Was ist so schwer an Seitengängen? Nix – wenn man dafür eine Banane bekommt!

Hund macht Männchen, Zuschauerbeine

Ein Gastbeitrag vom Blog www.alifewithhorses.de

Seitengänge verstehen: So behältst Du mithilfe einer Banane ganz einfach, was 'Renvers' meint. Garantiert ohne Knoten im Kopf! Und wetten, sogar dieser süße Zuschauerhund aus unserem letzten Reitkurs hätte ein Renvers für ein Stückchen Banane gelernt?

Ist es peinlich, wenn Du nicht weißt, was Renvers bedeutet?

„Kannst Du mir irgendwann mal Seitengänge zeigen?“, fragte mich eine Reitkollegin vor einiger Zeit. „Bei mir hört’s beim Schenkelweichen und Übertreten auf, ich bringe die anderen Seitengänge durcheinander.“ Sie wünschte sich, es heimlich zu üben, so dass es keiner mitbekommt. Es war ihr peinlich. Denn sie ist kein Einsteiger, sondern eine gestandene Pferdefrau. Tatsächlich finde ich das nicht peinlich, sondern ich vermute, dass das ganz vielen Leuten so geht. Aber nur wenige trauen sich, zu fragen. Erst recht, wenn der Welpenschutz nicht mehr greift. 

Der Trick zum Behalten mit der Banane

Für das Schultervor hat manch einer noch eine Idee, den Begriff Schulterherein hat jeder Zweite schon mal gehört. Schließlich gilt es ja als „Das Aspirin der Reiterei“. Um so höher ist die Hemmschwelle, danach zu fragen, was das eigentlich ist. Um Seitengänge verständlich zu erklären, hilft eine Banane. Ja, richtig, das Stück Obst. Denn mit ihr kann man erst mal gut zeigen, wohin sich der Pferdekörper im Raum bewegen soll und wie das Pferd dabei gestellt und gebogen sein soll. Claudia Butry hat mir diesen Trick übrigens verraten, auch andere Trainer arbeiten gern damit.

Was die Profis sagen

Damit kann man sogar das scheinbar Schwierigste erklären, das Renvers. Das Schwierigste ist es einerseits, weil es verhältnismäßig wenig geritten wird. Zudem ist es für viele Pferde nicht ganz leicht erlernbar: „Das Renvers fällt dem Pferd schwerer als Travers und Traversale, auch als Schulterherein“, schreibt Ulrich Schnitzer beispielsweise in seinem Buch „Pferde versammeln vom Boden aus“. Er gilt als Koryphäe unter den Langzügel-Ausbildern und ist im Neindorff-Institut beheimatet. Sämtliche Seitengänge erarbeitet er vom Boden aus. Was übrigens grundsätzlich unheimlich gut hilft, bevor man sie aus dem Sattel abruft.

Seitengänge und der Knoten im Kopf

Tatsächlich bekomme ich selbst im Sattel auch immer wieder noch einen Knoten im Kopf, in welche Richtung im Raum ich mich bewegen soll, wenn es mehrfache Wechsel in den Ansagen des Trainers oder der Trainerin gibt (die ja sinnvoll für’s Pferd sind). Ein Beispiel, dass mich Sara Oliveira manchmal reiten lässt: Durch die Länge der Bahn geritten, dabei übertreten lassen, wieder geradeaus, Traversale, wieder geradeaus, übertreten lassen, wieder geradeaus geht ja noch. Aber wenn es dann auf gebogene Linien geht, wo man sich noch selbst vorstellen muss, wo denn jetzt der erste und zweite Hufschlag auf einem Zirkel wäre, dann raucht zumindest mein Kopf. Keine Ahnung, ob andere Amateure bessere Schalthebel im Kopf sitzen haben.

 

Merksätze zum Renvers

Die zwei Merksätze zum Renvers lauten: Biegung nach außen in die Bewegungsrichtung. Hinterhand auf dem ersten Hufschlag, Vorderhand auf dem zweiten. Jetzt kommt die Erklärung per Banane. Also: Stell’ Dir eine Reitbahn vor. Dein Pferd ist gestellt und gebogen, sein Stellvertreter ist die Banane. Diese Banane befindet sich gedacht in der Reitbahn. Für das Renvers ist die Banane nach außen gebogen, die Spitze der Banane, also die Vorhand, befindet sich auf dem zweiten Hufschlag, das Ende der Banane, also die Hinterhand, befindet sich auf dem ersten Hufschlag. Wenn Du das Bild der Banane verinnerlicht hast, ist es einfacher, im Sattel schnell zu schalten.

Weshalb Dein Pferd davon gesundheitlich profitiert

Jetzt wird’s tricky und das ist zugleich toll aber macht (mir zumindest) auch schnell einen Knoten in den Kopf: Wenn man ein Renvers auf dem Zirkel bei A reitet und dann bei X aus dem Zirkel wechselt, ohne das Renvers aufzugeben  - dann landet das Pferd automatisch im Travers auf dem Zirkel bei C. Oder im Schulterherein, je nachdem, ob Du die Schultern Deines Pferdes auf einer gedachten inneren Zirkellinie platzierst (dann wird es ein Schulterherein) oder ob Du die Hinterhand auf die innere Zirkellinie führst (dann wird es ein Renvers). Im Wechsel zwischen den Seitengängen profitiert das Pferd davon körperlich besonders (und der Reiter macht Gehirnjogging...). Auf dem Blog habe ich Euch aufgeschrieben, weshalb der sinnvolle Wechsel zwischen Seitengängen heilsam für die natürliche Schiefe des Pferdes ist. Du musst allerdings wissen, welche Übungen speziell für Dein Pferd sinnvoll sind. Auch dafür findest Du eine maßgeschneiderte Lösung dort!