe, die wahrlich schmal sind
Reiten am Strand

Tipps für das erste Mal Reiten am Strand

Jedem, der plant ans Meer zu fahren, kann ich nur raten, ein erfahrenes Pferd mit zu nehmen. Oder sich am Strand an eine Gruppe dranzuhängen, die das Spiel kennt. Sonst kann es unschön werden – aufgerüstete Reiter und Pferde, die sich tierisch aufregen sieht man eben auch immer wieder dort. Was hilft, wenn nichts geht: Einfach eine andere Reitergruppe ansprechen. Unsere Therapiepferde haben zum Beispiel auch zwischendurch eine Gruppe Dressurpferdereiter ins Wasser geleitet. Führpferde sind Gold wert. 

Ansonsten kann ich nur sagen: Übe zuvor, was möglich ist (ins Wasser gehen, wie Nina Steigerwald das hier im Magazin beschreibt, an fremden Orten übernachten, Schrecktraining, Verkehrstraining). Und dann fahrt! Macht es einfach. Es ist wunder, wunderschön.

Ein Gastbeitrag von www.alifewithhorses.de

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